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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. FĂŒr weitere Bedeutungen siehe Fenster (BegriffsklĂ€rung).
Hauptfunktionen des Fensters: Belichtung, LĂŒftung, Aussicht, Wandgliederung
(Moritz von Schwind: Morgenstunde, 1858)
Gotisches Buntglas, um 1230–1235, in der Kathedrale von Chartres
2000 ―
1900 ―
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100 ―
Floatglas
Flachglas, gezogen
Zylinderglas
Tellerscheiben
Butzenscheiben
Flachglas DĂŒnn-/Planschliff
dĂŒnngeschliffener Marmor,
oder Alabaster
Pergamente, geölte LeinwÀnde

Zeittafel: Entwicklung der Fensterscheibe

Als Fenster (lateinisch fenestra) wird im Bauwesen eine Lichtöffnung in einer Wand oder im Dach eines Bauwerkes sowie deren wind- und wetterdichter Verschluss bezeichnet. Fenster dienen der Belichtung, BelĂŒftung und der Ein- und Aussicht. Weiterhin zĂ€hlen Fenster zu den Ă€sthetischen Hauptelementen der Fassadengliederung und prĂ€gen das Design sowohl im Äußeren als auch im Inneren des Bauwerks.

Historisch geht der Begriff „Fenster“ auf „kleine TĂŒr“, „TĂŒrchen“ zurĂŒck: (altgriechisch ÎžÏ…ÏÎŻÏ‚, diminutiv von Ξύρα ‚TĂŒr‘). Die Möglichkeit, diese auch transparent zu schließen, wurde erst beginnend mit dem zweiten Jahrhundert nach Christus entwickelt.

Fenster bestehen heute meist aus einem Rahmen und der glĂ€sernen FensterfĂŒllung. Der Rahmen wird in eine Öffnung in einer Wand oder dem Dach eingesetzt. Die Wandöffnung wird meist durch vier Seiten gebildet: oben den Fenstersturz (oder einen Bogen), seitlich die Laibungen (manchmal außen zusĂ€tzlich gerahmt durch Faschen) und unten durch die BrĂŒstung. Ein beweglicher FensterflĂŒgel ermöglicht das LĂŒften der InnenrĂ€ume.

Fenster werden traditionell durch Glaser, Bautischler und spezialisierte Fensterbauer gefertigt und eingebaut.

Begriff

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Als „Fenster“ werden allseits umschlossene Öffnungen in den Ă€ußeren Begrenzungen von Strukturen mit dem Zweck, einen optischen Kontakt zwischen Innen- und Außenseite und/oder einen Lichteinfall zu ermöglichen, bezeichnet. Die Hauptverwendung von dem deutschen Begriff liegt im Bauwesen. GemĂ€ĂŸ der Definition im Blatt 1 der VDI 4700 dienen Fenster zur Belichtung und in der Regel auch zur BelĂŒftung.[1] In Abgrenzung zur TĂŒr oder zum Tor fehlt dem Fenster die Funktion des Durchganges oder Einstiegs. Des Weiteren finden Fenster Verwendung in den HĂŒllen von Fahrzeugen, im Anlagenbau und in anderen technischen Einrichtungen. In den vorgenannten Themenfeldern können Fenster bloße Öffnungen sein, sie sind aber meist mit Glas oder anderen lichtdurchlĂ€ssigen Materialien ausgefĂŒllt. Sie können fest sein oder ĂŒber konstruktive Vorrichtungen zum Öffnen verfĂŒgen. Im ĂŒbertragenen Sinne bezeichnet man als „Fenster“ auch andere Arten von eng umschriebenen DurchlĂ€ssen in ansonsten undurchlĂ€ssigen Strukturen. Im Computerbereich sind sogenannte „Fenster“ ein grundlegendes Element grafischer BenutzeroberflĂ€chen; sie gaben dem Microsoft-Betriebssystem Windows seinen Namen.[2]

Etymologie

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Das Substantiv Fenster gehört seit dem 8. Jahrhundert zum deutschen Standardwortschatz. Es ist von dem Lateinischen fenestra, dessen Entstehung dunkel ist, entlehnt. Das neutrale Genus stammt wohl von dem Ă€lteren ougatora fĂŒr „Augentor“ (Rundfenster).[3] Der altgermanische Begriff dafĂŒr bedeutete Wind-Auge (gotisch windauga), was sich im dĂ€nischen Begriff vindue und im englischen window erhalten hat.

Geschichte

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FensterkrĂ€nze oder Fensterreihen gab es schon in den Basiliken oder den Thermen der Antike; sie sind jedoch mit Ausnahme der – spĂ€ter verĂ€nderten – Konstantinbasilika in Trier (4. Jahrhundert) allesamt nicht erhalten. Im frĂŒh- und hochmittelalterlichen Kirchenbau finden sich regelmĂ€ĂŸig Reihen mit gleichförmigen Fenstern. Der wichtigste Bau mit einem erhaltenen Fensterkranz ist die Hagia Sophia (6. Jahrhundert) in Konstantinopel/Istanbul. In der mittelalterlichen Architektur erscheinen sie manchmal an ChorumgĂ€ngen, an Apsiden oder in LaternentĂŒrmen.

Vor-Glas-Zeitalter

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Die Ă€ltesten menschlichen Wohn- oder Kultbauten (z. B. Göbekli Tepe) waren fensterlos; natĂŒrliche Lichtquellen waren der Eingang und der Rauchabzug im Dach. Eine indirekte BestĂ€tigung liefern sogenannte Hausurnen aus der Bronzezeit und Eisenzeit (ca. 2200 vor Chr. bis ca. 1000 n. Chr.), die neben der TĂŒröffnung allenfalls Dachöffnungen zur Entrauchung abbilden.

Gleichwohl gab es in einigen neolithischen HĂ€usern bereits schlitzartige Lichtöffnungen. In Persepolis fand man in der Lehmmauer eines 6000 Jahre alten Hauses Fensteröffnungen. Selbst die Wohn- und Kultbauten der Ägypter sowie der Griechen und Römer waren nach außen hin weitestgehend fensterlos; Fenster fanden sich wohl hauptsĂ€chlich in Königs- und Markthallen (basilicae) sowie in Thermen. In Nordeuropa sind aus dem Neolithikum und der Bronzezeit ladenartige FensterverschlĂŒsse bekannt.

UrsprĂŒnglich handelte es sich bei Fenstern um rechteckige, bogenförmige, runde oder ovale Öffnungen in WĂ€nden, die in einer spĂ€teren Phase mit HĂ€uten, Pergament oder Leinenstoff[4] bespannt wurden, um WitterungseinflĂŒsse zu reduzieren. Vorwiegend bei Sakralbauten wurde in die Wandöffnungen auch dĂŒnner, durchscheinender Alabaster eingesetzt.

  • Fenster mit Tierhautbespannung, Rekonstruktionsversuch im Freilichtmuseum Keltendorf Mitterkirchen (2012)
    Fenster mit Tierhautbespannung, Rekonstruktionsversuch im Freilichtmuseum Keltendorf Mitterkirchen (2012)
  • Alabasterfenster im Mausoleum der Galla Placidia (Ravenna, zwischen 425 und 430)
    Alabasterfenster im Mausoleum der Galla Placidia (Ravenna, zwischen 425 und 430)
  • Typische mittelalterliche „Fensternische“ im Bruchsteinmauerwerk. Steinstock aus sauber geglĂ€ttetem Werkstein, Fensterbank und schwerer Fenstersturz, Falz zum Anschlagen des Fensterverschlusses
    Typische mittelalterliche „Fensternische“ im Bruchsteinmauerwerk. Steinstock aus sauber geglĂ€ttetem Werkstein, Fensterbank und schwerer Fenstersturz, Falz zum Anschlagen des Fensterverschlusses

Anfang des Glas-Zeitalters

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Erste FensterglĂ€ser fĂŒr Glasfenster fanden sich in Aix-en-Provence und Herculaneum. Die Funde haben GrĂ¶ĂŸen von bis zu 80 cmÂČ. Allerdings erwĂ€hnt keine schriftliche Überlieferung das Herstellungsverfahren. FĂŒr das frĂŒhe, dickwandige und einseitig matte Fensterglas gibt es in der Fachwelt unterschiedliche Auffassungen zu dessen Herstellung. Einerseits wird eine manuelle Strecktechnik[5] vermutet. SpĂ€testens seit dem 1. Jahrhundert v. Chr. verwendeten die Römer Glas. ZunĂ€chst waren die Scheiben auf einer Seite rau und daher nicht durchsichtig. Erst im 2. Jahrhundert n. Chr. kam Glas auf, das auf beiden Seiten eine glatte OberflĂ€che hatte. Jedenfalls nördlich der Alpen wurde Fensterglas aber nur vereinzelt eingebaut, so seit dem 5. Jahrhundert im Kirchenbau.[6] Zu einer breiteren Verwendung kam es erst im 12. Jahrhundert,[7] als es sich als besonderer Luxus hin und wieder auch in PrivathĂ€usern fand; ansonsten blieb es bei der Tierhautbespannung oder bei offenen Fenstern mit verschließbaren LĂ€den. Noch im 15. Jahrhundert waren die aus Waldglas gefertigten Butzenscheiben aber auch in StĂ€dten keineswegs selbstverstĂ€ndlich.[6] Zudem war die Herstellung von farblosem Glas nicht einfach, so dass im Mittelalter viele Glasfenster durch ihren Eisengehalt grĂŒn oder braun waren.[8]

Seit der Romanik gab es im reprĂ€sentativen Kirchenbau formal aufwĂ€ndige Dreipass- oder FĂ€cherfenster (z. B. Quirinus-MĂŒnster in Neuss), die bleiverglast waren. Die grĂ¶ĂŸten (erhaltenen) frĂŒhgotischen Fenster sind die mit Windeisen versehenen Westfenster der Kathedralen von Chartres und Le Mans; in der gotischen Baukunst wurden die großen Fenster durch Stab- und Maßwerk gegliedert.

Fensterglas dient auch als TrĂ€germaterial fĂŒr Glasmalerei oder wird bunt eingefĂ€rbt zu Ornament-Glas und Glas-Mosaiken zusammengefĂŒgt. Seit der Gotik werden mit dieser Technik Kirchenfenster, spĂ€ter auch Fenster an Profanbauten gestaltet. Die Herstellung großer Glastafeln ist erst seit der Industrialisierung möglich. Deshalb wurden Fensterscheiben jahrhundertelang aus mehreren kleineren GlasstĂŒcken zusammengesetzt.

Barock

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Eine große Vielfalt neuer Fensterformen brachte im 17. und 18. Jahrhundert die Architektur des Barock im Schloss- und Kirchenbau mit ihren komplexen Schweiffenstern, Bassgeigenfenstern, Rund- und Flachbogenfenstern, Ochsenaugen und vielen anderen, meist auf Kurven basierenden Formen. Zu verstehen ist dieser Innovationsschub vor dem Hintergrund, dass den Architekten der Zeit besonders daran gelegen war, viel Licht in die InnenrĂ€ume zu bringen und etwa Kirchenbesucher nicht nur mit dem Lichtreichtum an sich, sondern auch mit den Mitteln des Lichteinlasses zu ĂŒberraschen. Hier einige charakteristische Beispiele (alles Kirchenfenster):

GrĂŒnderzeit

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GrĂŒnderzeitfassade mit besonders vielen verschiedenen Fenstern, Radebeul 1902

In WohngebĂ€uden wurden meist Holzfenster in Doppelkastenbauweise verwendet. Industrie- und sonstige Nutzbauten wurden entweder mit Holzfenstern oder Fenstern aus Gusseisen versehen. Regional wurden gleiche Standardmaße verwendet. Im Anschluss an die GrĂŒnderzeit begann das 20. Jahrhundert mit verschiedenen architektonischen Strömungen, die neue gestalterische Formen ausprobierten. Beim Neuen Bauen wurden ebenso wie beim eher traditionellen Stil der 20er und 30er Jahre die Fassadenöffnungen vermehrt zu FensterbĂ€ndern zusammengefasst.

Neue Sachlichkeit

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In WohngebĂ€uden wurden meist Holzfenster als Verbundfenster verwendet. Industrie- und sonstige Nutzbauten wurden entweder mit Holzfenstern oder Fenstern aus Stahlprofilen versehen. Fenster wurden mit Standardmaßen und Modulen in industrieller Fertigung hergestellt, z. B. den Frankfurter Normen des Neuen Frankfurt. Außerdem wurde das bis dahin in Europa unĂŒbliche Schiebefenster vermehrt eingebaut.

1950er Jahre

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Wirtschaftswunderzeit

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In WohngebĂ€uden wurden meist Holzfenster in Doppelkastenbauweise verwendet. Industrie- und sonstige Nutzbauten wurden entweder mit Holzfenstern oder Fenstern aus Stahlprofilen versehen. Fenster wurden mit Standardmaßen und Modulen in industrieller Fertigung hergestellt. Auch weiterhin wurde das in Europa unĂŒbliche Schiebefenster vermehrt eingebaut.

1954: Entwicklung des ersten Kunststofffensters

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Heinz Pasche entwickelte gemeinsam mit der Firma Dynamit Nobel aus Troisdorf das erste Kunststofffenster. Pasche war Metallbauer und wollte ĂŒber einen Metallrahmen einen KunststoffĂŒberzug, der wetterfest und unempfindlich war. Die Firma Dynamit Nobel war damals schon fĂŒr ihre Entwicklungen am Kunststoffmarkt bekannt und verfĂŒgte ĂŒber diverse Extruder. Daraus ging dann die Firma Trocal hervor, die 1954 das erste Kunststofffenster serienmĂ€ĂŸig auf den Markt brachte.[9]

  • Fensterzeile in Frank Lloyd Wrights Louis Penfield House (1955)
    Fensterzeile in Frank Lloyd Wrights Louis Penfield House (1955)
  • Frank Lloyd Wright hat FensterbĂ€nder vielfach um Ecken herumgefĂŒhrt (Louis Penfield House)
    Frank Lloyd Wright hat FensterbĂ€nder vielfach um Ecken herumgefĂŒhrt (Louis Penfield House)
  • GrĂ¶ĂŸtes Holzfenster Europas an St. Elisabeth, Opladen 1957
    GrĂ¶ĂŸtes Holzfenster Europas an St. Elisabeth, Opladen 1957

1970er und 1980er Jahre

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In WohngebĂ€uden wurden Holz-, Aluminium- und Kunststofffenster als Einfachfenster mit Doppelverglasung (z. B.: 4-12-4) verwendet. In Nutzbauten wurden Holz-, Aluminium-, Stahl- und Kunststofffenster verbaut. Fenster wurden mit Standardmaßen und Modulen in industrieller Fertigung hergestellt. Der Marktanteil von Kunststofffenstern wuchs.

1990er Jahre bis heute

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Die Fenstersysteme unterscheiden sich in den einzelnen LĂ€ndern relativ stark, nachfolgend sind Fenster fĂŒr den zentralen Teil Europas beschrieben:

Seit Mitte der 1980er Jahre dominieren in Deutschland eindeutig Isolierglasfenster – Einfachfenster mit einer Zwei-Scheiben-Isolierverglasung und einem Drehkippbeschlag. Durch Metallbedampfung einer der beiden Scheiben wird die WĂ€rmedĂ€mmung des Glases wesentlich erhöht. Kunststofffenster gewinnen starke Marktanteile. Holzfenster werden im Gegenzug außen mit Alu-Rahmen verblendet, um den nötigen Witterungsschutz zu erreichen. Ab Anfang der 2000er Jahre werden Dreifach-IsolierglĂ€ser mit immer besserer WĂ€rmedĂ€mmung gebaut, die WĂ€rmedĂ€mmung der Fenster wird gesteigert und ermöglicht den Bau von Niedrig-Energie- und PassivhĂ€usern. Sowohl im Wohnhausbau als auch bei Nutzbauten werden Fensterelemente großzĂŒgig eingesetzt, der Anteil von Glas an der AußenflĂ€che nimmt stark zu.

Große Fenster mit Isolierverglasung oder WĂ€rmeschutzverglasung fĂŒr Bauwerke konnten bis ca. 1990 nur als ebene Scheiben hergestellt werden. Weiterentwickelte Fertigungsverfahren der Glasindustrie ließen nun auch gewölbte Scheiben wie im Automobilbau ĂŒblich zu. Fenster sind keine reinen Wandöffnungen mehr, sondern werden baukonstruktiv wie modularisierte Fassaden betrachtet. Dabei sind Fertigungsvorgaben, statische Bedingungen, die Funktion und die Baunormen zu berĂŒcksichtigen. Grundlage fĂŒr ein neues Fenster sind meist Baukastensysteme, das heißt, die Fensterprofile und das Zubehör sind schon erprobt und aufeinander abgestimmt, sie werden nur noch auf die korrekte LĂ€nge gebracht und zusammengesetzt.

Bei modernen GebĂ€uden wie dem Sony-Center in Berlin spricht man hĂ€ufig von „Elementfassaden“, da hier direkt Fenster an Fenster montiert werden. Gelegentlich werden horizontal aufgereihte Fenster auch als „Bandfenster“ oder „FensterbĂ€nder“ (engl. ribbon windows) bezeichnet.[10]

  • Fensterfassade am Berliner Sony Center
    Fensterfassade am Berliner Sony Center
  • Anbau der Tiefburgschule in Heidelberg-Handschuhsheim
    Anbau der Tiefburgschule in Heidelberg-Handschuhsheim
  • Lichtarchitektonisch können Fenster auch dadurch zu entscheidend wichtigen Gestaltungselementen werden, dass sie Licht vom Innenraum nach außen durchlassen.
    Lichtarchitektonisch können Fenster auch dadurch zu entscheidend wichtigen Gestaltungselementen werden, dass sie Licht vom Innenraum nach außen durchlassen.

Positionierung

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Architektonische Prinzipien

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Zwei entgegengesetzte Prinzipien, an denen sich architektonisches Nachdenken ĂŒber Fensterpositionierung gut veranschaulichen lĂ€sst, sind im klassizistischen Bauen einerseits und im modernen Bauen andererseits zu finden. Charakteristisch fĂŒr das klassizistische Bauen waren – ebenso wie in der Renaissance- und in der barocken Architektur – achsensymmetrische Fassaden und eine Gestaltung des Hauses von außen nach innen. Letzteres bedeutet, dass die Konzeption des Hauses von der Fassade ausging, die ein bestimmtes Erscheinungsbild haben sollte, wĂ€hrend im Hausinneren der Grundriss und die Gestaltung der RĂ€ume den Vorgaben der Fassade folgen mussten.[11]

  • Design von außen nach innen
  • Renais­sance­haus in Norden, Ost­fries­land
    Renais­sance­haus in Norden, Ost­fries­land
  • Barock­haus in Hamburg
    Barock­haus in Hamburg
  • Eine große neo­klassizis­tische Villa in England
    Eine große neo­klassizis­tische Villa in England

Dies Ă€nderte sich in der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts, als – angeregt durch das Vorbild der viktorianischen LandhĂ€user in England – Architekten auch im deutschsprachigen Raum begannen, HĂ€user von innen nach außen zu designen, was unter anderem asymmetrische Fassaden und eine „Befreiung“ der Fenster zur Folge hatte, die nun so ausgewĂ€hlt und platziert wurden, wie der jeweilige Raum es erforderte.[11]

  • Design von innen nach außen
  • Eine viktorianische Villa in England
    Eine viktorianische Villa in England
  • Ein Wohnhaus der klassischen Moderne in Hamburg
    Ein Wohnhaus der klassischen Moderne in Hamburg
  • Beispiele mit ambitionierter Fassaden­gestaltung (San Francisco)
    Beispiele mit ambitionierter Fassaden­gestaltung (San Francisco)
  • MissglĂŒcktes Beispiel ohne erkenn­baren Versuch einer Fassaden­gestaltung (RĂŒckseite eines Millenium Mansion)
    MissglĂŒcktes Beispiel ohne erkenn­baren Versuch einer Fassaden­gestaltung (RĂŒckseite eines Millenium Mansion)

Orientierung nach der Sonne

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Bei rechtwinkligen Grundrissen bevorzugen Architekten eine Ausrichtung des GebĂ€udes auf einer West-Ost-Achse, sodass die langen Fassaden – und damit die Mehrzahl der Fenster – nach Norden bzw. SĂŒden weisen. Ost- und Westfenster gelten als wenig erstrebenswert, weil sie ausschließlich dann direktes Sonnenlicht empfangen, wenn die Sonne (morgens und abends) tief steht, blendet und den Raum unter UmstĂ€nden mehr als gewĂŒnscht aufheizt.[12] RĂ€ume mit SĂŒdfenstern empfangen das meiste Sonnenlicht; da die Sonne um die Mitte des Tages hoch steht, vor allem im Sommer, wird das Licht jedoch mehr oder weniger stark gestreut, was fĂŒrs Wohnen ein Vorteil ist.[13] Durch Bauelemente wie z. B. einen weiten DachĂŒberhang oder Brise-Soleils kann die direkte Sonneneinstrahlung noch weiter reduziert werden.[14][15] RĂ€ume mit Nordfenstern empfangen das wenigste Sonnenlicht, sind aber unproblematisch in puncto Blendlicht oder unmĂ€ĂŸiger Aufheizung. Der Mangel an Lichtempfang kann durch Wahl großer Fenster etwas wettgemacht werden. Auch eine gute thermische Isolierung zahlt sich in RĂ€umen mit Nordfenstern besonders aus.[13]

Generell bevorzugen Architekten Layouts, bei denen ein Raum Fenster an zwei verschiedenen Seiten hat (als ideal gelten Fenster an der Nord- und an der SĂŒdseite).[13]

  • Die Sonnenbahn auf der nördlichen Erdhalbkugel
    Die Sonnenbahn auf der nördlichen Erdhalbkugel
  • Blendendes Morgensonnenlicht in einem Ostfenster
    Blendendes Morgensonnenlicht in einem Ostfenster
  • Wenn Fenster an zwei oder mehr Raumseiten vorhanden sind, kann der Lichteinfall – etwa durch Gardinen – besser gesteuert werden als bei nur einer Fensterseite.
    Wenn Fenster an zwei oder mehr Raumseiten vorhanden sind, kann der Lichteinfall – etwa durch Gardinen – besser gesteuert werden als bei nur einer Fensterseite.
  • Ein von Frank Lloyd Wright designtes Fenster­arrangement (Louis Penfield House): Links Nordfenster fĂŒr ganztĂ€giges Streulicht

    Ein von Frank Lloyd Wright designtes Fenster­arrangement (Louis Penfield House): Links Nordfenster fĂŒr ganztĂ€giges Streulicht

  • 
hinten Ostfenster (gegen morgendliches Blendlicht von außen durch hohe Bambuspflanzen geschĂŒtzt), rechts Panorama-SĂŒdfenster (mit weitem DachĂŒberstand zum Schutz vor sommerlich hoher Mittagssonne)
    
hinten Ostfenster (gegen morgendliches Blendlicht von außen durch hohe Bambuspflanzen geschĂŒtzt), rechts Panorama-SĂŒdfenster (mit weitem DachĂŒberstand zum Schutz vor sommerlich hoher Mittagssonne)
  • Le Corbusier hat – abweichend vom Üblichen – einige seiner Wohn­bauten nord-sĂŒdlich aus­gerichtet, damit alle Wohnungen irgend­wann am Tag direktes Sonnenlicht erhalten.
    Le Corbusier hat – abweichend vom Üblichen – einige seiner Wohn­bauten nord-sĂŒdlich aus­gerichtet, damit alle Wohnungen irgend­wann am Tag direktes Sonnenlicht erhalten.

Typologie

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Fenster-Arten

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Zwei ĂŒber Eck gefĂŒhrte Fenster in einem modernen Haus in den USA

Je nach Bauart, Material und Einbauort des Fensters unterscheidet man die folgenden Fenster:

Nach Material
  • Alufenster
  • Holzfenster
  • Holz-Aluminiumfenster
  • Kunststofffenster
  • Kunststofffenster mit Aluminium-Vorsatzschale
  • Stahlfenster
Nach Einbauort
  • Kellerfenster (unterhalb des Erdgeschosses)
  • Außenfenster
  • Eckfenster, Erkerfenster mit gekrĂŒmmten oder rahmenlos ĂŒber Eck aneinander stoßenden Scheiben
  • Fassadenanschlussfenster
  • Dachfenster bzw. DachflĂ€chenfenster oder Lichtkuppel
  • Französisches Fenster, kann als FenstertĂŒr bzw. BalkontĂŒr ohne Balkon beschrieben werden, da es wie eine TĂŒr mit einem unmittelbar vor der Öffnung befestigten GelĂ€nder konstruiert ist (auch als Französischer Balkon bezeichnet)
  • Einsatzelement in Pfosten/Riegelfassaden
  • Innenfenster zum Treppenhaus, zum innenliegenden Bad oder sonstigen RĂ€umen
Nach Eigenschaften
  • Schallschutzfenster
  • Passivhausfenster
  • WĂ€rmeschutzfenster
  • Sonnenschutzfenster
  • Sicherheitsfenster
Nach Aufteilung

Je nach GrĂ¶ĂŸe der Maueröffnung (Fensterlichte) besteht das Fenster aus mehreren einzelnen Elementen

  • einflĂŒgliges Fenster
  • FlĂŒgelfenster: Es gibt mindestens zwei bewegliche Elemente; meist zwei nebeneinander angeordnete DrehflĂŒgel.
  • Oberlichter: oberer Teil eines horizontal geteilten Fensters, oft als KippflĂŒgel oder fest verglast; meist kleiner als das Hauptfenster.
  • Unterlichter: unterer Teil eines horizontal geteilten Fensters; oft fest verglast und weniger hoch als das Hauptfenster.
  • Seitenlichter: besonders neben einer HaustĂŒr.
  • mehrflĂŒgelige Fenster, Fensteranlage oder Fensterelement; horizontal oder vertikal angeordnet auch Fensterband

Teile des Fensters

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Der Ă€ußere Rahmen, in welchen die zu öffnenden FlĂŒgel oder eine Festverglasung eingefĂŒgt werden, wird heute meist als Blendrahmen bezeichnet. Der umlaufende Rahmen eines beweglichen FensterflĂŒgels wird entsprechend FlĂŒgelrahmen genannt.[16]

FlĂŒgel und Rahmen werden ĂŒber FensterbeschlĂ€ge miteinander verbunden.

Bei Holzfenstern setzen sich die Rahmen aus Rahmenhölzern zusammen, die in der Rohform Kanteln genannt werden. Vor dem ZusammenfĂŒgen zum Rahmen werden die Kanteln meistens durch das FrĂ€sen von Falzen bzw. Fasen, Nuten und Verzierungen profiliert und daher auch als Profile bezeichnet. Metall- und Kunststofffenster werden heute in der Regel aus Hohlkammerprofilen zusammengesetzt.

Das Oberlicht wird von den HauptflĂŒgeln durch einen horizontalen Riegel getrennt, der auch als KĂ€mpfer bezeichnet wird. Zwei nebeneinander platzierte FlĂŒgel werden durch einen senkrechten Pfosten separiert, der auch Setzholz genannt wird. Wenn auf diesen Pfosten verzichtet wird, schlĂ€gt der HauptflĂŒgel stattdessen am StulpflĂŒgel an, auf den hĂ€ufig eine sogenannte Schlagleiste aufgesetzt wird, die als zusĂ€tzlicher Anschlag dient.

Die Profilleisten zur frĂŒher ĂŒblichen Unterteilung der FensterflĂŒgel werden als Sprossen bezeichnet. Auch eine im Blendrahmen eingesetzte Festverglasung kann durch Sprossen unterteilt sein.

Zubehör

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  • FensterbĂ€nder, FensterbeschlĂ€ge, Oliven
  • Fensterbrett innen und/oder außen (außen auch Sims genannt)
  • feste oder bewegliche Sonnenschutz- und Verschattungsanlagen
  • FensterlĂ€den sind wichtige Gestaltungselemente der GebĂ€udefassade; sie bieten auch Wetter-, Sicht-, Sonnen- und Einbruchsschutz
  • Jalousien, innen- und außenliegend
  • Verdunkelungsanlagen, VorhĂ€nge
  • Sonnenschutzfolien
  • Fliegengitter
  • Lichtröhre
  • LĂŒftungselemente (die z. B. in gebohrte oder gefrĂ€ste LĂŒftungsöffnungen eingesetzt werden)
  • Light shelf (ein an der Fensterinnenseite angebrachtes horizontales Bauelement, das das Sonnenlicht tief in den Raum reflektiert)[17]

Steinrahmenfenster

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Unterteilung nach Verwendung oder Form

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Bei gemauerten WĂ€nden entsteht das Problem, einen geeigneten oberen Abschluss der Maueröffnung (Fensterleibung) herzustellen, der die statischen DruckkrĂ€fte in der Wand um das Fenster herumleitet. Die fĂŒr den horizontalen oberen Abschluss (Fenstersturz) verwendeten Materialien mĂŒssen zudem der entstehenden Zugspannung standhalten können.

Man setzte Holzbalken oder FensterstĂŒrze aus Naturstein ein, wobei im darĂŒberliegenden Mauerwerk ein Entlastungsbogen gemauert werden musste, der den Fenstersturz entlastet. Fenster aus Werkstein mit freien Weiten ĂŒber einen Meter wurden selten gebaut, bevor Materialien wie Stahl oder Stahlbeton zur VerfĂŒgung standen.

Thermenfenster

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Das Motiv eines halbrunden dreigeteilten (trichotomischen) Fensters geht auf die römische Architektur zurĂŒck, in der das Fenster wegen seiner GrĂ¶ĂŸe vor allem zur Belichtung der Thermenanlagen Verwendung fand, daher die Bezeichnung als Thermenfenster oder auch Diokletiansfenster. In der Renaissance-Architektur erscheint das Motiv bereits in der 1540 fertiggestellten Capella Paolina des Vatikans (Architekt: Antonio da Sangallo d. J.) sowie zuvor – als Wandmotiv ohne Fensterfunktion – in der 1531 fertiggestellten Sigismund-Kapelle des Krakauer Wawels. SpĂ€ter wurde das Motiv u. a. von Palladio ĂŒbernommen, nachdem er den Fenstertyp bei seinen Aufrissstudien der Thermen in Rom gesehen hatte.[18] Er verwendete es gleichermaßen fĂŒr Profanbauten, wie beispielsweise die Villa Pisani (1560), und seine venezianischen Kirchen. Beim Umbau der Diokletiansthermen in die Kirche S. Maria degli Angeli e dei Martiri wurde der Fenstertyp fĂŒr den Barock adaptiert. SpĂ€ter fand er besonders im Klassizismus, im folgenden Historismus und Jugendstil Verwendung.

  • Thermenfenster in den Diokletiansthermen (Santa Maria degli Angeli e dei Martiri) in Rom, um 300 n. Chr.
    Thermenfenster in den Diokletiansthermen (Santa Maria degli Angeli e dei Martiri) in Rom, um 300 n. Chr.
  • Palladio: Thermen­fenster in der Villa Pisani, 1560
    Palladio: Thermen­fenster in der Villa Pisani, 1560
  • Palais du vin, BrĂŒssel, 1909
    Palais du vin, BrĂŒssel, 1909
Aus großen Bogenfenstern gebildete Barock-Fassade des Alten Joanneums in Graz.

Bogenfenster

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FĂŒr die grĂ¶ĂŸeren Wandöffnungen waren bei traditioneller Mauertechnik echte Bögen notwendig, um die Last der darĂŒber liegenden Wand zu tragen. Aus der konstruktiven Form der Wandöffnung ergab sich dann auch die Gestaltung der Fensterrahmen und GlasflĂ€chen als Bogenfenster.

Bogenfenster zur hellen Durchlichtung gab es bereits bei antiken römischen Thermen, hier teils in der Abwandlung der besonders großen Thermenfenster, und diese Bauform wurde in der römischen Architektur auch fĂŒr Palastaulen (Aula Regia) sowie fĂŒr frĂŒhchristliche Kirchenbauten (etwa die Hagia Irene in Konstantinopel) verwendet. Auch in Vorromanik und Romanik blieben sie fĂŒr Kirchen und ZivilgebĂ€ude ĂŒblich (siehe: Rundbogen der Romanik). In der Gotik wurden sie − nach dem Vorbild der auf den KreuzzĂŒgen gesehenen islamischen Architektur − zu Spitzbogen verwandelt und fanden weitere Abwandlungen in Formen wie Ellipsenbogen, Korbbogen und Segmentbogen. Im Barock, Rokoko und dem Jugendstil wurden verschiedenste Fensterformen entwickelt.

Breitere Fenster wurden aus mehreren aneinandergereihten Bogenfenstern gebaut, die durch SĂ€ulen oder Pfeiler getrennt sind, welche die Last tragen. Derartige Fenster sind z. B. die gekuppelten Bogenfenster der Romanik.

  • Aula regia in Trier (Konstantinbasilika), Anfang 4. Jh.
    Aula regia in Trier (Konstantinbasilika), Anfang 4. Jh.
  • Hagia Irene, Konstantinopel, Anfang 4. Jh.
    Hagia Irene, Konstantinopel, Anfang 4. Jh.
  • Vier Triforien und ein Biforium, romanisches Haus in Gelnhausen
    Vier Triforien und ein Biforium, romanisches Haus in Gelnhausen
  • Bogen-, Arkadenfenster im Palazzo Pitti, Florenz, Mitte 15. Jh.
    Bogen-, Arkadenfenster im Palazzo Pitti, Florenz, Mitte 15. Jh.
  • Bogenfenster, 19. Jh., Nischni Nowgorod/Russland
    Bogenfenster, 19. Jh., Nischni Nowgorod/Russland
Steinkreuzfenster mit Butzenscheiben und kleinen LĂŒftungsflĂŒgeln
Maßwerkfenster der Gotik

Kreuzstockfenster

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Das Kreuzstockfenster, selten auch Steinkreuzfenster, ist die erste Weiterentwicklung, die Fensteröffnung in der Höhe zu erweitern und den Lichtdurchlass zu erhöhen. In den so entstehenden unterteilten Rahmen wurden jeweils angepasste Einzelfenster eingesetzt. Somit wurde es auch möglich Belichtung- und BelĂŒftungsfunktionen auf verschiedene Einzelfenster aufzuteilen. Entsprechend konnten unterschiedliche Verschlussmethoden genutzt werden (FensterflĂŒgel unten, Festverglasung oben; hĂ€ufig auch: massiver Holzladen unten, mit dĂŒnnem gegerbten Leder bespannter feststehender Holzrahmen oben). Fehlt der mittlere Pfosten wird das teilende KĂ€mpferholz namensgebend (Querstockfenster).

Maßwerkfenster

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Die Gotik gestaltete die Fenster bei Kirchenbauten mit zusĂ€tzlichem filigranem Mauerwerk, dem Maßwerk, das in die Fensteröffnung eingebaut war und auch Aufgaben eines steinernen bzw. schmiedeeisernen Fensterrahmens ĂŒbernahm. Maßwerkfenster waren in der ursprĂŒnglichen AusfĂŒhrung als bunte Bleiglasfenster konzipiert und wesentlicher Bestandteil der gotischen Raumkonzeption in Sakralbauten. In der Renaissance wurde das Fenster, bei entsprechender GrĂ¶ĂŸe, durch einen vertikalen Stab aus Stein gestĂŒtzt, teilweise durch einen weiteren horizontalen Stab, was dann das sogenannte Steinkreuzfenster ergab. Ähnliche Formen entwickelten sich im arabisch-indischen Raum, in dem die Fenster durch kompliziertes Filigran blickdicht aber lichtdurchlĂ€ssig verschlossen sind.

Steinernes Schiebefenster

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Steinernes Schiebefenster zur Steuerung der Temperatur im GemĂŒse-Vorratskeller, etwa 18./19. Jahrhundert

Steinerne Schiebefenster wurden vor allem in lĂ€ndlichen Gegenden fĂŒr die GewölbekellerbelĂŒftung eingesetzt. Bei zu großer KĂ€lte sowie im Sommer wurde es einfach zugeschoben. Ein Lichteinfall war nicht notwendig.

Zargen- oder Rahmen- und FlĂŒgelfenster

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Eine weitere wichtige Entwicklung des Fensterbaus war die Fensterzarge (auch Fensterstock oder Fensterrahmen genannt), die zur Entwicklung des Zargenfensters gefĂŒhrt hat. Das Zargenfenster besitzt einen vom FensterflĂŒgel getrennten Fensterrahmen, wodurch ein sauberer winddichter Anschlag mit Überfalzung in der Zarge möglich wird. Bis etwa 1700 schlugen die FensterflĂŒgel ohne Überschlag stumpf oder mit einfachem Falz in die Zarge ein, sodass FlĂŒgel und Rahmen oberflĂ€chenbĂŒndig in einer Ebene liegen.[19]

Zargenfenster wurden am Blindstock befestigt, der aus Holzbalken oder Stein besteht. Sie haben im Laufe der Neuzeit das Steinrahmenfenster vollstÀndig verdrÀngt, indem auch in Steinrahmen eine Holzzarge eingesetzt wurde. Bei StÀllen und Industriebauten werden auch Rahmen und Zargen aus Stahlprofilen, Schmiedeeisen oder Gusseisen verwendet.

Eine spezielle Form der Zarge ist der Blendrahmen, der so bezeichnet wird, weil er dem eigentlichen tragenden Blindstock vorgeblendet ist. Beim heutigen maßhaltigen Mauerwerk wird kein Blindstock zur Herstellung der Maueröffnung mehr benötigt. Der Blendrahmen wird bei modernen Fenstern verstĂ€rkt ausgefĂŒhrt, so dass auch hier auf die aussteifende Wirkung des Blindstocks verzichtet werden kann.

Indem der Rahmen des Fensters in der Tischlerwerkstatt passend zum FlĂŒgel angefertigt wird, können filigranere und ausgereiftere BeschlĂ€ge als die zuvor ĂŒblichen Angeln montiert werden. Neben dem dichtschließenden Drehfenster werden das Kippfenster und Varianten wie das FlĂŒgelfenster und Schubfenster entwickelt.

Neben dem einflĂŒgeligen Fenster werden auch mehrflĂŒgelige Fenster mit oder ohne Zwischenpfosten gefertigt. Beim zweiflĂŒgeligen Fenster ohne Zwischenpfosten schlĂ€gt der HauptflĂŒgel, der StulpflĂŒgel, direkt im StandflĂŒgel an. Bei dreiflĂŒgeligen Konstruktionen kann der mittlere FlĂŒgel feststehend, als StulpflĂŒgel oder als einzelner FlĂŒgel ausgebildet sein.

Historische Fenster

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Sprossenfenster, Beletage (17. Jahrhundert) am Place des Vosges in Paris, Frankreich.
Rekonstruktion eines frĂŒhmittelalterlichen Schiebefensters mit Rohhaut-FĂŒllung (Bajuwarenhof Kirchheim, 2012)

Sprossenfenster

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Die einzelnen GlasstĂŒcke (Scheiben) sind beim Sprossenfenster kleiner als die FlĂ€che des FensterflĂŒgels. Zwischen den einzelnen Scheiben befinden sich zur Verbindung schmale StĂ€be aus Holz oder Metall, die Sprossen. Da es im 19. Jahrhundert noch schwierig war, großflĂ€chige Glasscheiben zu fertigen, wurden Verglasungen meist durch Sprossen unterteilt. Waagerechte Sprossen werden auch als Riegel bezeichnet, die senkrechten als Setzholz bzw. bei grĂ¶ĂŸeren Querschnitten auch als Pfosten.

Die Gliederung der FensterflÀchen entwickelte sich zu einem Gestaltungselement, das besonders im Jugendstil zum Teil sehr aufwÀndig wurde.

Bleiglasfenster

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→ Hauptartikel: Bleiglasfenster

Das Bleiglasfenster ist aus vielen einzelnen GlasstĂŒcken zusammengesetzt. Diese werden von H-förmigen Bleiprofilen zusammengehalten, die miteinander verlötet sind. Bleiprofil kann leicht gebogen werden, sodass nahezu beliebige GlasflĂ€chen möglich sind. Auch die einzelnen StĂŒcke der Glas-Mosaiken werden mit dieser Technik verbunden.

Butzenscheiben sind kleine, rund gedrehte Glasscheiben, die mit Bleistegen und kleinen FĂŒllstĂŒcken zusammengesetzt werden, eine spezielle Form der Bleiverglasung.

Einfachfenster

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Das Einfachfenster ist die Ă€lteste AusfĂŒhrung. Die FlĂŒgel sind außen oder innen angebracht, manchmal mit einem Fensterladen oder einem Jalousieladen mit der ausspreizbaren Sprossung kombiniert.[20]

Das Einfachfenster war bis 1820 die Regel und das Doppelfenster nur in AusnahmefÀllen anzutreffen.

Seit den 1950er-Jahren wurden doppeltverglaste, dann thermoverglaste Einfachfenstertypen entwickelt, sodass das Einfachfenster zurzeit in Europa wieder der am hÀufigsten verbaute Fenstertyp ist.

  • Einfachfenster mit Einscheibenverglasung sind bei beheizten Neubauten in Deutschland nicht mehr zugelassen.[21]
  • Einfachfenster mit Mehrscheiben-Isolierverglasung (Isolierglasfenster): verbreitetes Standardfenster

Doppelfenster

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Möglichkeiten der Verbindung

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Die dritte wichtige Komponente zum modernen Fenster ist die Idee, an einer Zarge mehrere Fenster hintereinander anzuschlagen oder mehrere Glasscheiben in einen FensterflĂŒgel zu montieren, um mit dem entstehenden Zwischenraum zusĂ€tzliche WĂ€rmedĂ€mmung zu erreichen.

Ein Doppelfenster kann höhere Anforderungen an WĂ€rmedĂ€mmung, Winddichtheit und Schallschutz erfĂŒllen.

Winterfenster an einem Barockfenster in Bamberg, Michaelsberg (2017)

Vorfenster oder Winterfenster

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Das Vorfenster oder Winterfenster ist als zusĂ€tzliche zweite Fensterkonstruktion die frĂŒheste Form des Doppelfensters. Es wird bei Bedarf in der kalten Jahreszeit von außen vor das eigentliche Fenster eingesetzt. Das Vor- oder Winterfenster schafft Ă€hnlich wie ein dichtschließender Fensterladen einen wĂ€rmedĂ€mmenden Luftraum. Der Zusatzrahmen kann mit wenigen Schrauben oder Haken befestigt werden.[22] Dabei wurde das Vorfenster frĂŒher in den Ladenfalz eingesetzt, so dass eine gleichzeitige Nutzung von Vorfenstern und FensterlĂ€den nicht möglich war.[22]

Historische Winterfenster gibt es heute nur noch selten. Sie wurden frĂŒher teilweise auch aus Ă€sthetischen GrĂŒnden kritisiert: „Durch diese Vorfenster, deren praktischen Nutzen wohl niemand bezweifelt, wird das Äußere des Hauses in keiner Weise verschönert.“[23] Grund fĂŒr diese Aussage war wohl auch die einfach gewĂ€hlte Konstruktion und die reduzierte kunsthandwerkliche Bearbeitung dieser rein dem Nutzen dienenden Zusatzkonstruktion.

Vorfenster sind seit der Zeit um 1600 archivarisch ĂŒberliefert.[22][24] Der Ă€lteste erhaltene Baubefund von Doppelfenstern aus dem Jahre 1695 ist noch heute am Oberen Schloss in Öpfingen bei Ulm zu finden, wo das einfache Fenster durch ein vorgesetztes Winterfenster zum Doppelfenster erweitert wurde.[25] Die Fensteröffnung wird mit zwei hintereinander angeordneten Einscheibenfenstern geschlossen.

In der gegenwÀrtigen Baudenkmalpflege wird zur energetischen Funktionswertverbesserung historischer Fenster als Variante des zusÀtzlichen Vorfensters der Einbau einer zusÀtzlichen Fensterebene auf der Innenseite empfohlen.[26]

Neue auf der Außenseite liegende Vorfenster finden dagegen nur dann Verwendung, wenn wertvolle bauzeitliche Fenster vor der Witterung geschĂŒtzt werden sollen. Hierbei muss der Denkmalwert der Fenster – beispielsweise bei Glasmalereien – als sehr hoch eingeschĂ€tzt werden, da diese die Fassade deutlich prĂ€gen.

Kastenfenster

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Kastenfenster

Die beiden separaten, starren Rahmen des Doppelfensters sind hier konstruktiv zusammengefasst. Es ergibt sich ein geschlossener, kastenförmiger Hohlraum zwischen den beiden GlasflÀchen und dem Rahmen.[27]

  • Hamburger bzw. Grazer Fenster (auch Grazer Stockfenster): Äußere FlĂŒgel schlagen nach außen, innere FlĂŒgel schlagen nach innen auf.[28]
  • Altberliner bzw. Wiener Kastenfenster (auch Wiener Stockfenster): Beide FlĂŒgel schlagen nach innen auf.

Bei der letzteren Konstruktion muss das Ă€ußere Fenster kleiner sein als das innere, sodass es komplett durch dessen lichte Weite passt. Vorteil des Altberliner bzw. Wiener Fensters ist, dass das geöffnete Fenster nie im Wetter steht, und dass die einzelnen Fenster weniger als ihre lichte Breite voneinander entfernt sein können – wĂ€hrend bei nach außen zu öffnenden FensterflĂŒgeln diese im Offenstand jeweils an der Außenwand neben die des Nachbarfensters schlagen mĂŒssen: sonst mĂŒsste man beim Schließen eine entsprechende Reihenfolge einhalten. Vorteil des Hamburger oder Grazer Fensters ist, dass die innere Laibung frei bleibt, wodurch die Fensternische gut benutzbar ist. Oftmals gibt es die Möglichkeit, die Ă€ußeren FlĂŒgel im Sommerbetrieb durch FensterlĂ€den (in Österreich auch „Balken“ genannt) zu ersetzen.

In der Denkmalpflege wird der Umbau historischer Einfachfenster zu Kastenfenstern empfohlen. Hierdurch können die alten Fenster erhalten bleiben, wĂ€hrend gleichzeitig die WĂ€rmedĂ€mmung erheblich verbessert wird. Das innere Fenster muss dabei nicht unbedingt mit einer dem historischen Äußeren entsprechenden Teilung versehen sein, was die Kosten fĂŒr den Umbau reduziert.

Zargen-Doppelfenster

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Das Zargen-Doppelfenster unterscheidet sich vom Kastenfenster dadurch, dass die FensterflĂŒgel der Ă€ußeren und der inneren Fensterebene an einem einzigen Zargenrahmen so angeschlagen sind, dass die Ă€ußeren FlĂŒgel nach außen und die inneren nach innen aufschlagen.[29]

Verbundfenster

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Das Verbundfenster ist eine Weiterentwicklung des Doppelfensters und stellt den Übergang zum modernen Einfachfenster mit Isolierverglasung dar. Beide FlĂŒgel werden miteinander verbunden und haben einen gemeinsamen Drehpunkt im Fensterrahmen. Dieser Fenstertyp weist ausreichend gute Werte beim WĂ€rmeschutz auf, da die Luftschicht zwischen den Fensterebenen einen WĂ€rmedurchgang (WĂ€rmetransmission) von innen nach außen verringert (gute Fensterdichtung vorausgesetzt). Zum Öffnen des Fensters wird nur noch ein verbundener FlĂŒgel geöffnet, zum Putzen kann der VerbundflĂŒgel aber geöffnet werden. Verbundfenster wurden bereits in der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts entwickelt,[30] konnten sich aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg durchsetzen. Seit der Marktreife von deutschen Isolierglasscheiben im Jahr 1959 wurden Verbundfenster immer mehr von Isolierglasfenstern verdrĂ€ngt.[31] Verbundfenster sind nicht zu verwechseln mit Verbundglas.

Blindfenster

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Siehe auch: Blende (Architektur)

Eine Sonderform des Fensters ist das als Wandnische ausgebildete Blindfenster (auch Blendfenster, Scheinfenster), das keinerlei Licht- und Luftöffnung bietet. Sofern sie nicht Ergebnis spĂ€terer Umbauten sind, wurden Blindfenster oft zur Ă€sthetisch gewĂŒnschten regelmĂ€ĂŸigen Fassadengestaltung angebracht, weil Innenaufteilung oder Nutzung des GebĂ€udes an dieser Stelle keine echten Fensteröffnungen zuließen. Blindfenster wurden zudem aus statischen GrĂŒnden gebaut, um einen besseren Lastverteilungswinkel um bestehende Fensteröffnungen herum zu ermöglichen. Das Vorhandensein einer Fenstersteuer fĂŒr jedes echte Fenster könnte ein weiterer Grund gewesen sein.

In seltenen FÀllen kamen Blind- oder Scheinfenster auch in InnenrÀumen zum Einsatz, wenn die WÀnde im Innern reprÀsentative Schaubilder darstellen.[32]

Im 18. und 19. Jahrhundert wurde mit malerischen Mitteln versucht, in den Blindfenster-Wandnischen echte Fenster in Form und Erscheinungsbild akkurat nachzubilden. Genau dies hatte der Architekturtheoretiker Johann Friedrich Penther 1744 kritisiert, weil aufgemalte Fenster weggewittert wĂŒrden, so dass er „in das Feld wĂŒrcklich ein rechtes Fenster“ eingesetzt sehen wollte und, dass „die Wand dahinter schwartz angestrichen wird“.[33]

  • Bildergalerie zu Blindfenstern
  • Blindfenster und normale Fenster (EmpfangsgebĂ€ude Bahnhof Göttingen)
    Blindfenster und normale Fenster (EmpfangsgebÀude Bahnhof Göttingen)
  • Barockes Blindfenster an den rekonstruierten Fassaden von Schloss Bonndorf (2017)
    Barockes Blindfenster an den rekonstruierten Fassaden von Schloss Bonndorf (2017)
  • Nach Befund rekonstruierte, barocke Blindfenster im Innenhof des Schlosses WolfenbĂŒttel (2018)
    Nach Befund rekonstruierte, barocke Blindfenster im Innenhof des Schlosses WolfenbĂŒttel (2018)
  • Links rekonstruiertes Blindfenster der Zeit um 1800 am Schloss Paretz (2015)
    Links rekonstruiertes Blindfenster der Zeit um 1800 am Schloss Paretz (2015)
  • Aufgemaltes Blindfenster an einem Wohn- und GeschĂ€ftshaus des spĂ€ten 19. Jahrhunderts in Maastricht (2019)
    Aufgemaltes Blindfenster an einem Wohn- und GeschÀftshaus des spÀten 19. Jahrhunderts in Maastricht (2019)
  • Wegen der Fenstersteuer zugemauerte Fenster in Southampton, England
    Wegen der Fenstersteuer zugemauerte Fenster in Southampton, England

Baukonstruktive Eigenschaften

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GlasflÀchen, die nur der Belichtung dienen und nicht geöffnet werden können, werden als Festverglasung oder festverglaste Fenster bezeichnet.

Öffnungsarten des FlĂŒgels

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FensterflĂŒgel werden nach den Bewegungsmöglichkeiten beim Öffnen unterschieden:

  • WendeflĂŒgelfenster mit Festverglasungen und unten Kippfenster (Humboldt-Gymnasium Trier, 2018)
    DrehflĂŒgel: FlĂŒgel mit vertikaler Drehachse. Zur erleichterten Reinigung meist nach innen öffnend, in windigen Gegenden aufgrund der grĂ¶ĂŸeren Dichtigkeit bei traditioneller Bauweise auch nach außen öffnend.
    • WendeflĂŒgel: Bei DrehflĂŒgeln mit mittig angeordneter Drehachse schlĂ€gt ein Teil des FlĂŒgels nach außen und ein anderer nach innen. Durch einen zusĂ€tzlichen Hebelarm und verschieblich gelagerter Drehachse oder einen Scherentrieb[34] ist es alternativ auch möglich, den FlĂŒgel vollstĂ€ndig auf der Außenseite zu wenden, ohne dass ein Teil des FlĂŒgels nach innen schlĂ€gt (oder umgekehrt). WendeflĂŒgel erleichtern die Reinigung der AußenflĂ€che. Bei mittig angeordneter Drehachse verringern sich Schwenkbereich und Platzbedarf. Die Luftdichtigkeit ist schwieriger herzustellen. Die Konstruktion von sehr großen FensterflĂŒgeln wird erleichtert. GegenĂŒber nach innen öffnenden DrehflĂŒgeln ist der Platzbedarf geringer.
  • KippflĂŒgel: FlĂŒgel mit horizontaler Drehachse unten, zur erleichterten Reinigung und dem Ablaufen des Regenwassers meist nach innen kippend. HĂ€ufige Funktion an Oberlicht-Fenstern, die sich dann zur Reinigung auf dem unteren DrehflĂŒgel ablegen oder vollstĂ€ndig umschlagen lassen.
  • DrehkippflĂŒgel: Durch einen Hebelgriff oder mehrere Riegel kann zwischen Kipp- und Drehfunktion gewĂ€hlt werden.
  • KlappflĂŒgel: mit horizontaler, obenliegender Drehachse, oft nach außen aufschlagend, um den Eintritt von Regenwasser zu verhindern. Nach außen klappende Oberlichter wurden in windigen Gegenden oft als Alternative zum weniger dicht schließenden nach innen kippenden FlĂŒgel gewĂ€hlt.
    • SchwingflĂŒgelfenster (EmpfangsgebĂ€ude Schweinfurt Hauptbahnhof, 2015)
      SchwingflĂŒgel: Der SchwingflĂŒgel ist ein KlappflĂŒgel, dessen horizontale Drehachse mittig liegt, so dass ein Teil des FlĂŒgels nach außen und ein anderer nach innen öffnet. Dies erleichtert die Reinigung. Auch sehr große Fenster lassen sich als Schwingfenster leicht öffnen und schrĂ€nken in geöffneter Stellung die nutzbare GrundflĂ€che kaum ein.
    • SenkklappflĂŒgel: durch einen zusĂ€tzlichen Hebelarm und verschieblich gelagerter Drehachse oder einen Scherentrieb[34] bewegt sich die Oberkante des FlĂŒgels wĂ€hrend des Hochklappens nach unten. Zur erleichterten Reinigung der Ă€ußeren GlasflĂ€che lassen sich viele DachflĂ€chenfenster und andere nach außen öffnende Fenster so oft vollstĂ€ndig nach innen umschlagen.
  • SchiebeflĂŒgel
    • horizontal schiebend: oft als Parallel-Schiebe-Fenster, Parallel-Schiebe-Kipp-TĂŒr, Hebe-Schiebe-TĂŒr, Hebe-Schiebe-Kipp-TĂŒr, Parallel-Ausstell-Schiebe-Fenster bzw. -TĂŒr bezeichnet; AllgĂ€uer Fenster sind Sprossenfenster mit kleinem LĂŒftungsflĂŒgel, der seitlich verschoben werden kann.
    • vertikal schiebend: Oft wird durch Federn oder an SeilzĂŒgen angebrachte Gegengewichte die Öffnung bzw. Schließung des FlĂŒgels erleichtert
  • FaltflĂŒgel: wie FalttĂŒren in der Regel an vertikalen Drehachsen befestigt und zusĂ€tzlich paarweise gelenkig verbunden.
  • Lamellenfenster: Schmale Glasstreifen drehen um eine Drehachse an ihren Schmalseiten (Ă€hnlich einer Jalousie). Wenn die Lamellen einen eigenen Rahmen besitzen, kann auch Isolierglas verwendet werden.

Nach innen öffnende Drehkippfenster sind heute der in Deutschland verbreitete Standard. Sie sind einfach zu bedienen und zu reinigen, erfordern jedoch bei verdeckt liegenden BeschlĂ€gen eine aufwĂ€ndige Mechanik und vergrĂ¶ĂŸerte ProfilstĂ€rken. In Norddeutschland und den skandinavischen LĂ€ndern werden vielfach noch nach außen öffnende Fenster verwendet, die den Vorteil haben, bei stĂ€rkerem Winddruck an den Rahmen angepresst zu werden, wodurch sich Zugluft und LĂŒftungswĂ€rmeverluste verringern.
Vertikalschiebefenster sind beispielsweise in Großbritannien und den USA verbreitet.

  • Bildergalerie: Schiebefenster
  • Schiebefenster im barocken Schloss Arolsen (2018)
    Schiebefenster im barocken Schloss Arolsen (2018)
  • Kleinteiliges hollĂ€ndisches Vertikalschiebefenster
    Kleinteiliges hollÀndisches Vertikalschiebefenster
  • HollĂ€ndisches Vertikalschiebefenster
    HollÀndisches Vertikalschiebefenster
  • Vertikalschiebefenster in Brasilien
    Vertikalschiebefenster in Brasilien
  • Beide FensterflĂŒgel lassen sich vertikal verschieben und werden ĂŒber Gegengewichte in beliebiger Stellung gehalten (1904)
    Beide FensterflĂŒgel lassen sich vertikal verschieben und werden ĂŒber Gegengewichte in beliebiger Stellung gehalten (1904)

Die Bedienung von Fenstern geschah ursprĂŒnglich ĂŒber Vorreiber und Griffoliven. SpĂ€ter verbreiten sich außenliegende GestĂ€nge (Espagnolette und Treibstangenverschluss), die es ermöglichten, den FensterflĂŒgel mit einer Handbewegung an drei Stellen zu arretieren. Inzwischen werden die GestĂ€nge verdeckt in Beschlagsnuten eingelassen und ĂŒber Eckumlenkungen kann eine Verriegelung an mehreren Seiten des FensterflĂŒgels zugleich stattfinden.

Die Öffnung von hochliegenden Oberlichtern geschieht ĂŒber Handhebel mit GestĂ€nge oder ĂŒber elektromechanische Aktoren und Fernbedienung.

Einbau

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FĂŒr Deutschland gilt:

Die RAL-GĂŒtegemeinschaft Fenster und HaustĂŒren veröffentlicht Richtlinien zum Einbau von Fenstern, welche die allgemein anerkannten Regeln der Technik (aRdT) wiedergeben möchten und vielfach kurz als RAL-Montage bezeichnet werden. Gemeinsam geben RAL und das Ift Rosenheim einen umfangreichen Leitfaden zur Planung und AusfĂŒhrung der Montage von Fenstern und HaustĂŒren heraus.[35] Zudem werden im Teil C der VOB die Allgemeinen technischen Vertragsbedingungen (ATV) zusammengefasst, welche primĂ€r von öffentlichen Auftraggebern bei der Auftragsvergabe zugrunde gelegt werden. Konkret befasst sich die VOB ATV DIN 18355 / 2005-01 – „Tischlerarbeiten“ u. a. mit dem Einbau von Fenstern.[36]

In Altbauten wurde frĂŒher die in InnenrĂ€umen entstehende Luftfeuchtigkeit ĂŒber eine Vielzahl von Undichtigkeiten unkontrolliert nach außen abgefĂŒhrt. In modernen luftdichten GebĂ€uden geschieht dies durch die kontrollierte WohnraumlĂŒftung. Wenn bei ungenĂŒgender Funktion oder im Falle eines Defekts Raumluft durch undichte Anschlussfugen nach außen strömt, können sich dabei in der kalten Jahreszeit grĂ¶ĂŸere Mengen Kondensat in der Fensterlaibung bilden. Je luftdichter die GebĂ€udehĂŒlle insgesamt ausgefĂŒhrt wird, desto wichtiger wird es, auch die Anschlussfugen luft- und dampfdicht auszubilden.[37] Werden neue hochdĂ€mmende Fenster in AltbauwĂ€nde mit schlechtem oder mĂ€ĂŸigem DĂ€mmwert eingebaut, so kondensiert die Luftfeuchte aus der Raumluft im Winter nicht mehr an Fensterglas oder Fensterrahmen, sondern in der Regel an der Fensterlaibung oder an anderen KĂ€ltebrĂŒcken der Außenwand. Zur Vermeidung von Feuchte- und SchimmelschĂ€den empfiehlt es sich, die Laibung zu dĂ€mmen. Da meist wenig Platz zur VerfĂŒgung steht, sollte das verwendete Material einen außergewöhnlich guten DĂ€mmwert aufweisen. Wenn die Außenwandkonstruktion nicht durchgĂ€ngig kapillar und diffusionsoffen ausgebildet ist, sollte zusĂ€tzlich ein innenseitig erhöhter Dampfdiffusionswiderstand erreicht werden.[38]

Der Anschluss des Blendrahmens an die umgebende Wandöffnung soll folgende Anforderungen erfĂŒllen:

  • Zusammen mit den wĂ€rmedĂ€mmenden Baumaterialien, die gegebenenfalls den Fugenbereich ĂŒberdecken, sollte das Material, mit dem die Fuge ausgefĂŒllt wird, mindestens den WĂ€rmedurchgangskoeffizient des Fensterrahmens erreichen, damit sich an der Innenseite der Fuge kein Kondensat bildet.
  • Der Anschluss des Fensterrahmens an die umgebende Wand sollte luftdicht erfolgen, damit bei Druckunterschieden zwischen innen und außen keine kalte Luft ins GebĂ€ude dringt und auch keine feucht-warme Luft von innen in den Fugenbereich tritt und dort Kondensat hervorruft.
  • Der innere Abschluss der Fuge soll dampfdicht ausgefĂŒhrt werden, damit keine Feuchtigkeit aus der Raumluft in den Fugenbereich diffundiert und dort kondensiert. Der Ă€ußere Abschluss ist weniger dampfdicht auszufĂŒhren als der innere, damit dennoch entstehendes Kondensat nach außen abtrocknen kann.[38]

Der Fugenbereich wurde traditionell mit Stopfwolle oder vorbereiteten BĂ€ndern aus Hanf- oder Sisalfaser aufgefĂŒllt, teilweise imprĂ€gniert in Form eines Teerstricks. Heute wird hĂ€ufig mit Mineralfaser ausgestopft (wie von der DIN 18355 gefordert) und der Ă€ußere Abschluss wird mit Kompriband hergestellt, welches sich nach dem Abrollen ausdehnt und an Unebenheiten anpasst. Diese Materialien wirkend wĂ€rmedĂ€mmend, sind jedoch nicht dampfdicht und nur bei stĂ€rkerer Pressung luftdicht. Kompriband eignet sich auch fĂŒr den Ă€ußeren Abschluss der Fuge, wenn es vom Hersteller dafĂŒr vorgesehen ist. Wenn wie im Holzbau mit kleinen Bewegungen der Bauteile relativ zueinander gerechnet werden muss, kann die Dampf- und Luftdichtigkeit auf der Innenseite durch ein flexibles Dichtband erfolgen, welches einerseits auf dem Fensterrahmen und andererseits auf der anschließenden Fensterlaibung verklebt wird. Wenn die LaibungsflĂ€che uneben ist, sollte sie zunĂ€chst glatt verputzt werden. Alternativ sind Verwahrschienen erhĂ€ltlich, die angeschraubt oder -geklebt werden und wiederum die Folie aufnehmen.[39] Die innere Dampfdichtigkeit kann bei schmalen Fugen durch elastische Dichtstoffe oder bituminösen Fugenabdichtungen hergestellt werden. Da die ElastizitĂ€t begrenzt und sich die Fugendichtstoffe im Laufe der Zeit insbesondere von hölzernen Fensterrahmen hĂ€ufig ablösen, sollte noch eine zusĂ€tzliche Abdichtung von der Innenseite vorgenommen werden. Durch einfaches Anputzen lĂ€sst sich dies einigermaßen luft- und mĂ€ĂŸig dampfdicht ausfĂŒhren. Es sind spezielle Anputzprofile erhĂ€ltlich, die am Fensterrahmen verklebt und anschließend eingeputzt werden oder als Anschlag fĂŒr Trockenbauplatten oder Holzleisten dienen und eine gewisse Bewegung des Rahmenholzes zulassen, ohne dass sich ein Luftspalt öffnet. Breitere Fugen werden oft durch Leisten aus Holz oder anderem Material abgedeckt.

Montageschaum wird gelegentlich zur Befestigung und gleichzeitigen Abdichtung der Anschlussfuge eingesetzt. Da gewöhnlicher Bauschaum oft nicht dauerhaft formstÀndig ist, sollte spezieller Zargenschaum verwendet werden, der eine bessere LuftschalldÀmmung und Haltbarkeit gewÀhrleistet und hÀufig aus zwei Komponenten besteht. Da auch Zargenschaum nicht dampfdicht und nicht völlig luftdicht ist, sollte noch eine zusÀtzliche innere Abdichtung gegen die Dampfdiffusion vorgenommen werden.[36] In der Regel ist immer eine zusÀtzliche Fixierung des Rahmens mit metallischen Befestigungsmitteln oder durch Einputzen erforderlich.

Die Befestigung des Fensterrahmens erfolgt zumeist ĂŒber SpreizdĂŒbel, Mauerpratzen oder mit Metalllaschen aus gekröpftem Flachstahl, sogenannten Fensterankern. Auch werden spezielle Fensterbauschrauben verwendet, deren besonders kleiner Kopf sich in das Blendrahmenprofil hineinzieht. Dabei wird mit einem etwas kleineren Bohrer vorgebohrt. Das durchgehende Gewinde der Schraube schneidet zunĂ€chst in den Rahmen und dann in den Stein. Dies hat den Vorteil, dass kein Zug auf den Rahmen ausgeĂŒbt wird. Vor dem endgĂŒltigen Befestigen wird die genaue Position des Fensters durch paarweise gegenlĂ€ufig in die Fuge geschobene Keile sowie durch UnterlagplĂ€ttchen (auch Verglasungsklötze genannt) unterschiedlicher Dicke festgelegt. Um eine Verschiebung und Verwindung des Fensterrahmens zu vermeiden, sollte unmittelbar bei jeder Schraubverbindungen zur Außenwand eine Verkeilung erfolgen.

Materialien

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Querschnitt durch Fensterkonstruktionen fĂŒr PassivhĂ€user. Ein Kunststofffenster mit ausgeschĂ€umten Profilen (gelb), Stahlrohreinlagen zur Stabilisierung und drei umlaufenden Dichtprofilen (alle schwarz). Ein Holzfenster mit vorgeblendeten, austauschbaren Holzprofilen auf der Außenseite, vierfach abgestuftem Falz und zwei umlaufenden Dichtprofilen. Gestrichelt eingezeichnet ist die Trennlinie zwischen FlĂŒgel und Blendrahmen.
Horizontalschnitt durch einen Stulp mit Draufsicht auf den Espagnolettenverschluss (1904)
Siehe auch: Fensterbau

Zur Herstellung von Rahmen und FlĂŒgel werden ĂŒblicherweise Holz, Aluminium, Kunststoff und Stahl eingesetzt, traditionell wurden auch Schmiedeeisen, Gusseisen sowie Blei fĂŒr Glassprossen verwendet.

Holz ist der Ă€lteste Werkstoff fĂŒr Fenster. Die gute WĂ€rmedĂ€mmung und leichte Bearbeitbarkeit sind die wichtigsten Vorteile. Viele noch erhaltene historische Fenster zeigen, dass Holzfenster bei guter Pflege oder geringem Witterungseinfluss ein Alter von deutlich ĂŒber 100 Jahren erreichen können. In exponierter Lage sowie an der Wetterseite des GebĂ€udes altern Holzfenster wesentlich schneller. Hier bietet sich etwa die Verwendung von Holz-Aluminiumfenster an. In der Regel wird den tragenden Fensterprofilen aus Holz eine witterungsbestĂ€ndigen Schale aus Aluminium vorgeblendet, so dass innen der wohnliche Charakter des Holzes erhalten bleibt.

Aluminiumfenster werden aufgrund ihrer StrapazierfĂ€higkeit und der guten statischen Eigenschaften von Strangpressprofilen vor allem in öffentlichen GebĂ€uden und BĂŒros verbaut. FĂŒr Glasfassaden sind ebenfalls Aluminiumprofile ĂŒblich. Bei Fenstern mit Isolierverglasung werden Innen- und Außenschale durch eingewalzte Kunststoffstege voneinander getrennt („thermische Trennung“). Eloxiertes Aluminium ist witterungsbestĂ€ndig, langlebig, robust und wartungsarm. Aluminium kann sehr leicht bearbeitet und in Form gebracht werden, ist jedoch energieaufwĂ€ndig in der Herstellung.

Kunststofffenster enthalten im Innern des Rahmens und des FlĂŒgels meist VerstĂ€rkungen aus Aluminium, Stahl oder glasfaserverstĂ€rktem Kunststoff (GFK). Nachteilig kann die relativ große RahmenstĂ€rke im VerhĂ€ltnis zur GlasflĂ€che sein.

Stahlfenster aus einfachen Winkelprofilen werden gelegentlich noch fĂŒr einfache Fenster ohne AnsprĂŒche an WĂ€rme- und GerĂ€uschdĂ€mmung verwendet. In AusfĂŒhrungen mit thermischer Trennung zwischen innerem und Ă€ußerem Teil-Profil werden sie aufgrund ihrer hohen Festigkeit auch in öffentlichen Bereichen mit erhöhten Beanspruchungen eingesetzt oder wenn besonders schlanke Rahmen und Sprossen gefordert sind.

Einbruch-, Durchbruch- und Ausbruchschutz

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→ Hauptartikel: Einbruchschutz

Allgemeine Anforderungen

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Verglasungen ab einer gewissen Absturzhöhe mĂŒssen, wenn eine entsprechende Absturzsicherung fehlt, so ausgefĂŒhrt werden, wie es die Technischen Regeln fĂŒr die Verwendung von absturzsichernden Verglasungen (TRAV) vorsehen. Der Höhenunterschied wird als TRAV-Höhe bezeichnet und ist in von Bundesland zu Bundesland verschieden. Sie ist in der jeweiligen Landesbauordnung (LBO) nachzulesen. Die Verglasung ist in der Regel so aufgebaut, dass innen ein Einscheibensicherheitsglas und außen ein Verbundsicherheitsglas verwendet wird. In GebĂ€uden, aus denen Personen nicht ausbrechen dĂŒrfen (GefĂ€ngnisse, geschlossene Krankenhausabteilungen und dgl.), ist es erforderlich, die Fenster durch geeignete Maßnahmen ausbruchsicher zu konstruieren. Auch hier finden einerseits die VSG-GlĂ€ser Anwendung und andererseits BeschlĂ€ge mit erhöhter Festigkeit, abschließbare oder demontierbare Griffe sowie BĂ€nder mit Schutz gegen das AushĂ€ngen.

Einscheibensicherheitsglas

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→ Hauptartikel: Einscheiben-Sicherheitsglas

Die Herstellung des thermisch vorgespannten Einscheibensicherheitsglases (ESG) umfasst eine spezielle WĂ€rmebehandlung. Dabei wird eine Glasscheibe gleichmĂ€ĂŸig innerhalb von wenigen Sekunden auf >600 Â°C erhitzt und ebenfalls schnell abgekĂŒhlt.[40] Die charakteristische Spannungsverteilung durch die Erhitzung bewirkt einen Bruch in kleine, stumpfkantige GlasstĂŒcke. Neben der Sicherheit bietet ESG im Vergleich zu ĂŒblichen Glasscheiben eine erhöhte Biege-, Stoß und Schlagfestigkeit. ESG findet vielerlei Anwendungen beispielsweise in SchwimmbĂ€dern und Turnhallen, oder als transparentes Element in Brandschutzverkleidungen, Duschen und BalkontĂŒren.

Verbundsicherheitsglas

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→ Hauptartikel: Verbund-Sicherheitsglas

Das Verbundsicherheitsglas (VSG) bietet im Gegenzug zum ESG einen erhöhten Schutz. Die Herstellung von VSG beinhaltet die Erzeugung eines glasklaren Verbunds aus Glasplatten und Folien aus Kunststoff.[41] Dieses bewirkt eine Reduktion der Splitterbildung der Scheibe im Falle der Zerstörung.

Fensterumrahmung

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Vor EinfĂŒhrung moderner Lochfassaden waren Öffnungen nicht nur von TĂŒren, sondern auch von Fenstern in der Regel mit einer Umrahmung versehen; sie dienen dem Verschluss der Fugen zwischen Fenster und Wand sowie zur gestalterischen Verzierung der Fassade.[42] Vgl. auch: Fasche, Ohrung

  • Bildergalerie: Fensterumrahmungen
  • Profilierte Steinrahmung eines Barockfensters
    Profilierte Steinrahmung eines Barockfensters
  • Profilierte Fensterumrahmung an einer barocken Fachwerkfassade
    Profilierte Fensterumrahmung an einer barocken Fachwerkfassade
  • Musterhafte Fensterumrahmungen aus Holzbrettern in einem Zimmermanns-Fachbuch von 1893[43]
    Musterhafte Fensterumrahmungen aus Holzbrettern in einem Zimmermanns-Fachbuch von 1893[43]

Bauphysikalische Eigenschaften

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→ zu bauphysikalischen Eigenschaften historischer Fenster siehe auch: Fensterinstandsetzung

Bei der Auslegung von FensterflÀche und bauphysikalischen Eigenschaften sind verschiedene Parameter zu beachten:

  • die FensterflĂ€che sollte mindestens 1/10 bis 1/8 der RaumflĂ€che betragen; bei Verschattung gegebenenfalls mehr; DachflĂ€chenfenster bewirken einen stĂ€rkeren Lichteinfall
  • Fenster an der Nordseite verursachen höhere Energieverluste durch Abstrahlung
  • besonnte Fenster an der SĂŒdseite erbringen grĂ¶ĂŸere Energiegewinne
  • große GlasflĂ€chen an Ost- und insbesondere an SĂŒd- und Westseiten bedĂŒrfen im Sommer einer Verschattung oder einer leistungsstarken LĂŒftung zur Abfuhr ĂŒberschĂŒssiger WĂ€rme; wenn ArbeitsplĂ€tze zum Fenster hin ausgerichtet sind, sollte eine Verschattung vorgesehen werden, um Blendung durch Sonneneinfall zu vermeiden
  • die BrĂŒstungshöhe sollte niedrig genug sein, um sitzend die Umgebung einsehen zu können, ĂŒblich sind 60 bis 80 cm
  • der Sturz sollte hoch genug liegen, um stehend den Himmel ĂŒber dem Horizont sehen zu können, ĂŒblich sind 1,9 bis 2,6 m; um eine gleichmĂ€ĂŸige Ausleuchtung zu erreichen, sollten die Fenster umso höher ausfallen, je grĂ¶ĂŸer die Raumtiefe ist

Fensterlaibungen sollten eine besonders leistungsfĂ€hige DĂ€mmung in einer StĂ€rke von 40 bis 80 mm erhalten, um WĂ€rmebrĂŒcken zu vermeiden. HĂ€ufig werden Hartschaum-, bei InnendĂ€mmung auch Holzfaser-DĂ€mmplatten gewĂ€hlt. Besonders robust sind Glasschaum-Platten.[44]

Bauphysikalische Anforderungen:

  • BestĂ€ndigkeit gegen Witterung von außen und gegen Wasserdampf und Kondensat von innen
  • mechanische Festigkeit gegenĂŒber Windlast und Einbruch von außen sowie Einwirkung durch die Nutzer des GebĂ€udes von innen
  • WĂ€rmeschutz, gegebenenfalls Sonnen- und Blendschutz
  • Schallschutz
  • Brandschutz falls erforderlich, siehe Feuerwiderstand
  • gegebenenfalls Sichtschutz, etwa durch Verspiegelungen, Milchglas oder Ornamentglas; unter UmstĂ€nden nach ArbeitsstĂ€ttenrichtlinie

Akkreditierte PrĂŒfinstitute wie das Institut fĂŒr Fenstertechnik (IFT) in Rosenheim zertifizieren die Eigenschaften von Fenstern.

Fenster eines alten Rosentaler Holzhauses, KĂ€rnten, Österreich

Winddichtigkeit und Luftwechselrate

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Die Undichtigkeit historischer Holzfenster verbunden mit dem leichten aber dauerhaften Sog der frĂŒher ĂŒblichen Feuerstellen garantierte in der kalten Jahreszeit einen gewissen Mindestluftwechsel, durch den die heute hĂ€ufig auftretenden Schimmelprobleme nicht auftraten.

Durch die inzwischen ĂŒblichen Gummilippendichtungen muss heute das Fenster geöffnet werden, um eine ausreichende LĂŒftung zu erreichen. Alternativ kann eine mechanische LĂŒftungsanlage installiert werden.

Andernfalls kann Feuchtigkeit aus der Raumluft an kalten Bauteilen kondensieren. Bei einfach verglasten Fenstern ist die Glasscheibe die kĂ€lteste OberflĂ€che und die Luftfeuchtigkeit schlĂ€gt sich an der Scheibe sichtbar nieder. Wird ein modernes wĂ€rmegedĂ€mmtes Fenster in eine ungedĂ€mmte Außenwand eingebaut, kondensiert die Luftfeuchte an WĂ€rmebrĂŒcken rund um den Fensterrahmen oder in Raumecken, die dadurch auffeuchten und zu Schimmel neigen.

Siehe auch: Sturmhaken (Eisenwaren)

Schallschutz

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→ zum Schallschutz historischer Kastenfenster siehe auch: Fensterinstandsetzung

Fenster als schwĂ€chstes Glied reduzieren das SchalldĂ€mmmaß schwerer AußenwĂ€nde erheblich. Die AbschwĂ€chung des SchalldĂ€mmwertes der Wand wird in der Bauphysik in einer Formel mit dekadischem Logarithmus berechnet. Der GerĂ€uschpegel des Straßenverkehrs kann tabellarisch erfasst[45] werden, um daraus das notwendige SchalldĂ€mmmaß des Fensters zu ermitteln.

Durch Verbundglasscheiben mit speziellen schallschluckenden Folien wird die innere DĂ€mpfung der Scheibe erhöht, damit das SchalldĂ€mmmaß erhöht. Vor einigen Jahren wurde der Scheibenzwischenraum mit einem Gas, welches schwerer als Luft ist, gefĂŒllt beispielsweise SF6. SF6 ist aber wegen seiner ozonschĂ€digenden Eigenschaften aufgrund des Kyoto-Protokolls zum Klimaschutz in den meisten europĂ€ischen LĂ€ndern mittlerweile verboten. Stattdessen werden nun Argon oder Krypton verwendet.

Weitere Verbesserungen im Schallschutz können erreicht werden durch:

  • die Erhöhung der Masse von Fensterscheibe und -rahmen
  • die Kombination von einer stĂ€rkeren mit einer dĂŒnneren Glasscheibe
  • VergrĂ¶ĂŸerung des Abstands zwischen den Scheiben
  • mehrfache Dichtungsebenen zwischen FlĂŒgel und Rahmen aus Gummiprofilen

WĂ€rmetechnische Eigenschaften

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Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Bitte hilf uns dabei, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Neben der Art der Verglasung sind die AusfĂŒhrung von FlĂŒgel und Rahmen fĂŒr die Energiebilanz des Fensters entscheidend. Die WĂ€rmedĂ€mmung heutiger Fensterkonstruktionen hĂ€ngt allerdings nicht mehr so stark vom Material von FlĂŒgel und Rahmen ab, wie zuvor, da auch die Innen- und Außenseiten von Stahl- und Aluminiumprofile durch Einlagen aus Kunststoff thermisch entkoppelt werden. Insgesamt können die Fenster jedoch immer noch eine Schwachstelle in der thermischen HĂŒlle des GebĂ€udes darstellen, auch wenn sich das MissverhĂ€ltnis des WĂ€rmeverlustkoeffizienten der Fenster zur Außenwand stark angeglichen hat. Dabei wirken sich die solaren WĂ€rmegewinne von Fenstern wĂ€hrend der Heizperiode und die Einsparungen von elektrischem Licht durch natĂŒrliche Belichtung positiv in der Bilanz aus. Die Herstellung von Glas, Aluminium, Stahl und Kunststoffen ist sehr energieaufwendig, die Verwendung von Tropenhölzern problematisch. Die Energiebilanz des Bauteils Fenster sollte auch nicht gĂ€nzlich ohne die Einbeziehung des Heizsystems beurteilt werden.[46]

Die Verwendung von beschichtetem Mehrscheiben-Isolierglas (MIG) ist heute Standard. Nur so können die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) erfĂŒllt werden.[47] Eine zusĂ€tzliche Verbesserung ist möglich durch:

  • Isolierglasfenster mit Dreifach-Verglasung, das wegen der Dicke und des Gewichts höhere Anforderungen an die Fensterkonstruktion stellt.
  • Isolierglasfenster mit vorgeblendeter dritter Scheibe: Diese Konstruktion ist mit einem Verbundfenster vergleichbar, bei dem eine Scheibe durch Isolierglas ersetzt ist. Im Zwischenraum können Jalousien geschĂŒtzt untergebracht werden.
  • Isolierglas-Kastenfenster: Aufbau wie bei einem klassischen Kastenfenster, nur dass die beiden Teilfenster keine einfache Scheibe, sondern eine Isolierglasscheibe enthalten.

Isolierglas hat eine begrenzte Lebensdauer. Die DIN 18545-1 (Abdichten von Verglasungen mit Dichtstoffen; Anforderungen an Glasfalze) erlaubt eine geringe Leckage der Abdichtung des Zwischenraums. Ein Erblinden oder gar das Bilden von Kondensat zwischen den Scheiben ist allerdings eher selten. Eine Lebensdauer von 30 Jahren und mehr ist keine Seltenheit.

Als Notbehelf zur Verbesserung der DĂ€mmeigenschaften von einfach verglasten Fenstern werden spezielle Folien angeboten, die ringsum am FlĂŒgel angeklebt und anschließend durch Befeuchtung gespannt werden, so dass sie kaum noch sichtbar sind.

WÀrmedÀmmverglasung

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Die einzelnen Scheiben eines Isolierglasfenster sind mit einem gasdichten Randverbund aus Glasabstandhalter und Dichtmasse miteinander verbunden (Mehrscheiben-Isolierglas). Im Scheibenzwischenraum befindet sich Luft oder Edelgas, (Argon, Krypton oder Xenon). Zusammen mit aufgedampften Schichten zur Reflexion von WĂ€rmestrahlung ist es gelungen, den WĂ€rmedurchgangskoeffizienten von 3,0 W/(mÂČ·K) bei den frĂŒhen IsolierglĂ€sern auf 0,9 bei Zweifach-WĂ€rmeschutzglĂ€sern und 0,5 bei Dreischeibenverglasungen zu reduzieren. Mit einer Zweischeiben-WĂ€rmeschutzverglasung können die Energieverluste heute gegenĂŒber einer Einfachverglasung auf ein FĂŒnftel, mit einer Dreischeiben-WĂ€rmeschutzverglasung auf ein Zehntel gesenkt werden. Der WĂ€rmeverlust bei herkömmlichen Isolierglasscheiben setzt sich zusammen aus 2/3 WĂ€rmestrahlung und 1/3 Konvektion. Durch den Einsatz von WĂ€rmeschutzverglasung, sogenanntem Low-E-Glas (Low-Emissivity-Glas), lassen sich diese WĂ€rmeverluste stark reduzieren. Wird als Gas Argon verwendet, dann wird dieser Verlust nochmals geringer.

Weiter treten entlang der Glasscheibe sogenannte WĂ€rmebrĂŒckenverluste auf (siehe U-Werte). Diese können ebenso durch den Einsatz von geeigneten Glasabstandhaltern, wie z. B. warmen Kanten, minimiert werden (siehe Glasabstandhalter).

Der Rahmen muss aufgrund des höheren Gewichtes und zur Vermeidung von Scherbelastung im Randverbund der WĂ€rmedĂ€mmverglasung stabiler gebaut sein als ein Rahmen fĂŒr eine Einscheibenverglasung. Der Rahmen sollte einen Ă€hnlich geringen WĂ€rmedurchlasswiderstand, wie die eingesetzte Verglasung haben. Bei hochdĂ€mmenden GlĂ€sern hat regelmĂ€ĂŸig der Rahmen und bei schlecht dĂ€mmenden GlĂ€sern die Verglasung den geringeren WĂ€rmedurchlasswiderstand.

U-Werte eines Fensters

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Der gesamte WĂ€rmedurchgangskoeffizient eines Fensters setzt sich aus dem U-Wert des Glases und dem U-Wert des Rahmens zusammen. Dabei werden folgende Bezeichnungen verwendet:

  • Uw-Wert (w=window) → gesamter U-Wert
  • Ug-Wert (g=glazing) → U-Wert der Verglasung
  • Uf-Wert (f=frame) → U-Wert des Rahmens

Der U-Wert wird in W/(mÂČ·K) angegeben. Der Gesamt-Uw-Wert eines Fensters wird aus drei verschiedenen Faktoren berechnet: aus dem Uf-Wert, dem Ug-Wert und dem Übergangsbereich zwischen Verglasung und Rahmen, dieser Wert wird als WĂ€rmebrĂŒckenverlustkoeffizient Κg (sprich: psi) des Glasrandes bezeichnet. Außerdem muss in die Berechnung natĂŒrlich auch die FenstergrĂ¶ĂŸe mit einbezogen werden.

Dabei gilt: Je niedriger der Uw-Wert, umso besser. Ab einem Uw-Wert von 0,8 W/(mÂČ·K) oder besser darf ein Fenster als Passivhausfenster bezeichnet werden.[48]

Anforderungen des GebÀudeenergiegesetzes

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→ Hauptartikel: Energieeinsparverordnung

In Deutschland fließen beim Energieverbrauchs-Nachweis verschiedene technischen KenngrĂ¶ĂŸen (UW-Wert, g┮-Wert, gtot-Wert, Orientierung und Neigung) der transparenten Bauteile wie Fenster und TĂŒren des betrachteten GebĂ€udes ein.[49] So werden die TransmissionswĂ€rmeverlust und die solaren WĂ€rmegewinnen bei der Ermittlung der Energiebilanz nach DIN V 18599 herangezogen. Weiterhin muss eine normgerechte natĂŒrliche Belichtung nachgewiesen werden. Sollte der Nachweis zum sommerliche WĂ€rmeschutz durch die geplanten Fenster nicht erreicht werden, sind außenliegende Beschattungselemente vorzusehen.

Vorhangfassade aus Glas
Hohe Fenster im Eingang zu einem Wohnhaus in Ystad 2021

Hoch wĂ€rmedĂ€mmende Fenster lassen weniger Licht einfallen, da Rahmen- und FlĂŒgelprofile mehr Platz einnehmen und ein grĂ¶ĂŸerer Anteil des Lichts aufgrund der grĂ¶ĂŸeren Anzahl von Scheiben, der grĂ¶ĂŸeren Gesamt-GlasstĂ€rke sowie der aufgedampften reflektiven Schichten nach außen zurĂŒckgeworfen wird. Im Neubau können die Fensteröffnungen entsprechend groß vorgesehen werden. Beim Austausch von bestehenden Fenstern sollte gegebenenfalls auf die Breite von Rahmen- und FlĂŒgelprofilen geachtet werden, damit sich die resultierende freie GlasflĂ€che der neuen Fenster nicht bedeutend reduziert. Auch sind WĂ€rmedĂ€mmglĂ€ser erhĂ€ltlich, die einen höheren Licht-Durchlassgrad aufweisen, als die Standard-Verglasung.

Rahmenanteil

Durch die Standardisierung der Fensterprofile sowie grĂ¶ĂŸere Anforderungen an Belastbarkeit, Bedienungskomfort, Dichtheit, WĂ€rme-, Schall- und Einbruchschutz sind heutige Fensterprofile vergleichsweise breit und tief. Damit geht immer mehr GlasflĂ€che im VerhĂ€ltnis zum Rohbaumaß des Fensters verloren. Werden Fenster aus Standardprofilen in besonders kleine Wandöffnungen eingesetzt, wie sie in manchen historischen GebĂ€uden aus gestalterischen GrĂŒnden oder aus Geldknappheit vorgesehen wurden, so verbleibt unter UmstĂ€nden nur noch ein Bruchteil der Maueröffnung fĂŒr die Verglasung.

Erhöhte Reflexion

An der GrenzflĂ€che zwischen Luft und Glas werden etwa 4 % des einfallenden Lichtes bei senkrechtem Einfall reflektiert, bei schrĂ€gem Einfall noch deutlich mehr. Eine Glasscheibe reflektiert an ihren zwei GrenzflĂ€chen somit rund 8 % des einfallenden Lichtes. Eine doppelte Verglasung verliert bereits 15 %, die Dreifachverglasung sogar 22 % des einfallenden Lichtes. Eine Beschichtung der GlasflĂ€chen kann die Reflexion noch auf etwa 29 % verstĂ€rken.

Dieser Effekt kann bei Neubauten jedoch durch große Glasscheibenabmessungen und einen grĂ¶ĂŸeren GlasflĂ€chenanteil ausgeglichen werden. Die quantitative Beziehung zwischen der Art des Fensters beziehungsweise der Verglasung und dessen FĂ€higkeit zur WĂ€rmedĂ€mmung wird durch den WĂ€rmedurchgangskoeffizienten beschrieben.

Luftdichte Fenster

EnEV und das neue GebĂ€udeenergiegesetz (GEG) fordern eine luftundurchlĂ€ssige GebĂ€udehĂŒlle. Deswegen enthalten moderne Fenster Dichtlippen. Die PrĂŒfung der GebĂ€udehĂŒlle auf etwaige LuftdurchlĂ€ssigkeiten kann mit Hilfe einer sogenannten LuftdurchlĂ€ssigkeitsmessung durchgefĂŒhrt werden. Sie ist auch als BlowerDoor-Messung bekannt.

Historische Fenster können von den Anforderungen der Energieeinsparverordnung ausgenommen werden, siehe Fensterinstandsetzung#Fensterinstandsetzung und die Energieeinsparverordnung.

Passivhausfenster

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Fenster, die einen Uw-Wert von 0,80 W/(mÂČ·K) oder besser haben, dĂŒrfen als Passivhausfenster bezeichnet werden. Diese Werte werden durch die Verwendung einer 3-fach-Verglasung mit thermisch getrennten Glasabstandhaltern (der sogenannten „warmen Kante“), eines stark gedĂ€mmten Rahmen- und FlĂŒgelprofils sowie gegebenenfalls eines dritten umlaufenden Dichtungsprofils und eines vergrĂ¶ĂŸerten Glasfalzeinstandes erreicht. Bei Kunststofffenstern spielt auch die Anzahl der Luftkammern eine Rolle.

Um sowohl den WĂ€rmeverlust zu minimieren als auch einen ausreichenden Luftaustausch zu gewĂ€hrleisten, wird fĂŒr PassivhĂ€user ein angepasstes LĂŒftungskonzept gefordert.[50]

Solarer WĂ€rmegewinn

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Energiegewinn, da durch Glas nicht nur WĂ€rme verloren geht, sondern auch bei gĂŒnstiger Sonnenausrichtung Energie eingefangen wird. Quantifiziert wird diese Art der passiven Sonnenenergienutzung durch den Energiedurchlassgrad (g-Wert). Dieser Effekt wird im Winter bei großzĂŒgig dimensionierten SĂŒdverglasungen genutzt, wenn die Sonne flach steht und direkt in den Raum strahlt. Hingegen mĂŒssen diese GlasflĂ€chen im Sommer, wenn die Sonne steil steht, durch VordĂ€cher, außenliegende Jalousien oder Doppelfassaden beschattet werden, um die RĂ€ume vor Überhitzung zu schĂŒtzen. Nordseitig soll die FensterflĂ€che gering gehalten werden, z. B.: durch Oberlichtfenster, da hier kein solarer WĂ€rmegewinn möglich ist.

Sommerlicher WĂ€rmeschutz

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Problematik
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Sonnenschutz als Schutz vor sommerlicher Überhitzung, dies ist besonders bei einem großen FensterflĂ€chenanteil in Ost-, SĂŒd- und Westausrichtung und typischerweise auch bei WintergĂ€rten von Bedeutung. Bei einer Ost- und Westausrichtung kann der Sonneneintrag aufgrund der tieferstehende Sonne höher sein als bei einer SĂŒdausrichtung, da bei einem hohen Sonnenstand eine vertikale FensterflĂ€che nicht den vollstĂ€ndigen Sonneneintrag abbekommt. Von Nachteil können nach Westen ausgerichtete Fenster insbesondere im Dachgeschoß sein, wenn vorhandene DachschrĂ€gen und geringe Speichermasse bereits zu einer Temperaturerhöhung wĂ€hrend des Tages fĂŒhren, die sich mit zusĂ€tzlichem solarem WĂ€rmeeintrag durch GlasflĂ€chen am Nachmittag ĂŒberlagert. In höheren Breitengraden haben FensterflĂ€chen sogar bei Nordausrichtung eine gewisse Ost- und West-Komponente(vgl. DIN 4108-2:2013-02, Tabelle 7).

Fensterwahl
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Eine WÀrmeschutzverglasung ist eine Scheibe mit einer stark reflektierenden Beschichtung. Diese kann aus einer Metallbedampfung oder einer nachtrÀglich aufgeklebten Sonnenschutzfolie bestehen.

Der Einsatz von schaltbaren GlĂ€sern ermöglicht eine automatische oder nutzergesteuerte Änderung der Licht- und EnergiedurchlĂ€ssigkeit von Verglasungen und damit eine Anpassung an die IntensitĂ€t der Sonneneinstrahlung.

Weitere Bauteile und Maßnahmen
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Eine moderne Methode zur Reduktion der direkten Sonneneinstrahlung ist die Verwendung von Brise soleils.

Außer durch die gezielte Wahl eines bestimmten Fenstertyps kann die direkte Sonneneinstrahlung u. a. auch durch folgende Bauteile oder Maßnahmen reduziert werden:[51]

  • Bepflanzung des GrundstĂŒcks mit reifen BĂ€umen oder hohen Hecken
  • FensterlĂ€den
  • Markisen
  • Brise Soleils
  • Außenliegende Jalousien fĂŒhren zu einer Abminderung des WĂ€rmeeintrags um bis zu 85 %.
  • Innenliegende Jalousien bewirken lediglich eine Abminderung um 10 bis 35 %. Sie dienen eher als Sicht- oder Blendschutz.
  • Weite DachĂŒberstĂ€nde
  • Oberhalb der GlasflĂ€chen liegende Balkone oder VordĂ€cher schĂŒtzen vorrangig vor der hochstehenden sommerlichen Mittagssonne. Sonne aus Ost- und Westrichtung wird nur teilweise abgeschirmt.

KfW-Förderprogramme

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Die Förderprogramme der KfW zielen mitunter auf die verbesserte WĂ€rmedĂ€mmung von Fenstern ab. Gefördert werden Baumaßnahmen mit vergĂŒnstigten Darlehen oder ZuschĂŒssen. Beantragt werden können die Förderungen sowohl von Privatpersonen als auch von Wohnungsunternehmen oder Gemeinden. HierfĂŒr gibt es diverse Förderprogramme, die bei der KfW selbst erfragt werden können.

Fenster in verschiedenen LĂ€ndern

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In den Vereinigten Staaten wird das KĂŒchen-SpĂŒlbecken traditionell immer vor ein Fenster eingebaut.

WohnhĂ€user in den Niederlanden, in Großbritannien und den Vereinigten Staaten werden traditionell oft mit Schiebefenstern mit zwei FensterflĂŒgeln in liegendem Format ausgestattet. Moderne Varianten sind meist aus PVC gefertigt, seltener aus GFK oder Aluminium. Zum LĂŒften können sie hĂ€ufig angekippt und zum Putzen in der Regel aufgeklappt werden.

Vereinigte Staaten

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Besonderheiten

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Eine amerikanische Besonderheit ist, dass Fenster, die geöffnet werden können und zum LĂŒften bestimmt sind, regelmĂ€ĂŸig mit fest installierten Fliegengittern ausgestattet sind. Besonders einfach ist dies bei Schiebefenstern möglich. Bei Scharnierfenstern, die nach außen geöffnet werden, ermöglicht ein Kurbelmechanismus ein Öffnen und Schließen des Fensters. Eine weitere Besonderheit ist eine weite Verbreitung von Hung Windows – vertikalen Schiebefenstern –, die ihre Beliebtheit unter anderem der Tatsache verdanken, dass hier in der heißen Jahreszeit ein mobiles KlimagerĂ€t oder ein Fensterventilator eingehĂ€ngt werden kann. Weitaus ĂŒblicher als in Mitteleuropa sind in den USA (heute rein dekorative) Fensterkreuze.

Beschaffenheit

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Die USA haben sehr unterschiedliche Klimazonen, fĂŒr die jeweils unterschiedliche Fenster geeignet sind.
Rahmen
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Die Rahmen sind heute meist aus PVC (engl. Vinyl), Holz, Glasfaser, Aluminium oder Kombinationen aus diesen Materialien. Bei Teilholzrahmen (Wood Clad) wird ein Holzkern von außen durch Aluminium, PVC oder Glasfaser wetter- und lichtbestĂ€ndig gemacht.[52] Bei Holzrahmen hĂ€ngt die bevorzugte Holzsorte u. a. vom Klima der jeweiligen Region ab.

Die verschiedenen Materialien bestimmen nicht nur das Aussehen, die Haltbarkeit und die thermischen Eigenschaften des Fensters, sondern unterstĂŒtzen auch unterschiedliche Bauformen. So haben Glasfaser und Aluminium grĂ¶ĂŸere StabilitĂ€t als PVC und Holz und werden in Rahmen verbaut, die besonders schlank sind.[53][54]

Aluminiumrahmen werden in den USA seit den 1930er Jahren verwendet. Sie sind typisch fĂŒr die Mid-Century-Architektur, werden aber auch heute noch in HĂ€usern im Modern-Contemporary-Stil verbaut.[55] Anders als PVC-Rahmen sind Aluminiumrahmen sehr schlank und haben keine sichtbaren NĂ€hte. Die OberflĂ€che kann anodisiert, emailliert (baked enamel coated) oder farbbeschichtet (powder coated, paint coated) sein, wobei Farbbeschichtung sich bereits nach einigen Jahren aufzulösen beginnt.[56] Bei fehlender oder schlechter OberflĂ€chenbehandlung korrodieren Aluminiumrahmen ĂŒber die Jahre auch. Aufgrund ihrer hohen Masse leisten Aluminiumrahmen bessere SchalldĂ€mmung als PVC-Rahmen, sind durch die hohe WĂ€rmeleitfĂ€higkeit des Materials aber weniger energieeffizient und eher fĂŒr warme Regionen geeignet; fĂŒr winterkalte Regionen werden aber Aluminiumrahmen mit thermischer Barriere (thermal break) angeboten. Fenster mit Aluminiumrahmen sind in den USA gut 30 % teurer als solche mit PVC-Rahmen.[57]

  • PVC-Rahmen
    PVC-Rahmen
  • Vollholzrahmen
    Vollholzrahmen
  • Im SĂŒden der USA werden oft sehr schlanke Aluminiumrahmen verwendet
    Im SĂŒden der USA werden oft sehr schlanke Aluminiumrahmen verwendet

Da ein erheblicher Teil der WohnhĂ€user in den USA bis heute in historisierenden Stilrichtungen erbaut wird, werden – zum jeweiligen Stil passend – Fenster sehr oft mit Fensterkreuzen (Muntins, Glazing Bars, Sash Bars) geliefert, die heute in der Regel jedoch rein dekorativ sind, die Glasscheibe also virtuell, aber nicht physisch unterbrechen. Bei Plastikgittern, die Fensterkreuze imitieren, spricht man auch von Grilles.[58][59][60]

  • Fensterkreuze in einem Altbau, angelehnt an den Stil des 17. Jahrhunderts
    Fensterkreuze in einem Altbau, angelehnt an den Stil des 17. Jahrhunderts
  • Fensterkreuze in einem Altbau, angelehnt an den Stil des 18./frĂŒhen 19. Jahrhunderts
    Fensterkreuze in einem Altbau, angelehnt an den Stil des 18./frĂŒhen 19. Jahrhunderts
  • Fensterkreuze in einem Altbau
    Fensterkreuze in einem Altbau
  • Außen aufmontiertes Fensterkreuz auf einem modernen Fenster
    Außen aufmontiertes Fensterkreuz auf einem modernen Fenster
  • Außen aufmontiertes Fensterkreuz auf einem modernen Fenster (Detail)
    Außen aufmontiertes Fensterkreuz auf einem modernen Fenster (Detail)
  • Modernes Fenster mit einem Fensterkreuz, das zwischen den Glasscheiben montiert ist (Detail)
    Modernes Fenster mit einem Fensterkreuz, das zwischen den Glasscheiben montiert ist (Detail)
Verglasung
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Moderne Fenster haben in den Vereinigten Staaten mindestens Doppel-, oft auch Dreifachverglasung, wobei Dreifachverglasung sich insbesondere in winterkalten Regionen lohnt.[61] Die HohlrĂ€ume zwischen den Glasscheiben sind heute meist mit Argon, seltener mit dem teureren Krypton gefĂŒllt.[62][63]

Thermische Eigenschaften
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Die USA sind ein Land mit extrem unterschiedlichen Klimazonen. Um es KĂ€ufern zu erleichtern, die fĂŒr ihre Klimazone am besten geeigneten Fenster zu finden, sind diese im Rahmen des Energy-Star-Programms entsprechend ausgewiesen.[64] In winterkalten Zonen (Klimazonen 5–8) sollen die Scheiben WĂ€rmestrahlung zwar einlassen, idealerweise aber nicht wieder auslassen. In Klimazone 4 sollen Fenster dazu beitragen, das Haus im Winter warm und im Sommer kĂŒhl zu halten. In Klimazone 3 steht der Schutz vor WĂ€rme im Vordergrund, doch mĂŒssen die Fenster im Winter auch WĂ€rme bewahren können. In den sĂŒdlichsten Zonen ist die Hauptanforderung das Fernhalten von WĂ€rmestrahlung.[65] Diese Charakteristiken werden unter anderem durch spezielle Beschichtung des Glases erreicht.[66] Der U-Wert (engl. U-Factor, WĂ€rmedurchlĂ€ssigkeit) soll je nach Region maximal 0,4 bis hin zu 0,27 betragen, der g-Wert (engl. Solar Heat Gain Coefficient, SHGC) je nach Region höchstens 0,25 bis hin zu mindestens 0,32.[67][68]

Öffnungsarten

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Die in den USA am weitesten verbreiteten Fenstertypen (Außenansicht)

In den Vereinigten Staaten sind viele Fenstertypen im Einsatz, die in Mitteleuropa zum Teil ungebrÀuchlich sind. Unter anderem werden unterschieden:

Schiebefenster
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Double Hung Windows
Der in den Vereinigten Staaten am meisten verbreitete Fenstertyp: Vertikale Schiebefenster im Hochformat mit zwei FlĂŒgeln. Der untere FlĂŒgel (engl. sash) kann nach oben geschoben werden; anders als bei einem Single Hung Window kann auch der obere FlĂŒgel nach unten geschoben werden.[69] Bei neueren Fenstern ist es möglich, sowohl den oberen als auch den unteren FlĂŒgel zum Reinigen nach innen zu klappen.[70]
Single Hung Windows
Wie Double Hung Windows, der obere FlĂŒgel ist jedoch unbeweglich. Dieser Fenstertyp ist nicht mehr handelsĂŒblich, kommt in Altbauten aber noch vor.[70]
Sliding Windows
Horizontale Schiebefenster im Querformat mit einem FlĂŒgel, der zur Seite geschoben werden kann, wĂ€hrend der zweite unbeweglich ist.[70] Mit etwas Aufwand können auch viele Sliding Windows ein mobiles KlimagerĂ€t aufnehmen.[71]
  • Traditionelles Double Hung Window
    Traditionelles Double Hung Window
  • Traditionelle Double Hung Windows, mit Fensterkreuz
    Traditionelle Double Hung Windows, mit Fensterkreuz
  • Modernes Double Hung Window mit eingehĂ€ngtem KlimagerĂ€t
    Modernes Double Hung Window mit eingehÀngtem KlimagerÀt
Fenster mit Scharnieren
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Fensterkurbel an der Innenseite eines modernen Casement Window. Bei geschlossenem Fenster wird sie zur Seite geklappt.
Casement Windows (FlĂŒgelfenster)
Rechteckige Scharnierfenster im Hochformat, deren FlĂŒgel nach links oder rechts (meist nach außen) geklappt werden. Neben einflĂŒgeligen Versionen existieren Kombinationsfenster mit zwei FlĂŒgeln, die durch ein Setzholz getrennt sind.[72] Viele Casement Windows werden mit Hilfe eines Kurbelmechanismus geöffnet und geschlossen, was gegenĂŒber der Bedienung von Hand die Vorteile hat, dass erstens der geöffnete FlĂŒgel in der gewĂ€hlten Stellung fixiert ist und zweitens ein Fliegengitter verwendet werden kann.
Awning Windows („Markisenfenster“)
Rechteckige Scharnierfenster im Querformat mit einem einzigen FlĂŒgel, der nach oben (nach außen; maximal ca. 45 Grad) geklappt wird. Awning Windows werden meist auf- und zugekurbelt, insbesondere wenn sie ein Fliegengitter aufnehmen. Eingesetzt werden Awning Windows hauptsĂ€chlich in höhergelegenen Wandbereichen, wo Fenster relativ schwer zu erreichen und zu bedienen sind.[72] Beliebt sind Awning Windows auch in regenreichen Regionen, wo sie bei Regen offen gehalten werden können, ohne dass Feuchtigkeit ins Haus gelangt.[73]
Hopper Windows (Kippfenster)
Rechteckige Scharnierfenster im Querformat mit einem einzigen FlĂŒgel, der nach unten (nach innen; maximal ca. 45 Grad) geklappt wird. Eingesetzt werden Hopper Windows hauptsĂ€chlich als Kellerfenster.[73] Weil das Fenster nach innen geöffnet wird, kann dahinter ein Fliegengitter installiert sein.
Unbewegliche Fenster
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Picture Windows und Panoramafenster
Sehr große Fenster, die oft die volle Raumhöhe einnehmen und an passender Stelle einen ungehinderten Blick auf eine besonders sehenswerte Umgebung bieten sollen. Von einem Picture Window spricht man bei einem Einzelfenster, das wie ein ĂŒberdimensionierter Bilderrahmen in die Wand eingelassen ist. Picture Windows und Panoramafenster haben nur einen minimalen Rahmen, können in der Regel nicht geöffnet werden und bieten damit auch keine BelĂŒftung.[74][75] In WohnhĂ€usern zĂ€hlten sehr große Fenster zum Formenbestand insbesondere des Mid-century-modern-Stils.
Arch Windows
Bogenfenster werden in WohnhĂ€usern im Colonial-Stil bis heute vielfach verbaut. Oft handelt es sich dabei um Akzentfenster, die Licht einlassen und gut aussehen, aber nicht geöffnet werden sollen. Andere Bogenfenster kombinieren Schiebe- oder Scharnierfenster mit einem darĂŒber liegenden Bogen. Bogenfenster sind nicht Baumarkt-handelsĂŒblich, sondern können nur von Spezialherstellern bezogen werden.[76]
Sonstige Shaped Windows
Baumarkt-handelsĂŒblich sind bei den nicht-rechteckigen Fenstern heute vor allem runde, ovale und achteckige Formen. Meist handelt es sich hier um reine Akzentfenster, die Licht einlassen, aber nicht geöffnet werden können.
Transom Windows
Fenster, die direkt ĂŒber einer TĂŒr oder einem anderen Fenster installiert sind (vgl. KĂ€mpferfenster). Bei historisierenden Baustilen werden solche Fenster bis in die Gegenwart verwendet. Sie können in der Regel nicht geöffnet werden.[77][78][79]
  • Picture Window
    Picture Window
  • Panoramafenster
    Panoramafenster
  • Abgewinkeltes Panoramafenster in Frank Lloyd Wrights Fallingwater
    Abgewinkeltes Panoramafenster in Frank Lloyd Wrights Fallingwater
  • Modernes Bogenfenster (Akzentfenster)
    Modernes Bogenfenster (Akzentfenster)
  • Modernes Bogenfenster (Akzentfenster)
    Modernes Bogenfenster (Akzentfenster)
  • Modernes Rundfenster
    Modernes Rundfenster
  • Transom Window ĂŒber einer HaustĂŒr
    Transom Window ĂŒber einer HaustĂŒr
  • Transom Window ĂŒber einem Double Hung Window
    Transom Window ĂŒber einem Double Hung Window
  • Transom Window ĂŒber einem dreiflĂŒgeligen Fenster
    Transom Window ĂŒber einem dreiflĂŒgeligen Fenster

Sonderformen

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Mehrteilige Fenster
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Bay windows (Erkerfenster)
Bay windows sind dreiteilige aus der Fassade vortrende Fenster, deren FlĂ€chen je nach Tiefe des Erkers um jeweils 15, 30 oder 45 Grad zueinander versetzt sind. Der mittlere Teil ist manchmal breiter als die beiden Ă€ußeren.[80] Bay windows können die RaumflĂ€che vergrĂ¶ĂŸern (dann spricht man von Oriel Windows), in vielen FĂ€llen beginnt die Erweiterung des Raumes aber erst auf Höhe der Fensterbank. Bay windows waren vor allem in der viktorianischen Architektur beliebt, bis heute werden sie in HĂ€usern im Colonial-Stil verbaut. Sie sind daher auch heute noch handelsĂŒblich. Bei den Seitenteilen handelt es sich heute oft um Hung Windows, die geöffnet werden können. Varianten sind Bow windows (Bogenfenster): mehrteilige Fenster, oft mit gewölbten Fensterscheiben, die an einer gewölbten Wand Licht einlassen, und Garden windows („Gartenfenster“), die aus der Hauswand herausragen, um Zimmerpflanzen Raum und Sonnenlicht zu bieten.[70]
Venetian windows (Venezianische Fenster)
Spiegelsymmetrische dreiteilige Fenster, deren Mittelteil von einem Bogen gekrönt wird, wĂ€hrend die flankierenden Teile niedriger abschließen. Venezianische Fenster waren stilbildende Elemente in vielen Richtungen der viktorianischen Architektur und werden noch heute in WohnhĂ€usern im Colonial-Stil verbaut. Sie sind nicht Baumarkt-handelsĂŒblich, sondern nur ĂŒber den Spezialhandel zu beziehen. Bei heutigen Produkten besteht der Mittelteil gelegentlich aus einem Double Hung Window mit aufgesetztem Bogen.[70]
  • Galerie: Bay windows und Venetian windows
  • Bay Windows in einem Altbau
    Bay Windows in einem Altbau
  • Bay Window in einem Neubau
    Bay Window in einem Neubau
  • Bay Window; die „Bucht“ beginnt hier erst auf der Höhe der Fensterbank
    Bay Window; die „Bucht“ beginnt hier erst auf der Höhe der Fensterbank
  • Bay Window mit inneren FensterlĂ€den
    Bay Window mit inneren FensterlÀden
  • Bow Windows in San Francisco
    Bow Windows in San Francisco
  • Bow Window in Upstate New York
    Bow Window in Upstate New York
  • Venezianisches Fenster in einem Altbau
    Venezianisches Fenster in einem Altbau
  • Venezianisches Fenster in einem Neubau
    Venezianisches Fenster in einem Neubau
Spezialformen
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Skylights (Dachfenster)
Die Breite von Fenstern fĂŒr DachschrĂ€gen wird in den Vereinigten Staaten vom Abstand der Dachsparren bestimmt, der je nach Region 12, 16 oder 24 Zoll betrĂ€gt.[81] Um die Sparren nicht unnötig zu unterbrechen, werden mehrheitlich Hochkantfenster verbaut. Deren FlĂŒgel sind entweder starr oder können wie bei einem Awning Window oder Casement Window geöffnet werden.[82][83] Je nach DachschrĂ€ge werden unterschiedliche Montageformen und Produkttypen gewĂ€hlt (Curb Mounted vs. Deck Mounted).[84] In RĂ€ume, die vom Dach durch einen niedrigen Dachbodenraum getrennt sind, können Lichtröhren (Tubular Skylights) eingebaut werden; das Tageslicht wird hier durch eine Röhre eingespeist.[85]
Egress windows
Kellerfenster (Schiebe- oder Scharnierfenster), die als Fluchtweg fĂŒr den Notfall eingerichtet sind. Anders als ein gewöhnliches Kellerfenster (meist ein Hopper Window) lĂ€sst ein Egress Window sie sich so weit öffnen, dass eine Person hindurchsteigen kann. Der vor dem Fenster gelegene kurze Schacht (Egress Well) kann mit einigen Stufen ausgestattet sein.[86]
Storm windows
„Sturmfenster“ sind Fenster, die zur thermischen oder akustischen Verbesserung außen oder innen auf ein (unzureichendes) vorhandenes Fenster gesetzt werden. Die Montage erfolgt permanent oder jahreszeitlich. Obwohl der Name dies suggeriert, werden Storm Windows auch in Hurricanregionen nicht zur PrĂ€vention von SturmschĂ€den eingesetzt.[87][88]
Witch windows
Hexenfenster (auch Vermont Windows) sind Fenster, die an der Giebelseite eines Hauses parallel zur DachschrĂ€ge eingebaut sind, also schrĂ€g. Zweck des schrĂ€gen Einbaus ist die maximale FlĂ€chenausnutzung auf der schmalen Giebelwand, die zwei parallele Dachlinien voneinander scheidet. Witch Windows existieren fast ausschließlich im Bundesstaat Vermont und auch dort fast nur in Altbauten.
Glass block windows
Fenster aus Glasbausteinen werden in den Vereinigten Staaten seit dem frĂŒhen 20. Jahrhundert verwendet. Noch heute gibt es sie vor allem in Badezimmern, wo sie Licht, aber keine Blicke einlassen sollen. Sowohl aufgrund ihres Aussehens als auch weil sie keine BelĂŒftung bieten, gelten sie heute oft als obsolet.[89]

Italien

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Weinfenster in Florenz, Via del Sole (2006)

Weinfenster

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In Florenz (Toskana) gibt es seit dem 17. Jahrhundert nur in AdelspalĂ€sten sogenannte Weinfenster (Weinlöcher, italienisch buchette del vino), von denen heute noch 170 erhalten sind.[90] Es handelt sich um an der Straßenseite niedrig angebrachte, kleine Wandöffnungen, die im Erdgeschoss mit dem Keller verbunden waren. Durch die Wandöffnung wurden vom Hausdiener zu bestimmten Tageszeiten diskret Weinflaschen verkauft. Ökonomischer Hintergrund war die Umgehung des besteuerten GaststĂ€ttenverkaufs durch die Palastbesitzer und WeingĂŒterbesitzer.[90][91]

WĂ€hrend der Covid-Pandemie 2020 wurden viele der buchette del vino (an unterdessen zu GasthĂ€usern umgenutzten Bauten) wiederentdeckt und geöffnet, um den zahlenden GĂ€sten ohne großes Ansteckungsrisiko alkoholische GetrĂ€nke und Speise zu reichen. In diesem Zusammenhang kam die ErklĂ€rung auf, dass bereits die alten Weinfenster das Ansteckungsrisiko wĂ€hrend der Zeit der Großen Pest mindern sollten.[92][93][94][95]

Siehe auch

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Ein Bogenfenster vor einer Wandmalerei, die Salvador DalĂ­ zeigt, an einer HĂ€userwand in Lima (Peru)
  • AllgĂ€uer Fenster
  • BrĂŒstung bzw. Parapet, das Mauerwerk unterhalb des Fensters
  • Bullauge
  • Espagnolette
  • Fasche, ein mit Struktur und/oder Farbe abgesetzter Streifen
  • FensterbrĂŒstung
  • Fenstergriff
  • Fensterladen außen
  • Fensterinstandsetzung
  • Fensterputzen
  • Fensterrose (Rosette) in der Romanik und Gotik
  • Fenstersanierung
  • Fensterverdachung
  • Finestra inginocchiata
  • Laibung
  • LĂŒftungsklappe
  • Intelligentes Glas
  • KĂ€mpferfenster
  • Kreuzstockfenster
  • Ochsenauge, ein ovales, dekoratives Fenster
  • Querstockfenster
  • RAL-Montage
  • Seelenfenster
  • Sonnenröhre (Lichtöffnung von oben)
  • Vorreiber
  • Warnvögel sollen bei großen FensterflĂ€chen verhindern, dass Vögel dagegen fliegen
  • Wiener Sprosse
  • Winterfenster

Literatur

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  • Christoph Gerlach: Fenster aus Westfalen. Zur Konstruktion und Entwicklung des Fensters im Fachwerkbau. WestfĂ€lisches Freilichtmuseum Detmold, 1987, ISBN 3-926160-01-2.
  • Christoph Gerlach: Das falsche Bild vom historischen Fenster. In: Berichte zur Denkmalpflege in Niedersachsen, Jg. 18 (1998), S. 130–134.
  • Manfred Gerner, Dieter GĂ€rtner: Historische Fenster – Entwicklung, Technik, Denkmalpflege. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1996, ISBN 978-3-421-03104-4.
  • August Graef: Der praktische Fensterbauer, Werkzeichnungen aller vorkommenden Tischlerarbeiten theilweise in Verbindung mit Glaserarbeiten (...). (= Klassische VorlagenbĂŒcher fĂŒr den Praktiker, Band 5) Weimar 1874. Nachdruck: Edition Libri Rari im Verlag SchĂ€fer, 2. Auflage, Hannover 2003, ISBN 978-3-87870-670-0.
  • Tobias Huckfeldt, Hans-Joachim Wenk (Hrsg.): Holzfenster – Konstruktion, SchĂ€den, Sanierung, Wartung. Band 1. R. MĂŒller, Köln 2009, EAN 9783481025045
  • Hugo Koch: Fenster, ThĂŒren und andere WandverschlĂŒsse (= Handbuch der Architektur, Bd. III.3.1). Verlag Arnold BergstrĂ€sser, Darmstadt 1896 (Digitalisat der Auflage von 1901 auf archive.org, abgerufen am 22. Dezember 2023)
  • Sabine Lietz: Das Fenster des Barock. Fenster und Zubehör in der fĂŒrstlichen Profanarchitektur zwischen 1680 und 1780. Deutscher Kunstverlag, MĂŒnchen und Berlin 1982, ISBN 978-3-422-00739-0.
  • Anton Pech: Fenster. In: Baukonstruktionen. Band 11. Springer, 2006, ISBN 3-211-21500-X. 
  • Hans-Rudolf Neumann (Hrsg.): Fenster im Bestand: Grundlagen der Sanierung in Theorie und Praxis. 1. Auflage. Expert-Verlag, Esslingen 2003, ISBN 978-3-8169-2203-2.
  • Hans-Rudolf Neumann: Fenster, Sanierung und Modernisierung. Querschnittsuntersuchung zum dominierenden Kultur- und Technikelement der GebĂ€ude. (Bauforschung fĂŒr die Praxis). IRB-Verlag, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-8167-4229-6.
  • Mila Schrader: Fenster, Glas und BeschlĂ€ge als historisches Baumaterial. Ein Materialfaden und Ratgeber. 2. unverĂ€nderte Auflage, Edition :anderweit, Suderburg-Hösseringen 2015, ISBN 978-3-931824-04-4.
  • Rolf Selbmann: Eine Kulturgeschichte des Fensters von der Antike bis zur Moderne. Dietrich Reimer Verlag, 2010, ISBN 978-3-496-01409-6. 
  • GĂŒnther Uhlig, Niklaus Kohler, Lothar Schneider: Fenster – Architektur und Technologie im Dialog. 1. Auflage. Vieweg+Teubner, Wiesbaden 1994, ISBN 3-322-83910-9. 

Weblinks

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Commons: Fenster â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Fenster â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikiquote: Fenster â€“ Zitate
  • Literatur von und ĂŒber Fenster im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • Walter Haas, Adolf Reinle, Friedrich Kobler: Fenster. In: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte. Forschungsstelle Realienkunde, Zentralinstitut fĂŒr Kunstgeschichte; abgerufen am 28. MĂ€rz 2023 (Abschrift auf rdklabor.de. - Buchausgabe: RDK, Bd. 7. MĂŒnchen 1981, Sp. 1253–1466). 
  • Hermann Klos: Kastenfenster, Doppelfenster und ihre Varianten. Auf holzmanufaktur-swiss.ch

Einzelnachweise

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  1. ↑ Verein Deutscher Ingenieure e. V. (Hrsg.): VDI 4700 Blatt 1 – Begriffe der Bau- und GebĂ€udetechnik. Beuth, DĂŒsseldorf Oktober 2015, S. 57. 
  2. ↑ Irene Nadler: Die Geschichte von Windows. Microsoft Corporation, 21. Juli 2020, abgerufen am 28. MĂ€rz 2023. 
  3. ↑ Elmar Seebold: KLUGE – Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 25. Auflage. De Gruyter, Berlin/Boston 2011, ISBN 978-3-11-022364-4, S. 287. 
  4. ↑ siehe auch: Finestre impannate
  5. ↑ Artikel ĂŒber römisches Fensterglas. glasrepliken.de, abgerufen am 1. Februar 2020. 
  6. ↑ a b Institut fĂŒr Geschichtliche Landeskunde an der UniversitĂ€t Mainz Fenster (Memento vom 15. Juli 2016 im Internet Archive)
  7. ↑ Helmut A. Schaeffer: Glastechnik – Band 3, Flachglas. S. 17 f.
  8. ↑ Helmut Gebelein: Das Element Feuer in Haushalt und Familie. In: Trude Ehlert (Hrsg.): Haushalt und Familie in Mittelalter und frĂŒher Neuzeit. Sigmaringen 1991, ISBN 978-3-7995-4156-5, S. 137–151, hier: S. 147.
  9. ↑ 1954 Entwicklung des ersten Kunststofffensters
  10. ↑ Das Bandfenster zum Hof. Abgerufen am 18. September 2017. 
  11. ↑ a b Das asymmetrische Bauen „von innen nach außen“ am SchlossgebĂ€ude Wiligrad. Abgerufen am 27. Mai 2022. 
  12. ↑ Use Windows to Beat the Heat. Abgerufen am 24. Mai 2022. 
  13. ↑ a b c Daylighting 101: Orientation. Abgerufen am 24. Mai 2022. 
  14. ↑ Controlling Glare. Abgerufen am 24. Mai 2022. 
  15. ↑ Sun Control and Shading Devices. Abgerufen am 24. Mai 2022. 
  16. ↑ 'Einlage Fenster.' In: Handwerk & Technik: Tabellenbuch Holztechnik. 1. Auflage. Jörg ZĂŒrn Gewerbeschule, 2013. (jzgs-tischler-glaser.de)
  17. ↑ Light Shelf. Abgerufen am 27. Mai 2022. 
  18. ↑ Marion Kaminski: Venedig. Kunst & Architektur. Köln 2005, S. 358 und Jeanette Kohl: Architektur der SpĂ€trenaissance in Venedig und im Veneto. In: Rolf Toman (Hrsg.): Die Kunst der italienischen Renaissance. Potsdam 2007, S. 162.
  19. ↑ siehe Internetseite der Holzmanufaktur Rottweil (Memento vom 24. Februar 2015 im Internet Archive), abgerufen im Feb. 2015.
  20. ↑ Theodor Krauth: Die gesamte Bauschreinerei. Leipzig 1899, S. 155. (Auflage von 1891 online bei Archive.org, dort S. 132 f.)
  21. ↑ GemĂ€ĂŸ EnEV 2014, Anlage 3 (zu den §§ 8 und 9) Energieeinsparverordnung - EnEV sind die Anforderungen nach Tabelle 1 Zeile 2 einzuhalten. D. h. einen U-Wert von höchstens 1,3 W/(mÂČ·K). Eine Einfachverglasung hat aber einen WĂ€rmedurchlasskoeffizient von ĂŒber 5 W/(mÂČ·K).
  22. ↑ a b c Hermann Klos / Holzmanufaktur Rottweil: Kastenfenster. In: Denkmalpflege in Baden-WĂŒrttemberg, Jg. 39, 2010, Heft 4 (online auf holzmanufaktur-rottweil.de, abgerufen am 22. Dezember 2023), S. 5.
  23. ↑ Theodor Krauth, Franz Sales Meyer: Das Schreinerbuch. Seemann, Leipzig 1891, S. 134.
  24. ↑ Zu Typen und ungeklĂ€rter Geschichte der Winterfenster vgl. auch Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, Bd. VIII, 1983, Sp. 213–256: Fenster, hier: Kapitel V. Winterfenster. (Abschrift auf rdklabor.de, abgerufen am 4. Februar 2024)
  25. ↑ Mila Schrader: Fenster, Glas und BeschlĂ€ge als historisches Baumaterial – Ein Materialfaden und Ratgeber. EDITION:anderweit, Suderburg 2001, ISBN 3-931824-04-7, S. 68.
  26. ↑ Holzfenster im Baudenkmal. Hinweise zum denkmalgerechten Umgang (= Arbeitshefte der VDL, Arbeitsgruppe Bautechnik, Nr. 1). Hrsg. Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der Bundesrepublik Deutschland, 2017 (online auf vdl-denkmalpflege.de, abgerufen am 22. Dezember 2023), S. 21 ff.
  27. ↑ Hermann Kloos: Kastenfenster. In: Das Fenster im 20. Jahrhundert. aus: Denkmalpflege in Baden-WĂŒrttemberg, 39. Jahrgang, 4 | 2010, 2010, abgerufen am 9. Mai 2025. 
  28. ↑ Tobias Huckfeldt, Hans-Joachim Wenk: Holzfenster - Konstruktion, SchĂ€den, Sanierung, Wartung. Köln 2009, S. 295.
  29. ↑ Richard Bermpohl, Hans Winkelmann: Das Tischlerbuch. GĂŒtersloh 1952, S. 411.
  30. ↑ F. Fink: Der Bautischler oder Bauschreiner und der Feinzimmermann. Praktisches Hand- und HĂŒlfsbuch fĂŒr Bautischler, Zimmerleute, Architekten, Fabrikanten und Bauhandwerker, sowie fĂŒr Bau- und Gewerbeschulen. Leipzig 1877.
  31. ↑ Hermann Klos: Verbundfenster. Noch kein Fall fĂŒr die Rote Liste. In: Restaurator im Handwerk. 2/2009, S. 29–34. (restaurator-im-handwerk.eu (Memento vom 3. MĂ€rz 2014 im Internet Archive))
  32. ↑ Wiederherstellung der originalen Ansicht von historischen Blindfenster im Treppenhaus der Residenz in WĂŒrzburg. In: rothkegel.com. Abgerufen am 22. Dezember 2023. 
  33. ↑ Johann Friedrich Penther: AusfĂŒhrliche Anleitung zur bĂŒrgerlichen Bau-Kunst (Band 1): Enthaltend ein Lexicon Architectonicum oder ErklĂ€rungen der ĂŒblichsten Deutschen, Französischen, ItaliĂ€nischen Kunst-Wörter der BĂŒrgerlichen Bau-Kunst (
). Johann Andreas Pfeffel, Augspurg 1744, S. 68: Fenetre seinte. (Digitalisat auf digi.ub.uni-heidelberg.de, abgerufen am 15. Februar 2024)
  34. ↑ a b Fenstersysteme. Sobinco, abgerufen am 28. MĂ€rz 2023. 
  35. ↑ Wolfgang Jehl, JĂŒrgen Benitz-Wildenburg: Fenster richtig montieren und abdichten – Überarbeiteter Montageleitfaden als Grundlage fĂŒr die fachgerechte Montage, Abdichtung und Befestigung von Fenstern, Ift, Rosenheim 2014.
  36. ↑ a b Klaus Hermann Ries: VOB ATV DIN 18355 – Tischlerarbeiten (Memento vom 20. April 2010 im Internet Archive) – „Montageschaum ist nicht mehr VOB-konform“. In: khries.de, 22. Januar 2005 mit Aktualisierungen bis 27. Januar 2008; von web.archive.org gespeichert im April 2010. Die letzte gespeicherte Version (Memento vom 25. Januar 2016 im Internet Archive) der Seite www.khries.de stammt vom Januar 2016.
  37. ↑ Fensterabdichtung fĂŒr Profis, S. 4ff. In: Illbruck.de; abgerufen im August 2019.
  38. ↑ a b Klaus Hermann Ries: Einbau von Fenstern (Memento vom 21. September 2015 im Internet Archive) In: khries.de; von web.archive.org gespeichert im September 2015. Die letzte gespeicherte Version (Memento vom 25. Januar 2016 im Internet Archive) der Seite www.khries.de stammt vom Januar 2016.
  39. ↑ Die Schienen mĂŒssen dann gegebenenfalls selber zum Untergrund durch elastische Dichtmasse oder durch Verputz abgedichtet werden.
  40. ↑ fensterversand.com, Sicherheitsglas im Überblick
  41. ↑ baunetzwissen.de, Informationen ĂŒber Verbundsicherheitsglas
  42. ↑ Theodor Krauth, Franz Sales Meyer: Die Bau- und Kunstzimmerei: mit besonderer BerĂŒcksichtigung der Ă€usseren Form (Band 1: Text). Erste Auflage, Leipzig 1893, S. 211 ff. (Digitalisat)
  43. ↑ Theodor Krauth, Franz Sales Meyer: Die Bau- und Kunstzimmerei: mit besonderer BerĂŒcksichtigung der Ă€usseren Form (Band 2: Tafeln). Erste Auflage, Leipzig 1893, Tafel 31. (Digitalisat)
  44. ↑ Pech, Anton: Fenster. In: Baukonstruktionen. 1. Auflage. Band 11. Springer, 2006, ISBN 3-211-21500-X, S. 1. 
  45. ↑ Kunststofffenster Lexikon beispielhaus.de
  46. ↑ Claus Meier: Heizen wie die Sonne. In: Raum und Zeit. 2006, S. 62.
  47. ↑ Das Passivhausfenster und seine Komponenten
  48. ↑ U-Werte eines Fensters
  49. ↑ E DIN V 18599 Bbl 3:2015-07, S. 37
  50. ↑ LĂŒftungskonzept fĂŒr PassivhĂ€user, In: Beispielshaus.de
  51. ↑ Sun Control and Shading Devices. Abgerufen am 5. Juni 2022. 
  52. ↑ Clad Wood Windows – Why You Should Consider Them For Your Home. Abgerufen am 19. Februar 2020. 
  53. ↑ All About Aluminum Windows. Abgerufen am 19. Februar 2020. 
  54. ↑ Vinyl vs. Fiberglass Windows: A Comparison. Abgerufen am 19. Februar 2020. 
  55. ↑ All About Aluminum Windows. Abgerufen am 25. Februar 2020. 
  56. ↑ Painted vs. Anodized Aluminum Windows. Abgerufen am 27. Februar 2020. 
  57. ↑ Vinyl vs Aluminum Windows. Abgerufen am 25. Februar 2020. 
  58. ↑ muntin v. mullion - architect's glossary. Abgerufen am 24. Februar 2020. 
  59. ↑ Grille and Muntin Options. Abgerufen am 24. Februar 2020. 
  60. ↑ Window Grilles: What Pattern Suits My Home’s Style? Abgerufen am 24. Februar 2020. 
  61. ↑ Triple vs. Double Pane Windows: Which Are Better? Abgerufen am 15. Februar 2020. 
  62. ↑ What are the Benefits of Argon Gas in Windows? Abgerufen am 15. Februar 2020. 
  63. ↑ Argon vs. Krypton: Battle Of The Gasses in Energy Efficient Windows. Abgerufen am 16. Februar 2020. 
  64. ↑ Residential Windows, Doors, and Skylight Specification Version 6.0. Abgerufen am 16. Februar 2020. 
  65. ↑ Understanding ENERGY STAR Climate Zones. Abgerufen am 16. Februar 2020. 
  66. ↑ Energy Efficient Window Components. Abgerufen am 16. Februar 2020. 
  67. ↑ Climate Zone Maps & Info. Abgerufen am 17. Februar 2020. 
  68. ↑ Energy Performance Ratings for Windows, Doors, and Skylights. Abgerufen am 17. Februar 2020. 
  69. ↑ Replacement Window Types. Abgerufen am 10. Februar 2020. 
  70. ↑ a b c d e Replacement Window Types. Abgerufen am 17. Februar 2020. 
  71. ↑ Window Air Conditioners for Sliding Windows. Abgerufen am 15. Februar 2020. 
  72. ↑ a b Awning vs. Casement Windows: What’s the Difference? Abgerufen am 15. Februar 2020. 
  73. ↑ a b Casements, awnings, and hopper windows. Abgerufen am 15. Februar 2020. 
  74. ↑ What Are Picture Windows. Archiviert vom Original am 15. Februar 2020; abgerufen am 15. Februar 2020. 
  75. ↑ What you need to know about picture windows. Abgerufen am 15. Februar 2020. 
  76. ↑ Beispiel: Andersen Windows & Doors. Abgerufen am 15. Februar 2020. 
  77. ↑ What is a Transom Window? Abgerufen am 23. Februar 2020. 
  78. ↑ All You Need to Know About Transom Windows. Abgerufen am 23. Februar 2020. 
  79. ↑ Transom Windows: Why Use Them — and Where? Abgerufen am 23. Februar 2020. 
  80. ↑ Bay Windows vs. Bow: What's the Difference? Abgerufen am 15. Februar 2020. 
  81. ↑ What Is the Standard Spacing of a Roof Rafter? Abgerufen am 23. Februar 2020. 
  82. ↑ 11 Different Types of Skylights. Abgerufen am 23. Februar 2020. 
  83. ↑ Different Types Of Skylight And How-To Choose The Right One. Abgerufen am 23. Februar 2020. 
  84. ↑ Curb Mounted vs Deck Mounted. Abgerufen am 23. Februar 2020. 
  85. ↑ Tubular Skylights 101. Abgerufen am 23. Februar 2020. 
  86. ↑ What is an Egress Window and do I need one? Abgerufen am 15. Februar 2020. 
  87. ↑ What Are Storm Windows? Abgerufen am 23. Februar 2020. 
  88. ↑ Storm Windows. Abgerufen am 23. Februar 2020. 
  89. ↑ Why You Should Avoid Glass Block Windows. Abgerufen am 15. Februar 2020. 
  90. ↑ a b Maurizio Costanzo: Il Covid riapre a Firenze le buchette del vino 'anti-contagio'. In: lanazione.it. 11. Dezember 2020, abgerufen am 23. Dezember 2023 (italienisch). 
  91. ↑ Buchette del Vino. In: buchettedelvino.org. Abgerufen am 23. Dezember 2023 (italienisch, englisch). 
  92. ↑ Hannah Sparks: Medieval „wine windows“ are reopening, reviving Italian plague tradition. 6. August 2020, abgerufen am 23. Dezember 2023 (englisch). 
  93. ↑ Relikt aus Pest-Zeiten. Comeback durch Corona: Italien belebt die Wein-Fenster wieder. In: geo.de. Abgerufen am 23. Dezember 2023. 
  94. ↑ Die Weinfenster in Florenz und der Toskana. In: italien-sehnsucht.de. Abgerufen am 23. Dezember 2023. 
  95. ↑ Weinfenster. Das hat es mit der Pest-Tradition auf sich. In: stern.de. 25. August 2020, abgerufen am 23. Dezember 2023. 
Normdaten (Sachbegriff): GND: 4016740-9 (GND Explorer, lobid, OGND, AKS) | LCCN: sh85146940 | NDL: 00567377
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