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TeX

TeX-Logo
Basisdaten

Entwickler Donald E. Knuth
Erscheinungsjahr 1978
Aktuelle Version 3.141592653
(Januar 2021)
Betriebssystem viele
Programmier­sprache Web, Pascal, SAIL
Kategorie Schriftsatz
Lizenz eigene liberale Lizenz
www.tug.org

TeX ([tɛx], im deutschsprachigen Raum auch [tɛç] â“˜), in Eigenschreibweise T E X {\displaystyle \mathrm {T\!_{\displaystyle E}\!X} } {\displaystyle \mathrm {T\!_{\displaystyle E}\!X} }, ist ein von Donald E. Knuth ab 1977 entwickeltes und 1986 fertiggestelltes Textsatzsystem, mit dem (insbesondere wissenschaftliche) Texte geschrieben und fĂŒr den Druck oder die Bildschirmansicht formatiert werden können. In TeX enthalten ist eine eingebaute Makrosprache, die ebenfalls TeX genannt wird.

Im engeren Sinn ist TeX ein einzelnes Programm (auf einem Rechner eine ausfĂŒhrbare Datei bzw. der zugrundeliegende Quellcode), das einfache Textdateien und Zeichensatzdateien einliest und eine binĂ€re Dokumentdatei (einer Seitenbeschreibungssprache) erzeugt, die von anderen Programmen ausgedruckt, angezeigt oder anderweitig fĂŒr eine Ausgabe weiterverarbeitet werden kann; die FunktionalitĂ€t dieses Programms ist seit 1990 „eingefroren“, und heutzutage wird es vorwiegend von Weiterentwicklungen wie pdfTeX emuliert. In einem weiten Sinne besteht das Textsatzsystem TeX aus Weiterentwicklungen dieses Programms, aus Zeichensatzdateien, tausenden Paketen, die als Eingabetexte verwendet werden können, und vielen weiteren Programmen zur Vor-, Nach- und Zwischenbearbeitung (Sortieren von RegistereintrĂ€gen, Erzeugen des Literaturverzeichnisses aus einer Datenbank, Bildschirmanzeige, 
). Der am einfachsten zu erlernende und auch fĂŒr unterschiedlichste Kombinationen von Anforderungen am besten gepflegte Zugang zu TeX besteht in der Verwendung des Makropakets LaTeX (samt seinen Erweiterungen), sodass fĂŒr die Masse der Anwender „TeX“ und „LaTeX“ gewissermaßen dasselbe ist.

Aussprache und Herkunft

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TeX ist eine AbkĂŒrzung des altgriechischen τέχΜη tĂ©chnē („FĂ€higkeit, Kunstfertigkeit, Handwerk“). Die Buchstaben stehen fĂŒr die griechischen Buchstaben Tau, Epsilon und Chi (΀, Δ und Χ). In der Darstellung sind diese nicht selten identisch mit lateinischem T, e und X, jedoch unterscheidet sich Letzteres in der Aussprache.

Laut Knuth soll das X als Ach-Laut wie etwa im deutschen Wort ach ausgesprochen werden, also: [tɛχ].[1][2] Dieser Laut ist nach einem vorderen Vokal wie e fĂŒr viele deutsche Sprecher ungewohnt. Daher hat sich im Deutschen auch die Aussprache [tɛç] eingebĂŒrgert â€“ mit Ich-Laut wie in Technik und anderen von tĂ©chnē abgeleiteten Wörtern.

Verwendung

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TeX kann fĂŒr alle Arten von Texten verwendet werden, vom kurzen Brief bis zu mehrbĂ€ndigen BĂŒchern, wobei TeX ursprĂŒnglich fĂŒr lĂ€ngere Texte und wissenschaftliche Arbeiten entwickelt wurde. Viele große wissenschaftliche Verlage nutzen es fĂŒr den BĂŒcherdruck bzw. Werksatz. Besondere StĂ€rken sind der mathematische Formelsatz sowie das erzeugte Schriftbild. Bei letzterem insbesondere der hochwertige Blocksatz.

Technik

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Technisch gesehen handelt es sich bei TeX um einen Interpreter, der rund 300 fest eingebaute Befehle (sogenannte primitives) kennt und einen komplexen Mechanismus zur Definition eigener Makros bereitstellt. Aus entsprechenden Quelldateien erstellt TeX sogenannte DVI-Dokumente, neuere Versionen können auch direkt PDF-Dateien erzeugen. Der Textsatz erfolgt absatzweise, wobei nach einem eigenen Optimierungsverfahren alle ZeilenumbrĂŒche (inklusive Worttrennung) im Absatz gleichzeitig bestimmt werden. Ein einfacher Algorithmus bestimmt danach den optimalen Seitenumbruch. Die Optimierungsverfahren arbeiten mit Bewertungspunkten (penalties), anhand derer die möglichen Umbruchpunkte bewertet werden. Zeilen- und Seitenumbruch werden von einer Vielzahl von Parametern, insbesondere Registern und elastischen LĂ€ngen, gesteuert, die auch im Dokument geĂ€ndert werden können (genauere Beschreibung erfolgt unten). TeX selbst kommt mit einem Minimum an Ressourcen aus und stellt nur die Grundfunktionen zur VerfĂŒgung.

TeX wird durch eine Vielzahl von Softwarepaketen ergĂ€nzt, die eine effiziente und komfortable Nutzung von TeX erst ermöglichen. Eine relativ einfache Software-Zusammenstellung, die die wichtigsten allgemeinen GrundbedĂŒrfnisse erfĂŒllt, ist das von Donald E. Knuth selbst entwickelte plain TeX, das in Knuths EinfĂŒhrungsbuch The TeXbook ausfĂŒhrlich beschrieben ist. Weitaus bekannter und anwenderfreundlicher ist das ursprĂŒnglich von Leslie Lamport entwickelte LaTeX. Darauf aufbauend gibt es mehrere Tausend Zusatzpakete fĂŒr alle erdenklichen Gebiete. Mit dem Paket hyperref[3] lĂ€sst sich beispielsweise ohne großen Zusatzaufwand ein Hypertext erstellen, der die Navigation im Inhaltsverzeichnis und im Index in einem PDF-Leseprogramm sowie Links ins Internet ermöglicht. Das Programm BibTeX ermöglicht die Erstellung und Verwaltung von Quellenangaben in TeX-Texten, MakeIndex erzeugt aus „rohen“ IndexeintrĂ€gen der Gestalt (Terminus, Seite) Seitenzahllisten fĂŒr die jeweiligen Terminus-EintrĂ€ge. Inzwischen sind moderne utf8-fĂ€hige Alternativen zu diesen Werkzeugen entwickelt worden.[4]

„Erweiterungen“, „Formate“, Makros

„Erweiterungen von TeX“ sind folgendermaßen zu unterscheiden:

  1. Weiterentwicklungen wie pdfTeX, die in einem einzelnen Programm (als BinÀrdatei) bestehen und die FunktionalitÀt des Programms TeX erweitern (siehe unten);
  2. Formate im Sinne typischerweise umfangreicher Makrosammlungen wie die genannten plain TeX und LaTeX („Format“ hier nicht zu verwechseln mit „Dateiformat“, mehr folgt);
  3. Zusatzpakete im Sinne kleinerer Makrosammlungen (Textdateien), die zumeist auf ein einzelnes Format zugeschnitten sind, wie LaTeX-Erweiterungen; das genannte hyperref ist eine solche „LaTeX-Erweiterung“.

Ein Makro ist gekennzeichnet durch einen gewöhnlich mit einem Backslash (umgekehrten SchrĂ€gstrich) beginnenden „Befehl“ und eine damit verbundene Ersetzungsregel.[5] Beispielsweise wird unter plain TeX und LaTeX \leavevmode durch \unhbox\voidb@x ersetzt. Wenn ein Format als „Makrosammlung“ bezeichnet wird, ist damit eine Sammlung entsprechender Ersetzungsregeln gemeint. Erst durch ein solches Format wird TeX fĂŒr praktische Anwendungen handhabbar. („Lebensnahe“ Beispiele von Makros findet man unter LaTeX#Aufbau eines Dokuments.)

Ein TeX-Format ist typischerweise folgendermaßen gekennzeichnet:

  • durch eine Textdatei, die die Makro-Ersetzungsregeln enthĂ€lt – fĂŒr plain TeX/LaTeX enthĂ€lt die Datei plain.tex/latex.ltx eine Zeile \def\leavevmode{\unhbox\voidb@x} zur Ersetzung von \leavevmode;
  • durch eine BinĂ€rdatei mit der Endung .fmt (plain.fmt/latex.fmt), die TeXs Speicher nach Einlesen der Makrosammlungsdatei darstellt (zusĂ€tzlich aber noch SpeichergrĂ¶ĂŸenparameter und sprachspezifische Trennregeln enthĂ€lt);
  • durch auf das Format zugeschnittene Zusatzpakete (z. B. LaTeX-Erweiterungen) – im „TeX-Archiv“ des Comprehensive TeX Archive Network enthĂ€lt das Verzeichnis macros/[6] Unterverzeichnisse fĂŒr einzelne Formate, in denen ihrerseits die darauf zugeschnittenen Zusatzpakete aufgelistet sind;
  • durch verfĂŒgbare Anleitungen – es gibt BĂŒcher ĂŒber plain TeX wie The TeXbook und BĂŒcher ĂŒber LaTeX und seine Erweiterungen wie Der LaTeX-Begleiter, aber keine BĂŒcher ĂŒber plain TeX und LaTeX.

ErlÀuterungen:

  • Ein TeX-Format ist ein „Mittelding“ zwischen Textdatei und BinĂ€rdatei. Im Prinzip könnte TeX einfach die „Makrosammlungen“ plain.tex bzw. latex.ltx, danach die Zusatzpakete und schließlich die Dateien mit dem Text des darzustellenden Dokuments einlesen. In den Jahren um 1990 nahm das Einlesen und Verarbeiten der Makrodefinitionen jedoch so viel Zeit in Anspruch, dass es sinnvoll war, direkt das aus den Wertzuweisungen resultierende Speicherabbild einzulesen, statt diese fĂŒr jeden TeX-Lauf aus der Makrosammlungsdatei heraus vornehmen zu lassen.
  • Appendix E von The TeXbook fĂŒhrt Beispiele kleinerer TeX-Formate auf. Als Appendix B ist eine „menschenlesbare“ Darstellung von plain.tex abgedruckt (mit technischen Auslassungen).
  • Im Gegensatz zu formatspezifischen Zusatzpaketen gibt es durchaus auch solche, die mit verschiedenen Formaten verwendet werden können; solche findet man im „TeX-Archive“ unter macros/generic/.[7]

ConTeXt

Neben den TeX-Formaten plain TeX und LaTeX ist auch ConTeXt recht bekannt. Im Vergleich zu LaTeX hat es mehr Funktionen (wie Hypertext-UnterstĂŒtzung) direkt eingebaut, andererseits sind weniger Zusatzpakete als fĂŒr LaTeX verfĂŒgbar. ConTeXt ist jedoch kein Beispiel eines mit Knuths Programm TeX verwendbaren Formats, es funktioniert nur mit „BinĂ€rerweiterungen“ von Knuths TeX, siehe ConTeXt#Mark II, Mark IV und LMTX.

Beispiel

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Das folgende Beispiel zeigt die Schritte, um in plain TeX Text zu setzen.

Zuerst wird eine Textdatei (zum Beispiel Text.tex) mit dem folgenden Inhalt erstellt:

Hallo
\bye

Der zu setzende Text ist in diesem Fall Hallo. Die Anweisung \bye ist ein TeX-Befehl, der das Ende der Datei angibt und in der Ausgabe nicht erscheint.

Danach gibt man in einem Kommandozeileninterpreter den Befehl

tex Text.tex

ein. TeX erzeugt die Datei Text.dvi (dvi steht fĂŒr „device independent“, also „gerĂ€teunabhĂ€ngig“).

Die Datei Text.dvi kann (etwa mit dem yap-Programm der MiKTeX-Distribution oder mit xdvi unter Unix) auf dem Bildschirm dargestellt werden. Auf dem Bildschirm erscheint eine Druckseite mit dem Wort „Hallo“.

Die dvi-Datei kann direkt vom Anzeigeprogramm aus ausgedruckt werden oder in ein Druckerformat (etwa PostScript, mit dem dvips-Programm) umgewandelt werden.

Die StĂ€rke von LaTeX liegt darin, dass fĂŒr viele ĂŒbliche Dokumente bereits Schablonen vorliegen, die man verwenden kann. LaTeX ist ein Softwarepaket mit einer Sammlung von Makros, die in der Sprache TeX geschrieben sind.

Geschichte und Hintergrund

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Knuth begann mit der Entwicklung des TeX-Systems, weil er mit der schlechter werdenden typografischen QualitÀt seiner Buchreihe The Art of Computer Programming (TAOCP) unzufrieden war:

Band 1 erschien 1968, Band 2 1969. Die Druckvorlagen wurden mit der Technik der Monotype gesetzt. Diese Art des Formelsatzes war aufwendig. Nach Erscheinen von Band 3 1973 verkaufte Knuths Verleger seine Monotype-Maschinen. Die korrigierten Neuauflagen von Band 1 und 3, die 1975 erschienen, mussten in Europa gesetzt werden, wo noch einige Monotype-Systeme in Gebrauch waren.

Die Neuauflage von Band 2 sollte 1976 mit Fotosatz erstellt werden, doch die QualitĂ€t der ersten Proben enttĂ€uschte Knuth (Digital Typography, Kapitel 1). Er hatte 15 Jahre Arbeit in die Reihe gesteckt und wollte sie nur fortsetzen, wenn die BĂŒcher entsprechend gut gesetzt waren. Im Februar 1977 bot sich ein Ausweg, als Knuth im Rahmen einer BĂŒcherevaluierung die Ausgabe eines digitalen Drucksystems mit 1000 dpi Auflösung vorgelegt bekam. Pat Winston hatte damit ein Buch ĂŒber kĂŒnstliche Intelligenz geschrieben. Als Knuth dies klar wurde, unterbrach er die Arbeit an Band 4, von dem er die ersten 100 Seiten fertiggestellt hatte, und entschloss sich, selbst die Programme zu schreiben, die er und sein Verleger brauchten, um Band 2 neu zu setzen. Das Design von TeX begann am 5. Mai 1977.

Knuth schĂ€tzte die notwendige Arbeit auf wenige Monate ein. Im Mai 1977 schrieb er an seinen Verleger, dass er die ersten Vorlagen im Juli fertig haben wĂŒrde.

Nach vier Jahren des Experimentierens mit einem Xerox-Satzsystem hatte er noch kein Ergebnis erzielt, das den Fotosatz ĂŒbertraf. Knuth gab nicht auf und traf bekannte Schriftdesigner, unter anderem Hermann Zapf (der zu der Zeit das hz-Programm entwickelte), von denen er lernte. Nach fĂŒnf weiteren Jahren Arbeit hatte er einen Stand erzielt, mit dem er zufrieden war. Die Fertigstellung von TeX wurde am 21. Mai 1986 im Computer Museum, Boston, Massachusetts gefeiert.

In den BĂŒchern der TAOCP-Reihe wollte Knuth bewusst einen Teil des Wissens der Informatik festhalten, von dem er annahm, dass es bereits eine solche Entwicklungsreife erlangt habe, dass dieses Wissen auch in hundert Jahren noch Ă€hnlich dargestellt werde. Daher war es fĂŒr ihn sehr Ă€rgerlich, dass die typografische QualitĂ€t mit den damaligen Techniken von Auflage zu Auflage nachließ. Dass das TeX-Projekt dann fast zehn Jahre seiner Zeit in Anspruch nehmen wĂŒrde, war nicht geplant.

“Ever since those beginnings in 1977, the TeX research project that I embarked on was driven by two major goals. The first goal was quality: we wanted to produce documents that were not just nice, but actually the best. [
] The second major goal was archival: to create systems that would be independent of changes in printing technology as much as possible. When the next generation of printing devices came along, I wanted to be able to retain the same quality already achieved, instead of having to solve all the problems anew. I wanted to design something that would be still usable in 100 years.”

„Seit den AnfĂ€ngen 1977 war das TeX-Forschungsprojekt, mit dem ich angefangen hatte, von zwei wesentlichen Zielen geprĂ€gt. Das erste war die QualitĂ€t: Unsere Druckwerke sollten nicht nur ‚ganz nett‘, sondern tatsĂ€chlich die besten sein [
] Das zweite große Ziel war die Archivierbarkeit: Das System sollte so unabhĂ€ngig wie möglich von Änderungen in der Drucktechnik sein. Auch mit der nĂ€chsten Generation von Druckmaschinen wollte ich die bisherige AusgabequalitĂ€t erhalten und nicht all die Probleme von vorn lösen mĂŒssen. Ich wollte etwas entwerfen, das noch in 100 Jahren verwendet werden kann.“

– Donald E. Knuth: Digital Typography. S. 559.

Zu den Programmen des TeX-Systems und ihrer Benutzung verfasste Knuth eine fĂŒnfbĂ€ndige Reihe:

  • je einen Band fĂŒr den Quellcode (mit Kommentaren) fĂŒr das Satzprogramm TeX und den Schriftgenerator Metafont,
  • je einen Band mit Benutzeranleitungen fĂŒr den Einsatz von TeX und METAFONT,
  • sowie einen Band mit den METAFONT-Quellprogrammen der Buchstaben der Computer-Modern-Schriften.

Versionsnummer

Die Versionsnummer von TeX nĂ€hert sich der Kreiszahl π {\displaystyle \pi } {\displaystyle \pi } an, indem bei jeder Fehlerkorrektur eine Ziffer angehĂ€ngt wird. Die aktuelle Versionsnummer ist 3.141592653. Eine Versionsnummer 4 wird es nach Aussage Knuths nicht geben, da er es – obwohl er selbst schon einige VorschlĂ€ge fĂŒr zusĂ€tzliche Funktionen fĂŒr TeX gemacht hat â€“ als wichtiger erachtet, ein stabil laufendes System zu haben, das auch in 100 Jahren noch dieselben Ausgaben liefert wie heute. Dies hinderte Knuth allerdings nicht daran, anlĂ€sslich des 2 5 . {\displaystyle \textstyle 2^{5}.} {\displaystyle \textstyle 2^{5}.} (also des 32.) Geburtstages von TeX in einer satirischen Rede vor der TeX Users Group das Erscheinen einer neuen Version mit dem Namen „i-TeX*“ zu kolportieren.[8]

Weiterhin hat Knuth verfĂŒgt, dass TeX nach seinem Tod von niemandem weiterentwickelt werden soll. Außerdem solle die Versionsnummer zu π {\displaystyle \pi } {\displaystyle \pi } geĂ€ndert werden, und alle Programmfehler, die zum Zeitpunkt seines Todes noch vorhanden sein wĂŒrden, sollten als Features anerkannt werden. Analog nĂ€hert sich die Versionsnummer von Metafont der eulerschen Zahl e.[9]

Neuartige Aspekte des TeX-Schriftsatzes

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Der von TeX generierte Schriftsatz wies einige Aspekte auf, die zur Zeit des Erscheinens von TeX neuartig oder in anderen Textsatzsystemen von niedrigerer QualitĂ€t waren. Einigen dieser Innovationen liegen interessante Algorithmen zu Grunde, die Thema mehrerer Abschlussarbeiten von Knuths Studenten wurden. Bis heute einzigartig sind die Regeln fĂŒr AbstĂ€nde in mathematischen Formeln, andere von Knuths Entdeckungen finden inzwischen in verschiedenen Schriftsatzsystemen Verwendung.

AbstÀnde in Formeln

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Da das Hauptaugenmerk Knuths bei der Entwicklung von TeX auf hochqualitativem Textsatz fĂŒr sein Buch The Art of Computer Programming lag, legte er viel Wert auf gut funktionierende Regeln fĂŒr die Wahl von AbstĂ€nden in mathematischen Formeln. Als Grundlage verwendete er Werke, die er fĂŒr Beispielexemplare hochqualitativer mathematischer Typografie hielt: die BĂŒcher, die bei Addison-Wesley, dem Herausgeber von The Art of Computer Programming, gesetzt wurden – besonders die Arbeit von Hans Wolf â€“, Ausgaben der mathematischen Fachzeitschrift Acta Mathematica um das Jahr 1910 und ein Exemplar der niederlĂ€ndischen Fachzeitschrift Indagationes Mathematicae. Aus der genauen Analyse des Textsatzes in diesen Werken entwickelte Knuth einen Regelsatz fĂŒr das Setzen von AbstĂ€nden in TeX.[10] WĂ€hrend TeX nur einige grundlegende Regeln fĂŒr die Abstandhaltung bereitstellt, hĂ€ngen die exakten Parameter von der verwendeten Schriftart ab, die zum Formelsatz verwendet wird. Die Regeln fĂŒr Knuths Computer-Modern-Schriftarten beispielsweise wurden in jahrelanger Arbeit feinabgestimmt und sind jetzt eingefroren. Als er aber andere Schriftarten wie AMS Euler zum ersten Mal verwendete, mussten neue Abstandhaltungsparameter definiert werden.[11]

Worttrennung und Blocksatz

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Im Vergleich zu manuellem Schriftsatz lĂ€sst sich das Problem des Setzens im Blocksatz mit einem automatisierten System wie TeX prinzipiell leicht lösen. Ein solches System kann automatisch die WortabstĂ€nde in einer Zeile anpassen, wenn definiert wurde, an welcher Stelle ein Zeilenumbruch sinnvoll ist. Das eigentliche Problem besteht also darin, die Zeilenumbruchstellen zu finden, die den besten Gesamteindruck erzeugen. Viele Zeilenumbruchsalgorithmen verwenden einen sogenannten First-Fit-Ansatz: Die ZeilenumbrĂŒche werden Zeile fĂŒr Zeile festgelegt, und es wird kein Zeilenumbruchspunkt mehr geĂ€ndert, nachdem er einmal festgelegt wurde.[12] Ein solches System kann einen Zeilenumbruchspunkt nicht danach beurteilen, welchen Effekt der Umbruch auf darauf folgende Zeilen hat. Im Gegensatz zu solchen Algorithmen zieht der Total-Fit-Algorithmus, den Knuth und Michael Plass fĂŒr TeX entwickelten, alle möglichen Zeilenumbruchspunkte in einem Absatz in Betracht und findet die Kombination derer, die insgesamt das bestaussehende Arrangement hervorbringen.

Formal assoziiert der Algorithmus einen badness genannten Wert mit jedem möglichen Zeilenumbruch. Die badness wird erhöht, wenn die WortabstĂ€nde zu stark gestreckt oder gestaucht werden mĂŒssen, um eine Zeile in die richtige LĂ€nge zu bringen. Strafpunkte werden hinzuaddiert, wenn ein Zeilenumbruch besonders unerwĂŒnscht ist, beispielsweise wenn ein Wort getrennt werden muss, wenn zwei Zeilen hintereinander mit einer Worttrennung enden oder wenn eine sehr gestreckte Zeile unmittelbar auf eine sehr gestauchte folgt. Der Algorithmus findet dann den Satz von Umbruchpunkten, der eine minimale Summe der Quadrate der Badness-Werte aufweist. EnthĂ€lt ein Absatz n mögliche Umbruchpunkte, so mĂŒssten mit einem naiven Algorithmus 2n mögliche Zeilenumbruchskombinationen ĂŒberprĂŒft werden. Mit Methoden der dynamischen Programmierung kann die KomplexitĂ€t auf O(n2) gesenkt werden. Weitere Vereinfachungen (beispielsweise extrem unwahrscheinliche Umbruchstellen gar nicht zu ĂŒberprĂŒfen – z. B. eine Worttrennung des ersten Wortes eines Absatzes) fĂŒhren meist zu einer Laufzeit in der Ordnung n. Im Allgemeinen zeigte Michael Plass, dass das Problem, den besten Seitenumbruch zu finden, aufgrund der erhöhten KomplexitĂ€t durch die Platzierung von Abbildungen und Tabellen NP-vollstĂ€ndig sein kann.[13] Ein Ă€hnlicher Algorithmus wird verwendet, um SeitenumbrĂŒche in AbsĂ€tzen so zu platzieren, dass Hurenkinder und Schusterjungen verhindert werden.

Der Zeilenumbruchsalgorithmus von TeX wurde von mehreren anderen Programmen aufgenommen, zum Beispiel von Adobe InDesign[14] und dem GNU-Kommandozeilenwerkzeug fmt.[15]

Wenn kein passender Zeilenumbruch gefunden werden kann, versucht TeX, ein Wort zu trennen. Die ursprĂŒngliche Version von TeX verwendete einen Worttrennungsalgorithmus, der WortprĂ€fixe und -suffixe erkannte, bei Bedarf entfernte und Bindestriche zwischen den zwei Konsonanten einer Buchstabenkombination Vokal–Konsonant–Konsonant–Vokal einfĂŒgte, was in der englischen Sprache meistens möglich ist.[16] TeX82 verwendet einen neuen Worttrennungsalgorithmus, der von Frank Liang 1983 entwickelt wurde und Umbruchpunkten in Wörtern PrioritĂ€ten zuordnet. ZunĂ€chst wird eine Liste von Worttrennungsmustern aus einem großen Korpus getrennter Wörter generiert (solche Korpora enthalten 50.000 Wörter und mehr). Wenn TeX dann beispielsweise eine akzeptable Worttrennungsposition im Wort encyclopedia finden muss, erzeugt es eine Liste der Teilwörter von „.encyclopedia.“ (der Punkt ist ein Sonderzeichen, das Anfang und Ende des Wortes markiert). Diese Liste umfasst alle Teilwörter der LĂ€nge 1 (., e, n, c, y usw.), der LĂ€nge 2 (.e, en, nc usw.), bis zur LĂ€nge 14, dem Wort inklusive der Punkte selbst. TeX sucht in seiner Liste von Trennungsmustern solche Teilwörter heraus, fĂŒr die es die ErwĂŒnschtheit einer Trennung errechnet hat. In unserem Fall werden 11 solcher Muster gefunden:

1c4l4 1cy 1d4i3a 4edi e3dia 2i1a ope5d 2p2ed 3pedi pedia4 y1c

FĂŒr jede Wortposition errechnet TeX nun den Maximalwert aus allen passenden Mustern, was hier

en1cy1c4l4o3p4e5d4i3a

ergibt. Die ungeraden Zahlen markieren mögliche Trennungspositionen; hier ist das Ergebnis also en-cy-clo-pe-di-a. Dieses auf Teilwörtern basierende System erlaubt die Definition sehr allgemeiner Muster wie 2i1a mit niedrigen Umbruchzahlen (gerade oder ungerade), die, wenn notwendig, durch spezifischere (lĂ€ngere) Muster wie 1d4i3a ĂŒbergangen werden.

Durch geschickte Parameterwahl ist es möglich, Trennmuster so zu erzeugen, dass

  • die Anzahl der Elemente möglichst klein ist – 1983 noch von sehr großer Bedeutung
  • fast alle möglichen Trennstellen gefunden werden (ĂŒber 90 %)
  • der Algorithmus keine falschen Trennstellen erkennt (im Zusammenspiel mit einer Ausnahmenliste, die vom Benutzer erweitert werden kann)[16][17]

Die Nachteile des Liangschen Algorithmus zeigen sich in Sprachen wie Deutsch, wo es eine praktisch beliebige Anzahl von Komposita gibt, die nicht bei Erzeugung der Trennmuster berĂŒcksichtigt werden können und daher oft falsch getrennt werden.

Status und Weiterentwicklungen

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Entwicklung abgeschlossen

Die Definition des Befehlsumfangs von TeX steht seit 1990 fest. Knuths Anliegen war es, ein qualitativ hochstehendes Programm zu schaffen; das Programm wird als abgeschlossen betrachtet, es finden nur noch Fehlerkorrekturen statt. Knuth legt Wert darauf, dass echte Weiterentwicklungen (etwa mit einem erweiterten Satz primitiver Befehle) nicht als „TeX“ bezeichnet werden (siehe Lizenz).

Nachfolgegeneration[18][19]

In gÀngigen Distributionen (siehe unten) können mit den Kommandozeilenbefehlen pdftex bzw. pdflatex direkt PDF-Dateien erzeugt werden:

pdftex Text.tex

Als Nachfolger von PdfTeX gilt LuaTeX.

Grafische TeX-Editoren (siehe unten) bieten Frontends fĂŒr solche Kommandozeilen. Dazu wird pdfTeX verwendet. Dieses Programm hat einen umfangreicheren Befehlssatz als TeX; die ursprĂŒnglichen TeX-Befehle sollen ebenso wirken wie mit TeX, so dass das Makropaket LaTeX und seine Erweiterungen auch mit pdfTeX verwendet werden können (pdflatex). Ebenso kann Knuths Makropaket plain TeX mit pdfTeX verwendet werden (pdftex), und The TeXbook kann auch hierfĂŒr als Referenz herangezogen werden (trifft jedoch hinsichtlich der Zahl der Register nicht mehr zu). – pdfTeX wird heute in gĂ€ngigen Distributionen auch zur Erzeugung von TeXs ursprĂŒnglichem Ausgabeformat DVI verwendet (z. B. per latex),[20] TeX kommt nur noch fĂŒr den Kommandozeilenbefehl tex zum Einsatz. Auf diese Weise hat man Zugriff auf den Befehlssatz von Δ-TeX,[21][19] einer Erweiterung von TeX, die pdfTeX vorherging und z. B. eine grĂ¶ĂŸere Zahl von Registern als TeX zur VerfĂŒgung stellt. TatsĂ€chlich können heute mit pdfTeX noch weitere, frĂŒher selbststĂ€ndige Weiterentwicklungen von TeX emuliert werden. Unter zusĂ€tzlicher Verwendung des Pakets microtype[22] ist außerdem eine Verfeinerung von TeXs Zeilenumbruchalgorithmus zugĂ€nglich.

BetriebssystemzeichensÀtze und Unicode

TeX verwendete zunĂ€chst ein ganz eigenes System von ZeichensĂ€tzen (mit Knuths Metafont erzeugt), konnte dann auch mit PostScript-Schriftarten umgehen. Letzteres ist fĂŒr Autoren, die das System nicht professionell, sondern fĂŒr eigene Texte anwenden wollen, anfangs nicht einfach. Die von einem Office-Textverarbeitungsprogramm auf einem Rechner angebotenen ZeichensĂ€tze sind nicht zugĂ€nglich. Auch die Verwendung von nicht-angelsĂ€chsischen Glyphen und noch mehr von nicht-lateinischen Schriftsystemen ist aus der Perspektive von Office-Anwendern etwas unzugĂ€nglich. Dies gilt besonders bei BeschrĂ€nkung auf das Makropaket plain TeX, wĂ€hrend LaTeX standardmĂ€ĂŸig gut dokumentierte Schnittstellen zur Überwindung dieser Hindernisse bereitstellt. TeXs erste ZeichensĂ€tze stellten weniger als 128 Glyphen zur VerfĂŒgung, mit LaTeX sind 8-bit-ZeichensĂ€tze der ĂŒblichen Codierungen inklusive UTF-8 leicht verfĂŒgbar.[23] pdfTeX stellt hinsichtlich dieser beiden Punkte keine Verbesserung dar. NatĂŒrlicher ist der Zugang zu Schriftarten von außerhalb der TeX-Welt mit XeTeX und LuaTeX, die OpenType verfĂŒgbar machen und per Voreinstellung in Unicode kodierte Eingabedateien unterstĂŒtzen. The TeXbook trifft auf XeTeX[24] und LuaTeX nicht mehr völlig zu.[25]

„TeX“ als „Oberbegriff“

Obwohl nun das von Knuth entwickelte Programm als solches wohl kaum noch verwendet wird, gibt es weiterhin „TeX-Distributionen“ und „TeX-Benutzergruppen“ (wie folgt), im Wesentlichen wird auch das Arbeiten mit den aktuellen Weiterentwicklungen von TeX als Arbeit mit TeX betrachtet und entsprechend bezeichnet. Unter Autoren, die praktisch nur lateinische Schriften verwenden, ist XeTeX wohl noch kaum verbreitet, und reinen Autoren (im Gegensatz zu „TeX-Experten“) ist von diesen unterschiedlichen „Engines“ auch nichts bekannt. Da reine Anwender praktisch ausschließlich Makros aus den Formaten LaTeX und plain TeX und ihren Erweiterungen (und nicht primitive Befehle) verwenden, sind sie von den Unterschieden kaum betroffen. Dass bestimmte Makropakete[26] nur mit Weiterentwicklungen von TeX (vor allem Δ-TeX) und nicht mit Knuths Programm funktionieren, ist ebenfalls von geringer Relevanz, da Letztere (vor allem pdfTeX) mit gĂ€ngigen Distributionen geliefert werden und ihre Verwendung (auch in TeX-Editoren) voreingestellt ist.

Benutzergruppen

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Rund um TeX haben sich schon sehr frĂŒh Benutzergruppen organisiert, als erstes die TeX Users Group (TUG), die international agiert. SpĂ€ter kamen sprachbezogene und regionale Benutzergruppen hinzu wie die Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX (DANTE) fĂŒr den deutschen Sprachraum und GUTenberg fĂŒr den französischen Sprachraum. Insgesamt gibt es zurzeit etwa zwei Dutzend TeX-Benutzergruppen, die untereinander zusammenarbeiten.

Distributionen

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Es gibt viele verschiedene Distributionen von TeX, die untereinander vollstÀndig kompatibel sein sollten. Sie enthalten alle zur Arbeit mit TeX nötigen Programme. Auch optionale ErgÀnzungen wie LaTeX sind enthalten.

  • MiKTeX ist eine TeX-Distribution (Programmsammlung) fĂŒr Windows, seit 2018 auch fĂŒr macOS und Linux.
  • TeX Live ist eine TeX-Distribution fĂŒr verschiedene Unices (unter anderem auch Linux), macOS und Windows. Sie wird von den TeX-Anwendervereinigungen erstellt und ist in vielen Linux-Distributionen enthalten.
  • teTeX war eine von Thomas Esser erstellte TeX-Distribution fĂŒr Unix, die seit Mai 2006 nicht mehr weiterentwickelt wird. Thomas Esser empfiehlt Interessenten, sich dem Projekt TeX Live zuzuwenden.

Der Verzeichnisbaum texmf, der durch die verschiedenen aktuellen Installationen erzeugt wird, ist als „TeX Directory Structure“ standardisiert.[27]

Noch umfangreicher als die genannten Distributionen ist die Sammlung von TeX-Versionen und -Erweiterungen im Comprehensive TeX Archive Network (CTAN). So ist TeX Live auf als strikt frei lizenzierte TeX-Zusatzpakete beschrĂ€nkt, so dass selbst Pakete nicht eingeschlossen sind, die „manuell“ aus dem CTAN heruntergeladen werden können, aber keine hinreichend prĂ€zise Lizenz beinhalten. Die andere aktuell relevante Distribution MiKTeX ist dagegen auf mit dem Betriebssystem Windows lauffĂ€hige Software beschrĂ€nkt, wĂ€hrend aus dem CTAN auch Pakete heruntergeladen werden können, die ausschließlich auf Unix-artigen Betriebssystemen oder gar nur auf „historischen“/„exotischen“ Betriebssystemen lauffĂ€hig sind.[28] Eine frĂŒhe Version von AmigaTeX (3.1) fĂŒr den Amiga von Tomas Rokicki wurde 1987 nach C portiert, kommerziell angeboten und zeichnete sich durch einen umfangreichen Katalog von DD-Disketten aus, die fĂŒr einen TeX-Lauf stĂ€ndig gewechselt werden mussten.

Lizenz

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Der Quelltext von TeX steht offen zur VerfĂŒgung, er kann und soll nach dem Willen von Donald E. Knuth weiterentwickelt werden. Die Ausgabe einer bestimmten Version von TeX soll aber auf allen Plattformen identisch sein. Weiterentwicklungen von anderen Autoren dĂŒrfen daher nicht selbst den Namen TeX tragen, sondern mĂŒssen anders benannt werden. Obwohl es bisweilen heißt, TeX und LaTeX seien von Knuth bzw. von Leslie Lamport unter Public Domain gestellt worden,[29] ist das also nicht zutreffend.

Die Lizenzbedingungen von TeX dĂŒrfen nicht mit denjenigen von LaTeX verwechselt werden – obwohl jene Ă€hnlich sind. Auch die LaTeX Project Public License (LPPL) erlaubt das Kopieren und VerĂ€ndern des Quelltexts von LaTeX-Paketen nur, solange die geĂ€nderten Dateien unter einem anderen Namen verteilt werden als die ursprĂŒnglichen Dateien.[30] Die LPPL gilt aber nicht fĂŒr TeX selbst. Sie ist nur aus der Lizenz, die Knuth fĂŒr TeX vorgegeben hatte, hervorgegangen.

UnterstĂŒtzende Tools (Editoren)

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TeXShop, ein TeX-Editor

Die Arbeit von Autoren oder ihren SchreibkrĂ€ften mit TeX verlĂ€uft so (man betrachte zunĂ€chst das kurze #Beispiel): Man gibt eine Passage Quellcode (Text, Befehle zur Formatierung und fĂŒr spezielle Zeichen wie mathematische Symbole) ein (und speichert die Textdatei ab), lĂ€sst dann das TeX-Programm (nicht anders ist die Arbeit etwa mit pdfTeX) mit der neuen Textdateiversion laufen, schließlich schaut man sich das Ergebnis mit einem Previewer (mit MiKTeX etwa yap, mit Linux Evince) an (eventuell erzeugt man noch mit einem weiteren Werkzeug eine PostScript- oder PDF-Version aus der DVI-Datei). Man hat zwei Fenster: eines fĂŒr die Texteingabe und eines fĂŒr die Vorschau. Dies ist ganz anders als bei der Arbeit mit einem Office-Programm, wo man TextĂ€nderungen direkt im Vorschaufenster vornimmt. Durch die TeX-Befehle unterscheidet sich das Erscheinungsbild des Codes stark von dem des erzeugten Dokuments, was fĂŒr Bearbeiter eine gewisse Herausforderung darstellt (vgl. LaTeX#Kein WYSIWYG).

LyX ist ein Editor fĂŒr LaTeX, mit dem man TextĂ€nderungen in einem Fenster vornimmt, das keine TeX-Befehle zeigt und auch keine echte Vorschau bietet aber eine intuitiv erfassbare Andeutung des Ergebnisses.

Die Arbeitsumgebung mit separaten Fenstern fĂŒr Ein- und Ausgabe kann unterschiedlich aufwĂ€ndig gestaltet sein:

  1. Zum Erstellen der Eingabedateien mit Text und Befehlen genĂŒgt im Prinzip ein primitiver Texteditor wie Notepad unter Windows oder Leafpad (oder gar ed in der Konsole) unter Linux. Den TeX-Lauf kann man in der Konsole (Kommandozeile) anstoßen, dann braucht man einen Previewer – diese spartanische Ausstattung genĂŒgt fĂŒr die Arbeit mit TeX, ein spezieller TeX-Editor ist im Prinzip nicht erforderlich. Notepad und Leafpad sind sehr leicht und intuitiv zu bedienen.
  2. Eine Verbesserung bei dieser Arbeitsweise bedeuten bereits Texteditoren, die Syntaxhervorhebung fĂŒr verschiedene Programmier- oder Auszeichnungssprachen bieten, darunter fĂŒr TeX, wie Vim und unter Linux gedit (oder gar nano).[31] Dadurch wird intuitiv erkennbar, welche Codepassagen zu formatierenden Text bilden, im Gegensatz zu TeX-Befehlen, und welche Passagen auskommentiert sind; schließlich helfen sie beim korrekten Schließen von geschweiften Klammern {
} fĂŒr Makroargumente (typische Fehlerquelle mit aufwĂ€ndigen Folgen); auch fĂŒr die Klammerung in mathematischen Formeln, zu deren Formatierung TeX ja besonders gerne verwendet wird. – Vim wird allerdings erst nach lĂ€ngeren Einarbeitungszeiten nĂŒtzlich, es beruht noch auf „steinzeitlichen“ Vorstellungen von grafischen Nutzerschnittstellen.
  3. Noch ohne eine vollentwickelte grafische Entwicklungsumgebung gibt es eine Vielzahl von Scripts und anderer Werkzeuge, die die Dokumenterzeugung automatisieren, so dass externe Werkzeuge wie BibTeX und MakeIndex bei Bedarf ohne Eingreifen des Bearbeiters „angeworfen“ werden und man gewisse Ähnlichkeiten mit WYSIWYG-Programmen erhĂ€lt,[32] insbesondere fĂŒr die Arbeit mit den genannten Texteditoren gedit[33] und Vim;[34][35] eines dieser Werkzeuge ist Rubber.[36] – FĂŒr AnfĂ€nger sind diese Werkzeuge allerdings kaum zu bewĂ€ltigen.
  4. FĂŒr die universellen grafischen integrierten Entwicklungsumgebungen Emacs und Eclipse gibt es spezielle TeX-Modi: AUCTeX fĂŒr Emacs, das Plug-in TeXlipse[37] fĂŒr Eclipse und LaTeX. Mit AUCTeX sorgt das Paket preview-latex[38] fĂŒr eine automatische Vorschau von Formeln, Tabellen und Grafiken (in diesen Situationen ist der Quellcode besonders unĂŒbersichtlich und die Vorschau wertvoll). – FĂŒr AnfĂ€nger ist dieser Zugang nicht sinnvoll.
  5. Es gibt speziell fĂŒr das Erstellen von TeX-Dokumenten programmierte grafische integrierte Entwicklungsumgebungen, die als „TeX-Editoren“ bezeichnet werden. Außer der Syntaxhervorhebung bieten sie meist eine Hilfe zu den TeX-Befehlen sowie Knöpfchen, um das TeX-Programm oder andere Werkzeuge „in Bewegung zu setzen“. Beispiele sind Kile (fĂŒr LaTeX) unter Linux, TeXnicCenter und WinEdt unter Microsoft Windows sowie das preisgekrönte TeXShop unter Mac OS X, welches zu dem nun fĂŒr Windows, Linux und Mac OS X vorliegenden TeXworks inspirierte. Hier wird statt eines externen Previewers ein integrierter eingesetzt, und es gibt (wie auch bei einigen anderen modernen Previewern) eine als inverse search bezeichnete Funktion, von einer Position in der Vorschau zum entsprechenden Quellcode zu springen. – Die Zielsetzung von TeXshop und TeXworks besteht gerade darin, auch AnfĂ€ngern einen einfachen Zugang zu TeX zu bieten.
Vgl. Kategorie:TeX-Editor

Eine ausfĂŒhrlichere Darstellung von Entwicklungsumgebungen fĂŒr LaTeX findet sich unter LaTeX#Entwicklungsumgebungen.

Automatische Erzeugung von formatierten Dokumenten

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TeX kann mit Hilfe von TeXML ein anspruchsvolles Layout von in einem XML-Format vorliegenden Daten erzeugen. Damit ist TeX eine Alternative zu XSL-FO.

Literatur

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EinfĂŒhrungen

  • Victor Eijkhout: TeX by Topic. Neuauflage Auflage. Lehmanns Media, Berlin 2014, ISBN 978-3-86541-590-5 (CTAN [abgerufen am 2. August 2015] Zugriffsmöglichkeiten und weitere Informationen). 
  • Donald E. Knuth: The TeXbook. Illustrations by Duane Bibby. Addison-Wesley, Reading, MA u. a 1986, ISBN 0-201-13447-0 (Erstausgabe: 1984). 
  • Norbert Schwarz: EinfĂŒhrung in TeX. 2., ĂŒberarb. Auflage. Addison-Wesley, Bonn u. a. 1988, ISBN 3-925118-97-7 (ruhr-uni-bochum.de [PDF; 2,4 MB; abgerufen am 2. August 2015] In der „unverĂ€nderten“ PDF-Fassung gibt der Verfasser das Erscheinungsjahr der 3. Auflage zuerst mit 1991, dann mit 1988 an). 
  • Norman Walsh: Making TeX work. O’Reilly Verlag, Sebastopol, CA 1994, ISBN 1-56592-051-1 (Volltext [abgerufen am 2. August 2015]). 

Andere

  • Donald E. Knuth: Digital Typography. CSLI Publications, Stanford, CA 1999, ISBN 1-57586-010-4 (Sammlung von AufsĂ€tzen, zum Teil ĂŒber TeX). 
  • Michael Downes: TeX and LaTeX 2e. In: Notices of the AMS. Band 49, Nr. 11, Dezember 2002, S. 1384–1391 (ams.org [PDF; 822 kB; abgerufen am 26. Juli 2015] 8-seitige Darstellung von TeX, LaTeX und Markup-Arten inklusive historischer Darstellung). 

Weblinks

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Wiktionary: TeX â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: TeX â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • J. H. Silverman: TeX Reference Card v1.5. (pdf; 136 kB) In: brown.edu. Januar 2007; abgerufen am 16. Juli 2025 (englisch). 
  • Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e. V. (DANTE)
    • FAQ zu TeX und DANTE
  • PlainTeX-Ressourcen. TeX Users Group; abgerufen am 16. Juli 2025 (englisch). 
  • Podcast von CRE zum Thema: TeX und LaTeX

Einzelnachweise

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  1. ↑ How should I pronounce “TeX”? In: TeX Frequently Asked Questions on the Web version 3.22. 27. April 2011, archiviert vom Original am 3. MĂ€rz 2012; abgerufen am 2. September 2011 (englisch). 
  2. ↑ The TeXBook, Donald E. Knuth, Addison-Wesley, 1996.
  3. ↑ hyperref – Kurzdarstellung auf CTAN mit Links zu Dokumentation und Downloads.
  4. ↑ Etwa BibLaTeX mit biber und xindy.
  5. ↑ Vgl. Substitution (Logik). Die Ersetzung findet allerdings nicht auf der Ebene eingebener Zeichen statt, sondern in Bezug auf das formale Alphabet der Tokens im Sinne von Kapitel 7 von The TeXbook. Im Beispiel \leavevmode wird ein einzelnes Token durch zwei andere Tokens ersetzt, die Darstellung ist im BemĂŒhen, nicht zu technisch zu werden, irrefĂŒhrend. Auch einzelne Zeichen können sich wie Makros verhalten, z. B. die Tilde ~zur Erzeugung eines geschĂŒtzten Leerzeichens, und das doppelte AnfĂŒhrungszeichen mit ngerman.
  6. ↑ tex-archive/macros
  7. ↑ tex-archive/macros/generic
  8. ↑ Donald E. Knuth: An Earthshaking Announcement. (PDF; 243 kB) 28. Juni 2010, abgerufen am 31. Januar 2017 (englisch). 
  9. ↑ Donald E. Knuth: The future of TEX and METAFONT. (PDF; 15 kB) 3. Oktober 1990, abgerufen am 7. Oktober 2012 (englisch). 
  10. ↑ Donald E. Knuth: Questions and Answers II. In: TUGboat. Band 17, 1996, S. 355–367. Auch gedruckt als Kapitel 32 von Digital Typography. S. 620.
  11. ↑ Donald E. Knuth: Typesetting Concrete Mathematics. In: TUGboat. Band 10, 1989, S. 31–36, 342. tug.org (PDF; 584 kB) Auch gedruckt als Kapitel 18 von Digital Typography.
  12. ↑ Michael P. Barnett. Computer Typesetting: Experiments and Prospects. MIT Press, Cambridge, Massachusetts 1965.
  13. ↑ Donald E. Knuth, Michael F. Plass: Breaking Paragraphs Into Lines. In: Software – Practice and Experience. Band 11, 1981, S. 1119–1184. Auch gedruckt als Kapitel 3 von Digital Typography. S. 67–155.
  14. ↑ Advogato: Interview of Donald E. Knuth. In: TUGboat. 21, 2000, S. 103–110. tug.org (PDF oder advogato.org)
  15. ↑ GNU Project: GNU coreutils manual, version 6.9, 4.1 fmt: Reformat paragraph text. 2006.
  16. ↑ a b Franklin Mark Liang: Word Hy-phen-a-tion by Com-put-er. Ph.D.-Abschlussarbeit, Department of Computer Science, Stanford University, August 1983.
  17. ↑ The TeXbook. Appendix H: Hyphenation, S. 449–455.
  18. ↑ Eine sehr umfassende Übersicht von Weiterentwicklungen von TeX bietet das CTAN-Paket tex-overview.
  19. ↑ a b Zu den hauptsĂ€chlichen Aussagen in der Folge siehe die TeX-Live-Dokumentation, besonders Abschnitt TeX-Erweiterungen.
  20. ↑ Nach der Kommandozeile „latex beispiel“ erscheint die Konsolenausgabe This is pdfTeX, die dann angegebene Versionsnummer enthĂ€lt die Versionsnummer der zugrundeliegenden TeX-Version.
  21. ↑ etex auf CTAN. Auf Webseiten wird das Programm zumeist als „e-TeX“ bezeichnet, in seiner PDF-Dokumentation jedoch Δ-TeX.
  22. ↑ microtype auf CTAN.
  23. ↑ inputenc auf CTAN.
  24. ↑ Unterschiede von XeTeX zu frĂŒheren TeX-Varianten werden im CTAN-Paket XeTeXref beschrieben.
  25. ↑ Vor allem kann \catcode nun auf 65536 statt bisher 256 Eingabezeichen angewendet werden, und Makronamen können z. B. aus chinesischen Schriftzeichen zusammengesetzt werden, Ă€hnlich ist das Paket unisugar.
  26. ↑ z. B. etoolbox
  27. ↑ TeX Directory Structure unter tug.org.
  28. ↑ Vgl. „systems“-Verzeichnis des CTAN.
  29. ↑ Peter Gordon: Introducing Donald Knuth and Computers & Typesetting. In: TUBboat. Band 7, 1986, Nr. 2, S. 93–95, 94.
  30. ↑ Frank Mittelbach u. a.: Der LaTeX-Begleiter. 2. Auflage. Pearson Studium, 2005, ISBN 3-8273-7166-X, S. 1009.
  31. ↑ tex.nanorc bei wiki.ubuntuusers.de
  32. ↑ Change and show PDF with TeX “immediately,” and link I/O – privat
  33. ↑ gedit LaTeX Plugin auf wiki.gnome.org
  34. ↑ LaTeX (Vim Tips Wiki) auf vim.wikia.com
  35. ↑ tex.vim auf vim.org
  36. ↑ Rubber – a wrapper for LaTeX and friends auf launchpad.net
  37. ↑ TeXlipse auf sourceforge.net
  38. ↑ preview-latex auf CTAN
Normdaten (Sachbegriff): GND: 4127872-0 (GND Explorer, lobid, OGND, AKS)
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