| Saint-Faust | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Pyrénées-Atlantiques (64) | |
| Arrondissement | Pau | |
| Kanton | BillÚre et Coteaux de Jurançon | |
| Gemeindeverband | Pau Béarn Pyrénées | |
| Koordinaten | 43° 16âČ N, 0° 27âČ W | |
| Höhe | 170â386 m | |
| FlĂ€che | 13,51 kmÂČ | |
| Einwohner | 738 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 55 Einw./kmÂČ | |
| Postleitzahl | 64110 | |
| INSEE-Code | 64478 | |
Blick auf Saint-Faust-le-Bas | ||
Saint-Faust ist eine französische Gemeinde mit 738 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Pau und zum Kanton BillÚre et Coteaux de Jurançon (bis 2015: Kanton Jurançon).
Der Name leitet sich von Faustus von Mileve ab.[1] Die Einwohner werden Saint-Faustins und Saint-Faustines genannt.[2]
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Saint-Faust liegt in der historischen Provinz Béarn circa zehn Kilometer westlich und damit in der Unité urbaine von Pau.
Umgeben wird der Ort von den Nachbargemeinden:
| Artiguelouve | Laroin | |
| Aubertin | Jurançon | |
| Lasseube | Gan |
Saint-Faust liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour.
NebenflĂŒsse des Gave de Pau durchqueren das Gebiet der Gemeinde,
- der Les HiĂšs mit seinen ZuflĂŒssen,
- dem Ruisseau de Capdehé,
- dem Ruisseau le Bassant und
- dem Ruisseau de Pontac, und
- die in Saint-Faust entspringende Juscle mit ihrem Nebenfluss,
- dem Ruisseau de Lahourcade und seinem Zufluss,
- dem Ruisseau de Pontacq.[3]
- dem Ruisseau de Lahourcade und seinem Zufluss,
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Ursprung des Weinbaus in Saint-Faust reicht bis in die Zeit der Errichtung einer gallorömischen Villa zurĂŒck. Denis Labau (1920â2010), Historiker aus Lescar, erwĂ€hnte eine Quelle und eine Villa in seiner Abhandlung ĂŒber die Kathedrale von Lescar. Eine RömerstraĂe fĂŒhrte von Beneharnum (Lescar) nach Illhuro (Oloron) auch an der Stelle der heutigen Gemeinde Saint-Faust vorbei. Sie wurde Antoninus-StraĂe genannt nach dem römischen Kaiser Caracalla (188â217) mit seinem offiziellen Kaisernamen Marcus Aurel(l)ius Severus Antoninus.[1]
Das Dorf Saint-Faust wurde im 11. Jahrhundert erstmals in den Aufzeichnungen erwĂ€hnt. Es war Etappenort auf einem der Pilgerwege nach Santiago de Compostela. Saint-Faust und Laroin bildeten eine Pfarrgemeinde, sie gehörten beide zur Bailliage von Pau, und 1385 wurden zusammen 89 Haushalte gezĂ€hlt. Nach dem Ende der Auseinandersetzungen im Zuge der Reformation gehörten Laroin und Monhauba immer noch zu Saint-Faust. 1621 vollfĂŒhrten die drei Siedlungen den Treueschwur gegenĂŒber Jean de Salette, Bischof von Lescar und ihr Grundherr. 1778 wurde Monhauba bei einer Ăberschwemmung des Gave de Pau weggerissen, Laroin erlangte seine UnabhĂ€ngigkeit im 18. Jahrhundert.[1]
Toponyme und ErwÀhnungen von Saint-Faust waren:
- Saint Faust (11. Jahrhundert, laut Pierre de Marcas Buch Histoire de Béarn, S. 246),
- Sent-Haust (1385, VolkszÀhlung im Béarn),
- Saint Faust (1750 und 1793, Karte von Cassini bzw. Notice Communale) und
- Saint-Faust (1801, Bulletin des Lois).[4][5][6]
Einwohnerentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach dem Beginn der Aufzeichnungen erlangte die Gemeinde einen Höchststand der Einwohnerzahl von 915 in der ersten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts. Es folgte eine Phase der Stagnation auf 690 Einwohner bis zu den 1860er Jahren, anschlieĂend eine Erholung auf rund 760 in den 1890er Jahren. In der Folgezeit reduzierte sich die Zahl der Einwohner bei kurzen Erholungsphasen bis zu den 1960er Jahren auf rund 410. In der Folgezeit ist ein krĂ€ftiges Wachstum zu verzeichnen, das sich allerdings in jĂŒngster Zeit abgeschwĂ€cht hat.
| Jahr | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2006 | 2009 | 2023 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 458 | 413 | 437 | 554 | 658 | 730 | 751 | 761 | 738 |
SehenswĂŒrdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Pfarrkirche, geweiht Johannes dem TĂ€ufer. Die Pilger auf dem Jakobsweg besuchten die ursprĂŒngliche Kirche seit dem Mittelalter. In den Jahren 1829 und 1842 gab es vergebliche Versuche, die Kirche in Saint-Faust-le-Bas, einem Ortsteil im nördlichen Gebiet der Gemeinde, in das Zentrum zu verlegen. Nachdem 1844 das Projekt fĂŒr einen Neubau durch den Architekten LĂ©on Roussille aus Pau gescheitert war, entwickelte der Architekt Gustave LĂ©vy im Jahre 1863 den Entwurf fĂŒr eine neue Kirche. 1864 wurde er abgeĂ€ndert, aber in den Jahren 1866 und 1867 vom Bauunternehmer Brusquet durchgefĂŒhrt. Drei Glasfenster mit Darstellungen religiöser Persönlichkeiten wurden in der Apsis eingesetzt. Sie sind Werke der Glasmalerei MaumĂ©jean aus Pau. Die Hauptfassade der heutigen Kirche wird dominiert von einem Vorbau aus dem 17. Jahrhundert und dem darĂŒberliegenden Glockengiebel, der die Glocke in einem Rundbogen birgt und mit einem Zeltdach gedeckt ist. Das Langhaus wird von einer Seitenkapelle komplettiert, die Maria, der Mutter Jesu Christi, gewidmet ist. Die Kirche birgt mehrere GemĂ€lde, darunter eines mit der Darstellung der Kreuzigung hinter dem Altar und eines mit der Szene der Rosenkranzspende an der SĂŒdwand des Langbaus.[9][10]
- Kapelle in Saint-Faust-le-Bas. Auch diese diente als Zwischenstation fĂŒr Pilger auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela. Der Eingang datiert aus dem 17. Jahrhundert. Die Kapelle besitzt einen Glockengiebel, dessen Fassade durch zwei Rundbögen unterbrochen ist, die Platz fĂŒr zwei Glocken bieten. Diese werden auf der westlichen Seite durch eine Auskragung mit Vordach geschĂŒtzt. Vom Balkon auf der anderen Seite bietet sich ein Blick auf die Ebene des Gave und die HĂŒgel von Lescar. Der Chor der Kirche birgt ein Altarretabel aus der ersten HĂ€lfte des 17. Jahrhunderts, wie die Jahreszahl â1617â auf dem Giebel belegt. Es ist mit einem Tabernakel aus vergoldetem Holz und einem GemĂ€lde mit dem Kreuzigungsmotiv ausgestattet. Das Retabel der Seitenkapelle, die Maria gewidmet ist, ist mit SchlangensĂ€ulen ausgearbeitet und hat ein GemĂ€lde, das die Szene illustriert, in der der heilige Dominikus den Rosenkranz empfĂ€ngt. Ein weiteres bemerkenswertes Mobiliar ist die Kanzel aus mehrfarbigen Holz.[11] Eine Quelle, Houn de Sen Yan genannt, entspringt in der NĂ€he der Kapelle. In frĂŒheren Zeiten versammelten sich die GlĂ€ubigen bei Tagesanbruch am Johannistag an der Quelle, deren Wasser in drei steinerne Becken flieĂt, um sich zu waschen und das Wasser zu trinken, das insbesondere gegen Kopfschmerzen helfen sollte. Bis zur Installation von flieĂendem Wasser gegen 1960 versorgten sich die Bewohner regelmĂ€Ăig mit dem Quellwasser. Saint-Faust besitzt eine weitere Quelle, Houn de las doulous, deren Wasser HeilkrĂ€fte zur Linderung von Rheumatismen nachgesagt wird.[12]
Wirtschaft und Infrastruktur
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Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor der Gemeinde. AuĂer Obstwiesen, Rinder- und Pferdezucht. dem Anbau von Mais, der GeflĂŒgelzucht, hierbei insbesondere von Kapaunen, spielt der Weinbau eine groĂe Rolle.[1]
Saint-Faust liegt in den Zonen AOC der Weinbaugebiete Jurançon und Béarn sowie des Ossau-Iraty, eines traditionell hergestellten SchnittkÀses aus Schafmilch.[13]
Gesamt = 83
Bildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde verfĂŒgt ĂŒber eine öffentliche Vor- und Grundschule mit 63 SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern im Schuljahr 2017/2018.[15]
Sport und Freizeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ein leichter Rundweg mit einer LĂ€nge von 5,4 km und einem Höhenunterschied von 160 m fĂŒhrt vom Zentrum durch das Tal der Juscle.[16]
- Ein leichter Rundweg mit einer LĂ€nge von 4,3 km und einem Höhenunterschied von 180 m fĂŒhrt vom Zentrum durch Weinberge ĂŒber dem Tal des Les HiĂšs.[17]
- Ein weiterer leichter Rundweg mit einer LĂ€nge von 5 km und einem Höhenunterschied von 200 m fĂŒhrt vom Zentrum durch das Gebiet der Gemeinde.[18]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Saint-Faust wird durchquert von den Routes départementales 217, 230, 346 und 502.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Atlas du Patrimoine Historique et Culturel mit Bildern aus Saint-Faust (französisch)
- Saint-Faust auf der Website des ehemaligen Gemeindeverbands (französisch)
- Website der Vereinigung La Route des Vins du Jurançon (französisch)
- Website des Interessenverbands AOP Ossau-Iraty (französisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â a b c d Conseil rĂ©gional dâAquitaine: Saint-Faust. visites.aquitaine.fr, archiviert vom am 1. Dezember 2017; abgerufen am 28. November 2017 (französisch). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- â PyrĂ©nĂ©es-Atlantiques GentilĂ©. habitants.fr, abgerufen am 28. November 2017 (französisch).
- â Ma commune : Saint-Faust. SystĂšme dâInformation sur lâEau du Bassin Adour Garonne, abgerufen am 28. November 2017 (französisch).
- â Paul Raymond: Dictionnaire topographique du dĂ©partement des Basses-PyrĂ©nĂ©es. In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale, 1863, S. 148, abgerufen am 28. November 2017 (französisch).
- â David Rumsey Historical Map Collection France 1750. David Rumsey Map Collection: Cartography Associates, abgerufen am 28. November 2017 (englisch).
- â a b Notice Communale Saint-Faust. EHESS, abgerufen am 28. November 2017 (französisch).
- â Populations lĂ©gales 2006 Commune de Saint-Faust (64478). INSEE, abgerufen am 28. November 2017 (französisch).
- â Populations lĂ©gales 2014 Commune de Saint-Faust (64478). INSEE, abgerufen am 28. November 2017 (französisch).
- â Ăglise Sainte-Fauste. visites.aquitaine.fr, archiviert vom am 1. Dezember 2017; abgerufen am 28. November 2017 (französisch). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- â Ă©glise paroissiale Saint-Jean-Baptiste. Ministerium fĂŒr Kultur und Kommunikation, abgerufen am 28. November 2017 (französisch).
- â Chapelle Saint Jean-Baptiste. visites.aquitaine.fr, archiviert vom am 1. Dezember 2017; abgerufen am 28. November 2017 (französisch). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- â Houn de Sen Yan. visites.aquitaine.fr, archiviert vom am 1. Dezember 2017; abgerufen am 28. November 2017 (französisch). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- â Institut national de lâorigine et de la qualitĂ© : Rechercher un produit. Institut national de lâorigine et de la qualitĂ©, abgerufen am 28. November 2017 (französisch).
- â CaractĂ©ristiques des Ă©tablissements en 2015 Commune de Saint-Faust (64478). INSEE, abgerufen am 28. November 2017 (französisch).
- â Ăcole maternelle et Ă©lĂ©mentaire. Nationales Bildungsministerium, abgerufen am 28. November 2017 (französisch).
- â Circuit N°24 - VallĂ©e de la Juscle. Ehemaliger Gemeindeverband Communes du Miey-de-BĂ©arn, abgerufen am 28. November 2017 (französisch).
- â Circuit N°25 - Coteaux de Las Hies. Ehemaliger Gemeindeverband Communes du Miey-de-BĂ©arn, abgerufen am 28. November 2017 (französisch).
- â Circuit N°26 - Les coteaux de Saint-Faust. Ehemaliger Gemeindeverband Communes du Miey-de-BĂ©arn, abgerufen am 28. November 2017 (französisch).

