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Neoliberalismus 👆 Click Here!
aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
(Weitergeleitet von Neoliberal)
Dieser Artikel erlÀutert die Theorie der Wirtschaftswissenschaften; zu ihrem politikwissenschaftlichen Pendant siehe Neoliberaler Institutionalismus.

Neoliberalismus (altgriechisch ÎœÎ­ÎżÏ‚ neos, deutsch ‚neu‘ und lateinisch liberalis ‚freiheitlich‘) bezeichnet eine Neufassung wirtschaftsliberaler Ideen im 20. Jahrhundert. Wie der Klassische Liberalismus strebt der Neoliberalismus eine freiheitliche, marktwirtschaftliche Wirtschaftsordnung mit Anerkennung von Privateigentum, Vertragsfreiheit und Freihandel an. Anders als der klassische Liberalismus ĂŒbertrĂ€gt er dem Staat jedoch eine aktive ordnungspolitische Rolle in der Wettbewerbspolitik als Schöpfer und HĂŒter der Wettbewerbsordnung. Die Bezeichnung Neoliberalismus wurde auf einer Konferenz in Paris im Jahr 1938 (Colloque Walter Lippmann) geprĂ€gt und wird heute mit zwei Varianten in Verbindung gebracht: (1) deutscher Neoliberalismus, der zusĂ€tzlich gewisse staatliche Interventionen in der Sozial- und Konjunkturpolitik befĂŒrwortet (Ordoliberalismus); (2) angelsĂ€chsisch geprĂ€gte Variante, die solche Interventionen ablehnt (Chicagoer Schule, Österreichische Schule).[1][2]

Der Ausdruck Neoliberalismus entwickelte sich in den 1990er Jahren aber auch zu einem politischen Schlagwort, das eine Wirtschaftspolitik mit folgenden Merkmalen bezeichnet: Intensivierung des Wettbewerbs durch Deregulierung, Durchsetzung des Freihandels und der Finanzglobalisierung, Limitierung des Deficit spending bzw. AusteritĂ€tspolitik sowie Verringerung der Rolle des Staates durch Privatisierung und Reduktion der BĂŒrokratie. Kritiker sehen darin eine SchwĂ€chung sozialer Gerechtigkeit und demokratischer Politikgestaltung infolge der Dominanz eines ökonomischen RationalitĂ€tsverstĂ€ndnisses.[2][3]

Hintergrund fĂŒr den Bedeutungswandel und fĂŒr die Entwicklung zu einem wesentlich umstrittenen Begriff (Essentially Contested Concept) sind Entwicklungen seit den 1970er Jahren, als der Ausdruck Neoliberalismus von oppositionellen Wissenschaftlern in Chile aufgegriffen wurde. Damals setzten die Chicago Boys in Chile radikale Wirtschaftsreformen um. Die Reformen waren von Ideen der Chicagoer Schule und von Friedrich August von Hayek beeinflusst. Von hier aus verbreitete sich die neue Wortbedeutung in die angelsĂ€chsische Welt.[4][5][6]

Begriffsgeschichte

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Neoliberalismus ist eine begriffliche Neuschöpfung (aus altgriechisch ÎœÎ­ÎżÏ‚ neos, deutsch ‚neu‘ und lateinisch liberalis ‚die Freiheit betreffend‘), die bereits 1933 von dem französischen Politiker Pierre-Étienne Flandin als nĂ©o-libĂ©ralisme verwendet wurde[7] und wenige Jahre spĂ€ter auf Vorschlag Alexander RĂŒstows als Fachausdruck in deutscher Sprache auf dem Colloque Walter Lippmann in Paris definiert wurde.[8] Mit dieser Bezeichnung war ein Liberalismus gemeint, der wirtschaftliche Freiheit unter der Lenkung und Regelsetzung eines starken Staates forderte.[8] Dieser Neoliberalismus war damals weit davon entfernt, einen Marktradikalismus zu propagieren, vielmehr war er als antikommunistischer und antikapitalistischer Dritter Weg konzipiert.[9]

Auf Alexander RĂŒstow geht der Terminus Neoliberalismus zurĂŒck.

Beziehung zur Freiburger Schule

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Nach Boas/Gans-Morse bezieht sich die ursprĂŒngliche Wortbedeutung von Neoliberalismus auf die Freiburger Schule (Ordoliberalismus), die sich als moderate Alternative zum klassischen Liberalismus ansah.[10] Sie lehnten zwar Keynesianismus und einen umfangreichen Wohlfahrtsstaat ab, betonten aber die Bedeutung von Sozialpolitik und lehnten Marktfundamentalismus ab.[11] Dabei grenzten sie sich von anderen liberalen Denkern ab, deren Ideen dem Ordoliberalismus fundamental widersprachen. So beschwerte sich z. B. RĂŒstow 1960, dass sich Vertreter des PalĂ€oliberalismus als neoliberal bezeichnen, obwohl der Begriff Neoliberalismus von den Ordoliberalen gerade zur Abgrenzung gegenĂŒber dem PalĂ€oliberalismus geschaffen worden war.[12] WĂ€hrend heutige Wissenschaftler oft Friedrich von Hayek und Milton Friedman als VĂ€ter des Neoliberalismus ansehen, wurde in den 1950er und 1960er Jahren in wissenschaftlichen Artikeln der Begriff Neoliberalismus spezifisch mit der Freiburger Schule und Ökonomen wie Eucken, Röpke, RĂŒstow und MĂŒller-Armack in Verbindung gebracht. Wegen seiner fundamentalistischeren Positionen wurde Hayek dagegen damals nur selten und Friedman seinerzeit nie mit Neoliberalismus in Verbindung gebracht.[12] Der Ausdruck wurde in Deutschland auch synonym zur Sozialen Marktwirtschaft benutzt.[13] Ab Ende der 1960er Jahre geriet der Begriff Neoliberalismus jedoch weitgehend in Vergessenheit. Die deutsche Wirtschaftsordnung wurde allgemein als Soziale Marktwirtschaft bezeichnet, was als positiverer Begriff verstanden wurde und auch besser in die WirtschaftswundermentalitĂ€t passte.[13] Die Bezeichnung wurde kaum noch gebraucht. Keine ökonomische Schule bezeichnet sich seitdem mehr als neoliberal.[14]

Bedeutungswandel seit etwa 1980

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Hintergrund des Bedeutungswandels: Chile

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Siehe auch: Neoliberale Reformen unter General Pinochet

Ausgehend vom als positiv empfundenen Vorbild des Neoliberalismus der Freiburger Schule, des deutschen Modells der Sozialen Marktwirtschaft und dem Wirtschaftswunder, wurde das Wort neoliberalismo in Lateinamerika in den 1960er Jahren sowohl aus marktfreundlicher als auch marktkritischer Perspektive gebraucht, ohne von seiner neutralen bis positiven Bedeutung abzuweichen. Ein erster Bedeutungswechsel setzte ein, als Kritiker der Reformen unter Pinochet 1973 begannen, den Begriff sporadisch – ohne direkten Bezug zur Freiburger Schule oder einem sonstigen TheoriegebĂ€ude â€“ zu gebrauchen. Als zentraler Zeitpunkt fĂŒr diese Verschiebung wird der Staatsstreich Augusto Pinochets in Chile vom 11. September 1973 angesehen: Pinochet besetzte die zentralen Stellen der Wirtschaftspolitik mit Chilenen, die seit 1955 in Chicago bei Friedman studiert hatten, sie wurden als Chicago Boys bekannt. Die unter Pinochet umgesetzte Wirtschaftspolitik war von den mehr fundamentalistischen Theorien Friedmans und Hayeks inspiriert.[15] Es kam innerhalb des autoritĂ€ren Regimes somit zu einem weitreichenden RĂŒckzug des Staates aus der Wirtschaft, dessen Folgen hochumstritten sind. Bis 1980 kam es so zu einer Bedeutungsverschiebung: Statt den Ordoliberalismus der Freiburger Schule zu bezeichnen, wurde das PrĂ€fix neo- auch in akademischem Kontext gleichbedeutend mit radikal und zur Abwertung der GedankengebĂ€ude Friedrich von Hayeks und Milton Friedmans gebraucht, obwohl sich Hayek und Friedman selbst nie als neoliberal bezeichnet haben.[6] Eine mögliche ErklĂ€rung hierfĂŒr besteht darin, dass die MilitĂ€rregierung zu Propagandazwecken fĂŒr ihre Wirtschaftspolitik den Begriff Soziale Marktwirtschaft benutzte, der mit neoliberalismo assoziiert wurde.[15]

WĂ€hrend dieser MilitĂ€rdiktatur löste sich neoliberalismo vollends von seinem ursprĂŒnglichen Bezug und sollte die als radikal empfundene Transformation der Wirtschaft bei politischer Repression kennzeichnen. Mit Neoliberalismus wurde eine aus Ansicht der Kritiker reduktionistische Position gekennzeichnet, die soziale Sicherheit im Namen des ökonomischen Primats opfere.[16] Von hier aus verbreitete sich die neue Bedeutung des Wortes in die angelsĂ€chsische Welt, wo es nunmehr fast alles bezeichnen konnte, solange es sich um – normativ negative – Erscheinungen handelt, die mit dem Freien Markt in Verbindung gebracht werden.[15]

Laut Andreas Renner hat Anthony Giddens „den Begriff des Neoliberalismus in seinem heutigen Sinne mit geprĂ€gt“. Giddens setze Neoliberalismus mit Thatcherismus bzw. der New Right gleich, worunter er eine wirtschaftsliberal-konservativ ausgerichtete Politikkonzeption fasse. Den so verstandenen Neoliberalismus ordne Ralf Dahrendorf einer maßgeblich auf AnsĂ€tzen der neoklassischen Chicago-Schule um Milton Friedman beruhenden „neuen wirtschaftspolitischen Orthodoxie“ zu. Dabei ließen sich die Schlagwörter des „Minimalstaates“ (Giddens: „minimal government“) und des „Marktfundamentalismus“ noch treffender den „marktradikalen“, „libertĂ€ren“ Minimalstaatskonzeptionen Murray Rothbards, Israel M. Kirzners und anderer zuordnen, welche die Tradition der Österreichischen Schule in den USA fortfĂŒhrten.[17]

Heute wird das Wort Neoliberalismus von Wissenschaftlern vorwiegend zur Bezeichnung von Marktfundamentalismus verwendet,[11] nicht selten im Zusammenhang mit der Wirtschaftspolitik Ronald Reagans (Reaganomics) und Margaret Thatchers (Thatcherismus). Claus Leggewie spricht in diesem Zusammenhang vom „autoritĂ€ren Neoliberalismus“ und einer „Marktvergötzung, die blind machte fĂŒr die sozialen SprengkrĂ€fte der forcierten Entstaatlichung.“[18]

Neuere Begriffsverwendungen

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Nach Auffassung des Wirtschaftswissenschaftlers Andreas Renner steht Neoliberalismus in der modernen Begriffsverwendung als politisches Schlagwort fĂŒr ökonomistisch verengte Politikkonzepte, die soziale und ökologische Probleme nicht lösen, sondern eher verschĂ€rfen. Diese hĂ€tten aber keine Grundlage in der ordoliberalen Theorie von Eucken, Röpke und RĂŒstow, die das Gegenkonzept der „Vitalpolitik“ entwarfen.[17] Renner ruft die deutsche Ordnungsökonomik dazu auf, auf den schwammigen Begriff des Neoliberalismus zu verzichten, da mit Ordoliberalismus ein unverwechselbarer Begriff bereits bestehe. Nach dem Ende der Kontroverse um Marktwirtschaft contra Planwirtschaft werde eine differenziertere Betrachtung verschiedener Marktwirtschaftstypen zunehmend bedeutsam. Dabei gelte es, sich von dem auch vertretenen libertĂ€ren “free-market liberalism” abzugrenzen.[19]

Nach Boas/Gans-Morse hat sich der Begriff Neoliberalismus zu einem akademischen Schlagwort entwickelt, dessen Begriffsbedeutung anders als bei anderen gesellschaftswissenschaftlichen Begriffen wie z. B. „Demokratie“ nur wenig debattiert wird. Sie zeigen auf, dass der bisherige Gebrauch des Begriffs stark asymmetrisch verteilt ist: In Publikationen wird der Begriff fast nie mit positiver normativer Werthaltigkeit verwendet.[20] Viele BefĂŒrworter des freien Marktes erklĂ€rten, dass sie den Begriff Neoliberalismus wegen der negativen Konnotation vermeiden und auf andere Begriffe ausweichen wĂŒrden, so z. B. John Williamson, der sich fĂŒr den Begriff Washington Consensus entschied.[21]

Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass Neoliberalismus in seiner neueren Begriffsverwendung alle Bedingungen eines Essentially Contested Concept erfĂŒlle. Neoliberalismus verweist auf eine Vielzahl von Konzepten, deren vereinigendes Charakteristikum der Freie Markt ist.[22] Anders als bei anderen Essentially Contested Concepts wie z. B. „Demokratie“ werde eine sinnvolle akademische Debatte ĂŒber Freie MĂ€rkte aber dadurch behindert, dass keine gemeinsame Terminologie verwendet werde. WĂ€hrend Gegner von Neoliberalismus sprechen, weichen BefĂŒrworter des Freien Marktes auf andere Begriffe aus. Dadurch komme es nicht zu einer Debatte, die zu einer Einengung der Definition und des dahinterliegenden Konflikts fĂŒhren könnte, da jede Seite nur unter ihren eigenen Begriffen forsche und publiziere. Somit komme es auch nicht zu einer Diskussion darĂŒber, ob das eine oder andere negative PhĂ€nomen tatsĂ€chlich unter den Begriff zu fassen sei. Die Autoren sehen aber keine Notwendigkeit, den Begriff Neoliberalismus zu verwerfen; sie zeigen vielmehr einige Szenarien auf, wie der Begriff Neoliberalismus in der empirischen Forschung nĂŒtzlicher verwendet werden könnte.[23]

Grob lÀsst sich der neuere Gebrauch des Begriffs Neoliberalismus, neben der wirtschaftsgeschichtlichen, in vier Kategorien einteilen:[24]

  1. Politisches Konzept: Am hĂ€ufigsten ist das Wort im Zusammenhang mit Kritik an wirtschaftspolitischen Reformen verknĂŒpft. So wird der Washington Consensus oft als Beispiel fĂŒr ein neoliberales wirtschaftspolitisches Programm genannt;[25][26] zum Teil wird Washington Consensus sogar synonym mit Neoliberalismus verwandt.[27] Auch die wirtschaftspolitischen Reformen in den USA unter Reagan (Reaganomics), in Großbritannien unter Thatcher (Thatcherismus),[28] und in Neuseeland unter Roger Douglas (Rogernomics)[29] werden oft als neoliberal bezeichnet. Innerhalb der wirtschaftspolitischen Konzepte lassen sich wiederum drei Kategorien unterscheiden:
    1. RĂŒckfĂŒhrung der Staatsquote
    2. Privatisierung ehemals staatlicher Aufgaben
    3. Deregulierung des Kapitalverkehrs
    Nach Joseph Stiglitz ist die neoliberale Überzeugung von einer Kombination dieser drei Elemente gekennzeichnet.[30]
  2. Entwicklungsmodell: Daneben findet sich die Bezeichnung neoliberal zur Bezeichnung eines umfassenden Staats- und Ordnungsmodells mit festgelegter Rollenverteilung von Gewerkschaften, privaten Unternehmen und Staat, das (vor allem in SĂŒdamerika) das staatsinterventionistische Modell der Strukturalistischen Wirtschaftspolitik ablöste.
  3. Ideologie: Weiterhin verwenden Autoren das Wort in der Analyse eines bestimmten normativen FreiheitsverhĂ€ltnisses des Individuums gegenĂŒber Kollektiven, insbesondere in Bezug auf Freiheit als allumfassenden sozialen Wert, der durch Verringerung des Staates auf ein Minimum gefördert werde. Zu dieser Kategorie gehört zudem die Übertragung ökonomischer Prinzipien auf Lebensbereiche jenseits der Arbeit und wirtschaftlichen TĂ€tigkeit.[31]
  4. Akademisches Paradigma: Zuletzt findet neoliberal deskriptiv Anwendung als Bezeichnung eines bestimmten wirtschaftswissenschaftlichen Paradigmas, vor allem der neoklassischen Theorie.

Gerhard Willke sieht in dem Begriff eine „Kampfparole“, aber auch ein politisches „Projekt“ mit den Wegbereitern Hayek und Milton Friedman.[32]

Die amerikanische Politikwissenschaftlerin Wendy Brown schreibt (unter anderem in Anlehnung an Michel Foucault; siehe dort), dass Neoliberalismus mehr sei als eine Wirtschaftspolitik, eine Ideologie oder eine Neuordnung des VerhĂ€ltnisses von Staat und Wirtschaft. Vielmehr handle es sich um eine Neuordnung des gesamten Denkens, die alle Bereiche des Lebens sowie den Menschen selbst einem ökonomischen Bild entsprechend verĂ€ndere – mit fatalen Folgen fĂŒr die Demokratie.[33] Laut dem Politikwissenschaftler Philipp Lepenies ist diese Neuordnung abgeschlossen und der Neoliberalismus zur hegemonialen Interpretation der Welt aufgestiegen. Die ihm zugrunde liegenden Annahmen wĂŒrden von den meisten Menschen mittlerweile nicht mehr hinterfragt.[34]

Schulen

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Überblick

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Der Begriff Neoliberalismus wird zur Bezeichnung einer breiten, heterogenen Strömung verwendet, wobei die feste Abgrenzung gegenĂŒber anderen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Schulen sowie die Zuordnung einzelner Schulen oder Personen strittig ist. Ebenso ist strittig, wie heterogen die Auffassungen der dem Neoliberalismus zugerechneten Personen sind.

Unterschiedliche Auffassungen zur inhaltlichen NĂ€he bzw. Unterschiedlichkeit vertreten beispielsweise Meier-Rust und Hegner, die beide RĂŒstow-Biographien vorgelegt haben. So habe sich beispielsweise lt. Kathrin Meier-Rust bereits beim Colloque Walter Lippmann die Unvereinbarkeit der „Altliberalen“, zu denen sie von Mises und von Hayek zĂ€hlt, mit den Neoliberalen Eucken, Röpke und RĂŒstow in unmissverstĂ€ndlicher Klarheit gezeigt.[35] Entsprechend Ă€ußerte RĂŒstow 1959 sein Unbehagen gegen „eine Anzahl von Altliberalen, zum Teil von sehr intransigenten Altliberalen [
], besonders in Amerika, die sich fĂ€lschlicherweise- und irrefĂŒhrenderweise ‚Neuliberale‘ nennen und damit große Verwirrung stiften. Leider können wir dagegen nicht mit Patentprozessen und Markenschutz vorgehen“.[36] Nach Jan Hegner wĂŒrden sich die neoliberalen Persönlichkeiten hingegen nicht in ihren grundsĂ€tzlichen Auffassungen unterscheiden; vielmehr bestĂ€nden lediglich Nuancen bei der Frage nach dem Umfang staatlicher Aufgaben und Verantwortungen sowie den daraus resultierenden Interventionsmöglichkeiten.[37]

Laut Hegner kann der Neoliberalismus in gesellschaftlich orientierte Varianten (kontinentaleuropĂ€isch geprĂ€gter Neoliberalismus) und individualistisch orientierte Varianten (angelsĂ€chsisch geprĂ€gter Neoliberalismus) unterschieden werden. Zu den individualistisch orientierten Varianten zĂ€hlt er die Londoner Schule (Lionel Robbins, Edwin Cannan, Th. Gregory, F.C Benham u. a. m.), die Wiener Schule (Ludwig von Mises, Friedrich August von Hayek, Gottfried von Haberler, Fritz Machlup u. a. m.) und die Chicagoer Gruppe (Milton Friedman, Henry C. Simons, G. Stigler, Frank Knight u. a. m.). „Akzeptiert man die gesellschaftlich orientierten Varianten des Neoliberalismus als Oberbegriff, so lĂ€ĂŸt sich eine weitere Unterteilung der Konzepte vornehmen. Dies sind im Einzelnen der Ordoliberalismus (auch Freiburger Schule; Walter Eucken, Franz Böhm, Hans Großmann-Doerth), der soziologische Neoliberalismus (Wilhelm Röpke, Alexander RĂŒstow) und die Soziale Marktwirtschaft.“ Die gesellschaftlich orientierten Varianten wĂŒrden eine besondere Verpflichtung der Gemeinschaft sehen, diejenigen Gesellschaftsmitglieder aufzufangen, die unverschuldet in eine Notlage gelangen. „Insgesamt kann diese Einteilung nur eingedenk des Umstandes erfolgen, daß diese verschiedenen Varianten bei grundsĂ€tzlich gleicher Zielrichtung lediglich unterschiedliche Schwerpunkte haben und daß sich deren Denker gegenseitig beeinflusst haben. Letztlich bestimmen persönliche Forschungsschwerpunkte und Einstellungen und nicht inhaltliche Differenzen die jeweilige Zuordnung dieser Vertreter der kontinentalen Gruppe.“[38]

Im Anschluss an Ernst-Wolfram DĂŒrr beobachtet Ralf Ptak, dass der individualistisch orientierte Neoliberalismus angelsĂ€chsischer PrĂ€gung wesentlich engere MaßstĂ€be anlegt, wenn es um die Rolle des Staates bei der Veranstaltung des Wettbewerbs oder die Aufgaben der Sozialpolitik geht.[39] Die Ende der 50er Jahre deutlich zutage getretenen Differenzen zwischen dem kontinentaleuropĂ€isch geprĂ€gten Neoliberalismus und dem angelsĂ€chsisch geprĂ€gten Neoliberalismus, die sich auch in heftigen Auseinandersetzung in der Mont PĂšlerin Society niederschlugen, sollten nach Ptak aber nicht ĂŒberbewertet werden. Die Tatsache, dass der Neoliberalismus insgesamt kein einheitliches Programm aufzuweisen habe, erklĂ€re sich nicht zuletzt aus den lĂ€nderspezifischen Entwicklungswegen zum bĂŒrgerlichen Staat und zur modernen Industriegesellschaft sowie den daraus resultierenden Unterschieden in der nationalökonomischen Dogmenbildung und der Theorie des Liberalismus.[40]

Lars Gertenbach sieht trotz der HeterogenitĂ€t der AnsĂ€tze eine inhaltliche Koinzidenz der verschiedenen Schulen. Sowohl der Ordoliberalismus als auch die Chicagoer Schule lassen sich aus seiner Sicht einerseits vom klassischen Liberalismus (Laissez-faire-Liberalismus) und andererseits vom Sozialismus abgrenzen. Der epistemologische Bruch, der den Neoliberalismus vom klassischen Liberalismus trenne, basiere zwar auf den theoretischen Weichenstellungen Mises, fundiere sich aber erst in den beiden spĂ€teren Schulen. Hayek, der als einziger sowohl an der Österreichischen Schule, der London School, der Chicagoer Schule und dem Ordoliberalismus maßgeblichen Anteil habe, wurde laut Gertenbach somit zum Konvergenzpunkt des Neoliberalismus.[41] Doch trotz dieser grundlegenden Übereinstimmung bestehen laut Gertenbach auch weitreichende Unterschiede zwischen Hayek und dem Ordoliberalismus: „Das ordoliberale Projekt der bewussten Gestaltung einer marktgerechten Regelordnung samt der Orientierung am Kriterium der sozialen Gerechtigkeit widerspricht der hayekschen Theorie der spontanen Ordnung“. Eine weitere wirtschaftstheoretische Differenz liege darin, dass Hayek sich im Unterschied zu Eucken vollstĂ€ndig von der neoklassischen Vorstellung eines Marktgleichgewichts distanziert habe.[42] Die Differenz bestehe jedoch weniger in der grundlagentheoretischen Ausrichtung, sondern sei „auf die politische Programmatik gerichtet und findet ihre wesentliche BestĂ€tigung in der politischen Rhetorik“. Anders als der Ordoliberalismus verstehe sich Hayeks Neoliberalismus gerade in politischer Hinsicht nicht als mĂ€ĂŸigender und vermittelnder Weg der Mitte.[43]

Ingo Pies kommt zu dem Schluss, dass trotz Unterschieden im Detail die Werke von Hayek und Eucken die gleiche Konzeption aufweisen.[44]

Der Wirtschaftsethiker Peter Ulrich sieht die Differenz zwischen dem (angelsĂ€chsisch geprĂ€gten) Neoliberalismus und dem Ordoliberalismus vornehmlich darin, dass der „effizienzvernarrte Neoliberalismus [
] den Primat der Politik nur genau so weit [vertritt], wie es um die staatliche Bereitstellung der Funktionsvoraussetzungen des marktwirtschaftlichen Systems im Sinne effizienter Kapitalverwertung“ gehe, wĂ€hrend die „Vordenker des Ordoliberalismus, namentlich Wilhelm Röpke und Alexander RĂŒstow, weniger eindeutig Walter Eucken, [
] nachdrĂŒcklich den Primat der politischen Ethik vor der ökonomischen Logik des Marktes“ vertrĂ€ten.[45]

Vorstellungen von einer marktgerechten Regelordnung

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Gertenbach sieht „inhaltliche Überschneidungen“ der Theorie Hayeks mit dem Ordoliberalismus in der „Notwendigkeit eines juristisch-institutionellen Regelwerks“ fĂŒr die marktliche Ordnung. Dabei widerspricht aber die ordoliberale Vorstellung von einer bewussten Gestaltung einer marktgerechten Regelordnung und der politischen Orientierung am Kriterium der sozialen Gerechtigkeit Hayeks Theorie der spontanen Ordnung, da nach Hayeks Ansicht der Versuch einer bewussten Gestaltung von Regeln auf einer „Anmaßung von Wissen“ beruhe (erkenntnistheoretischer Skeptizismus).[46] Nach Ingo Pies könne Hayeks PlĂ€doyer die Ordnung nicht zu planen nicht so interpretiert werden, als habe er eine generelle politische Enthaltsamkeit gefordert. Hayek verwende den Ausdruck „Ordnung“ nicht wie Eucken im Sinne einer Regelkategorie, sondern im Sinne einer Ergebniskategorie, was nach Ansicht von Pies in der Literatur zu zahlreichen MissverstĂ€ndnissen gefĂŒhrt habe.[47] Hayek sei es um eine SpontanitĂ€t der Ordnung gegangen, nicht aber um eine SpontanitĂ€t der Regeln. So sei es fĂŒr Hayek durchaus vorstellbar gewesen, dass die Bildung einer spontanen Ordnung vollkommen auf Regeln beruht, die absichtlich gemacht wurden.[48]

Sowohl Hayek als auch die Chicagoer Schule und der Ordoliberalismus sprechen sich fĂŒr eine staatliche Sicherung des Existenzminimums aus. Nach Reinhard Zintl ist fĂŒr Hayek jedoch wichtig, dass es dabei nicht um die Korrektur vermeintlicher Ungerechtigkeiten des Wettbewerbsprozesses gehe, sondern um kollektive Verantwortung.[49] Nach Philipp BatthyĂĄny galt fĂŒr Hayek dabei der Grundsatz, dass sich (staatliche) Regeln nur auf die Arten des Verhaltens, nicht aber auf die Änderung von Marktergebnissen, d. h. die Verteilung von Macht und Einkommen, beziehen dĂŒrfen.[50] Eine Einkommensbesteuerung mit progressivem Tarifverlauf lehnte Hayek ab.[51] Nach der ordoliberalen Vorstellung Euckens hingegen bedarf zum Beispiel die sich aus dem Wettbewerb ergebende Einkommensverteilung einer ordnungspolitischen Korrektur fĂŒr Haushalte mit geringem Einkommen, etwa durch eine Einkommensbesteuerung mit progressivem Tarifverlauf.[52] Unter bestimmten UmstĂ€nden wird auch die Festsetzung eines Mindestlohns befĂŒrwortet.[53]

Die Chicagoer Schule vertritt laut Bernd Ziegler eine Laissez-faire-Politik, die dem Staat nur eng begrenzte Aufgaben zuweist. Danach soll der Staat das Privateigentum schĂŒtzen, das Land verteidigen und die Ärmsten unterstĂŒtzen. Insbesondere Milton Friedman sah im Sozialstaat ein teures „Monster“, sozialen Wohnungsbau lehnte er ebenso ab wie staatliche Altersversorgung oder Mindestlohn.[54]

Wettbewerbsordnung

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FĂŒr die ordoliberale Schule garantiert das Kartellrecht die Funktionsbedingungen des freien Marktes, staatliches Handeln wird hier fĂŒr erforderlich erachtet. „Die Chicago School sieht dies nicht, weil sie davon ausgeht, Wettbewerb werde sich aufgrund des Fehlens von Marktzutrittsschranken stets einstellen. So wird selbst das Kartellrecht zu einer Form mißliebiger Regulierung, die es zurĂŒckzudrĂ€ngen gilt.“[55] Hayek lehnte eine mit Zwang verbundene Wettbewerbspolitik des Staates grundsĂ€tzlich ab. Lediglich bei Monopolen auf lebensnotwendige GĂŒter oder Dienstleistungen sah er staatliche Eingriffe als gerechtfertigt an. „Im Gesamtwerk Hayeks ist durchgĂ€ngig erkennbar, dass Hayek die private, wirtschaftliche Macht in Relation zur Macht des Staates als nicht freiheitsbedrohlich und vor diesem Hintergrund als nicht verwerflich einstuft [
] FĂŒr Hayek bedeuten Wirtschaftsmonopole und die von ihnen ausgehende Marktmacht grundsĂ€tzlich keine GefĂ€hrdung der individuellen Freiheit und darĂŒber hinaus auch keine GefĂ€hrdung des Wettbewerbs [
] dabei tendiert Hayek im SpĂ€twerk dazu, seine Haltung zum Monopolproblem auch mit der Effizienz wettbewerbsbewĂ€hrter Monopole und also nicht im strengen Sinne freiheitlich zu begrĂŒnden.“[50]

Geschichtliche Entwicklung der Denkschulen

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Ursprung

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Bereits im 19. Jahrhundert finden sich vereinzelt Autoren, die sowohl den klassischen Liberalismus wie den Sozialismus ablehnen. In diesem Sinne nennt Wilhelm Röpke als VorlĂ€ufer Jean-Charles-LĂ©onard Simonde de Sismondi, Pierre-Joseph Proudhon, Wilhelm Heinrich Riehl, Pjotr Alexejewitsch Kropotkin und Pierre Guilleaume FrĂ©deric Le Play. Der eigentliche Beginn des Neoliberalismus wird meist auf die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen datiert. Werden Ludwig von Mises, Frank Knight und Edwin Cannan auch meist noch nicht als Vertreter des Neoliberalismus gefĂŒhrt, so war doch insbesondere der Einfluss von Mises’ auf die nachfolgende Generation groß: Seine Kritik an der zentral geplanten Wirtschaft und die monetĂ€re Überinvestitionstheorie aus den 1920er Jahren wurden in liberalen Kreisen weithin rezipiert.[56] Als erste Schulen, die meist dem Neoliberalismus zugerechnet werden, entstanden in den 1930ern die Freiburger Schule, die School of Cannan und die Chicago School.[56]

Colloque Walter Lippmann

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Walter Lippmann, einer der BegrĂŒnder des Neoliberalismus
→ Hauptartikel: Colloque Walter Lippmann

Der Kapitalismus verlor nach der Weltwirtschaftskrise zwischen 1929 und 1932 erheblich an PopularitĂ€t, wobei die Neoklassische Theorie und der mit ihr verbundene klassische Liberalismus in diesem Kontext als hauptverantwortlich angesehen wurde. Der britische Historiker Eric Hobsbawm resĂŒmierte: „Die Lektion, daß der liberale Kapitalismus der Vorkriegsjahrzehnte tot war, wurde fast ĂŒberall in der Epoche der beiden Weltkriege und der Weltwirtschaftskrise selbst von denen begriffen, die sich weigerten, ihm ein neues theoretisches Etikett anzuhĂ€ngen.“[57] ZunĂ€chst bestand auch kaum Kontakt zwischen den einzelnen „neuliberalen“ Schulen. Auf Einladung von Louis Rougier kam 1938 ein erstes internationales Treffen in Paris zustande, das Colloque Walter Lippmann. Der offizielle Zweck des Treffens bestand darin, die von Walter Lippmann in seinem Buch The Good Society aufgeworfenen Ideen zu diskutieren.[58] Neben Rougier und Lippmann nahmen 24 weitere Intellektuelle teil, unter ihnen Raymond Aron, Friedrich August von Hayek, Ludwig von Mises, Michael Polanyi, Wilhelm Röpke und Alexander RĂŒstow. Die Diskussion drehte sich um die Frage, wie der Liberalismus erneuert werden konnte. Teilnehmer wie RĂŒstow, Lippmann und Rougier waren der Ansicht, dass der Laissez-faire-Liberalismus und der klassische Liberalismus versagt hatten und durch einen neuen Liberalismus ersetzt werden mussten. Andere Teilnehmer wie Mises und Hayek waren von der These weit weniger ĂŒberzeugt, fĂŒhlten sich aber ebenfalls dem Ziel verbunden liberalen Ideen neue Schlagkraft zu verleihen. In dem Colloque wurde auch beschlossen, den Think Tank Centre International des Études pour la RĂ©novation du LibĂ©ralisme zu grĂŒnden, der diese Ideen weiterverfolgen sollte.[59] Dieser Neoliberalismus war als antikommunistischer und antikapitalistischer Dritter Weg konzipiert.[9]

Mont PĂšlerin Society

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→ Hauptartikel: Mont PĂšlerin Society

Nach dem Zweiten Weltkrieg vermehrten sich die internationalen Kontakte mit der GrĂŒndung der Mont PĂšlerin Society. 15 Teilnehmer des Colloque Walter Lippmann grĂŒndeten 1947 die Mont PĂšlerin Society, um neoliberale Denker zu sammeln und um die Ideen des Neoliberalismus zu verbreiten.[60] Anfang der 1960er Jahre kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen einer Gruppe um von Hayek und einer Gruppe um Hunold und Wilhelm Röpke um die zukĂŒnftige Ausrichtung der Gesellschaft. In der Folge legte Röpke 1962 die PrĂ€sidentschaft nieder und Hunold und Röpke traten aus.[61] Acht Mitglieder der Mont PĂšlerin Society wie Friedrich von Hayek, Milton Friedman, George Stigler und James M. Buchanan wurden mit dem Alfred-Nobel-GedĂ€chtnispreis fĂŒr Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet.[56]

KontinentaleuropÀisch geprÀgter Neoliberalismus

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Ordoliberalismus

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→ Hauptartikel: Ordoliberalismus

Der Begriff „Ordoliberalismus“ geht zurĂŒck auf Hero Moeller und wurde in den 1950er Jahren in die Diskussion eingefĂŒhrt. Er setzte sich erst allmĂ€hlich durch und wurde teils synonym fĂŒr deutschen „Neoliberalismus“, teils als prĂ€zisierende Verengung fĂŒr die Freiburger Schule verwendet. Zuweilen wird er dem Neoliberalismus auch entgegengesetzt, soweit „Neoliberalismus“ auf das unter dem Einfluss von Hayek und Friedman in der Mont PĂšlerin Society entwickelte Gedankengut der Wiener und Chicagoer Schule beschrĂ€nkt wird.[62][63] Der Ordoliberalismus der Freiburger Schule nimmt innerhalb der deutschen Spielart des Neoliberalismus eine zentrale Stellung ein.[17] Die Freiburger Schule entstand zu Beginn der 1930er Jahre, als Juristen und Wirtschaftswissenschaftler unter Leitung Euckens die Buchreihen Probleme der theoretischen Nationalökonomie und Ordnung der Wirtschaft herausgaben. Ihrer Ansicht nach begĂŒnstige das deutsche Recht Kartelle und Monopole; ihre besondere Aufmerksamkeit galt deshalb der Kartellgesetzgebung und der EinschrĂ€nkung wirtschaftlicher Macht und dem Erhalt des Wettbewerbs. Dies ging in ihre Überlegungen zur wirtschaftlichen Gestaltung Deutschlands nach dem Ende des Nationalsozialismus mit ein. Es bestanden Beziehungen zum Widerstand um Carl Friedrich Goerdeler und dem Freiburger Kreis.[56]

„Wenn nĂ€mlich jemals eine Theorie die Zeichen der Zeit richtig zu deuten wußte und einer ihren Erkenntnissen gemĂ€ĂŸen Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik neue Impulse gab, dann waren es die Gedanken der MĂ€nner, die heute als Neo- oder Ordoliberale gelten. Sie haben der Wirtschaftspolitik immer mehr gesellschaftspolitische Akzente verliehen und sie aus der Isolierung eines mechanistisch-rechenhaften Denkens gelöst.“

– Ludwig Erhard[64]
Soziale Marktwirtschaft
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→ Hauptartikel: Soziale Marktwirtschaft
Alfred MĂŒller-Armack (Mitte) entwickelte das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft

Die Soziale Marktwirtschaft geht von den Vorstellungen des Ordoliberalismus aus, setzt aber mit grĂ¶ĂŸerem Pragmatismus, z. B. hinsichtlich prozesspolitischer Beeinflussung in der Konjunkturpolitik, und stĂ€rkerer Betonung der Sozialpolitik eigene Akzente.[65][66] In seinem Werk Wirtschaftslenkung und Marktwirtschaft (1946) entwickelte Alfred MĂŒller-Armack das Konzept der „Sozialen Marktwirtschaft“. Der Markt und das Soziale seien dabei nicht als GegensĂ€tze zu verstehen: Enorme Sozialleistungen seien vielmehr bereits das Ergebnis: Die Effizienz des Marktprozesses ermögliche die permanente Steigerung des Lebensstandards. Damit steige auch das Pro-Kopf-Einkommen und die zur VerfĂŒgung stehenden Geldmittel fĂŒr Sozialleistungen. Die KonsumentensouverĂ€nitĂ€t und der Wettbewerb wirkten Machtkonzentrationen entgegen.[67] Karl Georg Zinn schreibt: „Jedoch bestehen auch erhebliche Differenzen zwischen MĂŒller-Armack und den neoliberalen AnhĂ€ngern einer freien bzw. liberalen Marktwirtschaft. In vielerlei Hinsicht steht MĂŒller-Armack mit seinen philosophisch ĂŒbergreifenderen Vorstellungen den beiden Emigranten Röpke und RĂŒstow nĂ€her als dem ordnungstheoretischen Puristen Walter Eucken. MĂŒller-Armack gab der Sozialpolitik und der staatlichen Konjunktur- und Strukturpolitik ein weit grĂ¶ĂŸeres Gewicht als Eucken.“[68] Zu ergĂ€nzen sei der Markt demnach um soziale Institutionen wie eine gewisse Einkommensumverteilung, FamilienzuschĂŒssen, Ausbau der Sozialversicherungen, sozialen Wohnungsbau und auch betriebliche Mitbestimmung.[67][69] Unter Einbeziehung von Elementen der christlichen Sozialethik sollte die Soziale Marktwirtschaft die MĂ€ngel eines ungezĂŒgelten Kapitalismus ebenso wie die der zentral gelenkten Planwirtschaft vermeiden und stattdessen „das Prinzip der Freiheit auf dem Markte mit dem des sozialen Ausgleichs verbinden“.[70]

FĂŒr den Vollstrecker der Sozialen Marktwirtschaft, Ludwig Erhard, war „der Markt an sich sozial“ und brauchte nicht erst „sozial gemacht zu werden.“[71] Erhard hatte ein wesentlich stĂ€rkeres Engagement fĂŒr die freiheitliche und marktwirtschaftliche Komponente als die Schöpfer des theoretischen Konzeptes der Sozialen Marktwirtschaft.[72] Seine Zielvorstellung war die Utopie einer entproletarisierten Gesellschaft von EigentumsbĂŒrgern, die keiner Sozialversicherungen mehr bedĂŒrften.[73] Mit dem Konzept des Volkskapitalismus versuchte er eine freiere und gleichere Gesellschaft zu schaffen.[74] Einzelne Versuche, durch Förderung einer breiten Vermögensbildung der BĂŒrger das Konzept des Volkskapitalismus in die Praxis umzusetzen, blieben aber weitgehend wirkungslos. Die Soziale Marktwirtschaft wurde seit 1957 von der Erhardschen Auslegung als Volkskapitalismus zur Marktwirtschaft mit eigenstĂ€ndiger Sozialstaatlichkeit umgedeutet. Erst dadurch wurde der Begriff Soziale Marktwirtschaft zur zentralen Konsens- und Friedensformel des mittleren Weges.[75]

Walter Eucken
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Walter Eucken

Eucken verhalf dem Denken in Ordnungsmodellen in Deutschland zum Durchbruch. In seinen Grundlagen der Nationalökonomie (1940) versuchte er, die bis dahin ĂŒbliche Trennung von theoretischer (angelsĂ€chsischer) Ökonomie und der in Deutschland noch vorherrschenden historischen Methode zu ĂŒberwinden. Als Ergebnis gewinnt er zwei Grundtypen idealtypischer Wirtschaftssysteme: Die Zentralverwaltungs- und Verkehrswirtschaft. In den GrundsĂ€tzen der Wirtschaftspolitik (1952) bringt er diese Modelle mit realen Wirtschaftsordnungen in Verbindung. Mischmodelle lehnt er aufgrund ihres Mangels an leitenden Prinzipien ab. Er entwickelt anhand dieser Modelle ein Wirtschaftssystem vollstĂ€ndiger Konkurrenz und zeigt auf, wie dieses real verwirklicht werden könne. Nur durch permanenten Wettbewerb sei es möglich, wirtschaftliche Macht und individuelle Freiheit in Einklang zu bringen.[67]

Die von Eucken aufgestellten Leitlinien wurden in der Sozialen Marktwirtschaft, wie sie Ludwig Erhard (1949–1963 Bundeswirtschaftsminister, 1963–1966 Bundeskanzler) durchgesetzt hat, beispielhaft verdichtet.[76] Somit gilt Eucken als der theoretische Vordenker der Sozialen Marktwirtschaft.[77]

Ab 1948 gab er die Zeitschrift ORDO – Jahrbuch fĂŒr die Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft heraus.

Das Walter Eucken Institut an der UniversitĂ€t Freiburg, das sich der ordnungspolitischen Grundlagenforschung verschrieben hat, und das Walter-Eucken-Archiv, das sich mit der Rezeption des Ordoliberalismus in der deutschen und europĂ€ischen Politik auseinandersetzt, sind nach ihm benannt. AnlĂ€sslich seines 50. Todestages wurde die Stiftung Ordnungspolitik gegrĂŒndet.

Franz Böhm
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Franz Böhm zĂ€hlt neben Eucken zu den BegrĂŒndern der Freiburger Schule (auch Ordoliberalismus). Zu seinen wirkungsreichsten Lehren zĂ€hlt die Analyse der Interdependenz von Rechtsordnung und Wirtschaftsordnung, von Privatrechtsgesellschaft und Marktwirtschaft. Die Privatrechtsgesellschaft zeichnet sich fĂŒr ihn durch die Trennung von Staat und Gesellschaft aus. Sie bedarf zu ihrer Fortentwicklung der Wettbewerbsordnung. In seinen frĂŒhen Schriften vertritt er die Auffassung, vollstĂ€ndigen Wettbewerb durch die Norm der Wettbewerbsordnung konstruktivistisch zu erzwingen. Die spĂ€teren Schriften lassen von dieser Forderung ab und beschrĂ€nken sich auf Wettbewerbsfreiheit in gesetzlichem Rahmen (Freiheit und Ordnung in der Marktwirtschaft).[67]

Weitere Vertreter des Ordoliberalismus
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Weitere Vertreter der Freiburger Schule sind Hans Grossmann-Doerth, Hans Gestrich, Bernhard Pfister, Constantin von Dietze, Friedrich A. Lutz, Fritz W. Meyer, Karl Friedrich Maier, Leonhard Miksch, Adolf Lampe und Rudolf Johns. Eng mit ihr verbunden sind darĂŒber hinaus Erwin von Beckerath, GĂŒnter Schmölders und Heinrich Freiherr von Stackelberg.[56]

Soziologischer (Neo-)Liberalismus

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Die Theorien Alexander RĂŒstows, Wilhelm Röpkes und zum Teil auch Alfred MĂŒller-Armacks werden, in Anlehnung an Röpke, als Soziologischer Neoliberalismus (auch Soziologischer Liberalismus oder Wirtschafts- und Sozialhumanismus) bezeichnet. Dieser wird als eine besondere Richtung dem Ordoliberalismus in einem weiteren Sinne zugerechnet, wobei diese Zuordnung umstritten ist.[78]

BeschĂ€ftigte sich die Freiburger Schule hauptsĂ€chlich mit der BeschrĂ€nkung wirtschaftlicher Macht, richtete sich der Blick bei RĂŒstow und Röpke auch auf soziologische Probleme, etwa der sozialen KohĂ€sion („sozialer Ausgleich“) und Vermassung.[79] Das Instrumentarium des Ordoliberalismus wird deshalb um soziale Interventionen erweitert. Die Marktwirtschaft dient dabei als Mittel zur Verwirklichung einer christlich-humanistischen Ethik.

Wilhelm Röpke
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„Das Maß der Wirtschaft ist der Mensch. Das Maß des Menschen ist sein VerhĂ€ltnis zu Gott.“

– Wilhelm Röpke[67]

Die Wirtschaftsordnung ist fĂŒr Röpke nur ein Teil einer Gesellschaftsordnung: Aufgabe der Gesellschaftsordnung sei es, der Entwurzelung des Menschen entgegenzuwirken und so der menschlichen AnfĂ€lligkeit fĂŒr kollektivistische Strömungen entgegenzuwirken. FrĂŒh erkannte er Tendenzen zum modernen Wohlfahrtsstaat kollektivistischer PrĂ€gung, die er eindringlich kritisierte.

Alexander RĂŒstow
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Alexander RĂŒstow prĂ€gte 1938 den Begriff Neoliberalismus

Im September 1932 umriss Alexander RĂŒstow auf einer Tagung des Vereins fĂŒr Socialpolitik die Ziele eines neuen Liberalismus:

„Der neue Liberalismus jedenfalls, der heute vertretbar ist, und den ich mit meinen Freunden vertrete, fordert einen starken Staat, einen Staat oberhalb der Wirtschaft, oberhalb der Interessenten, da, wo er hingehört.“

– Alexander RĂŒstow[80]

In dieser Rede machte RĂŒstow staatliche Interventionen zur Vermeidung unerwĂŒnschter Strukturwandlungen fĂŒr massive wirtschaftliche und gesellschaftliche Fehlentwicklungen verantwortlich. Anstatt diese notwendigen Anpassungen zu behindern, sollte dieser Prozess vielmehr beschleunigt werden, um Reibungsverluste gering zu halten.[81] RĂŒstow wandte sich gegen Erhaltungssubventionen, schlug aber als einen Dritten Weg zwischen einem Nichtinterventionismus und einem sich stetig ausweitenden Interventionismus vor, Anpassungssubventionen dann zu gewĂ€hren, wenn diese in zeitlich und materiell begrenztem Umfang oder in außergewöhnlichen Situationen gewĂ€hrt werden. Hierdurch soll das Ergebnis eines Strukturwandels durch gezielte, marktkonforme Eingriffe beschleunigt herbeigefĂŒhrt werden, um die Anpassungskosten zu minimieren.[82]

RĂŒstow verstand den „starken Staat“ als Gegenmodell zu einem sich dem Ansturm von Interessensgruppen nicht mehr erwehren könnenden ohnmĂ€chtigen Staat. Seine StĂ€rke resultiere nicht aus seiner AufgabenfĂŒlle oder weitreichenden Kompetenzen, sondern allein aus seiner FĂ€higkeit, sich nicht von rivalisierenden InteressenverbĂ€nden beeinflussen zu lassen. Diese FĂ€higkeit beruhe auf der BeschrĂ€nkung der Aufgaben des Staates auf die Pflege des Ordnungsrahmens.[83] Nach RĂŒstows Vorstellung hat der Markt eine dienende Funktion, er soll die materielle Versorgung des Einzelnen und der Gesellschaft sicherstellen. In der SphĂ€re des Marktes ist der Wettbewerb das Organisationsprinzip. Das Wettbewerbsprinzip befördert aber keine soziale Integration, alleine auf diesem Prinzip kann eine Gesellschaft nicht beruhen. Deshalb unterscheidet RĂŒstow als zweite SphĂ€re den Marktrand, worunter er das eigentlich Menschliche versteht, also Kultur, Ethik, Religion und Familie. Hier sind moralische Werte das Organisationsprinzip. Diese SphĂ€re hat die Aufgabe, Integration, SolidaritĂ€t und Versittlichung zu gewĂ€hrleisten. Der Staat hat die Aufgabe, die beiden SphĂ€ren voneinander abzugrenzen und innerhalb der jeweiligen SphĂ€re den Ordnungsrahmen zu setzen und zu garantieren und sich dabei nur da in die SphĂ€ren einzumischen, wo die Selbstorganisation nicht funktioniert (SubsidiaritĂ€tsprinzip).[84]

Italien
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Die wichtigsten italienischen Wissenschaftler mit Bezug zum Neoliberalismus sind Luigi Einaudi, Costantino Bresciani Turroni, Bruno Leoni und Carlo Antoni. Luigi Einaudi war PrĂ€sident der Banca d’Italia und wurde spĂ€ter VizeprĂ€sident und Finanzminister, von 1948 bis 1955 war er italienischer PrĂ€sident.[56]

Frankreich

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Vertreter des Neoliberalismus in Frankreich sind Louis Rougier, der Initiator des Colloque Walter Lippmann, Louis Baudin, Maurice Allais, Gaston Leduc, Daniel Villey und Jacques Rueff. Ab 1980 trat die Gruppe des Nouveaux Économistes auf.[56]

AngelsÀchsisch geprÀgter Neoliberalismus

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School of Cannan

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An der London School of Economics (LSE) bildete sich in den 1930er Jahren um Edwin Cannan eine ökonomische Schule heraus, die im Gegensatz zum damals vorherrschenden fabianischen Sozialismus stand. Cannan selbst stand noch unter dem Einfluss der englischen Klassiker. Der Schule gehörten – außer ihrem GrĂŒnder Cannan â€“ Frederic Charles Benham, Theodore Emmanuel Gregory, William Harold Hutt, Frank Walter Paish, Arnold Plant und Lionel Charles Robbins an. Bis auf Hutt, der an der UniversitĂ€t Kapstadt lehrte, waren alle an der LSE tĂ€tig.[56]

Einfluss auf die School of Cannan ĂŒbten vor allem Mises und Hayek aus. Hayek war von 1935 bis 1950 Professor in London. Insbesondere seine Kritik an einer zentral gesteuerten Wirtschaft ĂŒbte eine nachhaltige Wirkung aus. Weiterhin grenzte sich die School of Cannan vom Keynesianismus ab. Dennoch standen sie dem klassischen Laissez-faire-Liberalismus fern. Die Rezeption der Gruppe in der Wirtschaftswissenschaft war – gemessen am Keynesianismus â€“ vernachlĂ€ssigbar.[56]

Das Institute of Economic Affairs wurde 1957 von den Mitgliedern der Gruppe gegrĂŒndet. Die School of Cannan gab die sogenannten Hobart Papers, die Readings, die Occasional Papers sowie ab 1980 das Journal of Economic Affairs heraus.[56]

Karl Popper

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Karl Popper wird gelegentlich als frĂŒher Neoliberaler eingeordnet.[85] Er war befreundet mit Hayek und verdankte diesem eine Dozentenstelle an der London School of Economics and Political Science. In seinem Kritischen Rationalismus, insbesondere seiner Theorie der Offenen Gesellschaft kritisierte er Historizismus und Totalitarismus. Er vertrat eine Gesellschaftsphilosophie mit moderater Intervention des Staates, der unter demokratischer Kontrolle stehen muss. Demokratie ist fĂŒr Popper aber nicht die Herrschaft der Mehrheit oder Auswahl der Regierung durch die Mehrheit, sondern sie ist lediglich dadurch gekennzeichnet, dass die Regierung von einer Mehrheit abgesetzt werden kann. Er unterschied zwischen StĂŒckwerktechnologie, die er befĂŒrwortete, und utopischer Sozialtechnik, die er ablehnte und dem Faschismus und dem Kommunismus gleichermaßen zuschrieb. Die utopische Sozialtechnik zeichnet sich demnach durch die fĂŒr Popper falsche Ansicht aus, dass wirkliche gesellschaftliche Änderungen auf die Gesellschaftsform als Ganzes abzielen mĂŒssten. Popper fordert stattdessen schrittweise Reformen zur Beseitigung der drĂ€ngendsten gesellschaftlichen Probleme. Kontrovers diskutiert wurde diese Auffassung u. a. von JĂŒrgen Habermas im Positivismusstreit des Kritischen Rationalismus mit der Frankfurter Schule.

Popper war ursprĂŒnglich Sozialist, zeitweise sogar Kommunist. Er wandte sich jedoch vom Kommunismus ab, als er erlebte, wie Personen in seinem damaligen Freundeskreis sich schon als zukĂŒnftige FĂŒhrer der Arbeiterschaft sahen und 1919 bei einer Schießerei in der Hörlgasse acht seiner Kameraden von der Polizei erschossen wurden, als sie versuchten, Gefangene zu befreien. Popper lastete die Schuld dafĂŒr der Ideologie an, die Revolution sei sowieso unvermeidlich und man mĂŒsse alles tun, um sie herbeizufĂŒhren, und selbst wenn das Todesopfer koste, seien es immer noch weniger als ansonsten der Kapitalismus fordere. In seiner Autobiographie schrieb er spĂ€ter, er sei danach noch viele Jahre ein Sozialist geblieben, habe an ein einfaches Leben in einer egalitĂ€ren Gesellschaft geglaubt, aber dann erkannt, dass dies nur ein schöner Traum gewesen sei; dass Freiheit wichtiger sei als Gleichheit, dass Gleichheit die Freiheit gefĂ€hrde, und dass es, wenn die Freiheit verloren ginge, nicht einmal Gleichheit unter den Unfreien gebe.[86]

Er wurde GrĂŒndungsmitglied der Mont PĂšlerin Society, unterschied sich aber insofern von den anderen GrĂŒndungsmitgliedern, als er sich vor der GrĂŒndung und noch bei den ersten Treffen betont dafĂŒr einsetzte, auch Sozialisten darin aufzunehmen, ganz gezielt, um einer HomogenitĂ€t der Grundannahmen entgegenzuwirken. Eine solche HomogenitĂ€t betrachtete er gemĂ€ĂŸ seinen erkenntnistheoretischen Positionen als schĂ€dlich. Er hoffte, die Mont PĂšlerin Society könne dadurch vielleicht eine Versöhnung von Liberalismus und Sozialismus bewirken. Jedoch wurde seine Forderung nicht beachtet.[87]

Popper befĂŒrwortete zwar einen freien Markt, noch in einem Interview kurz vor seinem Tod kritisierte er aber, das Prinzip zum Götzen zu erheben. Freie MĂ€rkte seien nötig, damit nicht an den BedĂŒrfnissen der Konsumenten vorbeiproduziert werde, aber wesentlicher sei der Humanitarismus: Am wichtigsten sei die Sicherung des Friedens (wozu er auch das Mittel des Krieges als legitim ansah), dann, dass niemand hungern mĂŒsse, an dritter Stelle stehe VollbeschĂ€ftigung, und an vierter Stelle die Bildung. Insofern sind Poppers Ansichten untypisch fĂŒr den Neoliberalismus. Das gilt selbst fĂŒr den frĂŒhen Neoliberalismus, der eher noch dem Wohlfahrtsstaat zugewandt war, als es spĂ€ter nach der RĂŒckkehr zum laissez faire der Altliberalen der Fall war.[88]

Österreichische Schule

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Die Zuordnung der Österreichischen Schule zum Neoliberalismus ist strittig: Sehen einige Autoren ihre Vertreter ab der dritten Generation als typische Vertreter des Neoliberalismus,[67] so bestreiten andere Autoren,[89][90][91] darunter auch Vertreter der Neo-Austrians die Zugehörigkeit Mises zum Neoliberalismus und sehen seine Lehren in Gegensatz dazu und ordnen ihn dem klassischen Liberalismus zu.[92] Auch Alexander RĂŒstow und Wilhelm Röpke ordneten die Österreichische Schule dem Alt- bzw. PalĂ€oliberalismus zu, den sie vom Neoliberalismus abgrenzten.[93][94]

Ludwig von Mises
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Ludwig von Mises

Mises entwickelte eine streng mikroökonomische Analyse des Interventionismus: In seinen frĂŒhen Werken Liberalismus (1927) und Kritik des Interventionismus (1929) untersuchte er staatliche Eingriffe auf ihre Wirksamkeit hin. Er kommt zu dem Ergebnis, dass staatliche Eingriffe niemals das von ihnen selbst gesteckte Ziel erreichen. Stattdessen wĂŒrden sie zu zunehmender EinschrĂ€nkung individueller Freiheit durch obrigkeitsstaatliche Anordnungen, Verbote und Regulationen fĂŒhren. Dies fĂŒhre zu einem schleichenden Erosionsprozess (vgl. Ölflecktheorem). Mises lehnt Mischsysteme deshalb als dauerhaft unmöglich ab. Sein umfassendstes Werk Nationalökonomie. Theorie des Handelns und Wirtschaftens (1940) entwickelt auf Basis des methodologischen Individualismus eine deduktive Theorie menschlichen Handelns.[67]

Friedrich von Hayek
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Friedrich August von Hayek (1981)

Friedrich von Hayek wird als SchĂŒler von Mises meist der Österreichischen Schule zugeordnet. Teilweise wird Hayek jedoch auch dem Ordoliberalismus zugeordnet[95] beziehungsweise wird er in der Tradition der Freiburger Schule gesehen.[96] Hayek selbst betrachtete sich ausdrĂŒcklich als Nachfolger seines verstorbenen Freundes Eucken, als er 1962 an die UniversitĂ€t Freiburg berufen wurde.[97] Hayek sieht sich in der Verfassung der Freiheit (1960) „ganz explizit in der Nachfolge des klassischen Liberalismus Humes und Smiths und ihrer Vorstellung zur Evolutorik gesellschaftlicher Entwicklung.“[98] Im Jahr 1981 erklĂ€rte Hayek, dass er kein Neoliberaler sei, sondern dass er die GrundsĂ€tze des klassischen Liberalismus weiterentwickeln wolle, ohne sie fundamental zu Ă€ndern. Ebenfalls in den 1980er Jahren kam es zu einer Bedeutungsverschiebung des Begriffs Neoliberalismus, dieser wurde nun auch als Kampfbegriff zur Abwertung der GedankengebĂ€ude Hayeks (und Milton Friedmans) gebraucht.[6]

Hayeks einflussreiche Monographie The Road to Serfdom (1944) wendet sich gegen die von ihm beobachteten zunehmenden sozialistischen Tendenzen in Großbritannien. Ähnliche Tendenzen hĂ€tten bereits im Deutschland der 1920er und 1930er Jahre zum Nationalsozialismus gefĂŒhrt. Galt der Nationalsozialismus insbesondere unter linken Intellektuellen als kapitalistische Bewegung, ordnete ihn Hayek dem Sozialismus zu.[67] Demnach wĂŒrden beide der philosophischen Tradition des Kollektivismus entstammen, der sich lediglich einmal in internationaler ein andermal in nationalistischer Gestalt gezeigt habe. Letztlich wĂŒrden beide Strömungen versuchen, mit Gewalt die gesamte Gesellschaft auf ein Ziel hin auszurichten. Die EinschrĂ€nkung der wirtschaftlichen Freiheit sei aber von der EinschrĂ€nkung politischer Freiheit nicht trennbar, die beiden AusprĂ€gungen des Kollektivismus daher totalitĂ€r.

Schien ihm die Gefahr durch den Sozialismus in den westlichen LÀndern durch das Beispiel der OstblocklÀnder zunehmend gebannt, so sah er mit zunehmender Sorge die Entwicklung des Wohlfahrtsstaates: In Die Verfassung der Freiheit (1960) widmete er sich deshalb der Auseinandersetzung mit Freiheit des Individuums und deren VerhÀltnis zu staatlicher Gesetzgebung.[67]

Die GefĂ€hrdung individueller Menschenrechte durch eine totalitĂ€re Demokratie wird schließlich in Recht, Gesetzgebung und Freiheit erörtert: BefĂŒrwortet Hayek die Demokratie grundsĂ€tzlich als utilitaristisches Mittel zur BeschrĂ€nkung politischer Macht, so fĂŒhre sie doch nicht als solche zur Bewahrung individueller Freiheit. Er sieht die Gefahr zunehmender Beeinflussung der Politik durch Interessengruppen. Entscheidend sei somit das VerhĂ€ltnis von demokratischer Entscheidung zu individuellen Menschenrechten, um der Gefahr einer „Diktatur der Mehrheit“ vorzubeugen: „Der Liberalismus [
] sieht die Hauptaufgabe in der BeschrĂ€nkung der Zwangsgewalt jeder Regierung, sei sie demokratisch oder nicht; der dogmatische Demokrat dagegen kennt nur eine BeschrĂ€nkung der Staatsgewalt und das ist die Meinung der jeweiligen MajoritĂ€t.“[99]

Friedrich August von Hayek benannte die EinschrĂ€nkung der Macht der Gewerkschaften, „sowohl rechtlich als auch tatsĂ€chlich“, als eine der wichtigsten Aufgaben. Er bezeichnete den Liberalismus als Strategie, den Wettbewerb, den Markt und die Preise bewusst als Ordnungsprinzipien anzuwenden und den gesetzlichen Rahmen, der vom Staat durchgesetzt wird, zu nutzen, „um den Wettbewerb so effektiv und vorteilhaft wie möglich zu gestalten“.[60]

Von Bedeutung sind weiterhin Hayeks BeitrĂ€ge zur Theorie spontaner Ordnungen sowie seine Überlegungen zum „Wettbewerb als Entdeckungsverfahren“. Aufbauend darauf stellte Hayek dem Gleichgewichtsdenken der Neoklassik seine Theorie der kulturellen Evolution gegenĂŒber.

Hayek plĂ€dierte fĂŒr ein Mindesteinkommen, „unter das niemand zu sinken brauche“. Diese Mindestabsicherung sei eine selbstverstĂ€ndliche Pflicht der Gesellschaft[100] und diene auch der KriminalprĂ€vention:[101]

Chicago School

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Die Chicago School entwickelte sich aus der Opposition zum zunehmenden Interventionismus (vor allem zum New Deal) in den USA. Ihre Vertreter waren zumeist auch politisch und bemĂŒhten sich um die Umsetzung einer freiheitlichen Ordnung in politische RealitĂ€t.[67] WĂ€hrend die Vertreter der Chicagoer Schule auf frĂŒhen Zusammentreffen mit den deutschen Neoliberalen in der BefĂŒrwortung einer aktiven staatlichen Wettbewerbspolitik und eines klaren, marktflankierenden Ordnungsrahmens ĂŒbereinkamen, wandten sich die fĂŒhrenden Vertreter der Chicagoer Schule im Laufe der 1950er Jahre von diesen GrundsĂ€tzen ab.[102]

Henry C. Simons
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Henry Calvert Simons entwarf in Economic Policy for a Free Society (1948) die Grundlagen fĂŒr eine freiheitliche Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung. Ihre Bedrohungen sah er einerseits in Monopolstellungen – diese seien notfalls zu verstaatlichen –, andererseits in der damaligen Finanzverfassung der USA. Bereits 1936 hatte er sich in Monetary Policy gegen die vorgefundene Geldpolitik gewandt, durch die er die WĂ€hrungsmanipulation begĂŒnstigt sah. Anstelle dessen spricht er sich fĂŒr eine regelgebundene Geldversorgung mit dem Ziel der PreisniveaustabilitĂ€t aus. 1938 sprach er sich fĂŒr eine flat tax aus (Personal Income Taxation (1938)). Anstelle der Zentralisierung der Regierungsaufgaben setzte er zunehmende Föderalisierung, insbesondere fĂŒr fiskalische Aufgaben (Federal Tax Reform, 1950).[67]

Milton Friedman
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Milton Friedman

Der NobelpreistrĂ€ger Milton Friedman gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des Neoliberalismus. Er entwickelte die geldpolitische Theorie der Chicago School zum Monetarismus weiter. Die Verstaatlichung natĂŒrlicher Monopole lehnt er als nicht zweckfĂŒhrend ab. Ebenso erreiche staatliche Einkommensumverteilung nicht die selbst gesteckten Ziele (Capitalism and Freedom (1962)). Er gehört zu den wichtigsten BefĂŒrwortern flexibler Wechselkurse.[67]

SpĂ€ter ĂŒbertrug er die ökonomische Analyse auf politische Szenarien und entwickelte daraus eine Theorie des Lobbyismus und der EinflĂŒsse von VerbĂ€nden und Interessengruppen auf Parteien und Politik:[67]

“Is it really true that political self-interest is nobler somehow than economic self-interest? [
] Just tell me where in the world you’re going to find these angels who are going to organize society for us?”

„Ist es wirklich wahr, dass politischer Eigennutz in irgendeiner Weise edler ist als wirtschaftlicher Eigennutz? [
] Können Sie mir sagen, wo Sie diese Engel finden wollen, die unsere Gesellschaft planen sollen?“

– Milton Friedman: Interview 1979 mit Phil Donahue

Zu den Aufgaben des Staates zÀhlte Friedman neben Recht und Ordnung aufrechtzuerhalten und Eigentumsrechte zu definieren unter anderem auch die Förderung des Wettbewerbs, das Entgegenwirken technischer Monopole und externer Effekte und der ErgÀnzung privater WohltÀtigkeit.[103] In Kapitalismus und Freiheit formulierte Friedman seinen Vorschlag eines negative Einkommensteuer genannten Modells eines Grundeinkommens, um Armut zu lindern.[104][105]

Wie Hayek distanzierte sich Milton Friedman in spĂ€teren Publikationen vom Ausdruck Neoliberalismus und bezeichnete sich als Vertreter des klassischen Liberalismus („old-style liberalism“).[106]

Virginia School of Political Economy

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Zu den wichtigsten Vertretern der Virginia School zÀhlen der NobelpreistrÀger James M. Buchanan und Gordon Tullock, die wesentliche BeitrÀge zur Public Choice Theory leisteten.

Der Neoliberalismus als Paradigma

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Eine (post-)keynesianische Lesart betrachtet den Neoliberalismus weniger als dogmengeschichtliche BlĂŒte der ökonomischen Theorie, sondern als epochenprĂ€gendes politökonomisches Paradigma zwischen Mitte der 1970er- und Mitte der 2010er-Jahre.[107] In dieser Lesart entwickelte sich in der Nachkriegszeit ein ökonomisches Modell, das in Anlehnung an den Unternehmer Henry Ford auf Massenproduktion aufgebaut war und in Anlehnung an den Ökonomen John Maynard Keynes dem Staat eine aktive Rolle im Wirtschaftsgeschehen zuordnete. Zentrale Aspekte dieses „keynesianischen Fordismus“ waren eine Lohnentwicklung, die sich am ProduktivitĂ€tszuwachs orientierte, sowie eine aktive Wirtschaftspolitik zur Stabilisierung der Konjunktur.

Insbesondere in Europa nahmen dabei die organisierten „Großklassen“ der fordistischen Industriegesellschaft einen privilegierten Status ein, nĂ€mlich die DachverbĂ€nde von Arbeitnehmern und Unternehmern. Deren korporatistischen Strukturen bildeten quasi eine zweite Regierungsebene, ihr BĂŒndnis sicherte den ökonomischen Erfolg dieser Spielart des Kapitalismus (Golden Age), der Mitte der 1970er-Jahre in die Krise kam. Der Korporatismus wurde vom neoliberalen Politikparadigma zunĂ€chst in England, dann in anderen Staaten zerschlagen oder zurĂŒckgedrĂ€ngt.[108]

Genese

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Eine politökonomische ErklĂ€rung besagt, dass die Gewerkschaften auf die Ölkrise Anfang der 1970er Jahre falsch reagiert hĂ€tten. Es gab wegen der steigenden Ölpreise nicht mehr zu verteilen, sondern weniger, daher fĂŒhrten die Lohnerhöhungen zu Inflation, anstatt die Arbeitslosigkeit zu vermindern.[109] Eine ideengeschichtliche ErklĂ€rung sieht das Ende des keynesianischen Fordismus von den umtriebigen Ökonomen Friedrich August von Hayek und Milton Friedman paradigmatisch optimal aufbereitet.[110] Eine klassenspezifische ErklĂ€rung glaubt weniger an die Kraft der Ideen, sondern sieht im ökonomischen Regimewechsel der 1970er Jahre eine Restauration der Macht der Kapitalistenklasse als Folge von KlassenkĂ€mpfen, die mit der Ölkrise aufgebrochen sind.[111] Eine ökologische ErklĂ€rung weist darauf hin, dass die Ölknappheit gar nicht hĂ€tte entstehen können, wenn der Ressourcenverbrauch in den 1970er-Jahren nicht erstmals an seine TragfĂ€higkeitsgrenzen gestoßen wĂ€re.[112] Eine finanzwirtschaftliche ErklĂ€rung betont, dass mit dem Ende des Bretton-Woods-Systems und der Entstehung internationaler DevisenmĂ€rkte Anfang der 1970er-Jahre, der Weg fĂŒr eine „Finanzialisierung“ der Weltwirtschaft freigemacht wurde. Das alte realwirtschaftliche Modell sei durch ein neues finanzgetriebenes Modell ersetzt worden.[113]

Die Rolle neoliberaler Denkfabriken

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Stephan Schulmeister schrieb 2013, dass Hayek nach seiner Niederlage gegen Keynes durch dessen Publikation seiner „General Theory“ (1936) mit grĂ¶ĂŸter GrĂŒndlichkeit eine Gegenoffensive plante. FĂŒr seine „neoliberale Langfriststrategie“ brauchte er mehrere Komponenten, darunter: „ein internationales Netzwerk, gewissermaßen eine «Neoliberale Internationale»“, sowie „«StĂŒtzpunkte» an den wichtigsten UniversitĂ€ten sowie Thinktanks, welche Intellektuelle aller Schattierungen (Journalisten, Lehrer etc.) mit Argumentationsmaterial“ versorgten. „Als transatlantisches Netzwerk“ habe Hayek 1947 die „Mont Pelerin Society“ mit dem Ziel gegrĂŒndet, „den Keynesianismus von den UniversitĂ€ten zu vertreiben.“ „Mithilfe der (Super-)Reichen“ seien „in den 1950er- und 1960er-Jahren viele Thinktanks gegrĂŒndet und ausgebaut“ worden (insbesondere in England und den USA). Hunderte Ökonomen arbeiteten dort „an neoliberalem Argumentationsmaterial“ und leiteten dieses „an Intellektuelle in den Medien, in den Schulen etc. weiter (Hayeks «second-hand dealers»).[114][115] Das vom MPS-Mitglied Antony Fisher 1981 gestiftete Atlas Network umfasste nach 35 Jahren 451 „free-market organizations“ in 95 LĂ€ndern.[116]

Charakteristika

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Finanzialisierung

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Unter Finanzialisierung versteht man den Aufstieg der Finanzwirtschaft zur Leitindustrie und die stufenweise Unterwerfung aller anderen Wirtschaftsbereiche unter die Logik der Finanzbranche. Gerald A. Epstein, Ökonom an der University of Massachusetts Amherst, definiert sie als the increasing role of financial motives, financial markets, financial actors and financial institutions in the operation of the domestic and international economies („die wachsende Rolle von finanziellen Motiven, FinanzmĂ€rkten, Finanzakteuren und Finanzinstitutionen im Prozess der heimischen und internationalen Wirtschaft“).[117] Durch die Liberalisierung der FinanzmĂ€rkte wurden weltweite Kapitalanlagen immer leichter möglich. Immer mehr Kapitalsammelstellen wie Versicherungen und Pensionsfonds, aber auch die privaten Haushalte legten ihre Gelder direkt und indirekt ĂŒber Kapitalanlagegesellschaften in auslĂ€ndischen Aktien- und Rentenwerten an.[118] Ein sinkender Anteil dieser Finanzanlagen wurde im herkömmlichen Bankensystem bewegt, ein immer grĂ¶ĂŸerer Anteil hingegen in einem Graubereich von Hedgefonds, Investmentfonds oder Indexprodukten.

Ein wichtiges Kennzeichen der Finanzialisierung ist die Shareholder-Value-Orientierung, die alle Unternehmensziele auf AktionĂ€rsinteressen reduzierte. Kursgewinne wurden wichtiger als Renditen, die langfristige RentabilitĂ€t trat gegenĂŒber kurzfristigen finanzwirtschaftlichen Kennzahlen in den Hintergrund. Die zunehmende Spekulation fĂŒhrte zu Kursschwankungen, volatilen Preisen, regelmĂ€ĂŸigen Finanzkrisen und insgesamt einem instabilen ökonomischen Umfeld. AusschĂŒttungen, AktienrĂŒckkĂ€ufe und Finanzveranlagungen gewannen gegenĂŒber physischen Investitionen an Bedeutung. Die volatilen Preise und die Shareholder Value Orientierung machten physische Kapitalinvestitionen fĂŒr Unternehmen von der Angebotsseite her unattraktiver. Begleitet von einer Hochzinspolitik der Notenbanken, verschob sich die RentabilitĂ€t von Sachkapitalinvestitionen hin zu Finanzanlagen.

Als Risiko erscheint in diesem Zusammenhang auch, dass dem gewaltigen Anwachsen der Finanzvermögen kein entsprechendes Wachstum von GĂŒtern und Dienstleistungen gegenĂŒberstand. Da in einer Volkswirtschaft die finanziellen Vermögen der einen immer den finanziellen Verbindlichkeiten der anderen entsprechen, ist die Finanzialisierung letztlich so etwas wie eine dramatische BilanzverlĂ€ngerung.

Umverteilung und soziale Gerechtigkeit

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Aus der neoliberalen Perspektive werden sozialstaatliche Maßnahmen als „Umverteilung“ von Einkommen zulasten der Reichen abgelehnt. Sozialstaatliche Maßnahmen, auch wenn sie in einer Mehrheitsentscheidung getroffen wurden, seien nicht gerecht, da sie nicht auf der Freiwilligkeit aller Teilnehmer beruhen. Im VerstĂ€ndnis des Neoliberalismus fĂŒhren ökonomische TauschgeschĂ€fte, zu denen auch sozialstaatliche Maßnahmen gezĂ€hlt werden, nur zu einem optimalen und damit gerechten Ergebnis, wenn sich alle Teilnehmer freiwillig dazu entscheiden. Der Staat solle sich auf die Rolle beschrĂ€nken, „Chancengleichheit bei Markteintritt“ herzustellen.[119]

In der neoliberalen Rhetorik habe die Verfolgung der Interessen der Mehrheit den Staat zur „Beute“ einflussreicher „Interessenkartelle“ wie „Habenichtse“ oder Gewerkschaften werden lassen, deren Einfluss zurĂŒckgedrĂ€ngt werden mĂŒsse.[119]

In Folge der neoliberalen Transformation kam es daher zu einem Abbau sozialstaatlicher Leistungen und mehr Armut in der Bevölkerung.[120] Wirtschafts- und Politikwissenschaftler wie Christoph Butterwegge und Heinz-Josef Bontrup sprechen von einer „Umverteilung“ von Arm zu Reich.[121][122]

Standortwettbewerb

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Ein weiteres zentrales Merkmal des neoliberalen Modells ist ein immer aggressiverer Standortwettbewerb. Dieser ĂŒbertrĂ€gt die Logik der einzelwirtschaftlichen Konkurrenz auf gesamte Volkswirtschaften. Vor allem wurde der Standortwettbewerb zur rhetorischen Figur fĂŒr die Durchsetzung einer neuen Wirtschaftspolitik mithilfe eines Unterbietungswettlaufs, der zur Absenkung von Besteuerungs-, Sozial-, Arbeits- und Umweltstandards fĂŒhrte, um damit kurzfristige Gewinne und privaten Reichtum zu erlangen. Durch die Akkumulation monetĂ€rer und damit politischer Macht bei Investitions-, Hedge-, Pensions- bzw. Private-Equity-Fonds waren diese in der Lage, Staaten zur Durchsetzung ihrer Interessen unter Druck zu setzen.[119]

Rezeption und Kritik

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Noam Chomsky

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Der Linguist Noam Chomsky veröffentlichte 1998 Profit over People – Neoliberalism and Global Order. Er vertritt darin die Ansicht, der Neoliberalismus habe seit Ronald Reagan und Margaret Thatcher weltweite Hegemonie erlangt. Dies habe zur Privilegierung weniger Reicher auf Kosten der großen Mehrheit gefĂŒhrt. Große Konzerne und Kartelle beherrschten das politische Geschehen in den USA. Der freie Markt bringe somit nicht im Geringsten eine Wettbewerbsordnung hervor. Durch den politischen Einfluss großer Unternehmen auf die US-amerikanischen Parteien werde dauerhaft die Demokratie untergraben. Die US-Regierungen hĂ€tten dazu durch Subventionen und Importzölle beigetragen. Ein typisches Beispiel der UnterstĂŒtzung von Großkonzernen durch die Regierung sei die Welthandelsorganisation. Als Alternative sieht Chomsky einen libertĂ€ren Sozialismus.[123]

Michel Foucault

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Der französische Philosoph Michel Foucault analysierte 1975 in seinem Werk Surveiller et punir (Überwachen und Strafen. Die Geburt des GefĂ€ngnisses) zunĂ€chst die Entwicklung der modernen Strafsysteme in Europa. Darin beschrieb er zunĂ€chst nur „Überwachen und Strafen“ als ein System der MachtausĂŒbung, welches sich im Laufe der letzten vier Jahrhunderte etabliert und perfektioniert hat. Er entwickelte dabei „Überwachung“ und „Disziplinierung“ als zentrale Begriffe seiner Theorie eines gesellschaftlichen Gesamtkonzeptes, in welchem die Überwachung gleichzeitig Mittel und Werkzeug zur Disziplinierung der einzelnen Individuen innerhalb einer Gesellschaft wird.

Mit der Verwendung des Begriffs der „GouvernementalitĂ€t“ in Vorlesungen am CollĂšge de France von 1977 bis 1978 erfasste Michel Foucault die Subjektebene der „Regierung“ als verantwortliche bzw. regierende Akteure innerhalb der von ihm in seinem Werk Der Wille zum Wissen 1977 (Bio-Macht) und Überwachen und Strafen analysierten Systeme der etablierten Machtmechanismen bzw. Mikro-MĂ€chte.

Im Vortrag Naissance de la biopolitique befasste sich Michel Foucault am 24. Januar 1979 mit dem VerhÀltnis des deutschen Ordoliberalismus (und besonders Walter Euckens)[124] und des Neoliberalismus zum klassischen Liberalismus sowie dem Einfluss der Philosophie Edmund Husserls auf Eucken.[125]

Michel Foucault trat nicht explizit als „direkter“ Kritiker des Neoliberalismus auf, vielmehr entwickelte er durch seine analytischen Vorarbeiten bzw. Theorie- und BegriffsprĂ€gungen die Grundlage der heute im wissenschaftlichen Diskurs populĂ€ren Governmentality Studies, die sich hĂ€ufig mit „neoliberalen“ Umgestaltungen des Staates bzw. der Gesellschaft beschĂ€ftigen.[126]

Stephan Schulmeister

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Der österreichische Ökonom Stephan Schulmeister sieht im Neoliberalismus „das erfolgreichste Projekt der Gegen-AufklĂ€rung und der Selbst-EntmĂŒndigung der Politik“. Er sei „die Ideologie im Interesse des Finanzkapitals (der »Rentiers«), nicht des Realkapitals (der Unternehmer).“ Seine „»Therapien« verschlimmern die »Krankheiten« Arbeitslosigkeit, prekĂ€re BeschĂ€ftigung, Staatsverschuldung, soziale Unsicherheit und Armut.“ Das neoliberale Gesellschaftsmodell sei ein »falsches Ganzes« und „Ethik und Moral haben in dieser Weltanschauung keinen Platz“.[127][128]

Joseph E. Stiglitz

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Joseph Stiglitz kritisiert 2025 in seinem Buch Der Weg zur Freiheit die grob vereinfachende Freiheitsrhetorik des Neoliberalismus, wie ihn die politische Rechte in den USA fĂŒr sich reklamiert, als „oberflĂ€chlich, irrefĂŒhrend und ideologisch motiviert“. Eine Diskussion ĂŒber Freiheit mĂŒsse mit einer Diskussion der Frage beginnen, ĂŒber wessen Freiheit wir reden. Die Freiheit einiger, anderen zu schaden, oder die Freiheit anderer, nicht geschĂ€digt zu werden?[129]

Friedman und Hayek betrachteten das Wirtschaftsgeschehen aus einer ideologischen Perspektive – nicht unvoreingenommen. Sie versuchten, ungezĂŒgelte MĂ€rkte und bestehende MachtverhĂ€ltnisse, wie sie sich unter anderem in der Einkommens- und Vermögensverteilung widerspiegelten, zu verteidigen. Sie wollten nicht wirklich verstehen, wie der Kapitalismus funktionierte, sondern waren die intellektuellen Handlanger der Kapitalisten. Sie wollten den Einfluss des Staates zurĂŒckdrĂ€ngen und weniger kollektives Handeln. Hayek und Friedman waren die AnfĂŒhrer einer Gruppe konservativer Ökonomen, die versuchten, sachdienliche Diskussionen schon allein durch das von ihnen benutzte Vokabular zu verhindern. Das System, das sich im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts auf beiden Seiten des Atlantiks entwickelte, wurde »Neoliberalismus« genannt. Wirklich neu war dabei der Trick, zu behaupten, der Neoliberalismus schaffe Regeln ab, wĂ€hrend er tatsĂ€chlich neue Regeln einfĂŒhrte, die Banken und Vermögende begĂŒnstigten.

Adam Smith war im Hinblick auf ungezĂŒgelte MĂ€rkte weit weniger optimistisch als seine modernen AnhĂ€nger. Stiglitz ist sich sicher, dass er entsetzt gewesen wĂ€re ĂŒber die Art und Weise, wie politisch Rechtsstehende das marktwirtschaftliche System auffassten. Der Glaube an ungezĂŒgelte, unregulierte MĂ€rkte habe zu massiven Ungleichheiten gefĂŒhrt und liefere fruchtbaren Boden fĂŒr Populisten. Diese Sprache der Freiheit habe „unsere FĂ€higkeit eingeschrĂ€nkt, in vernĂŒnftiger Weise darĂŒber nachzudenken, welches politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche System dem gesamtgesellschaftlichen Wohlergehen am förderlichsten ist“.

„Freie, ungezĂŒgelte MĂ€rkte begĂŒnstigen Ausbeutung, nicht Wahlfreiheit“. Regelsetzung sei nicht das Gegenteil von Freiheit; selbst Ă€ltere, einfachere Gesellschaften brauchten Regeln. Die Finanzkrise von 2008 markierte vielleicht den Höhepunkt des Neoliberalismus. Sie zeigte, dass die Finanzmarktliberalisierung selbst in der Hochburg des Kapitalismus scheiterte. Der Staat musste damals die Wirtschaft retten. Die gemischte Wirtschaftsordnung, die in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg entstand, war entschieden antisozialistisch. Privatunternehmen waren vorherrschend, aber der Staat spielte eine entscheidende Rolle bei der GewĂ€hrleistung des Wettbewerbs, der Verhinderung von Ausbeutung und der Stabilisierung der Gesamtwirtschaft. Dieses Wirtschaftsmodell war enorm erfolgreich. Ironischerweise wurde keine »Theorie« erarbeitet, die erklĂ€rt hĂ€tte, warum sich die Dinge wĂ€hrend dieser Zeit so gut entwickelten.

Der Neoliberalismus sei nicht nachhaltig. Er schaffe sich selbst ab. Er habe unsere Gesellschaft und die Menschen, die in ihr leben, deformiert. Der materialistische, extreme Egoismus, den er förderte, habe die Demokratie, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Vertrauen untergraben, was sogar die FunktionstĂŒchtigkeit der Wirtschaft schwĂ€chte. In gewisser Weise wird Menschen die Freiheit genommen, in einer anderen als der vom Markt diktierten Weise zu handeln.

Politische Debatten erreichen oftmals nicht das gleiche Ausmaß an Differenziertheit und KomplexitĂ€t wie die intellektuellen Debatten, die hinter ihnen liegen und sie, zum Teil, anregen. Ökonomen haben unter Bildung traditionell lediglich die Vermittlung von FĂ€higkeiten und Kompetenzen – also die Erzeugung von Humankapital – verstanden. Aber Bildung tue mehr als das; sie forme die Persönlichkeit. EvolutionĂ€re Prozesse seien nicht zielgerichtet. Es könne nicht davon ausgegangen werden, dass sie zur langfristigen dynamischen Effizienz der Volkswirtschaft fĂŒhren. Der Neoliberalismus hatte externen Effekten kaum Beachtung geschenkt, aber mit dem Klimawandel und dann der Covid-19-Pandemie wurde klar, dass externe Effekte von grĂ¶ĂŸter Bedeutung sind. Ohne strenge Regulierung werde der Neoliberalismus unseren Planeten zerstören.[130]

Neomarxistische Interpretation

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Aus neomarxistischer Perspektive stellt der Neoliberalismus ein Klassenprojekt dar. Diese Sichtweise interpretiert Neoliberalismus als Reaktion auf die SchwĂ€chung kapitalistischer HerrschaftsansprĂŒche wĂ€hrend der Phase des Fordismus. Ziele dieser Gegenbewegung seien das ZurĂŒckdrĂ€ngen von Arbeitnehmerinteressen, die Erhöhung der unternehmerischen Profite sowie die Polarisierung der Einkommensverteilung.[131] Eine der einflussreichsten kritischen Abhandlungen aus neomarxistischer Sicht stammt von David Harvey.[132] In seinem Buch A Brief History of Neoliberalism weist Harvey darauf hin, dass man Neoliberalismus auch als ein politisches Projekt zur Wiederherstellung der Macht ökonomischer Eliten deuten könne.[131][133]

Chantal Mouffe und Ernesto Laclau sehen im Neoliberalismus den Versuch der Infragestellung von Freiheitsvorstellungen des klassischen Liberalismus und folgender politischer Ideologien. Der Liberalismus betrachte Staatsinterventionen zur BekĂ€mpfung von Ungleichheiten als Mittel zur Gewinnung von Freiheit. Bald sei die politische Freiheit in den Diskurs aufgenommen worden, und schließlich wĂ€ren Armut und große soziale Ungleichheiten als freiheitsgefĂ€hrdende Faktoren dargestellt worden. Der Neoliberalismus versuche dagegen, zurĂŒckzukehren „zur traditionellen Konzeption von Freiheit, die als Nichteinmischung in das Recht unbeschrĂ€nkter Aneignung und in die Mechanismen der kapitalistischen Marktwirtschaft“ verstanden werde. Dies beinhalte den Versuch „jede ‚positive‘ Konzeption von Freiheit als potentiell totalitĂ€r zu diskreditieren.“[134]

Antidemokratische Tendenzen

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Der Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge sieht in dem neoliberalen Marktfundamentalismus – anders als die AnhĂ€nger dieser Ideologie selbst – antidemokratische Tendenzen. Butterwegge argumentiert, dass demokratische Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse von Neoliberalen als störend fĂŒr die Hegemonie des Marktes angesehen werden. Das Privateigentum an Produktionsmitteln werde zum zentralen Fixpunkt der Gesellschaft gemacht. Durch Privatisierung des öffentlichen Eigentums solle dieses der demokratischen Kontrolle entzogen werden.[135]

Philipp Lepenies nimmt Anstoß daran, dass an die Stelle der SouverĂ€nitĂ€t des politischen StaatsbĂŒrgers im Neoliberalismus die KonsumentensouverĂ€nitĂ€t trete.[136] Auch Stephan Schulmeister erklĂ€rt in Der Weg zur ProsperitĂ€t in einer der Hauptaussagen (6. These): Das „Primat des Marktes ist unvereinbar mit Demokratie (»am Markt« zĂ€hlen »Geldstimmen«).“[137][138]

„Progressiver“ Neoliberalismus

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Nancy Fraser erkennt eine Allianz der Verfechter neoliberaler Politik – insbesondere des Finanzkapitals, der Technologieunternehmen und der „symbolischen Industrien“ – mit den liberal-progressiven Bewegungen, die sich in der Ära Clinton fĂŒr den Kampf gegen Diskriminierung eingesetzt hĂ€tten. Die Frauenbewegung, aber auch andere Bewegungen von Unterprivilegierten (Antirassismus-, Multikulturalismus-, LGBTQ-Bewegung) hĂ€tten den Fehler begangen, die Sache des sozialen Ausgleichs einem falschen „EmanzipationsverstĂ€ndnis unter den Vorzeichen der Leistung, der DiversitĂ€t und des Empowerments“ zu opfern. Sie hĂ€tten sich fĂŒr den „Aufbau einer meritokratischen Leistungsgesellschaft“ engagiert und den „Sturm auf die FĂŒhrungsetagen propagiert“. Bestehende ökonomische Hierarchien seien nicht mehr in Frage gestellt worden. Die Emanzipation sei gleichgesetzt worden mit dem Aufstieg der „Begabteren unter den Frauen und Minderheiten“, wĂ€hrend die einfache Dienstleistungsarbeit auf „arme, farbige Migrantinnen“ abgewĂ€lzt worden sei.[139]

Hillary Clinton sei eine typische Vertreterin dieser Konstellation; sie reprĂ€sentiere das Finanzkapital und zugleich den Feminismus in einem BĂŒndnis, das von Fraser als progressiver Neoliberalismus bezeichnet wird.[139] Der Soziologe Michael Kreiter spricht in diesem Zusammenhang von einem „neoliberalen Multikulturalismus“: Die akademischen Eliten hĂ€tten die „Farbenblindheit“ (colourblindness) des Neoliberalismus voll verinnerlicht und begrĂŒĂŸten sie im Sinne einer meritokratischen Konkurrenz, an der sich Zuwanderer beteiligen könnten, die die Förderung Benachteiligter im eigenen Land jedoch ausschließe, was zu neuen Spaltungslinien fĂŒhre.[140]

Als eine weitere Ursache dafĂŒr, dass sich der Feminismus der Nachkriegszeit zum „[Handlanger] eines neuen, deregulierten Kapitalismus“ entwickelt habe, sieht Fraser auch die Zuwendung zur Politik der ersten Person. Zwar hĂ€tten die Feministen zurecht kritisiert, dass „nichtökonomische“ Ungerechtigkeiten oft nicht beachtet worden seien. Doch anstatt die ökonomische und kulturelle Gerechtigkeit gleichermaßen zu fördern, habe es eine einseitige Hinwendung zur GeschlechtsidentitĂ€t gegeben (IdentitĂ€tspolitik), wĂ€hrend ökonomische Ungerechtigkeiten vernachlĂ€ssigt worden seien. Dies passte laut Fraser „nur zu gut zum Aufstieg eines Neoliberalismus, dem es vor allem darum ging, den Gedanken der sozialen Gleichberechtigung aus dem öffentlichen GedĂ€chtnis zu tilgen“.[141]

Kritik aus ökologischer Perspektive

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Einige UmweltschĂŒtzer sehen die Form der globalisierten Wirtschaftsweise, die durch Deregulierung der MĂ€rkte, Privatisierung und eine Verringerung der Staatsquote entstanden sei, als Bedrohung fĂŒr das ökologische Gleichgewicht und die natĂŒrliche Vielfalt unseres Planeten an.[142][143][144][145][146] Die Aufhebung von Marktbegrenzungen wĂŒrde außer Acht lassen, dass die biologischen Ressourcen beschrĂ€nkt seien. Neoliberale Konzepte des Marktes, die private Renditeerwartungen in den Vordergrund stellten, wĂŒrden einen Raubbau an der BiosphĂ€re befördern und dem Gemeinwohl schaden, denn alles Geld, das scheinbar aus dem Nichts verdient werde, stamme aus irgendeiner Liquidation von sozialem, menschlichem oder natĂŒrlichem Kapital.[147]

Laut Philipp Lepenies fußt der Neoliberalismus auf der „Vorstellung eines allseits Nutzen spendenden Effekts des individuellen Konsums“ und stehe damit im Gegensatz zum Gutachten des Wissenschaftlichen Beirates der Bundesregierung Globale UmweltverĂ€nderungen (WBGU) von 2011 Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag fĂŒr eine Große Transformation, das 2011 darlegte, dass die Menschen zum Wohl Aller sowie auch kĂŒnftiger Generationen Verzicht ĂŒben mĂŒssten. Gegen die Klimakatastrophe sei fĂŒr eine „gesellschaftliche Transformation hin zu mehr Nachhaltigkeit“ eine Politik der Aktion und der Verhaltenssteuerung notwendig, wobei „die Sachdiskussionen im demokratischen Diskurs auch mit Moralvorstellungen zu verbinden“ seien. Doch der Neoliberalismus verlange „Extremtoleranz gegenĂŒber jedweder Konsumentscheidung“, halte es fĂŒr einen „Freiheitsbeweis“, dass der Marktmechanismus Handlungen niemals moralisch bewerte und sehe Verbote und Verzicht als illegitimen „Eingriff in ein selbsterarbeitetes und damit zweifelsfrei wohlverdientes Konsumverhalten“ an, der dem Staat auch nicht erlaubt sei, um einen unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten grĂ¶ĂŸeren Schaden von der Allgemeinheit abzuwenden.[148]

Erfahrungen aus der Corona-Krise

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Der GrĂŒnder des Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab, kommentierte in einem im September 2020 erschienenen Interview: „LandlĂ€ufig wird unter Neoliberalismus ein ungeregelter, ungehemmter Kapitalismus verstanden. Und gerade die LĂ€nder, die diese Strategie am stĂ€rksten vorangetrieben haben – beispielsweise die USA und Großbritannien – werden von Corona mit am hĂ€rtesten getroffen. Die Pandemie hat somit einmal mehr gezeigt: Der Neoliberalismus in dieser Form hat ausgedient.“[149]

Dem Ökonomen und PrĂ€sidenten des Deutschen Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung Marcel Fratzscher zufolge haben sich in der Corona-Krise die Grenzen freier MĂ€rkte und die StĂ€rke der Politik gezeigt. WĂŒrden sich Gesellschaften nur auf den freien Wettbewerb verlassen, wĂŒrden die Risiken derzeit ĂŒberdeutlich. Der Deutschen Presse-Agentur gegenĂŒber Ă€ußerte er: „Ich wĂŒrde schon sagen, dass die Corona-Krise so etwas wie der letzte Sargnagel fĂŒr den Neoliberalismus ist.“[150] Neben dem Spiegel griff auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung Fratzschers Äußerung in ihrem Nachrichtendienst auf.[151]

Das in Chile von der Bevölkerung kritisierte neoliberale Entwicklungsmodell zeige seine Probleme wĂ€hrend der Pandemie, in dem wirtschaftliche Interessen den gesellschaftlichen ĂŒbergeordnet wurden. Nun wĂŒrden drei Krisen sichtbarer sein: die Gesundheitskrise, die soziale Krise und die Demokratiekrise.[152]

Der Chefredakteur der Financial Times schrieb in einem 2020 veröffentlichtem Text: „Das Virus legt die Zerbrechlichkeit des Gesellschaftsvertrags offen“. Der Text spreche sich fĂŒr eine Änderung der politischen Richtung, fĂŒr ein universelles Grundeinkommen und fĂŒr höhere Vermögenssteuern aus. Man mĂŒsse, „um kollektive Opfer zu fordern, einen Gesellschaftsvertrag anbieten, der allen zu Gute kommt“. Als Reaktion auf die Krise investiert Großbritannien Milliarden in das Sozialversicherungssystem und Schweden hebt die Obergrenze fĂŒr die Arbeitslosenversicherung an.[153]

ReaktionÀre Folgen des Neoliberalismus

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Christoph Butterwegge argumentiert, der Neoliberalismus habe den geistigen und sozialen NĂ€hrboden fĂŒr den Rechtsextremismus der heutigen Zeit geschaffen. Überschneidungen gebe es zum einen in der Verabsolutierung der Höchstleistung und Glorifizierung der Konkurrenz, „in welcher sich der Starke gegenĂŒber dem Schwachen durchsetzen soll“. Zum anderen sieht er die durch den Standortwettbewerb hervorgerufenen VerteilungskĂ€mpfe zwischen unterschiedlichen Nationen als begĂŒnstigend fĂŒr rechtspopulistische Argumentationsmuster an, die diese VerteilungskĂ€mpfe als Konflikte unterschiedlicher Kulturen und Ethnien umdeuten: „VerteilungskĂ€mpfe werden zu Abwehrgefechten der Einheimischen gegen ‚Fremde‘“.[135][154]

Die Anti-Gender-Bewegung in Europa, die sich gegen ein Feindbild von Gleichstellungspolitik (Gender-Mainstreaming), LGBT-Rechten und Gender Studie richtet, wird von Agnieszka Graff und ElĆŒbieta Korolczuk unter anderem als „reaktionĂ€re Kritik am Neoliberalismus“ interpretiert. Rechtspopulisten wĂŒrden die Ängste, die aus den zunehmend prekĂ€ren Arbeits- und Lebensbedingungen in Folge des neoliberalen Paradigmas resultierten, ausnutzen und gegen Gleichstellungsfragen lenken. Anstatt das Problem in sozioökonomischen Begriffen wie Ungerechtigkeit und Ausbeutung zu benennen, werde die Kritik moralisiert und die Gewinner des Kapitalismus wĂŒrden als degeneriert und moralisch korrupt dargestellt.[155]

Literatur

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Literatur zur Wirtschaftstheorie

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PrimÀrliteratur

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  • Walter Eucken: GrundsĂ€tze der Wirtschaftspolitik. ISBN 3-8252-1572-5.
  • Milton Friedman: Kapitalismus und Freiheit, Eichborn, Frankfurt/M. 2002, ISBN 3-8218-3960-0.
  • Friedrich Hayek: Die Verfassung der Freiheit, Mohr, TĂŒbingen, 1991, ISBN 3-16-145844-3.
  • Louis Rougier: Le NĂ©o-LibĂ©ralisme. In: SynthĂšses. Dezember 1958.
  • Alexander RĂŒstow: Das Versagen des Wirtschaftsliberalismus, Metropolis, Marburg 2001, 3., ĂŒberarb. Aufl., hrsg. von Frank P. und Gerhard Maier-Rigaud, ISBN 3-89518-349-0.

SekundÀrliteratur

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  • Hans Besters: Neoliberalismus. In: Roland Vaubel und Hans D. Barbier (Hrsg.): Handbuch Marktwirtschaft. Neske, Pfullingen 1986, S. 107–122. 
  • Johanna Bockman: Markets in the Name of Socialism: The Left-Wing Origins of Neoliberalism. Stanford University Press, 2020, ISBN 978-0-8047-7896-1, doi:10.1515/9780804778961. 
  • Willi Alfred Boelcke: Liberalismus: 3b) Neoliberalismus. In: Willi Albers (Hrsg.): Handwörterbuch der Wirtschaftswissenschaft. Band 5. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1983, S. 44–45. 
  • David J. Gerber: Constitutionalizing the Economy: German Neoliberalism, Competition Law and the ‚New Europe‘. In: The American Journal of Comparative Law. Band 42, 1994, S. 25–84 (englisch). 
  • David Harvey: Kleine Geschichte des Neoliberalismus. Rotpunktverlag, ZĂŒrich 1994. 
  • Ariane Leendertz: Der erschöpfte Staat. Eine andere Geschichte des Neoliberalismus. Hamburger Edition, Hamburg 2022, ISBN 978-3-86854-365-0. 
  • Gerrit Meijer: The History of Neoliberalism: Affinity to Some Developments in Economics in Germany. In: International Journal of Social Economics. Vol. 14, Nr. 7/8/9, 1987, ISSN 1758-6712, S. 142–155 (englisch). 
  • Gerrit Meijer: The History of Neoliberalism: A General View and Developments in Several Countries. In: Rivista Internazionale di Scienze Economiche e Commerciali. Vol. 34, 1987, S. 577–591. 
  • George Monbiot, Peter Hutchinson: The Invisible Doctrine. The Secret History of Neoliberalism. Allen Lane, London 2024, ISBN 978-0-241-63590-2. 
  • Christian MĂŒller: Neoliberalismus und Freiheit. Zum sozialethischen Anliegen der Ordo-Schule. In: ORDO. Band 58, 2007, S. 97–106. 
  • Egon Edgar Nawroth: Die Sozial- und Wirtschaftsphilosophie des Neoliberalismus. Kerle, Heidelberg 1962. 
  • JĂŒrgen Nordmann: Der lange Marsch zum Neoliberalismus. Vom Roten Wien zum freien Markt. Popper und Hayek im Diskurs. VSA Verlag, Hamburg 2005, ISBN 3-89965-145-6 (Zugleich Diss. Marburg 2004). 
  • H.M. Oliver Jr: German Neoliberalism. In: Quarterly Journal of Economics. Vol. 74, 1960, S. 117–149 (englisch). 
  • A. Peacock, H. Willgerodt: German Neoliberals and the Social Market Economy. MacMillan, London 1989 (englisch). 
  • Philip Plickert: Wandlungen des Neoliberalismus. Eine Studie zu Entwicklung und Ausstrahlung der „Mont PĂšlerin Society“. Lucius & Lucius Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8282-0441-6. 
  • Andreas Renner: Neoliberalismus – Versuch einer BegriffsklĂ€rung. In: Walter BĂŒhrer (Hrsg.): Die Schweiz unter Globalisierungsdruck. SauerlĂ€nder, Aarau 1999, S. 35–50.  Auch veröffentlicht als Die zwei „Neoliberalismen“. In: Fragen der Freiheit. Heft 26 (Oktober/Dezember), 2000. 
  • Joseph E. Stiglitz: Der Weg zur Freiheit: Ökonomie fĂŒr eine gerechte Gesellschaft. Siedler Verlag, MĂŒnchen. 2025. ISBN 978-3-8275-0199-8
  • Manfred E. Streit: Der Neoliberalismus – Ein fragwĂŒrdiges Ideensystem? In: ORDO. Band 57, 2006, S. 91–98. 
  • Milene Wegmann: FrĂŒher Neoliberalismus und europĂ€ische Integration. Nomos, Baden-Baden 2002, ISBN 3-7890-7829-8.
  • Hans Willgerodt: Der Neoliberalismus – Entstehung, Kampfbegriff und Meinungsstreit. In: ORDO. Band 57, 2006, S. 47–89. 
  • Gerhard Willke: Neoliberalismus. Campus, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-593-37208-8.
  • Joachim Zweynert: Die Entstehung ordnungsökonomischer Paradigmen – theoriegeschichtliche Betrachtungen. In: Freiburger Diskussionspapiere zur Ordnungsökonomik. Nr. 8, 2007, ISSN 1437-1510. 

Literatur zum Neoliberalismus als Schlagwort

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  • Hans Willgerodt: Der Neoliberalismus – Entstehung, Kampfbegriff und Meinungsstreit. In: Ordo, Bd. 57, 2006, S. 47–89, ISSN 0048-2129
  • Oliver Marc Hartwich: Neoliberalism: The Genesis of a Political Swearword. Centre for Independent Studies, 2009, ISBN 1-86432-185-7 (englisch, edu.uy [PDF; 316 kB]). 
  • Taylor C. Boas, Jordan Gans-Morse: Neoliberalism: From New Liberal Philosophy to Anti-Liberal Slogan. In: Studies in Comparative International Development. 44, Nr. 2, 2009, ISSN 0039-3606.

Rezeption und Kritik

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PrimÀrliteratur
  • Silvia Borzutzky: From Chicago to Santiago: Neoliberalism and Social Security Privatization in Chile. In: Governance. Vol. 18, 2005, S. 655–674, doi:10.1111/j.1468-0491.2005.00296.x (englisch). 
  • Pierre Bourdieu: L’essence du nĂ©olibĂ©ralisme. In: Le Monde Diplomatique. MĂ€rz 1998 (französisch, monde-diplomatique.fr). 
  • Wendy Brown: Die schleichende Revolution – Wie der Neoliberalismus die Demokratie zerstört. Suhrkamp, Berlin 2015, ISBN 978-3-518-58681-5. 
  • Wendy Brown: Das Monster des Neoliberalismus. AutoritĂ€re Freiheit in den 'Demokratien' des 21. Jahrhunderts. In: Ulf Bohmann, Paul Sörensen (Hrsg.): Kritische Theorie der Politik. Suhrkamp, Berlin 2019, S. 539–576, ISBN 978-3-518-29863-3.
  • Christoph Butterwegge, Rudolf Hickel, Ralf Ptak: Sozialstaat und neoliberale Hegemonie. Elefantenpress, Berlin 1998, ISBN 3-88520-718-4.
  • Christoph Butterwegge, Bettina Lösch, Ralf Ptak: Kritik des Neoliberalismus. 3., aktualisierte Auflage. Springer VS, Wiesbaden 2017, ISBN 978-3-531-20005-7.
  • Mario Candeias: Neoliberalismus, Hochtechnologie, Hegemonie. Argument, Hamburg 2004, ISBN 3-88619-299-7.
  • Noam Chomsky: Profit over People – Neoliberalismus und globale Weltordnung. Europa-Verlag, Hamburg 2003, ISBN 3-203-76010-X.
  • Colin Crouch: Das befremdliche Überleben des Neoliberalismus. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2011.
  • Ralf Ptak: Vom Ordoliberalismus zur Sozialen Marktwirtschaft. Stationen des Neoliberalismus in Deutschland. Leske und Budrich, Opladen 2004, ISBN 3-8100-4111-4. 
  • Patrick Schreiner: Unterwerfung als Freiheit. Leben im Neoliberalismus (Neue Kleine Bibliothek 206). 3. Auflage. PapyRossa, Köln 2016, ISBN 978-3-89438-573-6.
  • Herbert Schui, Stephanie Blankenburg: Neoliberalismus: Theorie, Gegner, Praxis. VSA-Verlag, Hamburg 2002, ISBN 3-87975-854-9.
  • Quinn Slobodian: Globalists: The End of Empire and the Birth of Neoliberalism. Harvard University Press, Cambridge, MA 2018; deutsch: Globalisten: Das Ende der Imperien und die Geburt des Neoliberalismus. Suhrkamp, Berlin 2019, ISBN 978-3-518-76303-2.[156]
  • Robert W. McChesney: Noam Chomsky and the Struggle Against Neoliberalism. In: Monthly Review. Vol.50, Nr. 11, 1. April 1999, S. 40–47 (englisch). 
  • Byung-Chul Han: Psychopolitik: Neoliberalismus und die neuen Machttechniken. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2014, ISBN 978-3-10-002203-5 (Hardcover), ISBN 978-3-10-403060-9 (E-Book).
  • Mike Konczal: Freedom From the Market: America's Fight to Liberate Itself from the Grip of the Invisible Hand. New Press, New York 2021, ISBN 978-1-62097-537-4.
SekundÀrliteratur
  • Robert W. McChesney: Noam Chomsky and the Struggle Against Neoliberalism. In: Monthly Review. Vol.50, Nr. 11, 1. April 1999, S. 40–47 (englisch). 
  • LjubiĆĄa Mitrović: Bourdieu’s Criticism of the Neoliberal Philosophy of Development, the Myth of Mondialization and the New Europe. In: Facta Universitatis. Philosophy, Sociology and Psychology. Vol. 4, Nr. 1, 2005, S. 37–49 (englisch). 
  • Michael A. Peters: Neoliberal Governmentality: Foucault on the Birth of Biopolitics. In: Susanne Weber, Susanne Maurer (Hrsg.): GouvernementalitĂ€t und Erziehungswissenschaft. Wissen – Macht – Transformation. VS Verlag fĂŒr Sozialwissenschaften, 2006, ISBN 3-531-14861-3, doi:10.1007/978-3-531-90194-7. 
  • Thomas Biebricher: Die politische Theorie des Neoliberalismus. suhrkamp taschenbuch wissenschaft, Berlin, 2021, ISBN 978-3-518-29926-5. 

Weblinks

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Commons: Neoliberalismus â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Neoliberalismus â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  • Literatur von und ĂŒber Neoliberalismus im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • Kevin Vallier: Neoliberalism. In: Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2021.
  • Philipp Ther: Der Neoliberalismus, Version: 1.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 5. Juli 2016.
  • Roland Fritz, Nils Goldschmidt: Neoliberalismus, in: Staatslexikon, 14. August 2021.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Neoliberalismus. In: Duden Wirtschaft von A bis Z: Grundlagenwissen fĂŒr Schule und Studium, Beruf und Alltag. Bibliographisches Institut, 2016, abgerufen am 12. Dezember 2020 (Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung). 
  2. ↑ a b Dieter Nohlen, Florian Grotz: Kleines Lexikon der Politik. C.H.Beck, MĂŒnchen 2011, ISBN 978-3-406-60411-9, S. 391 (google.de [abgerufen am 12. Dezember 2020]). 
  3. ↑ Jonathan D. Ostry, Prakash Loungani, Davide Furceri: Neoliberalism: Oversold? In: Finance & Development. Band 53, Nr. 2, 2016, S. 38–41 (imf.org [PDF; abgerufen am 21. November 2024]). 
  4. ↑ Patricio Silva: In the name of reason: technocrats and politics in Chile. Penn State Press, Pennsylvania 2008, ISBN 978-0-271-03453-9, S. 143.
  5. ↑ Ricardo Ffrench-Davis: Economic Reforms in Chile. From Dictatorship to Democracy. The University of Michigan Press, Michigan 2002, ISBN 0-472-11232-5, S. 10.
  6. ↑ a b c Taylor C. Boas, Jordan Gans-Morse: Neoliberalism: From New Liberal Philosophy to Anti-Liberal Slogan. In: Studies in Comparative International Development. Band 44, Nr. 2, 2009, ISSN 0039-3606, S. 137–161, hier S. 150, doi:10.1007/s12116-009-9040-5 (englisch). 
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  8. ↑ a b Bert Losse: Alexander RĂŒstow: Starker Staat in schwierigen Zeiten. In: Wirtschaftswoche. 11. MĂ€rz 2009, abgerufen am 21. November 2024. 
  9. ↑ a b Oliver Marc Hartwich: Neoliberalism: The Genesis of a Political Swearword. Centre for Independent Studies, 2009, ISBN 978-1-86432-185-2, S. 18 (englisch, org.au [PDF; 316 kB]). 
  10. ↑ Taylor C. Boas, Jordan Gans-Morse: Neoliberalism: From New Liberal Philosophy to Anti-Liberal Slogan. In: Studies in Comparative International Development. Band 44, Nr. 2, 2009, ISSN 0039-3606, S. 137–161, hier S. 145, doi:10.1007/s12116-009-9040-5. 
  11. ↑ a b Taylor C. Boas, Jordan Gans-Morse: Neoliberalism: From New Liberal Philosophy to Anti-Liberal Slogan. In: Studies in Comparative International Development. Band 44, Nr. 2, 2009, ISSN 0039-3606, S. 137–161, hier S. 146, doi:10.1007/s12116-009-9040-5. 
  12. ↑ a b Taylor C. Boas, Jordan Gans-Morse: Neoliberalism: From New Liberal Philosophy to Anti-Liberal Slogan. In: Studies in Comparative International Development. Band 44, Nr. 2, 2009, ISSN 0039-3606, S. 137–161, hier S. 147, doi:10.1007/s12116-009-9040-5. 
  13. ↑ a b Oliver Marc Hartwich: Neoliberalism: The Genesis of a Political Swearword. Centre for Independent Studies, 2009, ISBN 978-1-86432-185-2, S. 27 (englisch, org.au [PDF; 316 kB]). 
  14. ↑ Thomas Biebricher im GesprĂ€ch mit Simone Miller: Neoliberales Denken. Im Kern demokratiefeindlich. In: deutschlandfunkkultur.de. 28. Februar 2021, abgerufen am 21. November 2024. 
  15. ↑ a b c Taylor C. Boas, Jordan Gans-Morse: Neoliberalism: From New Liberal Philosophy to Anti-Liberal Slogan. In: Studies in Comparative International Development. Band 44, Nr. 2, 2009, ISSN 0039-3606, S. 138–161, hier S. 152, doi:10.1007/s12116-009-9040-5. 
  16. ↑ Miguel Sang Ben, AndrĂ©s Van der Horst: Ideales de antaño, necesidades presentes: el liberalismo dominicano como filosofĂ­a emergente. In: Barry B. Levine (Hrsg.): El DesafĂ­o Neoliberal: El Fin del Tercermundismo en AmĂ©rica Latina. Editorial Norma, BogotĂĄ 1992, ISBN 958-04-1848-9, S. 357–378, hier S. 368 (spanisch). 
  17. ↑ a b c Andreas Renner: Die zwei Neoliberalismen. In: Fragen der Freiheit. Nr. 256, Okt./Dez. 2000 (online).
  18. ↑ Claus Leggewie: Adam Smith, Corona und das Comeback des Staates. In: makronom.de. 18. Februar 2021, abgerufen am 21. November 2024. 
  19. ↑ Andreas Renner: Euckens Wirtschaftsethik. Heuristik fĂŒr die Suche nach einer besseren Welt. In: Ingo Pies, Martin Leschke (Hrsg.): Walter Euckens Ordnungspolitik. Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2002, ISBN 3-16-147919-X, S. 172–180, hier S. 176.
  20. ↑ Taylor C. Boas, Jordan Gans-Morse: Neoliberalism: From New Liberal Philosophy to Anti-Liberal Slogan. In: Studies in Comparative International Development. Band 44, Nr. 2, 2009, ISSN 0039-3606, S. 137–161, doi:10.1007/s12116-009-9040-5. 
  21. ↑ Taylor C. Boas, Jordan Gans-Morse: Neoliberalism: From New Liberal Philosophy to Anti-Liberal Slogan. In: Studies in Comparative International Development. Band 44, Nr. 2, 2009, ISSN 0039-3606, S. 138–161, hier S. 141, doi:10.1007/s12116-009-9040-5. 
  22. ↑ Taylor C. Boas, Jordan Gans-Morse: Neoliberalism: From New Liberal Philosophy to Anti-Liberal Slogan. In: Studies in Comparative International Development. Band 44, Nr. 2, 2009, ISSN 0039-3606, S. 138–161, hier S. 154 f., doi:10.1007/s12116-009-9040-5. 
  23. ↑ Taylor C. Boas, Jordan Gans-Morse: Neoliberalism: From New Liberal Philosophy to Anti-Liberal Slogan. In: Studies in Comparative International Development. Band 44, Nr. 2, 2009, ISSN 0039-3606, S. 138–161, hier S.156, doi:10.1007/s12116-009-9040-5. 
  24. ↑ Taylor C. Boas, Jordan Gans-Morse: Neoliberalism: From New Liberal Philosophy to Anti-Liberal Slogan. In: Studies in Comparative International Development. Band 44, Nr. 2, 2009, ISSN 0039-3606, S. 138–161, hier S. 143, doi:10.1007/s12116-009-9040-5. 
  25. ↑ Geoffrey Ingham: Neoliberalism. In: B. Turner (Hrsg.): Cambridge Dictionary of Sociology. Cambridge University Press, Cambridge 2006. 
  26. ↑ Stavros D. Mavroudeas, Demophanes Papadatos: Reform, Reform the Reforms or Simply Regression? The 'Washington Consensus' and its Critics. In: Bulletin of Political Economy. Band 1, Nr. 1, 2007, S. 43–66 (uni-muenchen.de [PDF; abgerufen am 21. November 2024]). 
  27. ↑ Markus RĂŒhling: Ein Synonym fĂŒr Neoliberalismus? Zu Geschichte und Inhalt des 'Washington Konsensus’. In: Zeitschrift fĂŒr Entwicklungspolitik. Nr. 7, 2004 (Online). 
  28. ↑ JĂŒrgen Nordmann: Der lange Marsch zum Neoliberalismus. Vom Roten Wien zum freien Markt – Popper und Hayek im Diskurs. VSA, Hamburg 2005, ISBN 3-89965-145-6, S. 17. ; Juan Gabriel Valdes: Pinochet’s Economists. The Chicago School in Chile. Cambridge University Press, Cambridge 1995, S. 5. 
  29. ↑ Adam Tickell, Jamie A. Peck: Social regulation after Fordism: regulation theory, neo-liberalism and the global-local nexus. In: Economy and Society. Band 24, Nr. 3, 1995, S. 357–386, doi:10.1080/03085149500000015. 
  30. ↑ Sameer M. Ashar: Law Clinics and Collective Mobilization. In: Clinical Law Review. Band 14, 2008, S. 355–414, hier S. 360 (ssrn.com [abgerufen am 21. November 2024]).  Unter Verweis auf Joseph E. Stiglitz: Globalization and Its Discontents. Norton, New York 2002, ISBN 0-393-05124-2, S. 53. 
  31. ↑ Christopher Stark: Neoliberalyse – Über die Ökonomisierung unseres Alltags. Mandelbaum, Wien 2014, ISBN 978-3-85476-635-3. 
  32. ↑ Gerhard Willke: Neoliberalismus. Campus, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-593-37208-8, S. 11, 107. 
  33. ↑ Wendy Brown: Die schleichende Revolution – Wie der Neoliberalismus die Demokratie zerstört. Suhrkamp, Berlin 2015, ISBN 978-3-518-58681-5.
  34. ↑ Philipp Lepenies: Verbot und Verzicht. Politik aus dem Geiste des Unterlassens. 1. Auflage. Suhrkamp, Berlin 2022, ISBN 978-3-518-12787-2, S. 20. 
  35. ↑ Kathrin Meier-Rust: Alexander RĂŒstow – Geschichtsdeutung und liberales Engagement. Klett-Cotta, Stuttgart 1993, ISBN 978-3-608-91627-0, S. 69.
  36. ↑ Alexander RĂŒstow: Sozialpolitik diesseits und jenseits des Klassenkampfes. In: Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft (Hrsg.): Sinnvolle und sinnwidrige Sozialpolitik. VortrĂ€ge und Diskussionen der zwölften Arbeitstagung der Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft am 22. und 23. Januar 1959 in Bad Godesberg. Hoch, Ludwigsburg 1959, S. 20.
  37. ↑ Jan Hegner: Alexander RĂŒstow – Ordnungspolitische Konzeption und Einfluß auf das wirtschaftspolitische Leitbild der Nachkriegszeit in der Bundesrepublik Deutschland. Lucius & Lucius, Stuttgart 2000, ISBN 3-8282-0113-X, S. 7.
  38. ↑ Jan Hegner: Alexander RĂŒstow – Ordnungspolitische Konzeption und Einfluß auf das wirtschaftspolitische Leitbild der Nachkriegszeit in der Bundesrepublik Deutschland. Lucius & Lucius, Stuttgart 2000, ISBN 3-8282-0113-X, S. 8–9.
  39. ↑ Ralf Ptak: Vom Ordoliberalismus zur Sozialen Marktwirtschaft. Stationen des Neoliberalismus in Deutschland. Leske + Budrich, Opladen 2004, ISBN 3-8100-4111-4, S. 17.
  40. ↑ Ralf Ptak: Vom Ordoliberalismus zur Sozialen Marktwirtschaft. Stationen des Neoliberalismus in Deutschland. Leske + Budrich, Opladen 2004, ISBN 3-8100-4111-4, S. 14–16.
  41. ↑ Lars Gertenbach: Die Kultivierung des Marktes: Foucault und die GouvernementalitĂ€t des Neoliberalismus. Parodos, Berlin 2007, ISBN 3-938880-09-0, S. 66–67.
  42. ↑ Lars Gertenbach: Die Kultivierung des Marktes: Foucault und die GouvernementalitĂ€t des Neoliberalismus. Parodos, Berlin 2007, ISBN 3-938880-09-0, S. 72–73.
  43. ↑ Lars Gertenbach: Die Kultivierung des Marktes: Foucault und die GouvernementalitĂ€t des Neoliberalismus. Parodos, Berlin 2007, ISBN 3-938880-09-0, S. 75.
  44. ↑ Ingo Pies: Eucken und von Hayek im Vergleich: zur Aktualisierung der ordnungspolitischen Konzeption. Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2001, ISBN 3-16-147636-0, S. 227.
  45. ↑ Peter Ulrich: Zivilisierte Marktwirtschaft. Eine wirtschaftstethische Orientierung. Haupt, Bern 2010, S. 156 f.
  46. ↑ Lars Gertenbach: Die Kultivierung des Marktes: Foucault und die GouvernementalitĂ€t des Neoliberalismus. Parodos, Berlin 2007, ISBN 3-938880-09-0, S. 73.
  47. ↑ Ingo Pies: Eucken und von Hayek im Vergleich: zur Aktualisierung der ordnungspolitischen Konzeption. Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2001, ISBN 3-16-147636-0, S. 132.
  48. ↑ Ingo Pies: Eucken und von Hayek im Vergleich: zur Aktualisierung der ordnungspolitischen Konzeption. Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2001, ISBN 3-16-147636-0, S. 118.
  49. ↑ Reinhard Zintl: Freiheit. In: Michael Becker, Johannes Schmidt, Reinhard Zintl: Politische Philosophie. 2. Ausgabe, UTB-Verlag, 2006, ISBN 3-8252-2816-9, S. 152.
  50. ↑ a b Philipp Batthyany: Zwang als GrundĂŒbel in der Gesellschaft? Walter Eucken Institut, Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2007, ISBN 978-3-16-149365-2, S. 44–45.
  51. ↑ K. J. Bernhard NeumĂ€rker: Verfassung, Status Quo und ReformtĂ€tigkeit: Begrenzung und Ermöglichung Leistungsstaatlicher TĂ€tigkeit. In: Ingo Pies, Martin Leschke (Hrsg.): F.A. von Hayeks konstitutioneller Liberalismus. J.C.B. Mohr, TĂŒbingen 2003, ISBN 3-16-148218-2, S. 159–166, hier S. 162.
  52. ↑ LĂŒder Gerken, Andreas Renner: Die ordnungspolitische Konzeption Walter Euckens. In: LĂŒder Gerken (Hrsg.): Walter Eucken und sein Werk: RĂŒckblick auf den Vordenker der sozialen Marktwirtschaft.Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2000, ISBN 3-16-147503-8, S. 1–48, hier S. 20.
  53. ↑ LĂŒder Gerken, Andreas Renner: Die ordnungspolitische Konzeption Walter Euckens. In: LĂŒder Gerken (Hrsg.): Walter Eucken und sein Werk: RĂŒckblick auf den Vordenker der sozialen Marktwirtschaft.Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2000, ISBN 3-16-147503-8, S. 1–48, hier S. 22.
  54. ↑ Bernd Ziegler: Geschichte des ökonomischen Denkens. Paradigmenwechsel in der Volkswirtschaftslehre. 2. Auflage. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, MĂŒnchen 2008, ISBN 978-3-486-58522-3, S. 123.
  55. ↑ Josef Drexl: Die wirtschaftliche Selbstbestimmung des Verbrauchers. Eine Studie zum Privat- und Wirtschaftsrecht unter BerĂŒcksichtigung gemeinschaftsrechtlicher BezĂŒge. Mohr Siebeck, TĂŒbingen 1998, ISBN 3-16-146938-0, S. 117.
  56. ↑ a b c d e f g h i j Gerrit Meijer: The History of Neoliberalism: A General View and Developments in Several Countries. In: Rivista Internazionale di Scienze Economiche e Commerciali. Band 34, 1987, S. 577–591. 
  57. ↑ Christoph Butterwegge, Bettina Lösch, Ralf Ptak: Kritik des Neoliberalismus. Springer VS, Wiesbaden 2008, ISBN 3-531-15809-0, S. 17–19.
  58. ↑ Oliver Marc Hartwich: Neoliberalism: The Genesis of a Political Swearword. Centre for Independent Studies, 2009, ISBN 978-1-86432-185-2, S. 21 (englisch, org.au [PDF; 316 kB]). 
  59. ↑ Oliver Marc Hartwich: Neoliberalism: The Genesis of a Political Swearword. Centre for Independent Studies, 2009, ISBN 978-1-86432-185-2, S. 23 (englisch, org.au [PDF; 316 kB]). 
  60. ↑ a b Theresia Enzensberger: Auf dem Berg des magischen Denkens. In: REPUBLIK. 23. Oktober 2021, abgerufen am 25. Februar 2022. 
  61. ↑ Dieter Plehwe: Introduction. In: Philip Mirowski, Dieter Plehwe (Hrsg.): The Road From Mont PĂšlerin. The Making of the Neoliberal Thought Collective. Harvard University Press, Cambridge/London 2009, ISBN 978-0-674-03318-4, S. 19. 
  62. ↑ So Werner Lachmann: Volkswirtschaftslehre 2: Anwendungen. 2. Auflage. Springer, Wiesbaden 2003, S. 30 f.
  63. ↑ Vgl. auch die Entgegensetzung zum „angelsĂ€chsischen Neoliberalismus“ im Artikel Liberalismus in Willi Albers, Anton Zottmann (Hg.): Handwörterbuch der Wirtschaftswissenschaft: (HdWW). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1980, S. 46.
  64. ↑ Ludwig Erhard, Karl Hohmann: Gedanken aus fĂŒnf Jahrzehnten: Reden und Schriften. ECON, DĂŒsseldorf 1988, ISBN 3-430-12539-1, S. 696. 
  65. ↑ Uwe Andersen: Wirtschaftspolitik / Soziale Marktwirtschaft. In: Andersen Uwe, Wichard Woyke (Hrsg.): Handwörterbuch des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland. 8., aktualisierte Auflage. Springer VS, Heidelberg 2021, ISBN 978-3-658-23665-6, doi:10.1007/978-3-658-23666-3. ; auch bei der Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung Text Abruf=2024-12-02
  66. ↑ Jan Hegner, Alexander RĂŒstow: Ordnungspolitische Konzeption und Einfluß auf das wirtschaftspolitische Leitbild der Nachkriegszeit in der Bundesrepublik Deutschland. Lucius & Lucius, Stuttgart 2000, ISBN 3-8282-0113-X, S. 10.
  67. ↑ a b c d e f g h i j k l m Hans Besters: Neoliberalismus. In: Roland Vaubel, Hans D. Barbier (Hrsg.): Handbuch Marktwirtschaft. Neske, 1986, S. 107–122. 
  68. ↑ Karl Georg Zinn: Soziale Marktwirtschaft. Idee, Entwicklung und Politik der bundesdeutschen Wirtschaftsordnung. S. 25 (PDF; 356 kB)
  69. ↑ Gero Thalemann: Die Soziale Marktwirtschaft der Bundesrepublik Deutschland – ein realisiertes Konzept? Analyse von Genesis, theoretischem Gehalt und praktischer Verwirklichung. Disserta, 1. Auflage. 2011, ISBN 978-3-942109-72-7, S. 63.
  70. ↑ Alfred MĂŒller-Armack: Soziale Marktwirtschaft. In: Handwörterbuch der Sozialwissenschaften. Band 9. Stuttgart/TĂŒbingen 1956, S. 390.
  71. ↑ Alfred C. Mierzejewski: Ludwig Erhard. Der Wegbereiter der Sozialen Marktwirtschaft. Siedler, MĂŒnchen 2005, ISBN 3-88680-823-8, S. 59.
  72. ↑ Hans-Rudolf Peters: Wirtschaftspolitik. 3. Ausgabe. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, MĂŒnchen 2000, ISBN 3-486-25502-9, S. 169 f.
  73. ↑ Gerd Habermann: MĂŒssen Utopien sozialistisch sein? In: ORDO – Jahrbuch fĂŒr die Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft. Band 55, Nr. 1, 2004, S. 99–126, hier S. 114, doi:10.1515/ordo-2004-0108.
  74. ↑ Gerhard Kutzenberger: Mitbestimmung der AktionĂ€re. Duncker & Humblot, Berlin 1964, S. 46.
  75. ↑ Lutz Leisering: Der deutsche Nachkriegssozialstaat. Entfaltung und Krise eines zentristischen Sozialmodells. In: Hans-Peter Schwarz (Hrsg.): Die Bundesrepublik Deutschland. Eine Bilanz nach 60 Jahren. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2008, ISBN 978-3-412-20237-8, S. 423–444, hier S. 425.
  76. ↑ Horst Friedrich WĂŒnsche: Soziale Marktwirtschaft als Politik zur EinfĂŒhrung von Marktwirtschaft. In: Ludwig Erhard-Stiftung (Hrsg.): Grundtexte zur Sozialen Marktwirtschaft. Band 3: Marktwirtschaft als Aufgabe. Gustav Fischer, Stuttgart 1994, ISBN 3-437-40331-1, S. 21–46, hier S. 25.
  77. ↑ LĂŒder Gerken (Hrsg.): Walter Eucken und sein Werk: RĂŒckblick auf den Vordenker der sozialen Marktwirtschaft. Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2000, ISBN 3-16-147503-8.
  78. ↑ Wilga Föste: Grundwerte in der Ordnungskonzeption der Sozialen Marktwirtschaft. Metropolis, Marburg 2006, ISBN 3-89518-576-0, S. 147.
  79. ↑ Joachim Zweynert: Die Entstehung ordnungsökonomischer Paradigmen – theoriegeschichtliche Betrachtungen. In: Freiburger Diskussionspapiere zur Ordnungsökonomik. Nr. 8, 2007, ISSN 1437-1510, urn:nbn:de:0168-ssoar-418657. 
  80. ↑ Vortrag Freie Wirtschaft, starker Staat von Alexander RĂŒstow auf der Jahrestagung des Vereins fĂŒr Socialpolitik im September 1932 in Dresden, veröffentlicht in Alexander RĂŒstow: Rede und Antwort. 21 Reden und viele DiskussionsbeitrĂ€ge aus den Jahren 1932 bis 1963. Hrsg.: Walter Horch. 1963, S. 258. 
  81. ↑ Joachim Starbatty: Alexander RĂŒstow. In: Nils Goldschmidt, Michael Wohlgemuth (Hrsg.): Grundtexte zur Freiburger Tradition der Ordnungsökonomik. Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2008, ISBN 978-3-16-148297-7, S. 419.
  82. ↑ Jan Hegner, Alexander RĂŒstow: Ordnungspolitische Konzeption und Einfluß auf das wirtschaftspolitische Leitbild der Nachkriegszeit in der Bundesrepublik Deutschland. Lucius & Lucius, Stuttgart 2000, ISBN 3-8282-0113-X, S. 72 f.
  83. ↑ LĂŒder Gerken, Joachim Starbatty: Schlesien auf dem Weg in die EuropĂ€ische Union: Ordnungspolitik der sozialen Marktwirtschaft und christliche Gesellschaftslehre. Lucius & Lucius, 2001, ISBN 3-8282-0155-5, S. 153.
  84. ↑ Jan Hegner, Alexander RĂŒstow: Ordnungspolitische Konzeption und Einfluß auf das wirtschaftspolitische Leitbild der Nachkriegszeit in der Bundesrepublik Deutschland. Lucius & Lucius, Stuttgart 2000, ISBN 3-8282-0113-X, S. 43.
  85. ↑ JĂŒrgen Nordmann: Popper, ein Neoliberaler? In: Robert Chr. van Ooyen, Martin H. W. Möllers (Hrsg.): Karl Popper und das StaatsverstĂ€ndnis des kritischen Rationalismus. Nomos, Baden-Baden 2019, ISBN 978-3-8487-5084-9, S. 93–104. 
  86. ↑ Karl Popper: Unended Quest. An Intellectual Autobiography. Routledge, London / New York 2002, ISBN 0-415-28589-5, S. 36. 
  87. ↑ Philip Mirowski: Never Let a Serious Crisis Go to Waste: How Neoliberalism Survived the Financial Meltdown. Verso, London 2014, ISBN 978-1-78168-302-6 (books.google.de).
  88. ↑ Daniel Stedman Jones: Masters of the Universe: Hayek, Friedman, and the Birth of Neoliberal Politics. Princeton University Press, Prinston 2012, ISBN 978-0-691-15157-1, S. 40 f.
  89. ↑ Heinz Grossketteler: Kritik der Sozialen Marktwirtschaft aus der Perspektive der neuen Institutionenökonomik. In: Knut Wolfgang Nörr, Joachim Starbatty (Hrsg.): Soll und Haben – 50 Jahre Soziale Marktwirtschaft. Lucius & Lucius, 1999, ISBN 3-8282-0105-9, S. 53–82, hier S. 55, (PDF, S. 3) (Memento vom 18. Januar 2012 im Internet Archive).
  90. ↑ Walther MĂŒller-Jentsch: Strukturwandel der Industriellen Beziehungen. 1. Auflage. VS Verlag fĂŒr Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-531-15567-8, S. 66, 72 ff.
  91. ↑ Katrin Meyer-Rust: Alexander RĂŒstow – Geschichtsdeutung und liberales Engagement. Klett-Cotta, Stuttgart 1993, ISBN 978-3-608-91627-0, S. 69.
  92. ↑ Jörg Guido HĂŒlsmann: Mises: The Last Knight of Liberalism. Ludwig von Mises Institute, Auburn (Alabama) 2007, ISBN 978-1-933550-18-3, S. 708 ff.] (PDF; 5,7 MB) (Online [PDF]). 
  93. ↑ Ursula Weidenfeld: Wettbewerbstheorie, Wirtschaftspolitik und Mittelstandsförderung: 1948–1963 – die Mittelstandspolitik im Spannungsfeld zwischen wettbewerbstheoretischem Anspruch und wirtschaftspolitischem Pragmatismus. Franz Steiner, Stuttgart 1992, ISBN 3-515-05799-4, S. 55.
  94. ↑ Andreas Renner: Die zwei Neoliberalismen. In: Fragen der Freiheit. Nr. Heft 256, Okt./Dez. 2000 S. 6 (Memento vom 28. September 2009 im Internet Archive)
  95. ↑ z. B. Lars Gertenbach: Die Kultivierung des Marktes: Foucault und die GouvernementalitĂ€t des Neoliberalismus. Parodos, Berlin 2007, ISBN 3-938880-09-0, S. 71; LĂŒder Gerken: Von Freiheit und Freihandel: GrundzĂŒge einer ordoliberalen Aussenwirtschaftstheorie. Mohr Siebeck, TĂŒbingen 1999, ISBN 3-16-147280-2, S. 2.
  96. ↑ z. B. Manfred E. Streit: Freiburger BeitrĂ€ge zur Ordnungsökonomik. Mohr Siebeck, TĂŒbingen 1995, ISBN 3-16-146454-0, S. 71–72; Nils Goldschmidt, Michael Wohlgemuth (Hrsg.): Grundtexte zur Freiburger Tradition der Ordnungsökonomik, Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2008, ISBN 3-16-148297-2, S. 11.
  97. ↑ Manfred E. Streit: Freiburger BeitrĂ€ge zur Ordnungsökonomik. Mohr Siebeck, TĂŒbingen 1995, ISBN 3-16-146454-0, S. 71. Vgl. auch Ingo Pies: Eucken und von Hayek im Vergleich: zur Aktualisierung der ordnungspolitischen Konzeption. Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2001, ISBN 3-16-147636-0, S. 134.
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Normdaten (Sachbegriff): GND: 4171438-6 (GND Explorer, lobid, OGND, AKS) | LCCN: sh2005001629 | NDL: 01082743
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