

Pflanzenschutzmittel (PSM) sind SchĂ€dlings- und UnkrautbekĂ€mpfungsmittel, die ĂŒberwiegend zum Schutz von Nutzpflanzen ausgebracht werden. Die EU-Pflanzenschutzmittelverordnung, Artikel 2 definiert sie als chemische oder biologische Wirkstoffe und âGemischeâ (gemÀà REACH-Verordnung), die dazu bestimmt sind,
- Nutzpflanzen und deren Erzeugnisse vor Schadorganismen zu schĂŒtzen oder ihrer Einwirkung vorzubeugen (z. B. Insektizide, Rodentizide),
- in einer anderen Weise als ein Wirkstoff die Lebenswege von Pflanzen zu beeinflussen (z. B. Wachstumsregulatoren),
- Pflanzenerzeugnisse zu konservieren (Beizmittel fĂŒr Saatgut und Vorratsschutzmittel),
- unerwĂŒnschte Pflanzen oder Pflanzenteile zu vernichten, ein unerwĂŒnschtes Wachstum von Pflanzen zu hemmen oder einem solchen Wachstum vorzubeugen (Herbizide).
Die Produkte dĂŒrfen erst dann vermarktet werden, wenn sie ein Zulassungsverfahren durchlaufen haben. Zulassungsstelle fĂŒr PSM in Deutschland ist das Bundesamt fĂŒr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Braunschweig, in der Schweiz das Bundesamt fĂŒr Lebensmittelsicherheit und VeterinĂ€rwesen (BLV) in Liebefeld.
Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist aufgrund der komplexen UmwelteinflĂŒsse umstritten.
Geschichte des Pflanzenschutzes
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Die Geschichte des Pflanzenschutzes ist so alt wie die Geschichte des Ackerbaus. Bereits in der Antike wurde vom Einsatz anorganischer Chemikalien berichtet. Plinius der Ăltere rĂ€t zur Verwendung von Arsen als Insektizid, freilich ohne um die ToxizitĂ€t von Arsen zu wissen.[1.1] Auch im alten China ist eine systematische BekĂ€mpfung von Heuschrecken um 1000 v. Chr. bekannt gewesen.[2]
Durch Entdeckungsreisen in andere LĂ€nder stieĂen Forscher auf pflanzliche Wirkstoffe, die gegen SchĂ€dlinge eingesetzt werden konnten: Nikotin aus TabakblĂ€ttern (1763), Pyrethrum aus ChrysanthemenblĂŒten (1843), Rotenon aus Tubawurzeln (1848).[2] Bekannte Plagen in der Geschichte waren die GroĂe Hungersnot in Irland zwischen 1845 und 1851, bei der bis zu einer Million Menschen starben und zwei Millionen Iren in die Auswanderung nach Amerika getrieben wurden sowie in Deutschland wĂ€hrend der Jahre 1916â1917 der SteckrĂŒbenwinter.[3]
Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts begann man, anorganische Salze im industriellen MaĂstab zu produzieren und einzusetzen. Ab 1867 wurde das Schweinfurter GrĂŒn oder Pariser GrĂŒn, ab 1878 die BordeauxbrĂŒhe oder KupferkalkbrĂŒhe und ab 1890 das Bleiarsenat im Kartoffelanbau und im Obst- und Weinbau eingesetzt. Ab 1913 wurde in Deutschland auch Methylquecksilber als Pflanzenschutzmittel angeboten. Als erstes organisches Insektizid gilt das 1892 von Bayer eingefĂŒhrte Dinitro-o-kresol. Es diente zunĂ€chst der BekĂ€mpfung des Nonnenfalters im Waldbau, wurde aber ab 1932 in Frankreich auch als Getreideherbizid angeboten.[1.1]
Im Jahr 1938 wurde dann das gut wirksame Insektizid TEPP (Tetraethylpyrophosphat), im Jahr 1939 die Wirksamkeit des DDT von Paul Hermann MĂŒller (Geigy) entdeckt. DDT wurde viel verwendet, reicherte sich aber in der Umwelt und Nahrungskette an.[2]
Schwer abbaubare Chemikalien, die sich ĂŒber weite Gebiete â auch im Wasser verteilen â und sich auch im menschlichen Fettgewebe anreichern können, nennt man langlebige organische Schadstoffe (oder POP von persistent organic pollutants).[4]
Im Jahr 1942 wurde 2,4-D (2,4-DichlorphenoxyessigsĂ€ure) als erstes Herbizid entdeckt. 1944 entdeckte Gerhard Schrader die ThiophosphorsĂ€ureester als wirksame Insektizide. Aufgrund der guten biologischen Abbaubarkeit wird diese Stoffgruppe zur SchĂ€dlingsbekĂ€mpfung gerne eingesetzt. 1956 wurden Triazin-Herbizide in der Schweiz eingefĂŒhrt.[3]
In den USA entdeckte man 1930 die fungizide Wirkung von Dithiocarbamaten.[3]
In den 70er-Jahren wurde Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat zugelassen, welches Stand 2021 seit einiger Zeit das erfolgreichste Pflanzenschutzmittel auf den Markt ist. Die VorzĂŒglichkeit von Breitbandherbiziden wurde ab 1996 mit der EinfĂŒhrung von glyphosat-resistenten Pflanzen weiter gesteigert. Heutzutage ist der Einsatz des Wirkstoffs umstritten, wobei die steigende Anzahl an resistenten BeikrĂ€utern vor allem an der intensiven, einseitigen Nutzung der Kombination aus Wirkstoff und resistenter Pflanze und anfangs fehlendem Resistenzmanagement liegt.[5][6]
Durch die immer zeit- und kostenintensivere Entwicklung von neuen PSM-Wirkstoffen, steigenden Anforderungen bei der Zulassung und Anwendung stagniert die Neuzulassung neuer Wirkstoffe in den letzten Jahren.
2024 wurde das von der Firma GreenLight Biosciences unter dem Namen Calantha vermarktete Pestizid Lepondra von der Environmental Protection Agency (EPA) in den USA zugelassen.[7] Anders als herkömmliche Pestizide basiert es auf einem Mechanismus namens RNA-Interferenz (RNAi). Es zielt auf ein lebenswichtiges Gen, das fĂŒr die katalytisch aktive Proteasom Untereinheit ÎČ5 des KartoffelkĂ€fers (Leptinotarsa decemlineata) codiert, ab. Die lethal wirkende, als Spray applizierte doppelstrĂ€ngige RNA (dsRNA) hemmt die Beseitigung von geschĂ€digten Proteinen, was zur AnhĂ€ufung von Poly-ubiquitinierten Proteinen in KartoffelkĂ€ferzellen fĂŒhrt.[8][9] Das Zielgen ist einzigartig fĂŒr den SchĂ€dling und seine nahen Verwandten, was SchĂ€den an BestĂ€ubern und anderen Arten verhindern soll.
Mit der EinfĂŒhrung neuer genomischer Techniken (z. B.: Genome Editing) hat sich die Möglichkeit ergeben pflanzeneigenes Genmaterial kostengĂŒnstig und zielgerichtet so zu verĂ€ndern, dass beispielsweise Resistenzen gegenĂŒber bestimmten Schaderregern entstehen.[10]
Pflanzenschutzmittelverzeichnisse
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die EU-Pflanzenschutzmitteldatenbank wird von der Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gefĂŒhrt.
In Deutschland zugelassene oder zugelassen gewesene Pflanzenschutzmittel sind ĂŒber diverse Online-Datenbankformate des Bundesamtes fĂŒr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) abzurufen.[11] Seit 2003 bis zur letzten Ausgabe 2018[12] waren sie im jĂ€hrlich erscheinenden siebenbĂ€ndigen Pflanzenschutzmittelverzeichnis des BVL mit Wirkstoffen, Wirkstoffgehalt, Anwendungen und Kennzeichnungsauflagen gelistet (vorher von der Biologischen Bundesanstalt fĂŒr Land- und Forstwirtschaft ausgegeben, die -2008 im Julius KĂŒhn-Institut â Bundesforschungsinstitut fĂŒr Kulturpflanzen (JKI) aufgegangen- dann nur noch Band 6 ausgab):
- Teil 1: Ackerbau â Wiesen und Weiden â Hopfenbau â Nichtkulturland
- Teil 2: GemĂŒsebau â Obstbau â Zierpflanzenbau
- Teil 3: Weinbau
- Teil 4: Forst
- Teil 5: Vorratsschutz
- Teil 6: Anerkannte Pflanzenschutz- und VorratsschutzgerÀte
- Teil 7: Haus- und Kleingartenbereich.
In Ăsterreich ist die Agentur fĂŒr Gesundheit und ErnĂ€hrungssicherheit (AGES) zustĂ€ndig.[13]
Die in der Schweiz zugelassenen PrĂ€parate und Wirkstoffe können beim Bundesamt fĂŒr Landwirtschaft eingesehen werden.[13]
Einteilung von Pflanzenschutzmitteln
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Markt und Hersteller
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Der Weltmarkt fĂŒr Pflanzenschutzmittel betrug im Jahr 2014 42,7 Mrd. Euro und verteilt sich zu 28,5 % auf Lateinamerika, 25,9 % auf Asien inkl. Japan und Ozeanien, 24,5 % auf die EuropĂ€ische Union und 17,3 % auf die USA, Kanada und Mexiko. Der Umsatz in Deutschland betrug 1,6 Mrd. âŹ.[15] Die zehn umsatzstĂ€rksten Hersteller von Pflanzenschutzmitteln waren Syngenta (10,3 Mrd. Dollar), Bayer CropScience (9,5), BASF (6,0), Dow AgroSciences (5,0), Monsanto (3,7), DuPont (3,2), Makhteshim Agan (2,6), Nufarm (2,3), Sumitomo Chemical (2,0) und FMC (1,8).[16] In Deutschland liegt der Absatz jĂ€hrlich bei ca. 40.000 t, 2011 wurden 43.000 t verkauft.
Fusionen und Ăbernahmen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Um 1990 hielten die GroĂunternehmen BASF, Bayer, Hoechst, Schering, Ciba-Geigy, Sandoz eigene Abteilungen zur Entwicklung von Pflanzenschutzmitteln in Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Die Entwicklung neuer Pflanzenschutzwirkstoffe hat sich durch die erheblich gestiegenen Kosten fĂŒr die Forschung so verteuert, dass diese nur noch von GroĂfirmen und Industriekooperationen aufgebracht werden können, was in der Folge zu zahlreichen Firmenfusionen fĂŒhrte.
1994 wurde die Agrarsparte von Hoechst mit der von Schering zusammengelegt, es entstand das neue Unternehmen AgrEvo. Die französische RhĂŽne-Poulenc fusionierte mit Hoechst zu Aventis, das neue Unternehmen fĂŒhrte AgrEvo mit der Agro-Sparte von RhĂŽne-Poulenc zum neuen Unternehmen Aventis CropScience zusammen.
2002 legte Bayer seinen Pflanzenschutzsektor mit Aventis CropScience zusammen, es entstand das Unternehmen Bayer CropScience.[17]
Die BASF ĂŒbernahm die Pflanzenschutzmittelforschung von Shell und der American Cyanamid. Im Jahr 2000 wurde das GeschĂ€ft der BASF durch den Pflanzenschutzmittelbereich einer US-Firma (American Home Products) erweitert.
Die Schweizer Chemiekonzerne Sandoz und Ciba-Geigy fusionierten zu Novartis. 1996 entstand die Novartis Crop Protection. Bei der Zusammenlegung von Novartis Crop Protection mit Zeneca entstand ein selbststĂ€ndiges Agrounternehmen mit dem Namen Syngenta.[2] Syngenta wurde im Jahr 2017 vom chinesischen Staatsunternehmen ChemChina ĂŒbernommen, wobei die Firmenzentrale vertraglich in Basel verblieb.
Die Bayer AG ĂŒbernahm 2018 den amerikanischen Konzern Monsanto und wurde damit der unangefochtene WeltmarktfĂŒhrer in der Agrochemie mit ĂŒber 20 Mrd. EURO Umsatz p. a.[18]
Zusammensetzung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Pflanzenschutzmittel sind in der Regel Zubereitungen, Wirkstoffe sind also oft mit Hilfsstoffen (Formulierhilfsmittel) gemischt.[19] Rund 4000 eingesetzte Hilfsstoffe sind bekannt.[20] Sie sollen u. a. die Verteilung, die Benetzung, die Anhaftung, die Durchdringung der Cuticula der Pflanze und/oder die StabilitÀt der Tankmischung beeinflussen. Schlecht wasserlösliche Pflanzenschutzmittel benötigen je nach Formulierung ein Lösungsmittel oder einen Emulgator, um ausgebracht werden zu können. Einige Hilfsstoffe, die eigentlich als inert betrachtet werden, können eine eigene ToxizitÀt aufweisen (z. B. Tallowamin).
Ausbringtechnik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Pflanzenschutzmittel wird auf Feldern von einer Feldspritze, oder bei groĂen FlĂ€chen mit einem Flugzeug (in der EU untersagt) oder einem Hubschrauber verteilt. In Raumkulturen wie der Obst- und Weinbau, meist mit GeblĂ€sespritzen. Bei diesen Reihenkulturen werden zunehmend Recyclingspritzen, wie z. B. eine Tunnelspritze, eingesetzt.
Die notwendige Pflanzenschutzmittelmenge zur Herstellung der SpritzbrĂŒhe wird in kg/ha oder l/ha (= Hektaraufwand) und in Zukunft in kg/ha oder l/ha LaubwandflĂ€che (= Dosis je ha LaubwandflĂ€che) angegeben.
Spot Spraying ist ein experimentelles Verfahren Pflanzenschutzmittel begrenzt und gezielt nur auf den Schadorganismus aus zubringen, um so den Pflanzenschutzmitteleinsatz auf der FlĂ€che zu reduzieren. Dazu wird mit einer Drohne mit Echtzeitkinematik und einer hochauflösender Multispektralkamera eine Applikationskarte von der FlĂ€che erstellt und dann einzelne Verunkrautung mit einer EinzeldĂŒsenschaltung behandelt. Spot Spraying als Form des Precision Farming hat ein Einsparpotential an Pflanzenschutzmitteln bis zu 90 %.[21]
Einsatzgebiete und Verbrauch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Herbizide sind mit einem Anteil von etwa 50 % die wichtigste Pflanzenschutzmittelkategorie. Sie werden auf 92â97 % aller AnbauflĂ€chen von Mais, Baumwolle, Soja und Zitruspflanzen ausgebracht. Bei GemĂŒse liegt der behandelte Anteil bei 3/4 und bei Obst bei 2/3.[22]
In Asien, Afrika und Lateinamerika dominieren dagegen die Insektizide.[22]
| Landwirtschaftsprodukte | Umsatzanteil aller Pflanzenschutzmittel |
|---|---|
| FrĂŒchte, GemĂŒse, NĂŒsse | 21 % |
| Getreide | 13,1 % |
| Mais | 8,0 % |
| Reis | 8,0 % |
| Baumwolle | 5,0 % |
| Ălpflanzen | 5,8 % |
| Privathaushalte, Garten, Zierpflanzen | 17,2 % |
| Sonstige | 18,1 % |
EuropÀische Union
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Daten ĂŒber den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der EuropĂ€ischen Union liegen nur in beschrĂ€nktem AusmaĂ vor. Nach Angaben von Eurostat sind Applikationsraten verschiedener Pflanzenschutzmittelkategorien nicht verfĂŒgbar. Angaben ĂŒber verkaufte und genutzte Mengen sind nur fĂŒr bestimmte ZeitrĂ€ume und LĂ€nder verfĂŒgbar. Nach der Verordnung (EG) Nr. 1185/2009 des EuropĂ€ischen Parlaments und des Rates vom 25. November 2009 ĂŒber Statistiken zu Pestiziden sind die Mitgliedstaaten ab 2012 verpflichtet, regelmĂ€Ăig Daten ĂŒber die Gesamtmengen von Pflanzenschutzmitteln zu erheben und an die EuropĂ€ische Kommission zu ĂŒbermitteln. Ab 2015 wird zudem der PSM-Einsatz nach Pflanzenart alle fĂŒnf Jahre erhoben.[23]
Das Gesamtgewicht der verkauften PSM-Wirkstoffe stieg zwischen 2000 und 2005 in DĂ€nemark, Estland, Irland, Italien, Lettland, Ungarn, Polen, Portugal, Finnland und Norwegen, ging zurĂŒck in Frankreich, Slowenien und Schweden und blieb relativ stabil in Belgien, Deutschland, den Niederlanden, Ăsterreich und GroĂbritannien. Fungizide und Herbizide waren die meistverkauften Kategorien im Jahr 2005 in den LĂ€ndern, aus denen Daten vorlagen. In Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Ăsterreich machten Fungizide gewichtsmĂ€Ăig mehr als ein Drittel der PSM-VerkĂ€ufe aus; in Portugal, Slowenien und Italien sogar mehr als 60 %. In Belgien, DĂ€nemark, Irland, Lettland, Polen und Finnland hingegen reprĂ€sentierten Herbizide mehr als die HĂ€lfte der Verkaufsmengen; in Estland, Schweden und Norwegen mehr als 80 %. Der gewichtsmĂ€Ăige Anteil der Insektizide war in den meisten LĂ€ndern vernachlĂ€ssigbar (<5 %), auĂer in Belgien (10 %) und Ungarn (16 %). Fungizide, die meistverkauften PSM, lagen im Jahr 2000 am höchsten in Frankreich (53.000 t Wirkstoff), gingen dort bis 2005 jedoch um 32 % zurĂŒck. 2005 wurden die höchsten FungizidverkĂ€ufe in Italien erzielt (54.000 t). Herbizide wurden 2005 in Frankreich am meisten verkauft (29.000 t, 5 % weniger als 2000), gefolgt von Deutschland (15.000 t, 12 % weniger als 2000). Der stĂ€rkste absolute Anstieg, von 5.000 auf 8.000 t, ereignete sich in Polen. InsektizidverkĂ€ufe waren 2000 am gröĂten in Spanien (10.000 t), gefolgt von Italien (7.000 t), wo sie bis 2005 auf 4.000 t absanken.[23]
Die in der EU-25 eingesetzte Gesamtmenge an PSM-Wirkstoffen von 220.000 t entfiel 2003 zu 75 % auf 5 Staaten: Frankreich (28 %), Spanien und Italien (jew. 14 %), Deutschland (11 %) und GroĂbritannien (7 %). Hinsichtlich Fungiziden machten Frankreich (32 %), Italien (17 %) und Spanien (15 %) zusammen 64 % der Gesamtmenge aus, was mit dem Einsatz von Netzschwefel (76 % aller Fungizide) in dem in diesen LĂ€ndern schwerpunktmĂ€Ăig stattfindenden Weinbau zu erklĂ€ren ist. Hinsichtlich Herbiziden dominierten Frankreich (26 %), Deutschland (15 %), Spanien (11 %) und GroĂbritannien (11 %) mit zusammen 63 % des EU-Verbrauch. Der Anbau von Getreide (50 %) und Mais (16 %) machte den GroĂteil des Herbizidverbrauchs aus. Der Insektizidmarkt wurde von Italien (33 %) und Spanien (29 %) gefĂŒhrt, die zusammen mit Frankreich (18 %) mehr als 80 % des gesamten EU-Verbrauchs reprĂ€sentierten. Wachstumshormone entfielen fast ausschlieĂlich auf Getreide sowie zu 33 % auf Frankreich, 31 % auf Deutschland und 17 % auf GroĂbritannien.[24]
Ein groĂer Anteil des Verbrauchs von PSM entfĂ€llt auf Sonderkulturen, was insbesondere am Schwefeleinsatz im Weinbau liegt. Zwischen 2000 und 2003 entfielen 45 % des PSM-Verbrauchs auf Sonderkulturen und 55 % auf Ackerkulturen. Die meisten auf Ackerkulturen eingesetzten PSM sind Herbizide, wobei Getreide und Mais eine dominierende Rolle spielen. In den 1990er Jahren stieg aufgrund der EU-Erweiterung die GetreideflĂ€che um fast 50 % und die Herbizidmenge um ĂŒber 100 %, was einen zunehmenden Herbizideinsatz pro FlĂ€cheneinheit bedeutet. Im Kartoffelanbau ist die BehandlungsintensitĂ€t mit Fungiziden besonders hoch, wenngleich die AnbauflĂ€che relativ klein ist.[24]
Das mit Abstand meistverwendete PSM im Jahr 2003 war Schwefel, welches vor allem zur Kontrolle des Echten Mehltaus im Weinbau genutzt wurde. Trotz eines langfristigen RĂŒckgangs machte Schwefel 2003 noch mehr als 25 % der in der EU ausgebrachten Wirkstoffmenge aus. Die PhosphonsĂ€ure (Glyphosat und die PhosphinsĂ€ure Glufosinat) gewannen seit 1992 an Bedeutung und stellten 2003 die zweitmeistgenutzte PSM-Kategorie dar. Generell nahm die Bedeutung von Herbiziden zu, wĂ€hrend Fungizide zurĂŒckgingen. Innerhalb der Insektizide kam den PhosphorsĂ€ureestern stets eine zentrale Bedeutung zu, da sie ein breites Wirkspektrum sowie geringe Preise aufweisen.[24]
FĂŒr eine Trendanalyse verschiedener PSM-Kategorien ist auch eine Betrachtung der Indexvariation notwendig, da die Wirkstoffdosen mancher Produkte sehr niedrig sind. Dies betrifft besonders die Fungizide, wo Produkte mit hohen Dosen durch Produkte mit geringeren Dosen verdrĂ€ngt wurden. So nahm zwischen 1992 und 2003 die Bedeutung der Fungizidklassen der Carbamate, Dinitroaniline (Fluazinam), Chinoline, Strobilurine und Phenylpyrrole (Fludioxonil) zu, wĂ€hrend sich Morpholine, Oxazole (Isoxazol Hymexazol, Oxazolidindion Famoxadon, Dicarboximid Vinclozolin), Kupfer und Benzimidazole rĂŒcklĂ€ufig zeigten. Bei den Herbiziden verzeichneten ChinolincarbonsĂ€uren (Quinclorac und Quinmerac), PyridincarbonsĂ€ureamide (Diflufenican und Picolinafen), Triazolinone, Cyclohexandione (DIM) und Sulfonylharnstoffe die gröĂten relativen ZuwĂ€chse, und Triazine, Diazine, Triazinone (Metribuzin und Metamitron) und Morphactine (Chlorflurenol) verloren stark an Marktanteil. Innerhalb der Insektizide nahm die relative Bedeutung der Pyridine (Pymetrozin, Flonicamid), Antibiotika (Avermectine, Milbemycine), Phenylpyrazole (Fipronil, Fenpyroximat, Tebufenpyrad), Diacylhydrazine (Methoxyfenozid und Tebufenozid) und Neonicotinoide in den 1990er Jahren stark zu, wĂ€hrend Benzoylharnstoffe, Sulfit-Ester (Propargit) und Tetrazine (Clofentezin) fast vollstĂ€ndig verschwanden und Formamidine (Amitraz, Chlordimeform) und Insektenwachstumsregler (Buprofezin, Cyromazin und Hexythiazox) massiv zurĂŒckgingen.[24]
Verkaufsstatistik
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Offizielle Daten zu den Pflanzenschutzmittel-Verkaufszahlen in den EU-LĂ€ndern stehen bis 2012 zur VerfĂŒgung. Die oben aufgefĂŒhrte Statistik umfasst die offiziellen EUROSTAT-Daten der gesamten Pflanzenschutzmittel-VerkĂ€ufe[26] pro verfĂŒgbarer nationaler AckerflĂ€che in kg/ha.[28] Die Diagrammwerte sind die Summen der entsprechenden Mengen aller sechs Pestizid-Kategorien[29] und normiert mittels der letzten verfĂŒgbaren EUROSTAT-Daten (2010) ĂŒber die nationalen AckerflĂ€chen.
Dem Diagramm zufolge werden höchste Pflanzenschutzmittelmengen im Bereich von 17,5 kg bis 5,5 kg pro ha Ackerland in Malta, den Niederlanden, Portugal, Italien, Belgien, Slowenien und Spanien verkauft. Dabei ist die Verteilung auf die einzelnen Pflanzenschutzmittel-Kategorien durchaus unterschiedlich (rechts, EU-Pflanzenschutzmittel-Kategorien). Zudem zeichnet sich ein Trend ab, nach dem die Verwendung von DĂŒngemitteln direkt mit dem Verkauf von Pflanzenschutzmitteln[26] zusammenhĂ€ngt. Das Punktdiagramm unten zeigt, dass 13 der 28 Staaten sowohl bei Pflanzenschutzmitteln wie auch bei DĂŒngemitteln unter dem EU-Durchschnitt, wogegen 8 Staaten in beiden Stoffklassen gleichzeitig gleich oder ĂŒber den jeweiligen Durchschnittswerten liegen. Bemerkenswert ist auch, dass unter den Top Ten der Welt-Agrar-Export-LĂ€nder lediglich Frankreich gerade noch unter den â13â zu finden ist. Dagegen finden sich gleich vier der Top Ten unter den â8â, nĂ€mlich: NL, DE, IT und BE.[30]
Deutschland
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Anwendungsbereich | 1970 | 1980 | 1990 | 1995 | 2000 | 2005 | 2014[32] | 2015[33] | 2016[34] | 2017[35] | 2018[36] | 2019[37] | 2020[38] | 2021[39] | 2022[40] | 2023[41] | 2024[42] |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Herbizide | 10.661 | 20.857 | 16.957 | 16.065 | 16.610 | 14.698 | 17.887 | 16.336 | 15.046 | 16.716 | 14.545 | 13.660 | 14.619 | 16.114 | 16.850 | 13.168 | 14.466 |
| Fungizide | 6.331 | 6.549 | 10.809 | 9.652 | 9.641 | 10.184 | 12.669 | 12.539 | 12.145 | 13.271 | 11.686 | 10.066 | 9.510 | 9.699 | 11.529 | 9.347 | 10.737 |
| Inerte Gase, Insektizide, Akarizide, Synergisten | 1.521 | 2.341 | 1.525 | 4.925 | 6.111 | 6.809 | 12.649 | 14.885 | 15.483 | 14.580 | 16.252 | 18.674 | 21.269 | 20.596 | 17.123 | 16.019 | 17.505 |
| Sonstige inkl. Wachstumsregler | 956 | 3.183 | 3.679 | 3.889 | 3.232 | 3.803 | 2.898 | 4.372 | 4.247 | 3.739 | 2.472 | 2.350 | 2.632 | 2.365 | 2.790 | 2.165 | 2.593 |
| Summe | 19.469 | 32.930 | 33.146 | 34.531 | 35.594 | 35.494 | 46.103 | 48.132 | 46.921 | 48.306 | 44.955 | 44.750 | 48.030 | 48.765 | 48.292 | 40.599 | 45.301 |
Schweiz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Schweiz waren zwischen 2005 und 2011 im Durchschnitt 340 Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe zugelassen. In diesem Zeitraum verloren etwa 100 Wirkstoffe ihre Zulassung, wÀhrend ca. 70 andere neu zugelassen wurden.[43]
| Anwendungsbereich | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Fungizide und Bakterizide | 955 | 957 | 884 | 941 | 978 | 1025 | 1049 | 1046 | 1013 | 977 | 1006 | 978 | 1010 | 1197 | 1043 |
| Herbizide | 873 | 758 | 834 | 919 | 829 | 783 | 734 | 693 | 621 | 595 | 629 | 509 | 499 | 481 | 518 |
| Insektizide und Akarizide | 222 | 279 | 213 | 261 | 279 | 281 | 288 | 218 | 270 | 252 | 233 | 300 | 270 | 421 | 488 |
| Molluskizide | 42 | 35 | 38 | 38 | 34 | 56 | 56 | 47 | 42 | 30 | 30 | 21 | 23 | 22 | 20 |
| Wachstumsregulatoren | 19 | 48 | 38 | 33 | 36 | 53 | 32 | 36 | 29 | 30 | 37 | 33 | 33 | 36 | 31 |
| Weitere Pflanzenschutzmittel | 126 | 147 | 140 | 91 | 75 | 92 | 87 | 180 | 182 | 123 | 118 | 110 | 92 | 102 | 102 |
| Summe | 2237 | 2224 | 2148 | 2282 | 2231 | 2290 | 2245 | 2220 | 2158 | 2027 | 2052 | 1952 | 1928 | 2259 | 2203 |
| 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | ||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| # | Wirkstoff | Tonnen | # | Wirkstoff | Tonnen | # | Wirkstoff | Tonnen | # | Wirkstoff | Tonnen | # | Wirkstoff | Tonnen | # | Wirkstoff | Tonnen | # | Wirkstoff | Tonnen | # | Wirkstoff | Tonnen |
| 1 | Netzschwefel | 394,3 | 1 | Netzschwefel | 406,2 | 1 | Netzschwefel | 378 | 1 | Netzschwefel | 416,7 | 1 | Netzschwefel | 445,2 | 1 | Netzschwefel | 462,4 | 1 | Netzschwefel | 555,6 | 1 | Paraffinöl | 431,8 |
| 2 | Glyphosat | 227,9 | 2 | Paraffinöl | 217,4 | 2 | Paraffinöl | 206,6 | 2 | Paraffinöl | 179,4 | 2 | Paraffinöl | 251,7 | 2 | Paraffinöl | 213,9 | 2 | Paraffinöl | 369,5 | 2 | Netzschwefel | 390,9 |
| 3 | Paraffinöl | 163,5 | 3 | Glyphosat | 203,9 | 3 | Glyphosat | 186,1 | 3 | Glyphosat | 153,0 | 3 | Glyphosat | 124,9 | 3 | Glyphosat | 119,2 | 3 | Glyphosat | 105,3 | 3 | Glyphosat | 181,8 |
| 4 | Folpet | 135,6 | 4 | Folpet | 106,7 | 4 | Folpet | 107,6 | 4 | Folpet | 80,6 | 4 | Folpet | 81,1 | 4 | Mancozeb | 89,0 | 4 | Folpet | 104,4 | 4 | Folpet | 138,5 |
| 5 | Kaolin | 90,4 | 5 | Kaolin | 85,1 | 5 | Kupfer (Total, alle Varianten) | 71,7 | 5 | Metamitron | 79,8 | 5 | Kupfer (Total, alle Varianten) | 71,6 | 5 | Folpet | 78,3 | 5 | Kupfer (Total, alle Varianten) | 92,7 | 5 | Captan | 76,5 |
| 6 | Mancozeb | 72,1 | 6 | Kupfer (Total, alle Varianten) | 63,8 | 6 | Mancozeb | 61,9 | 6 | Kupfer (Total, alle Varianten) | 67,9 | 6 | Mancozeb | 66,7 | 6 | Kupfer (Total, alle Varianten) | 62,3 | 6 | Mancozeb | 86,2 | 6 | Kupfer (Total, alle Varianten) | 72,4 |
| 7 | Kupfer (Total, alle Varianten) | 67,6 | 7 | Mancozeb | 67,1 | 7 | Chlorothalonil (TCPN) | 45,1 | 7 | Mancozeb | 59,1 | 7 | Metamitron | 45,3 | 7 | Captan | 43,6 | 7 | Kalium-Bicarbonat | 77,2 | 7 | Kalium-Bicarbonat | 64,5 |
| 8 | Metamitron | 65 | 8 | Metamitron | 42,1 | 8 | Metamitron | 41,4 | 8 | Rapsöl | 44,2 | 8 | Captan | 43,6 | 8 | Metamitron | 33,0 | 8 | Captan | 47,4 | 8 | Metiram | 38,9 |
| 9 | Captan | 45,9 | 9 | Captan | 40,1 | 9 | Rapsöl | 40 | 9 | Chlorothalonil (TCPN) | 36,9 | 9 | Rapsöl | 38,2 | 9 | Kalium-Bicarbonat | 30,4 | 9 | Schwefelsaure Tonerde | 31,8 | 9 | Schwefelsaure Tonerde | 29,5 |
| 10 | Metaldehyd | 43,1 | 10 | Metaldehyd | 38,5 | 10 | Captan | 38,7 | 10 | Captan | 36,0 | 10 | Kalium-Bicarbonat | 29,0 | 10 | Schwefelsaure Tonerde | 29,9 | 10 | Prosulfocarb | 31,6 | 10 | Fosetyl | 28,4 |
| Summe | 1305,4 | Summe | 1270,9 | Summe | 1177,1 | Summe | 1153,6 | Summe | 1197,3 | Summe | 1162,0 | Summe | 1501,7 | Summe | 1453,2 | ||||||||
USA
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die EPA veröffentlicht Daten ĂŒber den Umsatz und Einsatz von Pestiziden in den USA seit 1979. Die letzten, 2011 veröffentlichten Zahlen liegen fĂŒr das Jahr 2007 vor.[46]
Der Umsatz von Pestiziden betrug 2007 12,5 Mrd. US$ (32 % des Weltmarkts). Davon entfielen 48 % auf Herbizide, 35 % auf Insektizide, 11 % auf Fungizide und 9 % auf andere Pestizide. Herbizide und Insektizide nehmen eine relativ gröĂere und Fungizide eine relativ kleinere Bedeutung in den USA ein als im Rest der Welt. Auf die Landwirtschaft entfielen 63 % der PestizidumsĂ€tze, gefolgt vom Haus- und Gartenbereich (21 %) sowie Industrie und öffentlichen Einrichtungen (15 %).[46]
Der Einsatz von Pestiziden betrug 2007 514.000 t, davon 47 % Herbizide, 8 % Insektizide, 6 % Fungizide und 39 % andere Pestizide.[46]
Die am meisten in der Landwirtschaft eingesetzten konventionellen Pestizidwirkstoffe waren Glyphosat (82.000 t), Atrazin (33.000 t), Metam-Natrium (23000 t), Metolachlor (14.000 t), Acetochlor (13.000 t), Dichlorprop (12.000 t), 2,4-D (11.000 t). Glyphosat war der seit 2001 meistgenutzte Wirkstoff. 13 der 25 fĂŒhrenden Wirkstoffe waren Herbizide.[46]
Mögliche Risiken durch die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Resistenzbildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ein weiteres Problem, das durch Pflanzenschutzmittel entsteht, ist die Gefahr von Resistenzbildungen bei Insekten, UnkrĂ€utern und Pilzen[47] gegenĂŒber einzelnen Wirkstoffen. Diese können entstehen, wenn identische Wirkstoffe zum Beispiel zu hĂ€ufig oder in zu geringer Menge auf der gleichen FlĂ€che angewendet werden. Nach den Regeln des integrierten Pflanzenschutzes werden unter anderem der regelmĂ€Ăige Wechsel des Wirkstoffs, Mindestmengen und die Zahl der maximalen Anwendungen pro Jahr und Kultur vorgeschrieben.[48] Toleranzen oder Resistenzen von BeikrĂ€utern oder Schadorganismen gegenĂŒber Pflanzenschutzmitteln lassen sich je nach Wirkmechanismus langfristig nur verhindern, wenn alle verfĂŒgbaren Hilfsmittel (Pflanzenschutzmittel, ZĂŒchtung, integrierter Pflanzenschutz, Resistenzmanagement) genutzt und neue Möglichkeiten (z. B.: Gentechnik, neue Wirkstoffgruppen) in Betracht gezogen werden. Die Hersteller von synthetischen Pflanzenschutzmitteln suchen deswegen stĂ€ndig nach neuen Wirkstoffen mit neuen Leitstrukturen, wobei die EinfĂŒhrung neuer Wirkstoffe in den letzten Jahren stark zurĂŒckgegangen ist.[49]
Giftigkeit (ToxizitÀt) von Pflanzenschutzmitteln
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Pflanzenschutzmittel werden zur Beseitigung oder zur Verminderung von SchĂ€dlingen eingesetzt. Bei ihrem Einsatz können jedoch auch Nichtzielorganismen wie NĂŒtzlinge geschĂ€digt werden.[50] Auch Landwirte oder Verbraucher können, beispielsweise bei unsachgemĂ€Ăer Anwendung oder durch RĂŒckstĂ€nde in Lebensmitteln, durch Pflanzenschutzmittel beeintrĂ€chtigt werden. Neben der ToxizitĂ€t eines Pflanzenschutzmittels fĂŒr verschiedene Lebewesen ist hierbei insbesondere die Exposition entscheidend. Deswegen ist Schutzkleidung bei der Vorbereitung, dem Ausbringen und der Reinigung der AusbringgerĂ€te vorgeschrieben.[51] In Frankreich gilt Parkinson seit 2012 als anerkannte Berufskrankheit.[52] FĂŒr Insekten können auch Produkte der behandelten Pflanzen (z. B.: Honigtau) toxische Wirkungen haben, sofern die Pflanzenschutzmittel systemisch wirken.[53][54] Um SchĂ€digungen von Nicht-Zielorganismen zu verhindern, gibt es spezielle Rahmenbedingungen, innerhalb derer Insektizide ausgebracht werden dĂŒrfen. Zum Schutz der Bienen wird jedes Insektizid auf seine BienengefĂ€hrlichkeit hin untersucht und entsprechend eingesetzt.[55]

Zahlreiche endokrinologische Fachgesellschaften sowie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sehen es als erwiesen an, dass einige Pflanzenschutzmittel in bestimmten Konzentrationen einen negativen Einfluss auf das menschliche Hormonsystem haben (endokrine Disruptoren) und an der Entstehung von Brust- und Prostatakrebs, Unfruchtbarkeit, Diabetes mellitus, kardiovaskulĂ€re Erkrankungen, SchilddrĂŒsenerkrankungen sowie neurologischen, neurodegenerativen und psychischen Erkrankungen beim Menschen beteiligt sein können.[56][57]
Insbesondere endokrinologische Fachgesellschaften kritisieren auĂerdem, dass bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln in der EU diese negativen gesundheitlichen Auswirkungen nicht ausreichend berĂŒcksichtigt werden und dass aktuelle Grenzwerte keinen ausreichenden Schutz gewĂ€hren wĂŒrden.[58][59]
So lĂ€sst sich aus epidemiologischen Untersuchungen und Tierversuchen ableiten, dass die untersuchten Pestizide bei Frauen in den Entwicklungszyklus der Eizellen eingreifen, die ovarielle Genexpression verĂ€ndern, die weibliche Fruchtbarkeit reduzieren, den Zeitpunkt der Menopause verschieben, das Risiko fĂŒr Brustkrebs, Endometriose und Geburtskomplikationen erhöhen. Bei MĂ€nnern erhöht sich durch die Pestizideinwirkungen unter anderem das Risiko fĂŒr Unfruchtbarkeit, HodenfehlstĂ€nde und Prostatakrebs. Die meisten untersuchten Pestizide sind in der EU und den USA bereits verboten.[59]
Insbesondere (ungeborene) Kinder sind durch endokrine Disruptoren wie Pestizide einem hohen Gesundheitsrisiko ausgesetzt, weil die Organentwicklung in hochkomplexer Weise von einem ungestörten Zusammenspiel verschiedenster Hormone abhÀngt. Endokrine Disruptoren greifen in diese VorgÀnge ein und können so zu einer gestörten Hirnentwicklung, einem erniedrigten IQ sowie Verhaltensstörungen beitragen.[59]
FĂŒr die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln in Deutschland ist das Bundesamt fĂŒr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit und in der Schweiz das Bundesamt fĂŒr Lebensmittelsicherheit und VeterinĂ€rwesen zustĂ€ndig. Der Produktzulassung vorgeschaltet ist ein EU-Gemeinschaftsverfahren zur Wirkstoffgenehmigung. Danach dĂŒrfen grundsĂ€tzlich nur Pflanzenschutzmittel zugelassen werden, deren Wirkstoffe in der Positivliste der EU-Verordnung Nr. 540/2011 aufgefĂŒhrt sind (zuvor: im Anhang der EU-Richtlinie 91/414/EWG). Zugelassene Pflanzenschutzmittel erhalten eine Zulassungsnummer, diese muss zusammen mit der Bezeichnung des Mittels auf der Verpackung aufgefĂŒhrt sein. ZusĂ€tzlich kann ein Dreieckssymbol verwendet werden.[60]
Bestimmte Pflanzenschutzwirkstoffe unterliegen in einigen LĂ€ndern Anwendungsverboten oder -einschrĂ€nkungen. In Deutschland werden Einzelheiten hierzu von der Verordnung ĂŒber Anwendungsverbote fĂŒr Pflanzenschutzmittel (PflSchAnwV 1992) geregelt. GrĂŒnde fĂŒr ein Anwendungsverbot beziehungsweise eine AnwendungsbeschrĂ€nkung können zum Beispiel neue Erkenntnisse zur GesundheitsgefĂ€hrdung oder eine starke Anreicherung in der Umwelt sein. In der ökologischen Landwirtschaft gelten zusĂ€tzliche BeschrĂ€nkungen.
Die chronische ToxizitĂ€t fĂŒr Umweltchemikalien wird mittels FĂŒtterungsversuchen bei Ratten und Hunden festgestellt. Die durchschnittliche Lebenszeit von Ratten betrĂ€gt etwa zwei Jahre. Bei tĂ€glichen FĂŒtterungsversuchen wird ihnen eine bestimmte Menge Pflanzenschutzmittel ĂŒber die Nahrungsmittel verabreicht. Wenn diese Dosis von mehreren Ratten ohne gesundheitliche Folgen vertragen wird, erhĂ€lt man die erlaubte Tagesdosis (ADI) in mg Wirkstoff je kg Körpergewicht pro Tag. Zum Schutz fĂŒr Menschen soll aus SicherheitsgrĂŒnden die erlaubte Tagesdosis fĂŒr Menschen nur 1/100 der erlaubten Tagesdosis von Ratten betragen.[61]
UnabhĂ€ngige Wissenschaftler kritisieren die aktuelle Form der Zulassungs- und ToxizitĂ€tsstudien aus verschiedenen GrĂŒnden:[62]
- Es wird weiterhin das veraltete Paradigma der Toxikologie verwendet, dass die SchÀdlichkeit eines Stoffes mit der Expositionsmenge linear steige. Dies sei insbesondere bei hormonwirksamen Stoffen nicht der Fall, wo durch VerstÀrkungseffekte im menschlichen Körper bereits geringste Mengen negative Auswirkungen auf den Organismus haben könnten.[59]
- Die Zulassungsverfahren stellen in den allermeisten FĂ€llen eine Einzelstoffbewertung dar, bei der ein einziger Wirkstoff auf seine ToxizitĂ€t hin getestet wird. In der RealitĂ€t enthalten viele Pflanzenschutzmittel zur Vorbeugung gegen Resistenzen ein Gemisch verschiedener Wirkstoffe. AuĂerdem mischen Landwirte im Spritztank oft verschiedene Pflanzenschutzmittel zusammen. Die Auswirkungen der Kombination verschiedener Wirkstoffe werden bei den aktuellen Zulassungsverfahren nicht ausreichend berĂŒcksichtigt.
- Die negativen Auswirkungen der Pflanzenschutzmittel auf einige Organismengruppen wie WildbestĂ€uber und Amphibien werden nicht ausreichend berĂŒcksichtigt.
RĂŒckstĂ€nde
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Erst mit der Entwicklung der Spurenanalytik wie Gaschromatographie und HPLC konnten selbst geringste Spuren (1/1.000.000.000) von Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen werden.[3]
| Pflanzenschutzwirkstoff | ADI (mg/(kg·d) |
|---|---|
| 2,4-D | 0,01 |
| Amitraz | 0,01 |
| Carbaryl | 0,008 |
| Carbofuran | 0,002 |
| Diazinon | 0,002 |
| Disulfoton | 0,0003 |
| Endosulfan | 0,006 |
| Imazalil | 0,03 |
| Metalaxyl | 0,03 |
| Permethrin | 0,05 |
| Pyrethrine | 0,04 |
| Thiodicarb | 0,03 |
Bei kritischer HĂ€ufigkeit bzw. Anzahl von PflanzenschĂ€dlingen wird die vorgeschriebene Dosis eines Pflanzenschutzmittels angewendet, die ausreichend ist, den Befall zu beseitigen. Dabei sind Wartezeiten bis zur Ernte einzuhalten. Im geernteten Getreide, GemĂŒse, Obst können zusĂ€tzlich die RĂŒckstĂ€nde an Pflanzenschutzmitteln bestimmt werden, um Missbrauch aufzudecken. Man kann dann pro Kilo Lebensmittel errechnen, wie viel mg Pflanzenschutzmittel maximal enthalten sein darf (MRL, Maximum Residue Limit) und welche Menge Nahrungsmittel von einer Person tĂ€glich verzehrt wird (TTMA, theoretisch tĂ€gliche maximal Aufnahme in Milligramm pro Person und Tag). Erlaubte Tagesdosis und TTM-Wert können verglichen und Gefahren fĂŒr die Bevölkerung abgeschĂ€tzt werden.[2]
Die tatsĂ€chlichen Konzentrationen in Nahrungsmitteln sind weitaus geringer, da Pflanzenschutzmittel vielfach schnell biologisch abgebaut werden und viele Agrarbetriebe keine Pflanzenschutzmittel einsetzen. In den USA (um 1980) wurden nur 45 % der landwirtschaftlich genutzten FlĂ€chen mit Pflanzenschutzmitteln behandelt.[3] Im Jahr 2008 konnte in 62 % der deutschen Getreideproben (siehe Weblink ErnĂ€hrungsbericht 2008) kein Pflanzenschutzmittel nachgewiesen werden, bei 1â2 % der Proben wurde der Grenzwert ĂŒberschritten. Bei Obst und GemĂŒse wurde in 8,4 % der Proben der Grenzwert ĂŒberschritten, in 3,1 % der FĂ€lle lag der Pflanzenschutzmittelgehalt ĂŒber 0,01 mg/kg. Tierische Lebensmittel enthielten in mehr als 50 % der Proben RĂŒckstĂ€nde an Pflanzenschutzmitteln (DDT, Lindan), der Gehalt in den Proben war jedoch gering. Zu beachten ist jedoch, dass nur ein geringer Anteil des auf den Markt gebrachten Getreides, Obsts und GemĂŒses tatsĂ€chlich getestet wird:[64] 2009 wurden nur 0,25 % der >180.000 Getreideproben getestet, nachgewiesen wurde es in 42 FĂ€llen (9,1 %).
Am 1. September 2008 wurde eine neue EG-Verordnung ĂŒber Höchstgehalte von Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln veröffentlicht.
Es gibt chemische Pflanzenschutzmittel, die durch Bakterien, Wasser oder Licht ihre Wirkung schnell verlieren (z. B. PhosphorsĂ€ureester) und andere Stoffe (z. B. DDT, Lindan), die sich kaum zersetzen und in der Nahrungsmittelkette anreichern können. Ein Beispiel fĂŒr ein sehr persistentes Pestizid ist das verbotene DDT. Es zersetzt sich kaum durch UmwelteinflĂŒsse. Erst nach 10 Jahren nimmt die Konzentration um 50 % im Boden ab.[65] DDT und andere Stoffe können in den natĂŒrlichen Nahrungskreislauf gelangen und sich z. B. im Meer, im Plankton, in Fischen anreichern. Bei der Nahrungsaufnahme von Getreide, Fleisch, Fisch konnte auch der Mensch diesen Gefahrenstoff aufnehmen. Beim Menschen lagert es sich im Fettgewebe, Leber, Herzmuskel ab und konnte auch in der Muttermilch nachgewiesen werden.[65] Eine Reihe von chlororganischen Pflanzenschutzmitteln wurde nach jahrzehntelangem Einsatz verboten DDT (1972), Aldrin (1972), Heptachlor (1985), Endrin (1985).[2]
PflanzenschutzmittelrĂŒckstĂ€nde sind teilweise deutlich lĂ€nger im Boden nachweisbar, als von den Herstellern in Zulassungsstudien angegeben. So ergab eine Monitoring-Studie, dass 80 % der 80 untersuchten Pestizide, welche zwischen 1995 und 2008 auf 14 AckerflĂ€chen in der Schweiz ausgebracht worden waren, noch im Jahr 2017 im Boden in geringen Konzentrationen nachgewiesen werden konnten. In den Zulassungsunterlagen wurde meist von Verweildauern im Bereich von wenigen Wochen bis Monaten ausgegangen. Zu Ă€hnlichen Ergebnissen kamen Wissenschaftler in Portugal, Spanien und Finnland.[62]
Das Herbizid Atrazin war im Boden noch ĂŒber 25 Jahre nach seinem Verbot (seit 1991) in Deutschland nachweisbar.[62]
Entgegen der Behauptungen in den Zulassungsstudien kommen auch Neonicotinoide im Grundwasser und FlieĂgewĂ€ssern in ökologisch wirksamen Konzentrationen vor.[62]
Laut einem Diskussionspapier der Leopoldina aus dem Jahr 2018 bestehen zwischen den Angaben der Hersteller, die im Rahmen des Zulassungsprozesses gemacht werden, und den tatsĂ€chlichen Umweltauswirkungen groĂe Unterschiede.[62]
Bei Pflanzenschutzmitteln werden auch Tests bezĂŒglich KarzinogenitĂ€t, TeratogenitĂ€t und MutagenitĂ€t (genetische VerĂ€nderungen) durchgefĂŒhrt. Untersuchungen bezĂŒglich der Inhalation, der Aufnahme ĂŒber die Haut und der Art der biochemischen Umwandlung im Körper werden gemacht. Bei der Untersuchung einer neuen Substanz mĂŒssen um 100.000 Einzeldaten (z. B. Urin, Zuckergehalt, Kreatinin, weiĂe, rote Blutkörperchen, Cholesterin, Missbildungen usw.) aus Tierversuchen ausgewertet werden. SpĂ€ter muss das neue Pflanzenschutzmittel als radioaktiver Tracer hergestellt werden, damit Forscher den chemischen Abbau in der Umwelt und im Organismus studieren können. Ein Dossier zu einem neuen Pflanzenschutzmittel umfasst heute etwa 30.000â50.000 Seiten und eine Zusammenfassung von etwa 2000 Seiten. Eine Zulassung fĂŒr ein neues Pflanzenschutzmittel ist meistens auf 10 Jahre begrenzt und muss danach erneuert werden. Bei neuen unerwarteten Wirkungen kann die Zulassung entzogen werden. 1998 mussten zur Entwicklung eines neuen Wirkstoffes etwa 30.000â40.000 Verbindungen hergestellt werden, die Forschungskosten liegen bei ca. 150â200 Mio. US$ pro Wirkstoff.[2] In Europa mussten Ă€ltere Wirkstoffe (vor 1991 etwa 850 Stoffe) als Pflanzenschutzmittel nach der âDirective 91/414/EECâ[66] und dem âAnnex Iâ neu auf toxikologische Folgen bewertet werden. In den USA, Europa und Japan gibt es leicht unterschiedliche Protokolle bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, so dass man bemĂŒht ist, die Protokolle international zu harmonisieren. In der EuropĂ€ischen Union gelten seit Herbst 2009 neue Regularien fĂŒr das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln.[67]
Laut einem vom kanadischen National Cancer Institute 1997 veröffentlichten Bericht leisten synthetische Pflanzenschutzmittel keinen signifikanten Beitrag zur KrebsmortalitĂ€t. Die Autoren glaubten nicht, dass eine erhöhte Aufnahme von PflanzenschutzmittelrĂŒckstĂ€nden ĂŒber einen verstĂ€rkten Verzehr von Obst und GemĂŒse das Krebsrisiko steigern.[68] Dieser Darstellung widersprechen die neueren Veröffentlichungen zahlreicher unabhĂ€ngiger medizinischer Fachgesellschaften sowie der WHO. Sie sehen es als erwiesen an, dass einige Pflanzenschutzmittel und andere endokrine Disruptoren wie Plastikverpackungen und Lösemittel das Risiko fĂŒr einige Krebsformen erhöhen und darĂŒber hinaus weitreichende gesundheitsschĂ€dliche Wirkungen entfalten können.[56][59]
Mittelverfrachtung: Abdrift, Verdampfung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nur ein Teil der gesamten ausgebrachten Menge an Pflanzenschutzmittel erreicht ihren Bestimmungsort (Ziellebewesen). Durch ungeeignete Ausbringtechnik, zu hohen Mitteleinsatz oder widrige Wetterbedingungen (hohe Temperatur, starken Wind, starke NiederschlĂ€ge) können Pflanzenschutzmittel von den FlĂ€chen, auf die sie eigentlich gelangen und wirken sollen, verfrachtet werden. GrĂŒnde fĂŒr eine unerwĂŒnschte Emission sind vor allem:
- Abdrift auf benachbarte FlÀchen
- Eintrag von Pflanzenschutzmittel in das Grundwasser ĂŒber OberflĂ€chenabfluss[69] (Run-off) und Auswaschung (Leaching) (= das Versickern von Pflanzenschutzmitteln in tiefere Bodenschichten). Bei Freilandversuchen wurden Run-off-Verluste von bis zu 1 % gemessen, bei starkem Regen kurz nach der Ausbringung bis zu 3 %. Beim Leaching sind in einer Tiefe bis 1,2 m bis zu 1 % der Ausbringungsmenge messbar. Nach lĂ€ngeren ZeitrĂ€umen sind die meisten Pflanzenschutzmittel im Grundwasser nachweisbar. In der Schweiz gehören Pflanzenschutzmittel zu den wichtigsten Ursachen diffuser Mikroverunreinigungen von FlieĂgewĂ€ssern.[70]
- Verdampfung wÀhrend der Ausbringung, insbesondere bei Pestiziden mit niedrigem Siedepunkt, wie z. B. Clomazone.
- Verdunstung von der FruchtoberflÀche und von der BodenoberflÀche.
- Winderosion von Boden, der mit Pflanzenschutzmitteln kontaminiert ist.
- WiederverflĂŒchtigung frĂŒher deponierter Pflanzenschutzmittel.[1.2]
Bei zu starkem Wind oder Verdunstung kann das Mittel auf angrenzende AgrarflĂ€chen, Ăkosysteme und Wohngebiete verfrachtet werden.[71] Die angegebenen Grenzwerte (Wind: 5 m/s; Temperatur: 25 °C) stellen die Schwellenwerte dar, welche bei der Ausbringung nicht ĂŒberschritten werden dĂŒrfen. ZusĂ€tzlich muss sichergestellt sein, dass je nach Pflanzenschutzmittel keine starken NiederschlĂ€ge zu erwarten sind. Denn dadurch oder aufgrund einer langen biologischen Halbwertszeit können Pflanzenschutzmittel in das OberflĂ€chen- oder Grundwasser eingetragen werden.[72][73] Daneben gelangen bedeutende Mengen Pestizide bei der Reinigung der PflanzenschutzgerĂ€te in die GewĂ€sser.[74]
Auswirkungen auf die BiodiversitÀt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der umfangreiche Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Rahmen der intensiven Landwirtschaft kann in groĂem AusmaĂ Ăkosysteme schĂ€digen und die biologische Artenvielfalt reduzieren.[75][76] So wird der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln mitverantwortlich gemacht fĂŒr den RĂŒckgang von (Wild)bienen und anderen Insekten, das Vogelsterben sowie die Belastung von Grundwasser und Böden.[62]
Herbizide zum Beispiel reduzieren in der Agrarlandschaft die BiodiversitĂ€t und Abundanz von BlĂŒhpflanzen wie WildkrĂ€utern, welche wiederum fĂŒr Insekten eine wichtige Nahrungsquelle darstellen. Dadurch sind Herbizide mitverantwortlich fĂŒr den RĂŒckgang von Amphibien, Wildbienen, Schmetterlingen, Hummeln sowie anderen Insekten und in dessen Folge auch fĂŒr den RĂŒckgang an Vögeln und insektenfressenden KleinsĂ€ugern (MĂ€use, Hamster etc.)[62] Diese sind zum einen davon bedroht, direkt durch das Pflanzenschutzmittel vergiftet bzw. in ihrer LebensfĂ€higkeit beeintrĂ€chtigt zu werden, und zum anderen durch die VerĂ€nderung des Lebensraums (Struktur, DiversitĂ€t) sowie den Entzug der Nahrungsgrundlage.[77]
Ein Verlust der BiodiversitÀt ist allerdings auch bei anderen Formen der UnkrautbekÀmpfung zu erwarten. Sie haben das Ziel, den Bewuchs mit Unkraut unterhalb der wirtschaftlichen Schadensschwelle zu halten.[78]
Kritik aus der Forschung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die 400 Wissenschaftler des Weltagrarberichts sprechen sich ebenso wie die UNCTAD, die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina und viele weitere Fachgesellschaften dafĂŒr aus, den Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren bzw. zu beenden. Sie fordern einen Wandel von der aktuell betriebenen und geförderten industriellen, energieintensiven Landwirtschaft hin zu einer Landwirtschaft, die ökologischer agiert und durch kleinrĂ€umigere Bewirtschaftung Umweltdienstleistungen besser erfĂŒllt.[79][80][62]
Am 23. Februar 2020 haben 24 europĂ€ische Forschungsinstitutionen â darunter das Julius KĂŒhn-Institut und das Leibniz-Zentrum fĂŒr Agrarlandschaftsforschung (beide Deutschland) sowie Agroscope (Schweiz) â das Memorandum of Understanding (MoU) »Towards a Chemical Pesticide-free Agriculture« unterzeichnet.[81]
In der Schweiz fĂŒhrte auch zu Kritik, dass Pflanzenschutzmittel zu einem reduzierten Steuersatz (Mehrwertsteuer) besteuert werden (2,5 statt 7,7 Prozent). Eine 2019 eingereichte Motion will dies Ă€ndern.[82]
Verbraucherschutz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Untersuchungen zur Risikowahrnehmung machen deutlich, dass PflanzenschutzmittelrĂŒckstĂ€nde bei Obst und GemĂŒse sowie Getreide von den Verbrauchern in SĂŒd- und Mitteleuropa als gefĂ€hrlich eingeschĂ€tzt werden.[83] Diese EinschĂ€tzung deckt sich mit der EinschĂ€tzung der WHO sowie endokrinologischer Fachgesellschaften.[59][56]
Von offizieller Seite wird betont, dass bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln nach dem ALARA-Prinzip (As Low As Reasonably Achievable) vorgegangen werden wĂŒrde. Die RĂŒckstandshöchstmengen fĂŒr Pflanzenschutzmittel wĂŒrden vom Bundesamt fĂŒr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit gerade so hoch angesetzt wie fĂŒr die Anwendung nötig, um auch bei noch unbekannten Gefahren das Risiko fĂŒr Verbraucher zu minimieren. Ein Inverkehrbringen von Lebensmitteln oberhalb der gesetzlich festgelegten Höchstmengen ist verboten. Eine Ăberschreitung bedeutet jedoch nicht automatisch eine Gefahr fĂŒr die Lebensmittelsicherheit, da die Grenzwerte aus SicherheitsgrĂŒnden unterhalb von toxikologisch bedenklichen Dosen angesetzt werden.[84]
Zahlreiche medizinische Fachgesellschaften aus verschiedenen LĂ€ndern kritisieren, dass die aktuellen Grenzwerte unzureichend sind und deutlich stĂ€rkere RegulationsbemĂŒhungen nötig wĂ€ren, um Verbraucher vor den schĂ€dlichen Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln zu schĂŒtzen.[59][57][58] Weiterhin wird kritisiert, dass die Pflanzenschutzmittelindustrie groĂen Einfluss auf den Zulassungs- und Bewertungsprozess habe und durch gezielte Desinformation der Ăffentlichkeit und Infiltration wissenschaftlicher Fachzeitschriften versuchen wĂŒrde, die öffentliche Meinung zu beeinflussen und den wissenschaftlichen Konsens zur GefĂ€hrlichkeit von Pflanzenschutzmitteln zu leugnen.[85][86]
Alternativen zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Aufgrund der potenziellen SchĂ€den an Nicht-Zielorganismen, Lebensgemeinschaften, Ăkosystemen, Ăkosystemleistungen und Mensch ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln umstritten. Im integrierten Pflanzenschutz sollen Pestizide nur als Ultima Ratio eingesetzt werden. Hier kommt der biologischen SchĂ€dlingsbekĂ€mpfung eine bedeutende Rolle zu. Die Zielorganismen werden dabei ĂŒber natĂŒrliche Antagonisten (z. B. Schlupfwespen) bekĂ€mpft, die wesentlich weniger bis keine SchĂ€den an Ăkosystemen bzw. Nicht-Zielorganismen hervorrufen. Daneben gibt es viele weitere Möglichkeiten, um SchĂ€dlinge einzudĂ€mmen: die Förderung der BiodiversitĂ€t und von NĂŒtzlingen generell, die Auswahl geeigneter Sorten und Standorte, Monitoring- und Warnsysteme und diverse biologische, biotechnische und physikalische BekĂ€mpfungsmethoden.[76]
Laut einer Ăbersichtsstudie aus dem Jahr 2018 weisen FlĂ€chen, auf denen ökologischer Landbau betrieben wird, einen geringeren Befall durch Pflanzenkrankheiten auf als konventionell bewirtschaftete VergleichsflĂ€chen. Der Befall durch tierische Schaderreger ist bei beiden Bewirtschaftungsformen Ă€hnlich groĂ, der Unkrautbesatz ist bei der ökologischen Bewirtschaftung deutlich höher.[87]
Der ökologische Landbau wirkt sich positiv auf Honigbienenvölker aus, was vor allem auf ein gröĂeres Nahrungsangebot in relativ blĂŒtenarmen Phasen und möglicherweise geringere SchĂ€den durch abgedriftete Pflanzenschutzmittel zurĂŒckgefĂŒhrt wird.[88]
Kosten und Nutzen von Pflanzenschutzmitteln
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit Hilfe von Kosten-Nutzen-Analysen wird versucht, positive und negative Wirkungen von Pflanzenschutzmitteln zu bewerten. Im einfachsten Fall werden auf Betriebsebene die Kosten einer Pflanzenschutz-MaĂnahme mit dem erwarteten wirtschaftlichen Schaden bei NichtbekĂ€mpfung verglichen. In der Landwirtschaft werden Pflanzenschutzmittel hĂ€ufig nach starren Ausbringungsprogrammen verwendet. Im Gegensatz dazu wird beim Integrierten Pflanzenschutz eine wirtschaftliche Schadschwelle festgelegt, nach deren Erreichen Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen.[89]
Schwieriger ist das Einbeziehen externer Effekte, beispielsweise auf Gesundheit oder Umwelt, die sich nur schwer mit wirtschaftlichen MaĂstĂ€ben bewerten lassen. Auswirkungen auf die Gesundheit können beispielsweise als Summe von Behandlungskosten und ProduktivitĂ€tsausfall berechnet werden, ein anderer Ansatz schĂ€tzt die Effekte von Pflanzenschutzmitteln in QualitĂ€tskorrigierten Lebensjahren.[89]
Externe Effekte auf die Umwelt sind noch schwerer zu bewerten, beispielsweise werden beim Total-Economic-Value-Ansatz Nutzwert (aktuelle Nutzung), Optionswert (mögliche zukĂŒnftige Nutzung) und Existenzwert (zugeordneter Wert, unabhĂ€ngig von einer Nutzung) berĂŒcksichtigt.[89]
Wenn externe Effekte einbezogen werden, wirken sie sich hÀufig eher negativ als positiv in der Gesamtbilanz aus.[89] Cooper und Dobson wiesen 2007 darauf hin, dass Pflanzenschutzmittel neben direkten Effekten auch PrimÀr- und SekundÀrleistungen erbrÀchten. Der direkte Effekt ist die BekÀmpfung von PflanzenschÀdlingen und -krankheiten. Zu den PrimÀrleistungen zÀhlen sie unter anderem höhere Pflanzen- und NutztierertrÀge, höhere QualitÀt pflanzlicher und tierischer Erzeugnisse oder geringere Belastung mit Mykotoxinen. Daraus resultierten verschiedene wirtschaftliche, soziale und umweltbezogene SekundÀrleistungen wie höhere Einkommen in der Landwirtschaft, verbesserte Lebensmittelsicherheit und ErnÀhrungssicherung, geringere Treibhausgasemissionen oder geringerer Druck auf unbewirtschaftete FlÀchen.[90]
Eine Studie des European Academies Science Advisory Council (EASAC) bezĂŒglich der fĂŒr BestĂ€uber als gefĂ€hrlich geltenden Neonicotinoide kam zu dem Schluss, dass die durch ihren Einsatz verursachten SchĂ€den an Ăkosystemen den Nutzen möglicherweise ĂŒberwiegen und empfahl eine Neubewertung.[91]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Abstandsauflage
- Biologischer Pflanzenschutz
- Industrieverband Agrar
- Liste der durch die EU zugelassenen Pflanzenschutzmittelwirkstoffe
- Pflanzenschutz
- Pflanzenjauche
- Spritzfenster
- Waldschutz
- Toxicity Exposure Ratio
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Gerd Fleischer, Hermann Waibel: Externe Kosten des Pflanzenschutzmitteleinsatzes in der Landwirtschaft â Handlungsbedarf fĂŒr die Agrarumweltpolitik. In: Zeitschrift fĂŒr Umweltpolitik & Umweltrecht. 22, Nr. 3, 1999, S. 433â448 (online).
- Paul Schudel: Ăkologie und Pflanzenschutz. Grundlagen fĂŒr die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln. Umwelt-Wissen Nr. 0809. Bundesamt fĂŒr Umwelt, Bern 2008.
- Roland Dittmeyer, Wilhelm Keim, Gerhard Kreysa, Karl Winnacker, Leopold KĂŒchler: Chemische Technik. Band 8: ErnĂ€hrung, Gesundheit, KonsumgĂŒter. 5. Auflage. Wiley-VCH, 2004, ISBN 3-527-30773-7, S. 216ff.
- Burkhard Fugmann, Folker Lieb, Heinrich Moeschler, Klaus Naumann, Ulrike Wachendorff: NatĂŒrliche Pflanzenschutzwirkstoffe. Teil I: Eine Alternative zu synthetischen Pflanzenschutzmitteln? In: Chemie in unserer Zeit. Band 25, Nr. 6, 1991, S. 317â330, doi:10.1002/ciuz.19910250606.
- Burkhard Fugmann, Folker Lieb, Heinrich Moeschler, Klaus Naumann, Ulrike Wachendorff: NatĂŒrliche Pflanzenschutzwirkstoffe. Teil II: Grenzen der praktischen Verwertung. In: Chemie in unserer Zeit. Band 26, Nr. 1, 1992, S. 35â41, doi:10.1002/ciuz.19920260109.
- Robin Sur: RĂŒckstandsanalytik von Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln â von der Produktentwicklung bis zur amtlichen Ăberwachung. In: Praxis der Naturwissenschaften, Chemie in der Schule. 50, Nr. 2, 2001, S. 15â21.
- R. Gent, F. Dechet: Pflanzenschutzmittel und Naturhaushalt. In: Praxis der Naturwissenschaften, Chemie. 50, Nr. 2, 2001, S. 6ff.
- Industrieverband Agrar e. V.: Wirkstoffe in Pflanzenschutz- und SchĂ€dlingsbekĂ€mpfungsmitteln: physikalisch-chemische und toxikologische Daten. Chemie-Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft, Hrsg., 3., neubearbeitete Auflage, BLV-Verlag-Ges., MĂŒnchen / Wien / ZĂŒrich 2000, ISBN 3-405-15809-5 (frĂŒhere Auflagen herausgegeben vom Industrieverband Pflanzenschutz e. V.).
- Aktionsplan zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln, Bericht des Bundesrates, 6. September 2017.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Pflanzenschutzmittel â Informationen des Bundesinstituts fĂŒr Risikobewertung
- Pflanzenschutzmittel â Informationen des Bundesamts fĂŒr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
- Pflanzenschutzmittel â Informationen des Bundesamts fĂŒr Lebensmittelsicherheit und VeterinĂ€rwesen
- Pflanzenschutzmittel â Informationen des Bundesamts fĂŒr Umwelt (Schweiz)
- Bundesamt fĂŒr Landwirtschaft (Schweiz): Zugelassene Pflanzenschutzmittel, dort auch Pflanzenschutzmittelverzeichnis
- Eidgenössische Anstalt fĂŒr Wasserversorgung, Abwasserreinigung und GewĂ€sserschutz (eawag): Informationen zu Pflanzenschutzmitteln im Wasser
- EuropÀische Kommission: Regulierung von Pflanzenschutzmitteln auf EU-Ebene (englisch)
- Pflanzenschutzmittel-Datenbank der EU
- EPPO: Verzeichnis nationaler Pflanzenschutzmittel-Datenbanken, Europa und Mittelmeerraum
- EU Pesticides Database (englisch, zur nĂ€heren, aber langsamen Suche ĂŒber Active Substances)
- Bundesamt fĂŒr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Deutschland): Verzeichnis zugelassener Pflanzenschutzmittel â Standardsuche (Suchportal)
- Bundesamt fĂŒr ErnĂ€hrungssicherheit (BAES, Ăsterreich): Pflanzenschutzmittelverzeichnis â Standardsuche
- Pesticide Properties Database der University of Hertfordshire
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Andreas Bernhardt: Ermittlung von Pestizidstoffströmen im Ăkosystem Buchenwald. Diss., Univ. LĂŒneburg, 2003.
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- â a b c d e Ulmanns EncyklopĂ€die der technischen Chemie. Band 18: Uran (Fortsetzung) bis Zellwolle. 4. Auflage. Urban & Schwarzenberg, S. 4â15 (Stichwort: Pflanzenschutzmittel, Toxikologie).
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- â a b c d R. G. Bowles, J. P. G. Webster: Some problems associated with the analysis of the costs and benefits of pesticides. In: Crop Protection. Band 14, Nr. 7, 1995, S. 593â600, doi:10.1016/0261-2194(96)81770-4.
- â Jerry Cooper, Hans Dobson: The benefits of pesticides to mankind and the environment. In: Crop Protection. Band 26, Nr. 9, 2007, S. 1337â1348, doi:10.1016/j.cropro.2007.03.022.
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