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Bayer Aktiengesellschaft[1]

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE000BAY0017
GrĂŒndung 1863
Sitz Leverkusen, Deutschland
Leitung
  • Bill Anderson, Vorstandsvorsitzender
    Wolfgang Nickl
    Stefan Oelrich
    Heike Prinz
    Rodrigo Santos
    Julio Triana[2]
  • Norbert Winkeljohann, Aufsichtsratsvorsitzender
Mitarbeiterzahl 88.078[3]
Umsatz 45,6 Mrd. Euro[3]
Branche Arzneimittel
Pflanzenschutzmittel
Website www.bayer.de
Stand: 31. Dezember 2025

Die Bayer Aktiengesellschaft[1] (kurz Bayer AG) mit Sitz in Leverkusen ist die börsennotierte Muttergesellschaft eines Agrarchemie- und Pharmakonzerns mit insgesamt knapp 93.000 Mitarbeitern (Stand: 31. Dezember 2024). Das GeschĂ€ft wird ĂŒber die drei Divisionen Pharmaceuticals, Consumer Health und Crop Science gefĂŒhrt. Der Bayer-Konzern gab 2025 5,8 Milliarden Euro fĂŒr Forschung und Entwicklung aus.[3]

Der Name Bayer ist auch durch das Tochterunternehmen Bayer 04 Leverkusen bekannt, das im Fußballbereich aktiv ist. Zwischen 2002 und 2005 wurden in einer der grĂ¶ĂŸten Umbruchsphasen in der Unternehmensgeschichte die ursprĂŒnglichen Sparten Pharma, Pflanzenschutz, Chemie und Kunststoffe als Teilkonzerne ausgegliedert und neu formiert.

Geschichte

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GrĂŒndungsphase und Wachstum

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Friedrich Bayer

Das Unternehmen wurde am 1. August 1863 in Barmen, im heutigen Wuppertaler Stadtbezirk Heckinghausen, von Friedrich Bayer (1825–1880) und Johann Friedrich Weskott unter der Firma „Friedr. Bayer et comp.“ gegrĂŒndet.[4] Friedrich Bayer nahm entsprechend seiner Ausbildung innerhalb des noch kleinen Betriebs die kaufmĂ€nnischen Aufgaben wahr. Weskott hatte eine FĂ€rberlehre absolviert und dabei chemische Kenntnisse erworben, die er in die Produktion einbrachte. Wichtige Produkte fĂŒr das Unternehmen wurden Fuchsin und Anilin.[5]

Das Elberfelder Stammwerk beiderseits der Wupper
Historische Musterkarten und Farbstoffproben aus den Farbenfabriken Elberfeld und Leverkusen

1878 wurden der Hauptsitz und die meisten Produktionsanlagen auf ein grĂ¶ĂŸeres GelĂ€nde in Elberfeld verlegt.[6][7] 1881, nach dem Tod Bayers unter der FĂŒhrung seines Sohnes Friedrich Bayer (1851–1920), der 1873 als Chemiker in die Firma eingestiegen war, wurde das Unternehmen in die Aktiengesellschaft „Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co.“ umgewandelt, das auch Elberfelder Farbenfabriken genannte Unternehmen war entstanden.[8] 1882 wurde Henry Theodore Böttinger in den Vorstand des Unternehmens berufen.[9] 1883 kam der Chemiker Carl Duisberg zu Bayer und baute nach seinen Erfolgen ab 1888 die chemische Forschung aus. Gemeinsam bauten Bayer, Böttinger und Duisberg die GeschĂ€ftstĂ€tigkeit des Unternehmens stetig aus; nach dem Tod Bayers war sein Sohn Richard Bayer von 1920 bis 1960 im Aufsichtsrat des Unternehmens vertreten. In Wuppertal-Elberfeld entstand ein modernes wissenschaftliches Laboratorium.

Die Mitarbeiterzahl war auf ĂŒber 300 BeschĂ€ftigte gestiegen. In den Elberfelder Laboratorien wurden in den folgenden Jahrzehnten die Wirkungen des Diacetylmorphins, der AcetylsalicylsĂ€ure und der Sulfonamide erforscht und entdeckt, die im neuen Jahrhundert unter den Markennamen Heroin, Aspirin und Prontosil auf den Markt gebracht und fĂŒr die spĂ€tere Bekanntheit des Unternehmens wichtig wurden. Das Patent auf die bereits bestehenden Forschungen zum Heroin hatte der Konzern am 26. Juni 1896 erworben.[10] Mit dem Sulfonamid Prontosil fĂŒhrte Bayer das weltweit erste Chemotherapeutikum ein, das als Breitbandantibiotikum eingesetzt werden konnte. Gerhard Domagk erhielt dafĂŒr im Jahr 1939 den Nobelpreis fĂŒr Medizin.[11]

Verlegung an den Rhein

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Kolonie-Museum
Carl Duisberg, 1912 bis 1925 Vorstandsvorsitzender
Amerikanische Bayer-Werbung fĂŒr Aspirin, Heroin, Lycetol, Salophen und andere
Kopf einer Rechnung der Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Comp in Elberfeld vom 1. April 1899

1895 plante Duisberg im Auftrag Bayers den neuen Unternehmenssitz, da eine Ausdehnung des BetriebsgelĂ€ndes aufgrund der von AbhĂ€ngen und der Wupper eingeengten Lage im Wuppertal kaum möglich war. Elberfeld/Barmen waren damals eines der grĂ¶ĂŸten Industrie-Zentren Deutschlands, zĂ€hlten schon um 1880 weit ĂŒber 300.000 Einwohner und bildeten neben Berlin zeitweilig den zweitgrĂ¶ĂŸten Ballungsraum des Landes.

Neuer Sitz von Bayer sollte das GelĂ€nde des Alizarinherstellers Leverkus und Söhne bei der kleinen Stadt Wiesdorf am Rhein werden, die damals gerade 2.500 Einwohner zĂ€hlte. Am dortigen Rheinufer waren bereits grundlegende Anlagen einer chemischen Fabrik vorhanden. Zu der Fabrik gehörte in dem weitgehend unbesiedelten, formal zu Wiesdorf gehörenden Areal auch eine Arbeitersiedlung, die der UnternehmensgrĂŒnder Carl Leverkus nach seinem Familienstammsitz bei Remscheid-Lennep, dem Hof Leverkus, inoffiziell auf den Namen „Leverkusen“ getauft hatte. Als 1930 fĂŒr die neu gegrĂŒndete Stadt ein Name gesucht wurde, griff man auf den Namen dieser Siedlung zurĂŒck. Bereits beim Bau des neuen Unternehmenssitzes im Jahr 1895 achtete Duisberg darauf, dass jeweils 30 Meter breite Hauptstraßen und 15 Meter breite Nebenstraßen zwischen den GebĂ€uden errichtet wurden, was er in seiner Denkschrift, die er als Grundlage fĂŒr seine Planungen verfasste, begrĂŒndete:

„Alle GebĂ€ude der Betriebe sind so zu bauen, daß sie bequem eine VergrĂ¶ĂŸerung nach einer Richtung am besten aber nach zwei Richtungen zulassen.“[12]

In seinen Planungen kĂŒmmerte er sich auch um vermeintliche Kleinigkeiten, beispielsweise Beschaffungslisten von Werkzeugen und Einzelteilen. Nicht alle seine Planungen wurden genau umgesetzt, VerĂ€nderungen jedoch nur mit seiner ausdrĂŒcklichen Genehmigung zugelassen. Eine seiner Ideen war eine Erholungsanlage fĂŒr die Mitarbeiter. Dazu kaufte er 1908 einen Freizeit- und Seminarstandort in Großeledder bei Dabringhausen.

In der Zeit von 1895 bis 1900 wurde die Produktion schrittweise nach Wiesdorf verlegt. ZunĂ€chst gab es Probleme, genĂŒgend Arbeiter zu finden. Die Umgebung des Werks war gegenĂŒber anderen StĂ€dten und Dörfern verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig unterentwickelt, es handelte sich grĂ¶ĂŸtenteils um unbesiedeltes Brachland. Bei einem akademischen Kommers wurde Duisberg ein „Klagelied“ vorgetragen:

„Kann er einen nicht verknusen,
schickt er ihn nach Leverkusen.
Dort an diesem End der Welt
ist man ewig kaltgestellt.“[13]

So plante Duisberg, dass um das Werk aus der unansehnlichen Arbeitersiedlung nach und nach eine Stadt entstehen solle. Er ließ HĂ€user, die so genannte „Bayer-Kolonie“, bauen. Im Laufe der Jahre entstand das Bayer-Kaufhaus, und es entwickelten sich kulturelle Institutionen wie das Bayer-Erholungshaus, die Werk und Stadt eng miteinander verbanden. Seit April 2005 existiert in einem Haus der Bayer-Kolonie ein Museum zur Geschichte der Werkssiedlung.

Elberfeld blieb in dieser Entstehungszeit der Kolonie Hauptsitz der Forschung, wĂ€hrend die Produktion in Wiesdorf stattfand. Die Verwaltung war noch in Elberfeld untergebracht, bis sie schließlich im Jahr 1912 als erste Amtshandlung Duisbergs als neuem Vorstandsvorsitzenden nach Wiesdorf verlegt wurde. Geplant worden war die Verlegung des Unternehmenssitzes allerdings schon ab 1902. Duisberg organisierte diese Verlegung straff und detailliert.[14] 1909 setzte die Direktion fest, „daß die hier geplanten Erweiterungsbauten bis zum FrĂŒhjahr 1912 fix und fertig ĂŒbergeben werden“.[15]

Neben der FunktionalitĂ€t der GebĂ€ude wurde auf ein reprĂ€sentatives Äußeres, das der Zentrale eines Weltkonzerns angemessen erschien, Wert gelegt.[16] Auf diese Weise entstanden die Unternehmervillen und beispielsweise das Kasino (Kantine fĂŒr Akademiker und FĂŒhrungskrĂ€fte) in einem prĂ€chtigen Stil. Alle Direktoren wohnten in der NĂ€he des Betriebes, was die Unternehmenskultur und die Stadt Leverkusen prĂ€gte.

Die spĂ€ter Bedeutung erlangende Interessengemeinschaft (I.G.) aus BASF, Agfa und Bayer wurde nach dem Scheitern der duisbergschen Idee der „Vereinigten Deutschen Farbenfabriken“ aus Bayer, BASF und Hoechst 1904 gegrĂŒndet. Aufgegeben wurden die FusionsplĂ€ne unter anderem wegen des fĂŒr die Hoechst AG angesichts eigener wirtschaftlicher StĂ€rke ungĂŒnstigen Fusionszeitpunktes. So schlossen sich BASF und Bayer zu einer Interessengemeinschaft zusammen, der Agfa zum 1. Januar 1905 beitrat. Die I.G. konnte zusammen einige Projekte beginnen, die jedem einzelnen Mitgliedsunternehmen allein nicht gelungen wĂ€ren. Die Idee fĂŒr die Fusion und der daraus folgenden Interessengemeinschaft brachte Carl Duisberg von seinen USA-Reisen mit. 1913 hatte das Unternehmen 10.600 Mitarbeiter, davon 7.900 in Wiesdorf und fast 1.000 im Ausland. Tochtergesellschaften wurden in Frankreich, Großbritannien, Belgien, Russland und den USA gegrĂŒndet. Der Export erbrachte 1913 einen Anteil von 60–80 Prozent des Unternehmensumsatzes.

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Das Bayerwerk zu Beginn des 20. Jahrhunderts, gemalt von Otto Bollhagen, 1912–1921

Der Erste Weltkrieg

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Der Erste Weltkrieg traf Bayer wie die ĂŒbrige deutsche Industrie unvorbereitet. Im ersten Kriegsjahr unterstĂŒtzte Bayer Kriegsopfer durch die Versorgung mit Ă€rztlichen Mitteln und von GrundbedĂŒrfnissen (SchlafstĂ€tten, warmes Essen). Im Hauptlaboratorium wurde ein Notlazarett eingerichtet, da man zunĂ€chst davon ausging, dass der Krieg nicht lange anhalten wĂŒrde und daher die Produktion in dieser Zeit ruhen könne.

Durch Einberufungen zum Kriegsdienst entstand ein Mangel an ArbeitskrĂ€ften, durch welchen die Produktion um die HĂ€lfte reduziert werden musste. Anfragen des Kriegsministeriums nach kriegswichtigen Stoffen wie Kautschuk oder Sprengstoff wurden von Duisberg in den ersten Kriegsmonaten aus GrĂŒnden der Produktionstechnik und Sicherheit abgelehnt. Abgesehen vom ArbeitskrĂ€ftemangel standen auch die damaligen Werksanlagen einer Sprengstoffproduktion entgegen. Die Ablehnung wurde, bedingt durch Umsatzeinbußen, zum Ende des Jahres 1914 aufgegeben, zumal inzwischen technische Fortschritte erreicht worden waren. Zur Sprengstoffproduktion wurde ein Werk in Köln-Flittard errichtet.[17] Im Gaskrieg wurden mehrere zehntausend Tonnen an Chlorgas und Phosgen aus der Farbenproduktion der Bayer AG als Kampfgas eingesetzt. Im Juni 1916 begann das Unternehmen mit der Lieferung von Chlorpikrin (insgesamt 6.000 Tonnen) und ein Jahr spĂ€ter von Senfgas (auch „Lost“ genannt; insgesamt 45.000 Tonnen).[18] Zum Ausgleich von kriegsbedingten Umsatzeinbußen und einer besseren Koordination ihrer Produktionen mit BASF, Agfa, Cassella, Kalle & Co., Weiler-ter Meer, der Chemischen Fabrik Griesheim-Elektron und den Farbwerken Hoechst kam es 1916 zur GrĂŒndung einer Interessengemeinschaft, die den Gewinn untereinander aufteilte, den einzelnen Unternehmen aber ihre SelbstĂ€ndigkeit beließ.

Aktie der Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co in Leverkusen b. Cöln vom 15. November 1919

Nach Kriegsende 1918 besetzten britische Truppen unter anderem einen rechtsrheinischen BrĂŒckenkopf um Köln, wovon auch das Wiesdorfer Bayer-Werk betroffen war. Das Unternehmen verlor nach dem Krieg einen Großteil seiner AbsatzmĂ€rkte. Der US-amerikanische Tochterkonzern wurde enteignet und die einzelnen Teile verkauft, der russische Unternehmensteil wurde im Zuge der Russischen Revolution enteignet.

Da das Werk Wiesdorf unversehrt blieb, konnten Forschung und Produktion rasch wieder aufgenommen werden. 1923 brachte Bayer das von den Chemikern Oskar Dressel und Richard Kothe 1916 entdeckte Suramin (Germanin), ein Mittel gegen die Schlafkrankheit, auf den Markt.[19]

Die I.G. Farben

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→ Hauptartikel: I.G. Farben

Im Rahmen der seit 1904 bestehenden und 1916 ausgeweiteten Interessengemeinschaft wurde im November 1924 ĂŒber eine zukĂŒnftige Ausweitung der Zusammenarbeit diskutiert â€“ die deutsche Chemieindustrie stand nach dem Krieg deutlich schlechter da als zuvor, weil der gesamte Auslandsbesitz verloren war. Erneut fertigte Carl Duisberg eine Denkschrift an, in der er die Möglichkeiten des Fortbestandes diskutierte. Infrage kamen eine Fusion, eine Holding-Gesellschaft oder eine engere Bindung der Mitglieder aneinander. Duisberg persönlich prĂ€ferierte die Holdinggesellschaft, wĂ€hrend die meisten Vorstandsvorsitzenden der anderen Unternehmen möglichst rasch fusionieren wollten. Es bildeten sich in einem erbitterten StreitgesprĂ€ch zwei Parteien â€“ die eine, kleinere Partei, die wie Duisberg fĂŒr eine Holding-Organisation plĂ€dierte, und die grĂ¶ĂŸere Partei â€“ angefĂŒhrt von Carl Bosch von der BASF â€“, die fĂŒr eine Fusion stimmte. Schließlich stimmte der Gemeinschaftsrat der Interessengemeinschaft fĂŒr eine Fusion.

Carl Duisberg legte daraufhin alle Ämter nieder, die er in den Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer et comp. (Farbenfabriken vormals Friedrich Bayer et Compagnie) und der Interessengemeinschaft innehatte, was Carl Bosch tief traf, der Duisberg als Kollegen sehr geschĂ€tzt hatte.[20] Nach einer versöhnlichen Geste Boschs wurde Duisberg schließlich doch noch Aufsichtsratsvorsitzender in der neuen I.G. Farbenindustrie AG. Die neue Gesellschaft entstand durch die Umfirmierung der BASF. Von dieser wurden dann die anderen beteiligten Unternehmen ĂŒbernommen. BASF, Bayer und die Farbwerke Hoechst (mit Cassella und Kalle) brachten jeweils 27,4 Prozent des Grundkapitals in das Gemeinschaftsunternehmen ein, Agfa 9 Prozent, Griesheim-Elektron 6,9 Prozent und Weiler ter-Meer 1,9 Prozent.

Arthur von Weinberg (Cassella)Carl MĂŒller (BASF)Edmund ter Meer (WEILER-ter MEER)Adolf Haeuser (HOECHST)Franz Oppenheim (AGFA)Theodor Plieninger (GRIESHEIM-ELEKTRON)Ernst von Simson (AGFA)Carl Bosch, Vorstandsvorsitzender (BASF)Walther vom Rath (HOECHST)Wilhelm Ferdinand Kalle (KALLE)Carl von Weinberg (CASELLA)Carl Duisberg, Aufsichtsratsvorsitzender (BAYER)
Der Verwaltungsrat der I.G. Farben und der Vorstandsvorsitzende Carl Bosch (links vorn) auf einem GemÀlde von Hermann Groeber (1926). Rechts vorn: Carl Duisberg, Aufsichtsratsvorsitzender.

Sitz der I.G. Farben war Frankfurt am Main. Die Werke Wiesdorf, Dormagen und Uerdingen (Weiler-ter Meer) gehörten zur Betriebsgruppe Niederrhein. Aus dem ĂŒbergroßen Aufsichtsrat von 50 Mitgliedern, in dem alle Aufsichtsratsbeisitzer der ursprĂŒnglichen Unternehmen saßen, wurde von Carl Duisberg ein Verwaltungsrat gebildet; aus dem Vorstand, der 83 Personen umfasste, von Carl Bosch ein Arbeitsausschuss. Zu diesem Zeitpunkt existierte die Firma Bayer nicht mehr im Handelsregister. Dennoch wurden alle Arzneimittel der I.G. Farben ab 1934 unter der Marke Bayer verkauft, weil der Name ein gutes Ansehen im In- und Ausland gewonnen hatte. In Leverkusen sank die Zahl der Arbeiter durch Rationalisierungen von 6.935 (1927) auf 5.400 BeschĂ€ftigte.

Ab 1926 wurde im Werk Kupferseide hergestellt, im Jahr 1927 wurde die Pflanzenschutzforschung in Leverkusen zentralisiert, sodass eine gezieltere Forschung möglich war.

Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise machten sich ab 1929 auch in der I.G. bemerkbar: Über 45 Prozent der Arbeiter wurden entlassen, die UmsĂ€tze sanken rapide. In Leverkusen wurden von 12.450 Mitarbeitern im Jahr 1929 bis 1932 2.650 entlassen und die Arbeitszeit pro Woche und Tag wurde angehoben.

1930 schlossen sich die Gemeinden Wiesdorf, Schlebusch und Rheindorf unter dem Namen Leverkusen zur eigenstĂ€ndigen Stadt zusammen, woran das Bayer-Werk Leverkusen nicht unwesentlich beteiligt war. Die hohe Zahl von ArbeitsplĂ€tzen, die durch die Ansiedlung des Werks im Leverkusener Raum entstanden, legte eine administrative Vereinigung der betroffenen Gemeinden nahe. Zum einen konnten die Steuereinnahmen so einfacher unter den bisherigen Gemeinden aufgeteilt werden und zum anderen stand in Wiesdorf mit dem großen Bayer-GelĂ€nde nicht genug Siedlungsraum fĂŒr die zuströmenden ArbeitskrĂ€fte zur VerfĂŒgung, wohl aber in den Nachbargemeinden. Den Namen Leverkusen entlieh man von der Bayer-Arbeitersiedlung am Rhein, die inoffiziell nach Leverkus benannt war und bis dahin Teil der Stadt Wiesdorf war.

Im Jahr 1931 wurde von einem heutigen Tochterunternehmen der Bayer AG, der Miles Inc., Alka-Seltzer erfunden. Das Produkt entwickelte ein bei Miles arbeitender Chemiker aus einem Gemisch aus AcetylsalicylsĂ€ure, Backpulver und ZitronensĂ€ure, mit dem ein Redakteur seine Mitarbeiter infolge einer Grippewelle in den USA, die Anlass fĂŒr viele ArbeitsausfĂ€lle war, regelmĂ€ĂŸig versorgte. Lange Zeit stagnierten die anfangs stark gestiegenen Verkaufszahlen und gingen schließlich sogar zurĂŒck. Die Radiowerbung verhalf dem rezeptfrei verkĂ€uflichen Medikament schließlich zum Durchbruch.

Das Bayer-Kreuz, die mit 72 Metern Durchmesser damals grĂ¶ĂŸte freischwebende Leuchtreklame der Welt, wurde 1933 von Carl Duisberg erstmals eingeschaltet[21]  â€“ 2.200 GlĂŒhlampen sorgten fĂŒr die Beleuchtung; zwischen zwei 126 Meter hohen Schornsteinen wurde es befestigt.

Zeit des Nationalsozialismus

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Teile einer Anlage zur Kautschukproduktion

Die Arbeiterzahl stieg in der Zeit des Nationalsozialismus durch einen Konjunkturaufschwung zunĂ€chst an. Die zwangsweise entlassenen jĂŒdischen Arbeiter und Forscher fehlten jedoch im Bayer-Laboratorium. Als Hitler von Carl Bosch in einem persönlichen GesprĂ€ch darauf hingewiesen wurde, dass man dadurch „um hundert Jahre zurĂŒckgeworfen“ werde, antwortete er: „Dann werden wir eben 100 Jahre ohne Chemie und Physik arbeiten“.[22] Nach dem Tod Duisbergs 1935 wurde Hans KĂŒhne Werksleiter.

Die I.G. und das Leverkusener Werk gehörten fĂŒr das nationalsozialistische Regime im Zweiten Weltkrieg zu den kriegswichtigen Betrieben.[23] FĂŒr die Kriegswirtschaft war zur Produktion von Kriegsmaterial chemisches Wissen elementar. So produzierte der Betrieb Stoffe wie Öl- und Schmierstoffe, Kautschuk sowie verschiedene Gase.

Zwangsarbeit

Aufgrund der Einstufung als „kriegswichtiger Betrieb“ wurden in den Werken der Betriebsgemeinschaft Bayer Zwangs- und Fremdarbeiter eingesetzt. In den ersten Jahren begann die BetriebsfĂŒhrung damit, die Arbeitszeiten zu erhöhen. Weil nur diejenigen Arbeiter vom Kriegsdienst freigestellt wurden, die als „SchlĂŒsselkrĂ€fte“ freigestellt waren, reichte diese Maßnahme nicht aus, um den Bedarf zu decken.[24] Die Einstufung Bayers als „kriegswichtiger Betrieb“ hatte eine Bevorzugung bei der Zuteilung von Materialien und Rohstoffe zur Folge, sodass hier kaum Mangel entstand. Die unternehmenseigene Geschichtsdarstellung verweist darauf, dass „man es zunĂ€chst mit der Anwerbung freiwilliger Arbeiter im Ausland [versucht]“[25] habe. Ob allerdings tatsĂ€chlich anfĂ€nglich auch freiwillige Arbeiter im I.G. Farbenwerk Leverkusen gearbeitet haben, oder ob sie direkt aus deportierten Einwohnern besetzter LĂ€nder beziehungsweise Kriegsgefangenen ausgewĂ€hlt worden sind, geht aus den Unterlagen nicht eindeutig hervor und wird von der Bayer AG nicht eindeutig dargestellt. Wolff fĂŒhrt aus, dass sich nach einer Werbeaktion durch das Leverkusener I.G. Farbenwerk freiwillige Arbeiter aus Polen von selbst eingefunden hĂ€tten und erst im Anschluss, als das Freiwilligenpotenzial erschöpft gewesen war, Zwangsarbeiter rekrutiert worden seien.[26] Anders als Wolff schĂ€tzt Herbert die Relevanz freiwilliger ArbeitskrĂ€fte geringer ein und geht davon aus, dass bereits ein halbes Jahr nach Kriegsbeginn keine nennenswerte Zahl von Freiwilligen mehr zu verzeichnen gewesen sei.[27]

Der weitere Ablauf der „Rekrutierung“ der Zwangsarbeiter ist unklar und wird in der Literatur sehr unterschiedlich dargestellt.[28] Es wird einerseits auf die staatliche Zuweisung der ArbeitskrĂ€fte verwiesen, die „den Betrieben kaum Spielraum fĂŒr eigene Dispositionen ließ“.[29] Es sei, um die staatlichen Produktionsauflagen erfĂŒllen zu können, nötig gewesen, Zwangsarbeiter bei den örtlichen ArbeitsĂ€mtern anzufordern. Die ArbeitsĂ€mter wiesen wiederum die ArbeitskrĂ€fte zu. Das Zuweisen der Arbeitsstellen sei also ausschließlich von staatlicher Hand erfolgt, sodass kein Einfluss durch die Wirtschaft möglich gewesen sei.[30] Im Gegensatz dazu fĂŒhrt Stefanski aus, dass der damalige Betriebsleiter Ulrich Haberland in Protokollen bestĂ€tigt habe, dass das Farbenwerk Leverkusen eine Vorreiterrolle bei der Beschaffung von Zwangsarbeitern gespielt habe.[31]

Als erste BegrĂŒndung fĂŒr die Anforderung von Zwangsarbeitern wurden eine „arbeitsmĂ€ĂŸig [
] verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig bedrĂ€ngte Lage“ und ein ungerechter Ausschluss des Werkes Leverkusen von polnischen Facharbeitern angegeben, weil die anderen Werke der I.G. Farben (beispielsweise Hoechst) bereits ArbeitskrĂ€fte zugesagt bekommen hatten. Zeitgleich wurde ein „Antrag auf Genehmigung zur BeschĂ€ftigung von auslĂ€ndischen, nicht wirtschaftlichen ArbeitskrĂ€ften“ durch das Arbeitsamt Opladen bewilligt. Nach der ersten Deportation polnischer Zwangsarbeiter folgten weitere ArbeitskrĂ€fte, vorwiegend aus den besetzten LĂ€ndern Belgien und den Niederlanden. 1941 folgten im MĂ€rz auf Anforderung 250 Italiener. Auf eine im Januar 1941 gestellte Anforderung von „150 polnische[n] MĂ€dchen mit besonderer Fingerfertigkeit“ trafen zunĂ€chst weitere polnische MĂ€nner ein, ehe im Mai auch 21 Frauen und MĂ€dchen geschickt wurden, die sich der Einfuhr nach Deutschland zwar nicht offiziell verweigerten, deren LebensumstĂ€nde eine Bereitschaft, die Heimat zu verlassen, jedoch nicht erkennen ließ. In Interviews gaben die Befragten an, behördlich Versuche gegen den Abtransport unternommen zu haben, die jedoch erfolglos blieben. Daraufhin hĂ€tten sie sich gewaltlos gebeugt,[32] weil das Verweigern zur Verschlechterung ihrer Situation oder zur Einziehung eines anderen Familienmitgliedes gefĂŒhrt hĂ€tte. Betroffene erzĂ€hlten aber auch von plötzlichen Verschleppungen zum Beispiel wĂ€hrend eines Einkaufsbummels mit direktem Transport zum Bahnhof.[33]

Zwangsarbeiter
Jahr Anzahl
1940 62
1941 905
1942 2.080
1943 1.870
1944 4.300

Insgesamt sollen in den folgenden Jahren in den I.G. Farben-Werken in Leverkusen bis zu 4.500 Zwangsarbeiter gleichzeitig gearbeitet haben, wobei die offizielle Geschichtsschreibung der Bayer AG die Zahl 4.300 als Höchststand nennt. Weinmann[34] trĂ€gt eine Zahl von 4.460 Personen zusammen, wobei unklar bleibt, ob die spĂ€ter genannten 1.735 Zwangsarbeiter aus den Lagern in Köln dort einberechnet worden sind.[35] Der ĂŒberwiegende Teil der Arbeiter stammte aus Polen (56 Prozent),[36] wobei dies in jeweils unterschiedlichen Abteilungen noch variierte. So waren beispielsweise in der Fotoabteilung 83 Prozent der ArbeitskrĂ€fte polnischer Herkunft.

Bis auf wenige Ausnahmen waren laut Befragungen die Arbeiten (insbesondere die der Polinnen) unangenehm, körperlich anstrengend und in vielen FĂ€llen zudem gesundheitsschĂ€dlich.[37] Um jugendliche Arbeiter beschĂ€ftigen zu können, wurde der Jugendschutz durch Verordnung des Reichsarbeitsministers aufgehoben. Die Bestrafung bei unentschuldigtem Fehlen oder VerstĂ¶ĂŸen gegen Disziplin und Ordnung erfolgte unter anderem durch Entzug der Essensmarken, nach Aussagen von Zeitzeugen aber auch durch körperliche Gewalt oder kurzzeitiges Einsperren auf sehr eng begrenztem Raum. Die Strafen wurden willkĂŒrlich teilweise von der Sozialabteilung, teilweise auch direkt von den Aufsehern verhĂ€ngt.[38] In einigen, sehr wenigen FĂ€llen wurden Vergehen mit Polizeigewahrsam geahndet.

Erhalten sind Unterlagen, aus denen hervorgeht, dass die Firma Bayer 150 weibliche HĂ€ftlinge fĂŒr „170 RM je StĂŒck“ anforderte und erhielt. In einem weiteren Schreiben hieß es dann: „Die Experimente sind durchgefĂŒhrt worden, alle Personen sind gestorben. In KĂŒrze werden wir uns mit Ihnen zwecks weiterer Lieferungen in Verbindung setzen.“[39]

1943 wurde Ulrich Haberland Nachfolger von Hans KĂŒhne als Werksleiter in Leverkusen. Am 26. Oktober 1944 wurde das Werk in Leverkusen, nachdem schon 1940 erste Bomben das Werk getroffen hatten, bei einem verheerenden Luftangriff stark beschĂ€digt und anschließend komplett stillgelegt, da keine gefahrlose Arbeit mehr stattfinden konnte.

Am 14. April 1945 nahmen amerikanische Truppen das Werk Leverkusen ein. Die Werke am Niederrhein lagen in der Britischen Besatzungszone. 1947 ĂŒbernahm die britische MilitĂ€rverwaltung die Kontrolle ĂŒber Leverkusen und damit in den folgenden Jahren die vollstĂ€ndige Kontrolle ĂŒber die Werke.

Wiederaufbau in der Nachkriegszeit

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In den ersten Jahren der Nachkriegszeit war der Fortbestand der I.G. Farbenindustrie AG ungewiss. Alle Werke waren bei Kriegsende besetzt und unter alliierte MilitĂ€rverwaltung gestellt. Am 5. Juli 1945 verfĂŒgte die MilitĂ€rregierung in ihrer Anordnung Nr. 2 zum Gesetz Nr. 32 die Beschlagnahmung des gesamten I.G. Farben-Vermögens. FĂŒr einen Teil der Werke wurde die Demontage geplant, die ĂŒbrigen Teile sollten soweit möglich in kleine Einheiten zerlegt werden, weil die Alliierten die I.G. als kriegswichtigen RĂŒstungsbetrieb ansahen und Deutschland nachhaltig kriegsunfĂ€hig machen wollten.

Der Aufbau des Werkes in Leverkusen war unorganisiert und verlief zu großen Teilen ohne Versicherung, Lohn oder Ausbildung, sodass sich beispielsweise Chemiker als Glaser oder SekretĂ€re als Schreiner betĂ€tigen mussten. Da eine große Nachfrage an den Produkten bestand, musste der Wiederaufbau rasch durchgefĂŒhrt werden. Die Produktion wichtiger Fabrikate konnte trotz des „Schwebezustandes“ der I.G. wieder aufgenommen werden. Die RĂŒckkehr der Arbeiter aus dem Krieg und aus der Kriegsgefangenschaft stellte die Stadt und das hĂ€ufig fĂŒr die Arbeiter sorgende Unternehmen zunĂ€chst vor Probleme, da die Unterbringung und Versorgung aufgrund der Hungersnot sehr schwierig war.

Kurz vor der WĂ€hrungsreform 1948 und der damit verbundenen Inflation war es außerdem schwierig, einen angemessenen Lohn auszuzahlen. Stattdessen blĂŒhte in dieser Zeit der Schwarzmarkt; daher bot das Unternehmen eher inoffiziell auch Tauschwaren als Lohn an.

In NĂŒrnberg mussten sich 23 Leitende Angestellte der I.G. Farben im I.G.-Farben-Prozess wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Versklavung, Mitgliedschaft in einer verbrecherischen Organisation und Ă€hnlichen Anklagen verantworten. 10 Angeklagte wurden freigesprochen, die ĂŒbrigen zu GefĂ€ngnisstrafen zwischen 18 Monaten und 8 Jahren verurteilt.

Ulrich Haberland, von 1951 bis 1961 Vorstandsvorsitzender

1950 schuf die Alliierte Hohe Kommission mit dem Gesetz Nr. 35 die Voraussetzung fĂŒr die Entflechtung der I.G. Farben in zwölf „wirtschaftlich gesunde und unabhĂ€ngige“ Teile.[40] Unter diesen zwölf Unternehmen befand sich die nach langen Verhandlungen neu gegrĂŒndete Firma „Farbenfabriken Bayer Aktiengesellschaft“. Der neue Vorstandsvorsitzende Ulrich Haberland kĂ€mpfte darum, das Werk Dormagen mit in das Bayer-Unternehmen einzubeziehen, da es alleine kaum lebensfĂ€hig gewesen wĂ€re. Zur neuen Bayer AG gehörte neben den bereits vor 1925 bestehenden Werken Dormagen, Elberfeld und Leverkusen das Werk Krefeld-Uerdingen, welches vor der I.G. Farben das Unternehmen Weiler ter-Meer war.

Bereits vier Jahre nach Kriegsende wurden wieder erste Auslandsverbindungen geknĂŒpft. Eine Vertretung in Frankreich, die zunĂ€chst Anteile an einem Ă€hnlichen Chemiekonzern hatte, erhöhte diese Anteile allmĂ€hlich. Heute ist diese Vertretung ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Bayer AG. Dieses Vorgehen war fĂŒr Bayer typisch, da sie in vielen weiteren FĂ€llen so oder Ă€hnlich arbeitete.

1952 wurden neue Großproduktionen, wie Mittel zur BekĂ€mpfung von Tuberkulose oder die Produktion von Penicillin, eingefĂŒhrt. Im selben Jahr wurde die Bayer-Wohngesellschaft wieder gegrĂŒndet, die erneut Werkswohnungen zur VerfĂŒgung stellte. Ein Jahr spĂ€ter trat die Bayer AG wieder auf den Aktienmarkt und die Bayer-Aktie wurde erneut eingefĂŒhrt.[41] Im Juni 1953 brachte Bayer das erste Neuroleptikum (Chlorpromazin) als Lizenzprodukt von RhĂŽne-Poulenc auf den deutschen Markt.[42]

Wirtschaftswunder

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Werk Leverkusen 1965

Der Konzern grĂŒndete 1954 mit den Werken in Buenos Aires zur allgemeinen Auslagerung von Produktion, New Martinsville in West Virginia, in dem die Vorproduktion von Polyurethan-Kunststoffen stattfinden sollte, Vero Beach in Florida, um die Forschung an sub- und tropischen Pflanzenschutzmitteln zu erleichtern und Chile fĂŒr synthetische Gerbstoffe erstmals nach dem Krieg international ProduktionsstĂ€tten. Außerdem wird die brasilianische Tochter Chimica Bayer Ltda. zurĂŒckgewonnen.

1957 erschloss das Unternehmen Erdöl als profitables GeschĂ€ftsfeld. In einer Zusammenarbeit mit der BP Benzin- und Petroleum-Gesellschaft mbH aus Hamburg wurde die Erdölchemie GmbH gegrĂŒndet. Die sogenannte Petrochemie war damit eine der wichtigsten Lieferanten fĂŒr organische Rohstoffe.

Japanischer Garten heute

Bayer konzentrierte sich nun wiederum auf Forschung und Entwicklung und konnte einen positiven GeschĂ€ftsverlauf im Rahmen des „Wirtschaftswunders“ verzeichnen. Nachfolger des 1961 verstorbenen Ulrich Haberland als Vorstandsvorsitzender war von 1961 bis 1974 Kurt Hansen. Mit ihm wurden in der Bayer AG Großrechner eingefĂŒhrt und es gab durch den Neubau des Bayer-Hochhauses, der 1960 begann, einige Verschiebungen des Japanischen Gartens.

1962 hatte der Konzern in der Bundesrepublik Deutschland 61.000 BeschĂ€ftigte und erwirtschaftete einen Jahresumsatz von 4 Milliarden DM. In diesem Jahr wurden weitere Außenwerke in Thailand, Japan, auf den Philippinen und in Australien gegrĂŒndet. Diese NeugrĂŒndungen förderten neben der Produktion auch die internationalen Kontakte, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg zunĂ€chst mĂŒhsam entwickelt hatten.

Die Bayer-Tochter Agfa AG und die Gevaert AG schlossen sich 1964 zusammen. Dies geschah, um die Produkte von Gevaert fĂŒr professionelle Filme, beispielsweise große Filmrollen fĂŒr Kinos oder Röntgenapparate, und die Angebote der Agfa im Bereich der Fotografie fĂŒr jedermann zu kombinieren. Wirtschaftlich gesehen war der Zusammenschluss gĂŒnstig, weil beide Unternehmen alleine nicht international konkurrenzfĂ€hig gewesen wĂ€ren.

In Italien wurden die erstmals 1899 begrĂŒndeten und durch den Zweiten Weltkrieg abgerissenen Marktbeziehungen wieder aufgenommen. Bereits 1946 konnte Bayer seine Rechte zurĂŒckgewinnen, hatte jedoch noch keinen sicheren Halt gefunden. Erst 1967 wurde dieser durch die „Bayer Italia S.p.A.“ wiederhergestellt.

Die geschĂ€ftlichen Beziehungen in die USA waren zerstört: Der Name „Bayer“ konnte nicht mehr zurĂŒckgewonnen werden, und die Unternehmensteile waren grĂ¶ĂŸtenteils zerstreut und in anderen Besitz ĂŒbergegangen. 1954 wurde daher das Gemeinschaftsunternehmen „Mobay“ mit Monsanto in den USA gegrĂŒndet, der Name setzt sich aus den jeweils ersten Buchstaben der beiden GrĂŒnderfirmen zusammen. Das Unternehmen produzierte unter anderem Agent Orange fĂŒr den Einsatz im Vietnamkrieg.[43] 1967 wurde Mobay aus Pittsburgh eine hundertprozentige Bayer-Tochter.

1969 wurden alle Lehrwerke, -produktionen und -werkstÀtten in einem Komplex zusammengefasst, der auf dem Flittarder Feld in Köln direkt an der Stadtgrenze zu Leverkusen lag.

Entwicklung bis 2001

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1971 wurde eine neue Konzernstruktur entwickelt. Die funktionale Struktur, die jeder einzelnen Sparte â€“ auch dem Rechnungs- oder Personalwesen â€“ einen Vorstand zuordnete, wurde abgeschafft, um dem Wachstum des Unternehmens und der wachsenden UnĂŒbersichtlichkeit gerecht zu werden. Jede Sparte,[44] jeder Zentralbereich[45] und die einzelnen Werksverwaltungen bekamen einen eigenen kleinen „Vorstand“, aus dem schließlich zwei Spartenleiter gewĂ€hlt wurden. Die Spartenleiter waren paritĂ€tisch ein Chemiker und ein Kaufmann.

1973 wurde das Bayer-Werk in BrunsbĂŒttel an der Elbe errichtet. Ein Grund war die gute Erreichbarkeit per Schiff, zudem bot der Ort genug Platz, um sich gegebenenfalls auszudehnen. Eingesetzt fĂŒr dieses Werk, und daher auch gefördert, hatte sich die Landesregierung Schleswig-Holstein, weil es die Industrialisierung des immer noch eher landwirtschaftlich geprĂ€gten Raumes begĂŒnstigte.

Nachdem Kurt Hansen 1974 in den Aufsichtsrat gewechselt war, ĂŒbernahm Herbert GrĂŒnewald bis 1984 den Vorsitz. In der Zeit von 1978 bis 1981 ĂŒbernahm Bayer erneut einige Unternehmen: Dazu zĂ€hlten die Miles Inc., die zu 97 Prozent in den Besitz von Bayer ĂŒberging, und auch die Agfa-Gaevert, die hundertprozentige Tochter der Bayer wurde. Durch die Übernahme von Miles Inc. erreichte Bayer eine recht bedeutende Stellung auf dem Aktienmarkt der USA. Die Pflanzenschutzforschung wurde ebenfalls weiter ausgebaut, 1979 begann man in Monheim mit dem Bau eines Pflanzenschutzzentrums.

1990 beschĂ€ftigte Bayer 171.000 Mitarbeiter und erzielte einen Jahresumsatz von 41,643 Milliarden DM. Das Unternehmen widmete sich nach dem Fall des Eisernen Vorhangs vermehrt den neuen AbsatzmĂ€rkten in Osteuropa. 1994 nahm ein neues Bayer-Werk in Bitterfeld die Produktion von Aspirin auf. Der Konzern kann seit 1995 in den USA wieder unter dem Namen ‚Bayer‘ auftreten, da das Unternehmen mit Kauf des Unternehmens Sterling Winthrop auch die Namensrechte fĂŒr die USA zurĂŒckerwarb (Nach dem Ersten Weltkrieg waren die Bayer-Patente von den USA als Feindvermögen beschlagnahmt worden). Auf Hermann J. Strenger, der von 1984 bis 1992 Vorstandsvorsitzender war, folgte von 1992 bis 2002 Manfred Schneider.

Am 22. Oktober 1999 kam es in dem in den Peruanischen Anden gelegenen Dorf Tauccamarca zu einem Unfall, bei dem 42 der 48 Kinder des Dorfes zunĂ€chst vergiftet wurden und 24 von ihnen verstarben. Die Vergiftungen wurden durch die unsachgemĂ€ĂŸe Verwendung eines Parathion-methyl enthaltenden Insektizids verursacht, welches versehentlich unter das Milchpulver der örtlichen Schule gemischt worden war. Eine Untersuchungskommission des peruanischen Kongresses warf Bayer im Herbst 2002 eine unzureichende Kennzeichnung mit Warnhinweisen auf den OriginalkunststoffbehĂ€ltern vor. Die ein Kilogramm des hochgiftigen Insektizids enthaltenden Verpackungen waren nur in dem unter den Quechua-Indianern wenig gebrĂ€uchlichen Spanisch etikettiert und zeigten das Bild einer Pflanze. Es waren keine Sicherheitshinweise in Form von Piktogrammen vorhanden.[46]

Im Oktober 2001 ĂŒbernahm Bayer die Pflanzenschutz-Sparte von Aventis. Mit einem Preis von 7,25 Milliarden Euro stellte dies den bis dato grĂ¶ĂŸten Aufkauf in der Geschichte von Bayer dar. Ein Jahr spĂ€ter kaufte Bayer auch die Saatgutabteilung von Aventis und wurde neben Monsanto, DuPont, Pioneer und Syngenta zu einem der grĂ¶ĂŸten Saatgutkonzerne weltweit. Am 1. Oktober 2002 wurde Bayer CropScience AG rechtlich selbstĂ€ndig. Mit 22.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 6,5 Milliarden Euro belegt sie den zweiten Rang auf dem Markt der Pflanzenschutz-Industrie.

Umstrukturierung des Konzerns 2002 bis 2005

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Werner Wenning, Vorstandsvorsitzender 2002–2010

Am 13. September 2001 wurde Werner Wenning zum neuen Vorstandsvorsitzenden des Bayer-Konzerns gewĂ€hlt. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Manfred Schneider wurde Aufsichtsratsvorsitzender. Unter dem neuen Vorstandschef Wenning begann zwischen 2002 und 2005 eine der grĂ¶ĂŸten Umbruchphasen des Konzerns. Die Notwendigkeit der Neuausrichtung wurde verstĂ€rkt durch die erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten aufgrund der Lipobay-Krise und den stark eingebrochenen Aktienkurs. ZunĂ€chst wurden die bisherigen GeschĂ€ftsbereiche der Bayer AG (Pflanzenschutz, Pharma, Polymere und Chemie) in eigenstĂ€ndige Teilkonzerne (Bayer CropScience, Bayer HealthCare, Bayer Polymers und Bayer Chemicals) unter dem Dach einer Holding formiert. Weitere Teile der Bayer AG wurden in Servicegesellschaften wie Bayer Technology Services, Bayer Industry Services (seit 1. Januar 2008 Currenta) und Bayer Business Services ausgegliedert. In anderen LĂ€ndern wurden substanzielle GeschĂ€ftsbereiche in eigenstĂ€ndige Gesellschaften getrennt.

Vom 24. Januar 2002 bis Ende September 2007 wurde die Bayer-Aktie in New York unter dem Symbol BAY gehandelt. Der Börsengang sollte zunĂ€chst am 26. September 2001 stattfinden, musste jedoch wegen des Lipobay-Skandals verschoben werden. Mit dem RĂŒckzug von der New Yorker Börse strebte das Unternehmen die komplette Deregistrierung und somit das Beenden aller Berichtspflichten an die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) an.[47] Bayer folgte damit der BASF, welche kurz zuvor ebenfalls ein Delisting bekanntgab.[48] Am 11. Oktober 2002 wurde der kanadische Diagnostikahersteller Visible Genetics Inc. fĂŒr 61,4 Mio. US-Dollar gekauft.[49]

Ende 2003 wurde bekanntgegeben, dass der Teilkonzern Bayer Chemicals zusammen mit grĂ¶ĂŸeren Teilen des KunststoffgeschĂ€fts des Teilkonzerns Bayer Polymers als unabhĂ€ngige Gesellschaft aus dem Konzern ausgegliedert werden sollte. Der Teilkonzern Bayer Polymers wurde zum 1. Januar 2004 in Bayer MaterialScience umbenannt. Die Abspaltung der Bereiche wurde zum 1. Februar 2005 in Form eines Spin-offs und mit dem Börsengang als Lanxess komplett vollzogen.

Wie im Sommer 2004 angekĂŒndigt, wurde mit Beginn des Jahres 2005 die OTC-Sparte (rezeptfreie Medikamente) der Schweizer Roche (inklusive des 50-prozentigen Anteils des gemeinsamen OTC-Joint-Ventures) ĂŒbernommen. Mit dieser Übernahme wurde der Pharmabereich neu ausgerichtet. Ziel sei es, das weltweit fĂŒhrende Unternehmen im Markt fĂŒr rezeptfreie Medikamente zu werden.

Die Umstrukturierungen haben den Bayer-Konzern aus den zwischenzeitlichen roten Zahlen wieder hinausgefĂŒhrt. Im Jahr 2005 betrug der Umsatz 27,383 Milliarden Euro und lag damit 17,6 Prozent ĂŒber dem Umsatz von 2004. Dabei verbesserte sich das operative Ergebnis um 50 Prozent von 1,875 Milliarden Euro im GeschĂ€ftsjahr 2004 auf 2,812 Milliarden Euro im GeschĂ€ftsjahr 2005. Die Dividende wurde von 0,55 Euro (2004) auf 0,95 Euro (2005), 1,00 Euro (2006) und 1,35 Euro (2007) erhöht.

Entwicklung seit 2005

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Am 23. MĂ€rz 2006 gab der Bayer-Konzern ein Übernahmeangebot fĂŒr den Berliner Pharmahersteller Schering AG ab und ĂŒberbot damit die Merck KGaA. Bayer bot den AktionĂ€ren 86 Euro pro Aktie gegenĂŒber 77 Euro von Merck. Das geplante Transaktionsvolumen sollte dabei etwa 16,5 Milliarden Euro betragen. Bis 30. Mai 2006 wollte Bayer mindestens 75 Prozent der Schering-Anteile besitzen. Allerdings musste diese Frist aufgrund der schlechten Nachfrage auf den 14. Juni 2006 verlĂ€ngert werden. Kurz vor Fristende wurde bekannt, dass Merck den ursprĂŒnglichen Anteil an Schering durch ZukĂ€ufe auf bis zuletzt 21,8 Prozent erhöht hatte. Mit Erreichen der SperrminoritĂ€t von 25 Prozent hĂ€tte Merck die Übernahme zunĂ€chst verhindern können. Am 14. Juni einigten sich Bayer und Merck darauf, dass Bayer die Schering-Anteile von Merck fĂŒr einen Preis von 89 Euro pro Aktie ĂŒbernehmen wĂŒrde, wodurch Merck einen Ertrag von 400 Millionen Euro erzielte. Dieser erhöhte Preis wurde den anderen Schering-AktionĂ€ren erfolgreich angeboten. Die Übernahme kostete Bayer somit fast 17 Milliarden Euro.

Am 13. September 2006 beschloss die letzte Hauptversammlung der Schering AG einen Beherrschungs- und GewinnabfĂŒhrungsvertrag. Die Firma wurde am 29. Dezember 2006 in „Bayer Schering Pharma AG“ umbenannt. Bayer hielt nun mehr als 95 Prozent der Anteile und konnte damit die restlichen Anteilseigner der Schering AG durch Ausschluss von MinderheitsaktionĂ€ren („Squeeze-out“) aus dem Unternehmen drĂ€ngen und schließlich das Unternehmen von der Börse nehmen.

Am 29. Juni 2006 wurde bekannt, dass Bayer die Division Diagnostics von Bayer HealthCare an Siemens verkaufte. Der Kaufpreis lag bei 4,2 Milliarden Euro.[50] Dieser RĂŒckzug von Bayer aus dem stark von Elektronik beeinflussten Diagnostic-GeschĂ€ft war schon lĂ€nger vorbereitet und hing nicht mit der Übernahme von Schering zusammen. Dennoch erleichterte der Nettozufluss von 3,6 Milliarden Euro die Finanzierung dieser Transaktion. Nicht verkauft wurden die Bereiche Diabetes Care und Kontrastmittel.

Im MĂ€rz 2014 schloss Bayer mit Erreichen eines Aktienanteils von 98,2 Prozent die Übernahme der auf Krebsmedikamente spezialisierten norwegischen Pharmafirma Algeta ab.[51] Im Mai 2014 gab Bayer bekannt, das OTC-GeschĂ€ft des US-Pharmakonzerns Merck, Sharp & Dohme fĂŒr 14,2 Milliarden US-Dollar in bar ĂŒbernehmen zu wollen.[52] Mit dieser Übernahme wurde Bayer hinter Johnson & Johnson zweitgrĂ¶ĂŸter Anbieter rezeptfreier Medikamente und Gesundheitsprodukte der Welt.[53]

Im September 2014 kĂŒndigte Bayer die Abspaltung und den Börsengang der MaterialScience-Sparte an. Knapp neun Monate spĂ€ter, am 1. Juni 2015, wurde der Name des neuen Unternehmens veröffentlicht, welches seit dem 1. September 2015 als Covestro firmiert. Der Börsengang erfolgte am 6. Oktober 2015.[54] Zum Jahresende 2018 hĂ€lt Bayer nach dem Verkauf grĂ¶ĂŸerer Covestro-Anteile noch 6,8 Prozent, um damit eine im Jahr 2020 fĂ€llige Umtauschanleihe zu bedienen.[55]

Bayer legte am 23. Mai 2016 ein offizielles Angebot vor, den US-Agrarchemiekonzern Monsanto fĂŒr 62 Milliarden US-Dollar zu ĂŒbernehmen. Den Anteilseignern wurde ein Barangebot von 122 US-Dollar pro Aktie unterbreitet. Werner Wenning als damaliger Aufsichtsratsvorsitzender der Bayer AG gemeinsam mit Werner Baumann als damaliger Vorstandsvorsitzender der Bayer AG haben sich dabei fĂŒr die schon damals sehr kontrovers diskutierte Übernahme von Monsanto durch die Bayer AG nachhaltig eingesetzt und diese befördert[56]. Es wĂ€re bereits zu diesem Zeitpunkt der mit Abstand grĂ¶ĂŸte Zukauf der Bayer-Geschichte gewesen.[57] Das Management von Monsanto teilte am Folgetag die Ablehnung des Angebots mit, da die Offerte zu niedrig sei. FĂŒr konstruktive GesprĂ€che sei man aber offen. Am 6. September 2016 wurde das Angebot auf 127,50 US-Dollar pro Aktie erhöht.[58] Am 14. September 2016 wurde bekannt, dass Monsanto die Übernahme durch Bayer akzeptierte. Der Kaufpreis lag bei 66 Milliarden US-Dollar (60 Milliarden Euro) und ist damit die bislang grĂ¶ĂŸte Übernahme durch einen deutschen Konzern im Ausland. Gleichzeitig wurde Bayer das weltweit fĂŒhrende Unternehmen im AgrarchemiegeschĂ€ft bei Zustimmung der Kartellbehörden zur Übernahme.[59]

Am 21. MĂ€rz 2018 stimmte die EU-Kommission der geplanten Übernahme von Monsanto unter Auflagen zu. So hatte sich Bayer zuvor verpflichtet, fast sein gesamtes weltweites GeschĂ€ft fĂŒr Saatgut und agronomische Merkmale einschließlich der Forschung an BASF zu verkaufen. DarĂŒber hinaus sollte BASF das GeschĂ€ft mit dem Pflanzenschutzmittel Glufosinat sowie drei wichtige Forschungsprogramme fĂŒr Breitbandunkrautvernichtungsmittel ĂŒbernehmen.[60] Auch das GemĂŒsesaatgutgeschĂ€ft wurde im Zuge der MonsantoĂŒbernahme an die BASF verĂ€ußert.[61]

Am 10. August 2018 wurde Monsanto von einem kalifornischen Geschworenengericht verurteilt, einem Krebsopfer Schadenersatz von 289 Millionen US-Dollar zu zahlen. Zudem wurde bekannt, dass 5.000 Ă€hnliche Klagen KrebsgeschĂ€digter in den USA anstehen, worauf der Aktienkurs von Bayer um bis zu 11 % nachgab.[62]

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Panorama des Werks Leverkusen

Anfang 2019 entdeckten und meldeten Datenjournalisten des Bayerischen Rundfunkes die Schadsoftware Winnti, welche den Bayer-Konzern angreife. Dabei sollen die Schnittstellen zwischen Internet, Intranet aber auch Autorisierungssysteme infiziert worden sein. Der Konzern wurde vor Veröffentlichung gewarnt und entfernte die Schadsoftware, ohne dass Daten abgeflossen seien.[63] Anfang April 2019 teilte das Unternehmen mit, dass in Folge eines Sparprogramms, das Werner Baumann im Dezember 2018 vorstellte, 12.000 Jobs weltweit abgebaut werden sollten. In Deutschland sollten dazu etwa 4500 Stellen abgebaut werden, was vor allem den Standort Wuppertal und die Zentrale in Leverkusen betreffen sollte.[64]

Am 26. April 2019 wurde dem amtierenden Vorstand unter dem Vorsitzenden Baumann auf der Hauptversammlung mit 55,5 % Gegenstimmern die Entlastung verweigert, ein in der Geschichte eines DAX-Konzernes einmaliger Vorgang. Das geschah vor dem Hintergrund anhaltender Kritik an der Übernahme von Monsanto und den Folgen fĂŒr das Unternehmen.[65][66]

Am 13. Mai 2019 verlor Bayer den dritten Glyphosat-Prozess wegen des Unkrautvernichters Roundup. Das Urteil verpflichtet zur Zahlung von mehr als zwei Milliarden US-Dollar (ĂŒber 1,78 Milliarden Euro) an das klagende Ehepaar, die beide ĂŒber 70 Jahre alt und an LymphdrĂŒsenkrebs erkrankt sind.[67]

Der Kreis Los Angeles reichte am 30. Mai 2019 beim zustĂ€ndigen kalifornischen Bundesbezirksgericht Klage wegen angeblich schon vor Jahrzehnten verursachter UmweltschĂ€den ein. Das Unternehmen mĂŒsse sich an den Kosten fĂŒr die SĂ€uberung von Dutzenden mit PCB-Chemikalien verseuchten GewĂ€ssern beteiligen und Strafschadenersatz zahlen, forderten die KlĂ€ger. Der Konzern teilte mit, die Klage zu prĂŒfen, gehe aber davon aus, dass die VorwĂŒrfe haltlos seien. Monsanto habe die PCB-Produktion vor mehr als 40 Jahren freiwillig eingestellt. Die KlĂ€ger werfen Monsanto vor, jahrzehntelang verheerende Folgen der toxischen Schadstoffe fĂŒr Natur und Lebewesen verschwiegen zu haben. Das Unternehmen sei von 1935 bis 1977 der einzige Hersteller von Polychlorierten Biphenylen (PCB) in den Vereinigten Staaten gewesen. 1979 wurde die Chemikalie dort verboten.[68]

Ende Juli 2019 senkte ein Gericht die Strafe in einem fĂŒr Bayer wichtigen Prozess in Kalifornien von insgesamt rund zwei Milliarden auf 86,7 Millionen US-Dollar.[69] Die Summe von zwei Milliarden US-Dollar, die eine Jury dem krebskranken Ehepaar Alva und Alberta Pilliod zugestanden hatte, sei um ein Vielfaches zu hoch gewesen und ging damit ĂŒber den verfassungsrechtlich angemessenen Rahmen hinaus.[70] Die Anzahl der eingereichten Klagen zum Unkrautvernichter Roundup betrug zum 11. Juli 2019 18.400.[71]

Bayer kĂŒndigte am 20. August 2019 den Verkauf ihrer Tiermedizinsparte fĂŒr 7,6 Mrd. US-Dollar an den US-Konzern Elanco Animal Health an.[72] Am 3. August 2020 wurde ĂŒber den Abschluss der Transaktion informiert. Bayer hat von Elanco 5,17 Mrd. US-Dollar (vor Steuern) in bar sowie 72,9 Mio. Stammaktien erhalten. Bayer ist damit zu 15,5 % an Elanco beteiligt, plante aber, sich nach Ablauf der Haltefrist, die Mitte 2021 ablief, von seinem Anteil an Elanco zu trennen.[73]

Im Juni 2020 traf Bayer ohne EingestĂ€ndnis einer Haftung eine Einigung mit einem Teil der 61.800 Glyphosat-KlĂ€ger (Stand: 3. Februar 2021) aus den USA. FĂŒr Vergleiche im Rahmen dieser außergerichtlichen Grundsatzvereinbarung erwartete das Unternehmen Kosten von 9,6 Mrd. US-Dollar. Eine dafĂŒr in der Division „Crop Science“ gebildete RĂŒckstellung belastete das Konzernergebnis 2020 und 2021.[74]

Im September 2020 schloss Bayer die Übernahme der britischen Biotechfirma KaNDy Therapeutics fĂŒr 425 Mio. US-Dollar. Die Übernahme erfolgte mit dem Ziel, den Bereich Frauengesundheit zu stĂ€rken.[75] KaNDy Therapeutics hatte den Wirkstoff Elinzanetant zur Linderung von vasomotorischen Symptomen in der Menopause in der Entwicklung, der 2021 in die Phase III der klinischen Entwicklung kam.[76] Stand Juli 2025 gab es eine erste Zulassung durch die MHRA[77] im Vereinigten Königreich und laufende Zulassungsverfahren in den USA, Europa und weiteren LĂ€ndern.[78]

Entwicklung seit 2023

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Am 20. November 2023 musste die Aktie des Bayer-Konzerns einen Kurssturz von fast 19 % auf 33,00 € hinnehmen, nachdem eine Phase-III-Studie fĂŒr einen Gerinnungshemmer, der als Nachfolger fĂŒr das umsatzstarke Xarelto galt, das 2024 in vielen LĂ€ndern den Patentschutz verlieren wird, hatte abgebrochen werden mĂŒssen.[79] ZusĂ€tzlich belastend wurden von Analysten das Glyphosat-Debakel in den USA und das schwache operative GeschĂ€ft wahrgenommen.[80]

Anfang 2024 wurde fĂŒr die Bayer AG durch ihren Vorstandsvorsitzenden Bill Anderson ein bevorstehender erheblicher Personalabbau angekĂŒndigt sowie ein Umbau der Organisationsstruktur des Konzerns[81] vor dem Hintergrund, dass „der Monsanto-Happen“ Bayer neben den Klagen einen großen Schuldenberg beschert hat und die „Nettofinanzverschuldung...Ende September 2023 bei ĂŒber 38 Milliarden Euro“ lag und damit den Wert von Bayer an der Börse, der per Januar 2024 nur noch rund 32 Milliarden Euro betrĂ€gt, ĂŒbersteigt.

Anfang 2026 reichte die Bayer AG in den USA Klage gegen die Corona-Impfstoffhersteller Pfizer, BioNTech und Moderna ein. Bayer wirft den Unternehmen die Verletzung von Patenten vor, die auf eine in den 1980er-Jahren von der Bayer-Tochter Monsanto entwickelte Technologie zur Stabilisierung genetischen Materials zurĂŒckgehen. Die Klage wurde bei einem US-Bundesgericht eingereicht; Bayer fordert Schadenersatz in nicht genannter Höhe.[82]

Zur Beilegung der Roundupℱ-Klagen in den USA hat Bayer am 17. Februar 2026 einen weitreichenden Sammelvergleich geschlossen. Nach Angaben der Firma betrifft die Einigung bestehende und kĂŒnftige Klagen und wurde bereits zur gerichtlichen Genehmigung vorgelegt. Dieser Schritt sei Teil einer Doppelstrategie: WĂ€hrend der Vergleich die Klageflut eindĂ€mmen soll, setze das Unternehmen parallel auf eine Grundsatzentscheidung durch den US Supreme Court im Fall „Durnell“, um die Rechtssicherheit dauerhaft zu erhöhen. Im Falle einer gerichtlichen Genehmigung sieht der Sammelvergleich Zahlungen von insgesamt maximal 7,25 Milliarden US-Dollar ĂŒber einen Zeitraum von bis zu 21 Jahren vor. Durch die jĂ€hrliche Deckelung und sinkende Raten gewinne Bayer an finanzieller Planungssicherheit und könne die Kosten fĂŒr aktuelle sowie kĂŒnftige Klagen kontrollieren. Der Vergleich definiere, wer Anspruch auf Leistungen hat. Erfasst werden sollen Personen, die vor dem 17. Februar 2026 mit Roundupℱ in Kontakt kamen und bereits eine NHL-Diagnose erhalten haben oder innerhalb einer 16-jĂ€hrigen Frist (ab finaler gerichtlicher Genehmigung) an NHL erkranken.[83]

Börsen-Jahres-Schlusskurse der Bayer-Aktie

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Der höchste Börsen-Jahres-Schlusskurs der Bayer-Aktie stammt vom Dezember 2015 in Höhe von 114,32 Euro. Der Jahresschlusskurs per Dezember 2023 der Bayer-AG-Aktie betrug 33,70 Euro[84]. Im Jahr 2024 setzte sich dieser negative Trend, d. h. der abschmelzende Börsenwert der Aktie, fort.[85]

Vorstandsvorsitzende

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  • Ulrich Haberland (1951–1961)
  • Kurt Hansen (1961–1974)
  • Herbert GrĂŒnewald (1974–1984)
  • Hermann Josef Strenger (1984–1992)
  • Manfred Schneider (1992–2002)
  • Werner Wenning (2002–2010)
  • Marijn E. Dekkers (2010–2016)
  • Werner Baumann (2016–2023)
  • Bill Anderson (seit 2023)

Konzernstruktur

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Das operative GeschÀft der Bayer AG ist in folgende drei Divisionen gegliedert:

  • Pharmaceuticals (Arzneimittel)
  • Consumer Health (Verbrauchergesundheit)
  • Crop Science (Kulturpflanzenforschung)

Daneben unterstĂŒtzen die Corporate Functions und die Bayer Business Services das GeschĂ€ft, der Bereich Engineering and Technology ist in die Bayer AG eingegliedert.

Divisionen

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Pharmaceuticals

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Sitz der Division Pharmaceuticals in Berlin

Die Division Pharmaceuticals ist zustĂ€ndig fĂŒr die Erforschung, Entwicklung, Produktion und den Vertrieb von verschreibungspflichtigen Produkten insbesondere auf den Gebieten Kardiologie und Frauengesundheit sowie von Spezialtherapeutika in den Bereichen Onkologie, HĂ€matologie und Ophthalmologie. Zu der Division zĂ€hlt die GeschĂ€ftseinheit Radiology mit MedizingerĂ€ten zum Einsatz in der kontrastmittelunterstĂŒtzten diagnostischen Bildgebung sowie mit hierfĂŒr benötigten Kontrastmitteln. Entstanden ist Pharmaceuticals aus der Bayer Pharma AG, einer ehemaligen Tochtergesellschaft der Bayer HealthCare AG, die beide zum 1. Januar 2016 aufgelöst wurden. Die wichtigsten Forschungszentren von Pharmaceuticals sind Berlin und Wuppertal in Deutschland, San Francisco und Berkeley in den USA, Turku in Finnland sowie Oslo in Norwegen. Im Februar 2020 informierte Bayer ĂŒber die geplante Übertragung eines großen Teils der Berliner Forschungseinheit an den internationalen Dienstleister Nuvisan, wobei die Forschung weiterhin auf dem Bayer Forschungs- und Entwicklungscampus stattfinden soll.[86] Der Transfer fand zum 1. Juli 2020 statt.[87] Leiter der Division Pharmaceuticals mit Sitz in Berlin ist seit 2018 Stefan Oelrich.

Consumer Health

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Die Division Consumer Health ist fĂŒr die Erforschung, Entwicklung, Produktion und den Vertrieb verschreibungsfreier Produkte in den Kategorien Dermatologie, NahrungsergĂ€nzung, Schmerz, Magen-Darm-Erkrankungen, Allergien, ErkĂ€ltung, Fußpflege, Sonnenschutz und Herz-Kreislauf-Risikovorbeugung zustĂ€ndig. Dazu gehören weltweit bekannte Marken wie Claritin, Aspirin, Aleve, Bepanthen/Bepanthol, Canesten und Dr. Scholl’s. Entstanden ist Consumer Health, wie auch Pharmaceuticals, aus der Bayer HealthCare AG, einer ehemaligen Tochtergesellschaft der Bayer AG, welche am 1. Januar 2016 aufgelöst wurde. Leiter der Consumer Health mit Sitz in Basel ist seit April 2024 Julio Triana.[88]

Am 31. Juli 2018 gab Bayer die VerĂ€ußerung des GeschĂ€fts mit verschreibungspflichtigen Dermatologika bekannt, das 2006 durch die Übernahme der Schering AG zu Bayer gekommen war. Die dĂ€nische Firma LEO Pharma ĂŒbernahm zunĂ€chst zum 4. September 2018 das GeschĂ€ft in den USA und zum 2. Juli 2019 das fĂŒr alle ĂŒbrigen LĂ€nder.[89][90] Am 13. Mai 2019 wurde die Sonnenschutzmarke Coppertone an den Hamburger Kosmetikhersteller Beiersdorf AG fĂŒr 550 Mio. Euro verkauft.[91]

Crop Science

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Die Division Crop Science ist die Pflanzenschutzsparte der Bayer AG, die auf den Gebieten Saatgut, Pflanzenschutz und SchĂ€dlingsbekĂ€mpfung inner- und außerhalb der Landwirtschaft tĂ€tig ist. 2002 wurde sie im Zuge der Neustrukturierung als Teilkonzern mit dem Namen Bayer CropScience AG ausgegliedert und 2016 wieder in eine Division umgewandelt. Organisatorisch ist das Crop-Science-GeschĂ€ft in die zwei operativen Einheiten Crop Protection / Seeds und Environmental Science unterteilt. Erstere fokussiert sich auf Saatgut, Pflanzenschutzlösungen auf chemischer und biologischer Basis und bietet einen Kundenservice fĂŒr Landwirte an. Letztere bietet fĂŒr nicht-landwirtschaftliche Bereiche Lösungen zur BekĂ€mpfung von SchĂ€dlingen, Krankheiten und UnkrĂ€utern. Im MĂ€rz 2022 wurde der Verkauf von Environmental Science an die Beteiligungsgesellschaft Cinven bekanntgegeben, der im Oktober 2022 abgeschlossen wurde.[92] Der Verkaufspreis betrug 2,6 Mrd. US-Dollar und soll zum Schuldenabbau genutzt werden.[93] Das verĂ€ußerte GeschĂ€ft wird in der neu gegrĂŒndeten Firma envu fortgefĂŒhrt.[94]

Neben wichtigen deutschen Standorten in Dormagen, im Industriepark Höchst und in Knapsack ist die europĂ€ische Zentrale in Lyon. Bayer ist, gemessen am Umsatz der Division Crop Science, das zweitgrĂ¶ĂŸte Agrochemie-Unternehmen der Welt. Leiter der Crop Science mit Sitz in Monheim am Rhein ist seit dem 1. Januar 2022 Rodrigo Santos.[95]

Kompetenzzentrum

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Enabling Functions

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Die Enabling Functions bĂŒndelt die geschĂ€ftsunterstĂŒtzenden Dienstleistungen der Bayer AG. Die Gesellschaft entwickelt beispielsweise im GeschĂ€ftsbereich Engineering & Technology Problemlösungen fĂŒr chemisch-pharmazeutische Verfahren und Anlagen und bietet außerdem spezielle Softwarekenntnisse im Bereich der BetriebsfĂŒhrung an.

Ehemalige Tochtergesellschaften

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Currenta

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Die Currenta GmbH & Co. OHG (Eigenschreibweise CURRENTA) war bis Ende 2007 als Bayer Industry Services tĂ€tig und wurde bis 2019 zu 60 Prozent von Bayer gehalten. ZustĂ€ndig ist das Unternehmen fĂŒr den Betrieb und das Angebot an Infrastruktur und Dienstleistungen, die an den Chempark-Standorten Dormagen, Leverkusen und Krefeld-Uerdingen zur VerfĂŒgung gestellt werden. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Leverkusen und beschĂ€ftigte im Jahr 2018 rund 3.200 Mitarbeiter.[96] Am 6. Ende 2019 wurden die Anteile an Macquarie verĂ€ußert;[97] Currenta wurde bei der Transaktion mit 3,5 Mrd. Euro bewertet.

Bayer Business Services

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Die Bayer Business Services bedienten die Bayer-Teilkonzerne als Business-Process-Outsourcing-Partner und IT-Dienstleister. Das Unternehmen wurde zum 1. Januar 2003 gegrĂŒndet und 2004 im Rahmen der Neustrukturierung des Konzerns ausgegliedert. Mit weltweit 5.190 Mitarbeitern erwirtschaftete Bayer Business Services im GeschĂ€ftsjahr 2015 einen Umsatz von 1,148 Mio. Euro.[98] Die Bayer Business Services GmbH wurde zum 1. Juni 2020 aufgelöst.[99]

Öffentlichkeit und Nachhaltigkeit

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2019 etablierte Bayer diesen neuen Konzern-Arbeitsbereich und ernannte den Ex-GrĂŒnen Matthias Berninger zum Direktor; dessen Aufgabe es unter anderem ist, sich im Interesse des Unternehmens fĂŒr das Pflanzenschutzmittel Glyphosat einzusetzen.[100][101]

Personalpolitik und Mitbestimmung

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Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges pflegte die UnternehmensfĂŒhrung ein kooperatives VerhĂ€ltnis zur betrieblichen Interessenvertretung. Bereits im MĂ€rz 1946 hatte eine gemeinsame Sitzung zwischen Vertretern der GeschĂ€ftsleitung und dem noch vor der Verabschiedung des BetriebsrĂ€tegesetzes des alliierten Kontrollrats (Kontrollratsgesetz 22) „inoffiziell“ gewĂ€hlten Betriebsrat stattgefunden, bei der die GeschĂ€ftsleitung versuchte, den Betriebsrat in die bestehende Sozialabteilung zu integrieren. Dies scheiterte am Widerstand des Betriebsrats, der seine UnabhĂ€ngigkeit verteidigte. Mit dem im MĂ€rz 1948 bestellten neuen Personalchef Fritz Jacobi, der im Zuge der NeugrĂŒndung 1951 gleichberechtigtes Vorstandsmitglied wurde, setzte eine „mitbestimmte Neuformierung der Bayer-Sozialpolitik“ ein.[102] Jacobi suchte die Kooperation mit dem Betriebsrat und richtete Ende der 1950er Jahre eine eigenstĂ€ndige Personalabteilung ein, die sein Stellvertreter und spĂ€terer Nachfolger, Paul Gert von Beckerath, leitete. Laut Ruth Rosenberger war Bayer eines der ersten Großunternehmen, das neben der Sozialabteilung eine Personalabteilung nicht nur fĂŒr Angestellte, sondern fĂŒr alle BeschĂ€ftigten errichtete, und das einen Personalchef in die höchste Hierarchiestufe des Unternehmens, den Vorstand, berief. „Herkömmliche Sozialpolitik allein“ war „kein ausreichendes Mittel mehr, um den Forderungen einer selbstbewusst auftretenden Arbeitnehmerschaft zu begegnen“.[103] Das Sozial- und Personalwesen entwickelte sich zu einer umfassend ausdifferenzierten Abteilung und ein komplementĂ€res Zusammenspiel zwischen Personalabteilung und Betriebsrat, das auch von den Nachfolgern auf beiden Seiten weitergepflegt wurde. So beteiligten sich Vertreter des Betriebsrats in den 1980er Jahren an den Verhandlungen ĂŒber eine Neukonzeption der Personalpolitik. Gemeinsames Ziel war die betriebliche Integration der Arbeitnehmer und ihre Identifikation mit der „Bayer-Gemeinschaft“ durch intensive Betreuung, Fort- und Weiterbildung der BeschĂ€ftigten. Aufgrund dieser Kooperation verliefen die Anpassungen und Umstrukturierungen des Konzerns weitgehend reibungslos, wenn man von jenen Gruppierungen einmal absieht, die bei Betriebsratswahlen gegen die Kooperationspolitik des Betriebsrats opponierten und im Betriebsrat als Minderheit vertreten waren.[104]

Anteilseigner

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Das Unternehmen hat insgesamt rund 982[105] Mio. Namensaktien ausgegeben, die sich zu 100 Prozent im Streubesitz befinden.[106] Von den rund 383.000 ins Aktienregister eingetragenen AktionĂ€ren ist die ĂŒberwiegende Anzahl Privatanleger aus Deutschland. Diese Gruppe reprĂ€sentiert etwa 11 Prozent des Grundkapitals. Rund 1 Prozent des Grundkapitals wird von den Bayer-Mitarbeitern gehalten. Stimmrechtsverteilung meldepflichtiger Anteilseigner siehe Tabelle:[107]

Anteil Anteilseigner (Stand: Mai 2019)
7,17 % BlackRock, Inc., Wilmington
3,97 % Ellington Investments, Regierung von Singapur
3,18 % Massachusetts Financial Services Company, Boston
3,07 % Harris Associates L.P., Wilmington
82,61 % ĂŒbriger Streubesitz

Dividendenpolitik

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In den vergangenen zehn Jahren (2012–2021) wurde die Dividende fĂŒnf Mal angehoben, drei Mal konstant gehalten und ein Mal (2020) gesenkt.[74] Aufgrund der ĂŒberdurchschnittlich hohen Dividendenrendite ist die Bayer-Aktie seit September 2016 im DivDAX vertreten.[108]

UnternehmensfĂŒhrung

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Vorstand

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  • Bill Anderson (Vorsitz)
  • Wolfgang Nickl (Finanzen)
  • Stefan Oelrich (Pharmaceuticals)
  • Heike Prinz (Transformation und Talent, Arbeitsdirektorin)
  • Rodrigo Santos (Crop Science)
  • Julio Triana (Consumer Health)

Aufsichtsrat

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Der Aufsichtsrat besteht aus den folgenden 20 Mitgliedern:[109]

  • Norbert Winkeljohann, Vorsitzender
  • Heike Hausfeld, stellvertretende Vorsitzende, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats Bayer
  • Paul Achleitner, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutschen Bank AG
  • Simone Bagel-Trah, Vorsitzende des Aufsichtsrats der Henkel AG & Co. KGaA und der Henkel Management AG sowie des Gesellschafterausschusses der Henkel AG & Co. KGaA
  • Horst Baier, selbststĂ€ndiger Berater
  • Norbert Bischofberger, President and Chief Executive Officer bei Kronos Bio, Inc.
  • AndrĂ© van Broich, Vorsitzender des Betriebsrats Bayer – Standort Dormagen
  • Ertharin Cousin, Expertin fĂŒr ErnĂ€hrung und Landwirtschaft
  • Yasmin Fahimi, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes
  • Barbara Gansewendt, Vorsitzende des Sprecherausschusses der Bayer AG Wuppertal und Vorsitzende des Konzernsprecherausschusses der Bayer AG
  • Colleen A. Goggins, selbststĂ€ndige Beraterin
  • Francesco Grioli, Mitglied des geschĂ€ftsfĂŒhrenden Hauptvorstands der IG Bergbau, Chemie, Energie
  • Frank Löllgen, Landesbezirksleiter Nordrhein der IG Bergbau, Chemie, Energie
  • Kimberly Mathisen, Wirtschaftsmanagerin
  • Andrea Sacher, stellvertretende Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats Bayer, Vorsitzende des Betriebsrats – Standort Berlin
  • Claudia Schade, Vorsitzende des Betriebsrats – Standort Leverkusen
  • Heinz Georg Webers, Vorsitzender des Betriebsrats – Standort Bergkamen
  • Alberto Weisser, Agrarexperte, Senior Consultant bei Temasek International Pte. Ltd.
  • Michael Westmeier, Vorsitzender des Betriebsrats Bayer Vital GmbH
  • Otmar D. Wiestler, PrĂ€sident der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

Standorte

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Deutschland

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GrĂŒndung Ort
1857 Berlin1
1860 Leverkusen, Köln-Flittard2
1863 Barmen (seit 1929 Wuppertal)
1863 Frankfurt-Höchst3, 4
1867 Elberfeld (seit 1929 Wuppertal)
1877 Krefeld-Uerdingen5, 6
1897 Grenzach-Wyhlen7
1906 Knapsack4
1917 Dormagen
1942 Jena1
1951 Darmstadt8
1959 Bergkamen1
1967 Wuppertal-Aprath
1973 BrunsbĂŒttel6
1979 Monheim
1992 Bitterfeld
1994 Weimar1

1. 2006 durch Übernahme der Schering AG
2. 1891 von Ultramarinfabriken Carl Leverkus erworben
3. Standorte von Aventis CropScience
4. GrĂŒndungsunternehmen Hoechst AG
5. GrĂŒndungsunternehmen Weiler-ter Meer
6. Seit 2015 ist Bayer nicht mehr am Standort vertreten
7. 2004 nach Übernahme der OTC-Sparte von Roche Pharma
8. 2013 durch Übernahme von Steigerwald

In Deutschland beschÀftigte Bayer im Jahre 2023 insgesamt 22.172 Mitarbeiter.[110]

Das erste Werk in Barmen war verkehrstechnisch ungĂŒnstig gelegen, weshalb der Betrieb vollstĂ€ndig ins grĂ¶ĂŸere und besser angebundene Elberfeld verlegt wurde. Im Tal der Wupper unterhalb des Stadtzentrums hatte das Hauptwerk einige Jahre lang genĂŒgend Platz. FĂŒr den dauerhaften Firmensitz fehlte aber die notwendige Schifffahrtsanbindung, und die eng bebaute Tallage zwischen SteilhĂ€ngen begrenzte eine weitere Expansion. Als Forschungs- und NebenproduktionsstĂ€tte besteht das Werk Wuppertal jedoch bis heute; hier ist die Division Pharmaceuticals vertreten. Ein Anschluss besteht an die Bahnstrecke DĂŒsseldorf–Elberfeld, außerdem liegt das Werk unmittelbar an der B 7 und der Schwebebahn, sowie nahe der A 46. Ein weiteres Werk entstand 1967 am Aprather Weg in Wuppertal-Eckbusch, hier befindet sich ein großes Zentrum fĂŒr Arzneimittelforschung, -entwicklung und klinische PrĂŒfungen.

Als Hauptwerk besser geeignet war das 1891 von den Ultramarinfabriken Carl Leverkus erworbene Werk Leverkusen, welches 2001 in Chemiepark Leverkusen umbenannt und 2008 Teil des „CHEMPARK“ wurde, der auch die Standorte in Dormagen und Krefeld-Uerdingen umfasst. Es liegt zum Teil in Leverkusen-Wiesdorf, zum Teil im Kölner Stadtteil Flittard und direkt am Rhein, wo Umschlagsanlagen fĂŒr Binnenschiffe vorhanden sind. Die Straßenanbindung erfolgt ĂŒber die B 8 und die nahen Autobahnen mit dem Kreuz Leverkusen (A 1/A 3 sowie A 59). Eine Zweigstrecke nach Köln-MĂŒlheim sorgt fĂŒr die Anbindung an das Eisenbahnnetz. FĂŒr den Personenverkehr ist das Werk ĂŒber den S-Bahn-Haltepunkt Leverkusen-Chempark (ehem. Bayerwerk) erreichbar, die Luftverkehrsanbindung erfolgt ĂŒber die nahegelegenen FlughĂ€fen Köln/Bonn und DĂŒsseldorf. Die Anlagen von Bayer sind inzwischen fast gĂ€nzlich auf Kölner Stadtgebiet, hier befindet sich heute u. a. der Feststoffbetrieb von Pharmaceuticals, wo die verschreibungspflichtigen Medikamente hergestellt werden. Ebenso ist die Bayer Vital GmbH, die fĂŒr den Vertrieb der Arzneimittel zustĂ€ndig ist, in Flittard ansĂ€ssig.

Das 1917 zur Produktion von SchwefelsĂ€ure gegrĂŒndete Werk Dormagen, teilweise in Köln-Worringen (Teil des CHEMPARK), ist durch den Rhein ebenfalls an die Schifffahrt angebunden. Es existiert ein direkter Bahnanschluss mit der Haltestelle Dormagen Chempark (ehem. Dormagen Bayerwerk), und der Standort ist ĂŒber die A 57 an das deutsche Autobahnnetz angebunden. Hier ist die Division Crop Science vertreten.

Mit der Übernahme der Chemiefabrik Weiler-ter Meer 1951 nach der Auflösung der I.G. Farben gehörte das 1877 am Rhein gegrĂŒndete Werk Krefeld-Uerdingen (Teil des CHEMPARK) zu Bayer. Dieses Werk ist ebenfalls ĂŒber die A 57 erreichbar und hat ĂŒber den Bahnhof Krefeld-Hohenbudberg Chempark (ehem. Hohenbudberg Bayerwerk) eine Anbindung an das Schienennetz. Die Fluganbindung ist hier ĂŒber den Flughafen DĂŒsseldorf gegeben. Bis 1995 trug der KFC Uerdingen 05 den Namen der Bayer AG, dieses Sponsoring wurde jedoch beendet. Mit der Ausgliederung von Covestro ist Bayer in Uerdingen allerdings nicht mehr vertreten, das dortige Bayer-Kreuz ist im November 2016 daher abgetragen worden.[111]

Ansicht des Werkes Leverkusen

In BrunsbĂŒttel wurde im Jahr 1973 ein weiteres Werk fĂŒr die Produktion von Kunststoffen gegrĂŒndet. Es liegt direkt an der B 5, am Nord-Ostsee-Kanal und der Elbe, wodurch eine gute Schiffsanbindung erreicht wird. Das Werk besitzt guten Bahnanschluss, hat jedoch eine weniger ausgebaute Straßenanbindung, weshalb beim Bau des Werkes auf den Ausbau des Hafens geachtet wurde. Mit der Ausgliederung von Covestro gehört das Werk nicht mehr zu Bayer.

1979 wurde mit dem Bayer-Werk Monheim (Division Crop Science) ein großflĂ€chiges Pflanzenschutzforschungszentrum in Betrieb genommen. Über das Autobahnkreuz Monheim/Langenfeld ist eine Autobahnanbindung ĂŒber die A 59 und ĂŒber die A 542 gegeben.

1992 wurde ein Werk in Bitterfeld gegrĂŒndet; hier wird u. a. Aspirin produziert, aber auch Produkte fĂŒr die Division Pharmaceuticals (Xarelto). Der Methylcellulosebetrieb wurde Ende des Jahres 2006 ausgegliedert und ging an die Wolff Walsrode AG ĂŒber. An die A 9 ist der Standort indirekt angebunden, an den Flugverkehr ĂŒber den Flughafen Leipzig/Halle, an das Schienennetz ĂŒber Werksgleise und den nahen Bahnhaltepunkt Bhf Wolfen.[112]

Die Standorte Industriepark Höchst und Chemiepark Knapsack kamen 2003 mit der Übernahme von Aventis Crop Science hinzu, das Werk Grenzach-Wyhlen durch Übernahme der OTC-Sparte von Roche Pharma, die Werke Berlin, Bergkamen, Weimar und Jena (Jenapharm GmbH & Co. KG) durch die der Schering AG im Jahr 2006, das Werk Darmstadt durch die von Steigerwald im Jahre 2013.

Weitere Standorte in Europa

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Insgesamt wird in Europa mit 14,086 Mrd. â‚Ź[113] (einsch. Naher Osten und Afrika) der höchste Umsatz erzielt. Es arbeiten dort 43.458 Mitarbeiter (2023, inkl. DE, Afrika und Nahost), und Bayer ist mit 165 Gesellschaften vertreten. Zu den Standorten gehörte das 1961 gegrĂŒndete Werk der Bayer MaterialScience in Antwerpen, das seit 2015 zu Covestro gehört, ebenso das Covestro-Werk in Tarragona. Werke der Division Pharmaceuticals sind in Turku (Finnland) (ehemals Leiras Oy/Schering AG, gegr. 1949) und in Garbagnate Milanese (gegr. 1946) angesiedelt, wobei letztere zu den grĂ¶ĂŸten Tablettenwerken von Bayer zĂ€hlt, der fĂŒr den italienischen und den auslĂ€ndischen Markt produziert. Das Werk in Oslo kam 2014 mit dem Kauf des norwegischen Pharma-Konzerns Algeta zu Bayer, mit dem man bereits vorher gemeinsam das Medikament Xofigo entwickelt hatte.[114] Des Weiteren bestehen die Crop Science-Standorte in Lyon, Norwich und Widnes (ĂŒbernommen von Aventis).

Nordamerika

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Von den insgesamt 21.407 BeschĂ€ftigten[115] in Nordamerika arbeiten rund 20.000 in den USA. Dort sind alle Teilkonzerne an 65 Standorten gleichermaßen vertreten. Seit 2013 befindet sich der Hauptsitz der amerikanischen Tochter, Bayer Corp., in Whippany (NJ), wo auch ein großer Forschungsstandort fĂŒr die Divisionen Pharmaceuticals und Consumer Health besteht.[116] Ein weiterer Standort der Pharma-Sparte befindet sich seit 1992 in Berkeley, wo ein großer Forschungs- und Produktionsstandort, insbesondere im Hinblick auf Biotechnologie, betrieben wird. In Myerstown (PA) besteht ein Produktionsstandort der Sparte Consumer Health, die bis zur Übernahme durch Bayer von Sterling Winthrop betrieben wurde (gegr. 1947). Durch die Übernahme von Monsanto gehört der Standort in Creve Coeur nun zu Bayer, weitere wichtige Produktionsstandorte von Crop Science befinden sich in Chesterfield (MO), Soda Springs (ID), Luling, Muscatine (diese vier von Monsanto), Kansas City (MO) (gegr. 1956), Shakopee (gegr. 2015) sowie Lubbock (TX) (gegr. 1998)[117]. In Lubbock wird vor allem Baumwoll-Saatgut produziert. Einige weitere Werke der Crop Science-Sparte wurden im Rahmen der Übernahme von Monsanto wegen wettbewerbsrechtlichen Bestimmungen der EU-Kommission an BASF verĂ€ußert, so bspw. in Muskegon[118] und im Research Triangle. Das Werk in Pasadena (TX) wurde 2017 an das Agrarchemie-Unternehmen SBM Company verkauft.[119] Der Forschungs- und Entwicklungsstandort fĂŒr biologische Produkte fĂŒr die Landwirtschaft in West Sacramento wurde 2022 an das Biotechnologie-Unternehmen Ginkgo Bioworks ĂŒbergeben.[120] Insgesamt befindet sich in den USA bezogen auf den Umsatz die grĂ¶ĂŸte Organisation der Bayer AG außerhalb Europas.[121]

Neben dem Standort Vereinigte Staaten gibt es auch in Kanada Bayer-BĂŒros, wobei diese der Bayer Inc. (Mississauga) beziehungsweise der Bayer CropScience Inc. (Winnipeg, ehem. Monsanto, sowie in Calgary) gehören, die dort vorwiegend Tier- und Pflanzenschutzmittel sowie Medikamente verkaufen. Hier werden etwa 1.400 Mitarbeiter beschĂ€ftigt.

Lateinamerika

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Die Zahl der Mitarbeiter, die insgesamt in Lateinamerika arbeiten, betrĂ€gt  13.898 (2023); insgesamt ist Bayer mit 45 Gesellschaften in diesen Regionen vertreten.[122] In Lateinamerika finden sich ProduktionsstĂ€tten in der Andenregion (Kolumbien, Ecuador, Peru und Venezuela). Außerdem gibt es große ProduktionsstĂ€tten in SĂŁo Paulo, wo auch die brasilianische Zentrale der Bayer AG sitzt. Im SĂŒdkegel finden sich weitere ProduktionsstĂ€tten, wobei der Schwerpunkt hier auf Buenos Aires beziehungsweise allgemein Argentinien liegt. Der zweitgrĂ¶ĂŸte Markt in Lateinamerika ist, nach Brasilien, Mexiko, wo weitere Produktionsstandorte betrieben werden.

Drei weitere ProduktionsstĂ€tten finden sich in der Karibik und in Mittelamerika. Die Zentrale fĂŒr diese Region befindet sich in Costa Rica, es entfallen 8 Prozent des Gesamtumsatzes aus Lateinamerika auf diese Region.

Afrika und Nahost

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In Afrika ist fĂŒr den Konzern SĂŒdafrika von besonderer Bedeutung, weil hier die HĂ€lfte des gesamten Umsatzes auf dem afrikanischen Kontinent erwirtschaftet wird.[122] Weitere Schwerpunkte in Afrika sind Pflanzenschutz und die pharmazeutische Produktion in der ProduktionsstĂ€tte in Casablanca, Marokko (gegr. 1979). Außerdem befindet sich dort die Zentrale der Bayer S.A.

Im Nahen Osten werden wie in den ĂŒbrigen Regionen alle verfĂŒgbaren Produkte vertrieben. SchwerpunktmĂ€ĂŸig ist hier Bayer TĂŒrk Kimya Sanayi mit Hauptsitz im Istanbuler Stadtteil Ümraniye fĂŒr Produktion und Vertrieb in diesen Staaten zustĂ€ndig. In der TĂŒrkei befinden sich mehrere Werke von Bayer, so seit 1966 in Gebze fĂŒr Pflanzenschutzmittel, seit 1990 in Mustafakemalpaßa fĂŒr Mais-Saatgut und von 1954 bis 2018 in Istanbul fĂŒr Arzneimittel.[123] Seit 2018 lĂ€sst Bayer die Arzneimittel in Lohn im Sanofi-Werk bei LĂŒleburgaz fertigen.[124] Eine weitere Zentrale in Nahost, besonders fĂŒr BĂŒros in Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien und Zypern, ist die Bayer Middle East FZE in Dubai; in anderen umliegenden Staaten werden Bayer-Produkte via Fremdvertretungen angeboten.

Asien und Pazifik

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Bayer ist nach eigener Klassifizierung auch im Bereich „Asien und Pazifik“ tĂ€tig, zu dem so neben Australien auch der gesamte ozeanische Raum gehört. Insgesamt sind in diesem Bereich 20.960 Mitarbeiter (2023) beschĂ€ftigt, es wird ein Umsatz von 8,369 Mrd. â‚Ź erzielt. Eine bedeutende Rolle spielt dabei das sogenannte Großchina, in dem der grĂ¶ĂŸte Umsatz erreicht wird.

Weitere 30 Prozent des Gesamtumsatzes werden in Japan erzielt, hier besteht die japanische Tochter Bayer Yakuhin Ltd., in Kƍka befindet sich seit 1979 ein großes Werk fĂŒr die Arzneimittelproduktion, seit 1995 besteht dort auch ein großes Forschungszentrum. in YĆ«ki besteht seit 1985 ein Pflanzenschutz-Forschungszentrum. Mit weiteren sieben Standorten ist insbesondere die Crop Science-Sparte auch in Indien beziehungsweise Bangladesch und Sri Lanka vertreten, in Vapi (Gujarat) betreibt Bayer seit 1992 ein großes Werk zur Produktion von Insektiziden. Wichtig ist zudem der Standort Korea, an dem, wegen der gehaltenen MarktfĂŒhrerschaft in diesem Bereich, ein Schwerpunkt auf der Tierschutznahrung liegt. Weitere Standorte befinden sich beispielsweise in Singapur oder Thailand, in denen das gesamte Produktportfolio in kleinerem Maße vertrieben wird.

Weitere 840 Mitarbeiter sind in Australien und Neuseeland beschĂ€ftigt. Auch hier liegt der Schwerpunkt auf Gesundheit und Landwirtschaft.

Produktportfolio

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Ein Verfahren zur Herstellung von Heroin wurde von Bayer entwickelt und ist inzwischen verboten.

Die Produktion der Bayer AG ist geteilt in die jeweiligen Divisionen und GeschĂ€ftseinheiten. Entsprechend gliedert sich auch das Produktportfolio.

Pharmaceuticals

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Das umsatzstĂ€rkste Pharmaceuticals-Produkt ist Xarelto, das ein Arzneistoff zur Hemmung der Blutgerinnung ist, prophylaktisch bei Thrombosen oder Embolien eingesetzt wird und mit dem Bayer im 2. Quartal 2016 703 Millionen Euro Umsatz machte. WĂ€hrungsbereinigt ergibt dies im Vergleich zum Vorjahresquartal einen Umsatzzuwachs von 30,1 Prozent. Damit ist Xarelto auch das erfolgreichste Produkt der gesamten Bayer AG.

Auf Platz 2 der umsatzstĂ€rksten Pharmaceuticals-Produkte ist Eylea, ein humanes, rekombinantes Fusionsprotein zur Behandlung der neovaskulĂ€ren, altersbedingten Makuladegeneration, einer Netzhauterkrankung, bei Erwachsenen. Der Umsatz im 2. Quartal 2016 betrug 418 Millionen Euro, was einer Umsatzsteigerung von 40,9 Prozent entspricht.

Das dritte der drei umsatzstĂ€rksten Produkte ist Kogenate bzw. Kovaltry, ein Glykoprotein und Gerinnungsfaktor zur Behandlung der HĂ€mophilie, der sogenannten Bluterkrankheit, bei der das Blut aus Wunden nicht oder nur langsam gerinnt. Der Umsatz im 2. Quartal 2016 betrug 280 Millionen Euro.

Zu den Behandlungen mit Spitzenumsatzpotential im Milliardenbereich gehört zudem Nubeqa im Bereich Prostatakrebs.[125]

Consumer Health

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Im Oktober 2014 ĂŒbernahm Bayer das Consumer-Care-GeschĂ€ft des US-Pharmakonzerns Merck, Sharp & Dohme, wodurch die Produktpalette Bayers insbesondere durch das Antihistaminikum Claritin erweitert wurde. Claritin ist das umsatzstĂ€rkste Consumer-Health-Produkt der Bayer AG, mit dem das Unternehmen einen Umsatz von 178 Millionen Euro im 2. Quartal 2016 machte. In Deutschland ist Claritin jedoch nicht erhĂ€ltlich.

Platz 2 der umsatzstĂ€rksten Consumer-Health-Produkte belegt Aleve, ein fiebersenkendes und entzĂŒndungshemmendes Analgetikum, mit dem Bayer im 2. Quartal 2016 einen Umsatz von 110 Mio. machte.

Das wohl bekannteste Medikament der Bayer AG ist Aspirin. 1897 gelang es durch Felix Hoffmann das erste Mal, nebenproduktfreie o-AcetylsalicylsĂ€ure herzustellen. Am 6. MĂ€rz 1899 wurde Aspirin offiziell zur Marke. Und bis heute ist es das AushĂ€ngeschild Bayers. Das Arzneimittel hilft nicht nur bei Schmerzen, bei Fieber und bei Rheuma, sondern beugt auch Herzinfarkten und SchlaganfĂ€llen vor. Bayer machte im 2. Quartal 2016 mit Aspirin einen Umsatz von 102 Millionen Euro.

Auf Platz 4 der umsatzstĂ€rksten Consumer-Health-Produkte ist Bepanthen bzw. Bepanthol, ein Wirkstoff zur topischen Behandlung von Erkrankungen der Haut und SchleimhĂ€ute sowie ein Bestandteil in Kosmetika, mit dem Bayer im 2. Quartal 2016 einen Umsatz von 95 Millionen Euro machte, was inflationsbereinigt eine Umsatzsteigerung von 20,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal bedeutet.

Unter der Marke Iberogast verkauft Bayer ein rezeptfreies Arzneimittel aus neun pflanzlichen Extrakten zur Linderung von Magen- und Darm-Beschwerden, welches es 2013 mit der Übernahme der Firma Steigerwald Arzneimittel erworben hat. Die Extrakte stammen aus der Bitteren Schleifenblume (Iberis amara), Arznei-Engelwurz, Mariendistelfrucht, Schöllkraut, KĂŒmmelfrucht, SĂŒĂŸholzwurzel, Pfefferminzblatt, Melissenblatt und KamillenblĂŒte. Das PrĂ€parat gibt es seit 1960 und ist nach einer der enthaltenen Arzneidrogen (Iberis) und dem altgriechischen Ausdruck fĂŒr Magen (gaster) benannt. Iberogast soll 2018 einen geschĂ€tzten Umsatz von 120 Millionen Euro erbracht haben.[126]

Crop Science

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Die Division Crop Science ist Hersteller von Pflanzenschutzmitteln. Gegliedert ist Crop Science in die zwei GeschĂ€ftsfelder Crop Protection/Seeds und Environmental Science. Ersteres umfasst die GeschĂ€ftsfelder Herbicides, Fungicides, Insecticides und SeedGrowth.[127]

Mit 2,363 Milliarden Euro Umsatz ist das GeschĂ€ftsfeld Crop Protection/Seeds das UmsatzstĂ€rkere innerhalb der Crop Science. Der grĂ¶ĂŸte Anteil von diesem Umsatz speist sich aus der Fungizidproduktion mit einem Umsatz 840 Millionen Euro im 2. Quartal 2016, was einer Umsatzsteigerung von 6 Prozent entspricht. Der Umsatz aus dem Herbizidverkauf betrĂ€gt 769 Millionen Euro. Die Nachfrage nach Insektiziden, die von Bayer produziert werden, sank im Vergleich zum vorigen Quartal. Die Umsatzeinbußen betrugen mit einem Umsatz von 302 Millionen Euro wĂ€hrungsbereinigt 11,9 Prozent. SeedGrowth machte im 2. Quartal 2016 einen Umsatz von 144 Millionen Euro.

Im GeschĂ€ftsfeld Seeds erzielte Bayer im 2. Quartal 2016 einen Umsatz von 308 Millionen Euro, das GeschĂ€ftsfeld Environmental Science machte einen Umsatz von 155 Millionen Euro.

Sport- und Kulturengagement

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Ehemaliges Bayer-Kaufhaus in Leverkusen

Bayer beteiligt sich seit der GrĂŒndung der „Bayerkultur-Abteilung“ 1907 an der kulturellen und sportlichen Förderung von Leverkusen. Carl Duisberg sah darin eine Möglichkeit, den Konzern und die neu entstehende Stadt miteinander zu verbinden und die nicht fachbezogene Bildung seiner Mitarbeiter zu fördern.[128] Im selben Jahr wurde das Erholungshaus errichtet, in dem kulturelle Veranstaltungen stattfinden konnten. Das Erholungshaus wurde seither mehrere Male modernisiert. Mittlerweile veranstaltet Bayer.Kultur Konzerte, Theatergastspiele und Ausstellungen, die ein ĂŒberregionales Publikum anziehen, arbeitet eng mit kulturellen Kooperationspartnern zusammen und vergibt StĂŒckauftrĂ€ge. Mit l’arte del mondo beherbergt Bayer.Kultur ein eigenes Orchester als „orchestra in residence“. FĂŒr die Stadt war Bayer zudem aufgrund der Bayer-KaufhĂ€user in den Stadtvierteln von Leverkusen und dem Hauptkaufhaus in Wiesdorf von Bedeutung. Das letzte Kaufhaus des Konzerns wurde im Dezember 2007 geschlossen und abgerissen. Dennoch blieb die Kulturabteilung der Bayer AG weiterhin bestehen und wurde fĂŒr die Aktion Ein Jahrhundert Bayer.Kultur mit dem ersten Preis der Initiative Freiheit und Verantwortung der deutschen Industrie ausgezeichnet.[129]

Logo Bayer 04 Leverkusen Fußball

Einen weiteren Beitrag zum Stadtleben stellen die Sportvereine RTHC Bayer Leverkusen und TSV Bayer 04 Leverkusen dar. Letzterer wurde bereits 1904 unter dem Namen Turn- und Spielverein 1904 der Farbenfabrik vormals Friedrich Bayer Co. Leverkusen gegrĂŒndet. Am bekanntesten sind die Basketball-Abteilung, die unter dem Namen Bayer Giants Leverkusen antritt und bis heute deutscher Rekordmeister ist, sowie die Leichtathletik-Abteilung; daneben bestehen weitere Angebote fĂŒr Erwachsene und Kinder in verschiedenen Sportarten. Die ehemalige Fußballabteilung des TSV, die Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH, ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft.

Logo Bayer Foundation

Das Unternehmen verwaltet zudem die Stiftung zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.[130]

Das Unternehmen kam 1988 in den Besitz der Kleinbronze Mars des RenaissancekĂŒnstlers Giambologna, die I.G. Farben-MitgrĂŒnder Theodor Plieninger 1927 fĂŒr die Chemische Fabrik Griesheim-Elektron erworben hatte. Da das Kunstwerk nicht in das Kunstportfolio des Konzerns passe, beauftragte Bayer im Jahr 2018 das Auktionshaus Sotheby’s mit der Verwertung.[131]

Geförderte Sportvereine[132]
Leverkusen Dormagen Krefeld-Uerdingen Wuppertal
  • Luftsportclub Bayer Leverkusen
  • Reiterverein Bayer Leverkusen
  • RTHC Bayer Leverkusen
  • Schachclub Bayer Leverkusen
  • Schießsportgemeinschaft Bayer Leverkusen
  • Ski-Club Bayer Leverkusen
  • Sportangler-Verein Bayer Leverkusen
  • TSV Bayer 04 Leverkusen
  • Verein fĂŒr Kanusport Bayer Leverkusen
  • Yacht-Club Bayer Leverkusen
  • TSV Bayer Dormagen
  • Tennisclub Bayer Dormagen
  • Dormagener Rudergesellschaft Bayer
  • Wassersportclub Bayer Dormagen 1950
  • Sportangler-Verein von 1923 Bayer Dormagen-Zons
  • Angelsportverein Bayer 1957 Uerdingen
  • Segelklub Bayer Uerdingen
  • SV Bayer Wuppertal
  • Luftsportclub Bayer Leverkusen
    Luftsportclub Bayer Leverkusen
  • Reiterverein Bayer Leverkusen
    Reiterverein Bayer Leverkusen
  • RTHC Bayer Leverkusen
    RTHC Bayer Leverkusen
  • Ski-Club Bayer Leverkusen
    Ski-Club Bayer Leverkusen
  • TSV Bayer 04 Leverkusen
    TSV Bayer 04 Leverkusen
  • Bayer Giants Leverkusen (Basketballabteilung des TSV)
    Bayer Giants Leverkusen (Basketballabteilung des TSV)
  • Yacht-Club Bayer Leverkusen
    Yacht-Club Bayer Leverkusen
  • TSV Bayer Dormagen
    TSV Bayer Dormagen
  • SV Bayer Wuppertal
    SV Bayer Wuppertal
Kulturelle Vereine[132]
Leverkusen Dormagen Wuppertal
  • Bayer Blasorchester Leverkusen
  • Akkordeon-Orchester Bayer Leverkusen
  • Verein zur Förderung kĂŒnstlerischer Bildmedien Bayer e. V. Leverkusen
  • Bayer-Philharmoniker Leverkusen
  • MĂ€nnerchor Bayer Leverkusen
  • Spielmannszug Bayer Leverkusen
  • Mandolinen-Orchester Bayer Leverkusen
  • Bayer Big Band
  • MĂ€nnerchor Bayer Dormagen
  • Kunstverein Galerie-Werkstatt Bayer Dormagen
  • Musikvereinigung Bayer Dormagen
  • Orchesterverein Bayer Wuppertal
  • Verein zur Förderung kĂŒnstlerischer Bildmedien Bayer e.V. Leverkusen
    Verein zur Förderung kĂŒnstlerischer Bildmedien Bayer e.V. Leverkusen
  • MĂ€nnerchor Bayer Leverkusen
    MĂ€nnerchor Bayer Leverkusen
Hobby-Vereine[132]
Leverkusen Dormagen Wuppertal
  • Verein fĂŒr Aquarien-, Terrarien- und Naturkunde Bayer Leverkusen
  • Bridgeclub Bayer Leverkusen
  • Mineralien- und Fossilienfreunde Bayer Leverkusen
  • Vereinigter Imkerverein Leverkusen Bayer und Schlebusch
  • AKADA Weiterbildung Bayer Leverkusen
  • MĂŒnzfreunde Bayer Leverkusen
  • Briefmarkensammlerverein Bayer e. V. Leverkusen
  • BrieftaubenzĂŒchter-Verein Leverkusen
  • Verein fĂŒr Deutsche SchĂ€ferhunde (SV) – OG Bayer Leverkusen
  • Aquarienfreunde Bayer Dormagen
  • Imkerverein Bayer Dormagen
  • Kleingartenverein Bayer Dormagen
  • Gartenbauverein der Bayer AG e.V. Wuppertal

Auszeichnungen

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Der GeschĂ€ftsbericht 2007 erhielt zweimal Gold, zweimal Silber und zweimal Bronze, darĂŒber hinaus zwei Ehrenzertifikate. Diese Auszeichnungen wurden beim „Internationalen ARC-Award“ 2008 erreicht, der Bronze, Silber und Gold fĂŒr die Berichterstattung in unterschiedlichen Kategorien wie Design, Fotografie, Cover, Sprache, Text verleiht.[133][134]

Im Jahr 2007 wurde Bayer mit dem Takeover Award fĂŒr die Übernahme der Schering AG ausgezeichnet, der von der Deutschen Börse und vom „Forum fĂŒr Übernahmerecht“ seit 2005 jĂ€hrlich vergeben wird. BegrĂŒndet wurde die Auszeichnung durch die „Schnelligkeit und QualitĂ€t der Akquisition“.[135]

Außerdem war die Bayer-Kulturarbeit Sieger in der Kategorie „großes Unternehmen“ beim Unternehmenswettbewerb Freiheit und Verantwortung, der 2008 von der Initiative der SpitzenverbĂ€nde der deutschen Wirtschaft unter der Schirmherrschaft des BundesprĂ€sidenten ausgeschrieben worden war.[136]

FĂŒr die Entwicklung von Rivaroxaban wurden Frank Misselwitz, Dagmar Kubitza und Elisabeth Perzborn, Mitarbeiter des Teilkonzerns Bayer Schering Pharma AG, mit dem Deutschen Zukunftspreis 2009 ausgezeichnet.[137]

Kritik und Skandale

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Medikamente und Medizinprodukte

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Verkauf HIV-kontaminierter Blutprodukte

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Anfang 2000 kam Bayer neben anderen Unternehmen in die Kritik, nachdem bekannt wurde, dass die US-Tochtergesellschaft Cutter in den 1980er Jahren weltweit HIV-kontaminierte Blutprodukte verkauft hatte. Im Februar 1984 brachte Cutter ein weniger infektiöses Produkt auf den Markt. Dennoch wurde noch ein Jahr lang das alte Produkt nach Übersee verkauft, wodurch mehr als hundert Menschen allein in Hongkong und Taiwan mit HIV infiziert wurden. Viele von ihnen starben.[138][139]

Siehe auch: Infektionen durch HIV-kontaminierte Blutprodukte

Cholesterinsenker Lipobay

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Am 8. August 2001 zog Bayer den bis dahin am Markt erfolgreichen Cholesterinsenker Lipobay wegen starker Wechselwirkungen mit Todesfolgen vom Markt zurĂŒck, was ebenfalls fĂŒr eine hohe negative Medienwirkung sorgte. Der Wirkstoff Cerivastatin löste insbesondere in Kombination mit anderen Cholesterinsenkern des Wirkstoffes Gemfibrozil einen Muskelzerfall (Rhabdomyolyse) aus.[140][141][142] Eine Rhabdomyolyse ist eine bei allen Cholesterinsenkern bekannte Nebenwirkung, die jedoch in der Kombination von Cerivastatin mit Gemfibrozil vermehrt auftrat. Obwohl die Kombination laut Beipackzettel kontraindiziert war, wurde sie vor allem in den USA unter dem Namen „Baycol“ weiter von Ärzten verschrieben und von Apothekern verkauft. Da das Risiko fĂŒr Bayer nicht mehr kontrollierbar war, nahm der Konzern Cerivastatin freiwillig vom Markt.[143] In den USA wurden kurz nach dem Bekanntwerden die ersten Klagen gegen Bayer eingereicht. Laut des GeschĂ€ftsberichts 2004 wurde Bayer in circa 14.660 FĂ€llen verklagt (davon 14.550 in den USA). Mit Stand 18. Februar 2005 waren noch 6.191 Verfahren (6.111 davon in den USA) anhĂ€ngig. Ohne Anerkennung einer Rechtspflicht kam es bis zum 18. Februar zu Vergleichen in Höhe von 1.114 Millionen US-Dollar. Neben den Vergleichen wurden zwei Prozesse mit FreisprĂŒchen fĂŒr Bayer beendet.[144]

Antibabypille Yasminelle

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Die von Bayer HealthCare vertriebene Antibabypille „Yasminelle“ auf Basis des Wirkstoffes Drospirenon steht seit 2010 wegen erhöhtem Thrombose- und Embolierisiko in der Kritik. Nach Ansicht der Kritiker habe der Konzern nicht ausreichend ĂŒber die Nebenwirkungen informiert. In den USA hat Bayer bereits knapp 2 Milliarden US-Dollar in außergerichtlichen Einigungen bezahlt. Ende 2015 eröffnet das Landgericht Waldshut-Tiengen als erstes deutsches Gericht einen Zivilprozess gegen Bayer. Die KlĂ€gerin, die an Lungenembolie erkrankte, verlangt dort von dem Unternehmen Schadenersatz und Schmerzensgeld in Höhe von 200.000 Euro wegen GesundheitsschĂ€den, die durch Yasminelle entstanden sein sollen. Vor Gericht konnte sie sich damit nicht durchsetzen. Der Konzern bestreitet jegliches Fehlverhalten und möchte das Medikament aufgrund eines nach eigenen Aussagen positiven Nutzen-Risiko-VerhĂ€ltnisses am Markt belassen.[145][146] Am 23. Oktober 2019 sendete die ARD von 20:15 Uhr an den Spielfilm „Was wir wussten – Risiko Pille“. Anschließend griff das ARD-Magazin „plusminus“ von 21:45 Uhr an das Thema auf und nannte dabei die dahinter stehenden Unternehmen und mit Yasminelle den realen Namen des Produkts.[147]

Siehe auch: „Wahrnehmung in den Medien“ im Artikel: Drospirenon

Magenmittel Iberogast

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Wegen der jahrelangen Weigerung der Zulassungsinhaber, Warnhinweise in die Produktinformationen des schöllkrauthaltigen Mittels Iberogast aufzunehmen, erlangte das PrĂ€parat aus dem Produktportfolio der Division „Consumer Health“ öffentliche Aufmerksamkeit. Schöllkraut steht im Verdacht, LeberschĂ€digungen zu verursachen.[126] Wie schon der vorherige Zulassungsinhaber Steigerwald bestreitet auch Bayer das leberschĂ€digende Potential und begrĂŒndet dies mit dem nur niedrigen Gehalt an Schöllkrautalkaloiden. Gegen zwei ehemalige Verantwortliche der Bayer Vital GmbH wurde wegen des Anfangsverdachts der fahrlĂ€ssigen Tötung in einem Fall sowie der fahrlĂ€ssigen Körperverletzung in zehn FĂ€llen seit Mitte 2019 ermittelt; 2022 wurde das Verfahren eingestellt.[148]

Eine 2018 abgeschlossene Studie zur Behandlung des Reizdarmsyndroms ergab, dass sich Iberogast hinsichtlich der Sicherheit statistisch nicht signifikant von Placebo unterschied und ein gĂŒnstiges Sicherheits- und VertrĂ€glichkeitsprofil aufweise. In Bezug auf die Wirksamkeit von Iberogast gab es beim Reizdarm ebenfalls keinen statistisch signifikanten Unterschied gegenĂŒber Placebo.[149] 2020 gewĂ€hrte Bayer Iberogast anlĂ€sslich des 60-jĂ€hrigen Markenbestehens nicht nur ein neues Erscheinungsbild, das die pflanzliche Zusammensetzung mehr in den Fokus stellt, sondern fĂŒhrte auch eine neue Produktvariante ein, die ohne Extrakte aus Schöllkraut, Angelikawurzel und MariendistelfrĂŒchten auskommt (Iberogast Advance).[150]

VerhĂŒtungsprodukt Essure

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Die US-Arzneimittelbehörde FDA warf Bayer vor, ihr Beschwerden von Patientinnen ĂŒber Essure, ein hysteroskopisch implantierbares Medizinprodukt zur dauerhaften VerhĂŒtung, nicht wie vorgeschrieben gemeldet zu haben. Bayer sei seinen Meldepflichten nicht nachgekommen, weshalb die FDA nicht habe wissen können, dass die Warnhinweise fĂŒr das Implantat aktualisiert werden mĂŒssten. Allein in den USA wurden Bayer bis zum 6. Februar 2020 etwa 33.100 Klagen wegen GesundheitsschĂ€den im Zusammenhang mit Essure zugestellt, gehe aus dem GeschĂ€ftsbericht 2019 hervor. Die KlĂ€gerinnen schreiben dem Implantat eine Vielzahl Beschwerden zu, wie Schmerzen, Blutungen und Depressionen. Bayer hatte 2013 die US-Firma Conceptus, den Hersteller des VerhĂŒtungsprodukts Essure ĂŒbernommen.[151]

Im August 2020 wurde bekannt, dass Bayer sich im Streit um mögliche Risiken durch die Sterilisationsspirale Essure mit dem Großteil der KlĂ€gerinnen in den USA geeinigt habe. Es seien Vereinbarungen getroffen worden, mit denen etwa 90 Prozent der insgesamt fast 39.000 Klagen in den Vereinigten Staaten beigelegt wĂŒrden. Bayer zahlt fĂŒr den Vergleich insgesamt rund 1,35 Mrd. Euro. Darin enthalten sei eine Pauschale fĂŒr AnsprĂŒche, fĂŒr die noch keine Vereinbarungen vorlĂ€gen.[152]

Menschenrechte und Umweltschutz

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Menschenrechtsverletzungen

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Im Schwarzbuch Markenfirmen â€“ Die Machenschaften der Weltkonzerne werden Bayer schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen, unter anderem „Import von Rohstoffen aus Kriegsgebieten, Finanzierung unethischer Medikamentenversuche, Behinderung eines Entwicklungslandes bei der Herstellung und Vermarktung lebenswichtiger Medikamente, Vertrieb gefĂ€hrlicher Pflanzengifte, Ausbeutung und Kinderarbeit bei Rohstofflieferanten“. Mit den Rohstoffimporten trug eine Tochterfirma „laut den Vereinten Nationen wesentlich zur Aufrechterhaltung des Krieges [im Kongo] bei“.[153]

Tierversuche

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Ab Ende der 1970er-Jahre hatten die Tierversuchszahlen großer forschender Pharma- und Chemiekonzerne zu einer heftigen öffentlichen Debatte ĂŒber Nutzen und Notwendigkeit von Tierversuchen beigetragen, begleitet von zahlreichen Protesten in der Bevölkerung. Der Tierverbrauch der Bayer AG[154] war Gegenstand kritischer Medienberichte.[155]

CO-Pipeline

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→ Hauptartikel: CO-Pipeline der Bayer AG

Anfang 2007 geriet das Unternehmen wegen des Baus einer CO-Pipeline zwischen den Werken Krefeld-Uerdingen und Dormagen, die eine große GefĂ€hrdung fĂŒr Mensch und Natur darstelle, in die Kritik, weil das Gas farb- und geruchlos ist und ein Ausströmen daher nicht bemerkt werden könne. Die getroffenen Sicherheitsmaßnahmen seien unzureichend.[156]

Umweltverschmutzung

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Schon 1854 hatten 23 Barmer BĂŒrger gegen eine Konzessionserteilung fĂŒr Friedrich Bayer, um Zinn- und Eisenbeize, Indigokarmin und Blaupulver herzustellen, Protest eingelegt, da sie SchĂ€den an Gesundheit und Vegetation befĂŒrchteten. Im Sommer 1864 musste das erst ein Jahr zuvor gegrĂŒndete Unternehmen die ersten EntschĂ€digungen zahlen.[157]

Bis Ende 2012 wollte der Teilkonzern BayerCropScience alle hochgiftigen Insektizide vollstĂ€ndig auslisten.[158] Jedoch bot der Konzern noch 2014 mit Chlorpyrifos-methyl eine Verbindung aus der Gruppe der PhosphorsĂ€ureester an.[159]

Das Unternehmen belegte 2016 Rang 3 im Toxic 100 Index des Political Economy Research Institute der UniversitĂ€t von Massachusetts.[160] Der Index ist eine Liste der 100 grĂ¶ĂŸten Luftverschmutzer der USA. Er berĂŒcksichtigt die direkten und indirekten Emissionen und deren ToxizitĂ€t. Bei der Jahreshauptversammlung 2019 der Bayer AG protestierten Landwirte und Imker gegen die Herstellung und den Verkauf von Pestiziden, indem sie vor dem World Conference Center Bonn tote Bienen aufhĂ€uften.[161]

Pflanzenschutzmittelexporte

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Von Bayer hergestellte Pflanzenschutzmittelwirkstoffe, welche in der EU keine Genehmigung (mehr) haben, wurden 2017 auf dem brasilianischen und sĂŒdafrikanischen Markt vertrieben. Dazu gehören beispielsweise Oxadiazon, Propineb, Thidiazuron und Triadimenol.[162] Auch in den Folgejahren hat Bayer den Export solcher Pestizide gemeldet.[163]

Klimaschutz

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Ende Oktober 2010 geriet der Konzern in die Kritik, da er zusammen mit der BASF und E.ON US-Politiker, die den Klimawandel leugnen oder Gesetze dagegen blockieren, mit einer Spende in Höhe von 175.000 US-Dollar gesponsert hat. Kritisiert wurde vor allem, dass diese Unternehmen Klimaschutzziele in Europa mit der BegrĂŒndung ablehnten, dass die USA in diesem Bereich untĂ€tig seien.[164]

Im Jahre 2023 schloss die Bayer AG und mit dem Stromerzeuger Cat Creek Energy (CCE)[165] einen Versorgungsvertrag ab. CCE wird Wind- und Solarparks sowie ein Pumpspeicherkraftwerk am Anderson Ranch Reservoir im US-Bundesstaat Idaho errichten. Das Projekt soll jĂ€hrlich 1,4 Terawattstunden grĂŒnen Stroms erzeugen, was ungefĂ€hr dem Energieverbrauch von 150.000 Haushalten in den USA entspricht, um vierzig Prozent des von Bayer weltweit und sechzig Prozent des in den USA eingekauften Stroms aus erneuerbaren Energiequellen zu liefern.[166]

Preismanipulationen und -absprachen

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Aspirin-Preisabsprachen

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Am 11. Oktober 2007 durchsuchte das Bundeskartellamt BĂŒros der Vertriebsgesellschaft Bayer Vital an den Standorten Leverkusen und Köln. Der Stern hatte zuvor einen Artikel veröffentlicht, wonach Bayer in sogenannten Zielvereinbarungen illegale Preisabsprachen mit rund 11.000 deutschen Apotheken getĂ€tigt habe. Der Konzern hatte den Apothekern einen Zusatzrabatt von 3 Prozent versprochen, wenn diese sich an die von Bayer vorgegebenen Grenzen fĂŒr PreisnachlĂ€sse hielten.[167] Die Verbraucherzentralen hatten in einer Untersuchung 2007 festgestellt, dass 90 Prozent aller Apotheken fĂŒr Aspirin einen Preis in Höhe der unverbindlichen Bayer-Preisempfehlung verlangten.[168] Wegen der nachgewiesenen Preisabsprachen wurde Bayer 2008 mit einem Bußgeld von ĂŒber 10 Millionen Euro belegt.[169]

Kautschuk-Kartell

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2007 verhĂ€ngte die EuropĂ€ische Kommission gegen die Konzerne Bayer, Denka, DuPont, Dow Chemical, Eni und Tosoh eine Geldbuße von insgesamt 243,2 Millionen Euro. Der Grund war die Errichtung eines Chloropren-Kautschuk-Kartells. Die Unternehmen hatten sich laut Kommission zwischen 1993 und 2002 den Markt fĂŒr Chloropren-Kautschuk untereinander aufgeteilt und Preisvereinbarungen getroffen. Mit 201 Millionen Euro wurde Bayer der grĂ¶ĂŸte Teil der Kartellbuße auferlegt. Dank der 2002 eingefĂŒhrten Kronzeugenregelung wurde allerdings Bayer die gesamte Geldbuße erlassen, obwohl der Konzern bereits frĂŒher an Ă€hnlichen Zuwiderhandlungen beteiligt war und somit ohne Kronzeugenregelung mit einer erhöhten Kartellstrafe hĂ€tte rechnen mĂŒssen. Nach BerĂŒcksichtigung der aufgrund der Kronzeugenregelung gewĂ€hrten ErmĂ€ĂŸigungen entfiel der grĂ¶ĂŸte Teil der Geldbuße mit 132,1 Millionen Euro auf Eni, welche neben Bayer bereits in frĂŒheren Kommissionsentscheidungen wegen KartellaktivitĂ€ten mit Geldbußen belegt wurde.[170]

Preismanipulationen zu Lasten der US-Sozialkassen

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Im April 2003 musste Bayer laut dem Schwarzbuch Markenfirmen „wegen betrĂŒgerischer Preismanipulationen zu Lasten öffentlicher Sozialkassen eine Strafe [
] an die US-Regierung zahlen.“[153]

Marketingmethoden

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Arznei-telegramm und Spiegel Online berichteten im Januar 2012 ĂŒber „DrĂŒckermethoden an der PraxistĂŒr“. Dabei wurde kritisiert, dass Ärzten im Rahmen von Werbung – unaufgefordert – Muster zugeschickt werden. Arzneimittelmuster dĂŒrfen aber laut Arzneimittelgesetz (AMG) nur dann abgegeben werden, wenn der Arzt das Muster schriftlich angefordert hat (§ 47 AMG). Deshalb verlangt im hier kritisierten Verfahren der Postbote eine Unterschrift des Arztes. Die Freiwillige Selbstkontrolle fĂŒr die Arzneimittelindustrie e. V. (FSA) hat ein Beanstandungsverfahren eingeleitet und wird prĂŒfen, ob diese Form der Musterabgabe zulĂ€ssig ist.[171]

Negativpreise

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Bayer wurde 2002 ein Big Brother Award in der Kategorie „Arbeitswelt“ verliehen. Die Jury begrĂŒndete dies mit den Drogentests, welche von Auszubildenden erbracht werden mĂŒssen, um einen Ausbildungsplatz zu erhalten.[172]

Im Oktober 2018 erhielt Bayer Austria den Big Brother Award in der Kategorie Kommunikation und Marketing fĂŒr die PlĂ€ne, Werbung mithilfe von Gesichtsscannern in Apotheken an Zielgruppen zu bringen.[173][174]

Vermeidung der EEG-Umlage

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Bayer fĂŒhrte ĂŒber Jahre bis zu einer Milliarde Euro Umlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nicht ab. Bayer griff dabei auf ein sogenanntes Scheibenpachtmodell zurĂŒck, das eine GesetzeslĂŒcke ausnutzt, um die EEG-Umlage zu umgehen.[175]

Dokumentarfilme

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  • Das Glyphosat-Debakel. Klagen, Krisen, Kursverluste beim Bayer-Konzern. Von Volker Wasmuth und Patrick Zeilhofer, Deutschland 2022, 45 Minuten (ZDF Info am 22. Dezember 2022; ZDF Mediathek bis 21. Dezember 2027).
  • Bayer, Bauern und die Bienen. Ein Konzern unter Druck. Von Berndt Welz, Deutschland 2019, 28 Minuten (ZDF am 30. Oktober 2019).

Literatur

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  • Stefan Blaschke: Unternehmen und Gemeinde. Das Bayerwerk im Raum Leverkusen 1891–1914. SH-Verlag, Köln 1999, ISBN 3-89498-068-0.
  • Tina Guenther: Strukturwandel und Kulturwandel international tĂ€tiger deutscher Unternehmen: Das Beispiel des Bayer-Konzerns. DUV, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-8350-0397-2
  • RĂŒdiger Liedtke: Wem gehört die Republik? 2007. Die Konzerne und ihre Verflechtungen in der globalisierten Wirtschaft. Namen – Zahlen – Fakten. Eichborn, Frankfurt am Main 2006, ISBN 978-3-8218-5658-2, S. 39–45.
  • Valentina Maria Stefanski: Zwangsarbeit in Leverkusen: polnische Jugendliche im IG Farbenwerk. fibre Verlag, OsnabrĂŒck 2000 (= Einzelveröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts Warschau, Bd. 2), ISBN 3-929759-43-8.
  • Klaus Tenfelde, Karl-Otto Czikowsky, JĂŒrgen Mittag, Stefan Moitra, Rolf Nietzard (Hrsg.): Stimmt die Chemie? Mitbestimmung und Sozialpolitik im Bayer-Konzern. Klartext Verlag, Essen 2007, ISBN 978-3-89861-888-5.
  • Erik Verg: Meilensteine. 125 Jahre Bayer. Selbstverlag Bayer AG, Leverkusen 1988, ISBN 3-921349-48-6.

Weblinks

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Commons: Bayer AG â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Bayer AG
  • Bayer Kultur
  • Literatur von und ĂŒber Bayer AG im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • FrĂŒhe Dokumente und Zeitungsartikel zu Bayer AG in den Historischen Pressearchiven der ZBW

Einzelnachweise

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  1. ↑ a b Handelsregister Abteilung B Nummer 48248 beim Amtsgericht Köln
  2. ↑ Bayer AG: Vorstand. Abgerufen am 9. Mai 2024.
  3. ↑ a b c GeschĂ€ftsbericht 2025. Abgerufen am 4. MĂ€rz 2026. 
  4. ↑ Die Geschichte von Bayer. Abgerufen am 24. November 2021. 
  5. ↑ Avoxa-Mediengruppe Deutscher Apotheker GmbH: 150 Jahre Bayer: Ein Kaufmann, ein FĂ€rber und eine Erfolgsgeschichte. Abgerufen am 24. November 2021. 
  6. ↑ Friedrich Bayer. Abgerufen am 24. November 2021. 
  7. ↑ Albert Gieseler -- Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co. Abgerufen am 24. November 2021. 
  8. ↑ Bayer: Historie
  9. ↑ Das quantifizierte Familienunternehmen. (PDF) Abgerufen am 24. November 2021. 
  10. ↑ Werbung fĂŒr Heroin aus dem Jahre 1912 (Memento vom 29. April 2014 im Internet Archive)
  11. ↑ VerspĂ€tete Ehrung. Abgerufen am 24. November 2021. 
  12. ↑ Verg 1988, S. 110, Z. 4.
  13. ↑ Verg 1988, S. 115, Z. 24–28;
    F. Gruss: Leverkusen. Geschichte und Geschichten; Verlag Anna Gruss, Leverkusen, 2003; S. 76, Z. 11–15.
  14. ↑ Verg 1988, S. 194.
  15. ↑ Verg 1988, S. 194, Z. 22.
  16. ↑ Verg 1988, S. 195.
  17. ↑ Verg 1988, S. 201 ff.
  18. ↑ Bundesfachtagung der ChemiefachschaftenBundesfachtagung der Chemiefachschaften (Memento vom 13. MĂ€rz 2016 im Internet Archive)
  19. ↑ Verg 1988, S. 216 f.
  20. ↑ Verg 1988, S. 222 ff.
  21. ↑ Verg 1988, S. 268
  22. ↑ Verg 1988, S. 294.
  23. ↑ Stefanski: Zwangsarbeit in Leverkusen: polnische Jugendliche im IG Farbenwerk. 2000, S. 57, Z. 9.
  24. ↑ Stefanski: Zwangsarbeit in Leverkusen: polnische Jugendliche im IG Farbenwerk. 2000, S. 60, Z. 15.
  25. ↑ Verg 1988, S. 296
  26. ↑ Vgl. Eva Wolff: Nationalsozialismus in Leverkusen, veröffentlicht Stadt Leverkusen 1988; ISBN 3-9801905-0-1, S. 552.
  27. ↑ Vgl. Ulrich Herbert: Fremdarbeiter. Politik und Praxis des „AuslĂ€nder-Einsatzes“ in der Kriegswirtschaft des Dritten Reiches. Dietz-Verlag Bonn, 1999; ISBN 3-8012-5028-8; S. 157 ff.
  28. ↑ Stefanski: Zwangsarbeit in Leverkusen: polnische Jugendliche im IG Farbenwerk. 2000, S. 71, Z. 14.
  29. ↑ Gottfried Plumpe: Die IG Farbenindustrie AG. Wirtschaft, Technik und Politik 1904–1945 Duncker & Humblot, Berlin, 1990; ISBN 3-428-06892-0, S. 627 f.
  30. ↑ Vgl. auch: Stefanski 2000, S. 70 ff.
  31. ↑ Stefanski: Zwangsarbeit in Leverkusen: polnische Jugendliche im IG Farbenwerk. 2000, S. 69, Anm. 19
  32. ↑ Stefanski: Zwangsarbeit in Leverkusen: polnische Jugendliche im IG Farbenwerk. 2000, S. 78.
  33. ↑ Vgl. Stefanski 2000;
  34. ↑ Martin Weinmann: Das nationalsozialistische Lagersystem (CCP) Frankfurt, 1990
  35. ↑ Stefanski: Zwangsarbeit in Leverkusen: polnische Jugendliche im IG Farbenwerk. 2000, S. 68 f.
  36. ↑ Stefanski: Zwangsarbeit in Leverkusen: polnische Jugendliche im IG Farbenwerk. 2000, S. 109.
  37. ↑ Stefanski: Zwangsarbeit in Leverkusen: polnische Jugendliche im IG Farbenwerk. 2000, S. 110, Z. 8 ff. und Anm. 26.
  38. ↑ Stefanski: Zwangsarbeit in Leverkusen: polnische Jugendliche im IG Farbenwerk. 2000, S. 233 ff.; S. 249.
  39. ↑ Firma Bayer aus MĂŒller, Auschwitz, Seite 140.
  40. ↑ Verg 1988, S. 314.
  41. ↑ BörsenplĂ€tze - Bayer Investor Relations. Abgerufen am 15. Februar 2019. 
  42. ↑ Hans Bangen: Geschichte der medikamentösen Therapie der Schizophrenie. Berlin 1992, ISBN 3-927408-82-4.
  43. ↑ Junge Welt: Von Aspirin bis Zyklon B von Philipp Mimkes
  44. ↑ Anorganische Chemikalien, organische Chemikalien, Kautschuk, Kunststoffe und Lack, Polyurethane, Farben, Fasern, Pharma und Pflanzenschutz
  45. ↑ Personalwesen, Ingenieurverwaltung, Finanz- und Rechnungswesen, Beschaffung, Werbung und Marktforschung, Rechts- und Steuerwesen, zentrale Forschung, Patente, Marken und Lizenzen und zentrale Anwendungstechnik
  46. ↑ Rosenthal, Erika: The Tragedy of Tauccamarca. Human Rights Perspective on the Pesticide Poisoning Deaths of 24 Children in the Peruvian Andes. In: International Journal of Occupational and Environmental Health. Band 9, Nr. 1, 2003, S. 53–58 bvsde.paho.org (Memento vom 30. Januar 2012 im Internet Archive) (PDF; 1 MB).
  47. ↑ Bayer: Letzter Handelstag fĂŒr Bayer-ADS an der Wall Street (Memento vom 26. August 2014 im Internet Archive), Pressemitteilung vom 25. September 2007.
  48. ↑ BASF Pressemitteilung (Memento vom 20. Juli 2012 im Webarchiv archive.today)
  49. ↑ Corporate Center Communications: AktionĂ€rsbrief 2002 – Zwischenbericht Dreivierteljahr 2002. (PDF) In: bayer.de. Bayer AG, 2002, abgerufen am 13. Oktober 2023. 
  50. ↑ Bayer-Sparte fĂŒr 4,2 Milliarden an Siemens, 30. Juni 2006.
  51. ↑ Bayer vollendet Algeta-Übernahme. handelsblatt.com, 6. MĂ€rz 2014, abgerufen am 10. MĂ€rz 2014. 
  52. ↑ Pressemitteilung: Bayer möchte Consumer-Care-GeschĂ€ft von Merck ĂŒbernehmen (Memento vom 16. April 2015 im Internet Archive), 7. Mai 2014.
  53. ↑ tagesschau-Bericht zur Übernahme des Consumer-Care-GeschĂ€fts von Merck & Co. (Memento vom 8. Mai 2014 im Internet Archive), 7. Mai 2014.
  54. ↑ Bayer MaterialScience wird zu Covestro. Abgerufen am 10. MĂ€rz 2016. 
  55. ↑ Bayer AG: 2010-2018 – Eine Reise durch die Geschichte von Bayer. Abgerufen am 25. Dezember 2018. 
  56. ↑ Bayer-Monsanto-Übernahme: Diese Rolle spielt Werner Wenning im Mega-Deal. In: wiwo.de. 16. September 2016, abgerufen am 11. November 2024. 
  57. ↑ Bayer AG: Aktuelle Kennzahlen der Bayer AG. 23. Mai 2016, abgerufen am 23. Mai 2016. 
  58. ↑ Bayer erhöht Angebot fĂŒr Monsanto. In: Zeit Online. 6. September 2016, abgerufen am 6. September 2016. 
  59. ↑ Übernahmeangebot erfolgreich: Bayer bekommt Monsanto fĂŒr 66 Milliarden Dollar bei Spiegel Online, 14. September 2016 (abgerufen am 14. September 2016).
  60. ↑ Entscheidung der EU-Kommission: Bayer darf Monsanto ĂŒbernehmen. In: spiegel.de, 21. MĂ€rz 2018 (abgerufen am 21. MĂ€rz 2018).
  61. ↑ BASF schließt Erwerb des GemĂŒsesaatgutgeschĂ€fts von Bayer ab. In: basf.com. 16. August 2018, abgerufen am 28. MĂ€rz 2024. 
  62. ↑ Dax-Konzern. Bayer-Aktie stĂŒrzt nach Glyphosat-Urteil ab. Der Tagesspiegel, 13. August 2018.
  63. ↑ dpa, gra: Datensicherheit: Hackerangriff auf Chemiekonzern Bayer. In: zeit.de. 4. April 2019, abgerufen am 4. MĂ€rz 2023. 
  64. ↑ Pharmakonzern: Bayer baut deutschlandweit 4500 Stellen ab – Servicegesellschaft BBS droht das Aus. Abgerufen am 12. Juli 2019. 
  65. ↑ AktionĂ€re verweigern Bayer-Chef Baumann die Entlastung. In: Manager Magazin Online. 26. April 2019, abgerufen am 26. April 2019. 
  66. ↑ Henning Jauernig, Katja Braun (Grafik): Bayers Monsanto-Übernahme: Stationen des Niedergangs. In: Spiegel Online. 14. Mai 2019 (spiegel.de [abgerufen am 15. Mai 2019]). 
  67. ↑ Bayer in drittem Glyphosat-Prozess zu Milliarden-Zahlung verdonnert. In: Die Presse. 14. Mai 2019, abgerufen am 16. Mai 2019. 
  68. ↑ Wegen UmweltschĂ€den: Neue Klage gegen Monsanto. (faz.net [abgerufen am 2. Juni 2019]). 
  69. ↑ UNTERNEHMEN vom 26.07.2019 – 15.15 Uhr. 26. Juli 2019, abgerufen am 26. Juli 2019. 
  70. ↑ Gericht will Milliardenstrafe in Glyphosat-Fall senken. In: BÖRSE ONLINE. 19. Juli 2019, abgerufen am 19. Juli 2019. 
  71. ↑ Anja Ettel: Glyphosat: Bayers Problem ist jetzt um 5000 Klagen grĂ¶ĂŸer. 30. Juli 2019 (welt.de [abgerufen am 31. Juli 2019]). 
  72. ↑ ROUNDUP: Bayer verkauft Tiermedizin fĂŒr 7,6 Mrd. Dollar. Abgerufen am 20. August 2019. 
  73. ↑ Bayer schließt VerĂ€ußerung seiner GeschĂ€ftseinheit Animal Health an Elanco ab | CHEManager. Abgerufen am 3. August 2020. 
  74. ↑ a b GeschĂ€ftsbericht 2021. (PDF) Bayer AG, abgerufen am 12. MĂ€rz 2022. 
  75. ↑ Bayer schließt Übernahme des britischen Biotech-Unternehmens Kandy Therapeutics ab. In: Das Informationsportal fĂŒr die Pharmaproduktion, Management & Technik. 14. September 2020 (pharmaindustrie-online.de [abgerufen am 9. Juli 2025]). 
  76. ↑ Wirtschaftswoche: Pharmaindustrie: Bayer stĂ€rkt Pharmasparte mit Biotech-Zukauf. Abgerufen am 11. August 2020. 
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  78. ↑ Robert Barrie: Bayer applies for EU approval of menopause drug elinzanetant. In: Pharmaceutical Technology. 15. Oktober 2024, abgerufen am 9. Juli 2025 (amerikanisches Englisch). 
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Unternehmen im EURO STOXX 50 (Stand: April 2025)

Adidas | Adyen | Ahold Delhaize | Air Liquide | Airbus | Allianz | Anheuser-Busch InBev | ASML | Axa | Banco Santander | BASF | Bayer | BBVA | BMW | BNP Paribas | Danone | Deutsche Börse | Deutsche Post | Deutsche Telekom | Enel | Eni | EssilorLuxottica | Ferrari | HermĂšs | Iberdrola | Inditex | Infineon | ING Groep | Intesa Sanpaolo | Kering | L’OrĂ©al | LVMH | Mercedes-Benz Group | MĂŒnchener RĂŒck | Nokia | Nordea | Pernod Ricard | Prosus | Safran | Sanofi | SAP | Schneider Electric | Siemens | Stellantis | TotalEnergies | Unicredit | Vinci | Volkswagen | Wolters Kluwer

DAX-Logo
Unternehmen im DAX

Aktuelle Unternehmen:
Adidas | Airbus | Allianz | BASF | Bayer | Beiersdorf | BMW | Brenntag | Commerzbank | Continental | Daimler Truck | Deutsche Bank | Deutsche Börse | Deutsche Post | Deutsche Telekom | E.ON | Fresenius | Fresenius Medical Care | GEA Group | Hannover RĂŒck | Heidelberg Materials | Henkel | Infineon | Mercedes-Benz Group | Merck | MTU Aero Engines | MĂŒnchener RĂŒck | Porsche Automobil Holding | Qiagen | Rheinmetall | RWE | SAP | Scout24 | Siemens | Siemens Energy | Siemens Healthineers | Symrise | Volkswagen | Vonovia | Zalando

Ehemalige Unternehmen:
Altana | Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank | Bayerische Vereinsbank | Covestro | Degussa | Delivery Hero | Deutsche Babcock | Deutsche Lufthansa | Deutsche Postbank | Deutsche Wohnen | Dresdner Bank | Epcos | FeldmĂŒhle Nobel | HelloFresh | Hoechst | Hypo Real Estate | K+S | Karstadt | Lanxess | Linde | MAN | Mannesmann | Metro | MLP | Nixdorf | Osram | Porsche | ProSiebenSat.1 Media | Preussag | Puma | Salzgitter | Sartorius | Schering | TUI | Thyssenkrupp | Uniper | VEBA | VIAG | Wirecard

(Stand: 22. September 2025)

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