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  1. WeltenzyklopÀdie
  2. Humus
Humus 👆 Click Here!
aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
(Weitergeleitet von Rohhumus)
Dieser Artikel beschreibt den bodenkundlichen Begriff. Zu der orientalischen Speise siehe Hummus. Zu der syrischen Stadt siehe Homs.
Schwarzerde: Der mÀchtige humusreiche Oberbodenhorizont zeigt eine hohe Fruchtbarkeit des Bodens an (Schwarzerdeprofil Asel)
Neben den drei Hauptbodenhorizonten (A) humushaltiger Oberboden, (B) Unterboden, wohin Humus durch Einwaschung, Bioturbation oder Wurzelstreu gelangt ist, und (C) Untergrund tragen einige Böden (O) oberflĂ€chlich einen organischen Horizont, darĂŒber oft eine Streuschicht. Hartes Grundgestein (in den USA als R-Horizont, in Deutschland als mC-Horizont bezeichnet) ist nicht im engeren Sinne Bestandteil des Bodens.

Humus (lateinisch humus ‚Erde‘, ‚Erdboden‘) bezeichnet in der Bodenkunde die Gesamtheit der fein zersetzten organischen Substanz eines Bodens.[1][2][3]

Der Humus ist Teil der gesamten organischen Bodensubstanz und wichtiger Bestandteil des Mutterbodens. Er unterliegt vor allem der AktivitĂ€t der Bodenorganismen (Edaphon), die durch ihren Stoffwechsel laufend zum Auf-, Um- oder Abbau des Humus beitragen. Im eigentlichen Sinne gilt in der Fachliteratur nur der zersetzte organische Anteil im Boden als Humus, wĂ€hrend der unzersetzte Anteil als Detritus bezeichnet wird. Da die jeweiligen Umwandlungsstufen fließend sind, ist eine genaue Abgrenzung nicht möglich. Weder Humus noch Detritus sind tote Substanz, sondern stark von Mikroorganismen wie Bodenbakterien und Pilzen durchsetzt.

Entstehung

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Humus besteht aus einer Vielzahl komplexer Verbindungen. Nach dem Absterben wird organische Materie freigesetzt und sowohl mechanisch[4] als auch enzymatisch durch Bodenorganismen umgewandelt. Die Verbindungen differieren erheblich bezĂŒglich ihrer Abbaubarkeit und Wasserlöslichkeit. Niedermolekulare Kohlenhydrate und Proteine werden schneller zersetzt, hochmolekulare Verbindungen wie Cellulose oder Lignin werden langsam abgebaut. Daher verweilen bestimmte Humusbestandteile nur wenige Wochen oder Monate im Boden (NĂ€hrhumus), andere jedoch Jahrhunderte oder Jahrtausende lang (Dauerhumus). Unter bestimmten klimatischen und geologischen Bedingungen entsteht wenig Humus, so dass zum Beispiel im tropischen Regenwald fast kein Humus zu finden ist.[5]

Mechanische Phase

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Zu Boden gefallene abgestorbene Pflanzenteile und Kadaver werden teilweise durch Tiere (z. B.: Saprobionten) aufgenommen, wĂ€hrend die restlichen Bestandteile grob zerkleinert und verstreut in der Streuschicht zurĂŒckbleiben. Wind und Wasser tragen zur Dispersion der Teile bei.

Bestandteile der Streuschicht werden von Wenigborstern (RegenwĂŒrmer, Enchytraeidae) und GliederfĂŒĂŸern (Insekten, TausendfĂŒĂŸer, Spinnentiere) weiter zerkleinert und aufgenommen. Die ausgeschiedenen Stoffe werden durch die Makrofauna im Boden verteilt.

Initialphase

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Wetterbedingte ErosionskrĂ€fte (NĂ€sse, Frost, Hitze) durchtrĂ€nken und zerrĂŒtten die widerstandsfĂ€hig erscheinenden Feststoffe und fragmentieren hochpolymere Verbindungen durch Hydrolyse und Oxidation unter Sauerstoffverbrauch. Wasserlösliche Komponenten (z. B. Polysaccharide, Peptide, organische SĂ€uren) werden ausgewaschen. Dabei kommt es zu einer starken Vermehrung von Mikroorganismen, die von der Umsetzung der freigesetzten Stoffe leben.

RegenwĂŒrmer sind ein klassisches Beispiel fĂŒr Saprobionten wie Saprophage

Tote Substanz wird durch Saprobionten besiedelt. Sie wird mit zersetzenden Mikroorganismen aus dem Mikrobiom der Aasfresser und Saprobionten behaftet.

Video: Wie entsteht Humus?

Ab- und Umbauphase

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Durch die grabende Suche der Makrofauna nach NĂ€hrstoffen im Boden wird die DurchlĂ€ssigkeit und DurchlĂŒftung des Bodens intensiviert, was die Ausbreitung der Mesofauna (SpringschwĂ€nze, Milben, FadenwĂŒrmer) begĂŒnstigt. Die Stoffe passieren so mehrmals den Verdauungstrakt verschiedener Organismen (Makrofauna – Mesofauna – Mikrofauna). Bei jeder Ausscheidung werden die Hinterlassenschaften mit anderen zersetzenden Mikroorganismen aus der Darmflora ausgestattet. Die organischen Bestandteile werden von Stufe zu Stufe enzymatisch immer weiter fragmentiert und es kommt zur Freisetzung einfacher anorganischer Komponenten wie CO2, H2O, NH4+, NO2−, NO3−, PO43− (Mineralisierung). Schwer abbaubare Stoffe (Knochenfragmente, Cellulose, Lignin, Lipide, Chitin) reichern sich im Boden an, werden aber langsam weiterhin durch Spezialisten (z. B. WeißfĂ€ulepilze) ab- und umgebaut (Ligninolyse).[6]

Die sehr vielfĂ€ltigen Boden-Mikroorganismen bestehen aus Bakterien und Pilzen und sind noch nicht vollstĂ€ndig untersucht. Die meisten sind mesophil und gedeihen am besten zwischen 20 und 45 Â°C, wĂ€hrend in der Rotte thermophile Mikroorganismen auftreten, die 45–80 Â°C bevorzugen.[7]

VerhÀltnis zur Vegetation

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Wenig bekannt war bisher die Bedeutung der Vegetation fĂŒr die Humusbildung. Eine oft kaum beachtete Rolle bei der Humusbildung spielen auch die umstehenden BĂ€ume, durch die Struktur und Inhaltsstoffe des Laubes, durch die Ausbildung ihres Wurzelgeflechtes und mittels ihrer Mykorrhiza.[8][9]

Im Lauf der humusbildenden Phasen entsteht NĂ€hrhumus (labile organische Substanz), im weiteren Stadium Dauerhumus (stabile organische Substanz). Verbleibende Faserstoffe und feste RĂŒckstĂ€nde binden Kapillarwasser und sorgen fĂŒr eine langfristige Feuchthaltung des Bodens. Die Hauptmasse des Humus besteht aus der chemisch bestĂ€ndigeren, organischen Substanz.[10]

Produkte der Humusbildung

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Beispiel einer typischen HuminsÀure, zusammengesetzt aus vielfÀltigen kleinen Monomeren wie Chinone, Phenole, Brenzcatechine und Monosacchariden.[11]

Die charakteristischen Stoffe des Humus sind die farbgebenden braunen Huminstoffe, hochkomplexe MakromolekĂŒle, die meist ĂŒber BrĂŒcken und Seitenketten vernetzt sind und aus uneinheitlichen Monomeren bestehen.[11][12]

NĂ€hrhumus

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NÀhrhumus sind die organischen Stoffe, die im Boden rasch abgebaut werden.[13] Hinzu kommt die Körpersubstanz aller abgestorbenen Bodenorganismen. Der NÀhrhumus pflanzlicher Herkunft hat folgende Zusammensetzung:

  • Kohlenhydrate (Cellulose, Zucker, StĂ€rke; meist ĂŒber 50 %)
  • Lignin (je nach Verholzungsgrad der Pflanzen 10–40 %)
  • stickstoffhaltige Verbindungen (meist weniger als 10 %)

NĂ€hrhumus dient den meisten Bodenorganismen als Nahrungsquelle und ist damit die Voraussetzung fĂŒr die biologische AktivitĂ€t des Bodens.[14] Flach eingearbeitet bzw. als Wurzelmasse fein verteilt (nach dem Abbau der Wurzeln bleibt ein fein verĂ€steltes Röhrensystem zurĂŒck), fördert er die DurchlĂŒftung und damit den Stoffumsatz. Mit dem Zellabbau werden die in der organischen Substanz gebundenen PflanzennĂ€hrstoffe wieder in den Stoffkreislauf zurĂŒckgefĂŒhrt. Sie werden so fĂŒr die ErnĂ€hrung neuer Pflanzen verfĂŒgbar. Der NĂ€hrhumus liefert die Bausteine fĂŒr den Aufbau der Huminstoffe des Dauerhumus.[15][16]

Dauerhumus

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Im Gegensatz zum NĂ€hrhumus wird der Dauerhumus nur sehr langsam abgebaut. Er entsteht durch weiteren Abbau von NĂ€hrhumus oder im Endstadium der Kompostierung.

Er kann sowohl Wasser als auch NĂ€hrstoffe binden und wieder an die Pflanzen abgeben. Das Wasser- und NĂ€hrstoffbindungsvermögen betrĂ€gt ein Vielfaches von dem des Tons. Dauerhumus ist ein wesentliches Bau- und Stabilisierungselement des BodengefĂŒges durch Bildung von Ton-Humus-Komplexen und von stabilen Bodenaggregaten. Der Dauerhumus stellt den grĂ¶ĂŸten Teil der organischen Substanz des Bodens (im Allgemeinen ĂŒber 90 %) und enthĂ€lt die Hauptmasse des Bodenstickstoffs. Er verursacht die dunkle Farbe des humosen Oberbodens und fördert so die ErwĂ€rmung der BodenoberflĂ€che. Durch seine Eigenschaften bestimmt der Dauerhumus maßgeblich die Bodenfruchtbarkeit.

Erdgeruch

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Je nach Bodenart können dem Humus unterschiedliche Duftnoten entströmen. Die volatilen Bestandteile von Humus sind vielfÀltig und noch weitgehend unbestimmt. Vermutlich stammen sie von den Abbauprodukten von Mikroorganismen oder Pilzen. Untersucht wurde bisher nur die ModerfÀule von Holz und der Modergeruch. Der Geruch von Regen auf trockener Erde wird Petrichor genannt. Eine der geruchsbildenden Komponenten darin ist Geosmin, ein bicyclischer tertiÀrer Alkohol, Ausscheidungsprodukt von Schimmelpilzen.[17]

eDNA

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Aus vielen abgebauten Organismen blieben nicht nur deren schwer abbaubare Substanzen und Festbestandteile zurĂŒck, sondern auch ein kleiner Teil ihrer DNA. Diese freie DNA wird als Umwelt-DNA (englisch environmental DNA, abgekĂŒrzt eDNA) bezeichnet. Die eDNA-Analyse ermöglicht, die BiodiversitĂ€t der Pflanzen- und Kleintier-Zusammensetzungen von Biotopen anhand von Bodenproben zu bestimmen,[18] wobei natĂŒrlich die vielen Bodenorganismen und Mikroorganismen dominieren (ĂŒber 2/3 der eDNA stammt meist von SpringschwĂ€nzen).[19] In altem Humus etwa aus Permafrostböden kann eDNA Auskunft geben ĂŒber vorgeschichtliche Biotopzusammensetzungen und so auch ĂŒber das PalĂ€oklima.[20]

Eigenschaften

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Die HumusqualitĂ€t kann am Stickstoffgehalt, und zwar am Kohlenstoff/Stickstoff-VerhĂ€ltnis (C/N) gemessen werden. In der frisch abgestorbenen Substanz ist das C/N-VerhĂ€ltnis hoch, allerdings mit starken Unterschieden in AbhĂ€ngigkeit von Pflanzenart[8] (C/N-VerhĂ€ltnis von Winterweizen: 71; ZuckerrĂŒbe: 20), Alter der Pflanzen oder Anbaumethode.[21] Durch den Abbau im Boden verringert sich das C/N-VerhĂ€ltnis. Ein optimales C/N-VerhĂ€ltnis liegt bei 10 bis 15.

FĂŒr die ĂŒberschlĂ€gige Berechnung des Stickstoffgehaltes des humosen Oberbodens spielen der Humusgehalt und die MĂ€chtigkeit des A-Horizontes eine Rolle. Dabei kann von einem Stickstoffgehalt in Höhe von 1/17 des Humusgehaltes und einem Gewicht des Krumenbodens von 1500 t/10 cm/ha ausgegangen werden. Unter feucht-gemĂ€ĂŸigten KlimaverhĂ€ltnissen wird damit gerechnet, dass jĂ€hrlich etwa 2–3 % des organisch gebundenen Stickstoffs der Krume umgesetzt und damit pflanzenverfĂŒgbar werden (= Stickstoffnachlieferung des Bodens).[22]

Aufgrund des hohen C-Gehaltes des Humus (fast 60 %) kann durch hohe Humusgehalte gleichzeitig Kohlenstoff im Boden gebunden werden.[23][24]

Wegen des Porenvolumens ihrer KapillarrÀume können humusreiche Böden mehr Wasser speichern als andere.

Humusformen

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Auflagehorizonte

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Auflagehorizonte sind in der gemĂ€ĂŸigten Zone oft nur wenige Zentimeter mĂ€chtig.

Die Humusauflage eines naturbelassenen nicht durchnÀssten Bodens kann im herkömmlichen Modell drei Bodenhorizonte umfassen:[3]

Mit L wird der Streu-Horizont (englisch litter – „Streu“) bezeichnet. Er enthĂ€lt abgestorbene Pflanzenreste, die nicht oder nur wenig zersetzt sind. Diese sind als solche noch ohne EinschrĂ€nkung erkennbar und nach Pflanzenart klassifizierbar. Der Volumenanteil an Feinsubstanz betrĂ€gt weniger als 10 %.

O (von organisch) bezeichnet einen Horizont aus organischer Substanz mit einem Volumenanteil von mehr als 10 % Feinsubstanz. Pflanzenreste sind bereits deutlich zersetzt. Der Horizont enthĂ€lt mineralische Substanz mit einem Massenanteil von weniger als 70 %. Der O-‍Horizont lĂ€sst sich untergliedern in Of- und Oh-‍Horizont.

Of (vermodert, von schwedisch: Förmultningsskiktet) ist ein O-‍Horizont, in dem der Volumenanteil der organischen Feinsubstanz mit 10 bis 70 % deutlich hervortritt. Durch Fermentation und Vermoderung hat bereits eine weitgehende Zersetzung der Pflanzenreste stattgefunden. Noch sind Strukturen pflanzlicher Gewebe erkennbar, diese sind jedoch bereits mit Humuspartikeln vermengt.

Oh (von humos) bezeichnet den Dauerhumus-Horizont mit dunkel gefĂ€rbten Huminstoffen. An dem darin enthaltenen Material sind keinerlei pflanzliche Strukturen mehr erkennbar. Die Zersetzung des Pflanzenmaterials hat ein weit fortgeschrittenes Stadium erreicht. Der Volumenanteil organischer Feinsubstanz ĂŒberwiegt mit einem Wert von ĂŒber 70 %.

Nicht mit zur Humusauflage gehört der Ah-Horizont. Dieser ist der mineralische Oberboden und enthĂ€lt meist durch tierische AktivitĂ€t (etwa RegenwĂŒrmer und MaulwĂŒrfe) oder menschliche AktivitĂ€t (zum Beispiel PflĂŒgen) eingebrachten Humus. Der Massenanteil im Humus betrĂ€gt hier maximal 30 Prozent.

Wie stark die Humusauflage ausgeprĂ€gt ist, und welche der beschriebenen Horizonte sie aufweist, hĂ€ngt insbesondere davon ab, inwieweit durch die bestehenden Umweltbedingungen (Temperatur, Feuchtigkeit, Boden­versauerung, NĂ€hrstoff­versorgung, Exposition, Lage, Breitengrad, Klima und anderes) Humus­akkumulation begĂŒnstigt wird. Allgemein ist die Humus­akkumulation umso stĂ€rker, je ungĂŒnstiger sich die Umwelt fĂŒr die AktivitĂ€t der Mikroorganismen gestaltet.

Mull

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→ Hauptartikel: Mull (Humusform)

Charakteristisch fĂŒr die Humusform Mull ist leicht zersetzbares organisches Material (Laubstreu) und optimale Abbaubedingungen im mineralischen Oberboden. Dadurch bildet sich nur eine geringmĂ€chtige Humusauflage (L-Horizont). Streuzersetzung findet hauptsĂ€chlich im Ah-Horizont statt. Mull ist maßgeblich an der Bildung eines hohlraumreichen, stabilen KrĂŒmelgefĂŒges basenreicher Böden beteiligt. Es ĂŒberwiegen bodenwĂŒhlende Vertreter des Edaphons wie RegenwĂŒrmer, Asseln, TausendfĂŒĂŸler und Fliegenlarven. RegenwĂŒrmer sorgen durch ihre stetigen Kotablagerungen auf der BodenoberflĂ€che und in ihren GĂ€ngen dafĂŒr, dass der Oberboden fortwĂ€hrend mit neu gebildetem Mull versorgt wird. Die im Mull gebildeten Humusstoffe sind hochpolymer und daher kaum mobil.[3]

Rohhumus

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Die schwer zersetzbare Nadelstreu der Gattung Pinus sorgt fĂŒr eine dicke Rohhumusauflage

Rohhumus besteht aus weitgehend noch nicht zersetzten VegetationsrĂŒckstĂ€nden. Ein saures Milieu, ein zu kĂŒhles oder feuchtes Klima fĂŒhren zu mangelhafter Umsetzung der PflanzenabfĂ€lle.[25]

Beispielsweise ist die Streu der NadelbĂ€ume schwerer zersetzbar als die vieler LaubbĂ€ume. Im Allgemeinen sind Bestandteile wie Wachse, Harze sowie Gerbstoffe und auch Lignin schwer umsetzbar, folglich ĂŒberdauern abgestorbene Pflanzenteile mit hohen Anteilen dieser Stoffe auch wesentlich lĂ€nger. Das unzersetzte Streumaterial und die wenige vorhandene organische Feinsubstanz sind manchmal deutlich voneinander abgegrenzt.[26]

Aus dem Oberboden können die Huminstoffe weiter in den Unterboden (B-Horizont) ausgewaschen werden. Dazu kommt, dass schlecht zersetzte Streu eines Rohhumusbodens organische SÀuren bilden kann. Dadurch wird auch das Eisen im Boden verstÀrkt wanderungsfÀhig und kann ebenfalls in den B-Horizont ausgewaschen werden. Rohhumus fördert damit die Podsolierung.

Hydromorphe Humusformen

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Sehr hohe Wassergehalte hemmen die Sauerstoffversorgung eines Bodens und somit die Zersetzung organischer Substanz, die sich demzufolge anreichert. Entsprechend dem Wasserhaushalt werden die dabei entstehenden Humusformen als Feuchthumus, Nasshumus und Sumpfhumus bezeichnet. Extrem nasse Standorte fĂŒhren zur Torf­bildung. Am Grund von GewĂ€ssern gibt es den Seehumus (siehe Mulm).

Feuchthumusformen bilden sich in Oberböden, die ĂŒberwiegend im Winter bis an die OberflĂ€che vernĂ€ssen, im Sommer aber belĂŒftet sind. Die Humusformen Ă€hneln denen aeromorpher Böden, enthalten aber einen höheren Anteil an organischer Substanz. Die ÜbergĂ€nge sind fließend. Feuchthumusformen sind typisch fĂŒr höhere Mittelgebirgslagen, insbesondere bei hohen JahresniederschlĂ€gen und niedriger Jahresmitteltemperatur, langer Schneeschmelze und einem stauenden Unterboden. Drei Formen werden unterschieden: Feuchtmull mit 8–15 % organischer Substanz bildet sich unter Einfluss von lange hochanstehendem Hang- oder Grundwasser. Unter langfristigem Einfluss von stagnierendem basenarmem Grund- oder Stauwasser entsteht schmieriger Feuchtmoder. Bei langanhaltend hochstehendem basenarmen Wasser kann ebenfalls schmieriger Feuchtrohhumus entstehen.[3]

Unter starkem Einfluss von langfristig oberflĂ€chennahem Grund- oder Stauwasser ist der Abbau organischer Substanz noch stĂ€rker eingeschrĂ€nkt als bei Feuchthumusformen. Es bildet sich die Nasshumusform Anmoor, mit Humusgehalten zwischen 15 und 30 % in einem dunkel gefĂ€rbten Horizont.[3]

Felshumusboden

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Erste Moosbesiedlung des Felses – Die Initialphase des Felshumusbodens

Spaltenhumus oder Felshumusboden bezeichnet die Entstehung von Humus in Gesteinen und BergwĂ€nden; die Humifizierung vollzieht sich von innen nach außen durch die Biozönose verschiedener Lithobionten. Er besteht aus lehmgelben bis kastanienbraunen kalkigen Tonen und besitzt hohe Feuchtigkeit und hohen Detritusgehalt. Auf Felsen entsteht er auf sogenannten Karrenfeldern und ergibt die Basis fĂŒr alpine immergrĂŒne GewĂ€chse.

Humusgehalt der Böden

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Der Humusgehalt kann anhand der Textur, der Bodenfarbe und des pH-Wertes grob abgeschÀtzt werden. Eine genaue Bestimmung der organischen Substanz erfolgt laboranalytisch.
Die dargestellten Bodenproben haben folgende Humusgehalte (von links nach rechts):
1. schluffiger Lehm – 0,7 g/100 g
2. schluffiger Lehm – 1,7 g/100 g
3. sandiger Lehm – 3,1 g/100 g
4. toniger Lehm – 5,4 g/100 g
5. toniger Lehm – 6,5 g/100 g
6. toniger Lehm – 7,9 g/100 g
7. toniger Lehm – 9,9 g/100 g
8. toniger Lehm – 12,5 g/100 g
9. sandiger Lehm – 21,4 g/100 g
10. Moorboden – 84,0 g/100 g

Der Humusgehalt der Böden kann in weiten Grenzen schwanken. Er lĂ€sst sich aus Messwerten fĂŒr den Gehalt des Bodens an organischem Kohlenstoff berechnen, indem man diese Werte mit dem Faktor 1,72 (bei Torfen und Auflagehumus Faktor 2) multipliziert.[3] AbhĂ€ngig ist der Humusgehalt vom Bodenhorizont, der Pflanzendecke, vom Klima, von der Bodenfeuchte und der Bodennutzung. Auch hinsichtlich der Verteilung des Humus im Boden bestehen große Unterschiede: In Waldböden liegt die Hauptmasse des Humus als mehr oder weniger mĂ€chtige Auflage (siehe Humusformen) ĂŒber dem Mineralboden (Auflagehumus, Rohhumus). In landwirtschaftlich genutzten Mineralböden ist der Humus mit dem Mineralanteil innig vermischt. Der Gehalt nimmt von oben nach unten rasch ab. Der mittlere Humusgehalt beackerter Mineralböden liegt in der Krume bei 1,8–2,5 %, bei GrĂŒnlandböden im Mittel der oberen 10 cm bei 5–8 %. Höhere Humusgehalte sind typisch fĂŒr tonige Böden, feuchte bis nasse Böden und Böden in niederschlagsreichem Klima. Stark durchlĂŒftete, sandige Böden haben niedrigere Humusgehalte (1–2 %).

Im Boden findet ein stĂ€ndiger Abbau und Aufbau von Humus statt. In einem stabilen Ökosystem (zum Beispiel Wald, altes GrĂŒnland) halten sich beide VorgĂ€nge die Waage, d. h. der Humusgehalt verĂ€ndert sich kaum. Die Bodenbearbeitung verstĂ€rkt den Humusabbau. Deshalb muss eine ausreichende Zufuhr von organischer Substanz (Humusversorgung) erfolgen. Der Einfluss des Ackerbaus auf den Humusgehalt des Bodens lĂ€sst sich gut an GrĂŒnlandumbrĂŒchen zeigen: Die unter GrĂŒnland höheren Humusgehalte sinken in den ersten Jahren der Ackernutzung rasch ab und stellen sich allmĂ€hlich auf einen von Standort zu Standort unterschiedlichen, niedrigen Wert ein. Bei Neuansaat von GrĂŒnland nehmen sie allmĂ€hlich wieder zu. Wenn der Resthumusgehalt, wie er in unseren Ackerböden vorkommt, auch relativ stabil ist, so ist er doch nicht unangreifbar. Er kann zum Beispiel durch den Anbau von Humuszehrern wie ZuckerrĂŒben, Kartoffeln, Silomais oder GemĂŒse heruntergewirtschaftet werden. Im Rahmen von Cross Compliance wird auf die Erhaltung der organischen Substanz im Boden großer Wert gelegt. In bestimmten FĂ€llen sind landwirtschaftliche Betriebe dazu verpflichtet, den Humusgehalt durch eine Bodenuntersuchung ermitteln zu lassen.

Organische DĂŒngung

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Durch die Entdeckung des Edaphons und der Funktionen des Humus gab es die Möglichkeit, nach Alternativen in Form einer organischen DĂŒngung zu suchen, nachdem im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts der mineralische DĂŒnger zunehmend in die Kritik geraten war (siehe Geschichte des DĂŒngers).

Die Zufuhr organischer Substanz erfolgt herkömmlich durch

  • die bei der Ernte auf dem Feld verbleibenden ErnterĂŒckstĂ€nde (Wurzeln, Stoppeln, Stroh, Sprossmasse),
  • den gezielten Anbau von ZwischenfrĂŒchten zur GrĂŒndĂŒngung
  • WirtschaftsdĂŒnger (Mist, GĂŒlle, Kompost, KlĂ€rdĂŒnger)
  • Rindenhumus

Die Menge der dem Boden zugefĂŒhrten organischen Substanz wird von einer Vielzahl von Faktoren (z. B.: Pflanze, Ertrag, DĂŒngung, Abfuhr des Strohs) bestimmt. Es kommt weniger darauf an, dass dem Boden NĂ€hrstoffe in großen Mengen zugefĂŒhrt werden, sondern dass sie vom Boden „verarbeitet“ werden können. ErnterĂŒckstĂ€nde, ZwischenfrĂŒchte, Stallmist und GĂŒlle sind in ihrer Wirkung auf den Humusgehalt unterschiedlich zu bewerten. Generell handelt es sich um zersetzliche Substanzen, deren Abbau in AbhĂ€ngigkeit ihrer stofflichen Zusammensetzung erfolgt. Dabei wird Lignin-haltiges (verholztes) Material langsamer abgebaut als beispielsweise frisches Gras, bei dem die NĂ€hrstoffe schneller verfĂŒgbar sind.

Dokumentarfilme

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  • Humus – Die vergessene Klima-Chance, 2009[27]
  • Kiss the Ground, 2020[28]

Literatur

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  • Annie FrancĂ©-Harrar: Bodenleben und Fruchtbarkeit. Bayerischer Landwirtschaftsverlag, 1957.
  • Adolf Kloke: Humusstoffe des Bodens als Wachstumsfaktoren. 1963.
  • Gerhard Lerch: Pflanzenökologie. WTB Akademie Verlag, Berlin 1971, ISBN 978-3-528-06027-5.
  • Othmar Nestroy: Den Boden verstehen. Aufbau, Typen, Fruchtbarkeit. Stocker, Graz 2015, ISBN 978-3-7020-1193-2.
  • W. Amelung, Hans-Peter Blume, H. Fleige, R. Horn, Ellen Kandeler, Ingrid Kögel-Knabner, R. Kretschmar, Karl Stahr, B.-M. Wilke: Fritz Scheffer, Paul Schachtschabel: Lehrbuch der Bodenkunde. 17. Auflage. Heidelberg 2018, ISBN 978-3-662-55870-6.

Weblinks

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Commons: Humus â€“ Sammlung von Bildern und Videos
Wiktionary: Humus â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  • humus-derfilm.at/ (Memento vom 15. MĂ€rz 2010 im Internet Archive)
  • bodenwelten.de: Humus

Einzelnachweise

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  1. ↑ Scheffer/Schachtschabel: Lehrbuch der Bodenkunde. 15. Auflage. 2002, ISBN 3-8274-1324-9.
  2. ↑ Kuntze/Roeschmann/Schwerdtfeger: Bodenkunde. 5. Auflage. 1994, ISBN 3-8252-8076-4.
  3. ↑ a b c d e f Bodenkundliche Kartieranleitung. 5. Auflage. Hannover 2005, ISBN 3-510-95920-5.
  4. ↑ Lerch, S. 122
  5. ↑ Lerch, S. 123.
  6. ↑ HongLi Huang, Guang Ming Zeng, Lin Tang, HongYan Yu, XingMei Xi, ZhaoMeng Chen, GuoHe Huang: Effect of biodelignification of rice straw on humification and humus quality by Phanerochaete chrysosporium and Streptomyces badius. In: International Biodeterioration & Biodegradation, Band 61, Nr. 4, 2008, S. 331–336, doi:10.1016/j.ibiod.2007.06.014.
  7. ↑ A. I. Khalil, M. S. Hassouna, H. M. A. El-Ashqar, M. Fawzi: Changes in physical, chemical and microbial parameters during the composting of municipal sewage sludge. In: World Journal of Microbiology and Biotechnology, Band 27, Nr. 10, 2011, S. 2359–2369 (PDF).
  8. ↑ a b Sandrine Godefroid, Wim Massant, Nico Koedam: Variation in the herb species response and the humus quality across a 200‐year chronosequence of beech and oak plantations in Belgium, In: Ecography, Band 28, Nr. 2, 2005, S. 223–235 (PDF).
  9. ↑ Bart Muys: The influence of tree species on humus quality and nutrient availability on a regional scale (Flanders, Belgium). In: L. O. Nilsson, R. F. HĂŒttl, U. T. Johansson: Nutrient Uptake and Cycling in Forest Ecosystems. Developments in Plant and Soil Sciences, Band 62, Springer, Dordrecht 1995, S. 649–660, doi:10.1007/978-94-011-0455-5_72, ISBN 978-94-010-4204-8.
  10. ↑ Lerch, S. 123.
  11. ↑ a b F. J. Stevenson: Humus Chemistry: Genesis, Composition, Reactions. John Wiley & Sons, New York 1994.
  12. ↑ F. Scheffer, B. Ulrich: Lehrbuch der Agrikulturchemie und Bodenkunde: Humus und HumusdĂŒngung. Bd. 1. Morphologie, Biologie, Chemie und Dynamik des Humus, F. Enke, 1960.
  13. ↑ NĂ€hrhumus. Abgerufen am 25. April 2023. 
  14. ↑ Aufbau unserer Böden – Eppinger Garten. Abgerufen am 25. April 2023 (deutsch). 
  15. ↑ Humus im Boden – Eigenschaften, Entstehung und Kreislauf. Abgerufen am 25. April 2023. 
  16. ↑ Referat Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit: Grundlagen - Landwirtschaft - sachsen.de. Abgerufen am 25. April 2023. 
  17. ↑ Wolfgang Legrum: Riechstoffe, zwischen Gestank und Duft. Vieweg & Teubner Verlag, 2011, S. 65, ISBN 978-3-8348-1245-2.
  18. ↑ Kristine Bohmann, Alice Evans, M. Thomas P. Gilbert, Gary R. Carvalho, Simon Creer, Michael Knapp, Douglas W. Yu, Mark de Bruyn: Environmental DNA for wildlife biology and biodiversity monitoring. In: Trends in Ecology & Evolution, Bd. 29, Nr. 6, Juni 2014, S. 358–367 (PDF).
  19. ↑ Noemi Rota, Claudia Canedoli, Chiara Ferrù, Gentile Francesco Ficetola, Alessia Guerrieri, Emilio Padoa-Schioppa: Evaluation of soil biodiversity in alpine habitats through eDNA metabarcoding and relationships with environmental features. Forests, Band 11, Nr. 7, Juli 2020, S. 738, doi:10.3390/f11070738 (PDF).
  20. ↑ Laura S. Epp: A global perspective for biodiversity history with ancient environmental DNA. In: Molecular Ecology, Bd. 28, Nr. 10, 2019, S. 2456–2458 (PDF).
  21. ↑ D. I. Eremin: Changes in the content and quality of humus in leached chernozems of the Trans-Ural forest-steppe zone under the impact of their agricultural use. In: Eurasian Soil Science, Band 49, Nr. 5, 2016, S. 538–545 (PDF).
  22. ↑ Stickstoffnachlieferung aus der organischen Bodensubstanz, bioaktuell.ch, 31. MĂ€rz 2013.
  23. ↑ Humus fĂŒr Bodenfruchtbarkeit und Klimaschutz (Memento des Originals vom 11. August 2020 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.thuenen.de, thuenen.de
  24. ↑ W. Amelung, D. Bossio, W. de Vries, I. Kögel-Knabner, J. Lehmann: Towards a global-scale soil climate mitigation strategy. In: Nature Communications. Band 11, Nr. 1, 27. Oktober 2020, ISSN 2041-1723, S. 5427, doi:10.1038/s41467-020-18887-7 (nature.com [abgerufen am 24. Januar 2021]). 
  25. ↑ Lerch, S. 124.
  26. ↑ Humifizierung, Absatz Humusformen und Humusarten, MenĂŒsystematik: Boden Information/Bodenentwicklung/Humifizierung, Projekt Hypersoil – Lern- und Arbeitsumgebung zum Themenfeld „Boden“ im Unterricht, WestfĂ€lische Wilhelms-UniversitĂ€t MĂŒnster u. a., 2002.
  27. ↑ [1]
  28. ↑ Kiss the Ground Film. Abgerufen am 24. Januar 2021 (amerikanisches Englisch). 
Normdaten (Sachbegriff): GND: 4160800-8 (GND Explorer, lobid, OGND, AKS)
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