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| International Christian Fellowship | |
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| Motto: âKirche neu erlebenâ | |
| Allgemeines | |
| Organisation | Mischform zwischen presbyterianischen und episkopalen Elementen, wobei das episkopale im Vordergrund steht. |
| Besonderheiten | keine Mitgliedschaften; allein durch Spenden finanziert |
| Verbreitung | Schweiz, Deutschland, Ăsterreich, Tschechien, Niederlande, Kroatien, Polen, Ukraine, Israel, Italien, Kambodscha, Albanien und Brasilien |
| GrĂŒndung | |
| GrĂŒndungsort | ZĂŒrich |
| Sonstiges | |
| HumanitĂ€re Einrichtungen | sozialdiakonische Einrichtung âICF Foundationâ |
| Steuerliche Stellung | GemeinnĂŒtziger Verein; Freikirche |
| Auch genannt: | ICF Church |
| Website | www.icf.church |
ICF (phonetisch ['aÉȘsiËÉf], fĂŒr International Christian Fellowship), auch âICF Churchâ genannt, ist eine 1996 entstandene und in mehreren LĂ€ndern tĂ€tige, interdenominationell und ĂŒberkonfessionell ausgerichtete christliche Freikirche, die zur neocharismatischen Bewegung gezĂ€hlt wird. Die Freikirche orientiert sich eher an einem jĂŒngeren Publikum[1] und steht wegen ihrer sektenhaften ZĂŒge sowie ihrem Umgang mit HomosexualitĂ€t in der Kritik.
Verbreitung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Dachorganisation ICF Movement fördert GemeindegrĂŒndungen ĂŒber ihre Strukturen in der Schweiz, Deutschland und international.
So existierten im April 2015 in der Schweiz zehn ICF-Gemeinden, in Deutschland elf, sechs im ĂŒbrigen europĂ€ischen Ausland und zwei in weiteren LĂ€ndern, wobei einige Gemeinden als sogenannte Multisite-Church fungieren, d. h. eine Gemeinde, die sich an mehreren Standorten trifft.[2] 2016 gab es 51 ICF-Kirchen in ganz Europa mit geschĂ€tzten 12.000 bis 15.000 Besuchern pro Woche.[3] Bis zum Mai 2017 war die Zahl der ICF-Kirchen weltweit auf 60 angewachsen und Leo Bigger kĂŒndigte bei der Vorstellung der Vision Sunday ICF 2.0 die GrĂŒndung einer Reihe weiterer ICF-Kirchen im Jahr 2017 an.[4]
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Mehrere GemeindegrĂŒndungen des ICF wurden zwischenzeitlich wieder aufgelöst, u. a. in Deutschland (Berlin-Friedrichshain, Bonn, Braunschweig, Coburg und Lippe), Niederlande (Zaanstad), Norwegen (Trondheim), Ăsterreich (Bregenz), Schweiz (Aarau, Baden, Thurgau und Zofingen) und Vereinigtes Königreich (London).[2][40]
Das ICF beschĂ€ftigt in der Ursprungsgemeinde in ZĂŒrich 60 hauptamtliche Mitarbeiter (der Personalaufwand fĂŒr 2015 macht 52 Prozent des Budgets aus). Damit werden in einer celebration (Gottesdienst) 2015 in allen sechs Locations (Versammlungsorte) nach eigenen Angaben wöchentlich 3.200 Besucher erreicht.[41][42]
Lehre und Kultur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die ICF-Bewegung sieht sich als neocharismatische Bewegung, weil sie sich in theologischen Grundsatzfragen nicht zwischen evangelikalem und charismatischem Gedankengut festlegen will.
Als Fundament der Lehre gilt die Bibel, zudem orientiert sich das ICF am apostolischen Glaubensbekenntnis und der Lausanner Verpflichtung.[43] Daher ist die Bewegung lehrmĂ€Ăig nahe bei den anderen evangelischen Kirchen und Freikirchen einzuordnen und grenzt sich selbst von sektiererischen Strömungen ab. In den lokalen Kirchen gibt es keine einheitliche theologische PrĂ€gung, die einzelnen Gemeinden sind unterschiedlich stark evangelikal und charismatisch geprĂ€gt. Die Bibelauslegung entspricht der evangelikalen Tradition, auch in sexualethischen Fragen wie vorehelichem Geschlechtsverkehr nimmt das ICF eine konservative Position ein. Die ICF sieht HomosexualitĂ€t als âStörungâ, die behoben werden könne, sie wird mit Konversionstherapien in Verbindung gebracht.[44][45]
Zentraler Aspekt der Lehre ist laut ICF, Menschen in eine persönliche und wachsende Beziehung mit Jesus Christus zu fĂŒhren, so dass er wie ein anwesender, ganz persönlicher Freund ist, mit dem man andauernd kommuniziert.[46]
Das ICF Movement hat als gemeinsamen Nenner eine Vision entwickelt, nach der sich die einzelnen ICF-Kirchen ausrichten:[47]
- Wir trÀumen von einer Kirche, die am Puls der Zeit steht
- Hier finden Menschen eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus
- In dieser Kirche erleben Menschen echte Liebe und Gemeinschaft
- Begabungen werden entdeckt und gefördert
- Die Kirche, von der wir trÀumen, ist leidenschaftlich, wÀchst stÀndig und hat positive Auswirkungen auf unsere Gesellschaft
2018 formulierte der Theologe Manuel Schmid fĂŒnf Merkmale der ICF-Kultur:[48]
- Progressiv â Kultur der Zukunftserwartung (TrĂ€ume haben, Visionen verwirklichen durch den Glauben in die Kraft des Evangeliums und in die Liebe Gottes)
- Passioniert â Kultur der Leidenschaft (Leidenschaft ist anziehend, gerade auch weil Gott seine Kirche nicht aufgegeben hat)
- Partizipativ â Kultur der BevollmĂ€chtigung (neue GefĂ€Ăe dienen der Beteiligung, dem Zutrauen, der Multiplikation und der Ideenverwirklichung der Personen, welche sich der Gemeinde zugehörig fĂŒhlen)
- Pragmatisch â Kultur der Fehlertoleranz (Menschen fordern und fördern, Experimentieren heiĂt Lernerfahrungen machen und Fehlertoleranz soll zu besseren Resultaten fĂŒhren)
- Persönlich â Kultur der LebensnĂ€he (Menschen kommen und identifizieren sich mit erfolgreichen und authentischen, kĂ€mpfenden und verletzlichen Leitern)
Gottesdienst und Praxis
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gottesdienste
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gottesdienste werden im ICF Celebrations genannt. Vor allem hier soll das Motto am Puls der Zeit sichtbar werden. Beliebt sind Predigtserien, in denen ein bestimmtes Thema in mehreren aufeinander folgenden Wochen in den Gottesdiensten und in Smallgroups genannten GesprĂ€chskreisen behandelt wird. Die Predigten (von der ICF Messages genannt) sind sehr um Anschaulichkeit bemĂŒht, und ein erklĂ€rtes Ziel der ICF Movement ist es, dass die Predigten von den GlĂ€ubigen umgesetzt werden können; sie rufen also die Gottesdienstbesucher auf, umzudenken und konkret zu handeln.
Moderne Musik im Stil von Rock, Pop, House, Dance oder Soul ist Teil jedes Gottesdienstes. Die gesamte Feier und darin vor allem der Anbetungsteil Ă€hnelt den Gottesdiensten der Hillsong Church oder anderen attraktionalen Gemeinden. Hierbei spielt moderne Veranstaltungstechnik eine auffĂ€llige Rolle, und alle ICF-Gemeinden gestalten ihre Gottesdienste mit Ă€hnlichen modernen Mitteln wie Videoclips, Interviews und kurzen TheaterstĂŒcken. MusikstĂŒcke entstehen zum Teil aus dem ICF selbst, vielfach aber werden andere Bands beliehen, das heiĂt die Rechte fĂŒr die entsprechenden Songs gekauft und diese dann mit den kircheneigenen Bands gespielt.
AuffĂ€llig ist ein massiver und konsequenter Gebrauch von Anglizismen wie z. B. Celebration fĂŒr Gottesdienst, Message fĂŒr Predigt, Worship fĂŒr Lobpreismusik.[49]
AuĂer den Gottesdiensten bietet das ICF Kurse an, etwa ĂŒber Glaubensgrundlagen, persönliche Begabungen, den Umgang mit Geld oder Leiterschaftsausbildung.
Smallgroups
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit 2002 gibt es im ICF ein Kleingruppen-Modell (Smallgroups genannt), wie es auch in den meisten anderen christlichen Kirchen zu finden ist (dort traditionell bekannt als Hauskreis). Diese Gruppen sollen durch persönlichen Austausch den Glauben festigen und vertiefen und die Gemeinschaft untereinander fördern. Die Gestaltung der meist wöchentlichen oder zweiwöchentlichen Treffen ist den Gruppenmitgliedern ĂŒberlassen; einige legen vor allem Wert auf geistlichen Austausch, andere auf den Aspekt der Gemeinschaft. Die meisten Besucherinnen und Besucher des ICF nehmen an einer Kleingruppe in der Woche teil.[49]
Anfangs wurde im Rahmen der Kleingruppen in einigen ICFs das aus Kolumbien stammende sogenannte G12 eingefĂŒhrt, ein System, bei dem der G12-Leiter seine Teilnehmer wiederum zu G12-Leitern ausbildet. Das Konzept wurde jedoch aufgrund der starken Bindung an die G12-Leiter kritisiert, und es wurden dem ICF dadurch sektiererische Strukturen vorgeworfen. So wurde G12 schon bald wieder abgeschafft und darauf verzichtet.[50]
ICF College
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In ZĂŒrich, MĂŒnchen, Mannheim, Berlin und Karlsruhe wird im sogenannten ICF-College eine Laienausbildung in den BasisfĂ€chern âBible Challengeâ (Bibelstudium), âLeadership Challengeâ (Leitungsgrundlagen) und âLife Challengeâ (Selbst- und Sozialkompetenz) sowie in VertiefungsfĂ€chern eine theologische Ausbildung angeboten, die sich an Bibelschulen orientiert.[51]
ICF Worship
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Unter dem Namen ICF Worship produziert die Freikirche ICF ZĂŒrich sowie das ICF Movement Worship Musik. Die Songs kommen aus der lokalen Kirche und haben als Ziel, "Menschen in die Gegenwart Gottes zu fĂŒhren". Seit Anfang 2013 arbeitet ICF Worship eng mit Integrity Music (UK/USA) zusammen. Integrity Music publiziert und verwaltet die ICF Worship Songs weltweit und unterstĂŒtzt ICF Worship bei der Verbreitung der Songs in den Kirchen weltweit. Seit 1996 wurden mehr als 20 CDs produziert und mehrere Konzert- und Musicaltourneen durchgefĂŒhrt.
ICF TV
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit August 2010 werden halbstĂŒndige Aufzeichnungen von Predigten, die der ICF-Pastor Leo Bigger in ZĂŒrich gehalten hat, ĂŒber das Fernsehen verbreitet. Die Sendungen können ĂŒber die eigene Website von ICF TV und ĂŒber Ausstrahlungen diverser Sender angesehen werden (Rhein-Main TV, Das Vierte, Super RTL und andere).[52]
Organisation: Aufbau, FĂŒhrung und Finanzierung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gemeindestruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Hauptsitz befindet sich in ZĂŒrich (sog. Mutterkirche). Die Schweizer ICF-Gemeinden sind als Non-Profit-Organisationen im Sinne eingetragener Vereine in den jeweiligen Handelsregistern der Kantone eingetragen, die deutschen ICFs sind gemeinnĂŒtzige e.V und in Ăsterreich ist das ICF Teil der Freikirchen Ăsterreich und dadurch eine Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Im Gegensatz zu den meisten anderen Freikirchen kennt das ICF Movement keine verbindliche Mitgliedschaft. Jeder Besucher darf selbst entscheiden, ob er sich als Teil der Kirche sieht oder nicht. Dementsprechend finden auch keine demokratischen Gemeindeversammlungen statt, bei denen ĂŒber Entscheidungen abgestimmt wird, sondern Entscheidungen werden meist von einem Leitungsteam getroffen, das sich aus SchlĂŒsselpersonen in der Kirche zusammensetzt. Dies macht die Kirchenstruktur etwas hierarchischer, doch auch dynamischer, da VerĂ€nderungsprozesse schneller eingeleitet werden können. Die Struktur der ICF-Kirchen ist eine Mischform zwischen presbyterianischen und episkopalen Elementen und ist nicht ĂŒberall gleich.
Das Gemeindeleben selbst wird hauptsĂ€chlich durch ehrenamtliche Mitarbeiter gestaltet. Ziel sei es, dass jeder nach seinen Begabungen eingesetzt werde und durch seine Mitarbeit aufblĂŒhe. Nach Aussage von ICF ist die Mitarbeit freiwillig.[53]
Finanzierung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die ICF-Gemeinden werden nicht staatlich, sondern durch Spenden finanziert, deshalb wird in ICF-Veranstaltungen regelmĂ€Ăig um Spenden gebeten. Als theologische BegrĂŒndung wird wie von den meisten Freikirchen auf die Abgabe an den jĂŒdischen Tempel verwiesen, die in der Bibel als Pflicht der GlĂ€ubigen angefĂŒhrt wird.[40]
An finanziellen Entscheidungen beteiligt ist in der Regel eine Gruppe, die aus dem lokalen Hauptpastor (der vom ICF âSenior Pastorâ genannt wird) und den örtlichen Diakonen (die âMinistryleiterâ genannt werden) besteht.
Geschichte
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Der Schweizer Heinz W. Strupler, GĂ€rtner und GemeindegrĂŒnder, der bereits in der Newlife-Bewegung, der Schweizer Version der Jesus-People, ab Ende der 1960er Jahre eine wichtige Rolle spielte, organisierte am 19. August 1990 einen ĂŒberkonfessionellen Lobpreis-Gottesdienst in der St.-Anna-Kapelle der Evangelischen Gesellschaft ZĂŒrich. Es wurden 380 Personen gezĂ€hlt.[54] Die junge Gemeinde lieĂ sich spĂ€ter in der alten Börse in ZĂŒrich nieder.
Aus der ICF heraus entstanden 1990 das Institut fĂŒr Gemeindebau und Weltmission sowie 1992 verschiedene christliche Gemeinden, so die Evangelische Gemeinde Glockenhof (spĂ€ter Limmatgemeinde genannt), die English Church of Zurich und die AssemblĂ©e ChrĂ©tienne de Zurich.
1993 zog die Gemeinde fĂŒr kurze Zeit in den Glockenhof, dann fĂŒr ein paar Monate in das Bahnhofs-Einkaufszentrum Shopville um. 1994 ĂŒbergab Heinz W. Strupler Leo Bigger die Leitung des ICF. Ab diesem Jahr fanden die ICF-Gottesdienste im Hotel Limmathaus statt.[55]
1996 grĂŒndeten Leo Bigger und weitere den Verein ICF Church, der 1999 in icf-zĂŒrich umbenannt wurde. Schon damals war ihr erklĂ€rtes Ziel, eine internationale Bewegung zu werden.[56]
1997 zog die ICF Church vom Hotel Limmathaus in die alte Börse am Paradeplatz in ZĂŒrich um. 1998 diversifizierte die Bewegung ihre Gottesdienste, um verschiedene Altersgruppen ansprechen zu können: Groundzero- (13 bis 15 Jahre), Youthplanet- (16 bis 19 Jahre) und seit 2002 gibt es den ZwĂ€nzger-Gottesdienst (20 bis 25 Jahre). Seit wenigen Jahren gibt es zudem den GenX-Gottesdienst fĂŒr ĂŒber 25-JĂ€hrige (GenX steht fĂŒr Generation X).
1999 wurden in Basel und Bern, im Jahr 2000 in NĂŒrnberg neue ICF-Gemeinden gegrĂŒndet.
2002 wurden im ICF Hausbibelkreise mit jeweils zwölf Personen nach dem Vorbild einer kolumbianischen Gemeinde von CĂ©sar Castellanos in BogotĂĄ gebildet. Dieses G12-Prinzip â die spĂ€ter als Smallgroups bezeichnet wurden â wurde spĂ€ter wieder fallengelassen. Im selben Jahr verlegte die ZĂŒrcher ICF-Gemeinde ihren Standort von der alten Börse in die Maag-Event-Hallen im Kreis 5 in ZĂŒrich mit 1900 SitzplĂ€tzen.[56]
2005 organisierte ICF ZĂŒrich den Kongress Leadership in Style mit den Gastreferenten Walter Heidenreich, Robert Schuller und Magnus Persson, den 1500 Teilnehmer besuchten. Im gleichen Jahr wird das Verlagshaus ICF Media GmbH gegrĂŒndet.
2006 feierte die ICF-Bewegung ihr zehnjĂ€hriges Bestehen. Die Feier war mit einer Konferenz verbunden und wurde mit der Feier zu Christi Himmelfahrt zusammengelegt. Sie erhielt intern die Bezeichnung Big10 (ausgesprochen Big Ten in Anlehnung an Big Ben). Etwa 3500 Personen besuchten den Anlass mit verschiedenen Gastreferenten und der britischen Band delirious? im Eishockeystadion Kolping Arena in Kloten. Im selben Jahr wurde die sozialdiakonische Stiftung Acts gegrĂŒndet.
2008 eröffnete ICF in Rapperswil und Winterthur zwei neue Standorte unter dem Motto: One Church â Three Locations. Ebenso wurde das ICF College mit wöchentlichen theologischen Vorlesungen gestartet.
2010 wurden erstmals ICF-Gottesdienste auf zwei Privat-FernsehkanĂ€len, Star TV und Das Vierte, ĂŒbertragen. Im selben Jahr wurden die ICF-Filialen Winterthur, Rapperswil und Wetzikon organisatorisch in das ICF ZĂŒrich eingegliedert unter dem Motto: One Church â Four Locations.[56]
2011 wurden Biggers Predigten auch auf dem deutschen Sender Main TV und Austria 9 ausgestrahlt. Ebenso fand die Feier zum 15-Jahr-JubilĂ€um im Hallenstadion ZĂŒrich statt. Dieses Mal hieĂ der Event The Big 15[57] und wurde von etwa 7.000 Menschen besucht. Durch das hohe Interesse auch seitens der Medien wurde der Event kritisiert, als Beispiel sei der Tages-Anzeiger erwĂ€hnt.[58] Die ICF Band veröffentlichte das Album Take a Stand, der Titelsong eroberte Platz eins auf den Schweizer iTunes-Charts.
Von Anfang 2012 bis April 2013 war die ICF ZĂŒrich im GĂŒterbahnhof lokalisiert, danach wechselte es in die nur wenige Meter entfernte Maaghalle.
Seit 2017 hĂ€lt das ICF ZĂŒrich seine Gottesdienste in der Mehrzweckhalle âThe Hallâ im DĂŒbendorfer Stadtteil Stettbach ab. Die Kosten fĂŒr den Umbau der fest gemieteten RĂ€umlichkeiten sind mit 4,9 Mio. Franken veranschlagt und werden mit Spenden finanziert.[59]
Verbindungen zu anderen Kirchen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das ICF gehört keiner ökumenischen Organisation an. Sie ist daher auch nicht zwingend Mitglied der ACK (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen). Einige Ableger des ICF Movements, wie zum Beispiel das ICF Karlsruhe, sind allerdings trotzdem Mitlgied in ihrem lokalen ACK.[60] Viele Leiter von ICFs beteiligen sich an Aktionen der Evangelischen Allianz. Es gibt Gemeindebeteiligungen an ĂŒberkonfessionellen Aktionen:
- Karlsruhe ist im Netzwerk Forum Christlicher Leiter Karlsruhe vertreten. Steffen Beck, Pastor des ICF Karlsruhe, ist auch aktuell der Vorsitzende der Evangelischen Allianz Karlsruhe und einer der Erstunterzeichner der deutschlandweiten Aktion Zeit zum Aufstehen.[61][62]
- Die meisten deutschen ICFs wie MĂŒnchen, Augsburg, Singen etc. sind Mitglieder der Evangelischen Allianz.[63][64]
- NĂŒrnberg unterstĂŒtzte 2006 das ökumenische Fest fĂŒr FuĂballfreunde, ist in Kontakt mit der Evangelischen Allianz und LUX, einem Jugendkirchenprojekt der evangelischen Kirche.[65]
- In der Schweiz sind neun lokale ICF-Gemeinden Mitglied bei der zustÀndigen Lokal- oder Regional-Sektion der Schweizerischen Evangelischen Allianz.[66]
- Mittelland beteiligt sich mit der reformierten Landeskirche und diversen Freikirchen an der Gebetswoche der Evangelischen Allianz.
- In Ăsterreich sind alle existierenden ICF-Gemeinden Teil des Gemeindebundes Freie Christengemeinde â Pfingstgemeinde und somit Mitglieder der Freikirchen in Ăsterreich (FKĂ). Dadurch sind sie in Ăsterreich staatlich als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt.
Das ICF wurde im September 2019 als Mitglied in den Verband Evangelischer Freikirchen und Gemeinden in der Schweiz aufgenommen. Im Juni 2021 trat das ICF aus dem Dachverband wieder aus und begrĂŒndete dies mit der Notwendigkeit, sich auf die eigene Arbeit konzentrieren zu wollen.[67]
Rezeption und Kritik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]FrĂŒher stand das ICF wegen des inzwischen aufgegebenen Hauskreis-Prinzips âG12â in der Kritik, weil dies als Schneeballsystem galt.
Der ZĂŒrcher Journalist und Sekten-Experte Hugo Stamm spricht von einem âradikalen Glaubenssystemâ[68] und sieht in der ICF âklare Attribute der Sektenhaftigkeitâ. In den Predigten werde ein âfragwĂŒrdiges Gottesbildâ vermittelt und es werde zu Unterwerfung und Selbstaufgabe aufgerufen.[69] AuĂerdem kritisiert Stamm, dass gelegentlich moralischer Druck zum Spenden ausgeĂŒbt werde.[70] In der Kritik steht ICF auĂerdem wegen ihres Umgangs mit HomosexualitĂ€t. Die meisten ICFs lehnen diese als SĂŒnde ab und sehen sie als âFolge von ungelösten Fragen in der persönlichen IdentitĂ€tâ.[70][49] Dennoch gibt es hier unterschiedliche theologische Auslegungen innerhalb des ICF Movments. WĂ€hrend sich beispielsweise MĂŒnchen und ZĂŒrich vergleichsweise konservativ geben, ist die Theologie von beispielsweise Karlsruhe oder Reutlingen vergleichsweise liberal.
Die Fachstelle Infosekta beschreibt die GlaubenssĂ€tze des ICF als âevangelikale Doktrin in modernem Gewandâ. Bei stark involvierten Personen könne es zu Entfremdung von Familie und Freunden kommen, auĂerdem könnten GlĂ€ubige groĂen psychischen Stress bei Zweifeln erfahren und es gebe einen problematischen Umgang mit psychischen Grenzsituationen. Infosekta kritisiert, dass psychisches Leiden vor allem mit mangelndem Glauben erklĂ€rt werde, teilweise mit âDĂ€monenbefallâ. Depression wĂŒrden oft nicht als solche erkannt.[71][68]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Georg Schmid (Hrsg.): Die Kirchen, Sekten, Religionen. Religiöse Gemeinschaften, weltanschauliche Gruppierungen und Psycho-Organisationen im deutschen Sprachraum. 7. Auflage. Theologischer Verlag ZĂŒrich, ZĂŒrich 2003, ISBN 3-290-17215-5.
- ICF Mittelland (Hrsg.): Portrait ICF Zofingen, Eigendruck 2005.
- ICF Mittelland (Hrsg.): GeschÀftsbericht (ICF Zofingen), Eigendruck 2006.
- Francis MĂŒller: Selbsttransformation und charismatisch evangelikale IdentitĂ€t. Eine vergleichende ethnosemantische Lebenswelt-Analyse. Springer VS, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-09250-4, S. 70â81 und 243â249 (Dissertation an der UniversitĂ€t Bayreuth 2013).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Offizielle Website
- Informationsseite zu icf von Relinfo
- Sonja Friess: âMarktförmige Inszenierung und leibsozialisatorische Massnahmen. Das Doppelgesicht der âInternational Christian Fellowshipâ ICFâ eine kritische Analyse aus dem Jahr 2004
- Thomas Hanimann: âICF. FĂŒr junge Menschen der Inbegriff von Kirche.â Artikel auf dem christlichen Webportal livenet.ch
- âSchweiz: ICF â Gemeinden. Ein Rockkonzert? Ein Gottesdienst!â, ein kurzer Erfahrungsbericht.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Simon Hehli: Unglaublich begeistert von Jesus. In: Neue ZĂŒrcher Zeitung. 15. Juni 2016 (nzz.ch).
- â a b ICF Movement: Locations; abgerufen am 20. April 2015.
- â 20 Jahre ICF: Am Puls der Zeit, Idea, Artikel vom 14. Mai 2016.
- â Vision Sunday - ICF 2.0 ( des vom 16. August 2017 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., ERF Medien, Aufzeichnung von ICF-TV aus der Samsung Hall in ZĂŒrich vom 26. Mai 2017
- â ICF Basel: Locations; abgerufen am 20. April 2015
- â ICF Bern: Locations ( vom 27. April 2015 im Internet Archive); abgerufen am 20. April 2015
- â ICF Chur: Locations; abgerufen am 20. April 2015
- â ICF Mittelland: Locations ( vom 27. April 2015 im Internet Archive); abgerufen am 20. April 2015
- â ICF Lausanne: Villes ( des vom 27. April 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.; abgerufen am 20. April 2015
- â ICF GenĂšve: Villes ( des vom 27. April 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.; abgerufen am 20. April 2015
- â ICF Zug: Locations ( vom 27. April 2015 im Internet Archive); abgerufen am 20. April 2015
- â ICF Luzern: Locations ( vom 27. April 2015 im Internet Archive); abgerufen am 20. April 2015
- â ICF Zentralschweiz: Locations ( vom 27. April 2015 im Internet Archive); abgerufen am 20. April 2015
- â ICF Schaffhausen: Locations; abgerufen am 20. April 2015
- â ICF St. Gallen: Kontakt; abgerufen am 20. April 2015
- â ICF ZĂŒrich: Locations ( des vom 29. Juli 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.; abgerufen am 20. April 2015
- â ICF Augsburg: Location; abgerufen am 8. November 2016
- â ICF Berlin: Locations ( vom 27. April 2015 im Internet Archive); abgerufen am 20. April 2015
- â ICF Bielefeld: Location ( des vom 27. April 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.; abgerufen am 20. April 2015
- â Bretten; abgerufen am 21. Oktober 2017
- â ICF: Kirche neu erleben. Ehemals im (nicht mehr online verfĂŒgbar); abgerufen am 2. MĂ€rz 2020 (deutsch). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )
- â ICF Freiburg: Kontakt ( vom 27. April 2015 im Internet Archive); abgerufen am 20. April 2015
- â ICF: Willkommen. Abgerufen am 10. Januar 2023.
- â ICF: ICF Lörrach â Kirche Neu Erleben! Abgerufen am 28. Januar 2019.
- â ICF Karlsruhe: Locations; abgerufen am 20. April 2015
- â Ludwigsburg ( vom 29. September 2017 im Internet Archive); abgerufen am 21. Oktober 2017.
- â ICF Mannheim; abgerufen am 18. November 2018
- â ICF MĂŒnchen: Celebrations; abgerufen am 23. Juli 2017.
- â ICF MĂŒnchen Locations. ICF MĂŒnchen, archiviert vom (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 12. August 2019; abgerufen am 12. August 2019. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- â ICF NĂŒrnberg: Kontakt ( vom 27. April 2015 im Internet Archive); abgerufen am 20. April 2015
- â ICF Paderborn: Location; abgerufen am 20. April 2015
- â ICF Reutlingen: Locations ( des vom 16. April 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.; abgerufen am 20. April 2015
- â ICF Singen: Location ( vom 27. April 2015 im Internet Archive); abgerufen am 20. April 2015
- â Walldorf; abgerufen am 21. Oktober 2017
- â ICF Salzburg: Kontakt; abgerufen am 20. April 2015
- â ICF Vorarlberg; abgerufen am 6. Januar 2021
- â ICF Wien: Kontakt; abgerufen am 20. April 2015
- â ICF: Standorte â ICF in deiner NĂ€he. Abgerufen am 8. August 2022 (deutsch).
- â ICF: Standorte â ICF in deiner NĂ€he. Abgerufen am 8. August 2022 (deutsch).
- â a b Georg Otto Schmid: ICF heute, Kurzinformation. In: relinfo.ch. 2007, abgerufen am 20. April 2015.
- â web.archive.org ( vom 23. April 2014 im Internet Archive)
- â Mitteilungen im Gottesdienst ZĂŒrich 9. August 2015
- â Unser Glaubensbekenntnis, Website icf.church (abgerufen am 12. Juli 2024)
- â Regina Spiess: Wie die evangelikale Community mit HomosexualitĂ€t umgeht. (PDF) Abgerufen am 16. April 2023.
- â ARD Sounds: Hetero werden durch âBeratungâ: Liebt Gott mich, wenn ich schwul bin? Abgerufen am 16. April 2023.
- â Simon Hehli: «Nehme ich meine Frau in die Arme, spĂŒre ich Schmetterlinge im Bauch, mit Jesus ist das GefĂŒhl dasselbe». In: Neue ZĂŒrcher Zeitung. 2. Mai 2018 (nzz.ch).
- â Vision. In: ICF ZĂŒrich. Archiviert vom (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 24. August 2016; abgerufen am 24. August 2016.
- â Christoph Bauernfeind: Reformierte lernen beim ICF. Die Aus- und Weiterbildungsstelle der Reformierten organisierte einen Kurs beim ICF ZĂŒrich. Wie kam es zu diesem ungewöhnlichen Anlass und was ist das Ergebnis? ideaSpektrum, Liestal, 11. Juli 2018, S. 8â11.
- â a b c Natalia Grabke: Ist Jesus wieder cool? Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. Januar 2026, abgerufen am 21. Januar 2026.
- â Livenet: ICF: FĂŒr junge Menschen der Inbegriff von Kirche
- â icf.ch, Seite College ( vom 11. Juni 2011 im Internet Archive)
- â Sendezeiten. In: âICF Television mit Leo Biggerâ. Abgerufen am 12. August 2012.
- â PortrĂ€t ICF Zofingen
- â Heinz und Annelies Strupler: History Maker 2. ⊠die Geschichte geht weiter. Projektion J Gerth, Asslar 2003, ISBN 3-89490-474-7, S. 138.
- â Claude-Alain Humbert: ReligionsfĂŒhrer ZĂŒrich. 370 Kirchen, religiös-spirituelle Gruppierungen, Zentren und weltanschauliche Bewegungen der Stadt ZĂŒrich. Orell FĂŒssli, ZĂŒrich 2004, ISBN 3-280-05086-3, S. 288â289.
- â a b c About. History. In: ICF ZĂŒrich. Archiviert vom (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 31. Januar 2012; abgerufen am 20. Februar 2012.
- â Homepage The Big 15 ( vom 16. Januar 2012 im Internet Archive)
- â Tagesanzeiger Online vom 14. Juni 2011
- â Christof Bauernfeind: âAm Puls der Zeit. 20 Jahre ICF. Keine Gemeinde hat in den letzten zwei Dekaden die freikirchliche Landschaft der Schweiz so umgestaltet wie die International Christian Fellowship. Das war nicht immer allen recht, hat aber gerade die Jugendarbeit vielerorts neu angestossen.â Idea Spektrum Nr. 19, Liestal, 11. Mai 2016, S. 11â15.
- â Mitgliedskirchen. Abgerufen am 15. Februar 2026.
- â Liste der Erstunterzeichner auf Homepage von Zeit zum Aufstehen. Abgerufen am 9. Juni 2015.
- â Homepage der Evangelischen Allianz Karlsruhe, Willkommen. Abgerufen am 9. Juni 2015.
- â Zugehörige Gemeinden, Werke und Bewegungen. In: âEvangelische Allianz MĂŒnchenâ. Abgerufen am 27. November 2014.
- â Was ist ICF? ICF MĂŒnchen, ehemals im (nicht mehr online verfĂŒgbar); abgerufen am 17. August 2012: âWas uns auch sehr freut ist: Wir sind seit kurzem Mitglied in der Evangelischen Allianz MĂŒnchen (Link: www.ea-muenchen.de), weil uns die Zusammenarbeit mit anderen Kirchen und Organisationen sehr am Herzen liegt.â
- â NZ-Online.de Oft ist die Kirche wie eine Mauer ĂŒber LUX und ICF vom 22. Januar 2010 ( vom 12. September 2012 im Webarchiv archive.today)
- â each.ch (abgerufen am: 14. Januar 2015)
- â Beatrice Gall: ICF tritt aus Freikirchen-Dachverband aus. In: Stiftung Zukunft CH. 28. Juni 2021, abgerufen am 1. Dezember 2021 (deutsch).
- â a b Reena Thelly: Kompass - Was suchen junge Menschen in der Freikirche? In: SRF. Abgerufen am 26. August 2025.
- â ICF-Prediger Teichen: «Der Teufel ist gekommen, um zu stehlen, zu rauben und zu töten». Abgerufen am 25. August 2025.
- â a b «Der Teufel lĂ€uft wie ein brĂŒllender Löwe um euch herum». 20. September 2010, abgerufen am 25. August 2025.
- â ICF â evangelikale Doktrin in modernem Gewand (infoSekta, 2012). In: infosekta â Fachstelle fĂŒr Sektenfragen. Abgerufen am 29. April 2014.

