| Klavier | |
|---|---|
| englisch: piano, italienisch: pianoforte | |
| FlĂŒgel und Pianino | |
| Klassifikation | Chordophon Tasteninstrument |
| Tonumfang | |
| Verwandte Instrumente | Celesta, Cembalo, Hackbrett |
| Musiker | |
| Liste von Pianisten Kategorie:Pianist | |
Klavier (von lateinisch clavis âSchlĂŒsselâ; mittellateinisch clavis âTasteâ) bezeichnet heute das moderne, weiterentwickelte Musikinstrument Hammerklavier, also ein Saitenklavier, bei dem auf Tastendruck ĂŒber eine spezielle Mechanik HĂ€mmerchen gegen Saiten geschlagen werden. Die ebenfalls ĂŒbliche Bezeichnung Pianoforte, oder verkĂŒrzt Piano, bezieht sich darauf, dass das Hammerklavier erstmals die Möglichkeit bot, die LautstĂ€rke jederzeit stufenlos zwischen leise (piano) und laut (forte) durch die AnschlagstĂ€rke zu verĂ€ndern. Dies war beispielsweise beim Cembalo, bei dem die Saiten von einer Mechanik gezupft werden, nicht möglich. Die heutigen Hauptformen des Klaviers sind der FlĂŒgel (englisch grand piano) und das Pianino (aufrechtes Klavier, englisch upright piano). Letzteres wird heute fast immer als Klavier bezeichnet und oft mit diesem Begriff gleichgesetzt.
Historisch bezeichnete das Wort Klavier, bis ins 19. Jahrhundert in der Schreibung Clavier oder Clavir, allgemein irgendein Tasteninstrument, gelegentlich auch nur eine Klaviatur, also einen Teil eines Instruments.
Das heutige Klavier ist bei der Bedienung ein Tasteninstrument, ein Schlaginstrument in seiner Erregungsart und wegen des schwingenden Mediums ein Saiteninstrument.
Bezeichnungen
Wortbestimmung: Clavis (lateinisch fĂŒr âSchlĂŒsselâ) stand in der mittelalterlichen Musiktheorie fĂŒr eine mit einem Buchstaben bezeichnete Tonstufe. Weil Tonbuchstaben manchmal direkt auf die Tasten der Orgel geschrieben wurden, konnte die Bezeichnung clavis auf die Taste selbst ĂŒbergehen. In notierter Musik wurden Tonbuchstaben vor die Liniensysteme geschrieben, wodurch die Bezeichnung auch auf den NotenschlĂŒssel ĂŒberging. Im englischen Wort key hat sich die mehrfache Bedeutung âSchlĂŒssel, Tonstufe von festgelegter Höhe, Taste, NotenschlĂŒsselâ bis heute erhalten.[1]
FĂŒr die Gesamtheit aller claves (âTastenâ) wurde ĂŒber französisch clavier [] âTastatur, Klaviaturâ das deutsche Wort Clavier gebrĂ€uchlich. Bis Ende des 18. Jahrhunderts fasste man alle Tasteninstrumente unabhĂ€ngig von der Art der Klangerzeugung, also auch die Orgeln (Windclaviere), unter diesem Namen zusammen (Sebastian Virdung, 1511; Jakob Adlung, 1758).
1619 nannte Michael Praetorius jedes ĂŒber eine Tastatur zum Klingen gebrachte Saiteninstrument clavicordium â sowohl die Tangentenklaviere (vor allem die Clavichorde im engeren Sinn) als auch die Zupfklaviere (Cembali, Virginale und Spinette). In seinem Lehrwerk Versuch ĂŒber die wahre Art das Clavier zu spielen (1753) bezeichnete Carl Philipp Emanuel Bach Spieler aller besaiteten Tasteninstrumente einschlieĂlich des noch recht jungen Hammerklaviers als Clavieristen. Das Cembalo hieĂ bei ihm FlĂŒgel, das Clavichord Clavicord und das Pianoforte Forte piano. Im 19. Jahrhundert setzte sich das Wort Klavier als Bezeichnung fĂŒr Tasteninstrumente mit Hammermechanik allgemein durch.
1960 empfahl der Musikhistoriker Friedrich Wilhelm Riedel die RĂŒckĂŒbertragung des Begriffs âClavierâ in dieser Schreibweise auf alle Tasteninstrumente, weil in Alter Musik die Wahl des Tasteninstruments hĂ€ufig offen gelassen wurde.[2]
Der ebenfalls ĂŒbliche Name Piano ist die Kurzform von Pianoforte (von italienisch piano [] âleiseâ und forte [] âlautâ). Er bezieht sich darauf, dass auf Hammerklavieren â anders als auf Ă€lteren Tasteninstrumenten â durch unterschiedlich starkes Anschlagen der Tasten groĂe Unterschiede der LautstĂ€rke (siehe Dynamik (Musik)) erreichbar sind.
Oft wird mit dem Begriff Klavier einengend nur das Pianino (italienisch âkleines Pianoâ, vertikale Besaitung) bezeichnet, im Gegensatz zum FlĂŒgel (horizontale Besaitung). Seit der Erfindung von Tasteninstrumenten mit elektrischer, elektronischer oder digitaler Klangerzeugung (Digitalpianos) wird er zudem meist fĂŒr Instrumente akustisch-mechanischer Bauweise reserviert, wĂ€hrend das Wort Piano auch die Digitalpianos, die Klang und AnschlaggefĂŒhl des akustisch-mechanischen Instrumentes wirklichkeitsnah zu simulieren versuchen, umfasst.
Geschichte
Vorformen
Besaitete Tasteninstrumente werden historisch auf das Monochord zurĂŒckgefĂŒhrt. Mehrere Monochorde entwickelten sich zur beidhĂ€ndig gespielten FloĂ- oder Röhren-Zither weiter. Daraus entstanden in der Antike einerseits mit Tasten gespielte Orgeln, andererseits verschiedene gezupfte, geschlagene oder gestrichene Saiteninstrumente, darunter das Psalterium.
Das Organistrum aus dem 12. Jahrhundert â eine Drehleier mit durch Tangententasten verĂ€nderbaren SaitenlĂ€ngen â gilt als Zwischenglied der Entstehung besaiteter Tasteninstrumente. 1397 erwĂ€hnt ein Jurist in Padua erstmals ein mit Tasten bedientes Psalterium. 1404 erwĂ€hnten die Minneregeln des Eberhard von Cersne erstmals ein clavicordium und clavicymbolum. 1425 erschien ein solches Instrument auf einem Altarbild in Minden, 1440 beschrieb Arnaut Henri de Zwolle diese neue Instrumentengattung in einem Traktat, darunter auch ein mit einer Hammermechanik bedientes, dem Hackbrett verwandtes Dulce melos.
Durch HinzufĂŒgen einer Tastatur entwickelten sich im SpĂ€tmittelalter aus dem Monochord und dem Psalterium das Clavichord (fest mit der Taste verbundene Tangenten schlagen die Saiten an) und in der Renaissance das Virginal und das Cembalo sowie deren Varianten Clavicytherium und Spinett, bei denen der Ton durch AnreiĂen der Saiten mit einem Kiel erzeugt wird.[3]
Die FlĂŒgelform des Cembalos wurde schlieĂlich zum Vorbild fĂŒr die ersten Klaviere.
Bartolomeo Cristofori (1655â1731)

Gegen Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts wurde viel experimentiert, um ein Tasteninstrument zu konstruieren, das eine dynamische Spielweise (leise, laut und feine Abstufungen) durch unterschiedlich starken Anschlag der Tasten ermöglichte. Der erste, dem dies gelang, war Bartolomeo Cristofori, ein italienischer Instrumentenbauer aus Padua, der spĂ€testens seit 1690 am Hofe Ferdinando deâ Medicis in Florenz als Hofcembalobauer und Kustos der Musikinstrumente-Sammlung angestellt war. Das Inventar der Musikinstrumente aus dem Jahre 1700 listet ein âarpicembalo che fĂ il piano e il forteâ (Cembalo, das laut und leise spielen kann) auf, das ĂŒblicherweise auf das Jahr 1698 datiert wird und als erstes Hammerklavier gelten kann. Vermutlich baute Cristofori in den WerkstĂ€tten im Erdgeschoss der Uffizien bereits 1694 einen Prototyp.[4] Nach einem Treffen mit Cristofori veröffentlichte der römische Literat und Journalist Scipione Maffei im Jahre 1711 einen Artikel im Giornale dei letterati dâItalia ĂŒber ein um 1709 von Cristofori gebautes Instrument, das âgravicembalo col piano e forteâ (Cembalo mit (BefĂ€higung zu) Leise und Laut) genannt wurde. Dieser Artikel enthielt eine Skizze der besonderen Spielmechanik[5] und eine detaillierte Beschreibung der Mechanik, mittels dessen Ăbersetzung ins Deutsche spĂ€ter der Orgelbauer Gottfried Silbermann 1726 seinen ersten HammerflĂŒgel konstruierte.
Cristoforis Instrumente waren bereits erstaunlich ausgereift. Die Mechanik verfĂŒgt ĂŒber einen Mechanismus, bei dem der Hammer mittels einer StoĂzunge und Ăbersetzungshebel gegen die Saite geschleudert wird (StoĂmechanik mit Treiber, d. h. ĂŒbersetzendem Zwischenhebel); eine sogenannte Auslösung (Auskopplung des Hammers von der Tastenbewegung kurz vor dem Anschlag) verhindert ein FestdrĂŒcken des Hammers und ungewolltes BedĂ€mpfen an den Saiten. Per Ton separierte DĂ€mpfer verhindern das Weiterklingen der im Vergleich zum Cembalo krĂ€ftigeren Saiten nach dem Loslassen der Taste. Cristofori verwendete bereits Doppelsaiten (zwei Saiten pro Ton), um das Klangvolumen zu vergröĂern, sowie seit 1722 den una corda-Mechanismus;[6] die Instrumente umfassten vier Oktaven (heutige meistens 7âŻ1â3, s. o. unter Klaviatur). Das InstrumentengehĂ€use hatte er fĂŒr die deutlich höheren ZugkrĂ€fte des Hammerklaviers grĂŒndlich verstĂ€rkt.
Trotz ihrer ausgezeichneten QualitĂ€t fanden die ersten Hammerklaviere in Italien keine groĂe Resonanz, wohl wegen ihres zum Cembalo vergleichsweise hohen Fertigungsaufwandes und anfangs auch schwachen Tones, weshalb Cristofori 1726 aufhörte, HammerflĂŒgel zu bauen. Er widmete sich bis zu seinem Lebensende wieder allein dem Cembalobau.[4] Insgesamt fertigte er knapp 20 HammerflĂŒgel an, von denen heute noch drei erhalten sind. Das Ă€lteste bekannte Exemplar von 1720 steht im Metropolitan Museum of Art in New York, eines aus dem Jahre 1722 im Musikinstrumentenmuseum in Rom und eines aus dem Jahre 1726 im Musikinstrumentenmuseum der UniversitĂ€t Leipzig.[7]
Zwei SchĂŒler und Gesellen Cristoforis, Domenico del Mela (1683 bis ca. 1760) und Giovanni Ferrini (ca. 1699 bis 1758), bauten noch einige Instrumente mit Hammermechanik, die v. a. auf der iberischen Halbinsel Beliebtheit erlangten und an den Königshöfen Spaniens und Portugals eine eigene Tradition begrĂŒndeten. Im Jahre 1732 hatte Lodovico Giustini in Florenz die erste speziell fĂŒrs Hammerklavier geschriebene Musik komponiert, die Anweisungen zum Lauterwerden (Crescendo) und Leiserwerden (Decrescendo) enthielt und anlĂ€sslich eines diplomatischen Besuches des portugiesischen Kronprinzen am florentinischen Hof der Medici gespielt wurde. Der Prinz machte den Christofori-Lehrlingen Angebote, in Portugal unter seiner Sponsorenschaft weiterzuarbeiten, die sie annahmen; sie begleiteten ihn auf dem RĂŒckweg nach Portugal. Hieraus entstand die portugiesische und spanische Klavierbautradition.[8]
In Italien hingegen endete nach Ferrinis Tod fĂŒr viele Dekaden die Klavierbautradition.[9]
Gottfried Silbermann (1683â1753)


Einige unabhĂ€ngige Erfindungen in Frankreich, CuisinĂ©s Clavier (1708) und Jean Mariusâ Clavecin Ă maillets (1716), beide vermutlich inspiriert durch Hebenstreits Pantaleon, schienen auf Grund technischer Schwierigkeiten nicht ĂŒber den Status von KuriositĂ€ten hinauszugehen.[10] Der Funke sprang hingegen auf Deutschland ĂŒber, das fĂŒr die folgenden Jahrzehnte, zusammen mit England, maĂgeblich zur Entwicklung des modernen Klaviers beitragen sollte. Der deutsche Clavichord-Lehrer Christoph Gottlieb Schröter erfand etwa um 1717 zwei Hammermechaniken fĂŒr Cembali, die er allerdings aus finanziellen GrĂŒnden nicht weiterentwickeln konnte. Trotzdem galt er lange Zeit als Erfinder des Klaviers.[11] Einer der bedeutendsten Orgelbauer der Barockzeit, Gottfried Silbermann, lernte im Jahre 1717 einen HammerflĂŒgel aus Cristoforis Werkstatt kennen. Das Instrument gelangte im Tross von Musikern nach Dresden. Diese waren einer Einladung gefolgt, am kurfĂŒrstlichen Hof drei neue Opern Antonio Lottis uraufzufĂŒhren. Zusammen mit Johann Ulrich von König konnte er das Instrument untersuchen und König ĂŒbersetzte Maffeis Beschreibung der Mechanik ins Deutsche.[12] Silbermann hatte das nötige Know-how sowie die finanziellen Mittel, um ein eigenes Modell, basierend auf Cristoforis Mechanik, zu entwickeln, das er im Jahre 1726 prĂ€sentieren konnte. Er baute in der Folge ein weiteres Hammerklavier. âEins davon hatte der sel. Kapelm. Hr. Joh. Sebastian Bach gesehen und bespielet. Er hatte den Klang desselben gerĂŒhmet, ja bewundert: Aber dabey getadelt, daĂ es in der Höhe zu schwach lautete, und gar zu schwer zu spielen sey. Dieses hatte Hr. Silbermann, der gar keinen Tadel an seinen Ausarbeitungen leiden konnte, höchst ĂŒbel aufgenommen. Er zĂŒrnte deswegen lange mit dem Hrn. Bach.â[13] Trotzdem arbeitete Silbermann fast zehn Jahre lang an der Verbesserung seiner Instrumente und erntete schlieĂlich Bachs Anerkennung. Nach dem Regierungsantritt König Friedrichs II. von PreuĂen konnte der Freiberger Instrumentenbauer 15 Instrumente an den Hof nach Potsdam liefern.[14] 1747 improvisierte dann Johann Sebastian Bach vor dem König auf einem dieser HammerflĂŒgel sein dreistimmiges Ricercare. Dieses heute im Neuen Palais Potsdam aufbewahrte Instrument wird von der Firma Neupert nachgebaut.[15]
Zu dieser Zeit verfĂŒgte das Hammerklavier offenbar bereits ĂŒber einen guten Ruf. Es war das universellste Tasteninstrument und ein exzellentes Klangwerkzeug fĂŒr einen professionellen Musiker.[16] Silbermanns Piano Fort genannte Hammerklaviere verfĂŒgten ĂŒber eine Prellmechanik. Neu kam eine DĂ€mpfungsaufhebung mit Handhebeln dazu, die seither (heute ĂŒber die Bedienung durch das Forte-Pedal) zur Grundausstattung eines jeden Klaviers gehört.[17]
Zahlreiche SchĂŒler Silbermanns fĂŒhrten seine Arbeit fort und entwickelten sie weiter. Als besonders innovativ erwies sich Christian Ernst Friederici. Er baute als Erster ein Tafelklavier und experimentierte viel mit aufrecht stehenden Instrumenten; berĂŒhmt und eindrucksvoll sind seine PyramidenflĂŒgel.[14] Zwölf von Silbermanns Studenten (deshalb auch âdie zwölf Apostelâ genannt) flohen in den Wirren des SiebenjĂ€hrigen Krieges nach England, wo sie die englische Klavierbautradition begrĂŒndeten.[12]
Johann Andreas Stein und die Wiener Mechanik
Der Orgelbauer Johann Andreas Stein erlernte beim elsĂ€ssischen Zweig der Silbermann-Familie in StraĂburg sein Handwerk. Er grĂŒndete 1750 in Augsburg seine eigene Werkstatt und begann, eigene Hammerklaviere zu entwickeln. Er nahm entscheidende VerĂ€nderungen vor, die den Klavierbau der folgenden Dekaden nachhaltig prĂ€gten. Er verbesserte Silbermanns Prellmechanik, indem er eine Auslösung einbaute, wodurch sie leichter spielbar wurde. Diese Prellzungenmechanik entstand um 1781 und wurde als Deutsche Mechanik bekannt. Die GehĂ€use seiner Instrumente waren viel robuster gebaut und vielfach verstrebt. Der Resonanzboden war krĂ€ftiger dimensioniert und unter Spannung durchgehend berippt.[17] All diese Neuerungen verliehen Steins Hammerklavieren einen neuen Klangcharakter. Sie waren heller, durchdringender und prĂ€senter. Die neue Ausdruckskraft stieĂ bei Komponisten und Musikern auf Begeisterung und schuf damit die Grundlage fĂŒr das Klavier als Soloinstrument.
Steins Nachkommen fĂŒhrten das GeschĂ€ft weiter, seine Kinder Andreas und Nanette zogen 1794 nach Wien. Nach weiteren Verbesserungen wurde Steins Mechanik unter dem Namen Wiener Mechanik bekannt und von zahlreichen Klavierbauern adaptiert. Insbesondere bewirkte der FĂ€nger, ein mit Lederauflage versehener Klemmklotz an der Taste, eine groĂe Verbesserung der Spielmechanik. Er verhindert, dass der von den Saiten herabfallende Hammer zurĂŒckprellen kann und einen ungewollt doppelten Ton erzeugt.
Wien war damals neben London eine Weltmetropole der Musik und ein idealer NĂ€hrboden fĂŒr KĂŒnstler und Erfinder. Ăber 100 Instrumentenbauer waren zeitweise in Wien aktiv, höchst angesehen die Geschwister Stein sowie Joseph Brodmann, Conrad Graf und Anton Walter.[18]
Entwicklung in England: Tafelklavier, Englische Mechanik, Verstrebungen

Im Gegensatz zu Johann Andreas Stein, der Silbermanns Prellmechanik weiterentwickelte, griffen die englischen Klavierbauer, darunter viele Silbermann-SchĂŒler, die in den Wirren des SiebenjĂ€hrigen Krieges nach England ausgewandert waren, direkt auf Cristoforis StoĂmechanik zurĂŒck. Aus praktischen und finanziellen GrĂŒnden fertigte Johann Christoph Zumpe etwa zwischen 1760 und 1762 sein erstes Tafelklavier an. Es war ein kostengĂŒnstig herstellbares Instrument mit einer einfachen Mechanik und wenigen AusschmĂŒckungen.[19] Das Tafelklavier wurde in England ein groĂer Verkaufserfolg. Es wurde Mode, eines zu besitzen; Zumpe konnte âsie nicht schnell genug produzieren, um das Verlangen der Ăffentlichkeit zu befriedigenâ.[20] Nun begannen auch zahlreiche andere Londoner Klavierbauer, Tafelklaviere zu bauen. Der im Vergleich zum Hammerklavier und zum Cembalo gĂŒnstige Preis erlaubte es auch dem BĂŒrgertum, ein Instrument zu erwerben. Der kommerzielle Erfolg des Tafelklaviers in England legte die Basis dafĂŒr, dass das Klavier spĂ€ter zu einem der beliebtesten und weitest verbreiteten Instrumente des europĂ€ischen BĂŒrgertums wurde.
Auch Americus Backers entwickelte um etwa 1772 eine neue StoĂzungenmechanik. Nach Verbesserungen durch Robert Stodart und John Broadwood wurde diese als Englische Mechanik bekannt. John Broadwood, schottischer Vorarbeiter, dann Schwiegersohn des nach London emigrierten Schweizers Burkhard Tschudi, war vermutlich einer der ersten, der wissenschaftliche Methoden anwandte, um Mechanik und Klang zu verbessern. Er ermittelte die optimale Position, an der der Hammer die Saite anschlagen sollte, damit diese möglichst voll tönt. Seither werden Klaviersaiten ca. bei einem Siebtel bis Neuntel ihrer klingenden LĂ€nge angeschlagen, eine ungerade Teilzahl, um Oberschwingungen und eine Klanganreicherung zu erzielen. Broadwood ĂŒberbrĂŒckte erstmals den die Struktur des FlĂŒgels schwĂ€chenden Hammerschacht mit einer stĂ€hlernen Klammer, Anbeginn der Entwicklung innerer Verstrebungen der FlĂŒgel. Die HammerschachtbrĂŒckenklammer ermöglichte ihm, den Tonumfang der Klaviatur um eine Oktave zu erweitern. Die Mehrung und QualitĂ€tsverbesserung innerer AbstĂŒtzungen bewirkte dann binnen weniger Jahrzehnte die Verbreiterung des Tonumfangs auf die heute gebrĂ€uchlichen 88 Tasten. Broadwoods Erfindungen waren Ă€uĂerst erfolgreich. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts fertigte er rund 400 Pianos pro Jahr, deutlich mehr als jeder andere Hersteller.[21] Broadwoods Manufaktur wurde in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts zum gröĂten Klavierbauer der Welt.
Entwicklung in der ersten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren zwei FlĂŒgelmechaniken vorherrschend: Die auf Johann Andreas Stein zurĂŒckgehende Wiener Mechanik (Prellzungenmechanik) und die von Backers, Stodart und Broadwood entwickelte Englische Mechanik (StoĂzungenmechanik). Die mit Wiener Mechanik ausgestatteten Instrumente waren graziler in der Bauart. Der Klang war dĂŒnner und sĂŒĂer. Doch die Musiker und Komponisten der aufkommenden Romantik verlangten nach mehr Kraft, LautstĂ€rke, gröĂerem Tonumfang und mehr Ausdrucksmöglichkeiten, so dass sich die Englische Mechanik mehr und mehr durchsetzte. Um das Klangvolumen weiter zu verstĂ€rken, waren etliche Anpassungen nötig. Mehr Klang erfordert gröĂere und schwerere HĂ€mmer. Dies war konstruktionsbedingt mit der englischen StoĂzungenmechanik besser zu realisieren. Zwischen 1750 und 1850 wuchs die Klaviatur von rund fĂŒnf auf siebeneinhalb Oktaven an. Der Trend zu gröĂerer LautstĂ€rke und gröĂerem Tonumfang verlangte mehr und dickere Saiten, deren enorme Zugkraft aufgefangen werden musste. Der Weg fĂŒhrte ĂŒber zusĂ€tzliche Verstrebungen und Eisenspreizen (ab 1799) schlieĂlich zum eisernen Gussrahmen. Erste Patente dazu stammen von Broadwood (1827), Chickering (1843) und die heute ĂŒbliche Form von Steinway & Sons (1859).[22] Ab 1824 wurden Klaviersaiten aus stĂ€rker belastbarem Gussstahl hergestellt. Der 1830 erfundene kreuzsaitige Bezug erlaubte die Anordnung der Saiten in zwei diagonal ĂŒbereinander verlaufenden Gruppen. Dies brachte Vorteile fĂŒr die Statik des Instruments und ermöglichte lĂ€ngere Saiten auch in kĂŒrzeren bzw. niedrigeren Instrumenten.

Eine Innovation von Johann Heinrich Pape (1789â1875) im Jahre 1826 sollte tiefgreifende Auswirkungen auf den Klavierklang haben und diesen grundlegend verĂ€ndern. Er umwickelte die Hammerköpfe nicht wie bisher ĂŒblich mit Leder, sondern mit einem Filzbelag. Filz kann bei richtiger Behandlung widerstandsfĂ€higer als Leder sein und lĂ€sst sich auch besser bearbeiten.[23] In der MaximalausprĂ€gung des Hammerbaues nach den Entwicklungen von Henri Herz in Paris hatten die FlĂŒgel von Herz, Erard und Pleyel in Paris zur Zeit Chopins bis zu neun Lagen, innen am Holzkern begonnen mit zwei Lagen Hirschleder, mehrere unterschiedlich dichte Lagen Filz und Wolle bis hin zu Kaninchenfell auĂen als weichstem Werkstoff. HĂ€mmer dieser extrem aufwendigen Art erlaubten Kundigen eine Reichhaltigkeit und Farbigkeit des Klavierklanges zu erzeugen, die mit der Entwicklung zu noch gröĂeren KonzertsĂ€len und zu höherer LautstĂ€rke, erzielt mit dichtem ein- oder zweilagigem Filz, teils wieder verlorenging. Die Aufbringung des Filzes auf den Hammer ist ein delikater Prozess. Bei vielen Hammerherstellern ist die genaue Vorgehensweise ein gut gehĂŒtetes Geheimnis. Die Intonierung eines Klavieres, die durch Auflockern und teils HĂ€rten des Filzes erzielte DetailverĂ€nderung des Klanges eines Einzeltones zur Angleichung innerhalb des gesamten Tonumfanges, ist seither die höchste Kunst der Klavierbauer.
Eine bahnbrechende Erfindung im Klavierbau stammt vom Franzosen SĂ©bastien Ărard. Er entwickelte auf der Basis der Englischen Mechanik eine Repetitionsmechanik, die er 1821 patentieren lieĂ.[24] Sie erlaubt mittels eines gefederten Repetierschenkels auf Höhe des auskoppelnden StöĂels das Repetieren eines Tones, ohne die Taste ganz loslassen zu mĂŒssen. Der Repetierschenkel Ărards ermöglicht seither im FlĂŒgel eine rasche Anschlagfolge fĂŒr ein virtuoses, schnelles Spiel. Nach Verfeinerungen von Henri Herz, etwa in den Jahren 1840 bis 1850, entstand die FlĂŒgelmechanik der sogenannten doppelten Auslösung, die bis heute praktisch unverĂ€ndert blieb.
Die DĂ€mpfungsaufhebung erfolgte bei einfachen Instrumenten ĂŒber einen Handzug, den Pantaleonzug oder Fortezug, im âMozartflĂŒgelâ ĂŒber gut funktionierende Kniehebel, dann aber zunehmend ĂŒber Pedale; neben der DĂ€mpferaufhebung waren ein Moderator (Filztuchstreifen) und zunehmend die Verschiebung ĂŒblich, aber auch Fagottzug (gegen die Saiten gedrĂŒckte Pergamentrolle), Harfenzug (BĂŒrsten- oder Tuchfransenleiste), Lautenzug (mit Leder bespannte Leiste), Janitscharenzug (Schlagwerk mit Pauke, Glocken bzw. Schellen) etc. Diese noch vom Cembalobau stammenden Modifikationen des Saitenklanges gingen jedoch nach 1830 drastisch zurĂŒck. Es verblieben am Klavier zunĂ€chst zwei Pedale, die DĂ€mpfungsaufhebung (âforteâ) und die seitliche Verschiebung des Hammeranschlags (âuna chordaâ).
Das Hammerklavier erlebte in der ersten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts eine BlĂŒtezeit und war nicht mehr aus der Gesellschaft wegzudenken. Das Klavier war den FĂŒrstensalons entwachsen, es wurde in Form des groĂen KonzertflĂŒgels integraler Bestandteil des Konzertwesens groĂer StĂ€dte und in der Form von Tafelklavieren, beginnenden Hochklavieren und teils FlĂŒgeln auch der gutbĂŒrgerlichen Wohnung.[23]
Entstehung des Pianinos
Schon von Anfang an wurden auch aufrecht stehende FlĂŒgel gebaut, so bereits vom Cristofori-SchĂŒler Domenico del Mela[9] und vom Silbermann-SchĂŒler Christian Ernst Friederici (1745).[25] Diese Instrumente hatten oft eindrĂŒckliche Formen, die mit Namen wie Giraffenklavier, Harfenklavier, LyraflĂŒgel, Pyramidenklavier oder Schrankklavier belegt wurden; sie waren meist sehr hoch, sehr exklusiv und hatten nicht viel gemeinsam mit den heutigen Pianinos. Die ersten kleinen Pianinos entstanden um 1800 unabhĂ€ngig von Matthias MĂŒller in Wien und John Isaac Hawkins in Philadelphia. Technisch und kommerziell erfolgreich wurde Robert Wornum, der um 1811 ein Cottage Piano baute, das sich bis 1826 zum Piccolo Piano entwickelte und zum Vorbild fĂŒr alle spĂ€teren Pianinos werden sollte. Seine Mechanik ist eine StöĂelmechanik mit Auslösung; sie beruht auf den Prinzipien der englischen Mechanik von FlĂŒgeln und wandelt diese mittels des Hammer-Drehgelenks ab, der sogenannten Hammernuss. Er entwickelte sie in den 1830er Jahren weiter. Diese Mechanik wurde in Paris von Pleyel und Pape weiterentwickelt und kommerziell erfolgreich gemacht, weshalb sie auch als Französische Mechanik bekannt wurde. Sie entspricht im Wesentlichen schon der heutigen Klaviermechanik.[26] Die Bauweise der Pianinos löste die material- und platzaufwendigeren und klanglich benachteiligten Tafelklaviere in Europa bereits um ca. 1850, in den USA bis ca. 1900 ab. Die Klavierhersteller versuchten ihre Baukunst nicht nur durch technische Aspekte zu behaupten, sondern auch durch besonders kunstvolle Gestaltung der GehĂ€use, die sie v. a. fĂŒr die zahlreichen Messen und Ausstellungen extra anfertigten. Die zumeist sehr wohlhabenden Kunden bestellten Klaviere und FlĂŒgel oft nach Skizzen bedeutender Architekten und KĂŒnstler, sodass viele Ă€uĂerst prachtvolle Instrumente entstanden. In Deutschland hatte z. B. der Klavierhersteller Ibach eine eigene Fabrik in Köln mit bis zu 2000 Mitarbeiter, die diese kunstvollen GehĂ€usearbeiten ausfĂŒhrte. Auch C. Bechstein in Berlin hat sehr viele dieser sogenannten Artcase Instrumente hergestellt.
Entwicklung in der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts


Um die Mitte des 19. Jahrhunderts waren die meisten Elemente des modernen Klaviers, sowohl beim FlĂŒgel als auch beim Pianino, entwickelt. Was folgen sollte, waren einige wenige Neuerungen, v. a. die Kreuzbesaitung beim FlĂŒgel, besonders aber kontinuierliche Verfeinerungen und Verbesserungen bei Mechanik, Konstruktion und Herstellungsverfahren. Charakteristisch fĂŒr die zweite HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts ist eine nie zuvor dagewesene Intensivierung der Produktion. 1850 wurden in Europa rund 33.000 Klaviere gefertigt, 1910 waren es bereits 215.000 StĂŒck.[26] Die starke Zunahme dĂŒrfte zum einen mit der stetig steigenden Beliebtheit des Klaviers bei der bĂŒrgerlichen Mittelklasse, bei der der Besitz eines Pianinos zum Statussymbol avancierte, zum anderen aber auch mit der generellen Bevölkerungszunahme im 19. Jahrhundert zusammenhĂ€ngen. Das einst so beliebte Tafelklavier wurde vom Pianino verdrĂ€ngt, wobei es gewissermaĂen Opfer seines eigenen Erfolgs wurde. Es entwickelte sich vom anfangs einfachen, kleinen Instrument zu einem groĂen und schweren Koloss in exklusiver AusfĂŒhrung. Die LĂŒcke fĂŒllte das neue, kleinere und preiswertere Pianino, das international zum mit Abstand beliebtesten Hausinstrument des BĂŒrgertums wurde.[27] Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatten die meisten Instrumentenbauer ihre Tafelklavierproduktion eingestellt.[28]
An der Londoner Industrieausstellung (Great Exhibition) von 1851, einer der ersten groĂen internationalen Weltausstellungen, trafen sich erstmals Klavierhersteller aus ganz Europa und der neuen Welt. Die Ausstellung war ein riesiger Erfolg und sollte fortan regelmĂ€Ăig stattfinden. Solche AnlĂ€sse lieĂen technologische Vergleiche zu, stachelten die Konkurrenz an und trugen wesentlich zu Innovationen bei.[29] Eine zentrale Rolle bei den weiteren Entwicklungen des Klaviers spielte Heinrich Steinweg und sein Sohn Henry Steinway. Sie patentierten 1859 die vollstĂ€ndige Verbindung von Gussrahmen und Kreuzbesaitung bei FlĂŒgeln und 1866 den Einbau von Gussrahmen und Kreuzbesaitung bei Pianinos.[23] 1878 lieĂ Steinway die Formbiegung des FlĂŒgelgehĂ€uses aus laminierten Ahornschichten patentieren.[30] Mit diesen Neuerungen war die Form und Grundkonstruktion des modernen Klaviers entstanden, die sich seither, seit ĂŒber 140 Jahren, kaum mehr verĂ€ndert hat. Die Neuerungen wurden bald von anderen Herstellern ĂŒbernommen.
Den KonzertflĂŒgel kann man mit den Entwicklungen des Steinway & Sons Modell Centennial D vom Dezember 1875 als weitenteils ausentwickelt betrachten. Er hat die Kreuzbesaitung von 1859, die einteilige Gussplatte, das Mechanikgestell von 1871, das Sostenutopedal und die Pilotenschrauben von 1875, erst auch noch die Bass-Spannschrauben am Resonanzboden, die 1878 entfielen. Die dann noch folgenden kleineren Modifikationen dienten weniger der Klangverbesserung als eher der Vereinfachung und Verbilligung der Produktion und der Verbesserung des Handlings â unter Beibehaltung des erzielten Klangergebnisses. Sein Nachfolger, der 1884 herausgebrachte und noch heute produzierte D-FlĂŒgel, ist beinahe 200 Kilogramm leichter. Der Centennial D zeigte ĂŒber seine Produktionszeit noch einige experimentelle Entwicklungen, aber mit der Installation des âRimsâ, des aus Dickten verleimten AuĂengehĂ€uses, beim Modell D ab 1880, war die endgĂŒltige Form gefunden. Was in jenen Jahren fortschreitender Technologie zunĂ€chst kaum auffiel, war die Verarmung des Klanges der FlĂŒgel mit HĂ€mmern aus gebogenen Filzstreifen nach den Dolge-Patenten und Saiten aus dem 1856 erfundenen Bessemer-Stahl â Entwicklungen, die den Anforderungen an die Beschallung sehr groĂer KonzertsĂ€le mit 2500 bis 7000 Zuhörern geschuldet waren, eine Leistung, die die FlĂŒgel 30 Jahre zuvor keinesfalls hĂ€tten erbringen können. Dieser bis heute als technisch aktuell anzusehende FlĂŒgeltyp wurde auf der Weltausstellung 1876 prĂ€miert â und seither kaum noch entscheidend verbessert.
Die französischen FlĂŒgel der 1830er und 1840er Jahre von Hertz, Boisselot, Erard und insbesondere Pleyel waren jedoch klangreicher, feuriger, allerdings leiser und nicht fĂŒr Publikum von mehr als 1000 Personen geeignet, und ihr Klangreichtum musste mit einem ungemein hohen, nach heutigen MaĂstĂ€ben keinesfalls zu leistendem Wartungsaufwand an den schnell verschleiĂenden, aufwendig handgefertigten HĂ€mmern bezahlt werden.
WĂ€hrend in den Kriegen und politischen UmwĂ€lzungen des 18. und frĂŒhen 19. Jahrhunderts viele Klavierbauer aus Deutschland und Frankreich nach England und nach Amerika flohen, kehrten in der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts viele wieder zurĂŒck nach Europa. Deutschland wurde, vor England, Frankreich und den USA, zum fĂŒhrenden Klavierherstellerland weltweit. Deutsche Klavierbauer lieferten in die ganze Welt.
| Land | StĂŒck | Land | StĂŒck | |
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | 73.000 | USA | 25.000 | |
| England | 35.000 | Frankreich | 20.000 |
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts waren Berlin (ĂŒber 200 Klavierbauer) und Leipzig die Zentren des Klavierbaus.[31] Eine so groĂe Nachfrage konnte nur durch verĂ€nderte und standardisierte Produktionsmethoden und die aufkommende, fabrikmĂ€Ăige Massenproduktion befriedigt werden.
Das 20. und 21. Jahrhundert

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts boomte das Klavier auch in den Vereinigten Staaten, die die europĂ€ische Produktion bald ĂŒberholten. 1910 wurden in den USA 370.000 Klaviere produziert, im Gegensatz zu 215.000 in Europa.[26] In der HochblĂŒte des Klavierbaus wurden allein in Deutschland 300.000 StĂŒck im Jahr verkauft; das Klavier war zu dieser Zeit âStatussymbol, Kommunikationsmittel und liebste FreizeitbeschĂ€ftigung zugleichâ und erlaubte Töchtern âaus gutem Hauseâ, sich mit ihrem Vorspiel fĂŒr MĂ€nner vorteilhaft darzustellen.[32] Ende des 19. Jahrhunderts wurde in den USA das Pianola (Markenname des US-Herstellers Aeolian) erfunden und auch in Europa kamen die pedalbetriebenen Selbstspielklaviere v. a. durch Hupfeld sehr in Mode, sodass Anfang des 20. Jahrhunderts phasenweise mehr Pianola-Klaviere und -FlĂŒgel ausgeliefert wurden als reine Handspiel-Klaviere und die Klavierproduktion ihren Höhepunkt erreichte. Der BlĂŒtezeit in Deutschland wurde durch die beiden Weltkriege und die Weltwirtschaftskrise und auch durch einen verĂ€nderten Zeitgeschmack ein jĂ€hes Ende gesetzt. Hausmusik wich der Schallplatte und dem Radio, Klavierspielen lernen gehörte nicht mehr automatisch zur Ausbildung. Zahlreiche Hersteller mussten ihre Fabriken schlieĂen, verloren sie durch Zerstörung im Krieg oder mussten auf Kriegsmaterialproduktion umstellen.[33] ZusĂ€tzlich geriet die Klavierproduktion auch in Kritik und Material-Schwierigkeiten durch den zuvor massenhaften Einsatz von Elfenbein als Tastenbelag fĂŒr die Klaviatur eines Klaviers, der fast zur Ausrottung der Elefantenpopulationen in Afrika fĂŒhrte. Nur zaghaft erholte sich die Branche nach dem Zweiten Weltkrieg und erst in den 1960er Jahren begann allmĂ€hlich wieder ein Aufschwung. Auch die deutsche Wiedervereinigung wirkte sich positiv auf den Klavierbau aus, konnten sich doch bis 1990 traditionsreiche Firmen in Ostdeutschland (zum Beispiel BlĂŒthner) nicht voll entfalten. Der Einbruch der europĂ€ischen Klavierproduktion wurde von der amerikanischen und der aufkommenden asiatischen kompensiert. Besonders die letzten Jahrzehnte sind durch den boomenden Klavierbau in Japan, SĂŒdkorea und China geprĂ€gt. Die japanische Yamaha Corporation fertigt mittlerweile FlĂŒgel auf höchstem Niveau, die man immer öfter in KonzertsĂ€len (z. B. der Philharmonie in Berlin) antrifft. Die koreanische Young Chang und die chinesische Pearl River Gruppe gehören heute zu den zahlenmĂ€Ăig gröĂten Klavierherstellern der Welt.[34]
Seit den 1980er Jahren werden vermehrt auch die Vorteile der Elektronik im Klavierbau eingesetzt. Das Resultat ist eine Kombination von akustisch-mechanischem Piano und Digitalpiano. Dazu wird in der Klaviermechanik eine Stoppleiste montiert, die die HĂ€mmer kurz vor dem Anschlagen der Saite auffĂ€ngt (Stummschaltung). Gleichzeitig wird unter den Tasten eine Sensorik montiert, die die Spielsignale auf eine Box ĂŒbertrĂ€gt an der Kopfhörer angeschlossen werden können. Somit lĂ€sst sich das Klavier auch âstummâ spielen. Diese Technik wird von verschiedenen Klavierherstellern verwendet und mit verschiedenen, Ă€hnlich klingenden Namen versehen. Yamaha nennt sie Silent Piano (TM) und seit der Neuvorstellung der nĂ€chsten Generation auch TransAcoustic (TM), Kawai Anytime und PianoDisc QuietTime. Auch zum NachrĂŒsten werden solche Stummschalt-Systeme angeboten.
Zu den fĂŒhrenden Klavierherstellern gehören heute Steinway & Sons, Yamaha (vor allem mit der CF-Serie), Fazioli, Kawai und Bösendorfer (Wien) (gehört seit 2007 zur Yamaha Gruppe) sowie auch die deutschen Unternehmen C. Bechstein, Julius BlĂŒthner, Wilhelm Schimmel, Sauter und Steingraeber.[35]
Elektronische Pianos, Digitalpianos und Hybridpianos


Eine charakteristische Entwicklung des 20. Jahrhunderts sind die elektronischen Tasteninstrumente. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde, kaum nach Entdecken der ElektrizitĂ€t, mit deren neuen Möglichkeiten experimentiert. Aus ihnen entwickelten sich selbststĂ€ndige und neue Instrumentengruppen, so beispielsweise das Rhodes Piano, welche meist fĂŒr andere Musikstile als das klassische Piano Verwendung finden. So hat beispielsweise ein Keyboard nicht mehr viel mit einem Klavier zu tun.
Eine ganz andere Entwicklungslinie, welche in den 1980er Jahren begann, steht hinter den Digitalpianos. Im Gegensatz zu frĂŒheren Neuentwicklungen in der Geschichte des Klaviers, ist das Ziel nicht die Verbesserung des Bestehenden oder die Erschaffung von etwas Neuem, sondern im Gegenteil die Absicht, das âOriginalâ möglichst genau zu imitieren. Die entscheidenden Elemente sind dabei der Klang und das SpielgefĂŒhl (Klaviatur und Mechanik). Heute wird der Klang eines Tones nicht synthetisiert, sondern unter verschiedenen Bedingungen (AnschlagstĂ€rke, Pedalgebung, Resonanzen in AbhĂ€ngigkeit von bereits zuvor niedergedrĂŒckten Tasten) mit hochwertigen Mikrophonen aufgenommen, digitalisiert und gespeichert (englisch: âSamplingâ) und dann durch das digitale Instrument entsprechend der BetĂ€tigung der Tasten wiedergegeben.[36]
Um das SpielgefĂŒhl möglichst genau zu imitieren, wurden eigene Mechaniken fĂŒr Digitalpianos entwickelt. Teilweise werden sogar Klaviermechaniken von mechanisch-akustischen Instrumenten eingebaut, deren Bewegung mit Sensoren erfasst wird. Man spricht in diesem Falle von Hybridpianos.
Digitale Instrumente werden zunehmend auch von professionellen Pianisten zu Ăbungszwecken[37] und zum Unterrichten eingesetzt.[38] Sie bieten gegenĂŒber akustischen Klavieren nicht nur Nachteile, sondern auch bestimmte VorzĂŒge, wobei die Bandbreite und QualitĂ€t auch bei derlei Instrumenten sehr stark variieren kann: Der Bezugston lĂ€sst sich transponieren und die Tonhöhe kann frequenzgenau angepasst werden. Ferner können bei manchen Modellen die Klangfarbe, Klangeffekte und das Stimmungssystem gewĂ€hlt werden. Viele Digitalpianos verfĂŒgen ĂŒber digitale Schnittstellen und können sowohl zur Aufnahme der darauf gespielten Musik als auch zur Wiedergabe eingesetzt werden. Sie sind verhĂ€ltnismĂ€Ăig leicht und brauchen kaum Wartung. Die LautstĂ€rke lĂ€sst sich regulieren und das Instrument kann mit Kopfhörern gespielt werden. DafĂŒr reicht der Klang und das AnschlagsgefĂŒhl eines Digitalpianos in der Regel nicht an ein echtes Klavier heran.
Aufbau
Bestandteile

FlĂŒgel und Pianos haben alle wesentlichen Bauteile gemeinsam:
- das GehÀuse (den Korpus) mit Balkenkonstruktion, Verstrebungen und Rasten aus Holz
- den darauf geleimten Resonanzboden aus Holz
- den Stimmstock aus Holz
- die auf den Stimmstock geschraubte gusseiserne Platte mit eingeschraubten Wirbeln aus Metall, an denen die Saitenenden aufgewickelt sind
- Saiten aus Gussstahldraht (fĂŒr die tiefsten Töne je eine mit Kupferdraht umsponnene dickere Saite, fĂŒr einen Ăbergangsbereich je zwei mit Kupferdraht umsponnene dĂŒnnere Saiten, fĂŒr die ĂŒbrigen Töne je drei Blanksaiten)
- die Klaviermechanik, bestehend aus einem komplizierten Spielwerk von Tasten, Federn, Zungen, StöĂeln, DĂ€mpfern und HĂ€mmern, die beim Tastendruck die Saiten anschlagen und damit den Klang erzeugen
- die dazugehörige Klaviatur von regulÀr 88 Tasten
- zwei bis drei Pedale
Diese Bauteile waren ca. 1880 bis zur Perfektion entwickelt und werden ohne wesentliche Ănderung bis heute zusammengefĂŒgt. Die einzigen Fortschritte ergaben sich in der Mechanisierung und Automation der Fertigung der Kleinteile.[39]
Spielwerk
Das Spielwerk, auch als Klaviermechanik, Hammermechanik oder Anschlagmechanik bezeichnet, ist eine Hebel-Konstruktion, bei der auf Tastendruck HĂ€mmer gegen die Saiten des Klaviers geschleudert werden, um diese zum Klingen zu bringen. Die Mechaniken wurden ĂŒber die Jahrhunderte immer wieder verbessert, zu unterscheiden sind Mechaniken fĂŒr die senkrecht besaiteten Pianinos und Mechaniken fĂŒr waagerecht besaitete FlĂŒgel bzw. Tafelklaviere.
Klaviatur
Seit dem 19. Jahrhundert ist es ĂŒblich geworden, den gesamten auf einem Instrument zur VerfĂŒgung stehenden Tonraum durchgehend mit Tasten in einer von links nach rechts in der Tonhöhe aufsteigenden chromatischen Anordnung zu versehen, wobei jeder vollstĂ€ndige Oktavraum aus sieben weiĂen und fĂŒnf schwarzen Tasten (â7-5-Klaviaturâ) besteht. Die weiĂen Tasten entsprechen den sieben diatonischen Stammtönen, die schwarzen Tasten deren chromatischen VerĂ€nderungen, wodurch sich die vollstĂ€ndige chromatische Abfolge von 12 Tönen innerhalb eines Oktavraums ergibt.[40]

Die Klaviatur der meisten FlĂŒgel, Pianinos und Digitalpianos besteht aus 88 Tasten (bei Ă€lteren Instrumenten sind es oft nur 85, weil bei ihnen die Klaviatur in der Höhe beim a4 endet), davon 52 âweiĂe Tastenâ (auch âVordertastenâ oder âUntertastenâ) und 36 âschwarze Tastenâ (auch âHintertastenâ oder âObertastenâ), die in ihrer Höhe ĂŒber die weiĂen Tasten hinausragen, schmaler sind und zusĂ€tzlich abgeschrĂ€gte SeitenflĂ€chen haben. Aus der normierten Tastenbreite moderner Instrumente ergibt sich eine Gesamtbreite der Klaviatur von 123 cm; die OberflĂ€che der weiĂen Tasten befindet sich etwa 74 cm ĂŒber dem Boden.

Pedale

Der Klavierklang kann durch mehrere Pedale beeinflusst werden. Heute sind meist zwei bis drei Pedale Standard.
Das rechte Pedal heiĂt Fortepedal (von it. forte: krĂ€ftig, laut), auch DĂ€mpferpedal oder Haltepedal (nicht zu verwechseln mit dem weiter unten beschriebenen Tonhaltepedal); mit der Aufforderung âsenza sordinoâ (it. fĂŒr âohne DĂ€mpferâ, oft in der italienischen Pluralform âsenza sordiniâ, etwa im 1. Satz von Beethovens âMondscheinsonateâ) ist ebenfalls das rechte Pedal gemeint. Es sorgt dafĂŒr, dass alle DĂ€mpfer von den Saiten abgehoben werden, damit die angeschlagenen Töne auch nach dem Loslassen der Tasten weiterklingen. AuĂerdem schwingen die nun ungedĂ€mpften Saiten anderer Töne mit, was dem Klavier einen volleren Klang gibt. Im kĂŒnstlerischen Klavierspiel wird das rechte Pedal in hochdifferenzierter Weise eingesetzt; man unterscheidet z. B. das Harmoniepedal (Sammelpedal), das synkopierte Pedal (Legato- oder Bindepedal), das Halbpedal, das voraus getretene und das gleichzeitig getretene Pedal.[41]
Das linke Pedal heiĂt âPianopedalâ (von it. piano: leise), auch Leisepedal, Verschiebung oder una corda (it. fĂŒr âeine Saiteâ). Beim FlĂŒgel wird die gesamte Mechanik einige Millimeter nach links oder rechts verschoben, sodass die HĂ€mmer nicht mehr alle drei Saiten eines Saitenchors treffen, sondern nur noch zwei bzw. eine Saite. Dadurch verĂ€ndert sich auch die Klangfarbe, weil nunmehr Saiten existieren, die nicht durch direkten Anschlag, sondern durch Resonanz erregt werden. AuĂerdem treffen durch die Verschiebung andere Stellen des Hammerfilzes auf die Saiten. Diese Stellen sind anders intoniert (d. h. vom Klavierstimmer mit der Intoniernadel aufgeweicht bzw. mit einer Feile gehĂ€rtet) als die Filzstellen, die in Normalstellung die Saiten anschlagen. Beim Pianino bewegt das linke Pedal die HĂ€mmer der Klaviermechanik nĂ€her an die Saiten, sodass die Kraft, die jeder Hammer bei BetĂ€tigung aufbauen kann, geringer ist. Damit wird das Spielen besonders leiser Stellen vereinfacht. Der Hersteller Fazioli bietet ein FlĂŒgel-Modell mit zwei Piano-Pedalen an, die dem Pianisten die Wahl zwischen der âVerschiebungâ und dem Pianopedal der Pianino-Technik ermöglicht.
Das (nicht immer vorhandene) mittlere Pedal ist entweder ein Tonhaltepedal, ein Moderatorpedal oder ein Stummschaltepedal (bei Hybridpianos). Wenn ein FlĂŒgel ein mittleres Pedal besitzt, handelt es sich in der Regel um das so genannte Tonhalte-, Tonhaltungs-, Sostenuto- oder Steinway-Pedal. Diese Vorrichtung wurde von französischen Klavierbauern entwickelt (Jean Louis Boisselot 1844, Claude Montal 1862)[42] und in den USA zum Erfolg gefĂŒhrt (Albert Steinways Patent von 1874).[43] Sie hindert die gerade gehobenen DĂ€mpfer daran, wieder zurĂŒckzufallen. Der Spieler kann damit also einzelne Töne oder KlĂ€nge festhalten, wĂ€hrend alle anderen DĂ€mpfer weiterhin auf das Spielen und Loslassen der Tasten (bzw. das rechte Pedal) reagieren. Das Tonhaltepedal â mittlerweile ist es auch bei gröĂeren und teureren Pianinomodellen anzutreffen â findet vor allem in der Klaviermusik des 20. Jahrhunderts Verwendung.
Wenn ein Pianino ein mittleres Pedal besitzt, handelt es sich meist um den so genannten Moderator. Bei BetĂ€tigung schiebt sich ein Filzstreifen zwischen HĂ€mmer und Saiten und macht das Instrument deutlich leiser. Dieses Pedal kann oft in der unteren Position durch eine SeitwĂ€rtsbewegung verriegelt werden. Bei manchen Pianinos wird der Moderator nicht ĂŒber ein Pedal, sondern ĂŒber einen schiebbaren Knopf oder einen drehbaren Hebel aktiviert, der links der Klaviatur oder unter ihr sitzt. Vor allem in den 1960er Jahren versahen einige Hersteller den Filzstreifen mit Nieten, die dem Klavier einen klimpernden, cembaloĂ€hnlichen Klang verliehen. Da diese MetallplĂ€ttchen allzu leicht Saiten und Hammerköpfe beschĂ€digten, haben sie sich nicht durchgesetzt.
Besonderheiten des FlĂŒgels
| 1 Gussrahmen 2 Vorderdeckel 3 Kapodaster bzw. Druckstab (vordere Saitenbegrenzung) 4 DĂ€mpfer 5 Hinterdeckel | 6 DĂ€mpferarm 7 Teil der Pedalmutation (Wackelbrett) 8 Teil der Pedalmutation (StöĂer) 9 Teil der Pedalmutation 10 Pedalstange 11 Pedal | 12 Steg 13 Saitenanhang 14 Gussrahmen 15 Resonanzboden 16 Saite |
Ein FlĂŒgel steht, wie ein Cembalo, frei im Raum. Raste, Resonanzboden und Besaitung sind horizontal, parallel zum Boden, angeordnet. Der Klang strahlt daher vom Resonanzboden ĂŒberwiegend nach unten und oben ab. Unten wird er vom FuĂboden reflektiert und verteilt, oben entweder vom geschlossenen Deckel gedĂ€mpft oder vom geöffneten Deckel gebĂŒndelt zur Seite hin abgestrahlt.
Ein Tastendruck fĂŒhrt zu einer AufwĂ€rtsbewegung des hinteren Teils der Tastenwippe. Beim FlĂŒgel wird dadurch der Hammer nach oben an die Saite geschleudert. Das Gewicht des Hammers ist direkt an der Taste spĂŒrbar und ermöglicht eine differenzierte Klanggestaltung. Durch ihre horizontale Lagerung wird das ZurĂŒckschnellen der HĂ€mmer von der Saite durch die natĂŒrliche Schwerkraft unterstĂŒtzt. Die RepetitionsfĂ€higkeit eines FlĂŒgels, also die Geschwindigkeit, mit der ein und derselbe Ton mehrfach hintereinander angeschlagen werden kann, ist daher stĂ€rker ausgeprĂ€gt als bei einem Pianino.
Manche KonzertflĂŒgel, etwa der âImperialâ von Bösendorfer, haben eine auf bis zu acht Oktaven Tonumfang (C2 bis c5) erweiterte Klaviatur.
Besonderheiten des Pianinos
Beim Pianino stehen Raste, Resonanzboden, Gussrahmen, Besaitung und Hammermechanik (StĂ€ndermechanik) senkrecht zum Boden, so dass man es platzsparend an die Wand stellen kann und der Klang zunĂ€chst nach vorne und nach hinten abstrahlt. Bei der ĂŒblichen Aufstellung wird der hintere Anteil direkt von der Zimmerwand reflektiert und zurĂŒck auf den Resonanzboden gelenkt. Eine leicht von der Wand abgewandte Position oder ein kleiner Winkel zur Wand verĂ€ndert oft den Klang von Pianinos enorm zum Vorteil. Der vordere Klang-Anteil wird im GehĂ€use reflektiert.
Durch den Anschlag auf der Vorderseite der Harfe ist die ResonanzbodenflĂ€che eines Hochklaviers oft vergleichsweise groĂ. Das macht höhere Pianinos (ab ca. 120 cm Höhe) oft erstaunlich klangstark â speziell im Vergleich zu kleineren FlĂŒgeln (unterhalb von 170 cm LĂ€nge).
Beim Pianino muss die AufwÀrtsbewegung der Tastenwippe in eine VorwÀrtsbewegung des Hammers umgesetzt werden. Dadurch ist der Fingerkontakt zum Hammer indirekter.
Die DÀmpfung eines Pianinos oder Hochklaviers befindet sich normalerweise unterhalb der HÀmmer auf derselben Seite der Saitenanlage, im Bereich der stÀrkeren Amplituden der SchwingungsbÀuche.
Ăltere Pianinos haben jedoch (bis ca. 1910) teils eine sogenannte OberdĂ€mpfer-Mechanik; die DĂ€mpfer-Puppen sitzen ĂŒber den HĂ€mmern. Im Englischen findet man hierfĂŒr auch den Begriff âbirdcage actionâ, âVogelkĂ€figâ-Mechanik, wegen der vor die Hammermechanik gebauten DĂ€mpfer-BetĂ€tigungsdrĂ€hte. Diese Art der DĂ€mpfung ist zum einen weniger effektiv als bei einem UnterdĂ€mpfer-Klavier, da sie die Schwingungen nur im Randbereich der SchwingungsbĂ€uche abdĂ€mpft, zum Weiteren kann die DĂ€mpferpuppe bei kurzen Diskantsaiten einen optimalen Hammeranschlagspunkt vereiteln â mit entsprechenden Nachteilen fĂŒr die KlangqualitĂ€t. Das Stimmen und vor allem die Regulation der Mechanik können durch die vorn liegenden DĂ€mpferdrĂ€hte erschwert sein. Dass OberdĂ€mpfer-Klaviere aus diesen GrĂŒnden jedoch generell völlig untauglich seien, wie man oft behauptet findet, kann man nicht sagen. Ein gut reguliertes OberdĂ€mpferklavier ist wegen seines deutlichen Nachklingens das prĂ€destinierte Instrument fĂŒr frĂŒhen Jazz und vor allem fĂŒr den Ragtime.
Klang
Zusammensetzung

Zu den spezifischen Merkmalen des Klavierklangs gehören die festgelegten Tonhöhen, eine an die Anschlagsgeschwindigkeit und somit die LautstÀrke gekoppelte FÀrbung des Klangs und das unwiderrufliche Verklingen des Tons, der nach erfolgtem Anschlag nur noch durch Gebrauch des rechten Pedals verlÀngert und durch allmÀhliches oder abruptes Aufsetzen der DÀmpfung allmÀhlich oder abrupt beendet werden kann.
Eine Besonderheit des Klaviers ist, dass die Töne (abgesehen von den tiefsten) nicht nur von einer, sondern von zwei bis drei gleich gestimmten Saiten erzeugt werden, einem so genannten Saitenchor. UrsprĂŒnglich sollte diese âMehrchörigkeitâ die LautstĂ€rke des Instrumentes erhöhen; vor allem aber fĂŒhrte sie zu einem komplexeren Verlauf des aus Sofort- und Nachklang zusammengesetzten Klanges.
Die Saiten eines Saitenchors werden gemeinsam angeschlagen. Da sie gleichgestimmt sind, schwingen sie gleichphasig, allerdings mit leicht unterschiedlichen Amplituden, weil die Form des Hammers nie vollkommen regelmĂ€Ăig ist. Die am schwĂ€chsten angeschlagene Saite schwingt nach Abklingen ihrer eigenen Anregung allmĂ€hlich mit den anderen Saiten mit. Nun fungieren die Saiten des Saitenchors als gekoppelte Pendel und tauschen einen GroĂteil ihrer Energie miteinander aus.
Als Sofortklang wird der laute, aber schnell abklingende Teil des Klaviertones bezeichnet. Er entsteht hauptsĂ€chlich durch eine Transversalschwingung der Saiten in Richtung des Hammerschlags, also senkrecht zum Resonanzboden. Diese Schwingung wird primĂ€r vom Hammer angeregt, aber vergleichsweise rasch senkrecht auf den Resonanzboden ĂŒbertragen, wodurch sie ihre Energie als Schall an die Luft abgibt.
Als Nachklang wird der leisere, dafĂŒr aber langsamer abklingende Teil des Klaviertones bezeichnet. Dieser entsteht vor allem durch eine leichte Transversalschwingung der Saiten quer zum Hammerschlag, also parallel zum Resonanzboden. Diese Schwingung gibt ihre Energie nur schwer an den Resonanzboden ab und verklingt daher langsam.
Die Verwendung des linken Pedals schwĂ€cht einerseits den Sofortklang, da nur zwei der drei Saiten eines Saitenchores angeschlagen werden, und unterstĂŒtzt andererseits den Nachklang, da der Saitenchor als System gekoppelter Pendel seine Energie vergleichsweise langsam abgibt. Das linke Pedal fĂŒhrt also nicht nur zu einem anfangs leiseren, sondern auch zu einem relativ lĂ€nger anhaltenden Ton.
Klangbeeinflussung
Der Klang und die LautstĂ€rke eines Tones auf dem Klavier ist allein abhĂ€ngig von der Geschwindigkeit und somit von der Bewegungsenergie des Hammers, der die Saiten anschlĂ€gt, nicht jedoch von der Art und Weise, wie der Klavierspieler den Hammer auf diese Geschwindigkeit beschleunigt, also auch nicht von einer bestimmten Anschlagstechnik.[44] Wenn man die Pedale unberĂŒcksichtigt lĂ€sst und von einigen PhĂ€nomenen absieht, die eine zusĂ€tzliche Rolle spielen, etwa den âoberenâ und âunteren GerĂ€uschenâ, die abhĂ€ngig von der Spielweise beim ZusammenstoĂ zwischen Finger und Taste bzw. zwischen Tastenholz und Tastenboden entstehen,[45] verlaufen Klangfarben- und LautstĂ€rkenĂ€nderung auf dem Klavier also stets parallel zueinander.
Allerdings hĂ€ngt der Zeitpunkt des Anschlags der Saiten nach dem Beginn des NiederdrĂŒckens einer Klaviertaste vom zeitlichen Kraftverlauf und somit der Beschleunigung des Hammers wĂ€hrend des NiederdrĂŒckens ab, wodurch ein trainierter Pianist einen bestimmten Ton trotz gleicher LautstĂ€rke in gewissen Grenzen gezielt etwas frĂŒher oder spĂ€ter erklingen lassen kann (âMikro-Agogikâ) und unabhĂ€ngig von der LautstĂ€rke Akzente setzen kann.[46] Insofern hat die Anschlagtechnik des Pianisten durch den tatsĂ€chlich erzielten Zeitpunkt des Einsetzens des Klaviertones einen entscheidenden Einfluss auf den Klaviervortrag.[47]
Stimmen, Intonieren und Regulieren

Da sich Klaviere durch den Saitenzug, durch die Spielbelastung und durch klimatische Schwankungen verstimmen und in der Folge unschön (gewollt beim Honky-Tonk-Piano) klingen, sollten sie mindestens einmal jĂ€hrlich gestimmt werden. Aufgrund von InharmonizitĂ€ten der Obertöne ist auch die Stimmung subjektiv vom Klavierstimmer festgelegt. (In KonzerthĂ€usern werden FlĂŒgel bis zu dreimal tĂ€glich gestimmt.) Standard ist die gleichstufige Stimmung; fĂŒr originale oder nachgebaute historische Instrumente werden oft ungleichstufige Stimmungen bevorzugt (historische AuffĂŒhrungspraxis).
Um den FlĂŒgel oder das Pianino klanglich auszuarbeiten, wird der Klavierbauer nicht nur stimmen, sondern auch intonieren. Zu den möglichen Vorarbeiten zĂ€hlt das leichte Abziehen der aus Filz bestehenden Hammerköpfe mit Sandpapierfeilen â das macht den Klang gleichmĂ€Ăiger und gegebenenfalls etwas âhĂ€rterâ. Dann folgt das eigentliche Intonieren durch gezieltes Stechen in bestimmte Hammerkopfbereiche mit Intoniernadeln â eine Arbeit, die den Klang in der Regel âweicherâ macht.
Neben dem Stimmen und Intonieren wirkt sich auch das Regulieren der Mechanik (des Spielwerks, der Klaviatur und der Pedale) unmittelbar auf den Klang des Instrumentes aus.
Raumklima
Das Raumklima hat direkte Auswirkungen auf den Klang des Instruments, auĂerdem auf Regulierung, Stimmung und insgesamt auf die WertbestĂ€ndigkeit.
Vor allem die Luftfeuchtigkeit sollte möglichst konstant sein. Empfohlen wird eine relative Luftfeuchte zwischen 40 und 70 %, idealerweise zwischen 50 und 60 %. Werte unter 40 % fĂŒhren zu starker Austrocknung des Holzes und sollten unbedingt vermieden werden, Werte ĂŒber 70 % begĂŒnstigen Rostbildung an Metallteilen, zum Beispiel den Saiten. Nicht empfohlen wird die Aufstellung an schlecht isolierten AuĂenwĂ€nden, in der NĂ€he von Heizkörpern oder auf einem geheizten FuĂboden; auch Zugluft und direkte Sonneneinstrahlung sind zu vermeiden.
Klaviere reisen oft um den halben Erdball, bevor sie ihren Bestimmungsort erreichen. Das kann zu schwerwiegenden Problemen fĂŒhren, beispielsweise, wenn ein fĂŒr das schwĂŒle Klima Ostasiens konzipiertes Instrument in Mittel- oder Nordeuropa den ersten kalten und somit trockenen Winter durchstehen muss. Heute produzieren groĂe und renommierte Klavierfirmen wie Yamaha ihre fĂŒr den Export nach Europa oder Nordamerika bestimmten Instrumente in spezifisch klimatisierten RĂ€umen.
Sinkt die Luftfeuchtigkeit ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum stĂ€rker ab, so verlieren die Holzbauteile Feuchtigkeit und ziehen sich zusammen. Die Gefahr besteht, dass sich Stimmwirbel und Schrauben lockern, Klaviaturrahmenbalken und Mechanikbalken verziehen (was die Regulierung von Klaviatur und Mechanik beeintrĂ€chtigt), dass der Resonanzboden seine Wölbung verliert (wodurch die Stimmung sinkt und der Klang leidet) und vielleicht sogar reiĂt. Steigt hingegen die Luftfeuchtigkeit ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum stĂ€rker an, so verstĂ€rkt sich die Wölbung des Resonanzbodens, steigt die Stimmung, können Achsen und Tasten klemmen und wird der Klang dumpfer (weil der Hammerfilz Feuchtigkeit aufnimmt). Diesen Problemen kann bis zu einem gewissen MaĂ durch hochwertige Materialien entgegengewirkt werden. Auch sind Klaviaturrahmen und Mechanikbalken aus Metall möglich, bringen allerdings wieder andere Nachteile mit sich. Schichtverleimte Resonanzböden arbeiten kaum, klingen aber deutlich schlechter.
Materialien wie Plexiglas[48] oder Kohlenstofffaser-Verbundwerkstoffe (CFK)[49] reagieren nur wenig auf Klimaschwankungen und werden inzwischen bei einzelnen Serienmodellen zur Fertigung des Klavierkörpers bzw. des Resonanzbodens eingesetzt.
Verbreitung und Nutzung
1925 wurden allein in Deutschland, dem damals fĂŒhrenden Produktionsland, 137.000 Klaviere gebaut. In den USA ging mit dem Erfolg des Ragtime zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein enormer Aufschwung des Klavierbaus einher, auch (bis etwa 1930) beim Bau pneumatisch und elektrisch angetriebener Reproduktionsklaviere.[50] 2007 wurden weltweit zirka 450.000 Pianinos und FlĂŒgel produziert, etwa zwei Drittel davon im Fernen Osten; aus Deutschland kamen weniger als 10.000 Instrumente.[51] Preisunterschiede zwischen Ă€hnlich dimensionierten Klavieren (auch zwischen verschiedenen Produktlinien eines und desselben Herstellers) ergeben sich aus kĂŒrzeren oder lĂ€ngeren, mehr oder weniger automatisierten Produktionsprozessen, aus der Produktion in Niedrig- oder HochlohnlĂ€ndern und aus unterschiedlichen QualitĂ€ten etwa des Klangholzes oder des Filzes.
Im Jahr 1980 gab es in den westdeutschen Privathaushalten etwa 9.300.000 Flöten, 8.400.000 Mundharmonikas/Melodikas, 3.800.000 Gitarren, 2.200.000 Akkordeons und 1.600.000 Pianinos/FlĂŒgel.[52]
Das Freizeitverhalten in Deutschland hat sich geĂ€ndert: Nur noch zwei Prozent der Menschen musizieren tĂ€glich, 78 Prozent jedoch nie. Entsprechend hat sich der Absatz von Klavieren seit 1925 auf etwa ein Zehntel (12.000 im Jahr) verringert. Es gibt 1,5 Millionen Instrumente; 130.000 SchĂŒler nehmen Unterricht. Gebrauchte Klaviere werden wegen der hohen Kosten bei UmzĂŒgen und fĂŒr das Stimmen hĂ€ufig verschenkt; pro Jahr werden rund 3500 Instrumente verschrottet.[32]
Weltweit werden pro Jahr knapp 500.000 Klaviere gefertigt, davon mehr als die HÀlfte in China. Aus Deutschland kommen rund 5 Prozent der jÀhrlich produzierten Instrumente.[53]
Klaviermusik
Der erste Komponist, welcher speziell fĂŒr das von Bartolomeo Cristofori erfundene Hammerklavier schrieb, war Lodovico Giustini aus Pistoia. Er komponierte zwölf Sonaten mit dem Titel âSonate Da Cimbalo di piano e forte detto volgarmente di martellettiâ, die im Jahre 1732 in Florenz publiziert wurden. Damit die Interpreten die Möglichkeiten des neuen Instruments ausschöpfen wĂŒrden, versah er seine Musik mit Anmerkungen wie âpiĂč forteâ (lauter) oder âpiĂč pianoâ (leiser).[10]
Komponisten wie die Bach-Söhne, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven und andere komponierten Musik, die in der zweiten HĂ€lfte des 18. Jahrhunderts zu Teilen bereits solistisch fĂŒr das Klavier geschrieben war.
In der ersten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts war es insbesondere FrĂ©dĂ©ric Chopin, welcher vornehmlich fĂŒr das Klavier Musik schrieb. In der zweiten HĂ€lfte waren es Komponisten wie Franz Liszt, Sergei Rachmaninow, Anton Rubinstein, Ignacy Jan Paderewski und andere Komponisten des romantischen Repertoires, die sich in der Pianomusik hervortaten, oft noch mit dem Hauptanliegen, auf den BĂŒhnen als Pianist vorrangig ihre eigenen Musikkompositionen zur AuffĂŒhrung zu bringen.
Mit Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts trat der Komponist-Interpret in den Hintergrund; die TĂ€tigkeiten der Komposition zum einen und des AuffĂŒhrens, Interpretierens zum anderen trennten sich. Es waren sowohl Komponisten der Moderne wie BĂ©la BartĂłk und Ferruccio Busoni im Segment der sogenannten âE-Musikâ (ernster Musik) als auch im Bereich der âU-Musikâ, unterhaltender, populĂ€rer Musik, vor allem die Entwicklungen im US-amerikanischen Raum, wie der Blues, der Ragtime, der Boogie-Woogie und der Jazz mit Komponisten wie Scott Joplin, Jelly Roll Morton, Albert Ammons und George Gershwin, die der Klaviermusik groĂe Impulse gaben.
Folgen und Kritik an der Normierung moderner Klaviaturen

Die Standardbreite moderner Klaviaturen von ca. 16,5 cm pro Oktave (ca. 2,3 cm pro weiĂer Taste) gerĂ€t zunehmend in die Kritik, da sie fĂŒr viele Menschen objektiv zu breit ist und es keine bautechnischen GrĂŒnde fĂŒr dieses MaĂ gibt, d. h. auch andere Tastenbreiten gebaut werden könnten. Das Spielen auf fĂŒr die individuelle HandgröĂe zu breiten Tasten verursacht sowohl medizinische als auch musikalische Probleme. So treten Ăberlastungssyndrome, wie z. B. SehnenscheidenentzĂŒndungen, Fokale Dystonien, Ganglien, Karpaltunnelsyndrome oder Sehnenreizungen, signifikant hĂ€ufiger bei Pianisten mit im VerhĂ€ltnis zur Klaviatur kleinen HĂ€nden auf.[54][55][56][57][58] Eine PrĂ€vention oder Reduktion solcher Beschwerden (z. B. durch Entspannungstechniken, DehnĂŒbungen oder Muskeltraining) ist nicht möglich. FĂ€lschlicherweise werden derlei Verletzungen oft pauschal auf mangelhafte Spieltechnik, bloĂe Ăberbeanspruchung oder falsche Haltung zurĂŒckgefĂŒhrt, nicht auf ein potentiell ungĂŒnstiges GröĂenverhĂ€ltnis zwischen Hand und Instrument.[59] Auch bezeugen Vergleichsstudien zwischen klein- und groĂhĂ€ndigen Pianisten eine beim Klavierspielen umso höhere AktivitĂ€t in den fĂŒr das Spreizen von Hand und Fingern zustĂ€ndigen Muskeln, je kleiner eine Hand ist und je weiter sie deswegen gespreizt werden muss.[60][61][62] Demzufolge ist das Klavierspiel mit kleinen HĂ€nden belastender und kostet mehr Energie. Aufgrund der Verletzungsgefahr wird im Allgemeinen davon abgeraten, die Spannweite durch DehnĂŒbungen und Ă€hnliches zwangsweise vergröĂern zu wollen, da dies sowieso nur bedingt möglich ist.[63] Potentielle LangzeitschĂ€den infolge jahrelanger Ăberdehnung und einseitiger Belastung der Gelenke beim Klavierspiel wurden bislang jedoch noch nicht systematisch erforscht.

Auch schrĂ€nkt âKleinhĂ€ndigkeitâ das mögliche Repertoire eines Pianisten ein, da bestimmte Techniken (z. B. groĂe Akkorde oder schnelle Oktavfolgen) gar nicht oder zumindest nicht sauber gespielt werden können.[64] Dies ist v. a. darauf zurĂŒckzufĂŒhren, dass sich bei Akkorden der Griffbereich auf den Tasten immer weiter in Richtung Vorderkante reduziert, je weiter die Hand gespreizt werden muss. Hierdurch lĂ€uft der Spieler ab einem bestimmten Griffwinkel Gefahr, die Tasten zu verfehlen, abzurutschen oder zu weit nach innen zu greifen, wodurch benachbarte Tasten mitbetĂ€tigt werden.[65] Zudem erschwert die starke Spreizung der Finger das schnelle Umgreifen und beeintrĂ€chtigt Klanggestaltung und Kontrolle. Derlei Probleme werden hĂ€ufig durch behelfsmĂ€Ăige Spieltechniken kompensiert (z. B. durch Aufbrechen von Akkorden oder Weglassen einzelner Noten), was jedoch den Klang eines StĂŒckes deutlich verĂ€ndern kann.[66] Zur Beurteilung der HandgröĂe wird meist die Spannweite zwischen Daumen und kleinem Finger (1â5) herangezogen, da sich hieraus die maximale Reichweite auf der Klaviatur bestimmt. Eine einheitliche Definition von âKleinhĂ€ndigkeitâ gibt es allerdings nicht. Verbreitet ist mittlerweile der Grenzwert von 21,5 cm, nachdem eine Studie aus dem Jahr 2009 einen signifikanten Anstieg von Anstrengung und Schmerzen wĂ€hrend des Klavierspiels bei denjenigen Teilnehmern registrierte, deren 1â5-Spannweite weniger als dieses MaĂ betrug.[67] Mit 21,5 cm Spannweite ist ungefĂ€hr eine Oktave zu greifen. Um Oktaven wirklich mĂŒhelos und ohne Anspannung spielen zu können, gilt jedoch eine Reichweite von einer Dezime als notwendig.[68][69] Um die Eignung einer Hand fĂŒr das Klavierspiel zu beurteilen, sind in der Praxis allerdings auch die Spannweiten zwischen den einzelnen Fingern im VerhĂ€ltnis zu LĂ€nge und Breite der Hand und der LĂ€nge der Finger sowie zahlreiche andere, höchst individuelle Faktoren relevant.[70] So kann auch eine im VerhĂ€ltnis zur Klaviatur als groĂ anzusehende Hand eine vergleichsweise geringe Spannweite aufweisen, wenn es ihr an der notwendigen FlexibilitĂ€t mangelt.[71] DarĂŒber hinaus können auch völlig andere Faktoren eine BeeintrĂ€chtigung darstellen, wie etwa besonders breite Finger(-kuppen), die nicht zwischen schwarze Tasten greifen können.[65]
Bislang liegen nur drei Studien zu HandgröĂen und Spannweiten bei Pianisten vor, die jedoch alle nahezu identische Ergebnisse liefern.[54][69][72] So besitzen MĂ€nner eine durchschnittliche Spannweite von rund 22,6 cm, derweil Frauen nur auf 20,1 cm (20,7 cm bei Wagner) kommen, was einen Unterschied von etwa einer weiĂen Taste ausmacht. Die kleinste in einer dieser Studien dokumentierte Spannweite betrug 16,3 cm und gehörte einer Frau, die gröĂte mit 27,4 cm wurde bei einem Mann gemessen. In einer australischen Studie mit 159 mĂ€nnlichen und 314 weiblichen Pianisten verschiedener Herkunft waren rund 24 % aller MĂ€nner und rund 87 % aller Frauen von âKleinhĂ€ndigkeitâ (<21,5 cm Spannweite) betroffen, unter den asiatischstĂ€mmigen Teilnehmern sogar 30 % bzw. 93 %. Dieselbe Studie konnte zudem eine signifikante Korrelation zwischen HandgröĂe und beruflichem Erfolg bei Pianisten nachweisen. So besaĂen die beteiligten Pianisten von internationalem Rang eine Spannweite von durchschnittlich 24 cm, wĂ€hrend solche von nationalem RenommĂ©e nur auf 21,6 cm kamen und Amateurpianisten sogar nur auf 20,8 cm. Die internationale Gruppe war zu rund 83 % mĂ€nnlich, die nationale zu rund 61 %, die Gruppe der Amateure hingegen zu rund 71 % weiblich.[54] Eine Ă€hnliche Geschlechterverteilung spiegelt sich auch in den Ergebnissen internationaler Klavierwettbewerbe. So ist im Durchschnitt weniger als jeder dritte PreistrĂ€ger eine Frau, unter den Erstplatzierten sogar nur rund jeder fĂŒnfte. Nur bei Bach- und Schumann-Wettbewerben ist das VerhĂ€ltnis ausgeglichener, einzig bei Mozart liegen Frauen deutlich vor den MĂ€nnern.[73] Dies ist darauf zurĂŒckzufĂŒhren, dass das Repertoire dieser Komponisten kaum Techniken verlangt, fĂŒr die es groĂe HĂ€nde brĂ€uchte.
| Geschlechterverteilung bei PreistrÀgern internationaler Klavierwettbewerbe (Auswahl), Stand: Juli 2023 | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Gesamtzahl PreistrÀger | davon Erstplatzierte | |||||||
| Wettbewerb (Kurzname) |
m | w | gesamt | Anteil Frauen in % |
m | w | gesamt | Anteil Frauen in % |
| Outstanding Amateurs (seit 2005) | 56 | 5 | 61 | 8,2 % | 20 | 0 | 20 | 0,0 % |
| Arthur Rubinstein | 36 | 11 | 47 | 23,4 % | 15 | 0 | 15 | 0,0 % |
| Deutscher Pianistenpreis | â | â | â | â | 10 | 0 | 10 | 0,0 % |
| Tschaikowski | 49 | 7 | 56 | 12,5 % | 15 | 1 | 16 | 6,3 % |
| Reine Elisabeth[74] | 170 | 63 | 233 | 27,0 % | 18 | 2 | 20 | 10,0 % |
| Leeds | 82 | 27 | 109 | 24,8 % | 18 | 2 | 20 | 10,0 % |
| Van Cliburn | 41 | 8 | 49 | 16,3 % | 15 | 2 | 17 | 11,8 % |
| Gina Bachauer[75] | 68 | 14 | 82 | 17,1 % | 15 | 2 | 17 | 11,8 % |
| Pilar Bayona | â | â | â | â | 7 | 1 | 8 | 12,5 % |
| Sendai[76] | 33 | 15 | 48 | 31,3 % | 7 | 1 | 8 | 12,5 % |
| Kissinger Klavierolymp | 69 | 17 | 86 | 19,8 % | 20 | 3 | 23 | 13,0 % |
| Liszt (Budapest) | 40 | 8 | 48 | 16,7 % | 11 | 2 | 13 | 15,4 % |
| Dublin[77] | 57 | 27 | 84 | 32,1 % | 10 | 2 | 12 | 16,7 % |
| Liszt (Utrecht)[78] | 32 | 13 | 45 | 28,9 % | 10 | 2 | 12 | 16,7 % |
| Sydney | 85 | 23 | 108 | 21,3 % | 10 | 2 | 12 | 16,7 % |
| Santander | 115 | 35 | 150 | 23,3 % | 13 | 3 | 16 | 18,8 % |
| Pozzoli[79] | 81 | 25 | 106 | 23,6 % | 21 | 5 | 26 | 19,2 % |
| Cleveland[80] | 80 | 26 | 106 | 24,5 % | 17 | 5 | 22 | 22,7 % |
| Chopin | 63 | 34 | 97 | 35,1 % | 13 | 4 | 17 | 23,5 % |
| Glasgow[81] | 23 | 10 | 33 | 30,3 % | 8 | 3 | 11 | 27,3 % |
| Piano Bridges[82] | 77 | 43 | 120 | 35,8 % | 18 | 7 | 25 | 28,0 % |
| Busoni[83] | 131 | 49 | 180 | 27,2 % | 23 | 9 | 32 | 28,1 % |
| Prize Iturbi[84] | 31 | 26 | 57 | 45,6 % | 13 | 6 | 19 | 31,6 % |
| Beethoven (Wien) | 36 | 9 | 45 | 20,0 % | 10 | 5 | 15 | 33,3 % |
| Ricard Viñes[85] | 54 | 23 | 77 | 29,9 % | 13 | 7 | 20 | 35,0 % |
| Ile-de-France[86] (Kategorie Konzertpianisten) | 38 | 37 | 75 | 49,3 % | 14 | 9 | 23 | 39,1 % |
| Schumann[87] | 30 | 29 | 59 | 49,2 % | 9 | 7 | 16 | 43,8 % |
| Bach (WĂŒrzburg)[88] | 18 | 21 | 39 | 53,8 % | 2 | 3 | 5 | 60,0 % |
| Mozart (Salzburg)[89] | 7 | 20 | 27 | 74,1 % | 2 | 5 | 7 | 71,4 % |
| Gesamtdurchschnitt | 29,7 % | 21,9 % | ||||||
Ausgleichen lassen sich die durch âKleinhĂ€ndigkeitâ hervorgerufenen Probleme nur durch schmalere Klaviaturen. Solche werden bislang nur von den Manufakturen Steingraeber[90], August Förster[91] und Hailun[92] standardmĂ€Ăig angeboten und sind ansonsten nur als Einzelanfertigungen erhĂ€ltlich. Der gegenwĂ€rtig einzige auf den Bau schmalerer Klaviaturen spezialisierte Hersteller ist die amerikanische DS Standard Foundation (ehemals Steinbuhler & Company),[93] die Klaviaturen in verschiedenen standardisierten Breiten zur Einpassung in bestehende FlĂŒgel anbietet. Da die Mechanik in FlĂŒgeln in der Regel nicht fest verbaut ist, können die Klaviaturen auch als austauschbare Module konstruiert werden. Ein nachtrĂ€glicher Einbau in Pianinos ist technisch nicht möglich. Die Staatliche Hochschule fĂŒr Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart und die Hochschule fĂŒr Musik in NĂŒrnberg stellen ihren Studierenden als bislang einzige Musikhochschulen in Europa FlĂŒgel mit schmalerer Klaviatur zur VerfĂŒgung, die sogenannten Sirius 6.0.[94][95] FĂŒr die Verbreitung schmalerer Klaviaturen engagiert sich insbesondere das internationale Netzwerk Pianists for Alternatively Sized Keyboards, kurz PASK.[96]
Siehe auch
Literatur
- David Crombie: Piano. Evolution, Design and Performance, London 1995, ISBN 1-871547-99-7.
- Arnfried Edler (unter Mitarbeit von Siegfried Mauser): Geschichte der Klavier- und Orgelmusik. 3 BĂ€nde. Laaber-Verlag, Laaber 2007, ISBN 978-3-89007-674-4.
- Neville H. Fletcher, Thomas D. Rossing: The Physics of Musical Instruments. 2nd edition. Springer, New York NY u. a. 1998, ISBN 0-387-98374-0, S. 352â398: Chapter 12: The Piano.
- Dieter Hildebrandt: Pianoforte oder der Roman des Klaviers im 19. Jahrhundert. Hanser, MĂŒnchen/Wien 1985, ISBN 3-446-14181-2; als Taschenbuch 1988 bei dtv, MĂŒnchen, ISBN 3-423-10990-4 und zugleich bei BĂ€renreiter, Kassel, ISBN 3-7618-0928-X (ein Sachbuch ĂŒber die Geschichte des Klaviers im 19. Jahrhundert).
- Christoph Kammertöns: Das Klavier. Instrument und Musik (C.H.Beck Wissen). C.H.Beck, MĂŒnchen 2013, ISBN 978-3-406-63719-3.
- Christoph Kammertöns, Siegfried Mauser (Hrsg.): Lexikon des Klaviers. Baugeschichte â Spielpraxis â Komponisten und ihre Werke â Interpreten. Laaber-Verlag, Laaber 2006, ISBN 3-89007-543-6 (mit 844 Stichwörtern).
- Hagen W. Lippe-WeiĂenfeld: Das Klavier als Mittel gesellschaftspolitischer Distinktion. Kultursoziologische Fallstudie zur Entwicklung der Klavierbauindustrie in England und Deutschland an den Beispielen Broadwood und Bechstein (= BeitrĂ€ge zur europĂ€ischen Musikgeschichte. Band 11). Lang, Frankfurt am Main u. a. 2007, ISBN 978-3-631-56268-0 (zugleich Dissertation an der FU Berlin 2006: Das Klavier als Mittel politischer Distinktion im Zusammenhang mit der Entwicklung des Klavierbaus in London und Berlin an den Beispielen Broadwood und Bechstein.)
- Conny Restle (Hrsg.): Faszination Klavier. 300 Jahre Pianofortebau in Deutschland. Prestel, MĂŒnchen / London / New York 2000, ISBN 3-7913-2308-3.
- Klaus Wolters: Das Klavier, Eine EinfĂŒhrung in Geschichte und Bau des Instruments und in die Geschichte des Klavierspiels. 3. Auflage. Hallwag, Bern 1975, ISBN 3-444-10087-6.
- John Bishop, Graham Barker: Piano Mythos & Technik. PPV Medien, Bergkirchen 2017, ISBN 978-3-95512-134-1.
Weblinks
- Literatur von und ĂŒber Klavier im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Klavier-Fachwissen Lexikon â âPian e forte.â
- Bild des Àltesten erhaltenen Klaviers, Bartolomeo Cristofori, Florenz 1720, Metropolitan Museum of Art
- AusfĂŒhrliche Geschichte des Klaviers in Form einer Chronik
- Informationen zu Klavieren und FlĂŒgel aus der Zeit der goldenen Ăra
Einzelnachweise
- â clavis. In: Riemann Musiklexikon. Schott, Mainz 1967.
- â Christiane Bernsdorff-Engelbrecht: Die AnfĂ€nge. In: Reclams KlaviermusikfĂŒhrer. Band I: FrĂŒhzeit, Barock und Klassik. Reclam, 8. Auflage, Stuttgart 2005, ISBN 3-15-010112-3, S. 13 f.
- â Ulrich Michels (Hrsg.): dtv-Atlas Musik. MĂŒnchen 2001, S. 37.
- â a b Crombie 1995, S. 13.
- â Scipione Maffei: Nuova invenzione dâun Gravecembalo col Piano e Forte aggiunte alcune considerazioni sopra gli strumenti musicali. In: Giornale deâ Letterati dâItalia 5, Venedig 1711, S. 144â159.
- â Crombie 1995, S. 13 f.
- â Crombie 1995, S. 11.
- â Rosamond Harding, The Piano-Forte, Gresham Books, Old Woking, Surrey, 1977
- â a b Restle 2000, S. 83.
- â a b Crombie 1995, S. 15.
- â Crombie 1995, S. 16.
- â a b Restle 2000, S. 84.
- â Johann Friedrich Agricola. In: J. Adlung: Musica mechanica organoedi. Band 2. Berlin 1768, S. 116 f.; Textarchiv â Internet Archive
- â a b Crombie 1995, S. 17.
- â Neupert-HammerflĂŒgel nach Gottfried Silbermann (Freiberg 1747) ( vom 12. November 2011 im Internet Archive)
- â Conny Restle: Gottfried Silbermann und die HammerflĂŒgel fĂŒr den PreuĂischen Hof in Potsdam. (PDF; 3,3 MB), 2001.
- â a b Restle 2000, S. 85.
- â Crombie 1995, S. 24 f.
- â Crombie 1995, S. 18.
- â Ăbersetzt aus Dr. Charles Burney, on Zumpeâs square pianos, Reesâs Cyclopedia: âHe could not make them fast enough to gratify the craving of the publicâ.
- â Crombie 1995, S. 28.
- â Crombie 1995, S. 34
- â a b c Restle 2000, S. 87
- â Crombie 1995, S. 31.
- â Crombie 1995, S. 39.
- â a b c Crombie 1995, S. 49
- â Anette Lechner: Klavier (besaitete Tasteninstrumente). In: Christoph Kammertöns, Siegfried Mauser (Hrsg.): Lexikon des Klaviers. Laaber 2006, S. 397â404.
- â Crombie 1995, S. 20 f.
- â Crombie 1995, S. 46.
- â Crombie 1995, S. 59.
- â a b Restle 2000, S. 87 f.
- â a b Clara Atlanta Kröhn: Gebrauchte Klaviere: Schlussakkord auf dem Schrottplatz. faz.net, aktualisiert am 8. September 2012.
- â Restle 2000, S. 88.
- â Johnny Erling: Steinway aus China. In: Die Welt, 6. Dezember 2005; abgerufen am 15. Oktober 2012.
- â Feinarbeit im Dienste der Genies. In: Frankenpost. Abgerufen am 19. Februar 2015.
Larry Fine: Piano Buyer. S. 42â43, archiviert vom (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 20. Februar 2015; abgerufen am 19. Februar 2015 (englisch, Fall 2014).
Hasnain Kazim: Deutsche Klavierbauer: Klang des Reichtums. 15. Dezember 2006, abgerufen am 3. August 2016. - â Digitalpianos â Alternative fĂŒr Hobbypianisten. In: test, 10/2011.
- â Siehe zum Beispiel Yamaha AvantGrand mit Stellungnahmen der Pianisten Alexander Kobrin und Cyprien Katsaris
Preview: Yamaha AvantGrand â Taktiles VergnĂŒgen ( vom 2. Mai 2011 im Internet Archive) tastenwelt.de
Peter Baartmans und das Avant Grand Hybrid Piano, Peter Baartmans auf youtube.com, online abgerufen am 16. Juni 2012
Artur Pizarro and the Yamaha AvantGrand N1, Artur Pizarro auf youtube.com, online abgerufen am 16. Juni 2012 - â Klavier-Extravaganza ( vom 11. Mai 2012 im Internet Archive), Lang Lang in der Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker, online abgerufen am 16. Juni 2012
- â pianohaus.at Klaviergrundlagen Historie
- â Die schwarzen Tasten bilden dabei untereinander eine pentatonische Leiter.
- â Lehrplan Klavier. Hrsg. vom Verband deutscher Musikschulen. Bosse, Kassel 2009, S. 48â54.
- â Sostenuto pedal. In: Stanley Sadie (Hrsg.): The New Grove Dictionary of Music and Musicians. 2. Ausgabe. Macmillan, London 2001.
- â Patent US156388: Improvement in piano-forte attachments. Angemeldet am 15. Oktober 1874, veröffentlicht am 27. Oktober 1874, Erfinder: Albert Steinway.â
- â P. R. Dijksterhuis: De piano. Band 7. Nederlandse Akoest. Genootschap (1965), S. 50â65.
- â JĂłzsef GĂĄt: Die Technik des Klavierspiels. BĂ€renreiter, Kassel 1973, S. 8 f.
- â M. T. Henderson: Rhythmic organization in artistic piano performance. In: Objective analysis of Musical Performance, Iowa Studies in Piano Performance, 4. University Press, Iowa City (1936), S. 281â305.
- â L. N. Vernon: Synchronisation of Chords in Artistic Piano Music. In: Objective analysis of Musical Performance, Iowa Studies in Piano Performance, 4. University Press, Iowa City (1936), S. 306â345.
- â Deutsche Klavierbauer, Klang des Reichtums. Spiegel Online, 15. Dezember 2006; Schimmel-PlexiglasflĂŒgel wird darin erwĂ€hnt; abgerufen am 12. November 2010.
- â Feinarbeiten im Dienst des Genies. In: Frankenpost, 18. August 2009; ĂŒber die Klaviermanufaktur Steingraeber, die seit 2008 Klaviere mit CFK-Resonanzboden herstellt; abgerufen am 12. November 2010.
- â Anette Lechner: Artikel Klavier (besaitete Tasteninstrumente), in: Christoph Kammertöns, Siegfried Mauser (Hrsg.): Lexikon des Klaviers, Laaber 2006, S. 404
- â Johannes Schmitz: Ein Schlussakkord mit Wehmut. Kölner Stadt-Anzeiger, 28. Dezember 2007
- â Karla Forbeck, Andreas Joh. Wiesand: Musik. Statistik. Kulturpolitik. DuMont, Köln 1982, S. 129.
- â Vom Hackbrett zum E-Piano â die Geschichte des Klaviers. 8. Februar 2020, abgerufen am 19. August 2021.
- â a b c Pianist Hand Spans: Gender and ethnic differences and implications for piano playing. Archiviert vom (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 5. Juni 2025; abgerufen am 10. MĂ€rz 2022. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- â The prevalence of playingârelated musculoskeletal - ProQuest. Abgerufen am 10. MĂ€rz 2022.
- â Peter Bragge, Andrea Bialocerkowski, Joan McMeeken: A systematic review of prevalence and risk factors associated with playing-related musculoskeletal disorders in pianists. In: Occupational Medicine. Band 56, Nr. 1, 1. Januar 2006, ISSN 1471-8405, S. 28â38, doi:10.1093/occmed/kqi177.
- â S. Bruno, A. Lorusso, N. LâAbbate: Playing-related disabling musculoskeletal disorders in young and adult classical piano students. In: International Archives of Occupational and Environmental Health. Band 81, Nr. 7, Juli 2008, ISSN 0340-0131, S. 855â860, doi:10.1007/s00420-007-0279-8.
- â Incidence of overuse syndromes of the upper limb in young pianists and its correlation with hand size, hypermobility and playing habits. Abgerufen am 10. MĂ€rz 2022.
- â M. Nusseck, A. Mornell, Edgar Voltmer, Thomas Kötter, Benjamin Schmid, J. Blum, A. TĂŒrk-Espitalier, C. Spahn: Gesundheit und PrĂ€ventionsverhalten von Musikstudierenden an verschiedenen deutschen Hochschulen. In: Musikphysiologie und Musikermedizin. 2017, ISSN 1869-9065, S. 67â84 (uni-luebeck.de [abgerufen am 26. Juli 2023]).
- â Ju-Yang Chi, Mark Halaki, Erica Booker, Rhonda Boyle, Bronwen J. Ackermann: Interaction between hand span and different sizes of keyboards on EMG activity in pianists: An observational study. In: Applied Ergonomics. Band 97, November 2021, S. 103518, doi:10.1016/j.apergo.2021.103518.
- â Naoki Oikawa, Sadako Tsubota, Takako Chikenji, Gyoku Chin, Mitsuhiro Aoki: Wrist Positioning and Muscle Activities in the Wrist Extensor and Flexor during Piano Playing. In: Hong Kong Journal of Occupational Therapy. Band 21, Nr. 1, Juni 2011, ISSN 1569-1861, S. 41â46, doi:10.1016/j.hkjot.2011.06.002.
- â Kuan-Yin Lai, Shyi-Kuen Wu, I-Ming Jou, Hsiao-Man Hsu, Mei-Jin Chen Sea, Li-Chieh Kuo: Effects of hand span size and right-left hand side on the piano playing performances: Exploration of the potential risk factors with regard to piano-related musculoskeletal disorders. In: International Journal of Industrial Ergonomics. Band 50, 1. November 2015, ISSN 0169-8141, S. 97â104, doi:10.1016/j.ergon.2015.09.011.
- â Christoph Wagner, Ulrike Wohlwender: Hand und Instrument: musikphysiologische Grundlagen - praktische Konsequenzen ; ein Hand-Buch fĂŒr Musiker, InstrumentalpĂ€dagogen, Instrumentenhersteller, Ărzte und Physiotherapeuten im Bereich Musikermedizin. Breitkopf & HĂ€rtel, Wiesbaden Leipzig 2005, ISBN 978-3-7651-0376-6.
- â Repertoire choice. In: PIANISTS FOR ALTERNATIVELY SIZED KEYBOARDS. Abgerufen am 10. MĂ€rz 2022 (australisches Englisch).
- â a b Otto Ortmann: The Physiological Mechanics of Piano Technique. An experimental study of the nature of muscular action as used in piano playing, and of the effects thereof upon the piano key and the piano tone. London 1929, S. 311â336.
- â Lora Deahl, Brenda Wristen: Adaptive Strategies for Small-Handed Pianists. Band 1. Oxford University Press, 2017, ISBN 978-0-19-061684-7, doi:10.1093/oso/9780190616847.001.0001.
- â Yoshimura, E. & Chesky, K. (2009). The application of an ergonomically modified keyboard to reduce piano-related pain. MTNA e-Journal, November.
- â Hand span versus interval reach. In: PIANISTS FOR ALTERNATIVELY SIZED KEYBOARDS. Abgerufen am 18. MĂ€rz 2022 (australisches Englisch).
- â a b Hand Size and the Piano Keyboard. Literature Review and a Survey of the Technical and Musical Benefits for Pianists using Reduced-Size Keyboards in North America.
- â Understanding Small-Handedness. In: Adaptive Strategies for Small-Handed Pianists. Abgerufen am 26. Juli 2023.
- â Ulrike Wohlwender: Was heiĂt hier "kleine Hand"? - Spannweiten und andere Handeigenschaften realistisch einschĂ€tzen. Abgerufen am 10. MĂ€rz 2022.
- â Ch. Wagner: The pianist's hand: anthropometry and biomechanics. In: Ergonomics. Band 31, Nr. 1, Januar 1988, ISSN 0014-0139, S. 97â131, doi:10.1080/00140138808966651.
- â Gender differences in major competitions and performing careers. In: PIANISTS FOR ALTERNATIVELY SIZED KEYBOARDS. Abgerufen am 10. MĂ€rz 2022 (australisches Englisch).
- â Laureates. Abgerufen am 26. Juli 2023 (französisch).
- â Laureates - Gina Bachauer. In: bachauer.com. 28. Juni 2021, abgerufen am 26. Juli 2023 (amerikanisches Englisch).
- â Sendai International Music Competition / SIMC: Sendai International Music Competition / SIMC. Abgerufen am 26. Juli 2023.
- â Winners. In: DIPC. Abgerufen am 26. Juli 2023 (britisches Englisch).
- â Prijswinnaars 1986 - nu | International Franz Liszt Piano Competition. Abgerufen am 26. Juli 2023.
- â Winnerâs List Pozzoli â Ettore Pozzoli International Piano Competition. Abgerufen am 26. Juli 2023 (amerikanisches Englisch).
- â Piano Cleveland. Abgerufen am 26. Juli 2023 (amerikanisches Englisch).
- â Previous Editions. Abgerufen am 26. Juli 2023 (britisches Englisch).
- â Winners. Abgerufen am 26. Juli 2023.
- â Hall of Fame. In: Concorso Pianistico Ferruccio Busoni. Abgerufen am 26. Juli 2023 (deutsch).
- â Previous Editions â Piano Iturbi. Abgerufen am 26. Juli 2023 (amerikanisches Englisch).
- â Winners of previous editions | Ricard Viñes International Piano Competition. Abgerufen am 26. Juli 2023.
- â Les laurĂ©ats depuis 1999. Abgerufen am 26. Juli 2023.
- â PreistrĂ€ger. Abgerufen am 26. Juli 2023.
- â Winners | International Piano Competition "Johann Sebastian Bach". Abgerufen am 26. Juli 2023 (amerikanisches Englisch).
- â Internationaler Mozartwettbewerb - UniversitĂ€t Mozarteum. Abgerufen am 26. Juli 2023.
- â Schmale Klaviaturen. In: Steingraeber. Abgerufen am 1. Juli 2023 (deutsch).
- â august-foerster.de - stretto-Piano. Abgerufen am 12. April 2025.
- â MY SIZE KEYS. Abgerufen am 1. Juli 2023 (englisch).
- â DS Standard Foundation. Abgerufen am 1. Juli 2023 (amerikanisches Englisch).
- â Ulrike Wohlwender: Sirius 6.0. Ein FlĂŒgel, der HĂ€nde "wachsen" lĂ€sst. Abgerufen am 10. MĂ€rz 2022.
- â Steinway mit Sirius 6.0 Klaviatur. Abgerufen am 1. Juli 2023.
- â Pianists for Alternatively Sized Keyboards (PASK). Abgerufen am 29. Januar 2023 (australisches Englisch).
