| Cadillon | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Pyrénées-Atlantiques (64) | |
| Arrondissement | Pau | |
| Kanton | Terres des Luys et Coteaux du Vic-Bilh | |
| Gemeindeverband | Nord Est Béarn | |
| Koordinaten | 43° 32âČ N, 0° 9âČ W | |
| Höhe | 135â283 m | |
| FlĂ€che | 5,37 kmÂČ | |
| Einwohner | 95 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 18 Einw./kmÂČ | |
| Postleitzahl | 64330 | |
| INSEE-Code | 64159 | |
Blick auf Cadillon | ||
Cadillon ist eine französische Gemeinde mit 95 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Pau und zum Kanton Terres des Luys et Coteaux du Vic-Bilh (bis 2015: Kanton Lembeye).
Der Name in der gascognischen Sprache lautet Cadilhon.[1]
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Cadillon liegt circa 45 Kilometer nordöstlich von Pau in der Region Vic-Bilh in der historischen Provinz Béarn am nordöstlichen Rand des Départements auf einer langgestreckten Anhöhe zwischen den TÀlern des Lées und des Lisau.
Umgeben wird Cadillon von den Nachbargemeinden:
| Saint-Jean-Poudge | Conchez-de-Béarn | Mont-Disse |
| Vialer | Aurions-Idernes | |
| Arricau-Bordes |
Cadillon liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour und wird durchquert von einem seiner NebenflĂŒsse, dem LĂ©es, und zwei ZuflĂŒssen des Larcis, Lisau und Ruisseau de Libet.[2]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Kopialbuch der Abtei von Saint-PĂ©-de-Bigorre wurde im 11. Jahrhundert die Motte Castrum Cadelionense erwĂ€hnt, die wahrscheinlich auf einem ehemaligen Lager aus gallorömischer Zeit errichtet wurde. Diese Burg war aufgrund der exponierten geografischen Lage so wertvoll, dass sie zweimal, 1170 und 1212, als Pfand gegenĂŒber dem König von Aragon diente. Im 12. Jahrhundert nahm der Grundherr von Cadillon eine bedeutende Stellung am Hof des Vicomtes von BĂ©arn ein. In der Folge wurde ein zweites Schloss am FuĂ der Motte gebaut.[3][4]
Weitere Toponyme und ErwÀhnungen der Gemeinde waren in der Folge Cadelho (1104, Kopialbuch des Bistums Lescar), Cadelo (1131, Kopialbuch von Morlaà s), Cadelon (1170, laut Pierre de Marcas Buch Histoire de Béarn), Cadellio (1344, Urkunden der Vicomté von Béarn), Cadalhoo und Cadelhoo (1385 bzw. 1402, VolkszÀhlungen) und Cadilhon (1736, ZÀhlung von Conchez).[3]
Auf der Karte von Cassini 1750 ist Cadillon in der heutigen Namensform eingetragen.[5]
Einwohnerentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach einem Höchststand von 479 Einwohnern in der Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Einwohnerzahl bei kurzen Phasen von Stabilisierungen bis zur Jahrtausendwende um insgesamt rund 80 % auf unter 100 zurĂŒckgegangen. Seitdem hat sie sich stabilisiert.
| Jahr | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2006 | 2009 | 2023 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 138 | 130 | 121 | 110 | 104 | 93 | 100 | 103 | 95 |
SehenswĂŒrdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ortskirche, gewidmet Martin von Tours und Maria, der Mutter Jesu. Sie ist ursprĂŒnglich als romanischer Bau vermutlich im 12. Jahrhundert errichtet worden. Gesicherte Annahmen sind der Bau auf den Ruinen einer Burg aus dem 11. Jahrhundert und die Wiederverwendung eines der TĂŒrme der ehemaligen Ringmauer im westlichen Teil des GebĂ€udes. Die romanische Apsis stammt aus der Kapelle der frĂŒheren Burg. WĂ€hrend der Hugenottenkriege wurde die Kirche wahrscheinlich zerstört und in Etappen zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert wieder aufgebaut. Eine Restaurierung im 19. Jahrhundert brachte den romanischen Chor zutage, der bis zu jener Zeit hinter Putz verborgen gewesen war.[9][10] Eine PietĂ aus dem 19. Jahrhundert befindet sich in der Kirche, ein Werk eines KĂŒnstlers aus Gent. Die Statue aus bemalter Terrakotta zeigt eine schmerzerfĂŒllte Maria mit dem Leichnam des vom Kreuz abgenommenen Jesus Christus auf ihrem SchoĂ.[11]
- Statue der Unbefleckten EmpfĂ€ngnis. 1891 wurde eine Mission durchgefĂŒhrt, um der wachsenden Abwendung vom Christentum in lĂ€ndlichen Gebieten gegenzusteuern. Im Gedenken an diese Mission hat die Pfarrgemeinde eine Statue der Unbefleckten EmpfĂ€ngnis auf einer Stele aufstellen lassen. Maria wird hier in einer betenden Position dargestellt, die Augen gen Himmel gerichtet. Als traditionelle Kleidung trĂ€gt sie ein weiĂes Kleid und eine blaue Stola.[12]
Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auf dem Gebiet der Gemeinde befinden sich Erdöl- und Erdgasvorkommen, die seit den 1980er Jahren gefördert werden. DarĂŒber hinaus ist der Weinanbau ein wichtiger Wirtschaftsfaktor der Gemeinde. Cadillon liegt in den Zonen AOC der Weinanbaugebiete des BĂ©arn, Madiran und Pacherenc du Vic-Bilh.[13]
Gesamt = 18
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Cadillon wird durchquert von den Routes départementales 13 und 219.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Website der Interprofession des Vins du Sud-Ouest France (IVSO) (französisch)
- Website des TourismusbĂŒros âLEMBEYE & GARLINâ fĂŒr die Region Vic-Bilh (französisch)
- Cadillon auf der Karte von Cassini 1750
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Cadillon. Gasconha.com, abgerufen am 28. MĂ€rz 2017 (französisch).
- â Ma commune : Cadillon. SystĂšme dâInformation sur lâEau du Bassin Adour Garonne, abgerufen am 28. MĂ€rz 2017 (französisch).
- â a b Paul Raymond: Dictionnaire topographique du dĂ©partement des Basses-PyrĂ©nĂ©es. In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale, 1863, S. 38, abgerufen am 28. MĂ€rz 2017 (französisch).
- â Conseil rĂ©gional dâAquitaine: Cadillon. Visites en Aquitaine, archiviert vom am 28. MĂ€rz 2017; abgerufen am 1. Mai 2023 (französisch).
- â France 1750. David Rumsey Map Collection: Cartography Associates, abgerufen am 28. MĂ€rz 2017 (englisch).
- â Notice Communale Cadillon. EHESS, abgerufen am 28. MĂ€rz 2017 (französisch).
- â Populations lĂ©gales 2006 Commune de Cadillon (64159). INSEE, abgerufen am 28. MĂ€rz 2017 (französisch).
- â Populations lĂ©gales 2014 Commune de Cadillon (64159). INSEE, abgerufen am 28. MĂ€rz 2017 (französisch).
- â Conseil rĂ©gional dâAquitaine: Ăglise Saint-Martin de Cadillon. Visites en Aquitaine, archiviert vom am 28. MĂ€rz 2017; abgerufen am 1. Mai 2023 (französisch).
- â Eglise paroissiale Saint-Martin. Ministerium fĂŒr Kultur und Kommunikation, abgerufen am 28. MĂ€rz 2017 (französisch).
- â Conseil rĂ©gional dâAquitaine: PiĂ©ta de lâĂ©glise Saint-Martin. Visites en Aquitaine, archiviert vom am 28. MĂ€rz 2017; abgerufen am 1. Mai 2023 (französisch).
- â Conseil rĂ©gional dâAquitaine: Statue de lâImmaculĂ©e Conception. Visites en Aquitaine, archiviert vom am 28. MĂ€rz 2017; abgerufen am 1. Mai 2023 (französisch).
- â Institut national de lâorigine et de la qualitĂ©. Institut national de lâorigine et de la qualitĂ©, abgerufen am 28. MĂ€rz 2017 (französisch).
- â INSEE: CaractĂ©ristiques des Ă©tablissements en 2014 Commune de Cadillon (64159). Archiviert vom am 20. Juni 2017; abgerufen am 1. Mai 2023 (französisch).

