Technopedia Center
PMB University Brochure
Faculty of Engineering and Computer Science
S1 Informatics S1 Information Systems S1 Information Technology S1 Computer Engineering S1 Electrical Engineering S1 Civil Engineering

faculty of Economics and Business
S1 Management S1 Accountancy

Faculty of Letters and Educational Sciences
S1 English literature S1 English language education S1 Mathematics education S1 Sports Education
  • Registerasi
  • Brosur UTI
  • Kip Scholarship Information
  • Performance
  1. WeltenzyklopÀdie
  2. Franklin D. Roosevelt
Franklin D. Roosevelt 👆 Click Here!
aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Franklin D. Roosevelt (BegriffsklĂ€rung) aufgefĂŒhrt.
Franklin D. Roosevelt (1944) Unterschrift von Franklin D. Roosevelt

Franklin Delano Roosevelt [ˈfÉčéƋk.lÉȘn ˈdɛlənoʊ ˈÉčoʊzə.vɛlt] â“˜ (* 30. Januar 1882 in Hyde Park, New York; † 12. April 1945 in Warm Springs, Georgia), oft mit seinen Initialen FDR abgekĂŒrzt, war vom 4. MĂ€rz 1933 bis zu seinem Tod der 32. PrĂ€sident der Vereinigten Staaten. Er gehörte der Demokratischen Partei an.

Roosevelt entstammte einer bekannten und wohlhabenden Familie aus dem Bundesstaat New York. Er studierte Rechtswissenschaften und begann 1910 seine politische Karriere als Mitglied des Senats von New York. In der Regierung von PrĂ€sident Woodrow Wilson war er von 1913 bis 1921 StaatssekretĂ€r (Assistant Secretary) im Marineministerium. Bei der US-PrĂ€sidentschaftswahl am 2. November 1920 kandidierte er als Running Mate von James M. Cox fĂŒr das Amt des US-VizeprĂ€sidenten; sie verloren die Wahl. Im August 1921 erkrankte er mutmaßlich an KinderlĂ€hmung; er war fortan von der HĂŒfte ab weitgehend gelĂ€hmt und konnte kaum selbststĂ€ndig gehen. Er nahm 1928 seine politische Karriere wieder auf und wurde bei der New York state election am 6. November 1928 zum Gouverneur von New York gewĂ€hlt. Dieses Amt ĂŒbte er von 1929 bis 1932 aus und konnte dort wichtige Reformen zur BekĂ€mpfung der Great Depression umsetzen.

Als PrĂ€sidentschaftskandidat seiner Partei bei der Wahl von 1932 besiegte er den Amtsinhaber Herbert Hoover. Nach seiner ersten Amtszeit wurde er 1936, 1940 und 1944 wiedergewĂ€hlt – er ist damit der einzige US-PrĂ€sident, der lĂ€nger als zwei Wahlperioden amtierte. Seine PrĂ€sidentschaft ist durch innenpolitische Reformen unter dem Schlagwort New Deal zur BekĂ€mpfung der Weltwirtschaftskrise geprĂ€gt. Seine Politik setzte die Leitlinie zum regulierenden Eingreifen der amerikanischen Regierung ins wirtschaftliche Geschehen, um Allgemeininteressen durchzusetzen. Zudem brachten die EinfĂŒhrung der Sozialversicherung und eines bundesweiten Mindestlohns nachhaltige VerĂ€nderungen im Sozialwesen des Landes mit sich.

Das bedeutendste außenpolitische Ereignis war die nach dem japanischen Überfall auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 erfolgende KriegserklĂ€rung Deutschlands und Italiens an die Vereinigten Staaten vom 11. Dezember 1941, die zum Eintritt der Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg fĂŒhrte. Roosevelt widmete sich trotz der politischen und gesellschaftlichen GegensĂ€tze zur Sowjetunion aktiv dem Aufbau der Anti-Hitler-Koalition und hatte entscheidenden Anteil an der Definition der alliierten Kriegsziele gegen die AchsenmĂ€chte. Unter seiner FĂŒhrung erfuhr die bis dahin ĂŒberwiegend isolationistische US-Außenpolitik eine neue Ausrichtung hin zum Internationalismus. Mit seiner Politik versuchte Roosevelt, anstelle eines Nationalismus dem Gedanken der globalen AbhĂ€ngigkeit aller von allen Geltung zu verschaffen. Ausdruck wurde dem durch die GrĂŒndung der Vereinten Nationen (UNO) 1945 verliehen, die der PrĂ€sident maßgeblich vorangetrieben hatte. Roosevelt erlebte jedoch das Kriegsende in Europa sowie die Kapitulation Japans nicht mehr. Nur wenige Wochen vor der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht starb der gesundheitlich angeschlagene PrĂ€sident im April 1945 an einer Hirnblutung. Die Nachfolge als PrĂ€sident trat sein Stellvertreter Harry S. Truman an.

Roosevelt ging als einer der prĂ€gendsten PrĂ€sidenten in die amerikanische Geschichte ein und gehört zu den bedeutendsten StaatsmĂ€nnern des 20. Jahrhunderts. In Umfragen unter Historikern und der US-Bevölkerung belegt er stets einen der ersten drei PlĂ€tze der besten US-PrĂ€sidenten (gemeinsam mit George Washington und Abraham Lincoln). Sowohl seine progressive Reformpolitik des New Deal, verbunden mit seinem als charismatisch empfundenen Auftreten, das Zuversicht und Optimismus in der Bevölkerung trotz der Weltwirtschaftskrise weckte, als auch sein Agieren als politischer FĂŒhrer im Zweiten Weltkrieg werden sehr positiv bewertet.

Leben vor der PrÀsidentschaft

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Familie

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Springwood, das Geburts- und lebenslange Wohnhaus von Roosevelt in der Home of Franklin D. Roosevelt National Historic Site
Der zweijÀhrige Roosevelt, 1884
Roosevelt (links) mit seinem Vater und einer Verwandten beim Segeln, 1899
Franklin und Eleanor Roosevelt auf Campobello Island, 1903
PortrÀt Roosevelts aus dem Jahr 1903

Franklin D. Roosevelt entstammte einer der wohlhabendsten und vornehmsten Familien New Yorks, deren Vorfahren aus den Niederlanden kamen. Der episkopale Christ war entfernt mit dem republikanischen 26. US-PrĂ€sidenten Theodore Roosevelt verwandt (Cousin 5. Grades).

Vater James Roosevelt, der das Leben eines „Landedelmannes“ pflegte,[1] investierte die Gewinne aus seinem 500 Hektar großen Landgut in Eisenbahnbau und Stahlindustrie und war Vorstandsmitglied bei mehreren Unternehmen. Er legte viel Wert auf klassische Kultur- und Bildungsstandards. Seine gesellschaftlichen AktivitĂ€ten beschrĂ€nkten sich auf die UnterstĂŒtzung von Hilfsorganisationen. Politische Ambitionen verfolgte James nicht; er war jedoch ein StammwĂ€hler der Demokraten. Mutter Sara Ann Delano Roosevelt war 26 Jahre jĂŒnger als ihr Mann James, fĂŒr den es die zweite Ehe war. Sie entstammte einer der wohlhabenden Kaufmannsfamilien Neuenglands und brachte eine Mitgift von einer Million Dollar in die Ehe ein.

Roosevelt wuchs wohlbehĂŒtet als Einzelkind auf. Bis zu seinem 14. Lebensjahr hatte er Privatunterricht, unter anderem in Latein, Französisch, Deutsch und europĂ€ischer Geschichte. Die Roosevelts unternahmen hĂ€ufig Europareisen. Zwischen 1891 und 1896 verbrachte Roosevelt einen Teil seiner Kindheit in Europa. Unter anderem hielt er sich als NeunjĂ€hriger drei Monate wĂ€hrend eines Kuraufenthalts seiner Eltern in Bad Nauheim in Hessen auf. Dort besuchte er auch einige Zeit die Schule. WĂ€hrend seines Deutschlandaufenthaltes entwickelte er ein ihn zeitlebens prĂ€gendes negatives Deutschlandbild, welches auch schon sein Vater vertreten hatte.[2] Durch den Sprachunterricht sowie seinen Aufenthalt in Europa sprach Roosevelt fließend Deutsch und Französisch.[3]

Seit dem 17. MĂ€rz 1905 war Roosevelt mit Eleanor Roosevelt seiner Nichte 5. Grades verheiratet, einer Nichte von Theodore Roosevelt. Sie wurde spĂ€ter selbst zu einer bekannten Person des öffentlichen Lebens, die sich fĂŒr zahlreiche soziale Projekte engagierte. Aus der Verbindung gingen zwischen 1906 und 1916 sechs Kinder (eine Tochter und fĂŒnf Söhne) hervor, von denen zwei ebenfalls eine politische Laufbahn einschlugen. Der Ă€lteste Sohn, James (1907–1991), war von 1955 bis 1965 Kongressabgeordneter fĂŒr Kalifornien; sein jĂŒngerer Bruder Franklin Jr. (1914–1988) saß von 1949 bis 1955 fĂŒr den Staat New York im ReprĂ€sentantenhaus. Beide scheiterten mit Kandidaturen als Gouverneure ihrer jeweiligen Staaten.

Roosevelt hatte eine Reihe außerehelicher AffĂ€ren. Die lĂ€ngste und bekannteste war die Beziehung zu Lucy Mercer, die er 1914 kennengelernt hatte. Eleanor Roosevelt erfuhr im September 1918 von der Romanze Franklins mit ihrer SekretĂ€rin. Franklin selbst dachte ĂŒber eine Scheidung nach, doch Lucy Mercer war als glĂ€ubige Katholikin nicht bereit, einen geschiedenen Mann zu heiraten. Wichtiger war seine Mutter. Sara Roosevelt warnte ihren Sohn vor einer Scheidung; diese wĂŒrde seine politische Karriere beenden und das Ansehen der Familie beschĂ€digen, sie wĂŒrde ihn zudem enterben. Obwohl Franklin versprach, seine Geliebte nicht wieder zu sehen, und die Roosevelts verheiratet blieben, vergab Eleanor ihrem Mann den Ehebruch nie. Sie widmete sich fortan verstĂ€rkt ihrem sozialen Engagement, was Franklin politisch unterstĂŒtzte. Fortan unterhielten die Roosevelts jedoch mehr eine politische Partnerschaft als eine liebevolle Ehebeziehung. Kurz nach dem Bekanntwerden seiner AffĂ€re mit Lucy Mercer legte sich Eleanor einen Zweitwohnsitz in Hyde Park zu. Der emotionale Bruch ging so weit, dass es Eleanor 1942 ablehnte, wieder vollstĂ€ndig mit ihrem Mann zusammenzuleben.

Roosevelt brach sein Versprechen bald, indem er sich weiterhin mit Mercer verabredete. Vor allem nach seinem Amtsantritt als PrĂ€sident kam es zu regelmĂ€ĂŸigen Begegnungen; Mercer war auch bei dem PrĂ€sidenten, als er im April 1945 in seinem Haus in Warm Springs starb. Zuvor war es seit dem Tod von Mercers Ehemann im MĂ€rz 1944 zu hĂ€ufigeren Verabredungen gekommen. Roosevelt hatte seine Tochter Anna gebeten, Begegnungen mit seiner Geliebten ohne Eleanors Wissen zu arrangieren. Seine Beziehung zu Mercer wurde erst in den 1960er-Jahren öffentlich bekannt.

Roosevelts Sohn Elliott gab nach dem Tod seines Vaters an, der PrĂ€sident habe außerdem ĂŒber einen Zeitraum von 20 Jahren eine Liebesbeziehung zu seiner SekretĂ€rin Marguerite LeHand unterhalten, bis sie im Sommer 1944 starb.

Schul- und UniversitÀtsausbildung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1896 trat Roosevelt in die Groton School nordwestlich von Boston ein. In dieser Eliteschule, die nach englischem Vorbild gegrĂŒndet und von dem episkopalen Geistlichen Endicott Peabody geleitet wurde, stand die Erziehung zu einem „christlich geprĂ€gten Gentleman“, der ganz im Einsatz fĂŒr Volk und Vaterland aufgehen sollte, im Vordergrund.[4] Die Lernanstalt legte besonderen Wert auf die klassisch-humanistischen FĂ€cher, ReligiositĂ€t, asketische LebensfĂŒhrung und sportliche AktivitĂ€ten. Politische oder gesellschaftliche Themen fanden keinen Einzug. Trotz seines Ehrgeizes blieb Roosevelt im Schulischen und Sportlichen nur Mittelmaß. Besondere Hingabe entwickelte er jedoch bei seinen gemeinnĂŒtzigen Aufgaben.

In seinen jungen Jahren machten zwei Menschen auf Roosevelt besonderen Eindruck: sein Verwandter, der republikanische US-PrĂ€sident Theodore Roosevelt, der als erster progressiver PrĂ€sident (1901–1909) galt, sowie der US-Admiral Alfred Thayer Mahan und sein Werk „The Influence of Sea Power upon History, 1660–1783“, das die Bedeutung der Flotte fĂŒr die Weltmachtstellung eines Staates hervorhob.

Von 1900 bis 1904 studierte Roosevelt an der Harvard University in Cambridge, Massachusetts. An der bedeutendsten Lehranstalt des Landes ging es Roosevelt wie seinen Mitstudenten nicht vorwiegend um ausgezeichnete Studienleistungen, sondern auch um das KnĂŒpfen von Netzwerken und den Ausbau seiner FĂŒhrungsqualitĂ€ten. Deshalb spielten NebenaktivitĂ€ten eine große Rolle. Roosevelt war Mitglied der Studentenverbindung „Alpha Delta Phi“ und engagierte sich in der Uni-Zeitung „Crimson“, deren Chefredakteur er wurde. Nach drei Jahren schloss er das Studium, das sich aus verschiedenen FĂ€chern (unter anderem Volkswirtschaftslehre, Kunstgeschichte und Rhetorik) zusammensetzte, mit einem „Bachelor of Arts“ ab. Politisch blieb Roosevelt noch unentschieden. Er stand zwischen der demokratischen Tradition seiner Familie und dem Republikaner Theodore Roosevelt, den er sehr verehrte.

Ab 1904 studierte Roosevelt Jura an der Columbia University. Das Fach weckte in ihm kaum Begeisterung. Trotz einer nur befriedigenden Abschlussnote fing er dank guter Kontakte in einer renommierten New Yorker Anwaltskanzlei an.[5] Der Anwaltsberuf brachte Roosevelt keine ErfĂŒllung. So entschied er sich, in der Politik seine Berufung zu sehen und es seinem berĂŒhmten Vetter gleichzumachen: die politische Karriereleiter bis zum Amt des US-PrĂ€sidenten zu erklimmen.

Beginn der politischen Karriere und Staatssenator in New York

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roosevelt war politisch, wie auch sein entfernter Cousin Theodore Roosevelt (der republikanische US-PrĂ€sident von 1901 bis 1909), ein ĂŒberzeugter Progressiver. Seine „progressive“ Einstellung begrenzte sich nicht nur auf innenpolitische Reformen (StĂ€rkung der demokratischen Mechanismen, StĂ€rkung des Gemeinwohls, Umweltschutz), sondern bestimmte auch seine außenpolitische Ausrichtung: er war ein „Internationalist“, der fĂŒr eine aktive Rolle der USA im Weltgeschehen eintrat. Doch fĂŒr eine globale Machtstellung schienen die USA noch nicht bereit zu sein. Der US-Senat lehnte mit seiner republikanischen Mehrheit den Versailler Vertrag und den Beitritt zum Völkerbund ab, der auf der Idee Woodrow Wilsons beruhte. Auch Roosevelt begrĂŒĂŸte die Einrichtung einer internationalen Organisation, die zwischenstaatliche Konflikte friedlich lösen sollte. Noch sollten fĂŒr die nĂ€chsten 20 Jahre die „Isolationisten“ den außenpolitischen Kurs der USA bestimmen.

1910 wurde Roosevelt im Alter von 28 Jahren fĂŒr den Bezirk um Hyde Park im Dutchess County â€“ der seit 1884 fĂŒr keinen demokratischen Kandidaten mehr gestimmt hatte â€“ in den Senat von New York gewĂ€hlt. Ausschlaggebend fĂŒr seinen Wahlerfolg (15.708 Stimmen fĂŒr Roosevelt und 14.568 Stimmen fĂŒr den republikanischen Gegenkandidaten John F. Schlosser) war neben dem Bekanntheitsgrad seiner Familie und seines Vetters Theodore sein unorthodoxer Wahlkampfstil: er fuhr mit einem mit Fahnen bestĂŒckten roten Auto durch die Straßen und sprach mit einfachen Leuten. Im Vordergrund der Wahlkampfrhetorik stand die BekĂ€mpfung der Korruption in Politik und Verwaltung. Zwar konnte er mit anderen Demokraten nicht die Macht der korrupten Parteibosse in der eigenen Partei brechen (→ Tammany Hall), aber die interne „Revolte“ war fĂŒr den Neuling Roosevelt ein nĂŒtzliches LehrstĂŒck in Sachen Politik und trug wesentlich zu seiner PopularitĂ€t bei.

WĂ€hrend seiner SenatorentĂ€tigkeit (1910–1913) setzte er sich fĂŒr Reformen der politischen Willensbildung (Direktwahl der Senatoren auf Bundesebene, Frauenwahlrecht) ein, bekĂ€mpfte die rigorose Abholzung der WĂ€lder – das deutlichste Erbe seines Vetters Theodore – und stand fĂŒr die Verbesserung der Lebensbedingungen von Farmern und Arbeitern ein.

Als Senator erwarb Roosevelt das nötige politische Handwerk und den Ruf eines „progressiven Demokraten“. Somit stand er in seiner politischen Überzeugung der „progressive movement“ nahe, die als Antwort auf die negativen AuswĂŒchse des Kapitalismus galt und zu einer dominierenden Geisteshaltung der Zeit wurde. Dank seiner „fortschrittlichen“ Überzeugungen und seiner energischen UnterstĂŒtzung der PrĂ€sidentschaftskandidatur von Woodrow Wilson 1912, dem Hauptvertreter des „progressive movements“ auf der Seite der Demokraten, gelang Roosevelt der Sprung nach Washington, D.C.

StaatssekretÀr im Marineministerium

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im FrĂŒhjahr 1913 wurde Roosevelt von PrĂ€sident Wilson zum bis dato jĂŒngsten StaatssekretĂ€r (Assistant Secretary) im Marineministerium ernannt – ein entscheidender Posten fĂŒr seine Laufbahn. Auch Theodore Roosevelt hatte vor seiner PrĂ€sidentschaft dieses Amt innegehabt; und auch Franklin ĂŒbernahm danach das Amt als Gouverneur von New York. Roosevelt ging in seiner Position auf, baute seine Stellung im Ministerium aus und knĂŒpfte wichtige Kontakte zu MilitĂ€rs, Schiffbau-Unternehmen und Gewerkschaften. Da er die Bedeutung der Marine fĂŒr die Verteidigung des Landes, aber auch fĂŒr die Kontrolle der Wirtschaftswege erkannte, befĂŒrwortete er den Ausbau der Marine, was ihm die Sympathie der AdmirĂ€le einbrachte.[6]

FrĂŒher als Wilson, den Roosevelt bewunderte, sprach er sich fĂŒr den Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg aus, um die Sicherheit der MĂ€rkte zu garantieren und um die liberal-demokratischen Werte der USA in die Welt zu „exportieren“.[7] Im Oktober 1918 wollte sich Roosevelt sogar zum Kriegsdienst melden, das Ende des Krieges verhinderte dies jedoch.

Kandidatur als VizeprÀsident 1920

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Roosevelt (rechts) bei einem Wahlkampfauftritt mit James Cox in Dayton, Ohio, im August 1920

Mit dem Ende der PrĂ€sidentschaft Wilsons kam auch fĂŒr Roosevelt der Abschied aus Washington. Im politischen Geschehen wollte er jedoch nicht vergessen werden. Durch eine Aufsehen erregende Rede, in der er die Republikaner als die Partei der Reaktion und der MillionĂ€re bezeichnete, machte er seinen Namen bei den Demokraten bekannt. Sie rechneten mit ihm als dem neuen PrĂ€sidentschaftskandidaten, aber Roosevelt lehnte ab, da ihm bewusst war, dass die Demokraten gerade jetzt nicht siegen wĂŒrden.

Er ließ sich zumindest als VizeprĂ€sidentschaftskandidat hinter dem demokratischen PrĂ€sidentschaftsanwĂ€rter James M. Cox aufstellen, um so seine PopularitĂ€t bundesweit zu steigern. Im Wahlkampf von 1920 prĂ€sentierte er sich als energischer Reformer und global ausgerichteter Außenpolitiker. Von dem haushohen – und vorhersehbaren – Sieg der Republikaner ließ sich Roosevelt nicht entmutigen; im Alter von 38 Jahren standen ihm politisch alle TĂŒren offen. Er kehrte im selben Jahr nach New York zurĂŒck und eröffnete eine Anwaltskanzlei. Unter anderem war er als VizeprĂ€sident einer Finanzgesellschaft tĂ€tig.

Erkrankung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Roosevelt im Rollstuhl, 1941

Im Sommer 1921 erkrankte Roosevelt schwer. Seine Krankheit wurde seinerzeit als Poliomyelitis (KinderlĂ€hmung) angesehen. Neuere Forschungen anhand der Krankenakten an der UniversitĂ€t von Texas aus dem Jahr 2003 ergaben[8], dass es sich möglicherweise um das damals noch weitgehend unbekannte Guillain-BarrĂ©-Syndrom handelte – eine seltene Nervenkrankheit, die, wie in Roosevelts Fall, zu LĂ€hmungen fĂŒhren kann. Dies ist aber umstritten.[9] Zusammen mit seinem Freund und Kanzleipartner Basil O’Connor grĂŒndete er zwei Stiftungen zur Hilfe fĂŒr Poliokranke.

Um in der Öffentlichkeit nicht den Eindruck zu erwecken, er sei komplett unfĂ€hig zu gehen, trainierte Roosevelt in den Jahren nach seiner Erkrankung mĂŒhsam, einige Schritte zu gehen. Trotzdem konnte er sich seither auch mit Gehhilfen nur mĂŒhsam fortbewegen und war weitgehend auf die Benutzung eines Rollstuhls angewiesen. Seine kurzen Gehstrecken bewĂ€ltigte Roosevelt meist mithilfe von Angehörigen und Sicherheitsbeamten, bei denen er sich mit den Armen einhakte; zusĂ€tzlich trug er hĂ€ufig einen Spazierstock bei sich. DarĂŒber hinaus musste er zum Gehen Beinschienen tragen. Allerdings bewegte sich Roosevelt hĂ€ufig mit einem Auto. Der PrĂ€sident ließ die Pedale seines Autos entsprechend umbauen, sodass er das Fahrzeug komplett per Hand steuern konnte, was ihm zusĂ€tzliche MobilitĂ€t verschaffte.

Trotz seiner AbhĂ€ngigkeit vom Rollstuhl vermied er es, in einem solchen fotografiert zu werden; es existieren etwa nur eine Handvoll Aufnahmen, die ihn im Rollstuhl zeigen. Auch vermied er es, beim Gehen gefilmt zu werden; insgesamt existieren nur etwa zwölf Sekunden solchen Filmmaterials. Seine Erkrankung und die daraus entstandene körperliche EinschrĂ€nkung waren der amerikanischen Öffentlichkeit und somit den WĂ€hlern nicht im vollen Umfang bekannt.[10] Bei seiner Ansprache vor dem Kongress am 1. MĂ€rz 1945, gut einen Monat vor seinem Tod, rĂ€umte Roosevelt sein Leiden de facto öffentlich ein, indem er die Abgeordneten um VerstĂ€ndnis bat, die Rede im Sitzen zu halten:

“This makes it a lot easier for me not to have to carry about ten pounds of steel around on the bottom of my legs.”

„Dies macht es mir viel leichter, nicht etwa zehn Pfund Stahl an meinen Beinen unten mit mir herumtragen zu mĂŒssen.“[11]

Gouverneur von New York

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Roosevelt im Jahr 1930 als Gouverneur von New York

Nach der Wahlniederlage von 1920 betÀtigte sich Roosevelt einige Jahre nicht politisch. Dies war auch bedingt durch seine Krankheit. 1926 jedoch beschloss er, seine politische Karriere wieder aufzunehmen.

Die Vorwahlen der Demokratischen Partei zum AnwĂ€rter auf das Amt des Gouverneurs von New York gewann Roosevelt. Der wirtschaftliche Boom der 1920er-Jahre wurde der republikanischen Regierung zugerechnet. Trotzdem errang Roosevelt im November 1928 einen knappen Sieg bei den Gouverneurswahlen. Wieder einmal setzte er auf einen ĂŒberaus aktiven und unorthodoxen Wahlkampf und griff aktuelle Themen auf, die fĂŒr die Republikaner ohne Bedeutung waren: Verbesserung der Lage der Farmer, Reformen im Gesundheits-, Bildungs- und Justizwesen, Schaffung eines menschenwĂŒrdigen Gesundheitssystems und einer AltersfĂŒrsorge, Kontrolle der Energiekonzerne und BefĂŒrwortung einer aktiven Außenpolitik. Vor allem in der Erhöhung der Kaufkraft sah Roosevelt die Lösung der langjĂ€hrigen Krise der Landwirtschaft. Auch mit seinen Auftritten gewann Roosevelt die Herzen der WĂ€hler: Trotz seiner schweren Behinderung versprĂŒhte er Optimismus und Lebensfreude.[12]

Sein neues Amt als Regierungschef des zu jener Zeit bevölkerungsreichsten US-Bundesstaates trat er zum Jahreswechsel an. Seine erste Amtsperiode umfasste zwei Jahre (erst 1938 wurde die Amtszeit des Gouverneurs auf vier Jahre verlĂ€ngert). Als Gouverneur kĂ€mpfte Roosevelt fĂŒr die Verwirklichung der Wahlversprechen, scheiterte aber nicht selten an der Übermacht der Republikaner im New Yorker Parlament. Viele der angesprochenen Probleme konnten nur auf Bundesebene gelöst werden. Roosevelt setzte auf gut sichtbaren Aktivismus; zusammen mit seinen Beratern entwickelte er zahlreiche Gesetzesvorlagen. Energische Öffentlichkeitsarbeit â€“ vor allem setzte er auf das neue Medium Radio â€“ brachte seine politischen Ziele dem Publikum nĂ€her.

Im Jahr 1930 wurde Roosevelt mit einer Stimmenmehrheit von ĂŒber 700.000 Stimmen erneut zum Gouverneur von New York gewĂ€hlt und besiegte den republikanischen Kandidaten Charles H. Tuttle, wobei die PopularitĂ€t des Roosevelt’schen Reformeifers offenbar wurde. In den nĂ€chsten zwei Jahren kĂ€mpfte Roosevelt gegen die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise. Neu in der Geschichte der USA war sein im August 1931 verabschiedetes Notprogramm: der Staat New York ĂŒbernahm die Hilfsmaßnahmen fĂŒr die Arbeitslosen, die Einkommensteuer wurde um 50 Prozent erhöht und lokale Hilfsprogramme durch Obligationen finanziert. Schneller und effizienter konnte die Krise jedoch nur von Washington aus gelöst werden.[13]

Wegen seiner PrÀsidentschaftskandidatur stellte er sich 1932 nicht einer Wiederwahl als Gouverneur. Zu seinem Nachfolger wurde der bisherige Vizegouverneur Herbert H. Lehman gewÀhlt, Roosevelt schied mit Ablauf des Tages am 31. Dezember aus dem Amt.

PrÀsidentschaftswahl 1932

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Roosevelt (links) mit seinem VizeprÀsidentschaftskandidaten John Nance Garner (rechts) und dem Gouverneur von Kansas Harry Hines Woodring (mittig) wÀhrend des Wahlkampfs von 1932
Ergebnisse der Wahl nach einzelnen Staaten (die Nummern stehen fĂŒr die Anzahl an WahlmĂ€nnern, die der jeweilige Bundesstaat zu vergeben hat)
  • ï»żMehrheit fĂŒr Roosevelt
  • ï»żMehrheit fĂŒr Hoover
  • → Hauptartikel: PrĂ€sidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 1932

    Dem Börsenkrach von 1929 (Schwarzer Donnerstag) folgte die Weltwirtschaftskrise. In der US-amerikanischen Ausformung wurde sie als „Great Depression“ („Große Depression“) bezeichnet. Eine Verringerung der Wirtschaftsleistung und Massenarbeitslosigkeit waren die Folge. Roosevelts Reformen als Gouverneur von New York machten ihn in Anbetracht der wirtschaftlichen Depression zu einem aussichtsreichen Kandidaten fĂŒr die PrĂ€sidentschaftswahl des Jahres 1932. Als die Demokraten im Juli 1932 ihren Nominierungsparteitag abhielten, ging Roosevelt als klarer Favorit in die Abstimmung. Er sah sich zunĂ€chst den Gegenkandidaturen von Alfred E. Smith, seinem VorgĂ€nger im Amt des New Yorker Gouverneurs und PrĂ€sidentschaftskandidat von 1928, und dem Sprecher des US-ReprĂ€sentantenhauses, John Nance Garner, gegenĂŒber. Obwohl Roosevelt bereits im ersten Wahlgang eine Mehrheit der Stimmen erhielt, konnte er sich die notwendige Zweidrittelmehrheit der Delegiertenstimmen erst im vierten Wahldurchlauf sichern. Garner zog seine Bewerbung nach dem dritten Wahlgang zurĂŒck und wurde folgend als Kandidat fĂŒr das Amt des VizeprĂ€sidenten aufgestellt. Zu dem aus dem Nordosten der USA stammenden, progressiv und linksliberal eingestellten Roosevelt schien der Texaner Garner eine sinnvolle ErgĂ€nzung, um den konservativen ParteiflĂŒgel zu befrieden.

    Die Republikaner stellten erneut den amtierenden PrĂ€sidenten Herbert Hoover auf. Da es Hoover aber nicht gelungen war, mit seiner Politik die Wirtschaftskrise effektiv zu bekĂ€mpfen, war er in der Bevölkerung sehr unbeliebt. Anders als Hoover gelang es Roosevelt, im Wahlkampf Optimismus zu verbreiten. Bei der PrĂ€sidentschaftswahl am 8. November 1932 siegte Roosevelt mit 57,4 % der Stimmen deutlich vor Hoover, fĂŒr den 39,7 % der WĂ€hler gestimmt hatten. Von damals 48 Bundesstaaten erlangte Roosevelt in 42 eine Mehrheit der Stimmen. Damit sicherte er sich 472 WahlmĂ€nner, auf seinen Kontrahenten entfielen 59 Elektoren aus sechs Bundesstaaten.[14]

    Am 15. Februar 1933, nur wenige Wochen vor seiner Vereidigung, ĂŒberlebte Roosevelt in Miami ein Attentat. Der italoamerikanische Anarchist Giuseppe Zangara feuerte fĂŒnf SchĂŒsse in Richtung des gewĂ€hlten PrĂ€sidenten ab, der in einem offenen Wagen saß. Roosevelt selbst wurde nicht getroffen, allerdings wurden fĂŒnf Menschen verletzt, darunter auch der BĂŒrgermeister von Chicago, Anton Cermak, der drei Wochen spĂ€ter an den Folgen des Attentats starb.[15]

    PrĂ€sidentschaft (1933–1945)

    [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Erste Amtszeit (1933–1937)

    [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
    Roosevelt vor seiner AmtseinfĂŒhrung am 4. MĂ€rz 1933, links neben ihm der scheidende PrĂ€sident Herbert Hoover

    Nach seinem Wahlsieg trat Roosevelt sein Amt als 32. PrĂ€sident der Vereinigten Staaten am 4. MĂ€rz 1933 an. Seine erste Inauguration blieb vor allem durch den Ausspruch „Die einzige Sache, die wir zu fĂŒrchten haben, ist die Furcht selbst“ im kollektiven Bewusstsein der Öffentlichkeit. Seine erste AmtseinfĂŒhrung war die letzte, die an einem 4. MĂ€rz stattfand. Seit 1937 wurde dieser Termin auf den 20. Januar nach der Wahl festgelegt.

    In sein Kabinett berief Roosevelt eine Reihe von bedeutenden Persönlichkeiten, die sein politisches Programm unterstĂŒtzten. Das Amt der Arbeitsministerin ĂŒbernahm mit Frances Perkins, die sich sehr fĂŒr soziale Projekte engagierte, erstmals in der amerikanischen Geschichte eine Frau. Sie blieb wĂ€hrend der gesamten PrĂ€sidentschaft Roosevelts auf ihrem Posten. Auch Politiker der Republikanischen Partei waren in seinem Kabinett vertreten; so wurde 1940 Henry L. Stimson zum Kriegsminister ernannt, der dieses Amt schon unter William Howard Taft zwischen 1909 und 1913 innegehabt und in Hoovers Regierung den Posten des Außenministers bekleidet hatte. Marineminister wurde ebenfalls 1940 Frank Knox, der 1936 sogar VizeprĂ€sidentschaftskandidat von Roosevelts Herausforderer Alf Landon war.

    First New Deal

    [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
    Siehe auch: New Deal

    Als Roosevelt ins Weiße Haus einzog, befand sich das Land in der tiefsten wirtschaftlichen Krise seiner Geschichte. Seit dem Börsencrash vom Oktober 1929 hatte sich die Wirtschaftsleistung erheblich verringert und die Arbeitslosigkeit war auf einem Rekordniveau. Zahlreiche Banken und Unternehmen waren bankrott. Viele Menschen verloren ihren Arbeitsplatz und gar ihr Obdach, vereinzelt gab es sogar Hungertote. Roosevelts Amtshandlungen zielten darauf ab, die Not in der Bevölkerung durch rasche Maßnahmen zu lindern. In der Tat gelang es ihm, binnen weniger Monate eine Reihe umfassender Reformen durch den Kongress zu bringen, in dem seine Partei nun ĂŒber klare Mehrheiten verfĂŒgte. Bekannt wurden die von MĂ€rz bis Juni 1933 durchgesetzten Reformen spĂ€ter als „100-Tage-Programm“. Aufgrund der allgemeinen Sehnsucht nach einem Überwinden der „großen Depression“ konnte der neue PrĂ€sident sein Programm in einem beispiellosen Klima der ĂŒberparteilichen Zustimmung abarbeiten. Roosevelt selbst erfreute sich hoher PopularitĂ€t in der Bevölkerung; durch seine als KamingesprĂ€che bekannt gewordenen Radio-Ansprachen wandte er sich direkt an das amerikanische Volk, um seine Politik zu erklĂ€ren.

    Bereits am 6. MĂ€rz 1933 wurden alle Banken angewiesen, fĂŒr vier Tage zu schließen (Bank Holiday). In dieser Zeit wurde geprĂŒft, welche Banken durch staatliche Kreditvergabe gerettet werden konnten und welche fĂŒr immer schließen mussten. In dieser Zeit wurde auch die Emergency Banking Act verabschiedet, mit der die Banken zukĂŒnftig unter die Aufsicht des United States Department of the Treasury gestellt wurden.[16] Mit diesen Maßnahmen gelang es, das Vertrauen der BĂŒrger in das Bankensystem kurzfristig wiederherzustellen: Unmittelbar nach Wiedereröffnung der Banken erhöhte sich der Einlagenbestand um eine Milliarde Dollar.[17] Eine Reihe weiterer Maßnahmen bescherten dem amerikanischen Bankensystem eine nie dagewesene StabilitĂ€t: WĂ€hrend selbst in der Zeit vor der Weltwirtschaftskrise mehr als fĂŒnfhundert Banken pro Jahr zusammenbrachen,[18] waren es nach 1933 weniger als zehn pro Jahr.[19] Ferner wurde der Glass-Steagall Act verabschiedet. Mit diesem Gesetz wurde ein Trennbankensystem eingefĂŒhrt. GeschĂ€ftsbanken wurden riskante WertpapiergeschĂ€fte verboten. Das fĂŒr die Realwirtschaft bedeutsame Kredit- und EinlagengeschĂ€ft der GeschĂ€ftsbanken sollte so von risikotrĂ€chtigen WertpapiergeschĂ€ften getrennt werden, die zukĂŒnftig spezialisierten Investmentbanken vorbehalten blieben.[20]

    Second New Deal und EinfĂŒhrung der Sozialversicherung

    [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
    Roosevelt bei der Unterzeichnung des Social Security Act am 15. August 1935

    Die Periode der Jahre 1935 bis 1938 wird oftmals als Second New Deal bezeichnet. In dieser Zeit ging es ĂŒberwiegend um langfristige Lösungen. Die bisherigen Maßnahmen des PrĂ€sidenten und seiner Regierung sowie sein optimistisches Auftreten fand große Zustimmung unter den Amerikanern; so konnten die Demokraten bei den Kongresswahlen vom Herbst 1934 weitere Zugewinne verbuchen, was fĂŒr die PrĂ€sidentenpartei bei Zwischenwahlen in historischem Kontext eher unĂŒblich ist.[21]

    Da die Krise vor allem Ältere schwer getroffen hatte, waren bis 1935 eine Reihe von Sozialhilfeprogrammen der Einzelstaaten zur Linderung der Not finanziell durch die Roosevelt-Administration aufgestockt worden.[22] Das Fehlen einer Sozialversicherung auf Bundesebene machte die Vereinigten Staaten unter den modernen Industriestaaten zu einem Ausnahmefall, als sich die humanitĂ€re Not im Land weiter verschĂ€rfte.[23] Eine Kommission unter der Leitung von Arbeitsministerin Perkins begann daraufhin, konkrete PlĂ€ne fĂŒr die EinfĂŒhrung einer Sozialversicherung auszuarbeiten, die einen wesentlichen Beitrag zur Überwindung der humanitĂ€ren Krise leisten sollte. Ein entsprechendes Gesetz wurde im Sommer 1935 vom Kongress angenommen und am 10. August des Jahres von Roosevelt unterzeichnet. Mit der Verabschiedung des Social Security Act wurden in den Vereinigten Staaten erste Sozialversicherungen auf Bundesebene eingefĂŒhrt (eine Reihe von Bundesstaaten verfĂŒgten bereits ĂŒber Sozialversicherungen), so die Rentenversicherung (Social Security), eine Witwenrente fĂŒr die Angehörigen der Opfer von IndustrieunfĂ€llen und Hilfen fĂŒr Behinderte sowie fĂŒr alleinerziehende MĂŒtter. Weiterhin wurden BundeszuschĂŒsse zu den in Verwaltung der Einzelstaaten betriebenen Arbeitslosenversicherungen eingefĂŒhrt.

    Zur Finanzierung wurde eine neue Steuer (die „Payroll tax“) eingefĂŒhrt, mit der ein Arbeitgeberanteil und ein Arbeitnehmeranteil an die Staatskasse abgefĂŒhrt wird. Roosevelt hatte auf einer separaten Steuer bestanden, damit die Einnahmen nicht fĂŒr andere Zwecke verwendet werden können.[24] Der ursprĂŒngliche Social Security Act blieb hinter vielen europĂ€ischen Vorbildern zurĂŒck, unter anderem weil Finanzminister Henry Morgenthau erfolgreich dahingehend interveniert hatte, dass Landwirte, Hausangestellte und SelbstĂ€ndige nicht in die Renten- und Arbeitslosenversicherung einbezogen wurden. Morgenthau berief sich darauf, dass die Sozialversicherungen unbezahlbar wĂŒrden, wenn diese Bevölkerungsgruppen als typische Geringverdiener ebenfalls Versicherungsleistungen erhielten.[25] Andererseits wurden damit faktisch 65 % aller Schwarzen in den USA und zwischen 70 % und 80 % in den SĂŒdstaaten von den Sozialversicherungen nicht erfasst. Die National Association for the Advancement of Colored People bezeichnete die Sozialversicherung als Sicherheitsnetz, das „wie ein Sieb [sei], mit Löchern gerade groß genug, damit die Mehrheit der Schwarzen hindurch fiele“. Innenpolitisch gilt die EinfĂŒhrung der Sozialversicherung als eine der bedeutendsten Leistungen Roosevelts.[26]

    Auch die EinfĂŒhrung einer öffentlichen Krankenversicherung war zunĂ€chst nicht mehrheitsfĂ€hig. Roosevelt hoffte aber, dass der Social Security Act zu einem spĂ€teren Zeitpunkt erweitert werden könnte.[27] Mit diesem – von Gegnern heftig bekĂ€mpften – Gesetz wurde erstmals eine staatliche Verantwortung fĂŒr soziale Sicherheit in den Vereinigten Staaten begrĂŒndet.[28][29] Die Payroll tax wurde ab 1937 erhoben, aufgrund des Umlageverfahrens erfolgten die ersten Rentenzahlungen (nach dreijĂ€hriger Mindestbeitragszeit) ab 1940.[30] Bedeutende Reformen im Bereich Krankenversicherung wurden mit Medicare und Medicaid von 1965 unter PrĂ€sident Lyndon B. Johnson als auch 2010 unter PrĂ€sident Barack Obama verabschiedet. Sowohl Johnson als auch Obama beriefen sich dabei auf Roosevelts Erbe. Auch Roosevelts Nachfolger Harry S. Truman sowie Bill Clinton in den 1990er Jahren traten fĂŒr Erweiterungen der Sozialversicherung in diesem Bereich ein, scheiterten aber an den Konservativen im Kongress.

    RĂŒcknahme der Prohibition

    [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Im Wahlkampf 1932 hatte sich Roosevelt fĂŒr eine RĂŒcknahme der seit 1919 bestehenden Prohibition ausgesprochen. Das landesweite Verbot von Alkoholverkauf und -konsum war Ă€ußerst unpopulĂ€r in der Bevölkerung. Auch die tatsĂ€chliche Umsetzung erwies sich als praktisch unmöglich; viele GaststĂ€tten schenkten illegal dennoch Wein, Bier, Sekt oder Spirituosen aus. In GroßstĂ€dten wie New York und Chicago entwickelte sich gar eine Kultur von getarnten GaststĂ€tten (Speakeasy) in den Kellergeschossen. Bereits Ende MĂ€rz unterzeichnete Roosevelt ein als Cullen-Harrison Act bekannt gewordenes Gesetz, um den Volstead Act aufzuheben und Herstellung und Verkauf bestimmter alkoholischer GetrĂ€nke wieder zu legalisieren. Am 5. Dezember 1933 hob die Ratifizierung des 21. Verfassungszusatzes den 18. Zusatzartikel, der alkoholische GetrĂ€nke verbot, wieder auf.

    Wiederwahl 1936

    [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
    Werbeplakat der Demokraten fĂŒr Roosevelt zur Wahl 1936
    PrÀsident Roosevelt bei einer Rede im Wahlkampf 1936
    Ergebnisse der Wahl nach einzelnen Staaten (die Nummern stehen fĂŒr die Anzahl an WahlmĂ€nnern, die der jeweilige Bundesstaat zu vergeben hat)
  • ï»żMehrheit fĂŒr Roosevelt
  • ï»żMehrheit fĂŒr Landon
  • → Hauptartikel: PrĂ€sidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 1936

    Roosevelts Stellung in der Demokratischen Partei war bis 1936 unangefochten, so wurde er in diesem Jahr einstimmig zur Wiederwahl nominiert. Auch VizeprĂ€sident John Nance Garner wurde, obwohl er mit dem New Deal nie richtig warm wurde, zur Befriedung des konservativen ParteiflĂŒgels aus den SĂŒdstaaten ein zweites Mal aufgestellt. Die Republikaner gingen mit Alf Landon, dem Gouverneur von Kansas, ins Rennen. Roosevelt warb im Wahlkampf fĂŒr eine Fortsetzung seines New Deal. Landon, ein gemĂ€ĂŸigter Republikaner, lehnte den New Deal als Ganzes nicht ab, prangerte aber eine aus seiner Sicht zu große BĂŒrokratie an. Der Amtsinhaber attackierte die Republikaner dennoch scharf und warf ihnen vor, seine Reformen zurĂŒckdrehen zu wollen. Außerdem portrĂ€tierte er die Opposition als nicht vertrauenswĂŒrdig, indem er republikanischen Politikern durch ihre Politik der wirtschaftlichen Deregulierung eine Mitschuld an der Krise gab.

    Meinungsumfragen sagten irrtĂŒmlicherweise zunĂ€chst ein knappes Wahlergebnis voraus, doch am Wahltag, dem 3. November 1936, siegte Roosevelt erdrutschartig. Er vereinte 60,8 % der Stimmen auf sich; fĂŒr Landon hatten 36,5 % der WĂ€hler votiert. Roosevelt gewann in 46 der 48 Bundesstaaten, lediglich in Maine und Vermont errang der republikanische Herausforderer eine Mehrheit. Damit entfielen 523 WahlmĂ€nner auf Roosevelt und nur acht auf Landon. Das entsprach einem Anteil von 98,49 %; es ist bis heute â€“ abgesehen von den beiden einstimmigen Wahlen George Washingtons und der beinahe einstimmigen Wahl James Monroes im Jahr 1820 â€“ das beste Ergebnis im Electoral College. Auch der Stimmenanteil in der Bevölkerung war das bis dahin beste Resultat bei einer PrĂ€sidentschaftswahl. Seither konnte lediglich Lyndon B. Johnson dieses Ergebnis mit 61,1 % im Jahr 1964 noch knapp ĂŒbertreffen. Im Kongress bauten die Demokraten ihre Dominanz noch mehr aus; seit dem BĂŒrgerkrieg hatte keine Partei mehr ĂŒber derart große Mehrheiten verfĂŒgt. Gemeinsam mit den Wahlen 1964 gilt diese Wahl als grĂ¶ĂŸter Triumph der Demokratischen Partei bei einer landesweiten Wahl.

    Seine Wiederwahl verdankte Roosevelt einer breiten Zustimmung aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen, was lange Zeit als New Deal Coalition bezeichnet wurde. Diese setzten sich zusammen aus traditionell liberalen und linksliberalen KrĂ€ften, Kleinbauern, der Großstadtbevölkerung, Gewerkschaften, jĂŒdischen Gemeinden und Afroamerikanern aus den Nordstaaten (jene aus den SĂŒdstaaten waren durch bundesstaatliche Gesetzgebungen meist vom WĂ€hlen ausgeschlossen). Auch der mehrheitlich konservative SĂŒden, traditionell eine Hochburg der Demokraten (was sich spĂ€ter umkehrte), stimmte geschlossen fĂŒr ihn. Der PrĂ€sident wertete das Wahlergebnis als Mandat fĂŒr die Fortsetzung des New Deals und seiner progressiven Politik.[14]

    Zweite Amtszeit (1937–1941)

    [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Roosevelt begann seine zweite Amtszeit am 20. Januar 1937. Es war die erste Vereidigung, die an einem 20. Januar stattfand.

    Innenpolitik und angestrebte Justizreform

    [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
    Roosevelt wÀhrend einer Fahrt durch Washington im Oktober 1937

    In seiner zweiten Amtszeit konzentrierte sich PrĂ€sident Roosevelt mehr darauf, die bisherigen Reformen des New Deal zu verstetigen und zu festigen, und weniger auf die ErgĂ€nzung neuer Programme. Wegweisend war hier 1938 die EinfĂŒhrung des bundesweiten Mindestlohns (den Bundesstaaten steht es aber frei, höhere Mindestlöhne gesetzlich zu bestimmen). Die EinfĂŒhrung eines Mindestlohns ist von einem bedeutenden Zitat Roosevelts geprĂ€gt:[31]

    “No business which depends for existence on paying less than living wages to its workers has any right to continue in this country [
] and by living wages I mean more than a bare subsistence level â€“ I mean the wages of decent living.”

    „Unternehmen, deren Existenz lediglich davon abhĂ€ngt, ihren BeschĂ€ftigten weniger als einen zum Leben ausreichenden Lohn zu zahlen, sollen in diesem Land kein Recht mehr haben, weiter ihre GeschĂ€fte zu betreiben. [
] Mit einem zum Leben ausreichenden Lohn meine ich mehr als das bloße Existenzminimum â€“ ich meine Löhne, die ein anstĂ€ndiges Leben ermöglichen.“

    Der Oberste Gerichtshof war nach Roosevelts RegierungsĂŒbernahme ĂŒberwiegend mit Richtern besetzt, die von republikanischen PrĂ€sidenten berufen wurden. So wurden von den auf Lebenszeit ernannten Richtern immer wieder progressive Gesetze fĂŒr verfassungswidrig erklĂ€rt.[32] Vor allem die in der zeitgenössischen Presse in Anlehnung an die apokalyptischen Reiter in der Bibel als Four Horsemen of the Supreme Court bezeichneten Richter Pierce Butler, James C. McReynolds, George Sutherland und Willis Van Devanter lehnten konsequent Roosevelts Reformvorhaben ab. Am 27. Mai 1935 (Black Monday) wurden die ersten New-Deal-Gesetze â€“ unter anderem die Arbeit der National Recovery Administration â€“ fĂŒr verfassungswidrig erklĂ€rt. Zu diesem Zeitpunkt hoffte Roosevelt noch, dass einer der Richter in Ruhestand gehen wĂŒrde und die MehrheitsverhĂ€ltnisse durch eine neue Richternominierung geĂ€ndert werden könnten.

    Nachdem 1936 weitere Gesetze, wie das Mindestlohngesetz des Bundesstaates New York, fĂŒr verfassungswidrig erklĂ€rt worden waren, kam Roosevelt zur Überzeugung, dass der Oberste Gerichtshof alle wesentlichen Teile des New Deal kassieren wĂŒrde und das Prinzip der Gewaltenteilung zwischen Judikative und Legislative zugunsten der Judikative faktisch unterlaufen wolle. Sogar der ehemalige PrĂ€sident Hoover kritisierte die Entscheidungen als einen zu weitgehenden Eingriff in legislative Kompetenzen. In der Öffentlichkeit war die Kritik verbreitet (etwa auch in dem Bestseller von Drew Pearson und Robert Allen mit dem Titel Nine Old Men), dass die zumeist ĂŒber 70-jĂ€hrigen Richter die Probleme der Gegenwart gar nicht mehr erkannten.[33] BestĂ€rkt durch das eindeutige WĂ€hlermandat, das Roosevelt 1936 erhielt, und verĂ€rgert ĂŒber den Kommentar von Richter McReynolds „Ich werde niemals in Ruhestand gehen, solange der verkrĂŒppelte Hurensohn noch im Weißen Haus ist.“[34] entschied Roosevelt, eine Justizreform voranzutreiben. So sah ein von ihm vorgelegtes Gesetz eine Kompetenz des amerikanischen PrĂ€sidenten vor, fĂŒr jeden ĂŒber 70-jĂ€hrigen Richter, der sich weigerte, in Ruhestand zu gehen, zusĂ€tzliche neue Richter zu ernennen.[35] Dieses Vorhaben stieß jedoch nicht nur bei den oppositionellen Republikanern auf heftigen Widerstand, auch eine Reihe demokratischer Kongressmitglieder sahen die PlĂ€ne des Staatsoberhauptes kritisch.

    Letztlich scheiterte Roosevelt, den Vorstoß durch die Legislative zu bringen. Dennoch erhöhte sich auch ohne die Umsetzung der Vorlage der öffentliche Druck auf die Richter.[36] Zu diesem Zeitpunkt kam es, beginnend mit dem 29. MĂ€rz 1937 (White Monday), zu einer Änderung der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs. Richter Owen Roberts, der zuvor hĂ€ufig mit den Four Horsemen gestimmt hatte, stimmte nun mit dem progressiven FlĂŒgel des Gerichts. Unter anderem wurden der Wagner Act und der Social Security Act fĂŒr verfassungskonform erklĂ€rt. Auch das Mindestlohngesetz des Staates Washington blieb in Kraft. Der Historiker David M. Kennedy geht davon aus, dass die zunehmende öffentliche Kritik an der Rechtsprechungspraxis der Four Horsemen und der erdrutschartige Wahlsieg Roosevelts im November 1936 bei der Änderung der Rechtsprechung eine Rolle gespielt haben.[37] Durch das freiwillige Ausscheiden einiger Richter in den folgenden Jahren konnte der Oberste Gerichtshof durch Roosevelt weitgehend neu besetzt werden. Es kam nun zu einer lĂ€ngeren Phase linker Verfassungsrechtsprechung.[38]

    Der spÀtere Oberste Bundesrichter William H. Rehnquist fasste den Verfassungswandel wie folgt zusammen:

    “President Roosevelt lost the Court-packing battle, but he won the war for control of the Supreme Court 
 not by any novel legislation, but by serving in office for more than twelve years, and appointing eight of the nine Justices of the Court.”

    „PrĂ€sident Roosevelt verlor die Schlacht um die Judicial Procedures Reform Bill of 1937, aber er gewann den Krieg um die Kontrolle des Obersten Gerichtshofs 
 nicht durch eine neuartige Gesetzgebung, sondern dadurch, dass er mehr als zwölf Jahre im Amt war und so (nach und nach) acht der neun Richter des Obersten Gerichtshofs ernennen konnte.“[39]

    Endphase des New Deal

    [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
    Januar 1941 im Oval Office: Roosevelt (sitzend) mit seinem PressesekretÀr

    Ab 1937 verschĂ€rften sich die Spannungen zwischen dem konservativen ParteiflĂŒgel aus den SĂŒdstaaten und dem progressiven FlĂŒgel um den PrĂ€sidenten. Beginnend im Herbst 1937 kam es vorĂŒbergehend zu einem RĂŒckgang der Wirtschaftsleistung und wieder zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Dies wurde in der amerikanischen Öffentlichkeit als „Depression in der Depression“ bezeichnet. Mitverantwortlich fĂŒr diese Erscheinung war auch die Weigerung des PrĂ€sidenten, die staatlichen Investitionen weiter zu erhöhen, da er an einem ausgeglichenen Staatshaushalt festhielt und Deficit spending ablehnte. Konservative Politiker aus beiden Parteien waren darĂŒber hinaus nicht fĂŒr zusĂ€tzliche Steuern zu gewinnen, denen Roosevelt fĂŒr obere Einkommen positiv gegenĂŒberstand (der Spitzensteuersatz wurde jedoch bereits in seiner ersten Amtszeit substanziell angehoben).

    Obwohl sich die wirtschaftlichen Daten ab Mitte 1938 wieder etwas verbesserten (ein tatsĂ€chlicher Aufschwung setzte erst mit Beginn des Zweiten Weltkrieges ein), scheiterte Roosevelts Versuch, die Demokratische Partei im Vorfeld der Kongresswahlen 1938 von konservativen Gegnern des PrĂ€sidenten zu „sĂ€ubern“, indem an deren Stelle reformwilligere Kandidaten aufgestellt werden sollten. Bei den Kongresswahlen 1938 errangen die Republikaner sechs neue Sitze im Senat und konnten auch im ReprĂ€sentantenhaus 71 Mandate hinzugewinnen. Zwar hielten die Demokraten ihre Mehrheiten noch immer mit großem Abstand, doch Republikaner und konservative Demokraten aus dem SĂŒden bildeten hĂ€ufig eine „konservative Koalition“, um liberale GesetzesvorschlĂ€ge des Weißen Hauses abzuwehren.

    Ab 1939 erfolgten dann auch keine grĂ¶ĂŸeren ReformankĂŒndigungen mehr von Seiten der Roosevelt-Administration. Das politische Augenmerk begann sich nun angesichts der aggressiven Politik des NS-Staates und Japans mehr auf die Außenpolitik zu richten.

    Außenpolitik

    [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
    Roosevelt (zweiter von rechts) empfĂ€ngt StaatsgĂ€ste vor dem Weißen Haus; hier den kanadischen Premierminister Richard Bedford Bennett, 1933

    In der AmtseinfĂŒhrungsrede vor dem Kongress im MĂ€rz 1933 verkĂŒndete er seine außenpolitische Vision der „Good Neighbor Policy“ („Außenpolitik der Guten Nachbarschaft“). Roosevelt war ĂŒberzeugt, dass die weltweiten imperialistischen Überdehnungen der USA den revolutionĂ€ren Ursprungsidealen seines Landes zuwiderliefen. Im Jahr 1933 folgte außerdem eine Anerkennung der Sowjetunion, was unter den VorgĂ€ngerregierungen seit der Oktoberrevolution 1917 nicht der Fall gewesen war.

    Die kooperativen, gutnachbarschaftlichen und gleichberechtigten Austauschbeziehungen der lĂ€ndlichen Gemeinden Amerikas untereinander waren das Modell, nach dem die USA unter Roosevelt auch die internationalen Beziehungen eingerichtet wissen wollten. Aus diesem pragmatischen, vom „common sense“ (Gesunder Menschenverstand) geprĂ€gten Ansatz heraus war fĂŒr Roosevelt die Außenpolitik immer auch eine unmittelbare Funktion einer auf Ausgleich, Entwicklung und Gerechtigkeit gegrĂŒndeten humanen Gesellschaftspolitik im Innern.

    Dies machte den PrĂ€sidenten zwangslĂ€ufig zu einem natĂŒrlichen Antagonisten der europĂ€ischen Diktatoren Adolf Hitler und Benito Mussolini sowie des japanischen Kaiserreiches. In seiner weltweit aufsehenerregenden QuarantĂ€ne-Rede vom 5. Oktober 1937 wĂ€hrend der Einweihung der „Outer Link Bridge“ an Chicagos „Lake Shore Drive“ forderte Roosevelt, das Deutsche Reich, Italien und Japan unter politische „QuarantĂ€ne“ zu stellen. Dabei nannte er diese Staaten nicht explizit. 1938, zur Zeit des MĂŒnchner Abkommens, sagte er seinen Kabinettsmitgliedern, dass sich alle Nachbarstaaten Deutschlands verbĂŒnden mĂŒssten, um die Deutschen aus der Luft zu bombardieren, damit deren Moral gebrochen wird.[2] Bereits im Jahr 1939 erklĂ€rte er angesichts der aggressiven Außenpolitik des Dritten Reiches, dass das Vereinigte Königreich und Frankreich zu VerbĂŒndeten der USA zĂ€hlten. Angesichts der isolationistischen Stimmung in Kongress und Bevölkerung, die seit dem Ende des Ersten Weltkrieges vorherrschte, lehnte er jedoch eine direkte Beteiligung seines Landes im Falle eines Krieges ab.[40]

    Anstelle eines engen Nationalismus versuchte Roosevelt, dem Gedanken der globalen AbhĂ€ngigkeit aller von allen („One World“) in seiner Außenpolitik zur Geltung zu verhelfen. Diesem sollten sich auch die weltweiten industriellen und die Finanzinteressen der amerikanischen Konzerne unterordnen:

    “We now realize, as we have never realized before, our interdependence with each other â€“ that we cannot merely take but we must give as well.”

    „Wir stellen nun fest, wie wir es nie zuvor festgestellt haben, dass wir voneinander abhĂ€ngen â€“ dass wir nicht nur nehmen können, sondern auch geben mĂŒssen.“

    Wenige Monate vor Kriegsende schrieb Roosevelt:

    “[
] that we cannot live alone, at peace; that our own well-being is dependent on the well-being of other nations â€“ far away. We have learned to be citizens of the world, members of the human community. We have learned the simple truth of Emerson that ‘the only way to have a friend is to be one.’”

    „[
] dass wir nicht alleine in Frieden leben können; dass unser eigenes Wohlergehen vom Wohlergehen anderer Nationen abhĂ€ngt â€“ weit entfernten Nationen. Wir haben gelernt, BĂŒrger der Welt zu sein, Mitglieder der menschlichen Gemeinschaft. Wir haben die einfache Wahrheit Emersons gelernt, dass ‚der einzige Weg, einen Freund zu haben, ist, einer zu sein‘.“

    Mit diesen Worten hat Roosevelt seine Vision von den internationalen Beziehungen und von der Außenpolitik der USA am konzentriertesten zusammengefasst.

    Am 24. August 1939 wurde Roosevelt ĂŒber den in der Nacht zuvor unterzeichneten Hitler-Stalin-Pakt unterrichtet. Wie Charles E. Bohlen in seinen Memoiren (Charles Bohlen, Witness to History: 1929–1969 Norton, 1973)[41] schrieb, war der deutsche Diplomat Hans-Heinrich Herwarth von Bittenfeld derjenige, der ihm den Hitler-Stalin-Pakt bereits um neun Uhr morgens samt dem Inhalt des geheimen Zusatzprotokolls in seinem BĂŒro in der deutschen Botschaft in Moskau ĂŒbergeben hatte. Der Vertrag war um zwei Uhr in der vorhergehenden Nacht am 24. August (mit Datum vom 23. August 1939) in Moskau vom Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop und dem sowjetischen Volkskommissar fĂŒr auswĂ€rtige Angelegenheiten Wjatscheslaw Michailowitsch Molotow in Anwesenheit Josef Stalins und des deutschen Botschafters Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg unterzeichnet worden. Die Unterlagen wurden nach Angaben von Bohlen umgehend an PrĂ€sident Roosevelt weitergeleitet. Roosevelt wurde jedoch ĂŒber eine durch Hitler und Stalin vorgesehene Aufteilung der Staaten Osteuropas nicht unterrichtet.

    Nach dem Überfall auf Polen durch die deutsche Wehrmacht im September 1939 intensivierte er seine Beziehungen zur britischen Regierung, speziell zu Winston Churchill, der im Mai 1940 Premierminister seines Landes wurde. Churchill und Roosevelt begannen besonders nach der Invasion des Dritten Reiches in DĂ€nemark, den Niederlanden und Frankreich eine rege Korrespondenz, um Möglichkeiten einer Zusammenarbeit gegen Hitler zu erörtern.[42] Beide StaatsmĂ€nner entwickelten in den folgenden Jahren eine enge persönliche Beziehung, obwohl es in Fragen der britischen Kolonialpolitik zu Differenzen kam. So verstand sich Roosevelt stets als Gegner einer imperialen Politik (speziell jener der Briten); eine Haltung, die er bereits durch seine Good Neighbor Policy gegenĂŒber den LĂ€ndern Lateinamerikas zum Ausdruck gebracht hatte.[43]

    Die deutsche Invasion in Frankreich und der Fall von Paris im Juni 1940 schockierten die amerikanische Öffentlichkeit und die Zustimmung zu einer isolationistischen Außenpolitik begann nach und nach zu schwinden. Doch noch war Roosevelt, besonders angesichts der bevorstehenden Wahlen, nicht bereit, ein militĂ€risches Eingreifen auch nur zu erwĂ€hnen, obgleich er schon 1938 eine schrittweise AufrĂŒstung der US-StreitkrĂ€fte autorisiert hatte. Ab FrĂŒhjahr 1940 stimmten weite Teile beider Parteien der weiteren AufrĂŒstung des MilitĂ€rs zu.[40]

    Die Wahl von 1940

    [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
    VizeprÀsident John Nance Garner (links) lehnte 1940 eine dritte Bewerbung Roosevelts um die PrÀsidentschaft 1940 ab, war aber mit seiner parteiinternen Gegenkandidatur nicht erfolgreich. Diese Aufnahme zeigt die beiden im Jahr 1942
    Ergebnisse der Wahl nach einzelnen Staaten (die Nummern stehen fĂŒr die Anzahl an WahlmĂ€nnern, die der jeweilige Bundesstaat zu vergeben hat)
  • ï»żMehrheit fĂŒr Roosevelt
  • ï»żMehrheit fĂŒr Willkie
  • → Hauptartikel: PrĂ€sidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 1940

    Über den Winter 1939/1940 gab es in der amerikanischen Öffentlichkeit Spekulationen, ob Roosevelt mit der Tradition brechen und im Herbst 1940 fĂŒr eine dritte Amtszeit kandidieren wĂŒrde. Der 22. Verfassungszusatz, der eine gesetzliche Begrenzung auf zwei Wahlperioden vorsieht, wurde erst 1951 erlassen. Dennoch hatte bis 1940 kein PrĂ€sident mehr als zwei Amtsperioden absolviert, was in erster Linie auf den ersten PrĂ€sidenten George Washington zurĂŒckging, der allen Nachfolgern empfahl, nicht mehr als zwei Wahlperioden zu regieren. Roosevelt gab bis zum FrĂŒhjahr kein bindendes Statement ab, ob er nochmals antreten werde. Die sich zuspitzende außenpolitische Situation bewog ihn jedoch dazu, eine Bewerbung nicht mehr gĂ€nzlich auszuschließen. Nach dem deutschen Einmarsch in Frankreich erklĂ€rte der PrĂ€sident, die Nominierung der Demokraten anzunehmen, sollte sich seine Partei dazu entschließen, ihn nochmals aufzustellen. Viele Demokraten waren nun nicht nur zu dem Schluss gekommen, dass Roosevelt am besten geeignet sei, das Land in den Zeiten weltpolitischer Spannungen zu fĂŒhren, sondern dass der beim Volk weiterhin sehr populĂ€re PrĂ€sident auch die besten Chancen hatte, seiner Partei erneut zum Sieg zu verhelfen. Zwar gab es vereinzelt innerparteiliche Kritik, doch Roosevelt setzte sich auf dem Parteitag im Sommer 1940 ohne Probleme durch, obgleich sich seine Hoffnung, einstimmig nominiert zu werden, nicht erfĂŒllte. Als VizeprĂ€sidentschaftskandidat wurde der bisherige Landwirtschaftsminister Henry A. Wallace aufgestellt, der anders als Roosevelts bisheriger Stellvertreter John Nance Garner ein bekennender Liberaler war. Garner, der eine dritte Kandidatur Roosevelts ablehnte, hatte sich seit 1937 mit dem PrĂ€sidenten aufgrund von Differenzen um den New Deal ĂŒberworfen und strebte selbst die Kandidatur der Partei an, musste sich allerdings auf dem Parteitag in einer klaren Entscheidung gegenĂŒber Roosevelt geschlagen geben.[14]

    Die Republikaner stellten ĂŒberraschend den politischen Quereinsteiger Wendell Willkie auf, der nie zuvor ein politisches Amt bekleidet hatte. Der Jurist und GeschĂ€ftsmann Willkie â€“ selbst bis 1938 Demokrat â€“ war bekannt fĂŒr seine liberalen Ansichten, was ihn parteiintern nicht unumstritten machte. Im Wahlkampf sprach sich Willkie daher fĂŒr eine Beibehaltung des New Deal aus, allerdings wolle er ihn weniger bĂŒrokratisch, effizienter und wirtschaftsfreundlicher gestalten. Er forderte außerdem eine internationalistische Ausrichtung der Außenpolitik, was parteiintern ebenfalls auf ein geteiltes Echo stieß. Willkie griff den PrĂ€sidenten vor allem fĂŒr seine Bestrebung nach einer dritten Amtszeit an. Roosevelt verwies wĂ€hrend der Kampagne auf die innenpolitischen Erfolge seiner Reformen. Unterdessen versprach er, den europĂ€ischen VerbĂŒndeten mehr militĂ€rische UnterstĂŒtzung zukommen zu lassen. Gleichzeitig sicherte er zu, keine US-Soldaten in einen Krieg nach Europa zu schicken. Willkie beschuldigte den PrĂ€sidenten, das Land nicht ausreichend auf die Bedrohung durch die AchsenmĂ€chte vorzubereiten.[14]

    Am Wahltag, dem 5. November 1940, siegte Roosevelt mit 54,7 % der Stimmen. FĂŒr seinen Herausforderer hatten derweil 44,8 % der WĂ€hler gestimmt. Obwohl sich die Republikaner von ihren schweren Verlusten 1936 erholten, konnte sich Roosevelt erneut klar durchsetzen. Da er in 38 der 48 Bundesstaaten gewann, sicherte er sich im WahlmĂ€nnergremium mit einem StimmenverhĂ€ltnis von 449 zu 82 eine deutliche Mehrheit. Besonders erfolgreich war Roosevelt in den großen StĂ€dten; er siegte in jeder Stadt mit mehr als 400.000 Einwohnern außer in Cincinnati. Die Republikaner konnten vor allem im Mittleren Westen und Teilen Neuenglands punkten, wĂ€hrend der Rest des Landes ĂŒberwiegend fĂŒr den Amtsinhaber stimmte. Als einziger US-PrĂ€sident wurde Roosevelt somit fĂŒr eine dritte Amtszeit gewĂ€hlt, die er turnusgemĂ€ĂŸ am 20. Januar 1941 begann. Zu Willkie Ă€ußerte sich Roosevelt nach der Wahl positiv, so sagte er wenige Tage nach dem Urnengang zu seinem Sohn James: „I’m happy I’ve won, but I’m sorry Wendell lost“ („Ich freue mich, gewonnen zu haben, aber bedaure, dass Wendell verloren hat“).[44] Willkie selbst unterstĂŒtzte Roosevelt in der Folgezeit wieder in einigen Fragestellungen, so unternahm er im Auftrag des PrĂ€sidenten eine Reihe diplomatischer Missionen.

    Dritte Amtszeit (1941–1945)

    [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Innenpolitik

    [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
    Ausschnitt von Roosevelts Rede zur Second Bill of Rights am 11. Januar 1944
    Der PrĂ€sident bei der Unterzeichnung des G. I. Bill am 22. Juni 1944

    Roosevelts dritte Amtszeit wurde vom Zweiten Weltkrieg ĂŒberschattet, sodass die Innenpolitik keine so bedeutende Rolle spielte wie in den ersten Jahren seiner Regierung. Durch die rasante AufrĂŒstung und die damit einhergehende Steigerung der Industrieproduktion wurde die US-Wirtschaft endgĂŒltig aus der Großen Depression geholt. Diese Entwicklung war vor allem auf dem Arbeitsmarkt zu beobachten: Die Zahl von 7,7 Millionen Erwerbslosen im FrĂŒhjahr 1940 verringerte sich binnen zwei Jahren um etwa die HĂ€lfte. Vor allem entlang der WestkĂŒste entwickelte sich eine prosperierende RĂŒstungsindustrie, was zudem eine umfassende Bevölkerungswanderung in Richtung Westen (vor allem Kalifornien) auslöste. Angesichts der wieder stark expandierenden Wirtschaft unternahm Roosevelt wĂ€hrend seiner dritten Amtszeit mehrere Versuche, den Spitzensteuersatz zu erhöhen, um so neben Sozialprogrammen vor allem die kriegsbedingte AufrĂŒstung finanzieren zu können. Der Kongress wies derartige VorstĂ¶ĂŸe mit den Stimmen von konservativen Demokraten aus dem SĂŒden und den oppositionellen Republikanern jedoch zurĂŒck.

    Am 11. Januar 1944 sprach Roosevelt im Rahmen einer Rundfunkansprache von seiner Vision einer „Second Bill of Rights“ zur Modifizierung des Wirtschafts- und Gesellschaftssystems. Dabei stellte er konkret das Recht eines jeden Einzelnen auf eine Arbeitsstelle, einen zum Leben ausreichenden Lohn, eine menschenwĂŒrdige Unterkunft, Krankenversicherungsschutz, soziale Absicherung im Alter sowie eine gute Ausbildung heraus. Roosevelt plante, die Reformpolitik des New Deal nach dem Ende des Krieges fortzusetzen.

    Eines der bedeutendsten Gesetze aus Roosevelts dritter Wahlperiode war das sogenannte G. I. Bill, das der PrĂ€sident am 22. Juni 1944 unterzeichnete. Mit diesem Gesetz wurde Angehörigen von Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg dienten, umfassende finanzielle Hilfe zuteil. Auch fĂŒr heimkehrende Soldaten wurden betrĂ€chtliche Programme initiiert, die eine gesellschaftliche Wiedereingliederung und Ausbildungshilfe vorsahen (auch eine Reihe von Bundesstaaten riefen derartige Programme ins Leben).

    Außenpolitische Entwicklungen 1940/1941

    [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Bereits vor den PrĂ€sidentschaftswahlen 1940 hatte die Roosevelt-Regierung nicht nur mit einer langsamen AufrĂŒstung begonnen, auch verfĂŒgte der PrĂ€sident im Oktober 1940 die Wehrdienstregistrierung aller MĂ€nner im Alter zwischen 21 und 35 Jahren. Dennoch war er gegenĂŒber MilitĂ€rhilfen fĂŒr die Briten noch vor den Wahlen zögerlich. Sowohl seinen Wahlsieg als auch die Tatsache, dass sich auch sein republikanischer Kontrahent Wendell Willkie fĂŒr eine internationalistische Außenpolitik aussprach, wertete er als Mandat, die Hilfen fĂŒr das Vereinigte Königreich massiv zu verstĂ€rken.[45] In seinem „KamingesprĂ€ch“ vom 29. Dezember 1940 erklĂ€rte der PrĂ€sident, die AchsenmĂ€chte seien auch fĂŒr die USA eine ernste Gefahr, womit er die drastische Aufstockung der Hilfen fĂŒr Großbritannien legitimierte. Die WestmĂ€chte unter FĂŒhrung der Vereinigten Staaten mĂŒssten, so Roosevelt, in dieser weltpolitischen Lage das „Arsenal der Demokratie“ sein. In seiner State of the Union Address vom 6. Januar 1941 konkretisierte er diese Ziele mit der Benennung der „vier Freiheiten“:[40]

    Audio von Roosevelts State of the Union Address (die vier Freiheiten ab Minute 32)

    „Von der Zukunft, die wir zu einer Zukunft der Sicherheit machen wollen, erhoffen wir eine Welt, die sich auf vier entscheidende Freiheiten der Menschheit grĂŒndet.

    1. Die erste Freiheit ist die Freiheit der Rede und der MeinungsĂ€ußerung – ĂŒberall in der Welt.
    2. Die zweite Freiheit ist die Freiheit eines jeden, Gott auf seine Weise zu dienen – ĂŒberall in der Welt.
    3. Die dritte Freiheit ist Freiheit von Not. Das bedeutet, gesehen vom Gesichtspunkt der Welt, wirtschaftliche VerstĂ€ndigung, die fĂŒr jede Nation ein gesundes, friedliches Leben gewĂ€hrleistet – ĂŒberall in der Welt.
    4. Die vierte Freiheit ist Freiheit von Furcht. Das bedeutet, gesehen vom Gesichtspunkt der Welt, weltweite AbrĂŒstung, so grĂŒndlich und so weitgehend, dass kein Volk mehr in der Lage sein wird, irgendeinen Nachbarn mit Waffengewalt anzugreifen – ĂŒberall in der Welt.

    Das ist keine Vision eines fernen tausendjĂ€hrigen Reiches. Es ist eine feste Grundlage fĂŒr eine Welt, die schon in unserer Zeit und fĂŒr unsere Generation verwirklicht werden kann. Diese Welt steht in tiefstem Gegensatz zu der sogenannten ‚Neuen Ordnung‘ der Tyrannei, welche die Diktatoren im Krachen der Bomben zu errichten suchen.“

    PrÀsident Roosevelt bei der Unterzeichnung des Leih- und Pachtgesetzes im MÀrz 1941

    Neben seiner Forderung von den „vier Freiheiten“ schlug Roosevelt dem Kongress außerdem ein Leih- und Pachtgesetz zur militĂ€rischen Hilfe anderer vom NS-Regime bedrohter Staaten vor. Dieser Vorschlag wurde binnen kurzer Zeit angenommen; Roosevelt unterzeichnete das Gesetz am 11. MĂ€rz 1941. Es erlaubte dem PrĂ€sidenten kĂŒnftig, jedem Staat, den er bedroht sah, militĂ€rische AusrĂŒstung ohne sofortige Bezahlung zu verleihen oder zu verpachten. Davon profitierte vor allem das Vereinigte Königreich; nach dem deutschen Einfall vom Juni 1941 kam aber auch der Sowjetunion erhebliche Hilfe zu. Die amerikanischen Lieferungen leisteten einen wichtigen Beitrag fĂŒr die KriegsfĂŒhrung der Alliierten. Bis 1945 wurden auf dieser Grundlage den VerbĂŒndeten und neutralen Staaten GĂŒter mit einem Wert von ĂŒber 42 Milliarden US-Dollar zur VerfĂŒgung gestellt. Roosevelt hoffte, durch die umfassende Hilfe zunĂ€chst eine direkte Kriegsbeteiligung der USA vermeiden und so die Leben amerikanischen Soldaten schonen zu können.[46]

    Bereits nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion (Unternehmen Barbarossa) im Juni 1941 sicherte Roosevelt den Sowjets jede erdenkliche UnterstĂŒtzung an Kriegsmaterial zu, um den Angriff abzuwehren. Adolf Hitler betrieb noch bis zum Herbst 1941 eine defensive Politik gegenĂŒber den USA. Sein Ziel war es, ein Eingreifen der Vereinigten Staaten auf dem europĂ€ischen Kriegsschauplatz zu verhindern, um so keinen Zweifrontenkrieg fĂŒhren zu mĂŒssen. Die immer intensivere UnterstĂŒtzung der Sowjetunion und Großbritanniens sowie die zunehmenden Gegenangriffe der US-Marine gegen deutsche U-Boot-Attacken im Atlantik fĂŒhrten jedoch zu einem Umdenken in Berlin.[40]

    Roosevelt begann nun intensiv mit dem Aufbau der Anti-Hitler-Koalition, indem er nicht nur seine Korrespondenz mit dem britischen Premierminister Churchill verstĂ€rkte, sondern auch die Möglichkeiten einer engeren Kooperation mit der Sowjetunion auslotete. Im Sommer 1941 entsandte er seinen engen Vertrauten und Berater Harry Hopkins nach Moskau, der sich in persönlichen GesprĂ€chen mit dem sowjetischen Diktator Josef Stalin ĂŒber eine intensivere Zusammenarbeit beider Staaten beriet. Trotz der fundamentalen GegensĂ€tze im politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen System zwischen den USA und der Sowjetunion war Roosevelt der Überzeugung, die AchsenmĂ€chte (Deutschland, Japan und Italien) könnten nur gemeinsam mit den Sowjets niedergerungen werden. Auch war er der Auffassung, der kĂŒnftige Weltfriede hinge in erster Linie von guten Beziehungen zwischen den beiden neuen SupermĂ€chten ab. Damit unterschied er sich in gewisser Weise von seinem VerbĂŒndeten Churchill, der die Kooperation mit Moskau als reines ZweckbĂŒndnis ansah. Anders als spĂ€ter landlĂ€ufig angenommen, war jedoch die Beziehung Roosevelts zu Churchill keineswegs von völligem Einvernehmen in allen Themen geprĂ€gt. Roosevelt, der stets das Selbstbestimmungsrecht der Völker propagierte, verstand sich als Gegner des britischen Kolonialismus. In diesen Fragen kam es immer wieder zu Differenzen zwischen den beiden Regierungschefs.

    Pearl Harbor und der Eintritt in den Zweiten Weltkrieg

    [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
    Ausschnitt aus der Rede zum Angriff auf Pearl Harbor: A date which will live in infamy
    PrÀsident Roosevelt unterzeichnet am 11. Dezember 1941 die KriegserklÀrung an das Deutsche Reich
    Roosevelt (rechts) mit Winston Churchill 1943

    Seit 1937 fĂŒhrte Japan in China den Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg. Die Vereinigten Staaten waren anfangs neutral, jedoch favorisierten sie in den folgenden Jahren wegen des Panay-Vorfalls sowie sich hĂ€ufender Berichte ĂŒber japanische GrĂ€ueltaten eher China, das in zunehmendem Maße mit amerikanischen Materiallieferungen unterstĂŒtzt wurde. Als Japan im Juli 1940 trotz amerikanischer Warnung per ultimativer Drohung Truppen in Französisch-Indochina stationierte, schrĂ€nkte Roosevelt im September 1940 den amerikanischen Export von Erdöl und Stahl nach Japan ein (damals bezog Japan 80 % seines Erdöls aus den USA). Als dies nicht die gewĂŒnschte Wirkung hatte und Japan im Juli 1941 weitere Truppen in Indochina stationierte, verhĂ€ngte der PrĂ€sident am 25. Juli 1941 mit Zustimmung des Kongresses ein vollstĂ€ndiges Öl-Embargo gegen Japan und ließ alle japanischen Guthaben einfrieren. Da sich Großbritannien und NiederlĂ€ndisch-Indien diesem Schritt anschlossen, verlor Japan 75 % seines Außenhandels und 90 % seiner Öl-Importe. In den folgenden Monaten verschĂ€rften sich die Spannungen zwischen den beiden LĂ€ndern.[47]

    Nach dem japanischen Überfall auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941, bei dem ĂŒber 2400 Amerikaner ums Leben gekommen waren, wurden die Vereinigten Staaten endgĂŒltig in den Krieg gezogen. Bereits am nĂ€chsten Tag erklĂ€rte der Kongress dem Kaiserreich Japan den Krieg; drei Tage spĂ€ter erklĂ€rten Deutschland und Italien, die mit Japan verbĂŒndet waren, den USA den Krieg. Als Konsequenz des Angriffs befĂŒrwortete nun eine Mehrheit der US-BĂŒrger ein aktives Eingreifen ihres Landes in den Krieg. Roosevelts Wahlversprechen, nicht aktiv, inklusive des Einsatzes von Kampftruppen, in den Konflikt einzugreifen, war nun obsolet geworden. Obwohl Japan mit dem Angriff einen Großteil der amerikanischen Marine zerstört hatte, erwies sich der Überfall fĂŒr Japan auf lange Sicht als fatal. Angesichts des enormen Industriepotentials der USA wurde so das Blatt entscheidend zugunsten der Alliierten gewendet.[40][48]

    Die Mehrheit der Historiker widerspricht diversen Verschwörungstheorien, die besagen, Roosevelt und andere Mitglieder seiner Regierung hÀtten vom bevorstehenden Angriff der Japaner gewusst, ihn jedoch bewusst zugelassen, um so einen aktiven Kriegseintritt der USA zu legitimieren.

    Am 19. Februar 1942 erließ Roosevelt eine VerfĂŒgung, mit der angeordnet wurde, alle an der WestkĂŒste lebenden Menschen japanischer Abstammung zeitweise in Lager abseits der KĂŒste umzusiedeln. Damit wollte man eine eventuelle japanische Verschwörung verhindern. Diese Entscheidung war seinerzeit Ă€ußerst umstritten.

    Kriegsverlauf und Kriegsziele Roosevelts

    [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Unmittelbar nach Pearl Harbor begannen die strategischen Kriegsplanungen der US-Regierung. In Europa sollte durch amerikanische und britische Truppen eine zweite Front eröffnet werden, wĂ€hrend die so entlastete Sowjetunion das Deutsche Reich vom Osten her angreifen sollte. Die öffentliche Meinung in den USA favorisierte jedoch einen Gegenangriff auf Japan, sodass ab 1942 Truppen in den Pazifik entsandt wurden. UnterstĂŒtzt wurden die US-amerikanischen StreitkrĂ€fte von chinesischen Einheiten, die sich unter FĂŒhrung Chiang Kai-sheks der japanischen Besetzung von Mandschukuo und weiter Teile der chinesischen KĂŒstenregion widersetzten. Auf dem pazifischen Kriegsschauplatz gelang es jedoch den US-Einheiten, die neben chinesischen auch von britischen VerbĂ€nden unterstĂŒtzt wurden, zunĂ€chst nur schwer, nennenswerte GelĂ€ndegewinne zu erzielen. Die Japaner erwiesen sich als Ă€ußerst kompromisslose Gegner, was auf beiden Seiten zu vielen Kriegsverbrechen fĂŒhrte. In der Schlacht um Midway im Juni 1942 gelang den Amerikanern ein bedeutender Sieg, der sowohl in militĂ€rischer Hinsicht als auch fĂŒr die Kampfmoral der US-StreitkrĂ€fte von hoher Bedeutung war.

    Wie Churchill und Roosevelt schon Ende Dezember 1941 mit zögerlicher Zustimmung Stalins verabredet hatten, sollten britische und US-amerikanische Einheiten in Marokko landen, um von dort aus das deutsche Afrikakorps in Libyen vom Westen her in die Zange zu nehmen. Diese Invasion (November 1942) unter der FĂŒhrung von US-General Dwight D. Eisenhower endete binnen weniger Wochen mit einem klaren Sieg fĂŒr die Alliierten. Roosevelt hatte zunĂ€chst darauf gedrĂ€ngt, diese Operation noch vor den anstehenden Kongresswahlen abzuschließen, was sich jedoch aus militĂ€rischen GrĂŒnden als unmöglich erwies. Churchill schlug nun vor, das Deutsche Reich vom Mittelmeer aus anzugreifen, um so zunĂ€chst das mit dem NS-Regime verbĂŒndete Italien niederzuringen. Der PrĂ€sident zeigte sich beim Treffen der beiden auf der Casablanca-Konferenz im Januar 1943 nicht willens, diesem Unterfangen zuzustimmen. Auch Stalin, der eine Einladung zur Konferenz aus kriegsbedingten GrĂŒnden ablehnen musste, zeigte sich wenig angetan vom Vorschlag des britischen Regierungschefs. Wie auch Roosevelt forderte er einen Angriff auf die Deutschen unmittelbar vom Atlantik aus. Stalin schlug daher eine Invasion der WestmĂ€chte in Frankreich vor. Damit wollte er vor allem die Entlastung seiner eigenen StreitkrĂ€fte erreichen, die sich an der Ostfront einen Ă€ußerst brutal ausgefochtenen Stellungskrieg mit der deutschen Wehrmacht lieferten (sowohl an Soldaten als auch der Zivilbevölkerung hatte die Sowjetunion mit 27 Millionen Kriegsopfern den höchsten Blutzoll zu beklagen).

    Roosevelt, obwohl er wie Stalin die Deutschen an der französischen AtlantikkĂŒste angreifen wollte, zögerte diese Invasion jedoch aus zwei GrĂŒnden hinaus: Einerseits bedurfte es einer sehr detaillierten Planung fĂŒr eine solche Invasion an der militĂ€risch sehr gut gesicherten KĂŒste; andererseits war er sich darĂŒber im Klaren, dass die hohen Verluste an der Ostfront das Leben amerikanischer Soldaten schonen wĂŒrden. Unterdessen begannen ab 1943 die StreitkrĂ€fte der USA und des Vereinigten Königreiches mit ausgedehnten Luftangriffen gegen Ziele in Deutschland und Japan. Hier zeigte vor allem die Überlegenheit der amerikanischen Luftwaffe große Erfolge. Durch die Bombardierung großer StĂ€dte kam es jedoch sowohl in Deutschland als auch Japan zu hohen Verlusten in der Zivilbevölkerung. Anders als im Ersten Weltkrieg hatten sich die Alliierten darauf verstĂ€ndigt, den Krieg bis zur bedingungslosen Kapitulation der AchsenmĂ€chte fortzufĂŒhren.[40][49]

    WĂ€hrend sich der Krieg auf dem pazifischen Schauplatz trotz wachsender Erfolge der USA hinzog, konnten in Europa mehr und mehr militĂ€rische Erfolge erzielt werden. Auch die Rote Armee konnte die Deutschen zunehmend zurĂŒckdrĂ€ngen. Am 6. Juni 1944 begannen Amerikaner und Briten, unterstĂŒtzt von kanadischen Truppen, mit der als D-Day bekannt gewordenen Invasion in der Normandie (Operation Overlord). Mit der militĂ€rischen Planung und DurchfĂŒhrung des Unterfangens hatte Roosevelt den General und spĂ€teren US-PrĂ€sidenten Dwight D. Eisenhower beauftragt. Trotz hoher Verluste auf beiden Seiten erwies sich die Operation als voller Erfolg: Nun war eine zweite Front gegen die Wehrmacht eröffnet; sowohl Briten und Amerikaner als auch die Sowjets konnten die deutschen VerbĂ€nde jetzt rasch zurĂŒckdrĂ€ngen. Bereits im August des Jahres gelang den westlichen Alliierten die Befreiung von Paris.[40]

    Erste Nachkriegsplanungen

    [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
    Von links nach rechts: Josef Stalin, Franklin D. Roosevelt und Winston Churchill auf der Terrasse der Sowjetischen Botschaft in Teheran (Konferenz von Teheran 1943)
    General Douglas MacArthur, PrĂ€sident Franklin D. Roosevelt und Admiral Chester W. Nimitz auf Hawaii, 26. Juli 1944

    Ab Herbst 1943 zeichnete sich der Sieg der Alliierten nach und nach ab; die Deutschen gerieten immer mehr in die militĂ€rische Defensive. Damit wurde unweigerlich die Frage der Nachkriegsordnung aufgeworfen. Vom 28. November bis zum 1. Dezember 1943 trafen sich die Regierungschefs der „Großen Drei“ in der iranischen Hauptstadt Teheran zur sogenannten Teheran-Konferenz, um ĂŒber die politische Zukunft des europĂ€ischen Kontinents zu beraten. Es war die erste persönliche Begegnung zwischen Roosevelt und dem sowjetischen Machthaber Josef Stalin. WĂ€hrend Churchill gegenĂŒber Roosevelt seine Sorge zum Ausdruck brachte, Stalin könne in den von seiner Armee eingenommenen Gebieten ein totalitĂ€res System einrichten, beschwichtigte er den Premier:

    “I just have a hunch that Stalin is not that kind of a man. [
] I think that if I give him everything I possibly can and ask for nothing from him in return, noblesse oblige, he won’t try to annex anything and will work with me for a world of democracy and peace.”

    „Ich habe das GefĂŒhl, dass Stalin nicht diese Art Mann ist. [
] Ich denke, wenn ich ihm alles gebe, was ich kann, und dafĂŒr keine Gegenleistung verlange, wird er, noblesse oblige, nichts mehr zu annektieren versuchen und mit mir fĂŒr eine Welt der Demokratie und des Friedens zusammenarbeiten.“

    Stalin bestand bei den GesprĂ€chen in Teheran darauf, jene polnischen Gebiete zu behalten, die er sich im Zuge des Hitler-Stalin-Pakts von 1939 unter Gewaltanwendung angeeignet hatte. Roosevelt stimmte dem zu, um so Stalin die Zustimmung zur GrĂŒndung der Vereinten Nationen (UNO) abringen zu können. Roosevelt und Churchill hatten schon seit 1941 derartige PlĂ€ne diskutiert. Die Vision des PrĂ€sidenten war es, eine weltweite Organisation zu schaffen, mit deren Hilfe kĂŒnftige Konflikte auf diplomatischen Wegen gelöst werden könnten. Dabei sollten den USA, der Sowjetunion, dem Vereinigten Königreich, Frankreich und der Republik China eine SchlĂŒsselrolle zufallen, indem ihnen im Weltsicherheitsrat, dem höchsten Organ der Institution, ein Vetorecht eingerĂ€umt wĂŒrde. Stalin gab seine Zustimmung, da die Mitgliedschaft im Weltsicherheitsrat seinem Land einen Platz am Tisch der mĂ€chtigsten Nationen gab. Ferner konnte Roosevelt dem sowjetischen Herrscher die Zusage entlocken, sich am Krieg gegen Japan zu beteiligen. Die UdSSR wĂŒrde, so der Plan, spĂ€testens drei Monate nach der deutschen Kapitulation dem Kaiserreich Japan den Krieg erklĂ€ren und in der japanisch besetzten Mandschurei einmarschieren, um so amerikanische Truppen im Pazifik zu entlasten. Dabei köderte Roosevelt Stalin mit japanischen Gebieten entlang der pazifischen FestlandkĂŒste Asiens.

    Roosevelts Finanzminister Henry Morgenthau schlug vor, Deutschland nach dem Sieg der Alliierten in einen Agrarstaat umzuwandeln, um so zu verhindern, dass von Deutschland je wieder ein Angriffskrieg ausgehen könnte. Der Morgenthau-Plan gelangte jedoch nicht in ein konkretes Planungsstadium. PrĂ€sident Roosevelt stimmte zwar der vollstĂ€ndigen Entwaffnung Deutschlands und der Zerstörung der gesamten RĂŒstungsindustrie zu, allerdings verwarf der PrĂ€sident den Morgenthau-Plan im Oktober 1944. Roosevelt betonte bereits im Jahr 1944, die Absicht seiner Regierung sei es nicht, „das deutsche Volk zu versklaven“. Stattdessen, so der PrĂ€sident, solle die Ideologie des Nationalsozialismus vernichtet, die NS-FunktionĂ€re fĂŒr ihre Taten bestraft und Deutschland ein demokratischer und friedlicher Rechtsstaat werden. Um dauerhaften Frieden auf dem Kontinent zu erreichen, sprach er von der Notwendigkeit des europĂ€ischen Einigungsprozesses.[40] Nach dem Kriegsende ersetzte Roosevelts Nachfolger Harry S. Truman Morgenthau als Finanzminister.

    Die Nachkriegsplanungen der „großen Drei“ wurden mit den BeschlĂŒssen auf der Konferenz von Jalta im Februar 1945 konkretisiert (Details im Abschnitt zur vierten Amtszeit). Es wurde unter anderem die Einteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen vereinbart (auch Frankreich wurde eine Zone zugestanden).

    „Manhattan-Projekt“

    [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die Entdeckung der Kernspaltung 1938 durch Otto Hahn und Fritz Straßmann in Berlin beschwor in der amerikanischen Wissenschaftsgemeinde die Erkenntnis einer nuklearen Bedrohung herauf. Im August 1939 warnten Albert Einstein und LeĂł SzilĂĄrd in einem Brief an Roosevelt vor einer „Bombe neuen Typs“, die das Dritte Reich entwickeln könne, und appellierten daher, Forschung und Entwicklung einer US-Atombombe voranzutreiben. Roosevelt nahm diese BefĂŒrchtungen sehr ernst, woraufhin wenig spĂ€ter das streng geheime Manhattan-Projekt ins Leben gerufen wurde. TatsĂ€chlich kam der Bau einer deutschen Nuklearwaffe nie in ein konkretes Entwicklungsstadium; Hitler hatte ein derartiges Vorhaben fallengelassen. Die US-Forschungen, an denen auch das Vereinigte Königreich beteiligt war, wurden mit dem Bau von Kernwaffen erfolgreich abgeschlossen. Roosevelt erlebte den Test der ersten Atombombe im Juli 1945 nicht mehr. Ob er ebenfalls, wie sein Nachfolger Truman, zum Einsatz der Bombe gegen Japan bereit gewesen wĂ€re, gehört zu den viel diskutierten Fragen der Geschichtswissenschaft.

    PrÀsidentschaftswahl 1944

    [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
    Roosevelt bei einem Wahlkampfauftritt am 27. Oktober 1944
    Wahlplakat der Demokraten von 1944 mit Roosevelt und Truman
    Ergebnisse der Wahl nach einzelnen Staaten (die Nummern stehen fĂŒr die Anzahl an WahlmĂ€nnern, die der jeweilige Bundesstaat zu vergeben hat)
  • ï»żMehrheit fĂŒr Roosevelt
  • ï»żMehrheit fĂŒr Dewey
  • Die Zeremonie zu Roosevelts vierter AmtseinfĂŒhrung vor dem Weißen Haus am 20. Januar 1945
    → Hauptartikel: PrĂ€sidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 1944

    Anders als 1940 gab es im Vorfeld der PrĂ€sidentschaftswahl 1944 keine Zweifel ĂŒber Roosevelts erneute Kandidatur. Trotz einiger Vorbehalte aus dem konservativen ParteiflĂŒgel der SĂŒdstaaten, speziell gegen Roosevelts vermeintlich freundliche Politik gegenĂŒber Afroamerikanern, forderte kein demokratischer Politiker den PrĂ€sidenten um die Kandidatur der Partei offen heraus. Der demokratische Parteitag im Juli 1944 wĂ€hlte Roosevelt, der weiterhin große Zustimmung aus der Bevölkerung erfuhr, dann mit großer Mehrheit erneut zu ihrem Kandidaten. Als VizeprĂ€sidentschaftskandidat wurde der Senator aus Missouri Harry S. Truman aufgestellt, nachdem es innerhalb der demokratischen ParteifĂŒhrung erhebliche Vorbehalte gegen Amtsinhaber Henry A. Wallace gab, der vielen als zu linkslastig galt. Roosevelt stimmte dem schließlich zu, obwohl Truman nicht zu den engeren Vertrauten des PrĂ€sidenten im Senat zĂ€hlte. Allerdings hatte der Senator in den vergangenen Jahren die Politik des Weißen Hauses loyal mitgetragen und sich auch durch sein Vorgehen gegen Korruption einen Namen gemacht.[14]

    Republikanischer Herausforderer wurde der innenpolitisch moderat eingestellte Gouverneur von New York Thomas E. Dewey. Mit 42 Jahren war Dewey einer der jĂŒngsten Bewerber einer großen Partei. Außenpolitisch gab es wenige Differenzen zwischen den beiden Kontrahenten; Dewey prangerte im Wahlkampf aber die vermeintliche Ineffizienz des New Deal an und forderte mehr wirtschaftliche Deregulierung. Außerdem portrĂ€tierte er den PrĂ€sidenten als „mĂŒden alten Mann“ („tired old man“), der von einem Kabinett voller „mĂŒder alter MĂ€nner“ umgeben sei. In seiner Nominierungsrede vom Juli 1944 charakterisierte Roosevelt seinen Herausforderer als zu unerfahren und unreif fĂŒr das PrĂ€sidentenamt in diesen kritischen Kriegszeiten. Als wichtigste Ziele seiner Regierung in einer vierten Amtszeit nannte er den Sieg ĂŒber den Faschismus, den Aufbau einer internationalen Friedensinstitution (die UNO) und den Aufbau einer prosperierenden Nachkriegswirtschaft. Roosevelt warnte, die Republikaner wĂŒrden im Falle eines Triumphes einen Großteil der erfolgreichen New-Deal-Reformen revidieren.

    Um GerĂŒchten vorzubeugen, sein Gesundheitszustand habe sich verschlechtert, bestand Roosevelt auf einer energischen Wahlkampagne. So unternahm er ausgedehnte Reisen durchs Land, hielt mehrere Reden und fuhr in offenem Wagen durch die StĂ€dte, um HĂ€nde zu schĂŒtteln. Besonderen Eindruck machte Roosevelts Konter auf den erfundenen Vorwurf der Republikaner, der PrĂ€sident habe seinen Hund Fala wĂ€hrend einer Truppen-Inspektionsreise auf einer Insel der Aleuten vergessen und einen Zerstörer der United States Navy ausgesandt, um ihn abzuholen, was den Steuerzahler mehrere Millionen Dollar gekostet habe. Roosevelt zog die republikanischen Beschuldigungen bei einem Vortrag am 23. September 1944 durch seine geschickte Rhetorik ins LĂ€cherliche, woraufhin das Publikum in Lachen ausbrach:[50]

    “These Republican leaders have not been content with attacks on me, or my wife, or on my sons. No, not content with that, they now include my little dog, Fala. Well, of course, I don’t resent attacks, and my family don’t resent attacks, but Fala does resent them. You know, Fala is Scotch, and being a Scottie, as soon as he learned that the Republican fiction writers in Congress and out had concocted a story that I’d left him behind on an Aleutian island and had sent a destroyer back to find him—at a cost to the taxpayers of two or three, or eight or twenty million dollars—his Scotch soul was furious. He has not been the same dog since. I am accustomed to hearing malicious falsehoods about myself [
]. But I think I have a right to resent, to object, to libelous statements about my dog.”

    „Diese FĂŒhrer der Republikaner haben es nicht dabei belassen, mich, meine Frau und meine Söhne anzugreifen. Nein, damit nicht genug, jetzt geht es auch gegen meinen kleinen Hund, Fala. NatĂŒrlich nehme ich Angriffe nicht ĂŒbel, genauso wenig wie meine Familie, aber Fala nimmt sie ĂŒbel. Sie wissen, Fala ist ein Schotte. Als Fala erfuhr, dass die republikanischen Romanschriftsteller im Kongress und anderswo eine Geschichte zusammengebraut haben, nach der ich ihn auf den Aleuten vergessen und auf Kosten des Steuerzahlers von zwei, oder drei oder acht oder zwanzig Millionen Dollar einen Zerstörer auf die Suche nach ihm geschickt hĂ€tte, war seine schottische Seele schwer getroffen. Seitdem ist er nicht mehr derselbe Hund. Ich bin daran gewöhnt, bösartige LĂŒgen ĂŒber mich zu hören, ich sei alt, wurmstichig oder wĂŒrde mich als unentbehrlich darstellen [
]. Aber ich denke, ich habe das Recht, mich ĂŒber verleumderische Behauptungen ĂŒber meinen Hund zu Ă€rgern und ihnen zu widersprechen.“

    Die entscheidende Frage im Wahlkampf war, welchem politischen FĂŒhrer es am ehesten zuzutrauen war, die kritischen Monate des nahenden Kriegsendes zu bewĂ€ltigen. Erfolge der immer weiter vorstoßenden Alliierten auf dem europĂ€ischen Kriegsschauplatz verschafften dem ohnehin populĂ€ren PrĂ€sidenten einen großen Vorteil. Bei der PrĂ€sidentschaftswahl am 7. November 1944 setzte sich Roosevelt dann erneut durch. Trotz leichter Stimmenverluste im Vergleich zur Wahl vier Jahre frĂŒher stimmten noch immer 53,4 % der WĂ€hler fĂŒr ihn; Dewey vereinte 45,9 % der Stimmen auf sich. Roosevelt und Truman siegten in 36 Bundesstaaten, wĂ€hrend Dewey und sein Running Mate John W. Bricker nur in zwölf Staaten erfolgreich waren (wie auch Willkie 1940 vorwiegend im Mittleren Westen und Teilen Neuenglands). Der Bundesstaat New York, in dem beide Kandidaten lebten, fiel jedoch nur knapp an Roosevelt. Im Electoral College fiel das Ergebnis mit 432 zu 99 WahlmĂ€nnern erneut klar zu Roosevelts Gunsten aus. Besonders viele Stimmen erhielten die Demokraten aus den GroßstĂ€dten und dem demokratisch geprĂ€gten SĂŒden der USA. Gleichzeitig gewannen die Demokraten bei den parallel stattfindenden Kongresswahlen Mandate hinzu, nachdem infolge der Kongresswahlen 1942 die Mehrheiten der Partei nur noch recht knapp waren.[14]

    Aufgrund des andauernden Kriegszustandes und Roosevelts angegriffener Gesundheit wurde die vierte AmtseinfĂŒhrung des PrĂ€sidenten am 20. Januar 1945 nicht auf den Stufen des Kapitols mit einer großen Feier abgehalten, sondern in einer sehr schlichten Zeremonie auf der Terrasse des Weißen Hauses. Die Ansprache Roosevelts an seine Landsleute dauerte nur rund fĂŒnf Minuten.

    Vierte Amtszeit: Letzte Monate und geplante Nachkriegsordnung

    [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
    Churchill, Roosevelt und Stalin auf einem Gruppenfoto in Jalta nach Beendigung der GesprÀche
    William Daniel Leahy, König Ibn Saud und Roosevelt an Bord der Quincy am 14. Februar 1945, als PrĂ€sident und König die Quincy-Vereinbarung schlossen. Der Vertrag garantierte zum einen die Versorgung der USA mit Erdöl durch die Familie Al Saud, zum anderen sicherte Roosevelt den Al Saud die militĂ€rische UnterstĂŒtzung und somit den Machterhalt der königlichen Familie zu.

    Als Roosevelt im Januar 1945 seine vierte Amtszeit antrat, war der Sieg ĂŒber Hitlers Deutschland lediglich eine Frage von wenigen Monaten. Sowohl an der Ost- wie der Westfront wurde die Wehrmacht immer weiter zurĂŒckgedrĂ€ngt. Kurz nach seiner Vereidigung begab sich der PrĂ€sident auf die Reise nach Jalta auf der sowjetischen Halbinsel Krim im Schwarzen Meer, wo die drei alliierten Staatschefs vom 4. bis zum 11. Februar 1945 ĂŒber die Nachkriegsordnung konferierten. Auf der Konferenz von Jalta verabredeten Roosevelt, Stalin und Churchill die Aufteilung Deutschlands und Österreichs in vier Besatzungszonen (neben den drei Hauptalliierten wurde spĂ€ter auch Frankreich eine Zone zugestanden). Auch bestand Einigkeit darin, dass Deutschland komplett entmilitarisiert werden solle und Reparationen leisten mĂŒsse. Die anderen besetzten LĂ€nder von Italien ĂŒber die Tschechoslowakei bis zum Baltikum und praktisch der ganze Balkan sollten einen Sicherheitsring von Satellitenstaaten um die Sowjetunion bilden. Darauf gingen Churchill und Roosevelt nur teilweise ein. Italien wurde der westlichen EinflusssphĂ€re zugeschlagen, wĂ€hrend man die Tschechoslowakei und die baltischen Staaten Stalin ĂŒberließ. Einigkeit bestand jedoch in der Bestrebung, die Vereinten Nationen zu grĂŒnden. Stalin gab außerdem seine endgĂŒltige Zustimmung zu einer sowjetischen Beteiligung im Krieg gegen Japan, welche binnen drei Monaten nach dem Sieg ĂŒber Deutschland erfolgen sollte.[51]

    Der eigentliche Testfall fĂŒr die Einigkeit der Alliierten bildete Polen, ĂŒber das wie auch ĂŒber die deutschen Ostgebiete keine Einigung erzielt wurde. Stalins Absicht war es, in Warschau ein von Moskau abhĂ€ngiges kommunistisches Regime zu installieren. Roosevelt betonte zwar, eine kĂŒnftige polnische Regierung dĂŒrfe nicht feindlich gegenĂŒber der UdSSR eingestellt sein, gleichzeitig forderten er und Churchill die DurchfĂŒhrung von freien Wahlen in dem Land. Stalin stimmte auf der Konferenz aber zu, die provisorische (kommunistische) Regierung Polens mittels Wahlen zu reorganisieren. BezĂŒglich Polens war es schon im Vorjahr zu Verwerfungen innerhalb der Anti-Hitler-Koalition gekommen, nachdem polnische KĂ€mpfer sich im August 1944 gegen die Besatzung durch die Deutschen erhoben hatten (Warschauer Aufstand). Obwohl sich Truppen der Roten Armee bereits wenige Kilometer vor der Stadtgrenze befanden, lehnte Stalin ein Eingreifen seiner StreitkrĂ€fte ab (im Falle von Paris waren Briten und Amerikaner den AufstĂ€ndischen zur Hilfe gekommen und hatten so die französische Hauptstadt befreit). Stalin begrĂŒndete dies offiziell mit logistischen Problemen. Erst im Oktober 1944 rĂŒckten die sowjetischen StreitkrĂ€fte in der Stadt ein, nachdem die Wehrmacht den Aufstand schon blutig niedergeschlagen hatte. TatsĂ€chlich befĂŒrchtete der sowjetische Diktator, die polnischen KĂ€mpfer wĂŒrden sich einer sowjetischen Besatzung genauso widersetzen wie jener der Wehrmacht. Auch hatte er Waffenlieferungen der USA und Großbritanniens an die Polen abgelehnt; denn diese hĂ€tten nur durch die Benutzung von sowjetischen FlugplĂ€tzen durch amerikanische und britische Maschinen erfolgen können. Roosevelt (wie auch Churchill) zeigte sich gegenĂŒber seinen Beratern verĂ€rgert ĂŒber Stalins Verhalten in dieser Frage. Letztendlich gab er sein Vorhaben jedoch im September 1944 auf, um die Einheit der Allianz gegen Hitler nicht zu gefĂ€hrden.[40]

    Auf seiner RĂŒckreise von Jalta in die USA machte Roosevelt einen Abstecher an das Rote Meer. Dort kam es am 14. Februar 1945 an Bord der Quincy zu einem historischen Treffen zwischen ihm und dem saudischen König Abd al-Aziz ibn Saud. Sie unterzeichneten einen Vertrag ĂŒber eine amerikanische MilitĂ€rbasis im Persischen Golf und fĂŒhrten GesprĂ€che zur PalĂ€stina-Frage und zu einem MilitĂ€rbĂŒndnis. WĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges hatte sich Saudi-Arabien zwar neutral erklĂ€rt, jedoch die Alliierten aktiv unterstĂŒtzt. Auch mit Ägyptens König Faruq fĂŒhrte Roosevelt GesprĂ€che. Nach seiner RĂŒckkehr aus Jalta berichtete der PrĂ€sident am 1. MĂ€rz dem Kongress von den BeschlĂŒssen der Konferenz. Gleichzeitig sah er noch einen weiten Weg bis zum Sieg ĂŒber Japan: “It is still a long, tough road to Tokyo” (deutsch: „Es ist noch immer eine lange, schwere Strecke nach Tokio“), so Roosevelt.[11]

    In den Wochen bis zur Kapitulation Deutschlands traten die ideologischen GegensĂ€tze der WestmĂ€chte und der Sowjetunion mehr und mehr zutage, obwohl Roosevelt noch nicht zu einer grĂ¶ĂŸeren Konfrontation mit Stalin bereit war. Der PrĂ€sident zeigte sich in privaten GesprĂ€chen nach dem Ende der Konferenz zunĂ€chst ĂŒberzeugt, Stalin werde die wesentlichen Zusagen von Jalta einhalten, doch wenige Wochen spĂ€ter reflektierte W. Averell Harriman, der US-Botschafter in Moskau, die Situation in Osteuropa gegenĂŒber Roosevelt in einem Memorandum: “we must come clearly to realize that the Soviet program is the establishment of totalitarianism, ending personal liberty and democracy as we know it.” (deutsch: „Wir mĂŒssen klar erkennen, dass das sowjetische Programm die Einrichtung totalitĂ€rer Regime ist, das Ende von persönlicher Freiheit und Demokratie, so wie wir sie kennen“). Privat rĂ€umte der PrĂ€sident wenige Tage spĂ€ter ein, seine Sicht auf Stalin sei zu optimistisch gewesen, und gab Harriman Recht. Über den MĂ€rz 1945 mahnte Roosevelt den sowjetischen Machthaber in Telegrammen, die BeschlĂŒsse von Jalta einzuhalten und freie Wahlen in Polen durchzufĂŒhren.[52] Als Stalin seinerseits Briten und Amerikaner beschuldigte, im Geheimen und ohne sowjetische Beteiligung ein Friedensabkommen mit dem Deutschen Reich aushandeln zu wollen, antwortete Roosevelt wenige Tage vor seinem Tod mit einer geharnischten Botschaft: „I cannot avoid a feeling of bitter resentment towards your informers, whoever they are, for such vile misrepresentations of my actions or those of my trusted subordinates.“ (deutsch: „Offen gesagt kann ich meine tiefe VerĂ€rgerung ĂŒber Ihre Informanten, wer immer sie auch sein mögen, fĂŒr solche Fehlinterpretationen meines Handelns oder des Handelns meiner Vertrauten nicht verbergen“).[53]

    Gesundheit und Tod des PrÀsidenten

    [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
    Eines der letzten PortrÀts Franklin D. Roosevelts in Warm Springs, Georgia (April 1945)
    Trauerzug mit dem Sarg des verstorbenen PrÀsidenten am 14. April 1945

    Roosevelts Gesundheitszustand verschlechterte sich spĂ€testens mit Beginn seiner dritten Amtszeit 1941 zusehends. Vor allem der Stress wĂ€hrend der Kriegsjahre setzte dem PrĂ€sidenten körperlich zu. Bei einer umfassenden medizinischen Untersuchung im MĂ€rz 1944 wurde ein chronischer Bluthochdruck diagnostiziert. Daraufhin empfahlen die Ärzte dem PrĂ€sidenten eine Verringerung seines Arbeitspensums. WĂ€hrend des Wahlkampfes 1944 dementierten Roosevelts Mitarbeiter GerĂŒchte um eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes. Obwohl die Bevölkerung im Wesentlichen unwissend ĂŒber den genauen Zustand ihres Staatsoberhauptes war, blieb fĂŒr viele Beobachter der körperliche Verfall des PrĂ€sidenten, der zudem noch Kettenraucher war, unĂŒbersehbar. Er wirkte stark gealtert und hĂ€ufig mĂŒde und dĂŒnner als in frĂŒheren Jahren. Die energische Wahlkampagne von 1944, auf die er bestanden hatte, um GerĂŒchten zu seinem Zustand vorzubeugen, sowie die lange und beschwerliche Reise zur Konferenz von Jalta Anfang Februar 1945, zehrten zusĂ€tzlich an seinen KrĂ€ften.

    Ende MĂ€rz 1945 zog sich Roosevelt auf sein Landhaus, genannt Little White House, in Warm Springs im Bundesstaat Georgia zurĂŒck, um sich dort von den Strapazen der vergangenen Monate zu erholen. FĂŒr eine Teilnahme einer auf den 25. April datierten Konferenz der Vereinten Nationen in San Francisco erhoffte er sich inmitten der warmen MineralgewĂ€sser Georgias eine Besserung seines Zustandes.[54] Roosevelt, dem der Eindruck seines eigenen körperlichen Verfalls nicht erspart blieb, hatte einem Vertrauten im Jahr 1945 offenbart, dass er sich vorstellen könne, nach dem Krieg vom PrĂ€sidentenamt zurĂŒckzutreten. Dazu kam es jedoch nicht mehr. Am Nachmittag des 12. April 1945 klagte er wĂ€hrend einer PortrĂ€tsitzung mit der KĂŒnstlerin Elizabeth Shoumatoff ĂŒber starke Kopfschmerzen: „I have a terrific pain in the back of my head“[54] („Ich habe schreckliche Schmerzen in meinem Hinterkopf“), nach anderen Quellen „I have a terrific headache“[55] („Ich habe schreckliche Kopfschmerzen“). Sein kurz darauf eintreffender Arzt stellte eine massive Hirnblutung fest.[56] Gut zwei Minuten nach seinen letzten Worten kollabierte Roosevelt und starb circa zwei Stunden spĂ€ter im Alter von 63 Jahren.[57] Roosevelts Blutdruck, sein Leibarzt hatte dies zuletzt in seinem medizinischen Tagebuch dokumentiert, betrug bei der letzten Messung etwa 300/190 mmHg.[58]

    Das PrĂ€sidentenamt ĂŒbernahm noch am selben Tag sein VizeprĂ€sident Truman, der erst seit Januar Roosevelts Stellvertreter war. Zum Zeitpunkt von Roosevelts Tod war die deutsche Wehrmacht bereits kurz vor ihrer endgĂŒltigen Niederlage. Hitler, der seine letzten Tage im FĂŒhrerbunker verbrachte, hoffte kurzzeitig auf einen Zerfall der Kriegsallianz. BezĂŒglich Deutschland fĂŒhrte der neue PrĂ€sident Roosevelts Kurs aber fort. Am Elbe Day, dem 25. April, trafen sich US-Truppen und Teile der Roten Armee an der Elbe; kurz nach dem Suizid Hitlers (30. April) konnte PrĂ€sident Truman am 8. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht verkĂŒnden.

    Roosevelts Leichnam wurde am 13. April nach Washington ĂŒberfĂŒhrt, wo eine Trauerveranstaltung mit etlichen StaatsgĂ€sten abgehalten wurde. Am 15. April 1945 wurde der verstorbene PrĂ€sident in seiner Heimatstadt Hyde Park unter großer Anteilnahme mit militĂ€rischen Ehren beigesetzt. Sein Tod löste national wie international große BestĂŒrzung und Trauer aus. Tausende Menschen versammelten sich zu dem Trauermarsch in Washington und erwiesen dem verstorbenen Staatsmann die letzte Ehre. PrĂ€sident Truman ordnete an, dass alle amerikanischen Flaggen fĂŒr einen Monat auf halbmast wehen sollten. The New York Times wĂŒrdigte Roosevelt fĂŒr seine politischen Verdienste in den zwölf Jahren seiner Amtszeit: „Men will thank God on their knees a hundred years from now that Franklin D. Roosevelt was in the White House“ (deutsch: „Die Menschen werden noch in hundert Jahren Gott auf Knien danken, dass Franklin D. Roosevelt im Weißen Haus war“).[59]

    Berufungen an den Supreme Court

    [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Roosevelt ernannte in seiner Zeit als PrÀsident acht Richter an den Obersten Gerichtshof der USA; mit Ausnahme von George Washington, dem ersten PrÀsidenten, mehr als jeder andere Amtsinhaber:

    • Hugo Black, 1937
    • Stanley Forman Reed, 1938
    • Felix Frankfurter, 1939
    • William O. Douglas, 1939
    • Frank Murphy, 1940
    • James F. Byrnes, 1941
    • Robert H. Jackson, 1941
    • Wiley Blount Rutledge, 1943

    Harlan Fiske Stone, bereits 1925 von Calvin Coolidge an den Obersten Gerichtshof berufen, wurde von ihm 1941 zum Chief Justice ernannt.

    Weitere Berufungen erfolgten an niedrigere Bundesgerichte.

    Nachleben

    [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
    Offizielles PortrĂ€t von Roosevelt im Weißen Haus
    Roosevelts GrabstÀtte in Hyde Park, New York

    Roosevelt gilt bis heute nicht nur als einer der bedeutendsten PrĂ€sidenten der USA, sondern auch als eine der prĂ€gendsten Figuren im 20. Jahrhundert. In den zwölf Jahren seiner Zeit im Weißen Haus vollzogen sich innen- wie außenpolitisch maßgebliche Wendungen in der Geschichte der USA und der Welt. Seine progressiven Reformen mit dem New Deal schufen das GrundgerĂŒst fĂŒr den amerikanischen Sozialstaat und bescherten dem Land wirtschaftlichen Aufschwung, der spĂ€ter durch den Zweiten Weltkrieg weiter begĂŒnstigt wurde und damit die USA endgĂŒltig aus der Weltwirtschaftskrise holte. Seine Wahl zum PrĂ€sidenten beendete die Politik des Laissez-faire seiner drei republikanischen VorgĂ€nger Warren G. Harding, Calvin Coolidge und Herbert Hoover und fĂŒhrte damit zu deutlich mehr staatlichen Eingriffen als zuvor. Viele ihm nachfolgende PrĂ€sidenten beriefen sich auf die Fortsetzung von Roosevelts Innenpolitik, wie Lyndon B. Johnson mit dem Great-Society-Programm in den 1960er-Jahren.

    Roosevelts Reformpolitik prĂ€gt die Vereinigten Staaten bis heute. Die EinfĂŒhrung der Sozialversicherung kann hier in besonderem Maße genannt werden. Mit dem amerikanischen Eingreifen in den Zweiten Weltkrieg traten die USA nach einer Phase der Konzentration auf innere Angelegenheiten nach dem Ersten Weltkrieg erneut als globale Supermacht auf. Roosevelts Agieren in diesem globalen Konflikt resultierte einerseits in einem rasanten wirtschaftlichen Aufschwung (sowie dem Nachkriegsboom nach seiner Amtszeit) und andererseits in der Festigung der Stellung der Vereinigten Staaten als fĂŒhrender Supermacht in der Westlichen Welt (neben der UdSSR im Ostblock).[60][61]

    Unter Roosevelt wurde außerdem die Zahl der Bundesbehörden und weiteren dem PrĂ€sidenten unterstehenden Institutionen stark ausgedehnt. Dies fĂŒhrte dazu, dass der US-PrĂ€sident mehr exekutive Macht auf sich vereinigte als je zuvor. Wie kein PrĂ€sident vor ihm schaltete sich Roosevelt in Gesetzgebungsverfahren ein, was von vielen Historikern als eine Machtverschiebung von der Legislative hin zur Exekutive gesehen wird. SpĂ€tere amerikanische PrĂ€sidenten beanspruchten auf diesem oder Ă€hnlichen Weg ein Initiativrecht in der Gesetzgebung. Durch diese Ausweitung der Macht des PrĂ€sidenten wird Roosevelt von vielen Historikern als BegrĂŒnder der modernen amerikanischen PrĂ€sidentschaft angesehen.[62]

    Roosevelt ist seit 1946 auf der Vorderseite des US-Dime abgebildet. Der Dime wurde deshalb ausgewĂ€hlt, weil sich Roosevelt mit der WohltĂ€tigkeitsorganisation March of Dimes fĂŒr die BekĂ€mpfung der KinderlĂ€hmung einsetzte. Nach Roosevelt sind in den USA außerdem mehrere PlĂ€tze und Straßen benannt. Roosevelt Island in New York City wurde ebenfalls nach dem 32. US-PrĂ€sidenten benannt. Nach seinem VorgĂ€nger Herbert Hoover war er der zweite PrĂ€sident, der sich bereits zu Lebzeiten der Errichtung einer PrĂ€sidentenbibliothek widmete.

    Siehe auch

    [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
    • Kabinett Roosevelt
    • Roosevelt-Insel
    • Franklin Delano Roosevelt Memorial
    • Roosevelt University
    • Die Pflanzengattung Rooseveltia O.F.Cook aus der Familie der PalmengewĂ€chse (Arecaceae) ist nach ihm benannt.[63]

    Quellen

    [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
    • Dokumentsammlung Franklin D. Roosevelt Administration (1933–1945) im Office of the Historian, United States Department of State

    Literatur

    [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
    • John Morton Blum: The Progressive Presidents. The Lives of Theodore Roosevelt, Woodrow Wilson, Franklin D. Roosevelt, Lyndon B. Johnson. W. W. Norton & Company, New York 1982, ISBN 0-393-00063-X.
    • Bret Baier, Catherine Whitney: Three Days at the Brink: FDR's Daring Gamble to Win World War II William Morrow, 2019, ISBN 978-0-06-290568-0.
    • H. W. Brands: Traitor to His Class: The Privileged Life and Radical Presidency of Franklin Delano Roosevelt. Doubleday, New York City 2008, ISBN 978-0-385-51958-8.
    • Robert Dallek: Franklin D. Roosevelt: A Political Life. Penguin Books, London 2018, ISBN 978-0-14-198659-3.
    • Robin Edmonds: Die großen Drei: Churchill, Roosevelt, Stalin. Siedler, Berlin 1999, ISBN 3-442-75566-2.
    • Frank Freidel: Franklin D. Roosevelt. 5 BĂ€nde, Little, Brown and Company, Boston 1952–1973.
    • Frank Freidel: Franklin D. Roosevelt: A Rendezvous with Destiny. Little, Brown and Company, Boston 1990, ISBN 0-316-29261-3.
    • Ronald D. Gerste: Roosevelt und Hitler. Todfeindschaft und totaler Krieg. Schöningh, Paderborn 2011, ISBN 978-3-506-77088-2.[64]
    • Doris Kearns Goodwin: No Ordinary Time: Franklin and Eleanor Roosevelt: The Home Front in World War II Simon & Schuster, 1995, ISBN 978-0-684-80448-4.
    • Detlef Junker: Franklin D. Roosevelt. Macht und Vision: PrĂ€sident in Krisenzeiten (= Persönlichkeit und Geschichte. Biographische Reihe. Band 105/106). Muster-Schmidt Verlag, Göttingen 1979, ISBN 3-7881-0105-9.
    • Harvey J. Kaye: FDR on Democracy: The Greatest Speeches and Writings of President Franklin Delano Roosevelt. Simon & Schuster, New York 2020, ISBN 978-1-5107-5216-0.
    • George McJimsey: The Presidency of Franklin Delano Roosevelt. University of Kansas Press, Lawrence 2000, ISBN 978-0-7006-1012-9.
    • Jon Meacham: Franklin and Winston: An Intimate Portrait of an Epic Friendship Random House, 2004, ISBN 978-0-8129-7282-5.
    • Alan Posener: Franklin Delano Roosevelt. Rowohlt Verlag, Hamburg 1999, ISBN 3-499-50589-4.
    • Amity Shlaes: Der vergessene Mann: Eine neue Sicht auf Roosevelt, den New Deal und den Staat als Retter. Wiley-VCH, Weinheim 2011, ISBN 978-3-527-50553-1.
    • Jean Edward Smith: FDR Random House, 2008, ISBN 978-0-8129-7049-4.
    • Detlef Junker: Franklin Delano Roosevelt 1933–1945: VisionĂ€r und Machtpolitiker. In: Christof Mauch (Hrsg.): Die PrĂ€sidenten der USA. Historische Portraits von George Washington bis Joe Biden. 2., fortgefĂŒhrte und aktualisierte Auflage in C. H. Beck Paperback, MĂŒnchen 2021, ISBN 978-3-406-76733-3, S. 330–345 und 570–572 [kommentierte Bibliographie].

    Weblinks

    [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
    Wikiquote: Franklin D. Roosevelt â€“ Zitate
    Wikiquote: Franklin D. Roosevelt â€“ Zitate (englisch)
    Commons: Franklin D. Roosevelt â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
    Wikisource: Franklin D. Roosevelt â€“ Quellen und Volltexte (englisch)
    • Literatur von und ĂŒber Franklin D. Roosevelt im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
    • Werke von und ĂŒber Franklin D. Roosevelt in der Deutschen Digitalen Bibliothek
    • Zeitungsartikel ĂŒber Franklin D. Roosevelt in den Historischen Pressearchiven der ZBW
    • Offizielle Seite der Roosevelt Library and Museum (englisch)
    • Franklin D. Roosevelt. Tabellarischer Lebenslauf im LeMO (DHM und HdG)
    • Franklin D. Roosevelt in der National Governors Association (englisch)
    • American President: Franklin D. Roosevelt (1882–1945). Miller Center of Public Affairs der University of Virginia (englisch, Redakteur: William E. Leuchtenburg)
    • The American Presidency Project: Franklin D. Roosevelt. Datenbank der University of California, Santa Barbara mit Reden und anderen Dokumenten aller amerikanischen PrĂ€sidenten (englisch)
    • Life Portrait of Franklin D. Roosevelt auf C-SPAN, 11. Oktober 1999, 187 Minuten (englischsprachige Dokumentation und Diskussion mit den Historikern David M. Kennedy und Allida M. Black und dem Autor Hugh Gregory Gallagher sowie FĂŒhrung durch die Home of Franklin D. Roosevelt National Historic Site)
    • Franklin D. Roosevelt in der Datenbank Find a GraveVorlage:Findagrave/Wartung/Gleiche Kenner im Quelltext und in WikidataVorlage:Findagrave/Wartung/Name ungleich Wikidata-Bezeichnung

    Audio

    • «Roosevelt war ein Meister der Propaganda» In: Zeitblende von Schweizer Radio und Fernsehen vom 2. MĂ€rz 2013 (Audio)

    Einzelnachweise

    [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
    1. ↑ Detlef Junker: Franklin D. Roosevelt. Macht und Vision: PrĂ€sident in Krisenzeiten. Göttingen 1979, S. 9.
    2. ↑ a b Richard Overy: Die Wurzeln des Sieges. Warum die Alliierten den Zweiten Weltkrieg gewannen. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart/MĂŒnchen 2000, S. 368–369.
    3. ↑ Alan Posener: Franklin Delano Roosevelt. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1999, ISBN 3-499-50589-4, S. 20 ff.
    4. ↑ Detlef Junker: Franklin D. Roosevelt. Macht und Vision: PrĂ€sident in Krisenzeiten. Göttingen 1979, S. 12.
    5. ↑ Detlef Junker: Franklin D. Roosevelt. Macht und Vision: PrĂ€sident in Krisenzeiten. Göttingen 1979, S. 19.
    6. ↑ William E. Leuchtenburg: Franklin D. Roosevelt: Life Before the Presidency. Miller Center of Public Affairs der University of Virginia, abgerufen am 19. April 2018.
    7. ↑ Detlef Junker: Franklin D. Roosevelt. Macht und Vision: PrĂ€sident in Krisenzeiten. Göttingen 1979, S. 27.
    8. ↑ Armond S. Goldman et al.: What was the cause of Franklin Delano Roosevelt’s paralytic illness? In: Journal of Medical Biography. Band 11, Nr. 4, November 2003, S. 232–240, doi:10.1177/096777200301100412, PMID 14562158. 
    9. ↑ John F. Ditunno, Bruce E. Becker, Gerald J. Herbison: Franklin Delano Roosevelt: The Diagnosis of Poliomyelitis Revisited. In: PM & R: the journal of injury, function, and rehabilitation. Band 8, Nr. 9, 2016, S. 883–893, doi:10.1016/j.pmrj.2016.05.003, PMID 27178375. 
    10. ↑ Philipp Vandenberg: Die heimlichen Herrscher. Die MĂ€chtigen und ihre Ärzte. Von Marc Aurel bis Papst Pius XII. Bertelsmann, MĂŒnchen 1991, ISBN 3-570-02294-3, S. 16 ff.
    11. ↑ a b Address to Congress on Yalta. (March 1, 1945), Miller Center of Public Affairs (englisch).
    12. ↑ Detlef Junker: Franklin D. Roosevelt. Macht und Vision: PrĂ€sident in Krisenzeiten. Göttingen 1979, S. 44.
    13. ↑ Detlef Junker: Franklin D. Roosevelt. Macht und Vision: PrĂ€sident in Krisenzeiten. Göttingen 1979, S. 52.
    14. ↑ a b c d e f William E. Leuchtenburg: Franklin D. Roosevelt: Campaigns and Elections. Miller Center of Public Affairs der University of Virginia, abgerufen am 19. April 2018.
    15. ↑ Hal Elliott Wert: Hoover vs. Roosevelt: Two Presidents’ Battle over Feeding Europe and Going to War. Stackpole, Lanham 2023, ISBN 978-0-8117-3972-6, S. 30.
    16. ↑ Stephanie Fitzgerald, Derek Shouba, Katie Van Sluys: The New Deal: Rebuilding America. Compass Point Books, Minneapolis 2007, ISBN 978-0-7565-2096-0, S. 39.
    17. ↑ Stephanie Fitzgerald, Derek Shouba, Katie Van Sluys: The New Deal: Rebuilding America. Compass Point Books, Minneapolis 2007, ISBN 978-0-7565-2096-0, S. 55.
    18. ↑ David M. Kennedy: Freedom from fear. The American people in depression and war 1929–1945. Oxford University Press, New York 1999, ISBN 0-19-503834-7, S. 65.
    19. ↑ David M. Kennedy: Freedom from fear. The American people in depression and war 1929–1945. Oxford University Press, New York 1999, ISBN 0-19-503834-7, S. 366.
    20. ↑ Ann-Kristin Achleitner: Handbuch Investment Banking. Gabler Verlag, 2002, ISBN 3-409-34184-6, S. 6.
    21. ↑ Susan E. Hamen: The New Deal. ABDO Pub., Edina 2010, ISBN 978-1-61613-684-0, S. 69.
    22. ↑ A Reader’s Companion to American History: POVERTY. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 10. Februar 2006; abgerufen am 27. April 2010 (englisch). 
    23. ↑ David M. Kennedy: Freedom from fear. The American people in depression and war 1929–1945. Oxford University Press, New York 1999, ISBN 0-19-503834-7, S. 260.
    24. ↑ David M. Kennedy: Freedom from fear. The American people in depression and war 1929–1945. Oxford University Press, New York 1999, ISBN 0-19-503834-7, S. 267.
    25. ↑ David M. Kennedy: Freedom from fear. The American people in depression and war 1929–1945. Oxford University Press, New York 1999, ISBN 0-19-503834-7, S. 269.
    26. ↑ Ta-Nehisi Coates: The Case for Reparations. In: The Atlantic. 21. Mai 2014.
    27. ↑ Peter Clemens: Prosperity, Depression and the New Deal: The USA 1890–1954. 4. Auflage, Hodder Education, London 2008, ISBN 978-0-340-96588-7, S. 181.
    28. ↑ Paul S. Boyer, Clifford Clark, Karen Halttunen: The Enduring Vision. A history of the American people. Band II: Since 1865. Wadsworth, Boston 2011, ISBN 978-0-495-79998-6, S. 744.
    29. ↑ Carol Berkin, Christopher L. Miller, Robert W. Cherny, James L. Gormly, Douglas Egerton, Kelly A. Woestman: Making America. A history of the United States. Houghton Mifflin Company, Boston 2008, ISBN 978-0-618-98065-9, S. 735.
    30. ↑ Social Security Online, History: Zeittafel
    31. ↑ FDR Presidential Library (englisch)
    32. ↑ R. Alan Lawson: A Commonwealth of Hope: The New Deal Response to Crisis. Johns Hopkins University Press, Baltimore 2006, ISBN 978-0-8018-8406-1, S. 165.
    33. ↑ Ronald Edsforth: The New Deal: America’s Response to the Great Depression (Problems in American History). Blackwell, Malden 2000, ISBN 1-57718-142-5, S. 258, 259.
    34. ↑ Im Original: „I’ll never resign as long as that crippled son-of-a-bitch is in the White House“. Vgl. Ronald Edsforth: The New Deal: America’s Response to the Great Depression (Problems in American History). Blackwell, Malden 2000, ISBN 1-57718-142-5, S. 259, 260.
    35. ↑ Ronald Edsforth: The New Deal: America’s Response to the Great Depression (Problems in American History). Blackwell, Malden 2000, ISBN 1-57718-142-5, S. 259, 260.
    36. ↑ David M. Kennedy: Freedom from fear. The American people in depression and war 1929–1945. Oxford University Press, New York 1999, ISBN 0-19-503834-7, S. 333.
    37. ↑ David M. Kennedy: Freedom from fear. The American people in depression and war 1929–1945. Oxford University Press, New York 1999, ISBN 0-19-503834-7, S. 335.
    38. ↑ Ronald Edsforth: The New Deal: America’s Response to the Great Depression (Problems in American History). Blackwell, Malden 2000, ISBN 1-57718-142-5, S. 261.
    39. ↑ William H. Rehnquist: Judicial Independence Dedicated to Chief Justice Harry L. Carrico: Symposium Remarks. In: University of Richmond Law Review. Vol. 38, 2004, S. 579–596 (heinonline.org). 
    40. ↑ a b c d e f g h i William E. Leuchtenburg: Franklin D. Roosevelt: Foreign Affairs. Miller Center of Public Affairs der University of Virginia, abgerufen am 19. April 2018.
    41. ↑ Charles Bohlen: Witness to History: 1929–1969. Norton, New York 1973, ISBN 0-393-07476-5.
    42. ↑ Vgl. dazu Warren F. Kimbal: Franklin D. Roosevelt and World War II. In: Presidential Studies Quarterly. Band 34, Nummer 1, 2004 (= Going to War), ISSN 0360-4918, S. 83–99.
    43. ↑ Detlef Junker: Franklin D. Roosevelt (1933–1945). VisionĂ€r und Machtpolitiker. In: Christof Mauch (Hrsg.): Die amerikanischen PrĂ€sidenten. 5. fortgefĂŒhrte und aktualisierte Auflage, MĂŒnchen 2009, S. 308–322, hier: S. 317.
    44. ↑ Steve Neal: Dark Horse: A Biography of Wendell Willkie. University Press of Kansas, Lawrence 1989, ISBN 0-7006-0454-5, S. 181.
    45. ↑ Vgl. dazu Richard M. Pious: Franklin D. Roosevelt and the Destroyer Deal: Normalizing Prerogative Power. In: Presidential Studies Quarterly. Band 42, Nummer 1, 2012 (= The Presidency and Economic Governance in Hazardous Times), S. 190–204, JSTOR:41427456.
    46. ↑ Detlef Junker: Franklin D. Roosevelt (1933–1945). VisionĂ€r und Machtpolitiker. In: Christof Mauch (Hrsg.): Die amerikanischen PrĂ€sidenten. 5. fortgefĂŒhrte und aktualisierte Auflage, MĂŒnchen 2009, S. 308–322, hier: S. 318–319.
    47. ↑ Amerikanische Außenpolitik November 1939 bis November 1941. (englisch) (Memento vom 23. Oktober 2006 im Internet Archive)
    48. ↑ Detlef Junker: Franklin D. Roosevelt (1933–1945). VisionĂ€r und Machtpolitiker. In: Christof Mauch (Hrsg.): Die amerikanischen PrĂ€sidenten. 5. fortgefĂŒhrte und aktualisierte Auflage, MĂŒnchen 2009, S. 308–322, hier: S. 319.
    49. ↑ Detlef Junker: Franklin D. Roosevelt (1933–1945). VisionĂ€r und Machtpolitiker. In: Christof Mauch (Hrsg.): Die amerikanischen PrĂ€sidenten. 5. fortgefĂŒhrte und aktualisierte Auflage, MĂŒnchen 2009, S. 308–322, hier: S. 319–321.
    50. ↑ Michael A. Davis: Politics as usual: Franklin Roosevelt, Thomas Dewey and the wartime presidential campaign of 1944. Northern Illinois University Press, DeKalb 2014, ISBN 978-0-87580-711-9, S. 192–195.
    51. ↑ Detlef Junker: Franklin D. Roosevelt (1933–1945). VisionĂ€r und Machtpolitiker. In: Christof Mauch (Hrsg.): Die amerikanischen PrĂ€sidenten. 5. fortgefĂŒhrte und aktualisierte Auflage, MĂŒnchen 2009, S. 308–322, hier: S. 321–322.
    52. ↑ Detlef Junker: Franklin D. Roosevelt (1933–1945). VisionĂ€r und Machtpolitiker. In: Christof Mauch (Hrsg.): Die amerikanischen PrĂ€sidenten. 5. fortgefĂŒhrte und aktualisierte Auflage, MĂŒnchen 2009, S. 308–322, hier: S. 322.
    53. ↑ Wilson D. Miscamble: From Roosevelt to Truman: Potsdam, Hiroshima, and the Cold War. Cambridge University Press, Cambridge 2007, ISBN 978-0-521-86244-8, S. 51–52.
    54. ↑ a b Franklin D. Roosevelt’s painfully eloquent final words. 12. April 2018, abgerufen am 12. April 2023 (amerikanisches Englisch). 
    55. ↑ FDR Remembered 75 Years After His Sudden Death. Abgerufen am 12. April 2023 (englisch). 
    56. ↑ William E. Leuchtenburg: Franklin D. Roosevelt: Death of the President. Miller Center of Public Affairs der University of Virginia, abgerufen am 19. April 2018.
    57. ↑ Franklin Delano Roosevelt’s last illness – Hektoen International. Abgerufen am 12. April 2023. 
    58. ↑ Harald Wolf: Wie PrĂ€sident Roosevelt von seinem Leibarzt umgebracht wurde. Dr. Jacob’s Wissensportal vom 27. Dezember 2018, abgerufen am 18. Dezember 2023.
    59. ↑ Franklin Delano Roosevelt. (Memento vom 1. Juni 2000 im Internet Archive) Time.
    60. ↑ William E. Leuchtenburg: Franklin D. Roosevelt: Impact and Legacy. Miller Center of Public Affairs der University of Virginia, abgerufen am 19. April 2018.
    61. ↑ Detlef Junker: Franklin D. Roosevelt (1933–1945). VisionĂ€r und Machtpolitiker. In: Christof Mauch (Hrsg.): Die amerikanischen PrĂ€sidenten. 5. fortgefĂŒhrte und aktualisierte Auflage, MĂŒnchen 2009, S. 308–322, hier: S. 322.
    62. ↑ Detlef Junker: Franklin D. Roosevelt (1933–1945). VisionĂ€r und Machtpolitiker. In: Christof Mauch (Hrsg.): Die amerikanischen PrĂ€sidenten. 5. fortgefĂŒhrte und aktualisierte Auflage, MĂŒnchen 2009, S. 308–322, hier: S. 312–315.
    63. ↑ Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen – Erweiterte Edition. Teil I und II. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3-946292-26-5, doi:10.3372/epolist2018.
    64. ↑ Rezension von Urs Hafner in der Neuen ZĂŒrcher Zeitung vom 21. September 2011, abgerufen am 18. Dezember 2023.
    Siegel des PrÀsidenten der Vereinigten Staaten
    PrÀsidenten der Vereinigten Staaten

    George Washington (parteilos, 1789–1797) | John Adams (F, 1797–1801) | Thomas Jefferson (D-R, 1801–1809) | James Madison (D-R, 1809–1817) | James Monroe (D-R, 1817–1825) | John Quincy Adams (D-R, 1825–1829) | Andrew Jackson (D, 1829–1837) | Martin Van Buren (D, 1837–1841) | William Henry Harrison (W, 1841) | John Tyler (W/parteilos 1841–1845) | James K. Polk (D, 1845–1849) | Zachary Taylor (W, 1849–1850) | Millard Fillmore (W, 1850–1853) | Franklin Pierce (D, 1853–1857) | James Buchanan (D, 1857–1861) | Abraham Lincoln (R, 1861–1865) | Andrew Johnson (D, 1865–1869) | Ulysses S. Grant (R, 1869–1877) | Rutherford B. Hayes (R, 1877–1881) | James A. Garfield (R, 1881) | Chester A. Arthur (R, 1881–1885) | Grover Cleveland (D, 1885–1889) | Benjamin Harrison (R, 1889–1893) | Grover Cleveland (D, 1893–1897) | William McKinley (R, 1897–1901) | Theodore Roosevelt (R, 1901–1909) | William Howard Taft (R, 1909–1913) | Woodrow Wilson (D, 1913–1921) | Warren G. Harding (R, 1921–1923) | Calvin Coolidge (R, 1923–1929) | Herbert Hoover (R, 1929–1933) | Franklin D. Roosevelt (D, 1933–1945) | Harry S. Truman (D, 1945–1953) | Dwight D. Eisenhower (R, 1953–1961) | John F. Kennedy (D, 1961–1963) | Lyndon B. Johnson (D, 1963–1969) | Richard Nixon (R, 1969–1974) | Gerald Ford (R, 1974–1977) | Jimmy Carter (D, 1977–1981) | Ronald Reagan (R, 1981–1989) | George H. W. Bush (R, 1989–1993) | Bill Clinton (D, 1993–2001) | George W. Bush (R, 2001–2009) | Barack Obama (D, 2009–2017) | Donald Trump (R, 2017–2021) | Joe Biden (D, 2021–2025) | Donald Trump (R, seit 2025)

    Gouverneure von New York

    G. Clinton | Jay | G. Clinton | Lewis | Tompkins | Tayler | D. Clinton | Yates | D. Clinton | Pitcher | Van Buren | Throop | Marcy | Seward | Bouck | Wright | Young | Fish | Hunt | Seymour | Clark | King | Morgan | Seymour | Fenton | Hoffman | Dix I | Tilden | Robinson | Cornell | Cleveland | Hill | Flower | Morton | Black | T. Roosevelt | Odell | Higgins | Hughes | White | Dix II | Sulzer | Glynn | Whitman | Smith | Miller | Smith | F. Roosevelt | Lehman | Poletti | Dewey | Harriman | Rockefeller | Wilson | Carey | M. Cuomo | Pataki | Spitzer | Paterson | A. Cuomo | Hochul

    Normdaten (Person): GND: 118602551 (lobid, GND Explorer, OGND, AKS) | LCCN: n79022932 | NDL: 00454601 | VIAF: 29542759 | Wikipedia-Personensuche
    Personendaten
    NAME Roosevelt, Franklin D.
    ALTERNATIVNAMEN Roosevelt, Franklin Delano (vollstÀndiger Name)
    KURZBESCHREIBUNG US-amerikanischer Politiker, 32. PrĂ€sident der USA (1933–1945)
    GEBURTSDATUM 30. Januar 1882
    GEBURTSORT Hyde Park, New York
    STERBEDATUM 12. April 1945
    STERBEORT Warm Springs, Georgia
    Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Franklin_D._Roosevelt&oldid=264627368“
    Kategorien:
    • Franklin D. Roosevelt
    • PrĂ€sident der Vereinigten Staaten
    • Kandidat fĂŒr die VizeprĂ€sidentschaft (Vereinigte Staaten)
    • Gouverneur (New York)
    • EhrenbĂŒrger von Rom
    • Mitglied des Senats von New York
    • Mitglied der Demokratischen Partei (Vereinigte Staaten)
    • Politiker (20. Jahrhundert)
    • New Deal
    • Freimaurer (20. Jahrhundert)
    • Freimaurer (Vereinigte Staaten)
    • Absolvent der Harvard University
    • Namensgeber fĂŒr ein Schiff
    • Mitglied der Familie Roosevelt
    • US-Amerikaner
    • Geboren 1882
    • Gestorben 1945
    • Mann
    Versteckte Kategorien:
    • Wikipedia:Seite mit Audioeinbettung
    • Wikipedia:Artikel mit Video

    • indonesia
    • Polski
    • Ű§Ù„ŰčŰ±ŰšÙŠŰ©
    • Deutsch
    • English
    • Español
    • Français
    • Italiano
    • Ù…Ű”Ű±Ù‰
    • Nederlands
    • æ—„æœŹèȘž
    • PortuguĂȘs
    • Sinugboanong Binisaya
    • Svenska
    • ĐŁĐșŃ€Đ°Ń—ĐœŃŃŒĐșа
    • Tiáșżng Việt
    • Winaray
    • äž­æ–‡
    • РуссĐșĐžĐč
    Sunting pranala
    Pusat Layanan

    UNIVERSITAS TEKNOKRAT INDONESIA | ASEAN's Best Private University
    Jl. ZA. Pagar Alam No.9 -11, Labuhan Ratu, Kec. Kedaton, Kota Bandar Lampung, Lampung 35132
    Phone: (0721) 702022
    Email: pmb@teknokrat.ac.id