| Orgel | |
|---|---|
| englisch organ, italienisch organo, französisch orgue | |
| Hauptorgel im Speyerer Dom (Romanus Seifert, 2011) | |
| Klassifikation | Aerophon Tasteninstrument |
| Tonumfang | |
| Klangbeispiel | siehe unter Hörbeispiele |
| Verwandte Instrumente | Portativ, Positiv, Regal, Harmonium |
| Musiker | |
| Liste von Organisten, Liste von Orgelkomponisten Kategorie:Organist | |
Eine Orgel (von altgriechisch áœÏÎłÎ±ÎœÎżÎœ Ăłrganon Werkzeug, Instrument, Organ) ist ein ĂŒber Tasten spielbares Musikinstrument. Sie gehört zu den Aerophonen. Zur Abgrenzung gegenĂŒber elektronischen Orgeln wird sie auch Pfeifenorgel genannt.
Der Klang wird durch skalamĂ€Ăig angeordnete Eintonpfeifen erzeugt, die durch einen Orgelwind genannten Luftstrom angeblasen werden. Die meisten Orgeln enthalten mehrheitlich Labialpfeifen (Lippenpfeifen), bei denen die LuftsĂ€ule im Innern durch Anblasen eines Labiums (wie bei der Blockflöte) zum Schwingen gebracht und damit der Ton erzeugt wird. Sie werden oft durch Lingualpfeifen (Zungenpfeifen) ergĂ€nzt, bei denen die Tonerzeugung (wie bei der Klarinette) durch ein schwingendes Zungenblatt erfolgt.
Die drei Hauptteile der Orgel sind: das Pfeifenwerk, das Windwerk (GeblĂ€se, BĂ€lge, KanĂ€le, Windkasten, Windladen) und das Regierwerk, d. h. der Mechanismus, welcher dem Wind den Zugang zu den einzelnen Pfeifen öffnet (Spieltisch, Spieltraktur, Registertraktur). Der Organist bedient die Orgel vom Spieltisch aus. Die Töne werden ĂŒber ein oder mehrere Manuale und gegebenenfalls das Pedal angesteuert, denen die Register meist fest zugeordnet sind. Dabei wird die Bewegung der Tasten ĂŒber die Traktur mechanisch, pneumatisch, elektrisch oder durch Lichtwellen (Glasfaser) zu den Ventilen unter den Pfeifen geleitet. Mit den RegisterzĂŒgen oder -schaltern ruft der Organist einzelne Pfeifenreihen verschiedener Tonhöhe und Klangfarbe (Register) auf und erzeugt so verschiedene Klangmischungen.
Dazu treten als Rahmen das GehÀuse und der Prospekt.[1]
Orgeln sind seit der Antike bekannt und haben sich besonders im Barock und zur Zeit der Romantik zu ihrer heutigen Form entwickelt. Deutschland weist mit rund 50.000 Orgeln weltweit die höchste Dichte an Pfeifenorgeln bezogen auf FlÀche und Einwohnerzahl auf.[2] Die UNESCO hat Orgelbau und Orgelmusik 2017 in die Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.[3]
Funktionen, Arten und Orte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Liturgischer und weltlicher Einsatz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Sehr viele Orgeln erfĂŒllen liturgische und konzertante Aufgaben in Kirchen und Synagogen des liberalen Judentums. Sie befinden sich auch in KonzertsĂ€len, Musikhochschulen (Ăbeorgel), Schulen (Schulorgel) und PrivathĂ€usern (Hausorgel).
Kleine und groĂe Orgeln
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eine kleine, einmanualige Orgel ohne Pedal bezeichnet man als Positiv oder â bei kompakter Bauweise â als Truhenorgel. Tragbare Kleinstorgeln bezeichnet man als Portativ. Eine Spezialform ist das nur mit Zungenpfeifen disponierte Regal.
GröĂere Orgeln verfĂŒgen in der Regel ĂŒber viele Register, von GroĂorgeln spricht man ab etwa hundert Registern. Als derzeit gröĂte Orgel der Welt gilt die Orgel der Atlantic City Convention Hall mit 314 Registern und 33.114 Pfeifen, wovon jedoch viele Register nicht spielbar sind und auch die Anzahl der Pfeifen bezweifelt wird.[4] Ihren einstigen Rang als lauteste Orgel der Welt musste sie 2011 an die nur einregistrige Freiluftorgel Vox Maris in Yeosu (SĂŒdkorea) abtreten, die 138,4 dBA erreicht.[5] Als gröĂte vollstĂ€ndig spielbare Orgel der Welt gilt indes die Wanamaker-Orgel in Philadelphia mit 376 Registern und 28.750 Pfeifen. Die gröĂte Orgel Europas sowie die drittgröĂte Kirchenorgel der Welt bilden die gemeinsam spielbaren Orgeln des Domes St. Stephan in Passau, deren 233 Register und vier Glockenspiele mit insgesamt 17.974 Pfeifen auf fĂŒnf eigenstĂ€ndige Orgelwerke verteilt sind.[6]
RĂ€ume und Akustik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Der Orgelbauer hat die komplexe Aufgabe, das Instrument akustisch, optisch und funktional möglichst optimal aufzustellen, was jedoch oftmals durch bauliche Gegebenheiten nur begrenzt möglich ist. Idealerweise sollte der Orgelklang in jedem Punkt des Raumes ausgeglichen und transparent sein. Der Nachhall sollte das Klangbild nicht zu sehr verschleiern.[7]
In Kirchen verrĂ€t die Aufstellung einer Orgel oft viel ĂŒber ihre liturgische Bestimmung und ihre Einsatzmöglichkeiten. WĂ€hrend die Ă€ltesten Instrumente oftmals in der NĂ€he des Chores oder als Schwalbennestorgeln erscheinen, so wird ab dem 17. Jahrhundert die Orgel an der Westwand gebrĂ€uchlich. Traditionell war die Chororgel (oder in Italien/Spanien das Evangelien/Epistel-Orgelpaar) fĂŒr eine katholische Liturgie bestimmt, die sich groĂteils im Chorraum der Kirche abspielte. Als nach der Reformation der Gemeindegesang an Bedeutung gewann, wanderte die Orgel an die Westwand auf die Orgelempore (seltener hinter oder ĂŒber den Altar als Altarorgel) und wurde auch tendenziell gröĂer und lauter, denn nun musste sie eine in einer gefĂŒllten Kirche singende Gemeinde fĂŒhren können. Je nach Aufstellungsort werden Orgeln auch als Langhausorgeln oder Querhausorgeln bezeichnet. In kleinen KirchenrĂ€umen oder solchen mit besonderen architektonischen Eigenheiten muss die Orgel oft unabhĂ€ngig von ihrer liturgischen Bedeutung an die Architektur angepasst aufgestellt werden.[8]
Die GröĂe der Orgelempore sagt viel ĂŒber die Bestimmung der Orgel aus. So war es beispielsweise in den groĂen Kirchen Mitteldeutschlands im 18. Jahrhundert oft ĂŒblich, auf der Orgelempore Chor und Instrumentalensemble zu platzieren, wodurch die Hauptorgel auch als Begleitinstrument eingesetzt wurde. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden sogenannte Dachbodenorgeln ĂŒber dem Kirchenschiff in dafĂŒr errichteten Orgelkammern aufgestellt.
In KonzertsĂ€len ist die Orgel zumeist an der Wand ĂŒber dem Orchesterpodium angebracht.
Orgelbau
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Werkstoffe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der traditionelle, fĂŒr den Bau einer Orgel hauptsĂ€chlich verwendete Werkstoff ist Holz. Aus Holz werden das GehĂ€use, die Windladen, die Tasten und ein Teil der Pfeifen gefertigt. Bei Instrumenten mit einer mechanischen Steuerung (Traktur) findet Holz oft auch fĂŒr die Mechanikteile Verwendung. FĂŒr die Metallpfeifen kommen meist Zinn-Blei-Legierungen zum Einsatz (sogenanntes Orgelmetall), seit dem 19. Jahrhundert auch Zink und im 20. Jahrhundert Kupfer (vereinzelt auch Porzellan, Plexiglas und andere Kunststoffe). FĂŒr die BelĂ€ge der Klaviatur werden Rinderknochen (selten Elfenbein) sowie verschiedene Hölzer (Ebenholz, geschwĂ€rzter Birnbaum, Grenadill) verwendet.
Pfeifenwerk und Register
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Pfeifenwerk der Orgel besteht aus mehreren Pfeifenreihen, in denen jeweils Orgelpfeifen gleicher Bauart und Klangfarbe stehen. Eine Pfeifenreihe (manchmal auch mehrere) wird zu einem Register zusammengefasst, das vom Spieltisch aus an- und abgeschaltet werden kann. Die Bedienung der Register erfolgt bei der mechanischen Traktur ĂŒber RegisterzĂŒge oder Manubrien genannte KnĂ€ufe, die man zum Einschalten herausziehen und zum Abschalten wieder hineinschieben muss; daher rĂŒhren die alten Bezeichnungen âZiehenâ und âAbstoĂenâ fĂŒr das Ein- und Ausschalten von Registern. Bei der elektrischen und der pneumatischen Traktur werden die Register mittels Taster oder Schalter ein- und ausgeschaltet.
Die Zusammenstellung der Register einer Orgel einschlieĂlich der Spielhilfen (Koppeln etc.) nennt man die Disposition einer Orgel. Sie wird vom Orgelbauer beim Erstellen des Instrumentes mit dem Auftraggeber abgesprochen und bestimmt die Einsatzmöglichkeiten der Orgel.
Durch planvolles Kombinieren verschiedener Register, die sogenannte Registrierung, können unterschiedliche Klangfarben und LautstĂ€rken eingestellt werden. Die Kunst des Organisten besteht darin, aus dem vorhandenen Klangbestand eine Registrierung zu finden, die der zu spielenden Musik am besten entspricht. Jede Epoche bevorzugte ein jeweils eigenes, spezielles Klangbild, das der gut geschulte Organist kennt. Man kann daher nicht auf jedem Instrument jedes StĂŒck im historischen Sinne stilgetreu interpretieren. Trotz der Möglichkeit einer gewissen Typisierung gibt es selten zwei gleiche Orgeln, da jedes Instrument in GröĂe und AusfĂŒhrung an seinen Aufstellungsraum angepasst oder vom Geschmack der Zeit seiner Entstehung abhĂ€ngig ist.
Unterscheidung nach Tonhöhe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die Register können verschiedene Tonhöhen haben, wobei die Tonhöhe durch die sogenannte FuĂtonzahl angegeben wird. So bezeichnet man ein Register in Normallage (d. h., die Taste c1 bringt den Ton c1 zum Klingen) als 8âČ-(Acht-FuĂ)-Register, da die LĂ€nge der tiefsten Pfeife, groĂ C, eines offenen Labialregisters ungefĂ€hr 8 FuĂ betrĂ€gt (1 FuĂ = ca. 30 cm). Ein um eine Oktave tieferes Register ist ein 16âČ-Register mit doppelt so langen Pfeifen, 4âČ bezeichnet ein um eine Oktave höheres Register und hat nur halb so lange Pfeifen wie ein 8âČ-Register. Quinten haben stets FuĂtonzahlen mit Drittel-BrĂŒchen (bspw. 2âŻ2â3âČ oder 1âŻ1â3âČ â es handelt sich um den 3. Teilton der natĂŒrlichen Obertonskala), Terzen mit FĂŒnftel-BrĂŒchen (zum Beispiel 1âŻ3â5âČ â 5. Teilton). DarĂŒber hinaus gibt es Septimen (zum Beispiel 1âŻ1â7âČ) mit dem 7. Teilton, Nonen (zum Beispiel 8â9âČ) mit dem 9. Teilton und weitere höhere Partialtonregister.
Die verschiedenen Tonlagen bilden die Obertonreihe ab. Durch Kombination eines Grundregisters (in der Regel 8âČ-Lage) mit einem oder mehreren Obertonregistern (etwa 2âŻ2â3âČ oder 1âŻ3â5âČ), die auch Aliquoten genannt werden, werden vorhandene Obertöne verstĂ€rkt (bzw. fehlende Obertöne hinzugefĂŒgt), wodurch sich die Klangfarbe Ă€ndert.
Unterscheidung nach Bauart
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Register unterscheiden sich neben der Tonhöhe (FuĂlage) auch durch ihre Bauart und damit durch Tonansatz, Obertonanteil (Klangfarbe) und LautstĂ€rke.
Nach der Art der Tonerzeugung unterscheidet man zwischen Lippenpfeifen oder Labialen (Tonerzeugung wie bei der Blockflöte) und Zungenpfeifen oder Lingualen (Tonerzeugung wie bei einer Klarinette). Labialpfeifen können offen oder gedackt sein; die gedackten Pfeifen klingen bei gleicher LĂ€nge eine Oktave tiefer.[9] Weitere Unterschiede gibt es bei Materialien, der Pfeifenform und der Mensur (den VerhĂ€ltnissen der verschiedenen Pfeifenabmessungen). Daneben gibt es die gemischten Stimmen. Dabei handelt es sich um Register, bei denen fĂŒr jede Taste mehrere Pfeifen erklingen. Dazu gehören etwa die Klangkronen oder Mixturen und Farbregister wie die Sesquialtera und das Kornett.
Die physikalischen ErklĂ€rungen zum Einfluss der Bauform der Pfeifen auf die Klangfarbe sind im Artikel Orgelpfeife genauer ausgefĂŒhrt.
Nebenregister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei den RegisterzĂŒgen eingeordnet ist der Tremulant. Er verĂ€ndert periodisch den Winddruck und sorgt so fĂŒr ein Schwingen des Tones, meist als kombiniertes Tremolo und Vibrato. In Orgeln neuerer Zeit ist die Geschwindigkeit der Schwingung mitunter einstellbar. Der Tremulant wirkt auf alle Register des Werkes, in das er eingebaut ist. Bei alten Orgeln gibt es manchmal einen Tremulanten fĂŒr die gesamte Orgel, mitunter auch einen, der nur auf ein bestimmtes Register wirkt (etwa Schwebeflöte oder Vox humana).
Spezielle Effektregister, wie Glockenspiele, Kuckuck, Vogelgesang, Donner oder Pauken, ergÀnzen bei manchen Orgeln die Disposition.
Windwerk
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die zugefĂŒhrte komprimierte Luft, der sogenannte Wind, wurde bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch groĂe BlasebĂ€lge (Schöpf- und KeilbĂ€lge) erzeugt, die mit den FĂŒĂen getreten oder mit Seilen aufgezogen wurden. Je nach OrgelgröĂe benötigte man bis zu zwölf Kalkanten (Balgtreter). Danach wurden zunehmend elektrische GeblĂ€se (Winderzeuger) eingesetzt. Seitdem erfolgt die Regulierung und Stabilisierung des Winddrucks in der Regel durch einen Magazinbalg. Von diesem Balg aus wird der Wind durch meist hölzerne WindkanĂ€le weiter in die Windladen geleitet. Auf einen Magazinbalg kann bei Orgeln mit Falten- oder KeilbĂ€lgen unter UmstĂ€nden auch verzichtet werden (bei NachrĂŒstung mit elektrischem Winderzeuger), oder wenn (bei kleineren Orgeln) die Stabilisierung des Spielwindes durch LadenbĂ€lge unter den Windladen erfolgt.
Im gegenwĂ€rtigen Orgelbau werden im Normalfall elektrische GeblĂ€se verwendet. Bei Restaurierungen vormoderner Instrumente und bei Neubauten in einem vormodernen Orgelstil finden zunehmend auch die dem jeweiligen Instrumententypus historisch entsprechenden Balganlagen Verwendung. Dabei besteht die Möglichkeit, zusĂ€tzlich ein elektrisches GeblĂ€se einzubauen oder die BĂ€lge ĂŒber einen Elektromotor statt durch einen BĂ€lgetreter zu bewegen. FĂŒr Ă€ltere Musik wird die so erzielte Lebendigkeit und Ruhe (Wirbellosigkeit) des Orgelwindes â oft als Atmen der Orgel beschrieben â geschĂ€tzt, fĂŒr Musik seit dem fortgeschrittenen 19. Jahrhundert hingegen wird absolute WindstabilitĂ€t benötigt.
Die Windlade
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das KernstĂŒck der technischen Anlage ist die Windlade,[10] auf der die Pfeifen stehen. In ihr vollziehen sich die SchaltvorgĂ€nge, um die vom Spieler gewĂŒnschten Pfeifen ertönen zu lassen. Vom Spieltisch aus wird das NiederdrĂŒcken der Tasten ĂŒber die Traktur an die den einzelnen Tasten zugeordneten Tonventile der Windlade ĂŒbertragen. In AbhĂ€ngigkeit von den vorher gezogenen (eingeschalteten) Registern kann der Wind in die entsprechenden Pfeifen strömen und sie so zum Erklingen bringen (bzw. umgekehrt zum Verstummen).[11] Die Anzahl der in einer Orgel vorhandenen Windladen ist abhĂ€ngig vom Orgeltypus und von der Anzahl der eingebauten Register.
Es gibt verschiedene Bauformen von Windladen. GrundsĂ€tzlich unterscheidet man â je nach Reihenfolge der Ventile fĂŒr Ton und Register â zwischen Tonkanzellenladen (Schleiflade, Springlade) und Registerkanzellenladen (Kegellade, Taschenlade, Membranlade) und Kastenladen (ohne Kanzellen). Bei einer Tonkanzellenlade stehen alle zu einer Taste gehörenden Pfeifen auf einer Kanzelle, bei der Registerkanzellenlade alle, die zu einem Register gehören, und bei der Kastenlade stehen alle Pfeifen auf einer nicht in Kanzellen aufgeteilten Windlade. Die Ă€lteste Windladenbauform mit einzeln registrierbaren Pfeifenreihen ist die Schleiflade, die wegen ihrer Robustheit und klanglichen Vorteile auch bei modernen Orgeln wieder nahezu ausschlieĂlich zum Einsatz kommt.
-
Schnitt durch eine Schleiflade mit mechanischer Tontraktur, Bezeichnungen
-
Schematische Animation: mechanische Tontraktur, Schleiflade mit drei Registern
Regierwerk
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Traktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ausgehend von der Klaviatur werden mit Hilfe der Spieltraktur (auch Tontraktur) die einzelnen Töne betĂ€tigt. Die Traktur ĂŒbertrĂ€gt die Bewegung der Tasten mechanisch, pneumatisch, elektrisch, elektronisch (Netzwerk) oder durch Lichtwellen (Glasfaser) auf die Spielventile in der Windlade unter den Pfeifen. Beim Ăffnen eines Ventils strömt Wind, der von einem Blasebalg erzeugt wird, in die auf der Windlade stehenden Pfeifen, sofern deren Registerzug gezogen ist.
Mit einer weiteren Traktur, der Registertraktur, werden die einzelnen Register ein- oder ausgeschaltet. Diese bestimmen Tonlage, Klangfarbe und LautstÀrke der Töne. Auch hier gibt es mechanische, pneumatische, elektrische und elektronische Systeme.
Spieltisch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Orgel wird vom Spieltisch oder Spielschrank aus gespielt. GröĂere Orgeln setzen sich aus Teilwerken zusammen, denen meist jeweils eine eigene Klaviatur zugeordnet ist. Der Organist bedient die Manual genannten Klaviaturen mit den HĂ€nden, wĂ€hrend das Pedal mit den FĂŒĂen gespielt wird. In groĂen Orgeln sowie iberischen Barockorgeln gibt es oft mehr Teilwerke als Manuale. Die nicht fest mit einem eigenen Manual ausgestatteten Teilwerke werden dann mittels Sperrventilen oder Koppeln an ein Manual angeschaltet. Im englischsprachigen Raum werden solche Teilwerke als floating divisions (kurz: floating) bezeichnet.
Die Manuale heutiger Orgeln haben meist einen Tonumfang von C bis g3 (bei Neubauten nur noch selten bis f3), aber gelegentlich auch bis a3 oder c4. Das Pedal weist in der Regel einen Tonumfang von C bis f1, manchmal auch bis g1 oder a1 auf. Orgeln der vergangenen Jahrhunderte haben oft einen kleineren Tonumfang. So ist bis in die zweite HÀlfte des 18. Jahrhunderts ein Tonumfang im Manual bis c3 oder d3, im Pedal bis c1 oder d1 die Regel. Im 19. Jahrhundert wurde oft nur noch ein Pedalumfang bis f0 oder g0 gebaut. In der Basslage ist bei Orgeln bis um 1700 hÀufig die kurze oder die gebrochene Oktave zu finden. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts wurde oft auf das tiefe Cis verzichtet.
Die Manuale werden in der Regel mit römischen Zahlen abgekĂŒrzt und von unten nach oben durchgezĂ€hlt. Kleine Orgeln haben ein oder zwei Manuale, mittlere zwei oder drei sowie groĂe drei bis fĂŒnf (vereinzelt auch sechs oder sieben) Manuale. Iberische Barockorgeln mittlerer GröĂe verfĂŒgen gelegentlich nur ĂŒber ein Manual. Ein Pedalwerk ist in sehr kleinen Orgeln nicht immer vorhanden. Im historischen Orgelbau (zum Beispiel Niederlande, 17. und 18. Jahrhundert) gab es auch groĂe, mehrmanualige Instrumente ohne selbststĂ€ndiges Pedal.
Spielhilfen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Koppeln erlauben das gleichzeitige Spiel von verschiedenen Werken auf einem Manual oder das Spiel der Manualregister im Pedal. So ist es möglich, zusĂ€tzliche Klangkombinationen oder mehr Register aufzurufen. Durch sogenannte Suboktav- oder Superoktavkoppeln werden die Töne mitbetĂ€tigt, die eine Oktave unter beziehungsweise ĂŒber den gespielten liegen. Koppeln werden bezeichnet, indem zuerst das hinzugekoppelte Manual angegeben wird und dann das Manual, auf das die Koppel wirkt, zum Beispiel II/I (das zweite Manual wird an das erste gekoppelt) oder HW/Ped (das Hauptwerk wird an das Pedal gekoppelt). Bei Oktavkoppeln kann die Versetzung in FuĂzahlen angegeben werden, zum Beispiel III/I 4âČ (das dritte Manual wird eine Oktave höher spielend an das erste gekoppelt).

Weitere Spielhilfen, insbesondere Registrierhilfen, bieten dem Organisten die Möglichkeit, Registrierungen flexibel zu Ă€ndern. Schon in Orgeln der Barockzeit befinden sich Sperrventile, mit denen die Windzufuhr ganzer Werke abgestellt werden konnte. Die ersten wirklichen Registrierhilfen waren die von Aristide CavaillĂ©-Coll gebauten Jeux de Combinaison, mit denen man per FuĂhebel (EinfĂŒhrungstritt) alle Zungen und Mixturen eines Teilwerks zuschalten konnte.
Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts verfĂŒgen Orgeln in Deutschland hĂ€ufig ĂŒber feste Kombinationen. Damit lassen sich vom Orgelbauer festgelegte Registerkombinationen per FuĂhebel oder (mit Beginn der Röhrenpneumatik) auf Knopfdruck abrufen. Feste Kombinationen sind meist nach LautstĂ€rkegraden abgestuft, etwa p, mf, f, ff.
Etwa um 1900 kamen die einstellbaren freien Kombinationen auf. GröĂere Orgeln mit pneumatischer oder elektrischer Registertraktur bieten in der Regel zwei oder drei freie Kombinationen. Moderne Orgeln haben oft elektronische Setzer, mit denen eine gröĂere Anzahl an Registrierungen einprogrammiert werden kann. Die Registerfessel blockiert die sofortige Ănderung der Registrierung, so dass der Spieler wĂ€hrend seines Spiels eine neue Registrierung vorbereiten kann, die dann auf Knopfdruck realisiert wird. Ebenfalls wurden Absteller wie zum Beispiel âZungen abâ oder âCrescendo abâ entwickelt, um einzelne Registergruppen oder Spielhilfen auĂer Funktion zu setzen. Der Registerschweller (Generalcrescendo, Walze, Rollschweller) ermöglicht es seit etwa 1860 an manchen Orgeln, die Register der Reihe nach einzuschalten (nach LautstĂ€rke geordnet), bis alle Register erklingen (Tutti). Damit ist bei groĂen Orgeln ein nahezu stufenloses Crescendo und Decrescendo zwischen Pianopianissimo und Fortefortissimo möglich.
GehÀuse und Prospekt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
GroĂe Orgeln bestimmen mit der Gestaltung ihres GehĂ€uses und der Front (Orgelprospekt) die Wirkung des Raumes, in dem sie aufgestellt sind. In der Renaissance, mehr noch in der Zeit des Barocks, zeigte sich die Bedeutung, die dem optischen Aspekt beigemessen wurde, daran, dass nicht selten die Kosten fĂŒr das OrgelgehĂ€use (mit Skulpturenschmuck, Ornamentschnitzwerk, GemĂ€lden und Vergoldung) jene des eigentlichen Orgelwerkes ĂŒberstiegen. Der Orgelprospekt diente oft zusammen mit der weiteren skulpturalen und malerischen Ausstattung und Ausgestaltung der Kirche einem architektonischen Gesamtkonzept. SchwellkĂ€sten können den Ton der in ihnen aufgestellten Register durch das SchlieĂen von Jalousien oder Klappen stufenlos dĂ€mpfen. Diese Einrichtung wurde in der Zeit der Romantik vor allem in französischen Orgeln eingebaut, um eine dem Orchesterklang angepasste Möglichkeit der Dynamik zu erhalten. In Deutschland gab es Schwellwerke vor 1890 eher selten. Ein VorlĂ€ufer des Schwellwerkes waren die EchokĂ€sten spanischer Orgeln des 18. Jahrhunderts. SchwellkĂ€sten befinden sich meistens innerhalb der Orgel. Nur in modernen Orgeln sind sie hĂ€ufiger auch von auĂen sichtbar. Schweller und SchwellkĂ€sten sind in der Regel aus Holz gebaut. Eher selten wird die komplette Orgel in einem Schwellkasten untergebracht (wie zum Beispiel die Hauptorgel der Lutherkirche (Asseln)).
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die Gesamtanlage der Orgel (siehe Disposition), die kĂŒnstlerische Gestaltung des OrgelgehĂ€uses (siehe Prospekt), die klangliche Gestaltung und die technische Anlage (siehe Windlade, Traktur, Windwerk und Spieltisch) sind ĂŒber viele Epochen der Kunst- und Technikgeschichte hinweg verĂ€ndert und beeinflusst worden. Orgeln sind seit der Antike bekannt und haben sich besonders im Barock und zur Zeit der Romantik zu ihrer heutigen Form entwickelt.
Antike
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das erste orgelartige Instrument, eine âWasser-Aulosâ oder Hydraulis, wurde um 246 v. Chr. von Ktesibios, einem Ingenieur in Alexandrien, konstruiert. Die Römer ĂŒbernahmen die Orgel von den Griechen als rein profanes Instrument und untermalten Darbietungen in ihren Arenen mit Orgelmusik. Reste von Orgeln der Antike wurden in der NĂ€he von Budapest (siehe Orgel von Aquincum) und in Avenches gefunden.
Mittelalter
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im weströmischen Reich der Völkerwanderungszeit (um 400 n. Chr.) ist der Gebrauch von Orgeln nicht belegt. Das byzantinische Reich erhob die Orgel jedoch zu einem wichtigen Instrument fĂŒr die kaiserlichen Zeremonien. Damit rĂŒckte sie auch in die NĂ€he der kirchlichen Feierlichkeiten. In den karolingischen Chroniken wird berichtet, dass Gesandtschaften vom byzantinischen Kaiserhof König Pippin dem JĂŒngeren (757) bzw. dessen Sohn Kaiser Karl dem GroĂen (812) Orgeln mitbrachten.
Im Laufe des 9. Jahrhunderts begannen die ersten (Bischofs-)Kirchen in Westeuropa, sich Orgeln anzuschaffen, Klosterkirchen wohl erst ab dem 11. Jahrhundert. Die Orgel war in den Kirchen zunÀchst ein Statussymbol, erst mit der Gotik entwickelte sie sich allmÀhlich zum Hauptinstrument der christlichen Liturgie. Reste einer Orgel der Geburtskirche in Bethlehem aus dem 12. Jahrhundert sind erhalten geblieben.
Mit Erfindung der Schleiflade und der Springlade im 14. und 15. Jahrhundert kamen einzeln wÀhlbare Register, Manual-Tastaturen und einzelne (Teil-)Werke auf. Zu den Àltesten spielbaren Orgeln zÀhlen die Orgel von St. Andreas (Ostönnen)[12] (um 1425), die Orgel der Basilique de ValÚre im schweizerischen Sitten (um 1435),[13] die Orgel der Rysumer Kirche[14] (um 1440), die Epistelorgel (linkes Instrument des Orgelpaares) der Basilika San Petronio in Bologna (1475).[15] und die Orgel in St. Valentinus in Kiedrich (um 1500).[16]
Renaissance
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die Orgeln der FrĂŒhrenaissance enthielten zunĂ€chst recht wenige Register (zum Beispiel PrĂ€stant, Oktave, Hintersatz und Zimbel aus dem gotischen Blockwerk, dazu ein bis zwei Flöten, Trompete und ein Regal) und verfĂŒgten oft nur ĂŒber ein Manual und ein angehĂ€ngtes Pedal. Ein vorhandenes Regalregister wurde oft leicht zugĂ€nglich ĂŒber dem Spieltisch angeordnet, da dessen Pfeifen hĂ€ufig nachgestimmt werden mussten. Aus dieser Anordnung entwickelte sich das Brustwerk.[17] In dieser Zeit entstanden auch die beiden Kleinorgeltypen Positiv und Regal.
In der Hochrenaissance entwickelten sich voll ausgebaute Orgeln mit mehreren Manualen und Pedal. Das Klangideal orientierte sich an der damals ĂŒblichen Ensemblemusik auf gleichartigen Instrumenten. Auf solchen Orgeln lĂ€sst sich neben Sakralmusik auch sehr gut die weltliche Musik der Renaissance wiedergeben. In der SpĂ€trenaissance begannen sich erste regionale Unterschiede im Orgelbau herauszubilden.
Barock
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im 17. und 18. Jahrhundert erreichte der Orgelbau in einigen europĂ€ischen LĂ€ndern eine groĂe BlĂŒte. So entwickelten sich im Laufe der Barockzeit unterschiedliche Orgeltypen, und heute lassen sich innerhalb nationaler KulturrĂ€ume regionale Orgellandschaften ausmachen, die in erster Linie geographisch definiert sind.
Die meisten barocken Orgeln SĂŒdeuropas und vereinzelt auch der sĂŒddeutschen Orgellandschaft befinden sich im Gegensatz zu denjenigen des Nordens und Frankreichs nicht auf einer Westempore, sondern im Chorraum beidseits des Altars, und zwar vom Kirchenschiff aus gesehen links die Epistelorgel und rechts die Evangelienorgel. Englische Orgeln wurden dagegen meistens auf dem Lettner aufgestellt.

Hanseatisch-niederlÀndischer Orgeltypus des 17. und 18. Jahrhunderts
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ein typisches Merkmal der Orgel des norddeutsch-hanseatischen Raumes war das Werkprinzip. Im sogenannten Hamburger Prospekt zeigte sich der konsequente Werkaufbau sehr deutlich. Dabei waren die PedaltĂŒrme jeweils seitlich an der Orgel angebracht und umrahmten damit die Manualwerke.[18] Sowohl die Manualwerke als auch das Pedalwerk zeichneten sich durch ein groĂes MaĂ an SelbstĂ€ndigkeit aus. In jedem Teilwerk gab es nun Prinzipal-, Flöten- und Zungenstimmen-Ensembles.[19] Die Klangkronen bestanden ĂŒberwiegend aus Quinten und Oktaven, was den âSilberglanzâ des Mixturplenums unterstrich. Sesquialtera und Tertian dienten vor allem als Ensembleregister und repetierten schon im Bass.[19] Dagegen fanden sich selbst in gröĂeren Orgeln in jedem Manualwerk meist nur ein bis zwei labiale 8âČ-Register. Streichende Register wurden fast nie gebaut. Die vielen Register von sehr unterschiedlicher Bauweise dienten der klanglichen Vielfalt.[20] Die starken BĂ€sse und krĂ€ftigen Mixturen waren weniger fĂŒr polyphones Spiel als vielmehr fĂŒr die Begleitung des Gemeindegesangs gedacht.[21] Auch der Stylus phantasticus der hanseatischen Orgelkunst mit seinen wechselnden Affekten konnten auf den Instrumenten optimal verwirklicht werden. Im Vergleich zu den Instrumenten anderer Regionen (vor allem Mittel- und SĂŒdwestdeutschlands) waren die Orgeln groĂ und besaĂen viele Register.
Die mitteltönige Stimmung hielt sich bis um 1740 und wurde erst danach von wohltemperierten Stimmungen verdrĂ€ngt.[22] Die Instrumente waren meist etwa um einen Halbton höher gestimmt als heute. Bis weit ins 18. Jahrhundert wurden von einzelnen Orgelbauern Springladen gebaut. Bekannt fĂŒr diesen Orgeltypus wurden die Orgelbauer Hans Scherer der Ăltere, Gottfried Fritzsche und Arp Schnitger.
Barocker Orgeltypus in Ost- und Mitteldeutschland und in Polen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Typisch fĂŒr diesen Orgeltypus ist die groĂe Anzahl von labialen 8âČ-Registern. Bei zweimanualigen wurden nicht selten zusammen acht und mehr Grundstimmen in den Manualen gebaut, wodurch ein dunkler, voluminöser an GravitĂ€t orientierter Klang entstand.[23] Jedes Register besaĂ dabei eine eigene, unverkennbare Klangcharakteristik.[24] Die unterschiedlichen Labialregister wurden in erster Linie als Einzelregister verwendet und ermöglichten eine breite Farbenpalette.[25] Neben den traditionellen 8âČ-Registern wie Prinzipal, Gedackt, Gemshorn, Spitzflöte und Rohrflöte entwickelten sich u. a. Viola di Gamba, Salicional, Piffaro/Biffara (auch Unda maris genannt), Fugara und Traversflöte. Hinzu kam ein meist lĂŒckenloser Prinzipalchor (im Hauptwerk oft mit Mixtur und Cymbel), meist eine bis zwei Zungenstimmen, Sesquialtera und Cornet sowie einzelne Aliquotregistern.[26] Die Mixturen wurden dabei in der Regel als Terzmixturen gebaut.[27] Manualzungen wurden nur wenige gebaut, eine Vorliebe gab es jedoch fĂŒr die Vox humana 8âČ im Oberwerk. Im Hauptwerk wurde als tiefstes Register meist eine Quintade 16âČ, sehr hĂ€ufig zusĂ€tzlich verstĂ€rkt durch eine Quinte 5âŻ1â3âČ gebaut. Im Pedal wurde Subbass 16âČ oft um Violonbass 16âČ verstĂ€rkt.[28] Selbst in mittelgroĂen zweimanualigen Orgeln gab es 32âČ-Register wie Untersatz 32âČ oder Posaune 32âČ. AuĂerdem wurden gerne typisch barocke Spielereien, wie Glockenspiel, Vogelgesang und Cymbelstern eingebaut.[29]
Die Instrumente besaĂen in der Regel Hauptwerk und Oberwerk, bei dreimanualigen Orgeln trat ein Brustwerk hinzu. RĂŒckpositive gab es ab etwa 1690 keine mehr.[30] Die Orgelbauer waren experimentierfreudig[31] und nahmen komplizierte TrakturfĂŒhrungen in Kauf, was oft zu einer schwergĂ€ngigen Spielweise fĂŒhrte.[23] Auf diese Weise konnten schon frĂŒh Transmissionen vom Hauptwerk ins Pedal verwirklicht werden.[27] Schon ab 1700 wurde die mitteltönige Stimmung durch die wohltemperierte Stimmung abgelöst. Bedeutende Vertreter waren Tobias Heinrich Gottfried Trost, Gottfried Silbermann und Zacharias Hildebrandt.

Barocker Orgeltypus West- und SĂŒdwestdeutschlands
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Charakteristisch fĂŒr die Orgeln dieser Region war die Teilung einzelner Register in Bass- und Diskant zwischen h0 und c1 (Trompete, Krummhorn, auch zum Teil Gedackt).[32] Einige Register gab es nur im Diskant wie Cornet und Flaut travers 8âČ.. Die Mixturen wiesen hĂ€ufig Oktavrepetition auf.[33] Charakteristisch waren auch die vielen Terzen als Soloregister.[34] Im Hauptwerk befanden sich als 8âČ-Register neben Principal und Gedackt (meist Hohlpfeiff genannt) eine Gamba und gelegentlich Gemshorn und Quintatön,[34] im Positiv meist nur Gedackt 8âČ und Flaut travers 8âČ (Diskant). Der 16âČ des Hauptwerks war in der Regel ein Bourdon 16âČ (auch GroĂgedackt oder GroĂ-Hohlpfeiff genannt). Als 4âČ trat Flaut oder Flaut douce,[34] gelegentlich auch Solicinal hinzu. Krummhorn und Vox humana wurden sowohl im Positiv als auch im Echowerk als solistische Zungen disponiert. Im Hauptwerk wurde neben Trompete 8âČ gelegentlich das Register Vox angelica 2âČ gesetzt, eine enge Trompete, die nur im Bass gebaut war. Die Zungenregister wiesen französische Kehlen auf.[32] GrundsĂ€tzlich waren die Dispositionen sehr schematisch und in allen Orgeln sehr Ă€hnlich.
Das Pedalwerk war in der Regel hinterstĂ€ndig eingerichtet und besaĂ oft nur drei Register (Subbass, Oktavbass und Posaune).[35] Die Posaune 16âČ wurde ganz aus Holz gebaut, ebenso die meisten anderen Pedalregister.[32] Der Pedalumfang war sehr gering und reichte meist nur bis d0, selten bis g0 und nur ausnahmsweise noch höher.[36] Der Manualumfang war meist CDâc3.[34] Zweimanualige Orgeln verfĂŒgten ĂŒber Hauptwerk und RĂŒckpositiv. Als drittes Manual kam ein Echowerk mit vollem Manualumfang hinzu. Ab 1740 verbreitete sich die seitenspielige Anlage und das RĂŒckpositiv wurde oft durch ein Unterwerk verdrĂ€ngt.[36]
Meist standen die Orgeln einen Halbton höher. Bis um 1800 war die mitteltönige Stimmung die Norm.[37] Die Instrumente zeichneten sich durch einen sehr krĂ€ftigen Klang aus,[32] so dass deutlich weniger Register als in anderen Regionen ausreichten, um die KirchenrĂ€ume mit Klang zu fĂŒllen. Fast keine Orgel dieser Zeit ist in gröĂeren StĂ€dten erhalten geblieben. Bedeutende Orgelbauer dieses Typus waren die Familien König und Stumm.
SĂŒddeutscher und österreichischer Orgeltypus der Barockzeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Typisch fĂŒr diesen Orgeltypus war die groĂe Palette an Grundstimmen, selbst bei sehr kleinen Instrumenten gab es eine Vielfalt an 8-Registern.[38] Zungenstimmen waren dagegen deutlich reduziert.[39] Das Hauptwerk besaĂ einen vollstĂ€ndig ausgebauten Prinzipalchor gelegentlich mit doppelter Prinzipalbesetzung in der 8âČ-Lage in Form eines Registers aus Zinn und eines weiteren aus Holz (Portun).[39] Schon frĂŒh fanden sich eng mensurierte Register, wie Gamba oder Salicional. Gerne wurden schwebende Register eingebaut. Terzmixturen waren bis gegen 1720 ungebrĂ€uchlich und kamen danach nur bei einzelnen Orgelbauern (vor allem in Oberschwaben) vor.[40] Einzelterzen waren sehr selten, hĂ€ufiger baute man gemischte Farbregister wie Cornettino oder Hörndl. In der Regel waren die Instrumente einmanualig, meist mit angehĂ€ngtem Pedal,[38] zweimanualige gab es fast nur in gröĂeren Pfarrkirchen und in Klosterkirchen, wo es gelegentlich auch dreimanualige und ausnahmsweise viermanualige Instrumente gab.[41] Dabei waren die Manualwerke oft dynamisch abgestuft. Entsprechend der katholischen Liturgie dienten die Orgeln in erster Linie dem Alternatimspiel, nicht jedoch zur Gemeindebegleitung. Die vielen unterschiedlichen 8âČ-Register trugen dem Rechnung.
Geteilte GehĂ€use und freistehende Spieltische waren ausgesprochen typische Eigenarten dieses Orgelbaustils.[42] Gerne wurden gröĂere Orgelteilwerke in der EmporenbrĂŒstung positioniert.[39] Vielfach gab es fĂŒr die Zeit enorm fortschrittliche Experimente mit freistehenden Spieltischen und anderen Konstruktionen mit immensem technischem Aufwand,[38] zum Beispiel Chororgeln mit doppelten Prospekten, Zwillingsorgeln (Evangelien- und Epistelseite), zum Teil mit meterlangen gewagten unterirdischen Trakturen.[41]
Im VerhÀltnis zu norddeutschen und westdeutschen Orgeln waren die Instrumente einerseits wesentlich leiser, andererseits deutlich weicher im Klang. Typisch war das hÀufige Beharren an kurzen oder gebrochenen Oktaven im Bass und an geringen PedalumfÀngen[38] sowie das Festhalten an der mitteltönigen Stimmung bis nach 1800.[43] Bekannte Vertreter waren die Familien Butz, Egedacher, Freundt und Rotenburger sowie Joseph Gabler und Johann Nepomuk Holzhey.

Klassische französische Orgel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Orgeln gab es in Frankreich nur in den Klosterkirchen, einzelnen groĂen Stadtkirchen und in den Bischofskirchen (Kathedralen), aber nicht in den Dörfern. Die Dispositionen waren in hohem MaĂe standardisiert. Um 1700 besaĂ praktisch jede Orgel die gleiche Disposition, von der nur in seltenen FĂ€llen abgewichen wurde: Meist handelte es sich um drei- oder viermanualige Instrumente mit RĂŒckpositiv, Hauptwerk, RĂ©cit und Echo. Die beiden letzteren waren dabei nur im Diskant ausgebaut und begannen meist bei c1. In Hauptwerk und RĂŒckpositiv gab es als Einzelstimmen Nazard und Terz.[44] Charakteristisch waren die durchdringenden Zungen: Trompette 8â, Clairon 4â und Voix humaine 8â im Hauptwerk sowie Cromorne 8â im RĂŒckpositiv. Das Pedal besaĂ in der Regel keinen 16â; die sehr krĂ€ftige Pedaltrompete 8âČ war fĂŒr Tenor-Cantus-firmi gedacht und konnte sich gegen das Plein Jeu des Hauptwerks durchsetzen. Die Vereinheitlichung der Disposition fĂŒhrte zur Komposition von OrgelstĂŒcken fĂŒr bestimmte Registrierungen, einerseits fĂŒr Soloregistrierungen (Trompette, Cornet, Cromorne, Voix humaine, Jeu de Tierce) andererseits fĂŒr Prinzipalplenum (Plein Jeu) oder das dialogisierende Zungenplenum (Grand Jeu).[45]
Die Mensuren der beiden Pedalregister waren extrem weit. Der Prinzipalchor der Manualwerke war ebenfalls ĂŒberwiegend von weiter Mensur, Fourniture und Cymbale unterschieden sich dabei nicht von der Tonhöhe, sondern lediglich von der Mensur her. Die Klangkronen waren sehr tiefliegend.[46] Das Cornet war nur im Diskant (ab c1) ausgebaut. Grand-Orgue und RĂ©cit waren oft auf einer Zwillingslade aufgestellt[47], das Echo im Unterbau (oft direkt hinter dem Notenpult). Das Pedalwerk stand in der Regel auf Sturz links und rechts neben dem Hauptwerk und besaĂ keinen eigenen Prospekt.[48]
Die Orgeln waren â vor allem im Grand Jeu â sehr laut und dienten â der katholischen Liturgie entsprechend â nur zur Alternatimspraxis, nicht jedoch zur Begleitung eines Gemeindegesanges. In der Regel waren die Instrumente im Opernthon â also einen Ganzton tiefer als heutige Orgeln gestimmt.[49] Bis ins 19. Jahrhundert war die mitteltönige Stimmung verbreitet. Bekannte Orgelbauer waren François Thierry, Robert Clicquot, François-Henri Clicquot, Andreas Silbermann, Dom Bedos und Karl Joseph Riepp.
Italienische Orgel seit der Renaissance
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Der italienische Orgelbau war sehr konservativ. Bis Ende des 19. Jahrhunderts hatte der schon aus der Renaissance stammende Orgeltypus unverĂ€ndert GĂŒltigkeit.[50] Bis auf wenige Ausnahmen besaĂen italienische Orgeln lediglich ein Manual; das Pedal hatte nur 12 bis 17 Tasten und war meist angehĂ€ngt.[51] Italienische Orgeln verfĂŒgten ĂŒber eine Vielzahl von Prinzipalregistern aller FuĂlagen vom 8âČ als Fundament bis ĂŒber die 2âČ-Lage hinaus. Mehrchörige Klangkronen waren unĂŒblich, stattdessen waren Oktaven und Quinten bis in die höchsten Lagen vorhanden, die zusammen mit den Prinzipalen das Ripieno (Plenum) ergaben. Neben den Prinzipalen kamen nur wenige weitere Register vor. Voce umana oder Fiffaro waren sehr stark schwebende Diskant-Schwebungen zum Prinzipal 8âČ,[50] daneben gab es nur noch Flötenregister (Flauti in VIIIa, in XIIa, in XVa). Terzhaltige Register, Trompeten (Tromba) und andere Zungenregister oder Streicherstimmen kamen sehr selten vor.[51] FuĂtonbezeichnungen wurden im italienischen Orgelbau nicht verwendet. Stattdessen bezeichnete man den Abstand der Register zur ersten Taste des Prinzipal 8âČ mit Zahlen.[52] Ottava (VIII) ist dementsprechend 4âČ, Duodecima (XII) 2âŻ2â3âČ, Decimaquinta (XV) 2âČ, Decimanona (IXX) 1âŻ1â3âČ, Vigesima seconda (XXII) 1âČ. Der normale Klaviaturumfang lag bei C bis c3 mit kurzer groĂer Oktave, also 45 Tasten. GröĂere Orgeln hatten einen gröĂeren Klaviaturumfang, indem man die Klaviatur zur Tiefe um eine Oktave erweiterte, also bei C1 â klingend also 16âČ â begann.[52] Die Pfeifen bestanden ĂŒberwiegend aus dickwandigem Blei.[53] Der Winddruck war sehr niedrig.
Bereits im Laufe des 16. Jahrhunderts hatte sich ein Grundmuster der italienischen Orgelprospektgestaltung gebildet, das bis weit ins 19. Jahrhundert gĂŒltig blieb. GrundsĂ€tzlich waren flache Fassadenprospekte typisch. Die Prospektpfeifen standen alle in einer Linie in wenigen, nach oben meist mit einem Rundbogen abgeschlossenen Pfeifenfeldern. Der innere technische Aufbau der Orgel hatte auf die Gestaltung des GehĂ€uses kaum Einfluss, da die meisten Instrumente nur ein Manualwerk besaĂen.[51] HĂ€ufig standen die Instrumente im Chorraum beiderseits des Altars, und zwar vom Kirchenschiff aus gesehen links die Epistelorgel und rechts die Evangelienorgel. Der katholischen Liturgie entsprechend dienten sie nur zur Alternatimspraxis. Bekannte Orgelbauer waren Graziadio Antegnati, sein Sohn Costanzo Antegnati, Pietro Nacchini und Francesco Dacci.

Orgelbau auf der iberischen Halbinsel im 18. Jahrhundert
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Spanien und Portugal war die Aufteilung der Orgel in verschiedene Werke typisch: Organo mayor (Hauptwerk), cadereta exterior (RĂŒckpositiv), cadereta interior, ein inneres Positiv im Echokasten, das fĂŒr dynamische Effekte einzelner Register (Echokornett, Echotrompete) vom Spieltisch aus bewegliche TĂŒren besaĂ, und TrompeterĂa (Horizontalzungenbatterie) â auch LengĂŒeterĂa genannt. Brustwerke gab es im spanischen Orgelbau keine, stattdessen findet man oft ein Unterwerk unter der Spielanlage.[54] Aufgrund der seitlichen Aufstellung vieler Orgeln links und rechts im Chorraum gab es an manchen Instrumenten auch Hinterwerke mit eigenem Prospekt, die ins Seitenschiff absprachen.[55] Die einzelnen Werke wurden ĂŒber Sperrventile angeschaltet. Auch bei bis zu fĂŒnf Werken wurden nie mehr als 3 Manuale gebaut.[54] Aufgrund der Raumnot, welche die Aufstellung zwischen Hauptschiff und Seitenschiff und zwischen zwei Pfeilern mit sich brachte, waren die Windladen extrem klein gefertigt. FĂŒr die ausreichende Windversorgung sorgten lange Ventile. Die groĂen und nicht mehr auf dem geringen Platz der Lade selbst unterzubringenden Pfeifen wurden abgefĂŒhrt.[54] Die Trakturen waren oft nur wenige Zentimeter lang, wĂ€hrend die Pfeifen ĂŒber bis zu 10 m lange Kondukten versorgt wurden.[55]
Die RegisterzĂŒge wurden nach Bass und Diskant auf die linke und rechte Seite neben der Klaviatur verteilt. Manualkoppeln gab es nur selten, Pedalkoppeln wurden keine gebaut.[54] Oft war das Pedal angehĂ€ngt oder verfĂŒgte nur ĂŒber wenige Register in 16âČ- und 8âČ-Lage, vereinzelt auch in 32âČ-Lage und hatte in der Regel nur den Umfang einer Oktave. Die Pedaltasten waren oft als Knöpfe geformt und eigneten sich nur zur AusfĂŒhrung eines Orgelpunkts, also einzelner langgehaltener Töne. Ăblich waren Schleifladen mit chromatischer Aufstellung, hĂ€ufig mit kurzer groĂer Oktave. Typisch ist die Teilung in Bass und Diskant einheitlich zwischen c1 und cis1, was eine groĂe Anzahl an RegisterzĂŒgen zur Folge hatte. Neben den horizontalen gab es auch viele vertikale Zungenregister, so dass im Hauptwerk mehrere unterschiedliche Trompeten und kurzbechrige Zungenregister (zum Beispiel Orlos) zu finden waren. Repetierende Mixturen enthielten oft eine Terz.[55] Der katholischen Liturgie entsprechend dienten die Orgeln nur zur Alternatimspraxis, nicht jedoch zur Begleitung eines Gemeindegesanges. Als bedeutende Orgelbauer galten Pedro de Liborno, FernĂĄndez DĂĄvila und Jordi Bosch.
Orgelbau in England im 18. Jahrhundert
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
In England war aufgrund der puritanisch-calvinistischen Glaubensvorstellung bis 1660 die Benutzung der Orgel im Gottesdienst verboten. Danach begann der Orgelbau praktisch von einem Nullpunkt aus und wurde hauptsÀchlich von Einwanderern geleistet: u. a. Bernhard Schmid (genannt Father Smith) und Christopher Schrider aus Deutschland, Renatus Harris aus Frankreich und Johannes Snetzler aus der Schweiz. So kamen unterschiedliche Stilelemente in den Orgelbau.[56]
Neben dem Prinzipalchor (Open diapason oder Principal) gab es nur wenige Register anderer Bauart: Stopped diapason (Gedackt), manchmal auch Flute, Sesquialtera und ein oder zwei Zungenregister.[56] Der Manualumfang reichte normalerweise von G1 bis d3, ein Pedal war bis 1720 praktisch unbekannt, danach kamen angehĂ€ngte Pedale auf. Erst ab 1790 gab es eigene Pedalregister â jedoch bis etwa 1820 nur als 8âČ.[57] 1712 wurde erstmals ein Schwellwerk gebaut. Danach wurden die meisten Echowerke in Schwellwerke umgewandelt.[58] Eine Besonderheit englischer Orgeln ist die Aufstellung auf einem Lettner.
Fast keine englische Orgel der Barockzeit ist unverÀndert erhalten. StÀndig wurden Instrumente von einem Ort zum nÀchsten verbracht, wurden Werk und GehÀuse voneinander getrennt, alte Werke mit neuem GehÀuse versehen, einzelne Register in andere Orgeln eingebaut.[56]
Romantik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nachdem die Orgel in der Zeit der frĂŒhen Klassik an Aufmerksamkeit verlor und als Folge der SĂ€kularisation â vor allem in SĂŒddeutschland â kaum noch Orgeln gebaut wurden,[59] entstand mit der romantischen Orgel ein neues, vollkommen anderes, orchestrales Klangideal, das nach und nach zu einer Art Globalisierung im Orgelbau fĂŒhrte. In viel stĂ€rkerem MaĂe als bei der Barockorgel ist hier die 8âČ-Lage, im Pedalwerk auch die 16âČ-Lage, mehrfach mit verschiedenen, Orchesterinstrumente nachahmenden Stimmen besetzt, die höheren Lagen treten dafĂŒr deutlich zurĂŒck: Terzen verschwinden ganz, andere Aliquoten werden kaum noch disponiert.[60] Im Vordergrund stand das Ideal der âVermischungâ â die Orgel sollte wie ein Orchester klingen, es sollten keine BrĂŒche im Klang mehr erkennbar sein. Daher wurden gehĂ€uft Streicher und ĂŒberblasende Flöten verwendet.
Die Epoche von 1830 bis 1920 war im Orgelbau eine Phase technischer Innovationen und Weiterentwicklungen.[61] Nun strebten neben den StĂ€dten und Klöstern ĂŒberall auch die Dorfkirchengemeinden nach einer Orgel,[59] was einerseits zu einem regelrechten Orgelbauboom fĂŒhrte, andererseits GroĂbetriebe hervorbrachte. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Deutschland fast keine Kirche ohne eine Orgel mehr.
In Deutschland vollzog sich die Entwicklung des romantischen Orgelbaus in drei Phasen.[62]

FrĂŒhromantischer Orgelbau in Deutschland (1830â1860)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Nebenmanual wurde meist als Hinterwerk oder Seitenwerk ohne eigenen Prospekt gebaut,[63] Brustwerke und RĂŒckpositive kamen nicht mehr zur Anwendung.[62] FĂŒr den GehĂ€usebau wurden Rundbögen und âkĂŒchenschrankĂ€hnliche Verkleidungenâ[64] typisch. Der Manualumfang wurde in der Regel bis f3 erweitert,[65] der Pedalumfang blieb hingegen oft auf anderthalb Oktaven (bis f° oder g°) beschrĂ€nkt.[66] Die bis dahin gebrĂ€uchliche mitteltönige Stimmung und die wohltemperierten Stimmungen wurden endgĂŒltig durch die gleichschwebende Stimmung abgelöst.[67] Vermehrt wurden durchschlagende Zungen gebaut.[65]
Hochromantischer Orgelbau in Deutschland (1860â1890)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Wichtigstes Kennzeichen dieser zweiten Phase des Orgelbaus in Deutschland war ab etwa 1860 die VerdrĂ€ngung der Schleiflade durch die Kegellade. Orgelbauer, die keine Kegelladen bauten, erhielten nach und nach keine AuftrĂ€ge mehr.[66] In den 1870er Jahren hatten sich alle gröĂeren WerkstĂ€tten auf Kegelladen umgestellt.[68]
Das Hauptwerk bekam nun deutlich mehr Kraft, vor allem durch die Terzmixturen, die sich allmĂ€hlich durchsetzten,[69] die Nebenmanuale traten dagegen deutlich zurĂŒck: Hier verschwanden mehr und mehr die Zungenstimmen. Systematisch wurden nun Kernstiche zur Verbesserung der Intonation angebracht.[70] Freistehende Spieltische wurden nun zum Standard, die oft feste Kombinationen als Tritte oder ZĂŒge[70] und â besonders in gröĂeren Orgeln â erste Crescendovorrichtungen erhielten.[64]

SpĂ€tromantischer Orgelbau in Deutschland (1890â1920)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit der EinfĂŒhrung der pneumatischen Traktur um 1890 begann in Deutschland die spĂ€tromantische Phase des Orgelbaus. Die Pneumatik brachte einige neue technische Möglichkeiten mit sich: So konnten durch freie Kombinationen erstmals Klangverbindungen vorprogrammiert werden.[61] Sub- und Superoktavkoppeln schufen weitere Möglichkeiten.[71] Viele Orgeln verfĂŒgten nun ĂŒber eine Crescendowalze, die es ermöglichte, mittels einer mit dem FuĂ zu bedienenden Walze oder eines Balanciertritts nach und nach alle Register der Orgel zuzuschalten, ohne die entsprechenden Registerknöpfe einzeln von Hand bedienen zu mĂŒssen.
Bereits 1833 hatte Walcker in Frankfurt das erste Schwellwerk errichtet. Dabei befindet sich ein Teil der Pfeifen innerhalb oder hinter dem HauptgehĂ€use in einem Kasten mit jalousieartigen SchwelltĂŒren, die mittels eines FuĂtrittes am Spieltisch geöffnet oder geschlossen werden können. Dies macht eine stufenlose VerĂ€nderung der Dynamik möglich. In Deutschland blieben Schwellwerke bis 1890 eher die Ausnahme und konnten sich erst mit der Röhrenpneumatik durchsetzen.[63] Ab 1910 wurden Schwellwerke dann auch in kleineren Orgeln gebaut.
In jedem Werk wurden jetzt sehr viele Register in der 8âČ-Lage (Ăquallage) disponiert, darunter hĂ€ufig Streicher. Im zweiten Manual tauchten meist Register Ă€hnlicher Bauart in einem leiseren Typus auf. Dies diente zur Schattierung und zur Abstufung der LautstĂ€rke. Streicher wurden nun auch als Schwebung gebaut. In kleineren Orgeln erhielt das zweite Manual hĂ€ufig neben vier bis fĂŒnf 8âČ-Registern nur ein 4âČ-Register und keine weitere Stimme. In gröĂeren Orgeln wurden gelegentlich Hochdruckregister wie Stentorgambe oder Seraphonflöte gebaut.[72]
Symphonische Orgel in Frankreich
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die französisch-romantische Orgel geht im Wesentlichen auf Aristide CavaillĂ©-Coll zurĂŒck. Sie besitzt in der Regel mechanische Trakturen, im Hauptwerk meist mit Barkerhebel und verfĂŒgt meist ĂŒber ein Schwellwerk. Typisch sind die vielen Zungenregister, vor allem die schmetternden Trompeten, die ĂŒberblasenden Flöten (FlĂ»te harmonique genannt) und die schwebende Voix cĂ©leste im Schwellwerk.
Romantische Orgel in England
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die englisch-romantische Orgel ist gewissermaĂen eine Synthese der deutsch-romantischen und der französisch-romantischen Orgel. Sie besitzt zarte Streicher und Soloregister in Abschattierungen neben höheren Registern und starken Trompeten, die oft als Hochdruckregister gebaut wurden.
20. Jahrhundert
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Orgeln auĂerhalb von Sakralbauten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]SpĂ€testens seit Ende des 19. Jahrhunderts wurden vermehrt Orgeln in KonzertsĂ€len und Anfang des 20. Jahrhunderts auch in den mit dem Stummfilm aufkommenden LichtspielhĂ€usern, dort als Kinoorgel bezeichnet, gebaut. Die Orgeln fĂŒr KonzertsĂ€le zeigten bereits erste Tendenzen der Universalorgel. Die Kinoorgel hingegen orientierte sich noch am Klangbild der romantischen Orgel. Hinzu kamen aber vermehrt Zungenstimmen, die trotz ihrer teilweise alten Bezeichnungen mitunter neu oder erheblich umkonstruiert wurden, und vor allem diverse Effektregister (Trommeln, Glocken, Klingeln, Xylophon und weitere GerĂ€usche, wie zum Beispiel auch âTelefonklingelnâ), die sich in anderen, vor allem in Sakralbauten stehenden, Orgeln nicht finden.[73]
Zahlreiche technische Neuerungen (Pneumatik, Elektrik und neue Baumaterialien) machten es möglich, immer gröĂere Instrumente sowie Fernwerke zu bauen. In diese Zeit fĂ€llt auch der Bau einiger Riesenorgeln. So entstanden in dieser Zeit die beiden bis heute gröĂten Pfeifenorgeln der Welt in einer Veranstaltungshalle (Orgel der Boardwalk Hall in Atlantic City) und einem Kaufhaus (Wanamaker-Orgel in Philadelphia). HĂ€ufig wurde dabei auf das Multiplexsystem zurĂŒckgegriffen, bei dem aus einer Pfeifenreihe mit dem Transmissions- und Extensionsverfahren mehrere Register unterschiedlicher FuĂtonlagen erzeugt werden. So können zum Beispiel aus einer 8âČ-Pfeifenreihe 4âČ-, 2âŻ2â3âČ- und 2âČ-Register abgeleitet werden; das bedeutet, dass die vier Register die gleichen Pfeifen nutzen.
Orgelbewegung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die sogenannte Orgelbewegung war eine Strömung etwa in der Zeit von 1920 bis 1970/1980.[74] Sie legte ihren Schwerpunkt als bewusste Abkehr von der romantischen Orgel auf die Wiederbelebung der norddeutschen Orgel der Barockzeit[75] und mĂŒndete nach dem Zweiten Weltkrieg in eine als Neobarock bezeichnete zweite Phase.[76]
Orgelbau nach dem Ersten Weltkrieg
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit dem Ersten Weltkrieg kam der Orgelbau in Deutschland zum Erliegen. Zu Beginn der 1920er Jahre wurden aus finanziellen und materiellen Schwierigkeiten kaum neue Orgeln erbaut.
Der von Wilibald Gurlitt initiierte Bau der Praetorius-Orgel in Freiburg (Walcker, 1921)[77] fĂŒhrte zu einer RĂŒckbesinnung auf die frĂŒhbarocke (norddeutsche) Orgel. Instrumente romantischen Klangcharakters wurden nun meist grundsĂ€tzlich als âFabrikorgelnâ abgewertet. Dennoch wurden die Erfindungen der SpĂ€tromantik zunĂ€chst beibehalten: Freie Kombinationen, Oktavkoppeln, Transmissionen, Extensionen, elektropneumatische Trakturen.[78] Die typischen Merkmale der neuen Ăsthetik waren: Höher liegende und stĂ€rker besetzte Mixturen auch in den Nebenmanualen, Disponierung von Aliquoten, mehr Zungen als in der SpĂ€tromantik vor allem auch in den Nebenmanualen, deutlich weniger 8âČ-Register, Verzicht auf die Vox coelestis usw.[79] Neubauten, die auch technisch an der Barockzeit orientiert waren, also mechanische Schleifladen aufwiesen, blieben die absolute Ausnahme. Die meisten Orgelbauer dieser Zeit strebten einen Mittelweg an, indem sie Merkmale der spĂ€tromantischen Orgel mit den Ideen der Orgelbewegung verbanden.[80]

Orgelbau nach 1945
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach dem Zweiten Weltkrieg trat die Orgelbewegung in eine zweite Phase: Die BeschĂ€ftigung mit den in Vergessenheit geratenen barocken Klangidealen und Prinzipien des Orgelbaus fĂŒhrte nun zur Entwicklung âneobarockâ ausgerichteter neuer Orgeln und zu wachsendem Interesse an der Restaurierung barocker und vor-barocker Orgeln. Im Mittelpunkt standen nun neben klanglichen auch technische Fragen. Allerdings war die RĂŒckkehr zur mechanischen Schleiflade noch nicht vollzogen.[81] Elektrische Spieltrakturen wurden zurĂŒckgedrĂ€ngt und die Kegellade geradezu verteufelt und nach 1965 praktisch nicht mehr gebaut.[82] Stattdessen erhielten ab etwa 1965 die meisten Orgeln Schleifladen mit mechanischer Spiel- und (oft) elektrischer Registertraktur. In der Prospektgestaltung herrschte in den 1950er Jahren der Freipfeifenprospekt vor.[83] Jedoch wurden auch RĂŒckpositiv, Brustwerk und Oberwerk wieder modern, Schwellwerke wurden dagegen seltener gebaut.
Da im Zweiten Weltkrieg viele Instrumente verloren gegangen oder unbrauchbar geworden waren und die beiden groĂen Konfessionen vermehrt Kirchenneubauten unternahmen, setzte in Westdeutschland ein regelrechter âOrgelbauboomâ ein, der teilweise in einer tatsĂ€chlich âfabrikmĂ€Ăigenâ Serienproduktion unter Verwendung von nicht alterungsbestĂ€ndigen oder unerprobten Materialien (Windladen aus Sperrholz, Spieltrakturen unter Verwendung von Aluminium oder Kunststoff) mĂŒndete. Der Einsatz solcher Materialien galt seinerzeit als fortschrittlich und innovativ, erwies sich aber im Nachhinein als nicht sehr nachhaltig, da die Materialien oft nicht bestĂ€ndig waren. Die Instrumente erhielten viele sehr hochliegende Mixturen und zahlreiche Aliquoten.[84] Die daraus resultierenden Orgeln zeichnen sich im Gegensatz zu denen des Barocks oft durch einen spitzen, teilweise sogar schrillen und schreienden Klang, schwaches Bassfundament und fehlende Kraft in der Mittellage aus. Die Orgelbewegung ist somit aus heutiger Sicht zwar weit ĂŒber ihr Ziel hinaus geschossen, hat aber auch die historische Aufarbeitung der Orgelgeschichte erheblich beeinflusst und teilweise ĂŒberhaupt erst initiiert.
Die von den Initiatoren in den 1950er bis 1970er Jahren als Fortschritt (oder auch RĂŒckbesinnung) verstandenen Ziele (RĂŒckkehr zu handwerklicher Fertigung, hellerer Klang, klarere Zeichnung der Stimmen) fĂŒhrten hĂ€ufig zu heute nur schwer nachvollziehbaren Verlusten an Orgeln mit anderem Konzept. So mussten viele romantische Orgeln neuen Instrumenten mit steiler, âneobarockerâ Disposition (wenig Grundton, viel Oberton) weichen.[85] Nicht nur wurden in diesen Jahrzehnten viele romantische Orgeln âbarockisiertâ, oder einem âKlangumbauâ unterzogen,[86] oft wurden erhaltene (spĂ€t-)barocke Orgeln, besonders sĂŒddeutscher Provenienz, deren Disposition nicht barock genug erschien, den hĂ€ufig sehr schematischen Prinzipien der Orgelbewegung angepasst. Durch solche Umbauten ging manchen Orgeln mehr originale barocke Substanz verloren als in der vorangehenden Romantik. Dennoch gab es auch erste stilgerechte Restaurierungen von Orgeln, beispielsweise durch JĂŒrgen Ahrend und Gerhard Brunzema, zum Beispiel in Rysum (1960).
In Frankreich bildete sich in den 1920er Jahren der neoklassizistische Orgeltypus heraus (lâorgue nĂ©oclassique), der bei elektrischen Trakturen die Registerausstattung der französischen SpĂ€tromantik mit Einzelaliquoten und Mixturen sowie teilweise historisierenden Zungenstimmen anreicherte.[87] Damit glaubte man ein universelles Instrument fĂŒr Bach und die alten deutschen Meister wie fĂŒr die gesamte französische Schule gefunden zu haben. Erst mit den 1970er Jahren traten in Frankreich verstĂ€rkt Instrumente auf, die sich an der klassischen französischen Orgel oder am norddeutschen Barock zu orientieren suchten.
Universal- und Stilorgel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die Ausweitung des Organistenrepertoires, die vertiefte BeschĂ€ftigung mit Instrumenten anderer LĂ€nder und die nostalgische Wahrnehmung des 19. Jahrhunderts fĂŒhrten ab den 1970er Jahren zu einer Kritik der von der Orgelbewegung geprĂ€gten Instrumententypen. Wert und Berechtigung romantischer Orgeln und ihrer spezifischen Musik kamen wieder stĂ€rker ins Bewusstsein. In neuester Zeit geht der Trend dahin, bei GeneralĂŒberholungen von âbarockisiertenâ Orgeln des 19. und frĂŒhen 20. Jahrhunderts diese in den Originalzustand zurĂŒckzufĂŒhren. Zum Ende des 20. Jahrhunderts war die Anzahl der Neubauten angestiegen, da viele ĂŒbereilt gebaute oder schlechte Nachkriegsinstrumente allmĂ€hlich ersetzt werden mussten. Dabei bestand allerdings die Gefahr, dass auch bedeutende Orgeln des 20. Jahrhunderts aufgegeben wurden.
Seit den 1980er Jahren wird bei Neubauten vermehrt mit einer Art âUniversalorgelâ experimentiert, die fĂŒr alle Arten und Stile von Orgelliteratur bestmöglich geeignet sein soll. Bei gröĂeren Orgeln (ab drei Manualen und ca. 40 Registern) kam man dabei zu brauchbaren musikalischen Ergebnissen, indem man ein Hauptwerk mit norddeutschem Plenum mit einem französisch-barocken RĂŒckpositiv und einem französisch-symphonischen Schwellwerk verband. Allerdings lieĂen sich die technischen und die klanglichen Eigenschaften verschiedener Zeit- oder Regionalstile nur bedingt in einem Instrument vereinen. Bei kleineren Orgeln erwies sich die Vermischung von Stilelementen verschiedener Epochen als noch problematischer.
Dem in Deutschland vorherrschenden Ideal einer Orgel der stilistischen Synthese trat mit der wachsenden Bedeutung der historischen AuffĂŒhrungspraxis zunehmend das des stilgetreuen Instruments gegenĂŒber. Detaillierte wissenschaftliche Kenntnisse ĂŒber den Ă€lteren Instrumentenbau und stetig gewachsene Erfahrungen durch sorgfĂ€ltige Restaurierungen bieten dem heutigen Orgelbau die Möglichkeit, neue Instrumente nach Vorbildern aus verschiedenen Epochen und Kunstlandschaften anzubieten. Ein Beispiel fĂŒr den Neubau im Stil einer spanischen Barockorgel ist die sogenannte Spanische Orgel in der Hof- und Stadtkirche St. Johannis in Hannover. Auch Rekonstruktionen untergegangener Instrumente werden vermehrt ausgefĂŒhrt, so zum Beispiel der Orgel von Johann Andreas Silbermann in Villingen-Schwenningen (Gaston Kern, 2002).
21. Jahrhundert
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit Beginn des 21. Jahrhunderts kam der Orgelbau aufgrund des Mitgliederschwundes der Kirchen teilweise zum Erliegen. Manche Kirchen in Deutschland und in anderen LĂ€ndern mussten aufgegeben werden. Als Folge konnten einige englisch-romantische Orgeln nach Deutschland transloziert oder in Neubauten integriert werden. Die Tendenz, Material von Ă€lteren Orgeln wiederzuverwenden, fĂŒhrt auch dazu, dass nun hĂ€ufiger wieder Kegelladen zum Einsatz kommen. In kleineren Orgeln (bis etwa 15 Register) werden vermehrt Wechselschleifen eingesetzt, die es ermöglichen, Register eines Werkes von diesem unabhĂ€ngig auf einem anderen spielbar zu machen.
Nennenswerte technische Fortschritte gibt es im Bereich der Spielhilfen und der elektrischen Traktur. Die Elektronik hat gröĂere Setzeranlagen ermöglicht, teilweise sind auch schon Kirchenorgeln midifiziert worden, so dass diese mit einem PC verbunden und ĂŒber diesen gesteuert werden können. Auch die Verbindung mit externen Klangerzeugern wie Synthesizern ist so möglich, wodurch sich neue Impulse fĂŒr Komposition und Improvisation ergeben. Weiterhin wird geforscht, wie sich eine Art âAnschlagsdynamikâ auf der Orgel realisieren und wie sich das interaktive Verhalten einer mechanischen Traktur mechatronisch bei elektrischen Trakturen nachbilden lĂ€sst. Wo sich mechanische Trakturen nicht errichten lassen, verdrĂ€ngen Lichtwellenleiter die elektrischen Trakturen in Orgelneubauten. Durch die EinfĂŒhrung digitaler Steuerungen als Ersatz fĂŒr elektrische Trakturen ergeben sich viele neue technische Möglichkeiten: Ohne dass eigene Verkabelungen nötig werden, sind Sub- und Superkoppeln so nun nur noch Schaltungen, einzelne Manualwerke können als Floating division angelegt und an jedes Manual zugeschaltet werden, die Transposition in alle zwölf Töne der chromatischen Tonleiter ist ebenfalls als Schaltung möglich. Vermehrt werden einzelne Register nun als Auxiliar, zum Beispiel in 16âČ-, 8âČ- und 4âČ-Lage gebaut, wodurch eine Pfeifenreihe in allen Manualen und im Pedal als Transmission oder Extension angespielt werden kann.
Digitalorgeln
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Digitale Konzert- und Sakral-Orgel kommen oftmals als Ăbungsinstrument in PrivathĂ€usern, in kleinen Kirchen und Kapellen oder als Interimsinstrument wĂ€hrend Umbau- bzw. Neubauphasen der Pfeifenorgel zum Einsatz.[88] Allerdings können die klanglichen Eigenschaften einer Pfeifenorgel, wie das rĂ€umliche Klangbild und die Resonanzwirkung, durch die bei elektronischen Orgeln verwendete Lautsprecherbeschallung nicht adĂ€quat wiedergegeben werden, was von vielen Organisten und Zuhörern als unbefriedigend empfunden wird.[89]
Versuche, Pfeifenorgeln mit digitalen Registern zu kombinieren (sogenannte Kombinations- oder Hybridorgeln), haben sich bis jetzt aufgrund naheliegender Probleme (Stimmung, VermischungsfĂ€higkeit der Register) bisher nicht durchsetzen können. Besonders in den USA werden jedoch des Ăfteren kostenintensive Bassregister und Lingualregister sowie Effektregister digital ausgefĂŒhrt.
Historische Orgeln
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Es gibt nur wenige Ă€ltere Instrumente, die in ihrer originalen Substanz im Wesentlichen erhalten sind. Orgeln wurden in der Vergangenheit immer wieder umgebaut, erneuert und dem jeweiligen Zeitgeschmack (Disposition, Intonation, Stimmung, Technik) angepasst. Manchmal sind nur noch Spuren der ursprĂŒnglichen Technik zu entdecken, und oft sind ĂŒberhaupt nur Teile des Pfeifenwerks erhalten â womöglich in modifizierter Form. ĂuĂerst selten wurden Werke in ihrer historischen ungleichstufigen Stimmung belassen. So kommt es beispielsweise hĂ€ufig vor, dass sich hinter einem barocken Orgelprospekt Technik des 20. Jahrhunderts verbirgt.
Bei der Wiederherstellung historischer Orgeln spricht man entweder von Restaurierung (wenn das vorhandene Material den angestrebten Zustand noch erkennen lĂ€sst) oder von Rekonstruktion (wenn groĂe Teile des Werkes der Zielvorstellung entsprechend neu gebaut werden mĂŒssen). RegelmĂ€Ăig entstehen dabei Konflikte mit dem Grundsatz des Denkmalschutzes, dass die Erhaltung des vorhandenen âgewachsenenâ Zustandes der RĂŒckgewinnung eines verlorenen vorzuziehen ist.
Selbst bestimmte Orgeln aus der ersten HÀlfte des 20. Jahrhunderts können schon als historisch und erhaltenswert angesehen werden. Diskutiert wird zurzeit in EinzelfÀllen, ob sogar Orgeln der Orgelbewegung als erhaltenswert gelten können und sollten.
Stimmungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Es ist davon auszugehen, dass die ersten Orgeln die pythagoreische Stimmung genutzt haben. Erst durch die zunehmende musikalische und technische Entwicklung der Orgel konnte sich eine modifizierte reine Stimmung durchsetzen. Die mitteltönige Stimmung entstand im 16. Jahrhundert und wurde bis ins 18. Jahrhundert als Orgelstimmung verwendet.[90] Zur Vermeidung der Differenz des syntonischen Kommas wurden dabei leicht verkleinerte Quinten eingefĂŒhrt, von denen vier aufeinandergeschichtet eine reine groĂe Terz bilden.
Im Laufe des 17. Jahrhunderts wurde die BeschrĂ€nkung auf zentrale Tonarten zunehmend als störend empfunden. Es entstanden die wohltemperierten Stimmungen. Beispiele hierfĂŒr sind die Stimmungen von Andreas Werckmeister, insbesondere die sogenannte Werckmeister-III-Temperatur, oder die Stimmungen des Orgelbauers Gottfried Silbermann.[91] Dennoch waren viele Orgeln bis weit ins 18. Jahrhundert hinein mitteltönig gestimmt. Erst im 19. Jahrhundert setzte sich die gleichstufige Temperatur schlieĂlich allgemein als Standard durch.
Heute gibt es wieder vermehrt Diskussionen darĂŒber, wie Orgeln gestimmt werden sollen. Viele historische Kompositionen gehen von unterschiedlichen Klangeigenschaften verschiedener Tonarten und Akkorde aus, die auf gleichstufig gestimmten Instrumenten nicht reproduzierbar sind; dieses ist insbesondere fĂŒr die historische AuffĂŒhrungspraxis von Bedeutung. Orgeln werden daher heute oft â als Kompromiss â in einer gemĂ€Ăigten Temperierung gestimmt.
Die Stimmtonhöhe unterschied sich innerhalb Europas sehr, je nach Zeit und Region. Eine Tendenz zur Vereinheitlichung setzte im 17. Jahrhundert ein. In der ersten HÀlfte des 18. Jahrhunderts wurden Orgeln meist entweder im Kammerton (etwa einen Halbton tiefer als heute), im Orgelton (bis zu einer kleinen Terz höher als heute) oder im dazwischen liegenden Cornet-Ton gebaut und gestimmt. Seit 1858 galt als Standard a1 = 435 Hz. 1939 wurde die heutige Stimmtonhöhe von a1 = 440 Hz (bei 18 °C) festgesetzt.[92]
Die Stimmtonhöhe der Orgel ist auch abhĂ€ngig von der Lufttemperatur. Die Verstimmung betrĂ€gt zwar nur wenige Cent pro Grad Celsius, kann aber unter UmstĂ€nden sogar einen Viertelton betragen. Selbst die WĂ€rmeabgabe des GeblĂ€semotors, Sonneneinstrahlung oder BerĂŒhrung (zum Beispiel beim Stimmen) können zu Verstimmungen der Orgelpfeifen fĂŒhren. Auch Luftdruck und Luftfeuchtigkeit spielen dabei eine Rolle.
Orgelmusik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
(Digitalorgel)

(Digitalorgel per MIDI)
Historischer Ăberblick
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Als Ă€lteste schriftlich ĂŒberlieferte Orgelmusik gilt die Musik aus dem Robertsbridge Codex (Appendix um 1350). Einige wenige Quellen stammen aus spĂ€tgotischer Zeit, so der Codex Faenza (um 1420), die OrgelstĂŒcke aus der Predigtsammlung aus Winsen (1431), die Oldenburger Orgeltabulatur des Magister Ludolf Lying (1445) und die Tabulatur des Adam Ileborgh aus Stendal (1448). Aus der Zeit des musikalischen Umbruchs vom Mittelalter zur Renaissance stammt das fĂŒr damalige VerhĂ€ltnisse sehr umfangreiche Buxheimer Orgelbuch (1460/1470).
Im 16. Jahrhundert erschienen bereits zahlreiche, in Tabulaturen erfasste OrgelstĂŒcke. Die Orgelmusik erlebte ihre erste BlĂŒtezeit. Bekannte Vertreter dieser Epoche sind u. a. Arnolt Schlick (~1460~1521), Leonhard Kleber (~1495â1537), Hans Kotter (~1485â1541), Antonio de CabezĂłn (1510â1566) und Jacob Paix (1556â1623?). Durch den DreiĂigjĂ€hrigen Krieg sind jedoch in einem nicht mehr nachvollziehbaren MaĂe Quellen und Orgeln aus Mittelalter und Renaissance verloren gegangen.
In der Zeit des Barock erlebte die Orgelmusik ihren zweiten Höhepunkt. Die in jener Zeit voll ausgebildeten, regional stark unterschiedlichen Orgeltypen fĂŒhrten zu entsprechend vielfĂ€ltiger und ebenso unterschiedlicher Orgelmusik. Orgelmusik aus der Zeit des Barocks ist heute noch fester Bestandteil vieler Orgelkonzerte, was auch damit zu tun hat, dass aus dieser Zeit sehr viele Quellen, aber auch etliche Orgeln bis heute ĂŒberdauert haben.
Die berĂŒhmtesten Komponisten barocker Orgelmusik waren:
- im norddeutschen Raum: Heinrich Scheidemann (1596â1663), Franz Tunder (1614â1667), Dieterich Buxtehude (1637â1707), Johann Adam Reincken (1643â1722), Vincent LĂŒbeck (1654â1740), Georg Böhm (1661â1733), Nicolaus Bruhns (1665â1697)
- im mitteldeutschen Raum: Samuel Scheidt (1587â1654), Johann Pachelbel (1653â1706), Johann Kuhnau (1660â1722), Friedrich Wilhelm Zachow (1663â1712), Johann Gottfried Walther (1684â1748) und nicht zuletzt Johann Sebastian Bach (1685â1750)
- im sĂŒddeutschen Raum: Johann Jakob Froberger (1616â1667), Johann Caspar Ferdinand Fischer (~1665â1746), Gottlieb Muffat (1690â1770)
- in den Niederlanden: Jan Pieterszoon Sweelinck (1562â1621)
- in Frankreich: François Couperin (1668â1733), Louis Marchand (1669â1732), Nicolas de Grigny (1672â1703), Louis-Nicolas ClĂ©rambault (1676â1749)
- in Italien: Girolamo Frescobaldi (1583â1643), Domenico Zipoli (1688â1726)
- in Spanien: Francisco Correa de Arauxo (1584â1654), Juan Bautista JosĂ© Cabanilles (1644â1712)
Mit dem Ende der Barockzeit Mitte des 18. Jahrhunderts lieĂ das Interesse an der Orgel stark nach. Nach einer lĂ€ngeren Pause in der Klassik erlebte die Orgelmusik ihren dritten Höhepunkt in der Zeit der Romantik, in der sich neben dem wiedererwachten Interesse an alten Formen, die mit der neuen Tonsprache verbunden wurden, auch die sinfonische Orgelmusik herausbildete. BerĂŒhmte Vertreter dieser Epoche sind u. a. Felix Mendelssohn Bartholdy (1809â1847), Johannes Brahms (1833â1897) und Max Reger (1873â1916) in Deutschland sowie CĂ©sar Franck (1822â1890), Jacques-Nicolas Lemmens (1823â1881), Alexandre Guilmant (1837â1911) und Charles-Marie Widor (1844â1937) in Frankreich.
In der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts entstand eine besondere neoklassizistische Schule (Siegfried Reda, Johann Nepomuk David), andererseits fand eine Weiterentwicklung der sinfonischen Musik fĂŒr Orgel statt (Sigfrid Karg-Elert, Louis Vierne, Charles Tournemire, Marcel DuprĂ©, Maurice DuruflĂ©, Jean Langlais). Auch Komponisten der dodekaphonen und nachfolgend der seriellen Musik schrieben fĂŒr die Orgel. Einer ihrer Vertreter ist Olivier Messiaen. Der verstĂ€rkte Orgelbau auĂerhalb von Sakralbauten (Kinoorgel, Orgel im Konzertsaal) fĂŒhrte dazu, dass nun auch wieder vermehrt weltliche Musik auf der Orgel gespielt wurde. Mit dem Aufkommen elektromechanischer Orgeln und spĂ€ter elektronischer Orgeln wurde jedoch der GroĂteil dieser neuen weltlichen Orgelmusik auf diese Instrumente verlagert.
Seit der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts werden auch experimentelle Elemente und neue kompositorische Verfahren verwendet (Cluster bei György Ligeti, graphische Notation bei Mauricio Kagel). Daneben flieĂen aber auch Elemente Ă€lterer Epochen (Gregorianik, Mittelalter, Renaissance, Barock) und genrefremder Musikrichtungen (Blues, Jazz, Rock) in die Orgelmusik ein. Auch Anleihen bei der Filmmusik sind zu beobachten, wobei es hier primĂ€r nicht um die Wiederbelebung der alten Kinoorgeltradition geht.
Orgellandschaften und Funktionen der Orgelmusik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ein zweites Unterscheidungskriterium neben der historischen Zuordnung ist das der Orgellandschaft, da Orgelmusik oft fĂŒr ganz bestimmte Instrumente oder Instrumententypen geschrieben oder zumindest von ihnen inspiriert wurde.
Ein drittes Unterscheidungskriterium ist der Unterschied zwischen geistlicher und weltlicher Orgelmusik.
- Als weltliche Orgelmusik gilt religionsunabhĂ€ngige Musik, zum Beispiel die antike Orgelmusik auf der Hydraulis, die Bearbeitungen von TĂ€nzen und weltlichen Liedern in der Zeit der Renaissance, die ĂŒblicherweise auf Hausorgeln, Positiven und Regalen wiedergegeben wurden, oder auch die Stummfilmbegleitung auf der Kinoorgel.
- Als geistliche Orgelmusik gilt, was im Rahmen von religiösen Zeremonien gespielt wird oder auf religiösem Liedgut basiert. Dazu gehört zum Beispiel bis auf wenige Ausnahmen die Orgelmusik, die im Rahmen eines christlichen Gottesdienstes gespielt wird (liturgisches Orgelspiel). Im Bereich der geistlichen Orgelmusik ist darĂŒber hinaus eine Differenzierung zwischen âchoralgebundenerâ, also auf einem geistlichen Lied basierender, und âfreierâ Literatur ĂŒblich.
Solistisches Orgelspiel und Improvisation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
(Digitalorgel per MIDI)
Am kĂŒnstlerisch bedeutsamsten ist das solistische Orgelspiel. Seit dem Barock sind dessen wichtigste Formen: Praeludium, Toccata, Fantasie, Voluntary, Tiento, Chaconne, Passacaglia, Ricercar, Fuge, Variation, Suite, Sonate, Triosonate und Orgelsinfonie; wobei auch die Kombination einer Fuge mit einem vorangehenden weiteren StĂŒck (zum Beispiel PrĂ€ludium, Toccata oder Fantasie) hĂ€ufig vorkommt. Diese OrgelstĂŒcke werden als âfreieâ Orgelmusik bezeichnet, weil ihnen vom Komponisten frei verfasste Themen zugrunde liegen. Hinzu kommen choralgebundene Kompositionen: gregorianischer Choral beziehungsweise protestantische und katholische Kirchenlieder, die teilweise auch in den zuvor beschriebenen Formen komponiert sind. Eine hĂ€ufige Form der Orgelbearbeitung eines meist protestantischen Kirchenliedes ist die Choralbearbeitung.
Die Improvisation ist mit der Orgel eng verbunden. Dies liegt unter anderem daran, dass ein Musiker auf der Orgel eine mehrstimmige Improvisation allein, also ohne Zusammenwirken mit anderen Instrumenten, gestalten kann. Zum anderen ist gerade beim Kontakt mit einer dem Musiker unbekannten Orgel die Improvisation eine sehr gute Möglichkeit, das Instrument kennenzulernen, ohne durch mit komponierten StĂŒcken verbundene Klangvorstellungen eingeengt zu sein.
Die Improvisation ist in der geistlichen Orgelmusik Ă€uĂerst wichtig und in jeder kirchenmusikalischen Ausbildung fester Bestandteil der Lehre; sie ist ebenfalls in Form von Choralvorspielen und Intonationen fester Bestandteil des liturgischen Orgelspiels und entstand aus den eher funktionalen AnsprĂŒchen an die Musik im Gottesdienst.
In der weltlichen Orgelmusik ist die Improvisation seit je her ein Begleiter der Orgel. Ein Beispiel dafĂŒr ist die musikalische Untermalung von Stummfilmen auf der Kinoorgel. Hierbei wird fast immer improvisiert, wobei der ausfĂŒhrende Musiker dies in Echtzeit zum laufenden Film zu bewerkstelligen hat. Normalerweise ist das nur möglich, wenn der Musiker den Film bereits kennt.
Kammer- und Orchestermusik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Orgel in der hier beschriebenen Form spielt in der Kammermusik keine groĂe Rolle. Kleinere Orgeln sind seit dem Barock besonders als Generalbass-Instrument verbreitet. Orchestermusik mit Orgel wurde zunĂ€chst im Barock besonders in den Orgelkonzerten Georg Friedrich HĂ€ndels, seltener zur Zeit der Klassik, sowie dann mit groĂer Orgel vereinzelt in der Romantik gepflegt â im letzteren Fall, um den gegen Ende des 19. Jahrhunderts immer riesigeren Orchestern noch mehr Klangfarbenvielfalt zu geben und den Tonraum bis in die Subkontraoktave (32âČ-Register der Orgel) zu erweitern.
Spielpraxis
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Spieltechnik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


FĂŒr die Technik des Manualspiels ist der Druckpunkt der Tasten entscheidend. Bei mechanischen Orgeln liegt er eher am Beginn des Tastenweges (wie beim Cembalo), da zunĂ€chst der auf dem Ventil lastende Luftdruck ĂŒberwunden werden muss. In diesem Fall kann durch unterschiedliches Angehen des Druckpunktes auch die An- und Absprache der Pfeife beeinflusst werden. Hier ist ein deutlicher Unterschied zum Klavier festzustellen, bei dem die Saite erst am Ende des Tastenweges angeschlagen wird. Daher wird bei der Orgel, anders als beim Klavier, das Spiel aus den Fingern bevorzugt, wenn der jeweils benötigte Kraftaufwand es zulĂ€sst, und die Hand nicht von den Tasten abgehoben, um Schwung fĂŒr einen Anschlag zu holen.
Bei pneumatischen oder elektronischen Trakturen hingegen ist der Druckpunkt nicht spĂŒrbar, da der Gegendruck der Taste nicht vom Ventil herrĂŒhrt, sondern durch eigene Federn hergestellt wird. Der Kraftaufwand ist gering, so dass vollgriffige Musik leichter umgesetzt werden kann. Allerdings kann der Vorgang der Ventilöffnung nicht beeinflusst werden. Pneumatische Trakturen erschweren zudem durch ihre langsame Reaktion das Artikulieren und erfordern eine Gewöhnung des Spielers. Auf der Orgel wird in der Regel stĂ€rker phrasiert und artikuliert als auf Tasteninstrumenten mit Saiten, da der Ton nicht verklingt.
Das Pedalspiel kann sowohl mit den Spitzen als auch mit den Fersen (Absatz) beider FĂŒĂe erfolgen. Dadurch kann bis zu vierstimmig gespielt werden, was in der Praxis jedoch selten vorkommt. Ein wichtiges Mittel ist das Vor- oder Hintersetzen eines FuĂes, auch das Gleiten von Taste zu Taste wird eingesetzt. Der FuĂsatz kann wie der Fingersatz durch spezielle Zeichen in die Noten eingetragen werden, die jedoch nicht von allen Organisten gleich verwendet werden. Bis ins 19. Jahrhundert wurde von vielen Organisten das Spiel mit der Spitze bevorzugt, oft schon wegen der Bauform der Pedaltasten, die den sinnvollen Gebrauch des Absatzes nur bei Kombinationen zwischen Unter- zu Obertasten ermöglichte. Die Germani-Technik (nach Fernando Germani) stellt Spitze und Absatz gleich, womit erstmals ein strenges Legato auch im Pedal möglich war.
Beim Spiel Alter Musik wird heute wieder auf historische Finger- und FuĂsĂ€tze sowie auf eine sensible Artikulation Wert gelegt. Auch die AusfĂŒhrung der Ornamentik spielt dabei eine groĂe Rolle.
Es handelt sich bei dem Beispiel um den Beginn des Orgelchorals âWer nur den lieben Gott lĂ€Ăt waltenâ (BWV 642) von Johann Sebastian Bach, gespielt auf einer Kleinorgel von Bruno Christensen & SĂžnner (I/7, 1980)
PĂ€dagogik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Gegensatz zu vielen anderen Instrumenten kann man das Orgelspiel in der Regel nicht an Musikschulen erlernen. Neben den Konservatorien oder Musikhochschulen unterrichten in erster Linie hauptamtliche Kirchenmusiker. Da auch ein Ăbungsinstrument benötigt wird, ist, wenn kein spezielles Ăbungsinstrument (etwa in einer Hochschule) zur VerfĂŒgung steht, meistens eine enge Zusammenarbeit mit einer örtlichen Kirchengemeinde vonnöten. Als Gegenleistung fordert diese hĂ€ufig Mithilfe an der musikalischen Gottesdienstgestaltung. Seit dem Aufkommen der digitalen Sakralorgel stehen jedoch auch Ăbungsinstrumente fĂŒr den Hausgebrauch zur VerfĂŒgung, wodurch sich die in frĂŒheren Zeiten bestehende AbhĂ€ngigkeit von einer Kirchengemeinde relativiert. Oft spielen angehende Organisten schon ausreichend Klavier, wobei die erheblichen Unterschiede in der Spieltechnik nicht unterschĂ€tzt werden dĂŒrfen. Ein Studium am Klavier kann die Orgel, nicht nur wegen des fehlenden Pedals, nicht ersetzen. Auch wird von vielen PĂ€dagogen das Klavierspiel als Voraussetzung fĂŒr das Orgelspiel gefordert. Aus spieltechnischer Sicht ist die Beherrschung des Klavierspiels zum Erlernen des Orgelspiels nicht notwendig.
Systematische Schulwerke sind erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts ĂŒberliefert. Zu den bekanntesten Werken zĂ€hlen die âOrgelschulenâ von Karl Straube, Ernst Kaller, Marcel DuprĂ© oder Rolf Schweizer, die sich allerdings fast nur mit dem Literaturspiel beschĂ€ftigen. Im Bereich der Improvisation gibt es nur wenig etablierte Literatur, so dass Improvisation weitestgehend im Unterricht und fĂ€cherĂŒbergreifend in den Bereichen Tonsatz, Komposition sowie Musiktheorie weitergegeben wird.
Anschaffung und Wartung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Anschaffung einer Orgel ist ein GroĂprojekt, das in etwa mit einem Hausbau vergleichbar ist. Lediglich bei Instrumenten bis zur GröĂe etwa einer Hausorgel fallen die Dimensionen des Projekts kleiner aus. Alleine die Planungsphase, also bevor ĂŒberhaupt an der Orgel gearbeitet wird, ist selten innerhalb eines Jahres abgeschlossen. In dieser Phase werden in Zusammenarbeit von Investor (etwa Kirchengemeinde, Betreiber einer Konzerthalle, Hochschule), Organist(en) und Orgelbauer sowie gegebenenfalls SachverstĂ€ndigen und Ămtern (Denkmalschutz, Kirchenamt) die Disposition sowie das Aussehen der Orgel festgelegt und ein Finanzierungsplan entwickelt. Sind die Parameter einer Orgel festgelegt, dauert der eigentliche Bau einer mittelgroĂen Orgel noch einmal ein bis zu anderthalb Jahre (etwa 4000 Arbeitsstunden). Dieser endet meist damit, dass die Orgel in der Orgelbauwerkstatt komplett montiert wird. Der Aufbau im Aufstellungsraum vor Ort nimmt noch einmal etwa zwei Monate in Anspruch, dazu kommen etwa vier bis sechs Wochen fĂŒr die klangliche Anpassung an den Aufstellungsraum (siehe auch: Intonation). Ein einzelnes Orgelregister kostet als Neubau je nach GröĂe, Material und Bauart derzeit zwischen 5.000 und 20.000 Euro.
Orgeln werden meist jĂ€hrlich gestimmt, wobei oft nur alle zwei Jahre eine Komplettstimmung (inklusive Mixturen) erfolgt. Die Zungenstimmen werden von den Organisten je nach Bedarf selbst nachgestimmt. Die Stimmung einer mittelgroĂen Orgel (20 bis 30 Register) dauert etwa einen Tag und kostet bis zu eintausend Euro. Etwa alle 15 bis 25 Jahre muss eine Orgel âausgereinigtâ werden, da Staub- und Schmutzablagerungen die technische ZuverlĂ€ssigkeit beeintrĂ€chtigen und zum Beispiel offene, kleine Pfeifen nicht mehr stimmbar sind. Bei einer Ausreinigung werden das gesamte Pfeifenwerk sowie alle Windladen ausgebaut und generalĂŒberholt. Bei einer mittelgroĂen Orgel dauern diese Arbeiten etwa zwei Monate und kosten, soweit keine weiteren Instandsetzungsarbeiten notwendig sind, 20.000 bis 30.000 Euro.
Seit Mitte der 1990er Jahre gewinnt bei kleinen und mittelgroĂen Instrumenten der Gebrauchtmarkt zunehmend an Bedeutung, da sowohl im Ausland als auch im deutschsprachigen Bereich vermehrt vor allem kleinere und mittelgroĂe Kirchen geschlossen oder umgewidmet werden und daher das Angebot entsprechend groĂ ist (siehe auch KirchenschlieĂung). Dieses ist vor allem fĂŒr finanzschwache Betreiber eine interessante Alternative, da eine Umsetzung trotz des erheblichen Aufwandes fĂŒr die Anpassung immer noch deutlich gĂŒnstiger ist als ein entsprechender Neubau.
Auch auf der Seite der Orgelbauer besteht ein relativ groĂes Interesse an historischen Einzelregistern, die fĂŒr RĂŒckfĂŒhrungen oder Restaurierungen genutzt werden. Dies liegt vor allem daran, dass die durch die damaligen, aus heutiger Sichtweise unvollkommenen Herstellungsprozesse entstandenen Verunreinigungen und UngleichmĂ€Ăigkeiten im Orgelmetall nur aufwendig zu rekonstruieren sind.
Raumklima
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eine relative Luftfeuchtigkeit zwischen 45 % und 65 % ist fĂŒr eine lange Haltbarkeit einer Orgel am gĂŒnstigsten. Unterhalb von 40 % ist mit SchĂ€den zu rechnen.[93]
Schimmel in Orgeln
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Schimmelpilzbefall in Orgeln ist ein gröĂer werdendes Problem, das seit zwei Jahrzehnten vermehrt auftritt. Die Ursachen sind vielfĂ€ltig, oftmals hĂ€ngen sie mit unzureichender BelĂŒftung und falscher Beheizung der KirchenrĂ€ume zusammen, s. auch Schimmelpilz in GebĂ€uden. Schimmel befĂ€llt die in der Orgel verbauten organischen Materialien (Holz, Leder, Filze), sowie im Orgelinneren vorhandene Staub- und Schmutzablagerungen. AbhĂ€ngig von der IntensitĂ€t des Befalls werden Substanz der befallenen Teile, Tonbildung und Spielbarkeit des Instrumentes sowie die Gesundheit des Organisten und der Kirchenbesucher mehr oder weniger stark beeintrĂ€chtigt. Eine Schimmelbeseitigung wird oftmals im Rahmen einer Ausreinigung (s. o.) vorgenommen. PrĂ€ventive MaĂnahmen wie richtiges LĂŒften und angemessenes Heizen können helfen, Schimmelbildung vorzubeugen und die wertvollen Instrumente zu schĂŒtzen.[94][95]
Hörbeispiele
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei den Beispielen handelt es sich um das âTema variatoâ von Josef Gabriel Rheinberger (1839â1901).
| |
| |
| |
| |
| |
| |
|
Die Aufnahmen entstanden an der 1996 erbauten Orgel in St. Maria Königin, Kerpen-Sindorf, Rheinland.
Zitate
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]âDie orgl ist doch in meinen augen und ohren der könig aller jnstrumenten.â
âVersĂ€ume keine Gelegenheit, dich auf der Orgel zu ĂŒben. Es gibt kein Instrument, das am Unreinen und Unsauberen im Tonsatz wie im Spiel alsogleich Rache nĂ€hme als die Orgel.â
âDie Orgel ist ohne Zweifel das gröĂte, das kĂŒhnste und das herrlichste aller von menschlichem Geist erschaffenen Instrumente, Sie ist ein ganzes Orchester, von dem eine geschickte Hand alles verlangen, auf dem sie alles ausfĂŒhren kann.â
âOrgelspielen heiĂt, einen mit dem Schauen der Ewigkeit erfĂŒllten Willen offenbaren.â
âDie Pfeifenorgel soll in der lateinischen Kirche als traditionelles Musikinstrument in hohen Ehren gehalten werden; denn ihr Klang vermag den Glanz der kirchlichen Zeremonien wunderbar zu steigern und die Herzen mĂ€chtig zu Gott und zum Himmel emporzuheben.â
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kurze ErklÀrungen zu vielen Fachbegriffen rund um die Orgel sind im Orgel-Glossar zu finden.
- Organist, Liste von Organisten, Kategorie:Organist
- Orgelmusik, Liste von Orgelkomponisten, Kategorie:Musik fĂŒr Orgel
- Orgelbauer, Liste von Orgelbauern, Kategorie:Orgelbauer
- Register (Orgel), Liste von Orgelregistern
- Kirchenmusik, Kirchenmusiker
- Liste deutscher Museen nach Themen#Orgeln
In der Kategorie:Disposition einer Orgel befinden sich Artikel ĂŒber einzelne Orgeln. Diese enthalten neben genauen Dispositionsangaben teilweise auch Hörbeispiele.
Varianten und verwandte Instrumente
- Positiv, Portativ, Regal
- Hausorgel, Kinoorgel, Drehorgel, Hydraulis
- Harmonium
- Parabrahm-Orgel (Kombination aus Harmonium und Orgel)
- Claviorganum (Kombination aus Cembalo und Orgel)
- Pyrophon, Dampforgel, Flaschenorgel
- Elektronische Orgel, Hammondorgel, Lichttonorgel, Synthesizer
Sonstiges
- Liste der Listen von Orgeln
- ORGANÂČ/ASLSP
- Weblinks zu Orgel-Datenbanken (Dispositionen u. a. m.) unter Disposition (Orgel)
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Allgemeines
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Winfried Bönig, Ingo Bredenbach: Orgelliteraturspiel â Orgelbaukunde. 4. Band in: Hans-JĂŒrgen Kaiser, Barbara Lange (Hrsg.): Basiswissen Kirchenmusik. Ein ökumenisches Lehr- und Lernbuch in vier BĂ€nden mit DVD und Registerband zur Grundausbildung und Berufsbegleitung evangelischer und katholischer Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker. Carus-Verlag, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-89948-125-9.
- Hermann J. Busch, Matthias Geuting (Hrsg.): Lexikon der Orgel. Laaber-Verlag, Laaber 2007, ISBN 978-3-89007-508-2.
- Douglas E. Bush, Richard Kassel (Hrsg.): The Organ. An Encyclopedia. Routledge, Taylor & Francis Group, New York / London 2006, ISBN 0-415-94174-1.
- Chris Riley: The Modern Organ Guide. Xulon Press, 2006, ISBN 1-59781-667-1.
- Nicholas Thistlethwaite, Geoffrey Webber: The Cambridge Companion to the Organ. Cambridge University Press, Cambridge 1998, ISBN 0-521-57584-2.
Orgelbau
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Wolfgang Adelung: EinfĂŒhrung in den Orgelbau. 2. Auflage. Breitkopf & HĂ€rtel, Wiesbaden 2003, ISBN 3-7651-0279-2.
- Bernhard Ader: Orgelkunde. In: Hans Musch (Hrsg.): Musik im Gottesdienst. Band 2. ConBrio, Regensburg 1994, ISBN 3-930079-22-4, S. 256 ff.
- Dom François BĂ©dos de Celles. Lâart du facteur dâorgues. Band/Tome I: 1766; Band/Tome II: 1770; Band/Tome III: 1778; Faksimile-Nachdruck hrsg. v. Christard Mahrenholz. BĂ€renreiter, Kassel 1976/1977.
- Michael Bosch, Klaus Döhring, Wolf Kalipp: Lexikon Orgelbau. BÀrenreiter, Kassel 2007, ISBN 978-3-7618-1391-1.
- Winfred Ellerhorst: Handbuch der Orgelkunde. 3. Repr. Auflage. Frits Knuf, Buren 1986, ISBN 90-6027-519-5 (Erstausgabe: Einsiedeln 1936).
- Hans Klotz: Das Buch von der Orgel. 14. Auflage. BĂ€renreiter, Kassel 2012, ISBN 978-3-7618-0826-9 (Erstausgabe: 1938).
- Orgel. In: Alfred Reichling (Hrsg.): MGG Prisma. BĂ€renreiter, Kassel 2001, ISBN 3-7618-1622-7.
- Dom BĂ©dos: Die Kunst des Orgelbauers. Ăbersetzt von Christoph Glatter-Götz, herausgegeben von Richard Rensch. Text- und Tafelband, Orgelbau-Fachverlag, Lauffen am Neckar 1977, ISBN 3-921848-03-2 (Originaltitel: âLâArt du facteur d'orguesâ).
Orgelmusik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Klaus Beckmann: Repertorium Orgelmusik: Komponisten, Werke, Editionen; 1150â1998; 41 LĂ€nder; eine Auswahl = A bio-bibliographical index of organ music. 2., neu bearb. und erw. Auflage. Schott, Mainz 1999, ISBN 3-7957-0358-1.
- Hermann J. Busch: Zur französischen Orgelmusik des 19. und 20. Jahrhunderts. Ein Handbuch. Butz Musikverlag, Bonn 2011, ISBN 978-3-928412-12-4.
- Hermann J. Busch, Michael Heinemann (Hrsg.): Zur deutschen Orgelmusik des 19. Jahrhunderts. Butz Musikverlag. Bonn 2006, ISBN 3-928412-03-5.
- Rudolf Faber, Philip Hartmann (Hrsg.): Handbuch Orgelmusik. Komponisten, Werke, Interpretation. BĂ€renreiter, Kassel 2002, ISBN 3-476-01877-6.
- Victor Lukas: Reclams OrgelmusikfĂŒhrer. Reclam, Stuttgart 2002, ISBN 3-15-008880-1.
- Arnfried Edler (unter Mitarbeit von Siegfried Mauser): Geschichte der Klavier- und Orgelmusik. 3 BĂ€nde Laaber-Verlag, Laaber 2007, ISBN 978-3-89007-674-4.
Geschichte der Orgel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- William Harrison Barnes: The Contemporary American Organ â Its Evolution, Design and Construction. Read Books, 2007, ISBN 978-1-4067-6023-1.
- Roland Eberlein: Die Geschichte der Orgel. Siebenquart, Köln 2011, ISBN 978-3-941224-01-8.
- Karl-Heinz Göttert: Die Orgel. Kulturgeschichte eines monumentalen Instruments. BÀrenreiter, Kassel 2017, ISBN 978-3-7618-2411-5.
- Hans Maier: Die Orgel. Kleine Geschichte eines groĂen Instruments. Durchgesehene und erweiterte Ausgabe. Beck, MĂŒnchen 2016, ISBN 978-3-406-69758-6.
- Orpha Caroline Ochse: The History of the Organ in the United States. Indiana University Press, o. O. 1988, ISBN 0-253-20495-X.
- Curt Sachs: The History of Musical Instruments. W. W. Norton, New York 1968. (Titel der deutschen Originalausgabe: Geist und Werden der Musikinstrumente. 1929.)
- BĂ©rnard Sonnaillon: Lâorgue. Instrument et musiciens. Office du Livre, Editions Vilo, Paris 1984, ISBN 2-7191-0211-3.
- Roman Summereder: Aufbruch der KlÀnge. Materialien, Bilder, Dokumente zu Orgelreform und Orgelkultur im 20. Jahrhundert. Edition Helbling, Innsbruck 1995, ISBN 3-900590-55-9.
- William Leslie Sumner: The Organ. Its Evolution, Principles of Construction and Use. St. Martinâs Press, New York 1981.
- Craig R. Whitney: All the Stops. Perseus Books Group, 2004, ISBN 1-58648-262-9.
- Peter Williams: The Organ in Western Culture 750â1250. Cambridge University Press, Cambridge 1993, ISBN 0-521-61707-3 (englisch).
KinderbĂŒcher
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ksenia Bönig: Das GroĂe Buch der Orgel. Hrsg.: Bund Deutscher Orgelbaumeister. 2020, ISBN 978-3-00-034534-0.
Dokumentationen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Die Orgelsucher. (Originaltitel: Chercheurs dâorgues.) TV-Dokumentation von Bernard Foccroulle und Pascale BouhĂ©nic, F 2019 / deutsche Synchronfassung 2022 (91 Min.), zuletzt gesendet auf Arte am 8. Mai 2022.
- Eine Orgel wird gebaut. Reihe Die Sendung mit der Maus, WDR
- Reportageauftrag fĂŒr Ralph: Orgelbauer. Wissen macht Ah! â KiKA von ARD und ZDF (YouTube-Video)
- Von Orgeln und Menschen szenische Kurzdokumentation, 13 Min. (YouTube-Video)
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur zum Thema Orgel im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- OrganIndex, freie Orgeldatenbank (Wiki mit Bildern und Dispositionen)
- Fotos und Dispositionen vieler internationaler Orgeln
- Bund Deutscher Orgelbaumeister (BDO) (Dachverband der Orgelbauer in Deutschland)
- Gesellschaft der Orgelfreunde (GdO) (unter anderem mit Informationen zu Orgelmuseen)
- Ăsterreichisches Orgelforum
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Pfeifenwerk | eLexikon | Musik â Instrumente â Orgeln. Abgerufen am 21. Februar 2022.
- â Christoph Driessen: Die Liebhaber von Orgeln sind irgendwie bekloppt. Welt Online, 30. Juli 2015, abgerufen am 17. Juli 2022.
- â UNESCO: Orgelbau und Orgelmusik als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt. Abgerufen am 20. April 2022.
- â Your Questions... Answered: How many pipes does the Midmer-Losh organ have? In: Atlantic City Convention Hall Organ Society. Archiviert vom am 15. Juni 2011; abgerufen am 8. April 2025 (englisch).
- â Hey Orgelbau: Vox Maris â die Stimme des Meeres. Abgerufen am 23. Februar 2022.
- â Domkonzerte. In: bistum-passau.de. Diözese Passau, abgerufen am 6. August 2025.
- â Wolfgang Adelung: EinfĂŒhrung in den Orgelbau. 2. Auflage. Breitkopf & HĂ€rtel, Wiesbaden 2003, ISBN 3-7651-0279-2, S. 41.
- â Hans Klotz: Das Buch von der Orgel. 14. Auflage. BĂ€renreiter, Kassel 2012, ISBN 978-3-7618-0826-9, S. 115.
- â Daher werden 16âČ-Register gerne gedackt gebaut (zum Beispiel als Subbass), oft aus PlatzgrĂŒnden, da sie nur etwa die HĂ€lfte der Höhe benötigen, oft aber auch aus KostengrĂŒnden, da sie nur die HĂ€lfte an Material erfordern.
- â Richard Rensch (Hrsg.): Dom BĂ©dos â Die Kunst des Orgelbauers. Band 1. Orgelbau-Fachverlag, Lauffen am Neckar 1977, ISBN 3-921848-03-2, S. 146 (Originaltitel: LâArt du Facteur dâOrgues. Ăbersetzt von Christoph Glatter-Götz).
- â Wolfgang Adelung: EinfĂŒhrung in den Orgelbau. 2. Auflage. Breitkopf & HĂ€rtel, Wiesbaden 2003, ISBN 3-7651-0279-2, S. 122.
- â Helmut Fleinghaus: Restaurierungsbericht Ostönnen. Abgerufen am 29. Dezember 2024. NMZ vom 4. November 2003: Ălteste Orgel der Welt steht wahrscheinlich in Westfalen, abgerufen am 29. Dezember 2024.
- â Friedrich Jakob u. a.: Die Valeria-Orgel. vdf-Hochschulverlag, ZĂŒrich 1991, ISBN 3-7281-1666-1 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- â Holger Balder (Hrsg.): Die gotische Orgel in der Rysumer Kirche. Festschrift zum 555. JubilĂ€um der gotischen Orgel Rysum 2012. Selbstverlag, Rysum 2012, DNB 1028080913 (orgel-information.de [PDF]).
- â Orgel in Bologna, abgerufen am 29. Dezember 2024.
- â Friedrich Jakob: Die Orgel der Pfarrkirche St. Valentin und Dionysus zu Kiedrich im Rheingau. Verlag Orgelbau Kuhn, MĂ€nnedorf 1989.
- â Wolfgang Adelung: EinfĂŒhrung in den Orgelbau. 2. Auflage. Breitkopf & HĂ€rtel, Wiesbaden 2003, ISBN 3-7651-0279-2, S. 218.
- â Kathrin HeitmĂŒller: Zwischenbericht: Der Orgelbauer Matthias Dropa im soziokulturellen Umfeld seiner Zeit. (PDF) S. 3. Abgerufen am 31. Januar 2021.
- â a b Ibo Ortgies: Die Praxis der Orgelstimmung in Norddeutschland im 17. und 18. Jahrhundert und ihr VerhĂ€ltnis zur zeitgenössischen Musikpraxis. Göteborgs universitet, Göteborg 2004, S. 121 (gbv.de [PDF] rev. 2007).
- â Roland Eberlein: Eine kleine Geschichte der Orgel. Die Entwicklung der inneren Gestaltung der Orgel: Die Werkorgel. (PDF; 0,3 MB) S. 6. Abgerufen am 31. Januar 2021 (PDF).
- â Harald Vogel, GĂŒnter Lade, Nicola Borger-Keweloh: Orgeln in Niedersachsen. Hauschild, Bremen 1997, ISBN 3-931785-50-5, S. 45.
- â Ibo Ortgies: Die Praxis der Orgelstimmung in Norddeutschland im 17. und 18. Jahrhundert und ihr VerhĂ€ltnis zur zeitgenössischen Musikpraxis. Göteborgs universitet, Göteborg 2004, S. 195â204 (gbv.de [PDF] rev. 2007).
- â a b Orgel. In: Alfred Reichling (Hrsg.): MGG Prisma. BĂ€renreiter, Kassel 2001, ISBN 3-7618-1622-7, S. 72.
- â Roland Eberlein: Eine kleine Geschichte der Orgel. Die Entwicklung der inneren Gestaltung der Orgel: Orgeln mit Charakterstimmen. (PDF; 0,5 MB) S. 1.
- â Roland Eberlein: Eine kleine Geschichte der Orgel. Die Entwicklung der inneren Gestaltung der Orgel: Orgeln mit Charakterstimmen. (PDF; 0,5 MB) S. 1.
- â Roland Eberlein: Eine kleine Geschichte der Orgel. Die Entwicklung der inneren Gestaltung der Orgel: Orgeln mit Charakterstimmen. (PDF; 0,5 MB) S. 4.
- â a b Felix Friedrich: Der Orgelbauer Heinrich Gottfried Trost. Leben â Werk â Leistung. Deutscher Verlag fĂŒr Musik, Leipzig 1989, ISBN 3-370-00287-6, S. 12.
- â Roland Eberlein: Eine kleine Geschichte der Orgel. Die Entwicklung der inneren Gestaltung der Orgel: Orgeln mit Charakterstimmen. (PDF; 0,5 MB) S. 6.
- â Felix Friedrich: Der Orgelbauer Heinrich Gottfried Trost. Leben â Werk â Leistung. Deutscher Verlag fĂŒr Musik, Leipzig 1989, ISBN 3-370-00287-6, S. 16.
- â Felix Friedrich: Der Orgelbauer Heinrich Gottfried Trost. Leben â Werk â Leistung. Deutscher Verlag fĂŒr Musik, Leipzig 1989, ISBN 3-370-00287-6, S. 84.
- â Felix Friedrich: Der Orgelbauer Heinrich Gottfried Trost. Leben â Werk â Leistung. Deutscher Verlag fĂŒr Musik, Leipzig 1989, ISBN 3-370-00287-6, S. 85.
- â a b c d Franz Bösken: Die Orgelbauerfamilie Stumm aus Rhaunen-Sulzbach und ihr Werk. Ein Beitrag zur Geschichte des Orgelbaus am Mittelrhein. Mainzer Altertumsverein, Mainz 1981, S. 33.
- â Franz Bösken: Die Orgelbauerfamilie Stumm aus Rhaunen-Sulzbach und ihr Werk. Ein Beitrag zur Geschichte des Orgelbaus am Mittelrhein. Mainzer Altertumsverein, Mainz 1981, S. 30.
- â a b c d Hermann Fischer, Theodor Wohnhaas: Die Orgelbauerfamilien König in Ingolstadt, MĂŒnstereifel und Köln. Festschrift Alfred Reichling zum 70. Geburtstag. In: Roland Behrens, Christoph Grohmann (Hrsg.): Dulce Melos Organorum (= 200. Veröffentlichung der Gesellschaft der Orgelfreunde). Gesellschaft der Orgelfreunde, Mettlach 2005, S. 166.
- â Franz Bösken: Die Orgelbauerfamilie Stumm aus Rhaunen-Sulzbach und ihr Werk. Ein Beitrag zur Geschichte des Orgelbaus am Mittelrhein. Mainzer Altertumsverein, Mainz 1981, S. 51.
- â a b Orgel. In: Alfred Reichling (Hrsg.): MGG Prisma. BĂ€renreiter, Kassel 2001, ISBN 3-7618-1622-7, S. 65.
- â Roland Eberlein: Geschichte der Orgelstimmungen. IV. Gleichschwebende Stimmung. (PDF) walcker-stiftung.de, S. 3; abgerufen am 20. Januar 2021.
- â a b c d Orgelbau in SĂŒddeutschland, Westösterreich, Schweiz, abgerufen am 4. Februar 2021.
- â a b c Orgellandschaf Ăsterreich/Osteuropa, abgerufen am 4. Februar 2021.
- â Roland Eberlein: Ăber die Herkunft der terzhaltigen Mixturen, mit SchluĂfolgerungen bezĂŒglich aktueller Rekonstruktionsprojekte. (PDF; 0,1 MB) S. 4; abgerufen am 4. Februar 2021.
- â a b Orgel. In: Alfred Reichling (Hrsg.): MGG Prisma. BĂ€renreiter, Kassel 2001, ISBN 3-7618-1622-7, S. 78.
- â Orgel. In: Alfred Reichling (Hrsg.): MGG Prisma. BĂ€renreiter, Kassel 2001, ISBN 3-7618-1622-7, S. 80.
- â Roland Eberlein: Geschichte der Orgelstimmungen. IV. Gleichschwebende Stimmung. (PDF) walcker-stiftung.de, S. 3; abgerufen am 20. Januar 2021 (PDF).
- â Richard Rensch (Hrsg.): Dom BĂ©dos â Die Kunst des Orgelbauers. Band 1. Orgelbau-Fachverlag, Lauffen am Neckar 1977, ISBN 3-921848-03-2, S. 416 f. (Originaltitel: LâArt du Facteur dâOrgues. Ăbersetzt von Christoph Glatter-Götz).
- â Hans Musch: Registrierungen, Satztypen und Vortragsweisen in der klassischen französischen Orgelmusik des 17. und 18. Jahrhunderts. In: Hermann J. Busch (Hrsg.): Zur Interpretation der französischen Orgelmusik. Merseburger, Kassel 2009, ISBN 978-3-87537-313-4, S. 13.
- â JĂŒrgen Weyers: Er heiĂt Silbermann, und sein Werk seyn gĂŒlden⊠In: Organ â Journal fĂŒr die Orgel. Heft 2, 1998, S. 12.
- â Richard Rensch (Hrsg.): Dom BĂ©dos â Die Kunst des Orgelbauers. Band 1. Orgelbau-Fachverlag, Lauffen am Neckar 1977, ISBN 3-921848-03-2, S. 210 (Originaltitel: LâArt du Facteur dâOrgues. Ăbersetzt von Christoph Glatter-Götz).
- â Richard Rensch (Hrsg.): Dom BĂ©dos â Die Kunst des Orgelbauers. Band 1. Orgelbau-Fachverlag, Lauffen am Neckar 1977, ISBN 3-921848-03-2, S. 334 (Originaltitel: LâArt du Facteur dâOrgues. Ăbersetzt von Christoph Glatter-Götz).
- â JĂŒrgen Weyers: Er heiĂt Silbermann, und sein Werk seyn gĂŒlden⊠In: Organ â Journal fĂŒr die Orgel. Heft 2, 1998, S. 14.
- â a b Orgel. In: Alfred Reichling (Hrsg.): MGG Prisma. BĂ€renreiter, Kassel 2001, ISBN 3-7618-1622-7, S. 99.
- â a b c Italienische Orgeln, abgerufen am 6. Februar 2021.
- â a b Registrierung italienischer Orgeln, abgerufen am 1. Oktober 2023.
- â Italienische Orgeln (PDF; 4 MB) S. 15, abgerufen am 6. Februar 2021.
- â a b c d Regionale Orgeltypen in Spanien um 1800, abgerufen am 30. Januar 2021.
- â a b c Die Spanische Orgel vom 16. bis 18. Jh. Abgerufen am 30. Januar 2021.
- â a b c Einleitung: England, abgerufen am 8. Februar 2021.
- â Orgel. In: Alfred Reichling (Hrsg.): MGG Prisma. BĂ€renreiter, Kassel 2001, ISBN 3-7618-1622-7, S. 94 f.
- â Orgel. In: Alfred Reichling (Hrsg.): MGG Prisma. BĂ€renreiter, Kassel 2001, ISBN 3-7618-1622-7, S. 94.
- â a b Hermann Fischer, Theodor Wohnhaas: Historische Orgeln in Schwaben (= 94. Veröffentlichung der Gesellschaft der Orgelfreunde). Schnell & Steiner, MĂŒnchen 1982, ISBN 3-7954-0431-2, S. 30.
- â Donat MĂŒller: Kurze Beschreibung der einzelnen Theile der Kirchenorgel. Hrsg.: Alfred Reichling. Merseburger, Kassel 1979, ISBN 3-87537-146-1, S. 58 ff. (Erstausgabe: Augsburg 1848).
- â a b Orgel. In: Alfred Reichling (Hrsg.): MGG Prisma. BĂ€renreiter, Kassel 2001, ISBN 3-7618-1622-7, S. 175.
- â a b Bernd Sulzmann: Historische Orgeln in Baden 1690â1890. Schnell & Steiner, MĂŒnchen 1980, ISBN 3-7954-0421-5, S. 19.
- â a b Bernhard H. Bonkhoff: Historische Orgeln in der Pfalz (= 104. Veröffentlichung der Gesellschaft der Orgelfreunde). Schnell & Steiner, MĂŒnchen 1984, ISBN 3-7954-0368-5, S. 29.
- â a b Bernhard H. Bonkhoff: Historische Orgeln in der Pfalz (= 104. Veröffentlichung der Gesellschaft der Orgelfreunde). Schnell & Steiner, MĂŒnchen 1984, ISBN 3-7954-0368-5, S. 28.
- â a b Donat MĂŒller: Kurze Beschreibung der einzelnen Theile der Kirchenorgel. Hrsg.: Alfred Reichling. Merseburger, Kassel 1979, ISBN 3-87537-146-1, S. 15 (Erstausgabe: Augsburg 1848).
- â a b Bernhard H. Bonkhoff: Historische Orgeln im Saarland (= Veröffentlichung der Gesellschaft der Orgelfreunde. Band 271). Schnell & Steiner, Regensburg 2015, ISBN 978-3-7954-2856-3, S. 25.
- â Roland Eberlein: Geschichte der Orgelstimmungen. IV. Gleichschwebende Stimmung. (PDF) walcker-stiftung.de, S. 3; abgerufen am 20. Januar 2021.
- â Hermann Fischer, Theodor Wohnhaas: Historische Orgeln in Schwaben (= 94. Veröffentlichung der Gesellschaft der Orgelfreunde). Schnell & Steiner, MĂŒnchen 1982, ISBN 3-7954-0431-2, S. 36.
- â Bernhard H. Bonkhoff: Historische Orgeln in der Pfalz (= 104. Veröffentlichung der Gesellschaft der Orgelfreunde). Schnell & Steiner, MĂŒnchen 1984, ISBN 3-7954-0368-5, S. 30.
- â a b Hermann Fischer, Theodor Wohnhaas: Historische Orgeln in Schwaben (= 94. Veröffentlichung der Gesellschaft der Orgelfreunde). Schnell & Steiner, MĂŒnchen 1982, ISBN 3-7954-0431-2, S. 82.
- â Orgel. In: Alfred Reichling (Hrsg.): MGG Prisma. BĂ€renreiter, Kassel 2001, ISBN 3-7618-1622-7, S. 176.
- â Roland Eberlein: Orgelregister. Ihre Namen und ihre Geschichte. 3. Auflage. Siebenquart, Köln 2016, ISBN 978-3-941224-00-1, S. 594.
- â Karl Heinz Dettke: Kinoorgeln. Installationen der Gegenwart in Deutschland. Mit BeitrĂ€gen von Dagobert Liers. Bochinsky, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-923639-18-X, S. 11.
- â Die Orgelbewegung in Musik und Theologie, abgerufen am 15. Januar 2023.
- â Birger Petersen: Norddeutschland als Orgellandschaft zwischen den Kriegen. In: Michael Heinemann, Birger Petersen (Hrsg.): Orgelbewegung und SpĂ€tromantik. Orgelmusik zwischen den Weltkriegen in Deutschland, Ăsterreich und der Schweiz. S. 16. (pdf)
- â Gerhard Luchterhandt: Orgelbau und Orgelmusik in SĂŒdwestdeutschland. In: Michael Heinemann und Birger Petersen (Hrsg.): Orgelbewegung und SpĂ€tromantik. Orgelmusik zwischen den Weltkriegen in Deutschland, Ăsterreich und der Schweiz. S. 167. (pdf)
- â Disposition und Beschreibung (S. 39) der Praetorius-Orgel von 1921.
- â Bernhard H. Bonkhoff: Historische Orgeln in der Pfalz (= 104. Veröffentlichung der Gesellschaft der Orgelfreunde). Schnell & Steiner, MĂŒnchen 1984, ISBN 3-7954-0368-5, S. 33.
- â Alfred Reichling: Die ersten zwei Jahrzehnte der Orgelbewegung â widergespiegelt in kirchenmusikalischen Zeitschriften. In: Alfred Reichling (Hrsg.): Aspekte der Orgelbewegung (= 155. Veröffentlichung der Gesellschaft der Orgelfreunde). Merseburger, Berlin, Kassel 1995, ISBN 3-87537-261-1, S. 23.
- â Roland Eberlein: Aus alt machâ neu â aus neu machâ alt. Tendenzen in der Registerentwicklung 1920â40. (PDF; 1,8 MB). In: Hermann J. Busch, Roland Eberlein (Hrsg.): Zwischen Postromanik und Orgelbewegung. Walckerstiftung, Köln 2011, S. 46; abgerufen am 21. Januar 2021 (PDF; 1,9 MB).
- â Uwe Pape: Paul Ott â Protagonist des Baus von Schleifladenorgeln zwischen den beiden Weltkriegen. In: Alfred Reichling (Hrsg.): Aspekte der Orgelbewegung. (= Veröffentlichung der Gesellschaft fĂŒr Orgelfreunde 155). Merseburger, Berlin 1995, ISBN 3-87537-261-1, S. 263â298.
- â Klais, Hans Gerd: War die Kegellade ein Irrtum? In: Alfred Reichling (Hrsg.): Mundus Organorum. Festschrift Walter Supper zum 70. Geburtstag. Merseburger, Kassel 1978, S. 171â195.
- â Bernhard H. Bonkhoff: Historische Orgeln in der Pfalz (= 104. Veröffentlichung der Gesellschaft der Orgelfreunde). Schnell & Steiner, MĂŒnchen 1984, ISBN 3-7954-0368-5, S. 35.
- â Roland Eberlein: Aus alt machâ neu â aus neu machâ alt. Tendenzen in der Registerentwicklung 1920â40. (PDF; 1,8 MB). In: Hermann J. Busch, Roland Eberlein (Hrsg.): Zwischen Postromanik und Orgelbewegung. Walckerstiftung, Köln 2011, S. 43; abgerufen am 21. Januar 2021 (PDF; 1,9 MB).
- â Bernhard H. Bonkhoff: Historische Orgeln in der Pfalz (= 104. Veröffentlichung der Gesellschaft der Orgelfreunde). Schnell & Steiner, MĂŒnchen 1984, ISBN 3-7954-0368-5, S. 26.
- â Bernhard H. Bonkhoff: Historische Orgeln in der Pfalz (= 104. Veröffentlichung der Gesellschaft der Orgelfreunde). Schnell & Steiner, MĂŒnchen 1984, ISBN 3-7954-0368-5, S. 33.
- â Georges Danion: Origine du dĂ©veloppement de lâorgue nĂ©oclassique français. In: LâOrgue. Band 276, 2006, S. 131â142.
- â Rodgers Digitalorgel: Installation Berliner Dom. In: rodgers.de. Archiviert vom (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 5. Mai 2019; abgerufen am 5. Mai 2019.
- â Wolfgang Adelung: EinfĂŒhrung in den Orgelbau. 2. Auflage. Breitkopf & HĂ€rtel, Wiesbaden 2003, ISBN 3-7651-0279-2, S. 248.
- â Ibo Ortgies: Die Praxis der Orgelstimmung in Norddeutschland im 17. und 18. Jahrhundert und ihr VerhĂ€ltnis zur zeitgenössischen Musikpraxis. Göteborgs universitet, Göteborg 2004 (gbv.de [PDF] rev. 2007).
- â Frank-Harald GreĂ: Die Orgeltemperaturen Gottfried Silbermanns. Kamprad, Altenburg 2010, ISBN 978-3-930550-66-1 (= Freiberger Studien zur Orgel, Band 12).
- â Bruce Haynes: A History of Performing Pitch. The Story of A. Scarecrow Press, Lanham 2002, ISBN 0-8108-4185-1.
- â vleugels.de
- â Burkhart Goethe: Schimmelbildung in Pfeifenorgeln. (PDF) In: kirchenmusik-elk-wue.de. Evangelische Kirche in WĂŒrttemberg, Amt fĂŒr Kirchenmusik, 2014, abgerufen am 3. Oktober 2024.
- â Andreas Hetzel, Manfred KĂŒnzler: Schimmelpilze in Orgeln. (PDF) In: arbeitssicherheit-elkb.de. Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in der Evang.-Luth. Kirche in Bayern, abgerufen am 3. Oktober 2024.
- â Wolfgang AmadĂ© Mozart an Leopold Mozart in Salzburg, Augsburg, 17. Oktober 1777. Stiftung Mozarteum Salzburg, S. 3, abgerufen am 27. April 2018.
