Rechtsextremismus (auch die extreme Rechte, die Ă€uĂerste Rechte oder die Ultrarechte) bezeichnet verschiedene extremistische Strömungen innerhalb der politischen Rechten. Der Begriff umfasst ultranationalistische, faschistische, neonazistische oder neofaschistische politische Ideologien und AktivitĂ€ten.
Rechtsextremisten orientieren sich an einer ethnischen Zugehörigkeit, bestreiten und bekĂ€mpfen einen Anspruch auf soziale und rechtliche Gleichheit und vertreten ein antipluralistisches, antidemokratisches und autoritĂ€res GesellschaftsverstĂ€ndnis. Politisch wollen sie den Nationalstaat zu einer autoritĂ€r gefĂŒhrten âVolksgemeinschaftâ umgestalten. âVolkâ und âNationâ werden dabei rassistisch oder ethnopluralistisch definiert.
Kennzeichen solcher Konzepte, insbesondere in Europa, sind verschiedene rechtsextreme Symbole und Zeichen, Geschichtsrevisionismus hinsichtlich bestimmter Epochen, etwa zum italienischen Faschismus und zur Zeit des Nationalsozialismus, Fremdenfeindlichkeit bis hin zum Fremdenhass, antiamerikanische und/oder andere Verschwörungstheorien. Bei organisierten rechtsextremen Gewalttaten spricht man von Rechtsterrorismus.
Nationale Staatsbehörden definieren und behandeln Rechtsextremismus verschieden. GegenmaĂnahmen umfassen zivile und strafrechtliche Mittel der streitbaren Demokratie (â Rechtsextremismus in der Bundesrepublik Deutschland, Rechtsextremismus in Ăsterreich, Rechtsextremismus in der Schweiz).

Begriff
Der Begriff enthĂ€lt eine inhaltliche â politisch ârechtsâ stehend â und eine formale Komponente â Extremismus. Beide Bestandteile sind nicht eindeutig und unterliegen der Kritik. Die auf die Sitzordnung in der Französischen Nationalversammlung von 1789 zurĂŒckgehende Einteilung des politischen Spektrums nach ârechtsâ und âlinksâ bezieht sich auf eine unbestimmte âMitteâ der Gesellschaft, die historisch stark schwankend definiert wurde. Positionen, die vor 1945 mehrheitsfĂ€hig waren und als gemĂ€Ăigt galten, etwa der Vertragsrevisionismus in der Weimarer Republik, gelten heute als rechtsextrem.
Zudem bewertet der Begriff etwas als âextrem(istisch)â und definiert so indirekt die politische âMitteâ als vom âĂ€uĂeren Randâ her gefĂ€hrdete NormalitĂ€t. Dies diente meist dazu, die bestehende Ordnung gegen so definierte Theorien, Personen, Gruppen und ihre Politik zu verteidigen. Daher bezeichnen als rechtsextrem Eingestufte sich selbst kaum mit diesem Begriff, sondern heute meist als âkonservativâ, ârechtskonservativâ oder ânationalâ. Dadurch wird die Abgrenzung vom verfassungsgemĂ€Ăen demokratischen Konservatismus und Patriotismus, die der unscharfe Begriff âRechtsextremismusâ leisten soll, erschwert. Die entsprechende Abgrenzung vollziehen Politologen, Soziologen und VerfassungsschĂŒtzer mittels nĂ€herer inhaltlicher Abgrenzungen, die der ĂŒberkommene Begriff an sich nicht enthĂ€lt.
Umgangssprachlich werden die Begriffe âRechtsextremismusâ und âRechtsradikalismusâ oft gleichgesetzt oder nicht scharf voneinander abgegrenzt.[1] Brigitte Bailer-Galanda vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes kritisierte 2008:[2]
âLeider findet sich auch in der wissenschaftlichen Fachliteratur die gleichzeitige und offensichtlich synonym verstandene Anwendung zumindest der Begriffe Rechtsradikalismus und Rechtsextremismus, wodurch selbst bei Interessierten begriffliche Verwirrung ausgelöst und gefördert wird.â
Die Vossische Zeitung benannte 1924 als rechtsradikal âalle die Gruppen, BĂŒnde und Vereinigungen, die sich teils völkisch, teils deutschsozial, teils groĂdeutsch, teils nationalsozialistisch nennen [âŠ].â[3]
Seit den 1970er Jahren verwendet der deutsche Verfassungsschutz den Begriff âRechtsextremismusâ fĂŒr verfassungsfeindliche, gegen die Freiheitliche demokratische Grundordnung (FDGO) gerichtete Inhalte und AktivitĂ€ten, den Begriff âRechtsradikalismusâ dagegen fĂŒr politische Ziele im demokratischen Spektrum, die als Ausdruck legitimer Radikalkritik an einer bestehenden Gesellschaftsordnung verstanden werden.[4]
Die Definition beider Begriffe ist (Stand 2008) in der Wissenschaft umstritten und wird durch ihre historisch uneinheitliche Verwendung erschwert. Der Vorschlag einiger Autoren, âdas Attribut extremistisch fĂŒr die BeobachtungsgegenstĂ€nde der Verfassungsschutzbehörden zu reservieren und die Bezeichnung Radikalismus fĂŒr das wesentlich breitere sozialwissenschaftliche BetĂ€tigungsfeld zu verwendenâ, konnte sich bislang nicht durchsetzen.[5]
Neben dem Begriff Rechtsextremismus haben sich im Laufe der Zeit auch die Bezeichnungen die Ă€uĂerste Rechte (bzw. rechtsauĂen) und die Ultrarechte (bzw. ultrarechts) in der Forschung etabliert, die synonym zu rechtsextrem verwendet werden.[6] Der Soziologe Wilhelm Heitmeyer schlug 2018 den Begriff des âautoritĂ€ren Nationalradikalismusâ vor, da die korrespondierenden PhĂ€nomene Rechtspopulismus und Rechtsextremismus darauf abzielen, Institutionen zu destabilisieren, die wichtig fĂŒr die Gesellschaft seien.[7]
Hauptmerkmale
Rechtsextremismus ist eine Sammelbezeichnung fĂŒr Ideologien, deren gemeinsamer Kern die Ăberbewertung der ethnischen Zugehörigkeit, die Infragestellung der Gleichheit aller Menschen sowie ein antipluralistisches und autoritĂ€r geprĂ€gtes GesellschaftsverstĂ€ndnis ist.[8] Die Verwendung von Verschwörungstheorien kann eine rationale Analyse gesellschaftlicher MissstĂ€nde ersetzen. Dies dient sowohl der Entlastung als auch der Integration rechtsextremer Gruppen.[9] Zudem werden Verschwörungstheorien herangezogen, um historische AnknĂŒpfungspunkte an den Faschismus und Nationalsozialismus zu schaffen (â Geschichtsrevisionismus). HĂ€ufig Verwendung findet die Behauptung einer âVerschwörung des Weltjudentumsâ oder das AnknĂŒpfen an verschwörungstheoretische Elemente des Antiamerikanismus.[10]
Zu den strukturellen Merkmalen des Rechtsextremismus zĂ€hlen Dogmatismus, Sendungsbewusstsein und ein ausgeprĂ€gtes Schwarz-WeiĂ-Denken.[11] Im politischen Stil lĂ€sst sich eine Gewaltlatenz und Gewaltakzeptanz erkennen, die ihren Ausdruck vor allem in verbalen Angriffen auf politische Gegner und Andersdenkende findet.[9]
Ethnizismus
Rechtsextremisten betonen bei allen sonstigen Unterschieden eine naturgegebene Zugehörigkeit von Menschengruppen zu einem als Ethnie (Abstammungseinheit) oder Rasse verstandenen Volk oder einer Nation. Die Menschen seien durch biologische Abstammung sowie kulturell so stark vorgeprĂ€gt, dass kein friedliches, gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Zusammenleben verschiedener Ethnien in einem Staat möglich sei. Die Gesellschaft mĂŒsse daher zu einem homogenen âVolkskörperâ vereinheitlicht werden. Damit gehen ĂŒberhöhter Nationalismus[12] und oft auch Rassismus[13] einher, also die Ăberhöhung des eigenen Volkes gegenĂŒber anderen Ethnien und Nationen. Zur Rechtfertigung wird bis heute auf Rassentheorien verwiesen, die rassistischen Argumentationen eine scheinbare wissenschaftliche ErklĂ€rungsgrundlage liefern sollen.
Deren Gestalt kann variieren und wird meist nur vage umrissen. Das âVolkâ wird nicht immer eindeutig ârassischâ definiert, sondern oft mit einem Ethnopluralismus umschrieben, der die Eigenarten der Völker betont, um die eigene Abstammungseinheit von anderen Völkern und ethnischen Minderheiten abzugrenzen und Konzepte eines Multikulturalismus abzuwehren.[9] Statt der Höherwertigkeit der eigenen Nation betont dieses Konzept teilweise eine Höherwertigkeit der eigenen Kultur und leitet daraus einen Anspruch auf Vorherrschaft ab. Im Ă€lteren Sozialdarwinismus wird dagegen ein Zwang zur nationalen Selbstbehauptung nach innen wie auĂen postuliert.
Ungleichheit der Menschen
Rechtsextremisten begrĂŒnden einen minderen Wert und Rechtsstatus bestimmter Individuen und Gruppen durch ethnische, kulturelle, geistige und biologische Unterschiede.[14] Daraus folgen zwangslĂ€ufig Freund-Feind-Haltungen und Intoleranz gegenĂŒber Menschen anderer Herkunft und PrĂ€gung. Fremden- und AuslĂ€nderfeindlichkeit gehen ineinander ĂŒber; abgelehnt werden meist nicht alle AuslĂ€nder, sondern ganz bestimmte ethnisch, rassisch und/oder kulturell als fremd erscheinende Gruppen, die von der eigenen, meist nicht genauer definierbaren Norm abweichen. Es wird zwischen positiv eingeschĂ€tzten (willkommenen) und negativ eingeschĂ€tzten (unwillkommenen) AuslĂ€ndern unterschieden und die aktive Ausgrenzung der zweiten Gruppe betrieben.
Antipluralismus
Rechtsextremisten sehen keine Möglichkeit einer friedlichen Koexistenz unterschiedlicher Interessen und Ansichten in einem Staat. Die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen und Meinungsverschiedenheiten werden als schĂ€dlich fĂŒr die Gemeinschaft angesehen. Die Ursache von gesellschaftlichen Konflikten wird in der Ungleichheit der Menschen gesehen. Deswegen sollen pluralistische politische Institutionen durch autoritĂ€re ersetzt werden. Der Rechtsstaat wird als eine die Volksgemeinschaft âzersetzendeâ Institution angesehen und seine Grundlagen, wie der Parlamentarismus, eine demokratische Opposition und die GewĂ€hrung von gleichen Grundrechten, delegitimiert und/oder bekĂ€mpft.[15] Auch die BemĂŒhungen um die Integration von Menschen anderer Herkunft sowie das Konzept einer multikulturellen Gesellschaft werden abgelehnt und als âVerbrechen am eigenen Volkâ diffamiert.
Autoritarismus
Rechtsextremisten wollen den Nationalstaat durch eine autoritĂ€r gefĂŒhrte Volksgemeinschaft ersetzen.[16] Charakteristisch ist ein autoritĂ€res, auf hierarchische und zentralistische Strukturen unter FĂŒhrung nationaler âElitenâ ausgerichtetes PolitikverstĂ€ndnis. Der liberale Rechtsstaat, der weniger auf GefĂŒgsamkeit als auf die Einsicht zivilisierter BĂŒrger setzt und daher tendenziell unautoritĂ€r, gemĂ€Ăigt und geduldig auftritt, wird von Rechtsextremisten angesichts ihrer radikalen Zielsetzungen als verweichlicht, kraftlos und ineffektiv angesehen. Eine autoritĂ€re Ordnung wird nicht als Bedrohung, sondern als Schutzraum herbeigesehnt; entscheidend sind hierfĂŒr oft vorpolitische, persönliche PrĂ€gungen (etwa autoritĂ€re Eltern), charakterliche Ursachen oder eine Ăberforderung durch die vom liberalen Rechtsstaat vorausgesetzte bĂŒrgerliche Selbstkontrolle.[17]
Es wird daher ein identischer Volkswille behauptet, sodass âFreiheitâ nur bedeutet, sich diesem unterzuordnen. Individuelle Selbstbestimmung und Chancengleichheit werden zu Gunsten von sozialem Einheitszwang bekĂ€mpft. AuĂenpolitisch folgt daraus â je nach besonderer LĂ€ndersituation â meist eine auf Abgrenzung, militĂ€rische und ökonomische Machtsteigerung, ethnische âSĂ€uberungenâ und/oder territoriale Expansion ausgerichtete Politik.[18]
Internationale Szene-Tendenzen
Die wachsende international operierende rechtsextreme Szene nutzt vor allem das Internet zur Kommunikation. Es werden aber auch gemeinsame Demonstrationen, Rechtsrock-Konzerte und Veranstaltungen organisiert. Eine wichtige Rolle spielt die internationale Vernetzung beim Vertrieb von in einigen Staaten verbotenen Produkten mit speziellen Symboliken. Richard Stöss sieht im AusmaĂ der Vernetzung von Rechtsextremisten einen wichtigen Indikator fĂŒr das Bedrohungspotential, das von ihnen ausgeht.[19] Eine kollektive IdentitĂ€t entsteht dabei ĂŒber die Vorstellung der Zugehörigkeit zu einer gemeinsamen Rasse sowie zu einem gemeinsamen Kulturkreis (Abendland).
Rechtsextreme Netzwerke
Im europĂ€ischen Parlament gibt es Versuche, eine rechtsextreme Fraktion aufzubauen. Die Fraktion IdentitĂ€t, Tradition, SouverĂ€nitĂ€t bestand von Januar bis November 2007. Vorausgegangen waren BemĂŒhungen um eine einheitliche europĂ€ische Wahlplattform fĂŒr die Europawahl 2004 unter dem Dach der EuropĂ€ischen Nationalen Front. Ein erster Versuch von Rechtsextremisten, sich auf europĂ€ischer Ebene zu konstituieren, war die GrĂŒndung des Nazi-Netzwerkes EuropĂ€ische Soziale Bewegung 1951 in Malmö (Schweden).
In Nordamerika grĂŒndeten sich die neonazistischen Hammerskins, die heute in vielen LĂ€ndern Ableger haben. International agieren auch das von Ian Stuart Donaldson gegrĂŒndete Netzwerk Blood and Honour (âBlut und Ehreâ) und sein âbewaffneter Armâ Combat 18.
Einfluss auf andere Szenen und Subkulturen
Ein relativ konstanter Anteil der Bevölkerung moderner Industriestaaten vertritt rechtsextreme Einstellungen, in Deutschland laut der SINUS-Studie zum Rechtsextremismus etwa 12 bis 13 Prozent. Allerdings gibt es Subkulturen, in denen Rechtsextremisten sich bevorzugt bewegen, ihre Meinungen und Ansichten offen vertreten und/oder neue AnhĂ€nger zu gewinnen suchen. Zu Propagandazwecken suchen sich rechtsextreme Agitatoren hĂ€ufig Protestkulturen, bei denen thematische AnknĂŒpfungspunkte bestehen. Dabei setzen sich nur einige Szenen, etwa Rock Against Communism, ausschlieĂlich aus bekennenden Rechtsextremisten zusammen. Bei den Skinheads bilden sie nur ein Teilspektrum. Wegen der groĂen medialen Aufmerksamkeit dafĂŒr wird fast die gesamte Skinhead-Szene öffentlich mit Rechtsextremismus assoziiert. Dies deckt sich zum Teil mit Strategien von Rechtsextremisten, eine Szene ĂŒber bestimmte Kleidermarken, Symbole und das Imitieren von Verhaltensformen fĂŒr sich zu vereinnahmen (siehe auch: Querfront-Strategien), um eine breite gesellschaftliche Akzeptanz oder zumindest Hegemonie vorzutĂ€uschen.
Hooligans und Ultras

Hooligans sind Personen, die vor allem im Rahmen bestimmter Sportereignisse wie beispielsweise FuĂballspielen durch aggressives Verhalten auffallen. Sie sind nicht nur von gewöhnlichen Fans und Ultras, sondern auch von anderen Gruppen, Szenen und Einzelpersonen zu unterscheiden, da sie eine bestimmte, charakteristische Art von Gewalt kultivieren. Die ersten VorfĂ€lle von Hooligans gehen bis ans Ende des 19. Jahrhunderts zurĂŒck. Anhand der Namen der Hooligangruppen kann man in einigen FĂ€llen erkennen, ob sie politisch motiviert sind oder nicht. Die Polizei geht davon aus, dass weniger als 6 % der Hooligans organisiert sind, aber weit mehr rechtsextreme Einstellungen haben, was etwa das Rufen von rassistischen oder fremdenfeindlichen Parolen in Stadien nahelegt. Viele dieser Hooligans gehören der Skinhead-Szene, einige auch der Ultra-Szene an.[20][21]
2008 wurde in Sachsen-Anhalt erstmals eine rechtsextreme Hooligangruppe, die Blue White Street Elite, durch das Innenministerium verboten. Gegen das Verbot klagte die Gruppe. Nach RĂŒckverweisung durch das Bundesverfassungsgericht im Revisionsverfahren wurde das Verbot im zweiten Rechtsgang vom Oberverwaltungsgericht Sachsen-Anhalt im Jahr 2010 aufgehoben. Das OVG kam zu der Erkenntnis, dass die Gruppe keine Vereinigung im Sinne des Vereinsgesetzes sei und das Verbot daher rechtswidrig sei (Az. 3 K 380/10).[22]
Musik
Seit Beginn der 1980er Jahre werden verschiedene Formen der Unterhaltungsmusik immer mehr als Vehikel fĂŒr rechtsextremes und neonazistisches Gedankengut benutzt. DafĂŒr hat sich im deutschen Sprachraum, auch unter den Rezipienten selbst, die Bezeichnung âRechtsrockâ eingebĂŒrgert. Im Englischen ist âRACâ als AbkĂŒrzung fĂŒr Rock Against Communism gebrĂ€uchlich.
Rechtsextremisten und völkische Esoterik

Rechtsextreme Esoterik oder Völkische Esoterik bezeichnet Systeme von Ideen, Wertvorstellungen und Theorien, die esoterische Vorstellungen mit völkischem oder rassistischem Gedankengut verbinden und hĂ€ufig an die Ariosophie anknĂŒpfen. Der Historiker und Journalist Stefan Meining versteht âRechte Esoterikâ als âSammelbezeichnung fĂŒr weltanschauliche Richtungen und Praktiken [âŠ], die sich in den verschiedensten AusprĂ€gungen durch ĂŒbersinnliche Erleuchtung, Geheimwissen, Gruppen- und ElitebewuĂtsein auszeichnen und in ihren Schriften antiaufklĂ€rerische ErklĂ€rungsmuster mit kruden Weltverschwörungsthesen vermengen.â[23]
Neopaganismus

Rechtsextremisten benutzen gelegentlich ânordischeâ Symbole, Runen und Namen als Erkennungszeichen. Beispiele fĂŒr rechtsextreme neuheidnische Organisationen in Deutschland sind die Deutsche Heidnische Front (deutsche Sektion der Allgermanischen Heidnischen Front) und der Armanen-Orden.
In einigen rechtsextremen Gruppen wird eine âGermanische Heilkundeâ propagiert, die mit Argumenten der Alternativmedizin fĂŒr angeblich germanische Heilpraktiken wirbt.[24] Das Postulat einer germanischen Heilkunde geht auf die NS-Zeit zurĂŒck (siehe dazu auch: Neue Deutsche Heilkunst).[25]
Heimat-, Tier- und Naturschutz
Ausgehend von einem rĂŒckwĂ€rtsgewandten, romantisierenden Heimat-Begriff versuchen Neonazis in nationalsozialistischer Tradition wieder die Themen Natur- und Heimatschutz zu besetzen. Dabei wird Umwelt- und Naturschutz mit völkischen, rassistischen, islamfeindlichen und antisemitischen Inhalten verknĂŒpft, beispielsweise durch die Behauptung von einer âunverwechselbare[n] völkische[n] Eigenart und ĂberlebensfĂ€higkeit (âEwigkeitâ)â.[26] Seit den 1980er Jahren wird insbesondere die Ablehnung des SchĂ€chtens propagiert und mit anti-islamischer Propaganda und Antisemitismus verbunden.[27] Als wesentliche ökologische Publikation des Rechtsextremismus in der Bundesrepublik Deutschland gilt das Magazin Umwelt & Aktiv.[28][29]
Die Bedeutung des Schutzes der Natur in der Ideologie des Rechtsextremismus, aufbauend auf dem Nationalsozialismus, ist nicht zu ĂŒberschĂ€tzen. Natur war ein SchlĂŒsselbegriff der nationalsozialistischen Ideologie, und die Zeitspanne von 1933 bis 1945 war eine entscheidende Zeit fĂŒr die Entwicklung des Naturschutzes. Er profitierte immens, was vielen Rechtsextremisten oft besser bekannt ist als NaturschĂŒtzern.[30] Die angenommene Ăberlegenheit der âdeutschen Rasseâ wurde von den Nationalsozialisten von einem Mythos abgeleitet, der fĂŒr die âGermanenâ â und in der Nachfolge fĂŒr die Deutschen â ein besonderes VerhĂ€ltnis zur Natur unterstellte. Dabei bauten sie auf der Schrift des Tacitus De origine et situ Germanorum auf und gingen davon aus, dass die âGermanenâ ein unvermischtes, âreinrassigesâ Volk seien, das zudem durch die sie umgebende unwirtliche Umwelt â Schnee, Frost, tiefe WĂ€lder, wilde Tiere usw. â physisch und psychisch abgehĂ€rtet worden sei. Daher stammten die angeblich ĂŒberlegenen Eigenschaften, die sie ĂŒber andere Völker erhöben und die sie ĂŒber Generationen ausgebildet und genetisch weitergegeben hĂ€tten.[31] Damit sollte die âĂberlegenheitâ der deutschen Nation begrĂŒndet werden. Es war aus dieser Sicht konsequent, dass die âdeutsche Urnaturâ einen herausgehobenen Wert erhielt und eines besonderen Schutzes bedurfte. In der Folge erlieĂ Hermann Göring z. B. 1935 das Reichsnaturschutzgesetz.[32] Die Landwirte als der Berufsstand, der am nĂ€chsten mit der âheiligen deutschen Erdeâ verbunden war, erhielt eine besondere FĂŒrsorge, wie z. B. durch das Reichserbhofgesetz von 1933.[33]
Rechtsextremisten greifen das geschilderte Argumentationsmuster im Bereich Natur- und Umweltschutz fast ungebrochen auf.[34] Aussagen in diesem Zusammenhang sind z. B. auf der Homepage der NPD in Mecklenburg-Vorpommern unter dem Stichwort âVerantwortungsbewusste Landwirtschaftâ zu lesen. Hier wird nach wie vor der Bauernstand heroisiert. Er wird in artamanischer Tradition als biologische Urzelle des Staates begriffen, die zu schĂŒtzen sei: âDer deutsche Bauernstand ist in wirtschaftlicher, volksbiologischer und kultureller Hinsicht von gröĂter Bedeutung, woraus sich eine Schutzpflicht des Staates ergibt.â[35]
Die rechtsextreme Partei âDer III. Wegâ tritt fĂŒr einen biologistisch definierten Umweltschutz ein, der auch den Naturschutz umfasst. âUmweltschutz ist Heimatschutz. [âŠ] Ziel der Partei âDer III. Wegâ ist die Schaffung bzw. Wiederherstellung einer lebenswerten Umwelt, die Erhaltung und Entwicklung der biologischen Substanz des Volkes und die Förderung der Gesundheit.â[36] Unter âErhaltung und Entwicklung der biologischen Substanz des Volkesâ werden nicht nur die Umweltmedien Boden, Wasser und Luft, Flora und Fauna verstanden, sondern aus rechtsextremer Perspektive auch die âgenetische Reinrassigkeitâ von Menschen, Tieren und Pflanzen. Damit wird implizit an den völkischen Heimatschutz der völkischen Bewegung und die darauf aufbauende âBlut-und-Boden-Ideologieâ des Nationalsozialismus angeknĂŒpft.
In der Wahrnehmung von Rechtsextremisten verfĂ€lschen âgebietsfremdeâ Tiere, Pilze oder Pflanzen, sogenannte Neobiota, die reaktionĂ€re Ă€sthetische Vorstellung einer âdeutschen Naturâ. Die industriell geprĂ€gte Landwirtschaft stöĂt in diesen Kreisen auch deswegen auf Ablehnung, da hinter den beteiligten internationalen Konzernen aus rechtsextremer Sicht hĂ€ufig eine âjĂŒdische Eliteâ vermutet wird. Ein derart verstandener Heimatschutz richtet sich grundsĂ€tzlich gegen sĂ€mtliche Menschen, die nicht einem völkisch-deutschen VerstĂ€ndnis entsprechen, da diese â nach rechtsextremer Definition â nicht in die hiesige Natur und Umwelt passen, sondern sie verĂ€ndern und ihr damit schaden.[37]
Autonome Nationalisten

Als âAutonome Nationalistenâ (AN) bezeichnen sich zumeist jugendliche Neonazis aus den Reihen der freien Kameradschaften. Ihren Ursprung hat diese Strömung im Jahr 1990, als Neonazis aus dem Umfeld der Nationalen Alternative (NA) in Berlin-Lichtenberg ein Haus besetzten und damit besonders augenfĂ€llig eine Aktionsform der linken Hausbesetzer-Bewegung ĂŒbernahmen. Aber erst seit etwa 2002 traten sie unter dem Namen Autonome Nationalisten auf und imitierten in ihren Aktionsformen bewusst die autonome Bewegung. Dazu gehören neben Hausbesetzungen das Erregen von Aufmerksamkeit durch Aufkleber und SprĂŒhereien, Anti-Antifa-TĂ€tigkeiten und das einheitliche Auftreten als Schwarzer Block auf Demonstrationen. Bisweilen werden auch schwarze Handschuhe mit Protektoren getragen oder demonstrativ in den GesĂ€Ătaschen eingesteckt, die wie in Teilen der Autonomen oder bei Hooligans als Zeichen der Gewaltbereitschaft zu deuten sind.
In den Folgejahren ĂŒbernahmen in der gesamten Bundesrepublik einzelne junge Neonazis und Kleingruppen die Bezeichnung und den Stil der âAutonomen Nationalistenâ. Ziel ist es, dem BedĂŒrfnis auch Jugendlicher und junger Erwachsener mit rechtsextremen und neonazistischen Weltbildern nach einem modernisierten Lifestyle entgegenzukommen und nicht dem Image des Ewiggestrigen und den Klischees vom âStiefel-Naziâ und âSkinheadâ zu entsprechen. âAutonome Nationalistenâ sehen sich selbst als bewusste Provokateure der Altnazis und lehnen deren âschwarz-weiĂ-rote DeutschtĂŒmeleiâ oder â1933er-Romantikâ ab. Das Auftreten bei Demonstrationen und Kundgebungen der rechtsextremen Szene fĂŒhrte in der Vergangenheit zu Spannungen mit der NPD, die als Wahlpartei nach auĂen hin um ein moderates Auftreten bemĂŒht ist.
Auch in einigen anderen LĂ€ndern gibt es die âAutonomen Nationalistenâ, so in Schweden, wo Varenus Luckmann 2009 als deren Vertreter beim Fest der Völker redete.
Naziskins

Zwar ist Skinhead eine Sammelbezeichnung fĂŒr alle Angehörigen der Skinheadszene, einer sehr heterogenen, jugendlich dominierten Subkultur, die einen gemeinsamen Dresscode und kurz bis kahl geschorene Köpfe haben. UrsprĂŒnglich rekrutierten sich die Skinheads aus AnhĂ€ngern der englischen Arbeiterklasse. Zu Beginn der 1980er-Jahre formierten sich dann in Deutschland, den USA und in England immer mehr so genannte naziskins (englisch), neonazistische Jugendliche, die mit ihrem ĂuĂeren an die Skinheadbewegung anknĂŒpften. Diese prĂ€gten bald das öffentliche Bild von Neonazis. Heute wird der Begriff Skinhead in der Ăffentlichkeit oft synonym zu Neonazi gebraucht, selbst in Bezug auf Neonazis, die nicht im Habitus der Skinheads erscheinen. Gefördert wurde diese Identifikation durch Massenmedien, die eher ĂŒber rassistische Gewaltakte berichteten als ĂŒber Demonstrationen von Skinheads gegen Rassismus. Angesichts der auch politisch sehr heterogenen Szene ist diese Gleichsetzung (Skinhead gleich Naziskin) jedoch falsch.[38][39]
Zu den bekannten Naziskin-Gruppen gehören Blood and Honour, Combat 18 und die Hammerskins. Einige Skinheads, meist Gegner der Naziskins, verwenden fĂŒr diese das Wort Bonehead, weil sie meist vollkommen kahlrasiert oder mit sehr kurzen Haaren auftreten.
Protest gegen COVID-19-SchutzmaĂnahmen
Unter den Veranstaltern und Teilnehmern von Protest-Demonstrationen gegen SchutzmaĂnahmen wegen der COVID-19-Pandemie finden sich zahlreiche Personen des Rechtsextremismus. Sie demonstrieren oft Seite an Seite mit Verschwörungstheoretikern und Esoterikern.[40] Allgemein sind eine AffinitĂ€t zu Verschwörungstheorien und eine Ablehnung demokratischer Institutionen eng mit dem Rechtsextremismus verbunden, was zu einer geringeren Bereitschaft zur Akzeptanz der MaĂnahmen gegen die Pandemie fĂŒhrt. Eine Studie von Christoph Richter et al. zeigte fĂŒr Deutschland empirisch einen positiven Zusammenhang zwischen Wahlergebnissen rechtsextremer Parteien und den Inzidenzzahlen im selben Wahlkreis wĂ€hrend der Corona-Infektionswellen des Jahres 2020.[41]
Medien
Rechtsextremisten benutzen seit etwa 1993 verstĂ€rkt das Internet zur Kommunikation. In einigen Rechtsstaaten, darunter Deutschland, wird dies als Problem öffentlich beobachtet und erörtert, besonders sofern die Verbreitung rechtsextremer Inhalte im Netz sich dem national geltenden Strafrecht entzieht. Dieser Missbrauch hat â wie in vergleichbaren anderen Bereichen â verschiedene gesellschaftliche, staatliche und internationale GegenmaĂnahmen in Gang gesetzt.
Symbole und Zeichen
AnhĂ€nger der internationalen rechtsextremen Szene bedienen sich bestimmter Symbole und Zeichen, um ihre Gesinnung in der Ăffentlichkeit zu zeigen. Wie alle Symbole dienen sie dem schnellen Wiedererkennen, stellen also einen gruppen- und lĂ€nderĂŒbergreifenden Code dar.
Rechtsextreme Parteien in Parlamenten europÀischer Staaten
| Land | Partei | Symbol | Parteichef | Stimmen in % (letzte Wahl) |
Platzierung bei letzter Wahl |
Sitze im Parlament |
Regierungs- beteiligung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP) | Devlet Bahçeli |
10,1 (2023) |
3. | 50 von 600 | Ja | ||
| LDPR | Leonid Sluzki |
7,5 (2021) |
3. | 21 von 450 | Nein | ||
| Unsere-Heimat-Bewegung (Mi HazĂĄnk) | LĂĄszlĂł Toroczkai |
5,9 (2022) |
3. | 6 von 199 | Nein | ||
| Allukrainische Vereinigung âSwobodaâ | Oleh Tjahnybok |
2,2 (2019) |
7. | 1 von 450 | Nein | ||
| Nationale Volksfront (ELAM) | Christos Christou |
6,8 (2021) |
4. | 4 von 56 | Nein | ||
| Alternative fĂŒr Deutschland (AfD) | Alice Weidel Tino Chrupalla |
20,8 (2025) |
2. | 151 von 630 | Nein |
LĂ€nderberichte
Rechtsextremismus ist ein weltweit auftretendes PhĂ€nomen. Neben einem gemeinsamen Kern gibt es allerdings unterschiedliche gesellschaftliche Voraussetzungen in unterschiedlichen LĂ€ndern, da sich die Bezeichnung ârechtsâ jeweils auf einen konkreten geschichtlichen Kontext bezieht.[42] Besondere Probleme ergeben sich bei der genauen Abgrenzung zum religiösen Extremismus. In nicht demokratisch verfassten LĂ€ndern kann hingegen laut Definition nicht von Rechtsextremismus gesprochen werden.
Deutschland
Das rechtsextreme Weltbild, geprÀgt von rassistischen, völkischen und nationalistischen sowie chauvinistischen[43] WerteverstÀndnissen, steht im Widerspruch zum Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.[44]
Bis zum Anfang der 1970er Jahre war die Bezeichnung ârechtsradikalâ fĂŒr Bestrebungen, die heute als rechtsextrem bezeichnet werden, ĂŒblich. 1975 fĂŒhrte der damalige Innenminister Werner Maihofer im Vorwort des Verfassungsschutzberichts den Extremismusbegriff in den Sprachgebrauch staatlicher Behörden ein. Er sollte den bis dahin verwendeten Begriff des Rechts- und Links-Radikalismus, der nicht unbedingt verfassungsfeindliche Haltungen bezeichnet, ergĂ€nzen.[45] Heute werden mit der Bezeichnung âRechtsextremismusâ politische Bestrebungen am rechten Rand des politischen Spektrums beschrieben, die die Beseitigung der freiheitlich demokratischen Grundordnung zum Ziel haben. Der Rechtsextremismus in der Bundesrepublik Deutschland wird in drei Lager eingeteilt: die parlamentarisch orientierten Parteien, die intellektuell orientierte Neue Rechte und die aktionistisch orientierte Neonazi- und Skinheadszene. Die HeterogenitĂ€t lĂ€sst sich aus der Geschichte des deutschen Rechtsextremismus seit 1945 erklĂ€ren, dessen historische Wurzeln bis ins 19. Jahrhundert zurĂŒckreichen.
Im Unterschied zu anderen europĂ€ischen LĂ€ndern, wie Italien oder Frankreich, konnte sich in der Bundesrepublik Deutschland keine rechtsextreme Partei, abgesehen von einzelnen LandesverbĂ€nden wie der AfD Bremen, dauerhaft auf Landes- oder Bundesebene etablieren. Rechtsextreme AktivitĂ€ten werden mit Hilfe der Instrumente einer streitbaren Demokratie strafrechtlich verfolgt. Mit der Beobachtung und Ăberwachung rechtsextremer Bestrebungen beschĂ€ftigen sich die Verfassungsschutzbehörden von Bund und LĂ€ndern. So wird derzeit (2020) der rechtsextreme FlĂŒgel der AfD unter Björn Höcke und Andreas Kalbitz vom Verfassungsschutz beobachtet.[46] DarĂŒber hinaus existieren staatliche und oftmals staatlich geförderte zivilgesellschaftliche Initiativen gegen Rechtsextremismus in Deutschland.
Das âRechtsextremismuspotential (Gesamt)â gibt fĂŒr 2019 eine Zahl der organisierten sowie nichtorganisierten Rechtsextremisten von rund 32.080 Personen an (2018: 24.100), von denen rund 13.000 Personen vom Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz (BfV) als gewaltorientiert eingestuft werden.[47] Dem PhĂ€nomenbereich âpolitisch motivierte KriminalitĂ€t â rechtsâ wurden laut Bundeskriminalamt (BKA) 21.290 Straftaten im Jahr 2019 zugeordnet.[48]
Der Verfassungsschutzbericht 2019 stuft folgende Parteien als rechtsextrem ein: NPD, Die Rechte und Der III. Weg. Beobachtet werden demzufolge auch: die IdentitĂ€re Bewegung Deutschland, die Jungen Nationalisten (JN), der Ring Nationaler Frauen (RNF), die Kommunalpolitische Vereinigung der NPD (KPV) sowie die Deutsche Stimme Verlagsgesellschaft (DS Verlag). In der AfD werden Der FlĂŒgel und die Junge Alternative fĂŒr Deutschland (JA) als VerdachtsfĂ€lle eingestuft.[49]
Seit etwa 2012 tritt zudem die rechtsextreme IdentitÀre Bewegung (IBD) auf,[50] die hauptsÀchlich als Ableger des französischen Bloc identitaire beschrieben wird und deren Mitgliederanzahl in Deutschland auf 600 geschÀtzt wird.[51] Einige soziale Netzwerke gingen im August 2020 gegen die Mitglieder der IBD und der IBà vor und sperrten Accounts im Zusammenhang dieser Organisationen.[52] Seitdem weichen Rechtsextreme zunehmend auf geschlossene Chatgruppen wie bei Telegram oder Discord aus.[53][54]
Latente Neigungen zu rechtsextremen Positionen werden auch in anderen Gruppierungen vermutet und teilweise beobachtet. Dazu zĂ€hlen Der FlĂŒgel der AfD, kleine Teile der Bundeswehr und des ĂŒbrigen Ăffentlichen Dienstes sowie die ReichsbĂŒrger und Selbstverwalter.
Die 2019 geĂ€nderte Ausrichtung mit Aufstockung und Umstrukturierung des Bundesamtes fĂŒr Verfassungsschutz und des MilitĂ€rischen Abschirmdienstes (MAD),[55] die eine erhöhte AktivitĂ€t zur Beobachtung der rechtsextremen Szene zum Ziel hatte, ergab sich aus einer Zunahme der rechtsextremen Straftaten und PhĂ€nomenen im Zusammenhang mit den NSU-Prozessen, dem Mordfall Walter LĂŒbcke, dem Mord und Ausschreitungen in Chemnitz (2018), Bedrohungen von Kommunalpolitikern, Journalisten und Ehrenamtlichen, der Sammlung von Personen auf sog. âFeindeslistenâ und der allgemeinen Anti-Asyl-Agitation der Szene.
Frankreich

1968 begann sich in Frankreich die Nouvelle Droite zu konstituieren. FĂŒhrender Protagonist war Alain de Benoist mit seiner Theoriegruppe GRECE. 1969 grĂŒndete sich der Ordre Nouveau (ON), der 1972 maĂgeblich die GrĂŒndung des Front National (FN) vorantrieb. 1973 wurde der ON verboten.
Erst ab 1984 konnte sich der FN als rechtsextreme Partei im französischen Parteiensystem fest etablieren. Die ersten Wahlerfolge grĂŒndeten sich auf Gruppen aus dem traditionellen Mittelschichten; kleine Unternehmer, Bauern, Handwerker und einige freie Berufe waren die HauptwĂ€hlergruppe.[56] Vor allem EnttĂ€uschungen ĂŒber die regierende Linkskoalition halfen Jean-Marie Le Pen, seine AnhĂ€nger mit neoliberalen Parolen zu mobilisieren.[57] WĂ€hrend der Kommunalwahlen 1983 gelang es der Rechten, Migration zum Wahlkampfthema zu machen. Alle Parteien bemĂŒhten sich hier, HĂ€rte zu zeigen. Dem FN kam zu ersten nennenswerten Wahlerfolgen; gleichzeitig stiegen rassistische Straftaten drastisch an. Im Zeitraum 1980â1985 wurden 130 rassistisch motivierte Morde verzeichnet.[58] Landesweit erhielt der FN Mitte der 1990er Jahre 15 Prozent der WĂ€hlerstimmen und erreichte damit dieselbe GröĂenordnung wie der RPR (heute UMP) des ehemaligen Staatschefs Jacques Chirac. Ihm warfen der zurĂŒckgetretene RPR-Chef Philippe SĂ©guin und der zum FN ĂŒbergetretene Enkel von General Charles de Gaulle âUnterwerfungâ Frankreichs unter die USA und die EU vor.
Le Pen, der langjÀhrige Vorsitzende des FN, war wegen zahlreicher Skandale auch in der eigenen Partei umstritten. FN-Plakatkleber lieferten sich vor der letzten Parlamentswahl wiederholt mit Plakatklebern der Sozialisten und der Kommunisten handgreifliche Konflikte. Auch Parteichef Le Pen wurde verurteilt, weil er eine Journalistin geschlagen hatte. Er pflegte Freundschaften mit Gerhard Frey und Wladimir Schirinowski, dem er 1993 als erster zu seinem Achtungserfolg gratulierte.
Französische Politikwissenschaftler unterteilen die extreme Rechte in folgende Strömungen:
- Nationalistes contre-rĂ©volutionnaires, die sich auf die Tradition der katholischen Monarchie vor 1789 beziehen und die Errungenschaften der Französischen Revolution wie Demokratie, Parlamentarismus und Laizismus ablehnen, hier haben auch Vertreter des katholischen Traditionalismus groĂen Einfluss.
- Nationalistes révolutionnaires betrachten sich hingegen als sozialrevolutionÀr und beziehen sich oft auf den historischen Faschismus, sie lehnen das Christentum ab und sind teilweise neuheidnisch geprÀgt.
- Andere Strömungen sind demokratisch, aber autoritĂ€r und nationalpopulistisch orientiert, sie werden aus historischen GrĂŒnden bonapartistisch genannt. GroĂen Einfluss in diesen Kreisen haben auch die Ideen von Charles Maurras, der einen hierarchischen StĂ€ndestaat zur Vermeidung von KlassenkĂ€mpfen vorschlug und im Vichy-Regime leitende Positionen innehatte.
Im FN vereinigten sich Vertreter aller dieser Gruppen wie auch gemĂ€Ăigtere Nationalisten.
Hochburgen des FN sind das Elsass, die von wirtschaftlichen und sozialen Problemen geprĂ€gten frĂŒheren Industriezentren in Lothringen und Nord-Pas de Calais sowie die sĂŒdfranzösischen Regionen Provence-Alpes-CĂŽte dâAzur und Languedoc-Roussillon. In mehreren GroĂstĂ€dten des SĂŒdens, darunter Toulon, stellte der FN den BĂŒrgermeister. Darum fĂŒhlten sich die vorwiegend nordafrikanischen Einwanderer bedroht. Die Leiter der âCharlemagne Hammer Skinâ-Gruppe stammten ebenfalls aus dem SĂŒden Frankreichs.
Nach dem Misserfolg bei den PrĂ€sidentschafts- und Parlamentswahlen 2007, bei denen auch Kandidaten anderer Parteien die Themen Einwanderung, Integration und nationale IdentitĂ€t ansprachen, geriet der FN in eine Krise, die schlieĂlich im Januar 2011 mit der Wahl von Marine Le Pen, der Tochter des ParteigrĂŒnders, zur neuen Vorsitzenden beendet wurde. Sie steht fĂŒr eine Ăffnung der Partei hin zu Demokratie und Laizismus und eine Abkehr von Antisemitismus und offenem Rassismus. Stattdessen definiert sie die Nation ĂŒber die âKulturâ. Von rechtsextremen Parteien wie der British National Party (BNP) oder der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) hĂ€lt die Partei seither Abstand und versucht sich als Kraft der rechten Mitte zu positionieren; ihr zentrales Thema ist dabei die Islamkritik und die Warnung vor einer âIslamisierungâ Frankreichs. Von Experten wird die GlaubwĂŒrdigkeit dieser Kehrtwende aber bezweifelt, da viele Parteimitglieder an alten Positionen festhalten.[59] Tanja Wolf ordnete den FN in ihrer 2019 veröffentlichten Typologie rechtsextremer und rechtspopulistischer Parteien in Europa als ârechtspopulistische Partei mit rechtsextremen Tendenzenâ ein.[60] Der Front National benannte sich 2018 in Rassemblement National (âNationale Sammlungsbewegungâ) um.
Noch weiter rechts als der (reformierte) FN stehen Gruppen wie Renouveau français. Dies gilt auch fĂŒr den Bloc identitaire und die Ligue du Sud, die Ă€hnlich wie die Lega Nord die Ablehnung von Einwanderung und anti-islamischen Rassismus mit der Betonung regionaler IdentitĂ€ten gegenĂŒber dem Zentralstaat verbinden und vor allem in SĂŒdfrankreich ĂŒber einen gewissen Einfluss verfĂŒgen. Der Bloc identitaire war Vorbild fĂŒr die IdentitĂ€re Bewegung in Deutschland und Ăsterreich.
Seit 2007 besteht zudem die rechtsextreme und betont antizionistische Bewegung ĂgalitĂ© et Reconciliation (âGleichheit und Versöhnungâ) des Antisemiten Alain Soral. Dieser unterhĂ€lt enge Verbindungen zu dem Komiker DieudonnĂ© Mâbala Mâbala und dem Karikaturisten Joe Le Corbeau (bĂŒrgerlich NoĂ«l GĂ©rard), die ebenfalls antisemitische und holocaustrelativierende Inhalte verbreiten. Damit stehen sie fĂŒr einen entgegengesetzten Kurs zum Front National, der sich unter Marine Le Pen vom Antisemitismus distanziert hat und sich seither als Freund Israels und âSchutzschild der Judenâ prĂ€sentiert. Ebenfalls im bewussten Gegensatz zum islamfeindlichen Front National sprechen DieudonnĂ© und Sorals Bewegung mit ihren antizionistischen und verschwörungstheoretischen Parolen auch junge Muslime aus den Banlieues an. DieudonnĂ© unterhĂ€lt zudem Beziehungen zu islamistischen Organisationen.[61]
GroĂbritannien

Bereits 1945 propagierte Oswald Mosley, GrĂŒnder der Partei Union Movement, eine europaweite Zusammenarbeit rechtsextremer Organisationen. Er bemĂŒhte sich nach dem Ende des Krieges, an die Erfolge der britischen Faschisten vor 1939 anzuknĂŒpfen und seiner Bewegung eine neue Massenbasis zu geben. Doch seine BemĂŒhungen scheiterten.[62] Mosley grĂŒndete 1948 die Partei Union Movement (1973 umbenannt in Action Party), die sich offiziell erst 1994 auflöste. Von dieser spaltete sich 1974 die noch heute existente League of Saint George ab. 1962 grĂŒndete sich die erste offen neonazistische Organisation, das National Socialist Movement (NSM). 1967 folgte die GrĂŒndung der neofaschistischen British National Front. Hier entstand, gespeist von der starken Hooligan- und Skinheadszene, um 1990 die âBlood and Honourâ-Bewegung, die sich um die rassistische Band âSkrewdriverâ versammelte. Dem 1993 verstorbenen âSkrewdriverâ-SĂ€nger Ian Stuart Donaldson wurde auf den Konzerten der Bewegung regelmĂ€Ăig gehuldigt. Neuerdings unterstĂŒtzt die Bewegung die Anti-Euro-Kampagne der rechtsradikalen British National Party. Diese zahlenmĂ€Ăig stĂ€rkste Rechtsradikalenorganisation hat ihre Hochburgen traditionell in den InnenstĂ€dten, konnte aber durch die UnterstĂŒtzung von âBlood and Honourâ ihr Agitationsfeld auf die Farmer und VorstĂ€dter ausweiten, deren Ăngste vor Preisverfall und Immigration sie zu bedienen sucht. Den Kampf um die InnenstĂ€dte vor allem der StĂ€dte mit einem hohen Migrantenanteil (dies sind meist auch die alten IndustriestĂ€dte mit wirtschaftlichen und sozialen Problemen wie Arbeitslosigkeit und KriminalitĂ€t, Liverpool, Sheffield oder Wolverhampton) fĂŒhrte hingegen die zahlenmĂ€Ăig schwĂ€chere British National Front, die allerdings seit den 1980er Jahren im Niedergang begriffen ist.
Einige Wahlerfolge erzielte die BNP bei den Europawahlen 2009; sie entsendet seither zwei Vertreter in das EuropĂ€ische Parlament. Als HauptgrĂŒnde gelten EnttĂ€uschung ĂŒber Korruption bei den etablierten Parteien, Kritik am ausgeprĂ€gten Multikulturalismus und Ăngste vor âĂberfremdungâ; vor allem muslimische Einwanderer aus Pakistan oder Bangladesch standen in der Kritik. Seither hat die Partei allerdings wieder an Stimmen verloren, auch weil andere Parteien stĂ€rker Einwanderungs- und Integrationsprobleme thematisierten und die Partei aufgrund ihres teilweise offenen Rassismus fĂŒr WĂ€hler der Mitte als zu radikal gilt.
Offen terroristisch geht âCombat 18â (die Zahlen stehen fĂŒr den 1. und den 8. Buchstaben im Alphabet, A. H.; ĂŒbersetzt âKampfgruppe Adolf Hitlerâ) gegen Migranten in England, Schottland und Wales vor. Die TĂŒren der Betroffenen werden mit Farbe markiert, die HĂ€user mit BrandsĂ€tzen angegriffen. Auch SprengstoffanschlĂ€ge werden Combat 18 angerechnet. Die Combat 18 ist die stĂ€rkste Neonazibewegung in Schottland. Mit der dortigen Nationalpartei sympathisiert sie jedoch nicht, denn AnhĂ€nger der rechtsradikalen Szene in Schottland und Nordirland sind Protestanten, die eine starke Verwurzelung mit England vorgeben (so genannte âUnionistenâ). Sie begehen zwar vorwiegend religiös motivierte Straftaten, sympathisieren aber oft mit der nationalsozialistischen Ideologie und mit âBlood and Honourâ. Auf der britischen Insel sind FuĂballspiele immer wieder der Rahmen fĂŒr rassistische oder religiös motivierte Ăbergriffe mit einer jĂ€hrlich zweistelligen Zahl von Opfern. In Schottland wurden schon Jugendspieler der Vereine Opfer der Gewalt. Eine Reihe von SprengstoffanschlĂ€gen auf Londoner Schwulenbars wird der Gruppe âInternational Third Positionâ zugerechnet, deren Unterschlupf in Spanien im November 1999 nur noch verlassen aufgefunden wurde.
MutmaĂlich rassistische Ăbergriffe von englischen Polizeibeamten lösten in den StĂ€dten Oldham und Leeds im Juni 2001 schwere Krawalle vorwiegend den Minderheiten angehöriger Jugendlicher aus. Einige Sprecher widersprachen aber, dass es sich um Rassenunruhen handele; vielmehr gehe es um einen Konflikt zwischen Jugendlichen und der Polizei. Ăhnliche Ăbergriffe von Polizeibeamten soll es bereits wiederholt gegeben haben. Dies ermöglichte es Vertretern der rechtsradikalen Parteien, in einer dieser StĂ€dte gleich zwei Sitze zu erlangen.
Die English Defence League ist eine islamfeindliche Organisation und Kleinpartei, bei der personelle Ăberschneidungen zur gewaltbereiten rechtsextremen Szene bestehen.[63]
Italien
Italien war unter Benito Mussolini die erste faschistische Diktatur in Europa. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Partei Movimento Sociale Italiano (MSI) von Giorgio Almirante gegrĂŒndet. Sie war durchgĂ€ngig im italienischen Parlament vertreten, konnte sich aber bis auf die UnterstĂŒtzung der kurzlebigen Regierung von Fernando Tambroni (MaiâJuli 1960) nie an der Macht beteiligen. Ihre Wahlergebnisse lagen relativ stabil bei 5â8 Prozent.[64] Mehrere noch radikalere Abspaltungen gingen aus dem MSI hervor: So die militanten Ordine Nuovo (1954) und die Avanguardia Nazionale (1959). Nach 1995 wurde der MSI aufgelöst und aus ihm wurde die Alleanza Nazionale (AN), die sich zu einer nationalkonservativen Partei wandelte. Das neofaschistische Erbe haben Kleinstparteien wie die Fiamma Tricolore angetreten. Bis auf einige Achtungserfolge, wie etwa die Wahl des Rechtsextremisten Luca Romagnoli zum Europaabgeordneten, sind diese Gruppen keine Hauptakteure im politischen Geschehen. Von ziemlicher Bedeutung ist hingegen die Unterwanderung der italienischen UltrĂ -Bewegung durch Rechtsradikale.
GroĂes Aufsehen erregen vor allem im Ausland die fremdenfeindlichen ĂuĂerungen prominenter Mitglieder der Regierungspartei Lega Nord, die zum Teil als rechtsextrem eingestuft wird. Ferner existieren zahlreiche Neonazigruppen mit traditionell guten Verbindungen zu deutschen Rechtsextremisten, vor allem in SĂŒdtirol. Dort kam es in den letzten Jahren vereinzelt zu Auseinandersetzungen zwischen italienischen und deutschen Nationalisten.
Niederlande
In den Niederlanden sind einige politische Entwicklungen spÀter als anderswo in Gang gekommen, denn die Industrialisierung kam relativ spÀt, und das Land hat nicht am Ersten Weltkrieg teilgenommen. Sozialdemokraten waren erstmals 1939 in der Regierung vertreten. In der Zwischenkriegszeit sind linke und rechte Extremisten jeweils unter zehn Prozent bei den Wahlen zum nationalen Parlament geblieben. Nach dem Zweiten Weltkrieg dominierten lange weiterhin die konfessionellen Parteien die politische Landschaft.
Die Niederlande haben eine koloniale Vergangenheit und ebenso wie die Bundesrepublik Gastarbeiter angeworben. Die Einwanderer gelten als unterschiedlich gut integriert; Asiaten bereiten in dieser Hinsicht weniger Probleme als Einwanderer aus dem Mittelmeerraum. Lange Zeit aber ist die Einwanderung kaum ein Thema in der nationalen Politik gewesen, bis in den 1980er Jahren Parteien wie die Centrumspartij und dann die Centrumdemocraten von Hans Janmaat ins Parlament gewÀhlt worden sind.
Von der etablierten Politik wurde das Einwandererthema zuerst um 1991 aufgegriffen, und zwar vom rechtsliberalen Frits Bolkestein (VVD). Um 2000 lebte das Thema weiter auf, und im Jahre 2002 erreichte die Wahlliste von Pim Fortuyn aus dem Stand heraus 17 % der WĂ€hlerstimmen. Fortuyn ist aber wie auch der ebenfalls ermordete Theo van Gogh nicht als Rechtsextremist anzusehen.
Nach der Ermordung des Islamkritikers van Gogh (2004) kam es zu Ausschreitungen, bei denen Moscheen und Kirchen in Brand gesetzt wurden. Die Regierung unter Jan Peter Balkenende hat nach dem Vorbild DĂ€nemarks restriktivere Einwanderungsgesetze erlassen. Der Rechtsextremismus als demokratiefeindliche Bewegung ist in den Niederlanden eher schwach vertreten. Die Partij voor de Vrijheid des Islamgegners Geert Wilders wird in Untersuchungen und Studien des niederlĂ€ndischen Innenministeriums und der Anne Frank Stiftung als rechtsextrem eingestuft.[65][66] Die Partei Nederlandse Volks-Unie, 1971 nach deutschem neonazistischem Vorbild gegrĂŒndet, kann am ehesten mit der NPD verglichen werden. Sie hatte bislang keine Erfolge bei Wahlen.
Polen
Der Nationalismus war fĂŒr Polen die Ideologie, die seit den Teilungen Polens im 18. Jahrhundert die Beseitigung von Fremdherrschaft durch Russland, PreuĂen und Ăsterreich, Deutschland von 1939 bis 1945 und die Sowjetunion von 1947 bis 1989 sowie die Herstellung von Demokratie und VolkssouverĂ€nitĂ€t gefordert hatte, wĂ€hrend er in Deutschland vor allem die Ideologie imperialistischer Expansion war. Daher ist Nationalismus in Polen weniger diskreditiert als in westeuropĂ€ischen LĂ€ndern. HĂ€ufig wird auf diesen Umstand rechtfertigend hingewiesen, um zu begrĂŒnden, warum in den aktuellen Auseinandersetzungen zwischen Polen und der EU â ob es um die Ăffnung des Landes fĂŒr Gentechnik-Anbau, die Rolle auslĂ€ndischer Banken im polnischen Finanzsektor oder den unbeschrĂ€nkten Grunderwerb von AuslĂ€ndern geht â das Beharren polnischer (auch sozialdemokratischer) Politiker auf nationalen Interessen nicht mit herkömmlichem aggressivem Nationalismus verwechselt werden sollte.
Als geistiger Wegbereiter des polnischen Nationalismus gilt Roman Dmowski, auf dessen Ideen polnische Nationalisten heute noch Bezug nehmen. In den Umbruchzeiten der frĂŒhen 1990er Jahre kam auch in Polen der radikale Nationalismus wieder auf. Traditionelle Ressentiments wurden dabei verstĂ€rkt durch das schon kurz nach der Wende aufkommende GefĂŒhl vieler Polen, dass ihr Land wieder fremdbestimmt werde und abhĂ€ngig bleibe, nur dass die Kolonialmacht nicht mehr im Osten, sondern im Westen beheimatet sei. Gerade in letzter Zeit sind deshalb â neben der angeblichen âBevormundungâ durch die EU â immer mehr Deutschland und die Deutschen zum Objekt nationalistischer Propaganda in Polen geworden. Traditionell ein Problem war in Polen auch der katholische Antisemitismus. Die gesellschaftlich einflussreiche katholische Kirche in Polen leistet dem Rechtsextremismus mit ihrem ambivalenten Verhalten zu den Massenmorden an Juden in Polen Vorschub: Einerseits entschuldigte sie sich erst kĂŒrzlich fĂŒr die GrĂ€uel, andererseits sind die starken antisemitischen Vorbehalte noch immer zu spĂŒren. So sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche in Polen, JĂłzef Glemp, kurz vor der mit einem Gottesdienst feierlich begangenen Entschuldigung: âIch ĂŒberlege mir, ob die Juden nicht anerkennen sollten, dass sie gegenĂŒber den Polen schuldig sind, insbesondere was die Zusammenarbeit mit den Bolschewisten und die MittĂ€terschaft bei den Deportationen nach Sibirien betrifft.â[67]
Die rechtsextreme Szene in Polen wird durch die sozialen Probleme des Landes gestĂ€rkt. Von den jungen Menschen unter 25 Jahren sind mehr als die HĂ€lfte arbeitslos oder arbeiten in ungesicherten Hilfsjobs im In- oder Ausland. Nachdem sich im Zuge des Wirtschaftsaufschwungs der Jahre 2006â2010 die Lage zunĂ€chst verbessert hatte, wurde Polen von der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise getroffen; die Jugendarbeitslosigkeit stieg wieder auf 26 Prozent. Die DisparitĂ€t zwischen Verarmung und Konsumangebot lĂ€sst Frustrationen entstehen, die vielfach einen NĂ€hrboden fĂŒr Gewalt und KriminalitĂ€t bilden. Andererseits lassen sie den Wunsch nach einer IdentitĂ€t jenseits des trostlosen Alltags und in Abgrenzung zu âden Anderenâ (Deutschen, Homosexuellen, Juden, âZigeunernâ usw.) wach werden. Diese UmstĂ€nde machen sich FuĂball-Fanclubs und Hooligan-Gruppen ebenso zu Nutze wie nationalistische Gruppen wie die Jugendorganisation der Liga Polskich Rodzin (Liga der polnischen Familien) und die MĆodzieĆŒ Wszechpolska (Allpolnische Jugend). In diesem Klima entwickelte sich eine Neonaziszene, die sich der deutschen stark annĂ€hert und teilweise mit dieser gemeinsame Aktionen veranstaltet, so geschehen bei einer Jagd auf deutsche und polnische Punks in Frankfurt (Oder). Ăbergriffe auf Konzentrationslager und jĂŒdische Friedhöfe sind keine Seltenheit. Wie in Deutschland sind AuslĂ€nder in manchen Regionen einer GefĂ€hrdung durch Rechtsextremisten ausgesetzt. Polen ist, wie die meisten osteuropĂ€ischen Staaten, Umschlagplatz fĂŒr Devotionalien und Waffen aller Art. Auch hier veranstaltet die starke Blood-and-Honour-Bewegung oft und gerne Skinheadkonzerte.
Russland
Die Gruppe Pamjat, die in den letzten Tagen der Sowjetunion eine wichtige Position einnahm, zerfiel in den 1990er Jahren. Aus ihr heraus entstanden viele weitere rechtsextreme Gruppen in Russland wie die Russische Nationale Einheit und fĂŒhrende rechte Ideologen wie Alexander Geljewitsch Dugin, der 1988 und 1989 zur FĂŒhrung von Pamjat gehörte.[68][69] Die Liberal-Demokratische Partei Russlands (LDPR) war in den 1990er Jahren eine wichtige Kraft im rechten politischen Spektrum. Ihr Vorsitzender Wladimir Schirinowski unterhielt unter anderem Kontakte zu Gerhard Frey und Jean-Marie Le Pen.[70] 1993 erzielte Schirinowski mit etwa 12 Millionen WĂ€hlerstimmen einen Erfolg, der in den internationalen Medien ein breites Echo fand. Bei den folgenden Wahlen blieb er jedoch stets unter dem Ergebnis von 1993.
Es ist umstritten, ob die Kommunistische Partei der Russischen Föderation (KPRF) zur Rechten gehört. Einerseits vertritt sie einen russischen Imperialismus und Nationalismus und ihr Vorsitzender Gennadi Andrejewitsch Sjuganow hat Kontakte zu ultranationalistischen, antisemitischen Organisationen. Andererseits sind Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit nicht die wichtigsten Elemente der Partei.[70] Die KPRF und die LDPR knĂŒpfen beide an Ideologien aus unterschiedlichen politischen Lagern an, was eine eindeutige Verortung im Rechts-links-Spektrum erschwert.[71]
Parteipolitisch war ferner die Nationalbolschewistische Partei Russlands (NBP, unter Eduard Limonow) in einigen gröĂeren StĂ€dten prĂ€sent. Sie wurde 2005 verboten. Die SA-Ă€hnlich organisierte Gefolgschaft der Russischen Nationalen Einheit (RNE) des mit deutschen Neonazikreisen befreundeten Alexander Barkaschow besteht dagegen bis heute. Die von dem Neonazi Dimitri Djomuschkin gefĂŒhrte Organisation Slawische Union gilt bis heute als eine der gröĂten rechtsextremen Organisationen Russlands.
Als eine zentrale Figur des rechten FlĂŒgels in Russland gilt Alexander Geljewitsch Dugin, der eine quasi-geopolitische Ideologie des âNeo-Eurasismusâ vertritt. Er stieg in den 1990er Jahren rasant auf, war Berater des Duma-Sprechers Gennadi Seleznew und grĂŒndete die Bewegung Evrazija (deutsch âEurasienâ), die er spĂ€ter in eine Partei umwandelte, um als Teil des ParteienbĂŒndnisses Rodina Wladimir Putin zu unterstĂŒtzen. Dugin gehört zum politischen und wissenschaftlichen Establishment in Russland.[70][72][73]
In den 2000er-Jahren war ein Anstieg des latenten Rassismus, bei gleichzeitig steigender Zahl von Gewalttaten gegen AuslĂ€nder und Minderheiten, zu verzeichnen.[71] Auch die Anzahl rassistisch motivierter Morde ist gestiegen.[74] 2007 wurden 67 Menschen von Rechtsextremisten ermordet, weitere 550 zum Teil schwer verletzt.[75] Nach Angaben der Organisation Sowa wurden im Jahr 2011 mindestens 20 Menschen und in den drei Jahren 2009 bis 2011 mindestens 155 Menschen durch autonome rechtsextreme Gruppen in Russland ermordet. Zu den Opfern zĂ€hlen vor allem Kaukasier, Asiaten und Antifaschisten.[76] Seit den 2010er-Jahren sind rechtsextreme Gewaltdelikte in Russland rĂŒcklĂ€ufig; aber dennoch ist die Gewaltbereitschaft innerhalb des russischen Rechtsextremismus nach wie vor sehr hoch. Im Jahr 2012 wurden 19 Menschen durch Neonazis getötet und 178 verletzt.[77] AuĂerdem kommt es im russischen FuĂball hĂ€ufig zu rassistischen VorfĂ€llen.[78]
JĂ€hrlich finden am 4. November âRussische MĂ€rscheâ statt, auf denen Rechtsextremisten gegen die AuslĂ€nderpolitik demonstrieren.
Auf ca. 50.000 Personen wird die gewaltbereite rechtsextreme Szene in Russland geschĂ€tzt; Fremdenfeindlichkeit ist darĂŒber hinaus in weiten Teilen der russischen Gesellschaft verbreitet.[79]
Im Russisch-Ukrainischen Krieg standen AnhĂ€nger der von Russland unterstĂŒtzten sogenannten âVolksrepublik Donezkâ in enger Verbindung mit der neonazistischen Partei Russische Nationale Einheit unter der FĂŒhrung von Alexander Barkaschow, die aktiv KĂ€mpfer fĂŒr die prorussischen Milizen anwirbt.[80][81] Auch sollen Söldner der Gruppe Wagner fĂŒr die russische Seite im Einsatz sein[82][83] â ein privates russisches MilitĂ€runternehmen, das von dem Neonazi Dmitri Utkin gegrĂŒndet wurde und wegen âschwerer MenschenrechtsverstöĂeâ auf einer Sanktionsliste der EU steht.[84] Die Aufgabe der 400 Mann starken Miliz soll die Ermordung des ukrainischen PrĂ€sidenten Selenskyj sein.[82][83] WĂ€hrend seiner Stationierung in Luhansk im Rahmen seines Einsatzes im russisch-ukrainischen Krieg bestand Utkin darauf, dass seine private Einheit Helme trĂ€gt, die den Helmen der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg nachempfunden sind.[85][86] Utkin trĂ€gt Siegrunen der Schutzstaffel (SS) als TĂ€towierungen.[87]
Schweden
Schon im Zweiten Weltkrieg lieferte Schweden, trotz offizieller NeutralitĂ€t, Eisenerz fĂŒr die deutsche Wehrmacht. Schwedische Nationalsozialisten hatten bereits Listen fĂŒr den Fall einer Machtergreifung bereit. Lange Zeit war der Umgang mit Neonazis teilweise halbherzig bis fahrlĂ€ssig, erst seit kurzem wird die Szene wirklich ernst genommen.
Am 12. Mai 1951 fand in Malmö der erste âeuropĂ€ische Nationalkongressâ statt. 60 Delegierte aus zehn Nationen berieten ĂŒber die Bildung eines europĂ€ischen rechtsextremen Netzwerkes sowie ĂŒber die Kultivierung der SS-Europa-Idee.[88]
Wie die Gesetze der meisten skandinavischen LĂ€nder gewĂ€hrt auch das schwedische Strafrecht eine sehr weitreichende Pressefreiheit. Das macht diese LĂ€nder zu einem BrĂŒckenkopf des Vertriebes von Propagandamaterial sowie zum Aufmarschgebiet der Neonazis an ihren traditionellen âGedenktagenâ. So wird das Delikt der Volksverhetzung in Schweden durchschnittlich mit drei Monaten auf BewĂ€hrung bestraft; GefĂ€ngnisstrafen oder Strafen von bis zu einem Jahr â die in der deutschen Justiz gĂ€ngige Eingangsforderung â werden kaum verhĂ€ngt. Das resultiert auch aus einer langen Tradition der Verharmlosung rechtsradikaler Gewalt in Schweden: So wurden zum Beispiel 30 besonders aggressive Neonazis als ResozialisierungsmaĂnahme fĂŒr einige Wochen in eine Eliteeinheit des schwedischen MilitĂ€rs geschickt, um sie sich âaustobenâ zu lassen, so der Hintergedanke. In Wahrheit erhielten die Kriminellen eine kostenlose Waffenausbildung. Einer der FĂŒhrer der Neonaziszene, Erik BlĂŒcher, bekam wegen des Verkaufs rassistischer TontrĂ€ger eine GefĂ€ngnisstrafe von drei Monaten, die aber zur BewĂ€hrung ausgesetzt wurde. BegrĂŒndung: Es sei von einem einmaligen Vergehen seitens des Angeklagten auszugehen. Sein Partner, der Deutsche Marcel Schilf, leitet den Vertrieb der Blood and Honour, NS-Records. Von Helsingborg aus organisieren die beiden Schwedens Neonaziszene. Diese besteht laut SchĂ€tzungen im Kern aus höchstens 600 Personen â eine kleine, aber aktive Szene, die fast ausschlieĂlich der in Deutschland verbotenen Blood-and-Honour-Bewegung zuzuordnen ist. Ihr ist auch mit Aussteigerprogrammen nur schwer beizukommen.
Die radikale Rechte in Schweden genieĂt mit ihrer effektiven, weil weitgehend ungestörten Propagandaproduktion â CDs, BĂŒcher wie Die AuschwitzlĂŒge des erst kĂŒrzlich in DĂ€nemark verstorbenen MitbegrĂŒnders der deutschen Neonaziszene Thies Christophersen und andere Devotionalien werden von BlĂŒcher und Schilf europaweit vertrieben â und mit ihren brutalen Morden und MordanschlĂ€gen (allein 1999 drei Tote; bei einem Briefbombenanschlag wurden zwei Journalisten und ein Kind verletzt) europaweiten âRespektâ unter Gleichgesinnten.
Mittlerweile rĂŒcken neben AuslĂ€ndern, Homosexuellen und Antifaschisten auch zunehmend staatstragende Persönlichkeiten in das Visier der Neonazi-Szene: 1998 erhielt Schwedens Justizministerin eine Briefbombe, die jedoch nicht explodierte.
Spanien
In Spanien existiert zwar eine staatliche Beobachtungsstelle gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, allerdings werden bislang keine offiziellen Statistiken ĂŒber rechtsextreme oder rassistische Gewalt- und Straftaten gefĂŒhrt.[89] Organisationen wie der spanische âMovimiento contra la Intoleranciaâ (Bewegung gegen die Intoleranz) schĂ€tzen die Zahl der jĂ€hrlichen rassistischen Ăbergriffe auf 4.000. In den Medien wird davon ausgegangen, dass sich die Zahl der organisierten Rechtsextremisten zwischen 11.000 und 15.000 bewegt. Die extreme Rechte kann an die Traditionen der Franco-Diktatur anknĂŒpfen.[90]
Bis zu Francisco Francos Tod 1975 konnten flĂŒchtige Nationalsozialisten und spĂ€ter auch Neonazis, wie Otto Skorzeny, in Spanien Zuflucht finden. Auch danach wurden rechtskrĂ€ftig verurteilte Altnazis, Rechtsextremisten und Holocaustleugner, wie der in Deutschland zu 22 Monaten Haft verurteilte ehemalige Offizier der Wehrmacht Otto Ernst Remer oder LĂ©on Degrelle, nicht ausgeliefert. MaĂgebliche Stellen des franquistischen Staats, der Nationalrat, der Königliche Rat und die Cortes, blieben zunĂ€chst weiterhin durch Franquisten besetzt, was eine Aufarbeitung der Franco-Diktatur nachhaltig verzögerte. Ende der 1970er Jahre kam es zu rechten Terrorakten. So kam es zu Bombenattentaten vermutlich rechtsgerichteter KrĂ€fte gegen Carlisten des Partido Carlista (PC) auf dem Montejurra und 1977 zum Blutbad von Atocha. Die Aufarbeitung der Vergangenheit findet intensiv erst seit etwa 2000 statt. Die Beseitigung von Ăberresten der Diktatur löst immer wieder revisionistische Abwehrhaltungen aus.[91]
Franquisten und Neofalangisten sind auch heute noch aktiv. So organisierten sie Demonstrationen gegen die Enteignung des Besitzes der untergetauchten Mitglieder der Neonazi-Gruppe âInternational Third Positionâ, die in dem Dorf Los Pedriches nahe Valencia drei GebĂ€ude besitzt und eines zur Miete nutzte.[92] Als rechtsextrem gilt u. a. der 1965 gegrĂŒndete CEDADE (CĂrculo Español de Amigos de Europa, âSpanischer Kreis von Freunden Europasâ), der sich mit rechtsextremen Gruppen in ganz Europa vernetzt hat. Als rechtsextreme Partei gelten die Plataforma per Catalunya, Alianza Nacional, Falange AutĂ©ntica und Democracia Nacional.
Eines der sozialen Probleme Spaniens, die illegale Einwanderung, wird wiederholt von Rechtsextremisten fĂŒr ihre Zwecke instrumentalisiert. Vor allem in der Region Andalusien kommt es immer wieder zu ZwischenfĂ€llen. Am 5. Februar 2000 kam es zu einem dreitĂ€gigen Pogrom gegen marokkanische Gastarbeiter in El Ejido. Einheimische brannten insgesamt 500 marokkanische Behausungen nieder und zerstörten deren GeschĂ€fte. Auch das BĂŒro der spanischen Frauenorganisation Mujeres Progresistas, die sich um die illegalen Arbeiter kĂŒmmert, wurde angegriffen. Die Behörden griffen erst nach zwei Tagen ein.[93]
Probleme mit Rechtsextremismus gibt es im spanischen FuĂball. Einige Fanclubs werden von Rechtsextremisten dominiert. Im Dezember 1998 starb Aitor Zabaleta als Opfer rassistischer Gewalt eines FuĂballanhĂ€ngers. 2004 und 2005 gab es anhaltend motivierte rassistische Gewalt in FuĂballstadien.[90]
Verleger wie Pedro Varela Geiss publizieren Texte von Neonazis aus ganz Europa, darunter den Autor der AuschwitzlĂŒge, Thies Christophersen, und die Ăsterreicher Gerd Honsik und Walter Ochsenberger. Varela wurde als erster hochrangiger Nazi in Spanien Anfang 1999 wegen Aufstachelung zum Rassenhass zu fĂŒnf Jahren GefĂ€ngnis verurteilt. Nachdem Varela klagte, fĂ€llt das Leugnen des Holocaust seit 2007 nun unter die Meinungsfreiheit. Das Strafgesetzbuch, das bis dahin fĂŒr dieses Vergehen eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren vorsah, musste geĂ€ndert werden.[94]
Ungarn
Ungarn verlor nach dem Ersten Weltkrieg 71 Prozent seines Gebiets und 64 Prozent seiner Bevölkerung. Ein Drittel der heute ca. 15 Millionen europĂ€ischen Magyaren lebt auĂerhalb der Landesgrenzen, vorwiegend in RumĂ€nien und der Slowakei, andere in Serbien, Ukraine, Slowenien, Kroatien und Ăsterreich. Diese Teilung des Landes, die durch den Vertrag von Trianon 1920 bestĂ€tigt wurde, ist fĂŒr die Ungarn heute noch eine ânationale Schmachâ. Vor allem seit dem Ende des Kommunismus treten verschiedene Gruppen und Parteien sowie auch Politiker der groĂen Parteien mit revisionistischen und nationalistischen Parolen gegen die NachbarlĂ€nder und nicht selten antisemitischen AusfĂ€llen hervor.
Das Land war in den 1990er Jahren neben Deutschland eine Hochburg rechtsextremen Wirkens in Mitteleuropa. Dort wurden Waffen und illegales Propagandamaterial international gehandelt, es wurden Neonazikonzerte, HundekĂ€mpfe und Wehrsportcamps abgehalten. Die wichtigste politisch anerkannte und zugelassene rechtsextreme Partei war die MIĂP (Partei fĂŒr ungarische Gerechtigkeit und Leben), die von 1998 bis 2002 im Parlament vertreten war. Bei der Wahl 2006 bekamen MIĂP und ihre Partnerpartei Jobbik (Der Name ist eine ungarische Polysemie und bedeutet gleichzeitig in etwa Die Rechten und Besser) zusammen 2,9 % der Stimmen. Sie zogen somit nicht ins Parlament ein. Am 25. August 2007 wurde aus der Partei Jobbik heraus die paramilitĂ€rische Magyar GĂĄrda (Ungarische Garde) gegrĂŒndet. Diese gibt sich als nationaler, karitativer Verein. Ihr Auftreten in Uniform und Armbinde ist eindeutig nationalsozialistisch geprĂ€gt.[95] Bei den Wahlen im April 2010 erhielt die Jobbik 12,2 % der Stimmen und wurde damit die zweitstĂ€rkste Fraktion.
Schon vor der Wende von 1989 gab es Verbindungen zwischen ungarischen und ostdeutschen Neonazis. FĂŒr deutsche Neonazis war Ungarn ein Urlaubsziel. Sie konnten dort preiswert und legal nazistische Symbole als Tattoos erwerben. In den vergangenen Jahren richtete sich die rechtsextreme Szene vor allem gegen die Roma-Minderheit und gegen Homosexuelle. Seit 2007 wird die Gay-Pride-Parade durch Budapest von Rechtsextremisten gewaltsam gestört.[96]
Ungarn ist nach Bulgarien das Land mit der höchsten EmpfĂ€nglichkeit fĂŒr Rechtsextremismus. Von 2003 bis 2009 hat sich der Anteil der Bevölkerung, der sich dafĂŒr ausspricht, verdoppelt.[97]
Europa
Ein vertraulicher Lagebericht der Polizeiagentur Europol spricht im September 2019 von der Zunahme rechtsextremer Gewalt und internationaler Vernetzung in Europa. Demzufolge sei die Zahl der Verhaftungen im Zusammenhang mit rechtem Terror in Europa in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich und signifikant gestiegen (2016: 12, 2017: 20, 2018: 44 Verhaftungen). Signale seien u. a. die Morde an Walter LĂŒbcke und an der britischen Politikerin Jo Cox. Letztere Gewalttat steht in Verbindung mit AktivitĂ€ten im Themenfeld Brexit. Rechtsradikale Gruppen versuchen demnach, Mitglieder aus MilitĂ€r und Sicherheitsbehörden anzuwerben. Als Objekte des rechten Terrors werden Asylbewerber, Muslime, Politiker, politische Gegner aus dem linken Spektrum und sexuelle Minderheiten genannt. Das Thema steht Anfang Oktober 2019 auch auf der Tagesordnung der EU-Innen- und Justizministerkonferenz.[98][99]
Vereinigte Staaten

In den 1960er Jahren war die American Nazi Party (ANP) von gröĂerer Bedeutung. Bis heute aktiv ist die National Alliance (NA). Auch der Ku-Klux-Klan ist heute noch vor allem in den SĂŒdstaaten aktiv. Die fundamentalistische Organisation richtet sich insbesondere gegen Afroamerikaner, Juden und Katholiken. Daneben gibt es die der NSDAP/AO nachempfundene NSDAP-Aufbauorganisation von Gary âGerhardâ Lauck. In den USA werden aufgrund des dort besonders ausgeprĂ€gten Rechts auf Freiheit der MeinungsĂ€uĂerung Menschen, die NS- und sonstiges rechtsextremes Gedankengut verbreiten, nicht rechtlich verfolgt.
Die mit der Militia-Bewegung sympathisierenden Terry Nichols und Timothy McVeigh verĂŒbten am 19. April 1995 einen Bombenanschlag auf das Murrah Federal Building in Oklahoma City. Bei diesem bis zum 11. September 2001 schwersten Terroranschlag in der Geschichte der Vereinigten Staaten wurden 168 Menschen getötet. Beide TĂ€ter wurden mittlerweile verurteilt, McVeigh wurde hingerichtet. Der Hintergrund des Anschlages gilt als multikausal, rechtsextreme Motive werden nicht ausgeschlossen.
Das Southern Poverty Law Center schĂ€tzt in seinem Jahresbericht, dass die Anzahl der rechtsradikalen Gruppen 2008 um ĂŒber vier Prozent gestiegen ist. Die Gesamtzahl solcher Gruppen beziffert es auf 926.[100]
Am 7. April 2009 gab das Department of Homeland Security in Koordination mit dem Federal Bureau of Investigation ein nur zum Dienstgebrauch bestimmtes Memorandum ĂŒber Rechtsextremismus heraus.[101] Da es in diesem Zusammenhang amerikanische Veteranen erwĂ€hnte, kam es zu einer öffentlichen Kontroverse,[102] aufgrund deren United States Secretary of Homeland Security Janet Napolitano eine offizielle Stellungnahme veröffentlichte.[103] SchlieĂlich kĂŒndigte Napolitano im Mai 2009 an, das Memorandum von den Webseiten des DHS entfernen und durch einen prĂ€ziseren Bericht ersetzen zu lassen.[104]
KurzĂŒbersicht ĂŒber weitere LĂ€nder
Historische Besonderheiten
| Land | Historische Besonderheiten |
|---|---|
| Albanien | Rechtsextremisten in Albanien streben ein ethnisch homogenes GroĂalbanien an. Dazu gehören Teile Makedoniens und Griechenlands. Von einer extremen Minderheitsposition ist hier nur bedingt auszugehen, da Teile der albanischen Bevölkerung diese Ziele begrĂŒĂen und sich zumindest die Vereinigung mit dem Kosovo wĂŒnschen. |
| Baltikum | Rechtsextremisten sehen zuvorderst in den russischen Revisionisten ihren Feind. |
| Bulgarien | In Bulgarien gibt es eine traditionalistische rechtsextreme Bewegung, die an die faschistischen UnterstĂŒtzer Hitlers anknĂŒpft. Der jĂ€hrliche Lukow-Marsch im Februar, zu Ehren Christo Lukows, ist in den letzten Jahren ein Anziehungspunkt fĂŒr Neonazis aus ganz Europa geworden.[105] |
| DĂ€nemark | In DĂ€nemark werden durch die liberale Gesetzgebung rechtsextremer BetĂ€tigung kaum juristische Schranken gesetzt. So fanden in den letzten Jahren gröĂere Kundgebungen der europĂ€ischen Rechten, wie zum Beispiel die Rudolf-HeĂ-GedenkmĂ€rsche, in DĂ€nemark statt. Die dĂ€nische NS-Bewegung wird von ihren Gegnern als âNullitĂ€tâ verspottet, die Aktivisten geben als Hauptziel die auslĂ€ndischen Propagandisten an. |
| Griechenland | Von 1967 bis 1974 ĂŒbernahmen rechtsextreme Offiziere unter Georgios Papadopoulos durch den Obristenputsch die Macht in Griechenland und errichtete eine MilitĂ€rdiktatur. Neben der, von der Friedrich-Ebert-Stiftung als rechtsextrem eingestuften, Partei Laikos Orthodoxos Synagermos gibt es eine Vielzahl von Splittergruppen mit rechtsextremem bis faschistischem Hintergrund. Im Zuge der Finanzkrise verzeichnete insbesondere die Chrysi Avgi groĂen Zulauf.[106] |
| Irland | In Irland und Nordirland gibt es einen sehr ambivalenten Nationalismus, der sich von links nach rechts durch das Parteienspektrum und die politischen Kampfgruppen zieht. Rechtsradikale Positionen lassen sich z. B. bei den loyalistischen Terrororganisationen UVF und LVF feststellen. Die republikanischen Kampfgruppen wie die IRA oder die INLA verfolgen aber, trotz des stark ausgeprÀgten Nationalismus, sozialistische Ziele. |
| Israel | Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchten jĂŒdische Rechtsextremisten die Versöhnung mit Deutschland zu verhindern und lehnten deshalb deutsche Wiedergutmachungsleistungen ab. So versuchten Aktivisten der Irgun 1952 Konrad Adenauer durch eine Paketbombe zu ermorden. Heutzutage richten sich die Aktionen (jĂŒdischer) Rechtsextremisten in Israel meistens gegen die VerstĂ€ndigungspolitik mit den PalĂ€stinensern. Es werden territoriale AnsprĂŒche erhoben. Teile der jĂŒdischen Siedlerbewegung sind rechtsextrem beeinflusst. Als rechtsextrem gelten die Parteien Eretz Jisraâel Shelanu und Otzma LeJisraâel sowie die Untergrundorganisationen Kach und Kahane Chai. Zu den AnschlĂ€gen, die Rechtsextremisten in Israel verĂŒbten, gehören u. a. das Massaker des Baruch Goldstein 1994, die Ermordung des israelischen MinisterprĂ€sidenten Jitzchak Rabin durch Jigal Amir 1995, die SchieĂerei von Schefarâam durch Eden Natan-Zada 2005 wie auch ein Anschlag im westjordanischen Dorf Duma 2015.[107] |
| Japan | Hauptartikel: Uyoku (jap. ćłçżŒ, deutsch âRechter FlĂŒgelâ) ist ein Oberbegriff fĂŒr die politische extreme Rechte in Japan, deren knapp hunderttausend Aktivisten und mehrere hundert Gruppen ebenfalls mit diesem Begriff bezeichnet werden. Etwa 800 dieser Gruppen sind organisiert im Dachverband Alljapanische Konferenz Patriotischer VerbĂ€nde, die wĂ€hrend ihrer Geschichte stark mit der Yakuza zusammenarbeitete.[108][109] Synonym wird auch der Begriff Ultranationalismus (è¶ ćœćź¶äž»çŸ©, chĆ kokka shugi) verwendet, um die Ideologie dieser Bewegung zu charakterisieren. |
| Jugoslawien (ehemals) | Im Zerfall des ehemaligen Vielvölkerstaats Jugoslawien seit 1989 traten in allen Teilregionen Revanchismus und Nationalismus hervor. Sowohl die groĂen Bevölkerungsgruppen der orthodox-slawischen Serben (âGroĂserbienâ-Ideologie u. a. von Slobodan MiloĆĄeviÄ), Makedonier und Montenegriner, der katholischen Kroaten und Slowenen (hier aufgrund der friedlichen Trennung vom Rest Jugoslawiens und der guten Zusammenarbeit mit Ăsterreich und Italien relativ schwach ausgeprĂ€gt) und bosnischen und montenegrinischen Muslime als auch die albanischen und ungarischen Minderheiten verfĂŒgen ĂŒber starke nationalistische Gruppen und zum Teil ParamilitĂ€rs sowie eine nationalistisch gesinnte Bevölkerung. |
| Kroatien | Die Regierung TuÄman in Kroatien wurde von Oppositionellen als erstes faschistisches Regime bezeichnet, das das postkommunistische Osteuropa hervorgebracht hat. Kroatische Rechtsextremisten ehren die Mitglieder der faschistischen Ustascha-Bewegung, die an der Seite Hitlers grausam gegen die Serben vorging, und pflegen gerade seit der Anerkennung Kroatiens durch Deutschland wieder enge Kontakte zur rechtsextremen Szene. |
| Luxemburg | Luxemburg ist von Angehörigen fast aller europĂ€ischer Nationen besiedelt und besitzt keine rechtsextremen Parteien oder Gruppen. Allerdings gibt es immer mehr Menschen, zumeist Jugendliche, die sich nationalistischem Gedankengut anschlieĂen und zum Teil auch offen gegen den hohen AuslĂ€nderanteil protestieren. Bislang gab es jedoch keine Ausschreitungen. Zwischen 1987 und 1995 existierte in Luxemburg die rechtsextreme National-Bewegong um den Volkswirt Pierre Peters, die bei Wahlen erfolglos blieb. Der Initiative Wee2050, die unter anderem fĂŒr den Erhalt der luxemburgischen Sprache und gegen ĂŒbermĂ€Ăiges Bevölkerungswachstum durch AuslĂ€nder und âGrenzgĂ€ngerâ eintritt und bei der Parlamentswahl 2018 in einem BĂŒndnis mit der nationalkonservativen Alternativ Demokratesch Reformpartei antrat, wird teilweise eine mangelnde Distanzierung zu rechtsextremen Positionen vorgeworfen. In der Nacht auf den 1. MĂ€rz 2020 erfolgte ein Zugriff mit 60 Beamten auf ein Einfamilienhaus in HauptstadtnĂ€he; dabei wurde ein 18-JĂ€hriger verhaftet, der verdĂ€chtigt wird, sich durch Propaganda im Darknet fanatisiert zu haben, und im Besitz von bombenfĂ€higem Material gewesen sein könnte.[110][111][112] |
| Ăsterreich | Laut Auskunft des Bundesministeriums fĂŒr Inneres geht vom Rechtsextremismus in Ăsterreich keine Gefahr fĂŒr die Demokratie aus. Im europĂ€ischen Vergleich bewege sich der Rechtsextremismus in Ăsterreich auf niedrigem Niveau. Seit 2004 lĂ€sst sich jedoch ein verstĂ€rktes ZusammenrĂŒcken innerhalb der rechtsextremen Szene erkennen. Als rechtsextremes Sammelbecken gilt die Arbeitsgemeinschaft fĂŒr demokratische Politik (AFP) mit ihrer Jugendorganisation Bund freier Jugend (BfJ). Die rechtsextreme Skinheadszene zeichnet ein hohes Gewaltpotential aus. Es gibt Ăberschneidungen mit der gewaltbereiten Hooliganszene. In der Neonaziszene lĂ€sst sich ein Nachwuchsmangel erkennen, der existenzgefĂ€hrdend fĂŒr einige rechtsextreme Gruppen ist.[113] |
| Portugal | Im Jahr 2006 stufte der portugiesische Geheimdienst Neonazis als âernstzunehmende Bedrohung der nationalen Sicherheit des Landesâ ein. Insbesondere gehe die Gefahr von vermehrten Aufrufen zur Gewalt aus.[114] |
| RumĂ€nien | Die Mehrheit der rumĂ€nischen Rechtsextremisten fordert ein GroĂrumĂ€nien, das auch Moldawien und die zur Ukraine gehörende Nordbukowina und SĂŒd-Bessarabien umfassen soll. |
| Schweiz | Rechtsextremismus in der Schweiz wird zumeist mit gewaltbereiten Neonazi-Skinheads assoziiert; fĂŒr andere Gruppen wird die Bezeichnung national- oder rechtskonservativ verwendet.[115] |
| Serbien | Vor allem nationale Minderheiten sind Zielgruppe von Gewalttaten serbischer Rechtsextremisten. Diese zeichnen sich durch anti-europĂ€ische und antiwestliche Einstellungen aus. Ein Unterschied zu rechtsextremen Strukturen im Westen ist die NĂ€he serbischer Rechtsradikaler zur serbisch-orthodoxen Kirche, wobei einerseits kirchliche Mythologie und Symbole ĂŒbernommen werden und andererseits Teile des Klerus mit den rechtsnationalistischen Ideen sympathisieren.[116] |
| Slowakei | In der Slowakei ist die rechtsextreme Bewegung traditionalistisch ausgerichtet und speist sich aus der Verehrung des PrĂ€laten Jozef Tiso, der PrĂ€sident des von Hitler nach der Besetzung der Tschechoslowakei errichteten slowakischen Satellitenstaates war. In der Slowakei wurde immer wieder, zum Teil mit Erfolg, versucht, die Minderheiten in ihren Rechten einzuschrĂ€nken und zu unterdrĂŒcken. Historisches Feindbild liefert die ungarische Minderheit ab, da die Slowakei bis 1918 zum ungarischen Königreich gehörte.[117] |
| Slowenien | Neben der (auch im Parlament vertretenen) Slowenischen Nationalen Partei SNS gibt es die Nationale Arbeitspartei NSD mit guten Kontakten ins rechtsextreme Milieu und als Organisation mit paramilitĂ€rischen Einheiten die Nationalsoziale Union Sloweniens NSZS. Ein beherrschendes Thema der slowenischen Rechtsextremen ist neben Ablehnung von Einwanderung, Hetze gegen Minderheiten und der Propagierung einer âReinhaltung Sloweniensâ vor allem Feindschaft gegenĂŒber Ăsterreich, die sich insbesondere auf GebietsansprĂŒche grĂŒndet. Daneben spielen VorwĂŒrfe an Ăsterreich wegen dessen angeblich antislowenischer Politik (auch gegenĂŒber der slowenischen Minderheit) eine Rolle. |
| SĂŒdafrika | Rechtsextreme Parteien gab es in SĂŒdafrika vor allem unter dem Apartheids-Regime. Nach dessen Ende ist ihre Bedeutung jedoch stark gesunken. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung standen vor allem die Buren. |
| Tschechien | Das Oberste Verwaltungsgericht in BrĂŒnn hat am 17. Februar 2010 die Auflösung der rechtsextremen âDÄlnickĂĄ stranaâ (Arbeiterpartei, DS) angeordnet.[118] Vereinzelt kommt es zu Ăbergriffen auf Roma und Asylbewerber anderer Hautfarbe. FĂŒr die rechtsextreme Szene stellt Tschechien einen Umschlagplatz fĂŒr illegales Propagandamaterial und militĂ€rische AusrĂŒstung dar. Des Weiteren ist es Austragungsort von Konzerten und Treffen der Szene. |
| Ukraine | Die ukrainischen Rechtsextremisten arbeiten mit Gleichgesinnten aus Moldawien und Georgien zusammen gegen die AnsprĂŒche polnischer, russischer und rumĂ€nischer Nationalisten. Zu den wichtigen Akteuren der rechtsextremen Szene zĂ€hlen die Partei Allukrainische Vereinigung âSwobodaâ sowie die paramilitĂ€rische Organisation und Partei Prawyj Sektor. Im Krieg in der Ukraine seit 2014 spielten oder spielen teilweise rechtsextreme Freiwilligenbataillone eine wichtige Rolle. Auch die populistische Radikale Partei Oleh Ljaschkos hatte Verbindungen zu Rechtsextremen, wird aber meist nicht als rechtsextrem eingeordnet. |
Parteien und Gruppen
Protagonisten
| Land | Protagonisten |
|---|---|
| Belgien | |
| Israel | |
| Lettland |
|
| Slowakei |
|
| SĂŒdafrika | |
| Ungarn |
Siehe auch
- Faschismus in Europa bis 1945
- Faschismustheorie
- Liste rechtsextremer Kampfbegriffe
- Mitte-Studien der Friedrich-Ebert-Stiftung
- Mitte-Studien der UniversitÀt Leipzig
- Rechtspopulismus
- Rechtsextremismus in der Bundesrepublik Deutschland
Literatur
Allgemein
- Theodor W. Adorno: Aspekte des neuen Rechtsradikalismus. Suhrkamp, Berlin 2019, ISBN 978-3-518-58737-9.
- Kai Arzheimer: Die WĂ€hler der Extremen Rechten 1980â2002. VS Verlag, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-531-16065-8.
- Uwe Backes, Patrick Moreau (Hrsg.): The Extreme Right in Europe. Current Trends and Perspectives (= Schriften des Hannah-Arendt-Instituts fĂŒr Totalitarismusforschung. Band 46). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2012, ISBN 978-3-525-36922-7.
- Gideon Botsch: Die extreme Rechte in der Bundesrepublik 1949 bis heute. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2012, ISBN 978-3-534-23832-3.
- Oliver Decker, Johannes Kiess, Elmar BrĂ€hler: Rechtsextremismus der Mitte. Eine sozialpsychologische Gegenwartsdiagnose. Psychosozial-Verlag, GieĂen 2013, ISBN 978-3-8379-2294-3 (socialnet.de [abgerufen am 2. Dezember 2023] Rezension von Andreas Siegert).
- Oliver Decker, Johannes Kiess, Elmar BrĂ€hler (Hrsg.): Rechtsextremismus der Mitte und sekundĂ€rer Autoritarismus. Psychosozial-Verlag, GieĂen 2015, ISBN 978-3-8379-2490-9.
- Rainer Fromm: Rechtsextremismus in ThĂŒringen. 2. Auflage. SchĂŒren, Marburg 1993, ISBN 3-89472-082-4.
- Leo Roepert (Hrsg.): Kritische Theorie der extremen Rechten. Analysen im Anschluss an Adorno, Horkheimer und Co. Transcript, Bielefeld 2023, ISBN 978-3-8376-6292-4.
- Samuel Salzborn: Rechtsextremismus. Erscheinungsformen und ErklÀrungsansÀtze (= UTB. 4162). 2. aktualisierte und erweiterte Auflage. Nomos (UTB), Baden-Baden 2015, ISBN 978-3-8252-4476-7.
- Werner Seppmann: Der Schlaf der Vernunft. Mangroven-Verlag, Kassel 2025, ISBN 978-3-946946-23-6.
- Richard Stöss: Der rechte Rand Europas. Rechtsextremismus und Rechtskonservatismus bei den Wahlen zum EuropÀischen Parlament 1979 bis 2024. Barbara Budrich, Opladen/Berlin/Toronto 2025, ISBN 978-3-8474-3129-9.
- Fabian Virchow, Alexander HĂ€usler (Hrsg.): Handbuch Rechtsextremismus (= Edition Rechtsextremismus). Band 1: Analysen. Springer VS, Wiesbaden 2012, ISBN 978-3-531-18411-1.
Ideologie
- Uwe Backes (Hrsg.): Rechtsextreme Ideologien in Geschichte und Gegenwart (= Schriften des Hannah-Arendt-Instituts fĂŒr Totalitarismusforschung. Bd. 23). Böhlau, Köln u. a. 2003, ISBN 3-412-03703-6.
- Peter Glanninger: Rassismus und Rechtsextremismus. Rassistische Argumentationsmuster und ihre historischen Entwicklungslinien (Mensch und Gesellschaft. Schriftenreihe fĂŒr Sozialmedizin, Sozialpsychiatrie und medizinische Anthropologie, Bd. 16). Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-631-57501-7.
- Bente GieĂelmann, Robin Heun, Benjamin Kerst, Lenard Suermann, Fabian Virchow (Hrsg.): Handwörterbuch rechtsextremer Kampfbegriffe. Wochenschau Verlag, Schwalbach 2015, ISBN 978-3-7344-0155-8.
- Andreas Lienkamp: Zum Widerstand verpflichtet. Rechtsextremismus als Herausforderung fĂŒr Christinnen und Christen. In: Herder Korrespondenz 63, 9/2009, S. 477â480 (online).
- Fabian Virchow: Gegen den Zivilismus. Internationale Beziehungen und MilitÀr in den politischen Konzeptionen der extremen Rechten. VS Verlag, Wiesbaden 2006, ISBN 3-531-15007-3.
Parteien
- Henrik Steglich: RechtsauĂenparteien in Deutschland. Bedingungen ihres Erfolgs und Scheiterns (= Schriften des Hannah-Arendt-Instituts fĂŒr Totalitarismusforschung. Bd. 39). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2010, ISBN 978-3-525-36915-9.
Frauen und Rechtsextremismus
- Christel Eckart (Hrsg.): Sackgassen der Selbstbehauptung. Feministische Analysen zu Rechtsradikalismus und Gewalt. Jenior & Pressler, Kassel 1995.
- Ulrike Prokop: Mythen der Rechten â ihre Faszination fĂŒr junge Frauen in der Adoleszenz, dargestellt an einem GesprĂ€ch von Franziska Tenner (PDF; 878 kB).
- Regina Weber: Rechtsextremistinnen. Zwischen Kindererziehung und nationalem Kampfauftrag. Metropol-Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-86331-075-2.
Heimat- und Naturschutz
- Oliver Geden: Rechte Ăkologie. Umweltschutz zwischen Emanzipation und Faschismus. Elefanten-Press-Verlag, Berlin 1996, ISBN 3-88520-576-9.
Internationale Vernetzungen
- Bundeskoordination Schule ohne Rassismus â Schule mit Courage (Hrsg.): Rechtsextremismus in der Einwanderungsgesellschaft. 2010, ISBN 978-3-933247-50-6, S. 70.
- JĂłzsef Bayer: Rechtspopulismus und Rechtsextremismus in Ostmitteleuropa. In: Ăsterreichische Zeitschrift fĂŒr Politikwissenschaft. Band 31, 2002, S. 265â280 (archive.org [PDF]).
- Friedrich Ebert Stiftung (Hrsg.): Neue Entwicklungen des Rechtsextremismus. Internationalisierung und Entdeckung der sozialen Frage. Berlin 2006, ISBN 3-89892-492-0 (fes.de [PDF; 945 kB]).
- Thomas Greven, Thomas Grumke (Hrsg.): Globalisierter Rechtsextremismus? Die extreme Rechte in der Ăra der Globalisierung. VS Verlag, Wiesbaden 2006, ISBN 3-531-14514-2.
- Wolfgang Kowalsky, Wolfgang Schroeder (Hrsg.): Rechtsextremismus, EinfĂŒhrung und Forschungsbilanz. Westdeutscher Verlag, Opladen 1994, ISBN 3-531-12561-3, S. 185â276.
Spanien
- JosĂ© L. RodrĂguez JimĂ©nez: Antisemitism and the Extreme Right in Spain (1962â1997). In: Analysis of Current Trends in Antisemitism, 1999, Nr. 15.
Weblinks
- Allgemein
- Dossier zum Rechtsextremismus auf tagesschau.de ( vom 29. August 2008 im Internet Archive)
- Tagesschau (17. Januar 2017): Hintergrund: Was ist eigentlich Rechtsextremismus? ( vom 20. April 2019 im Internet Archive) Ein Ăbersichtsartikel, der verschiedene Aspekte wie eine Definition des Rechtsextremismus oder Rechtsextremismus als Problem thematisiert. Archiviert vom Original am 20. April 2019. Abgerufen am 4. Mai 2019.
- Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung, bpb.de: Dossier Rechtsextremismus
- Bayerischer Rundfunk, br.de: #rechtsaussen
- eofa-ausstellung.vvn-bda.de: Ausstellung Neofaschismus in Deutschland
- Informationsportal zur politischen Bildung, politische-bildung.de: Rechtsextremismus
- spiegel.de: Thema Rechtsextremismus
- Dokumentationsstelle Rechtsextremismus beim Landesarchiv Baden-WĂŒrttemberg mit Vierteljahreszeitschrift Rechts.Geschehen
- Internationale Vernetzungen
- bpb.de: Internationale rechtsextreme Netzwerke
- kai-arzheimer.com: Rechtsextremismus in Westeuropa (Wissenschaftliche Texte, PrÀsentationen, Materialien und Links zu rechtsextremen Parteien und ihren WÀhlern in Westeuropa)
- Netzwerk fĂŒr Osteuropa-Berichterstattung, n-ost.org/: Rechtsextremismus und Antisemitismus in Mittel-, Ost- und SĂŒdosteuropa
- projekt-entgrenzt.de: TranseuropÀische Perspektiven auf die extreme Rechte
Einzelnachweise
- â Gabriele Nandlinger: Wann spricht man von Rechtsextremismus, Rechtsradikalismus oder Neonazismus âŠ? Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung, 2008.
- â Brigitte Bailer-Galanda: Zum Begriff des Rechtsextremismus ( vom 10. Mai 2008 im Internet Archive)
- â Geheimorganisationen in Deutschland: 73 rechtsradikale VerbĂ€nde. In: Erste Beilage zur Vossischen Zeitung. Nr. 178, 1924.
- â Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz: HĂ€ufig gestellte Fragen: âWas ist der Unterschied zwischen radikal und extremistisch?â
- â Gero Neugebauer (2008): Extremismus â Rechtsextremismus â Linksextremismus: Einige Anmerkungen zu Begriffen, Forschungskonzepten, Forschungsfragen und Forschungsergebnissen, S. 3.
- â Tanja Wolf: Rechtsextreme und rechtspopulistische Parteien in Europa. Typologisierung und Vergleich. Springer VS, Wiesbaden 2019, S. 3, 411 u. 414; JĂŒrgen Boelcke, Bernhard Straub, Paul Thiele: Wirtschaftswörterbuch Französisch-Deutsch/Deutsch-Französisch. Band 2. 2. neubearbeitete und erweiterte Auflage, Springer Verlag, Wiesbaden 1990, S. 122.
- â Wilhelm Heitmeyer, Thorsten Jantschek: Der Begriff âRechtspopulismusâ ist viel zu verharmlosend. In: deutschlandfunkkultur.de. DLF Deutschlandfunk, 10. November 2018, abgerufen am 24. September 2019.
- â Armin Pfahl-Traughber: Rechtsextremismus in der Bundesrepublik. 4. Auflage, Beck, MĂŒnchen 2006, ISBN 3-406-47244-3, S. 14f.
- â a b c Brigitte Bailer-Galanda: Zum Begriff des Rechtsextremismus ( vom 21. Januar 2016 im Internet Archive). In: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes; zuletzt abgerufen am 2. Juli 2008.
- â Thomas Grumke, Andreas KlĂ€rner: Rechtsextremismus, die soziale Frage und Globalisierungskritik â Eine vergleichende Studie zu Deutschland und GroĂbritannien seit 1990. Friedrich-Ebert-Stiftung, Berlin 2006, ISBN 3-89892-503-X (PDF; 1 MB), S. 137ff.
- â Eckhard Jesse: Das Auf und Ab der NPD. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, Heft 42/2005, 13. Oktober 2005.
- â Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung: Nationalismus. In: Rechtsextremismus. Glossar. Zuletzt abgerufen am 2. Juli 2008.
- â Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung: Rassismus. In: Rechtsextremismus. Glossar. Zuletzt abgerufen am 2. Juli 2008.
- â Werner Weidenfeld, Karl-Rudolf Korte: Handbuch Zur Deutschen Einheit, 1949 â 1989 â 1999. Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung, Bonn 1999, ISBN 3-89331-370-2, S. 358.
- â Senatsverwaltung fĂŒr Inneres und Sport, Berlin (Hrsg.): Rechtsextremismus: Ideologie ( vom 10. Januar 2010 im Internet Archive). Abgerufen am 19. November 2012.
- â Landesamt fĂŒr Verfassungsschutz Baden-WĂŒrttemberg (Hrsg.): Schwerpunktthema: Rechtsextremistische Globalisierungsgegner. ( vom 30. September 2008 im Internet Archive) 7/2003. Abgerufen am 19. November 2012.
- â Justus Bender: Wie âReichsbĂŒrgerâ enden. Frankfurter Allgemeine, FAZ.NET, 11. Dezember 2022.
- â Richard Stöss: Rechtsextremismus im vereinten Deutschland. 3. Auflage, Friedrich-Ebert-Stiftung, Berlin 2000, ISBN 3-86077-940-0, S. 20f. (PDF; 795 kB).
- â zitiert nach Thomas Grumke: Die transnationale Infrastruktur der extremistischen Rechten. In: Greven/Grumke (2006), S. 130â159
- â Hooligans: Woran man sie erkennt. Netz gegen Nazis.
- â Joachim Wolf: FuĂball und Rechtsextremismus in Europa. Eine Ăbersicht. Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung, 15. Februar 2007. Abgerufen am 7. Dezember 2010.
- â âBlue White Street Eliteâ: Verbot von rechter Hooligan-Gruppierung in Sachsen-Anhalt aufgehoben. ( vom 23. Oktober 2010 im Internet Archive) stern.de, 21. Oktober 2010.
- â Stefan Meining: Rechte Esoterik in Deutschland. Ideenkonstrukte, Schnittstellen und Gefahrenpotentiale. Vortrag, gehalten am 3. September 2002 auf dem Symposium âPolitischer Extremismus als Bedrohung der Freiheit â Rechtsextremismus und Islamismus in Deutschland und ThĂŒringenâ, S. 45ff. (PDF; 2,1 MB).
- â Zeitschrift Irminsul des Armanenordens, zit. nach Franziska Hundseder: Wotans JĂŒnger. MĂŒnchen 1998, S. 130f.
- â Herbert Reier: Zur Germanischen Heilkunde. In: Klinische Wochenschrift, 15. Jahrgang, Nr. 13 (MĂ€rz 1936), S. 455â460; Detlef Bothe: Neue Deutsche Heilkunde 1933â1945, dargestellt anhand der Zeitschrift âHippokratesâ und der Entwicklung der volksheilkundlichen Laienbewegung. Diss. Freie Univ. Berlin 1991, veröffentlicht als: Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und Naturwissenschaften, Heft 62, Matthiesen Verlag, Husum 1991, ISBN 3-7868-4062-8 (Zusammenfassung ( vom 17. August 2005 im Internet Archive))
- â siehe dazu Ulrich Linse: âFundamentalistischerâ Heimatschutz. Die âNaturphilosophieâ Reinhard Falters. In: Uwe Puschner, G. Ulrich GroĂmann (Hrsg.): Völkisch und national. Zur AktualitĂ€t alter Denkmuster im 21. Jahrhundert. Wiss. Buchgesellschaft, Darmstadt 2009, ISBN 978-3-534-20040-5, S. 156â159.
- â Eric Stritter: Tierschutz als Deckmantel fĂŒr Naziideologien, aus: Netz gegen Nazis; vgl. auch redok ( vom 26. September 2011 im Internet Archive), beide abgerufen am 16. April 2010
- â Braune Ăkologen (PDF; 3,7 MB), eine Veröffentlichung der Heinrich-Böll-Stiftung 2012, S. 62ff.
- â Dana Fuchs: Die grĂŒnen Braunen â Rechtsextremismus im Umweltschutz. Auf: Netz gegen Nazis, veröffentlicht am 26. Juli 2012, letzter Abruf am 3. November 2012.
- â Nils Franke: BĂ€ume fĂŒr Auschwitz: Die unheilvolle Allianz zwischen NaturschĂŒtzern und Nationalsozialisten. In: Zeit-Geschichte, Heft 1/2016, S. 66â71 (online).
- â Publius Cornelius Tacitus: De origine et situ Germanorum liber, 1â5 Das Land und seine Geschichte, Abschnitt 2.1.
Christopher B. Krebs: Ein gefĂ€hrliches Buch. Die Germania des Tacitus und die Erfindung der Deutschen. Deutsche Verlagsanstalt, MĂŒnchen 2012, ISBN 978-3-421-04211-8, S. 17, 248. - â W. Weber, W. Schoenichen (Hrsg.): Das Reichsnaturschutzgesetz vom 26. Juni 1935 (RGBl. I. S. 821) und die Verordnung zur DurchfĂŒhrung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I. S. 1275) nebst ergĂ€nzenden Bestimmungen und ausfĂŒhrlichen ErlĂ€uterungen. Berlin 1936.
- â Reichserbhofgesetz vom 29. September 1933. Im Reichsgesetzblatt, Teil I Nr. 108 vom 30. September 1933, S. 685 ff. (Digitalisat).
- â Nils M. Franke: Naturschutz gegen Rechtsextremismus (PDF). 5. ĂŒberarb. Auflage. Hrsg.: Landeszentrale fĂŒr UmweltaufklĂ€rung Rheinland-Pfalz, 2016.
- â 25 Standpunkte der NNPD zur Landtagswahl 2011, S. 15.
- â Umweltschutz ist Heimatschutz. Flugblatt der Partei âDer III. Wegâ.
- â Rechtsextreme Argumente und Mythen | Zum Thema Heimatschutz Fachstelle RadikalisierungsprĂ€vention und Engagement im Naturschutz
- â Klaus Wahl: Skinheads, Neonazis, MitlĂ€ufer: TĂ€terstudien und PrĂ€vention. S. 42â44, 183.
- â Klaus Farin, Eberhard Seidel-Pielen: Skinheads.
- â Patrick Gensing: Corona-Proteste â Esoterik, Gandhi und Reichsflaggen. Tagesschau, 3. August 2020, abgerufen am 7. Februar 2021.
- â Christoph Richter, Maximilian WĂ€chter, Jost Reinecke, Axel Salheiser, Matthias Quent: Politische Raumkultur als VerstĂ€rker der Corona-Pandemie? Einflussfaktoren auf die regionale Inzidenzentwicklung in Deutschland in der ersten und zweiten Pandemiewelle 2020. Erweiterte Fassung. In: ZRex â Zeitschrift fĂŒr Rechtsextremismusforschung. Band 1, Nr. 2-2021, 18. November 2021, ISSN 2701-9624, S. 1â39, doi:10.3224/zrex.v1i2.01A.
- â Thomas Grumke, Andreas KlĂ€rner: Rechtsextremismus, die soziale Frage und Globalisierungskritik â Eine vergleichende Studie zu Deutschland und GroĂbritannien seit 1990. Friedrich-Ebert-Stiftung, Berlin 2006, ISBN 3-89892-503-X (PDF; 1,01 MB), S. 169ff.
- â Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung: Chauvinismus. In: Dossier Rechtsextremismus.
- â Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz: Verfassungsschutzbericht 2018. Hrsg.: Bundesministerium des Innern, fĂŒr Bau und Heimat. ISSN 0177-0357, S. 46.
- â Uwe Backes: Entwicklung und Elemente des Extremismuskonzepts ( vom 18. MĂ€rz 2013 im Internet Archive)
- â Brandenburger Verfassungsschutz stellt AfD unter Beobachtung. In: Welt. 15. Juni 2020, abgerufen am 28. August 2020.
- â Seehofer stellt Verfassungsschutzbericht 2019 vor. Abgerufen am 10. Juli 2020.
- â Verfassungsschutzbericht 2019. Fakten und Tendenzen. (PDF) Abgerufen am 9. Juli 2020.
- â Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz: Verfassungsschutzbericht 2019. Hrsg.: Bundesministerium des Innern, fĂŒr Bau und Heimat. Köln 2020, S. 75 ff. (Online ( vom 9. Juli 2020 im Internet Archive) [PDF]).
- â LfV: 06.12.2012 â Reaktionen sĂ€chsischer Rechtsextremisten auf die GrĂŒndung der âIdentitĂ€ren Bewegung Deutschlandsâ (IBD). Archiviert vom (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 5. MĂ€rz 2016; abgerufen am 24. November 2017 (auf Landesamt fĂŒr Verfassungsschutz Sachsen, 6. Dezember 2012).
- â Kevin Fuchs: Die âIdentitĂ€re Bewegungâ erklĂ€rt den Krieg. Neue Strategie und Erscheinungsform der extremen Rechten. ( vom 15. August 2016 im Internet Archive) In: Lotta, 15. Januar 2013.
- â Natascha Strobl im GesprĂ€ch mit Gesa Ufer: Deplatforming von Rechtsextremen â Das Sperren der IdentitĂ€ren trifft die Bewegung. In: deutschlandfunkkultur. 7. August 2020, abgerufen am 28. August 2020.
- â Twitter sperrt Konten der IdentitĂ€ren Bewegung. In: Zeit online. 11. Juli 2020, abgerufen am 28. August 2020.
- â Patrick Gensing: Soziale Netzwerke â Wie Trolle im Wahlkampf manipulierten. In: tagesschau.de. 22. April 2020, abgerufen am 28. August 2020.
- â Bundesministerium fĂŒr Verteidigung: Umbau im Bundesamt fĂŒr den MilitĂ€rischen Abschirmdienst. In: bmvg.de. Bundesministerium fĂŒr Verteidigung, 6. September 2019, archiviert vom (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 6. Oktober 2019; abgerufen am 7. September 2019.
- â Bernhard Schmid: Die Rechten in Frankreich. Berlin 1998, S. 181.
- â Bernhard Schmid: Die Rechten in Frankreich. Berlin 1998, S. 183.
- â Bernhard Schmid: Die Rechten in Frankreich. Berlin 1998, S. 186f.
- â K. Biswas: Rechts und rechts. Le Monde diplomatique, 14. Oktober 2011, abgerufen am 12. Juni 2017.
- â Tanja Wolf: Rechtsextreme und rechtspopulistische Parteien in Europa. Typologisierung und Vergleich. Springer VS, Wiesbaden 2019.
- â Helga Embacher, Alexandra Preitschopf, Bernadette Edtmaier: Antisemitismus in Europa. Fallbeispiele eines globalen PhĂ€nomens im 21. Jahrhundert. Böhlau Verlag, Wien u. a. 2019, S. 69â72.
- â Morris Beckmann: The 43 Group â Antifaschistischer Kampf in GroĂbritannien 1946â1950. Berlin 1995.
- â Wolfgang Koydl: Aufstand der Scheinheiligen, sueddeutsche.de, 13. September 2009, 21:40.
- â Armin Pfahl-Traughber: Rechtsextremismus â Eine kritische Bestandsaufnahme nach der Wiedervereinigung, Bouvier Verlag, Bonn 1993, S. 242.
- â Politik: Forscher klassifizieren Wilders Partei als ârechtsextremâ. UniversitĂ€t MĂŒnster
- â Geert Wilders. II. Forschungsstand. UniversitĂ€t MĂŒnster
- â Zit. nach Gabriele Lesser in taz Nr. 6455 vom 26. Mai 2001.
- â Michael Minkenberg: Rechtsradikalismus in Mittel- und Osteuropa nach 1989. In: Thomas Grumke, Bernd Wagner (Hrsg.): Handbuch Rechtsradikalismus: Personen â Organisationen â Netzwerke vom Neonazismus bis in die Mitte der Gesellschaft. Leske + Budrich, Opladen 2002, ISBN 978-3-8100-3399-4, S. 70.
- â Wolfgang Benz u. a.: Handbuch des Antisemitismus: Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart. Bd. 5. Organisationen, Institutionen, Bewegungen. K.G. Saur, MĂŒnchen 2010, ISBN 978-3-598-24071-3, S. 477.
- â a b c Michael Minkenberg: Rechtsradikalismus in Mittel- und Osteuropa nach 1989. In: Thomas Grumke, Bernd Wagner (Hrsg.): Handbuch Rechtsradikalismus: Personen â Organisationen â Netzwerke vom Neonazismus bis in die Mitte der Gesellschaft. Leske + Budrich, Opladen 2002, ISBN 978-3-8100-3399-4, S. 67 f.
- â a b Tom Thiem: LĂ€nderportrĂ€t: RuĂland. In: Jahrbuch: Extremismus und Demokratie. 2006, S. 220â237, S. 221.
- â Andreas Umland: Kulturhegemoniale Strategien der russischen extremen Rechten: die Verbindung von faschistischer Ideologie und metapolitischer Taktik im âNeoeurasismusâ des Aleksandr Dugin. In: Ăsterreichische Zeitschrift fĂŒr Politikwissenschaft. 33, Nr. 4, 2004, S. 437â453.
- â Vladimir N. Ivanov: Alexander Dugin und die rechtsextremen Netzwerke: Fakten und Hypothesen zu den internationalen Verflechtungen der russischen neuen Rechten. Ibidem-Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-89821-804-7, S. 25.
- â 3 immigrants killed in Russia amid wave of ethnic violence
- â Andrea Röpke: Braune Subkultur, in: bnr.de, 17. September 2009.
- â Russlands Rechte: Autonome Zellen auĂer Kontrolle. ( vom 23. Januar 2012 im Internet Archive) 20. Januar 2012. Auf N24.de, abgerufen am 28. MĂ€rz 2022.
- â Robert Kusche: Analyse: Rassistische Gewalt und neonazistische Bewegungen in Russland | Russland-Analysen. In: bpb.de. 23. Juni 2021, abgerufen am 13. Februar 2024.
- â http://www.11freunde.de/artikel/rassismus-im-russischen-fussball
- â âNiemand weiĂ, wann und wo sie zuschlagenâ ( vom 23. Dezember 2014 im Internet Archive), Arte, 5. November 2013.
- â Marlene Laruelle: Is anyone in charge of Russian nationalists fighting in Ukraine? Washington Post, 26. Juni 2014, abgerufen am 28. Februar 2022.
- â Natalia Yudina: Russian nationalists fight Ukrainian war. In: Journal on Baltic Security, Band 1, Nr. 1, 2015, S. 47â60. doi:10.1515/jobs-2016-0012.
- â a b Blz: Russland schickt Wagner-Söldner nach Kiew. In: berliner-zeitung.de. 28. Februar 2022, abgerufen am 1. MĂ€rz 2022.
- â a b Volodymyr Zelensky: Russian mercenaries ordered to kill Ukraineâs president. In: thetimes.co.uk. 1. MĂ€rz 2022, abgerufen am 1. MĂ€rz 2022 (englisch).
- â Söldnertruppe »Wagner«: EU beschlieĂt Sanktionen gegen russische Firma. In: Der Spiegel. 13. Dezember 2021, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 13. Dezember 2021]).
- â Denis Korotkow: ĐĐœĐž ŃŃажалОŃŃ Đ·Đ° ĐалŃĐŒĐžŃŃ. Auf: Fontanka.ru, 29. MĂ€rz 2016.
- â Aleksandr Gostev: Russiaâs Paramilitary Mercenaries Emerge From The Shadows. In: Radio Free Europe, Radio Free Liberty, 16. Dezember 2016.
- â Signs of Neo-Nazi Ideology Amongst Russian Mercenaries. In: en.respublica.lt. 25. MĂ€rz 2021, abgerufen am 1. MĂ€rz 2022 (englisch).
- â Anne Schmidt: Chronologie des Rechtsextremismus in der Bundesrepublik Deutschland und anderen westeuropĂ€ischen LĂ€ndern ab 1945. In: Kowalsky/Schroeder (Hrsg.): Rechtsextremismus â EinfĂŒhrung und Forschungsbilanz. Westdeutscher Verlag, Opladen 1994, S. 383â410.
- â EuropĂ€ische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (Hrsg.): European Union Agency for Fundamental Rights. Annual Report 2008. ( vom 8. Juli 2010 im Internet Archive) S. 28.
- â a b Frauke BĂŒttner: Eine Bewegung gegen die Intoleranz in Spanien ( vom 23. November 2011 im Internet Archive), 2007.
- â Tages-Anzeiger: Spanien will Franco-Symbole entfernen. 11. Oktober 2007. Archiviert vom (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 24. Oktober 2007; abgerufen am 14. November 2012.
- â Paul Kelso: Two âCatholicâ charities linked to Nazis, says report, in: Guardian online Archiv, 18. September 2000.
- â Marina Achenbach: Freitag vom 20. Februar 2004, El Dorado unter Plastik, in: Freitag online Archiv, 20. Februar 2004.
- â Holocaust-Leugnung in Spanien nicht mehr strafbar. Spiegel online, 9. November 2007
- â Bilder der Uniformen sind auf index.hu und Spiegel Online zu sehen.
- â Rechtsextremisten greifen Schwulen-Parade an, spiegel-online vom 5. Juni 2008
- â Veronika Gulyas: Right-Wing Extremism? Yes, Please, One-Fifth of Hungarians Say. Wallstreet Journal, 16. Februar 2010.
- â Florian Flade, Martin Kaul: Rechtsextreme Gewalt alarmiert Europol. In: Tagesschau. Westdeutscher Rundfunk WDR, 23. September 2019, abgerufen am 24. September 2019.
- â Martin Kaul, Georg Mascolo: Europol warnt vor rechten Gewalttaten. In: sueddeutsche.de. SZ SĂŒddeutsche Zeitung, 23. September 2019, abgerufen am 24. September 2019.
- â Marc Pitzke: Rechte US-Polemiker: âDie Revolution wird kommen!â In: Spiegel Online. 19. April 2009, abgerufen am 8. Februar 2015.
- â Memorandum auf der Website der Federation of American Scientists: http://www.fas.org/irp/eprint/rightwing.pdf
- â Cam Simpson, Gary Fields: Veterans a Focus of FBI Extremist Probe. In: Wall Street Journal, 17. April 2009.
- â Statement by U.S. Department of Homeland Security Secretary Janet Napolitano on the Threat of Right-Wing Extremism. DHS, 15. April 2009.
- â AFP: Napolitano defends security budget, extremism report. 12. Mai 2009.
- â Verbotener Lukow-Marsch: Neonazis aus ganz Europa in Sofia. Euronews, 25. Februar 2020.
- â MartĂn Steinhagen: Droht das Comeback der Neonazis von der Goldenen Morgenröte? Frankfurter Rundschau, 30. September 2019.
- â Gil Yaron: Israel: Bei Radikalen tobt Kampf um wahren Zionismus. Auf: welt.de vom 5. August 2015, abgerufen am 27. Februar 2016.
- â Andreas Hippin 1998/1999.
- â David McNeill: Media Intimidation in Japan. A Close Encounter with Hard Japanese Nationalism, in: electronic journal of contemporary japanese studies. Discussion Paper 1 in 2001 (englisch).
- â Pascal Federspiel, Frank Goebel: Hausdurchsuchung / MutmaĂlicher Rechtsextremist (18) soll in Strassen Sprengstoff gehortet haben. Tageblatt, 2. MĂ€rz 2020.
- â Sandra Schmit: Hausdurchsuchung in Strassen: Möglicherweise rechtsextremer Hintergrund. Luxemburger Wort, 2. MĂ€rz 2020.
- â RTL.lu (Update: 02.03.2020 14:10): Eng 60 Beamte waren am Asaz â Stoung LĂ«tzebuerg virun der Dot vun engem presumĂ©ierte Rietsextremist?
- â Bundesministerium fĂŒr Inneres/Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz und TerrorismusbekĂ€mpfung (Hrsg.): Sicherheitsbericht 2007. (PDF; 1,3 MB), S. 39ff.
- â o. V.: Zulauf fĂŒr Neonazis in Portugal. Auf: bnr.de, vom: 5. Juni 2006, letzter Abruf 20. Dezember 2012, kostenpflichtiges Angebot.
- â Sophie Guggenberger: LĂ€nderportrĂ€t: Schweiz. In: Jahrbuch Extremismus & Demokratie 17, 2005, S. 195â217.
- â Rechtsextremismus in Serbien. In: dw.com. 17. November 2011, abgerufen am 18. Februar 2024.
- â Bayer (2002), S. 276f.
- â Oberstes Gericht verbietet Arbeiterpartei. Prager Zeitung, 18. Februar 2010.
