

Das Zwei-Grad-Ziel beschreibt das Ziel der internationalen Klimapolitik, die globale ErwĂ€rmung auf weniger als zwei Grad Celsius bis zum Jahr 2100 gegenĂŒber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung zu begrenzen. Das Ziel ist eine politische Festsetzung, die auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse ĂŒber die wahrscheinlichen Folgen der globalen ErwĂ€rmung erfolgte. Vielfach wird vorgeschlagen, eher von einer âZwei-Grad-Grenzeâ zu sprechen, die nicht ĂŒberschritten werden dĂŒrfe. Zugleich steht das Zwei-Grad-Ziel in der Kritik, nicht ausreichend zu sein, da auch bereits bei zwei Grad ErderwĂ€rmung schwere Folgen fĂŒr Mensch und Umwelt auftreten werden, wie u. a. vom IPCC-Sonderbericht ĂŒber 1,5 °C globale ErwĂ€rmung dokumentiert wurde.
Hintergrund
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Geschichte
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Das Zwei-Grad-Ziel wurde erstmals von dem Ăkonomen William D. Nordhaus in den Jahren 1975 und 1977 formuliert. Dieser argumentierte, dass bei der Begrenzung der globalen ErwĂ€rmung die Amplitude natĂŒrlicher Klimafluktuationen zugrunde gelegt werden sollte. Eine Temperaturerhöhung um 2 oder 3 Grad gegenĂŒber dem aktuellen, schon vergleichsweise hohen Stand wĂŒrde das Klima in einen Bereich bringen, wie es seit mehreren hunderttausend Jahren nicht existiert hĂ€tte.[2] Nordhaus fĂŒhrte die Zwei-Grad-Grenze allerdings nicht als wertebasiertes Ziel einer kĂŒnftigen Klimapolitik ein, sondern er benutzte sie als gedankliche Grundlage fĂŒr davon ausgehende Kosten-Nutzen-Analysen.[3]
Eine im Juli 1988 von der Weltorganisation fĂŒr Meteorologie, vom Internationalen Wissenschaftsrat und vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen einberufene Beratergruppe, Advisory Group on Greenhouse Gases (AGGG) genannt, empfahl in ihrem 1990 veröffentlichten Bericht, die globale OberflĂ€chentemperatur als einen Indikator fĂŒr Klimapolitik zu verwenden. Einen Temperaturanstieg von 1 Grad sah sie als kaum noch vermeidbar an, jenseits der 2 Grad (bei 400â560 ppm CO2) befĂŒrchtete sie einen schnellen Anstieg schwerwiegender Risiken fĂŒr Ăkosysteme und nicht-linearer Reaktionen.[4]
Die 1992 verabschiedete Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen enthielt das Ziel, einen âgefĂ€hrlichenâ Klimawandel zu vermeiden, ohne jedoch hierfĂŒr eine konkrete Grenze zu definieren. Die seit 1990 vorgelegten wissenschaftlichen Berichte des Weltklimarates IPCC gingen ab 2001 auf fĂŒnf âGrĂŒnde zur Sorgeâ (Reasons for concern) ein, anhand derer sich Leser selbst ein Urteil bilden sollten, welche Ănderungen als gefĂ€hrlich einzuschĂ€tzen waren. Sie illustrierten diese GrĂŒnde zur Sorge mit der Grafik burning embers (Deutsch etwa: Brennende Glut) im Dritten Sachstandsbericht, die 2009 und 2014 in ĂŒberarbeiteter Form erneut veröffentlicht wurde. Die Berichte vermieden es jedoch, eine Grenze des âGefĂ€hrlichenâ ausdrĂŒcklich zu definieren.[5]
Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale UmweltverĂ€nderungen (WBGU) trug wesentlich dazu bei, dass die Zwei-Grad-Grenze in den politischen Prozess gelangte. Der WBGU befĂŒrwortete die Grenze 1995 in einem Gutachten, woraufhin sie dann von der Bundesregierung ĂŒbernommen und zum Ziel der europĂ€ischen Klimaschutzpolitik gemacht wurde. Grundlage des WBGU war auch hier die Annahme, dass bei Ăberschreiten der Zwei-Grad-Grenze Kipppunkte (tipping points) erreicht wĂŒrden, die weitere, nicht lineare, unumkehrbare und in ihren Konsequenzen kaum einschĂ€tzbare Folgen nach sich zögen.[6]
ZunĂ€chst verschrieben sich die deutsche Bundesregierung und spĂ€ter die EuropĂ€ische Union sowie im Dezember 2010 erstmals auch die 194 Mitgliedstaaten der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) diesem Ziel. Indigene Völker und besonders Inselstaaten halten das Zwei-Grad-Ziel fĂŒr zu wenig ambitioniert und plĂ€dierten in internationalen Verhandlungen fĂŒr eine Senkung der Grenze auf höchstens 1,5 Grad; im Jahr 2015 vereinbarten die Staaten der UNFCCC im Ăbereinkommen von Paris, zur Einhaltung dieser Grenze âAnstrengungenâ zu unternehmen.
Im Oktober 2018 veröffentlichte das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) der Vereinten Nationen anlĂ€sslich seiner 48. Sitzung, die in Incheon (SĂŒdkorea) stattfand, einen Sonderbericht zur Umsetzung des 1,5-Grad-Zieles. Die Wissenschaftler drĂ€ngen darin auf schnelle VerĂ€nderungen, um die ErwĂ€rmung zu begrenzen. Zur Erreichung des 1,5-Grad-Zieles seien âschnelle, weitreichende und beispiellose VerĂ€nderungen in allen Bereichen der Gesellschaftâ vonnöten. Hierzu zĂ€hlen laut dem Bericht VerĂ€nderungen der Energiesysteme, im Bereich der Landwirtschaft und der Transportwege. Die derzeit von den einzelnen Staaten bis 2030 verfolgten Klimaschutzziele wĂŒrden bis 2100 zu einer ErwĂ€rmung von 3 Grad fĂŒhren, die danach weiter steigen wĂŒrde.[7]
Die 2018 veröffentlichte âHeiĂzeitstudieâ zeigte zudem, dass selbst bei Einhaltung der Zwei-Grad-Grenze kritische Prozesse im Klimasystem angestoĂen werden könnten, die eine weitere ErwĂ€rmung der Erde auslösen und den Planeten in eine HeiĂzeit kippen lassen könnten. Die globalen Durchschnittstemperaturen wĂŒrden dann dauerhaft um vier bis fĂŒnf Grad höher liegen als in vorindustrieller Zeit und der Meeresspiegel könne zwischen 10 und 60 Metern ansteigen.[8] Derzeit wisse die Forschung zudem nicht, ob das Klimasystem bei etwa zwei Grad ĂŒber dem vorindustriellen Niveau 'geparkt' werden könne oder ob es weiter abrutschen wĂŒrde in ein dauerhaftes âSupertreibhaus-Klimaâ.[9]
Folgen einer globalen ErwÀrmung um zwei Grad oder mehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Grafik zeigt, dass es keine scharfe Grenze zwischen âtolerablemâ und âgefĂ€hrlichemâ Klimawandel gibt. Hans Joachim Schellnhuber, emeritierter Direktor des Potsdam-Instituts fĂŒr Klimafolgenforschung, sagte in einem Interview im August 2010: âUnd natĂŒrlich kommt es nicht bei 2,01 Grad zum Weltuntergang, schon gar nicht schlagartig.â[10] Stattdessen ist es eher als Wegmarke zu sehen, jenseits derer die Ungewissheiten und damit auch die mit dem Klimawandel einhergehenden Risiken deutlich zunehmen und die vom Klimawandel ausgehenden Folgen fĂŒr einige oder sogar viele Gesellschaften unkontrollierbar zu werden drohen. Wenn es gelĂ€nge, das Zwei-Grad-Ziel einzuhalten, wĂ€ren zahlreiche Folgen der globalen ErwĂ€rmung bestenfalls gemildert, nicht aber abgewendet. Die Gletscherschmelze wĂ€re ebenso wenig gestoppt wie der Anstieg des Meeresspiegels. Dieser wĂŒrde selbst nach einem vollkommenen Emissionsstopp noch fĂŒr Hunderte von Jahren weiterlaufen.
Bei einer globalen ErwĂ€rmung um 2 Grad werden ĂŒber der Arktis erheblich höhere Durchschnittstemperaturen erwartet, mit entsprechenden Folgen fĂŒr die Region. Einige Klimaforscher weisen vor diesem Hintergrund darauf hin, dass 2 Grad eher die Grenze zwischen âgefĂ€hrlichemâ und âsehr gefĂ€hrlichemâ Klimawandel darstelle als zwischen âtolerablemâ und âgefĂ€hrlichemâ.[11] Die EinschrĂ€nkung der ErwĂ€rmung auf 1,5 Grad statt auf 2 Grad wĂŒrde die Wahrscheinlichkeit einer sommerlichen Eisfreiheit der Arktis um 2100 von 100 % auf 30 % reduzieren.[12]
Eine 2018 in Nature erschienene Studie kam zu dem Ergebnis, dass bei einer ErderwĂ€rmung um 2 Grad die ökonomischen SchĂ€den um wahrscheinlich mehr als 20 Billionen US-Dollar höher ausfallen wĂŒrden als bei einer ErderwĂ€rmung um 1,5 Grad. Demnach werden die Mehrkosten zum Erreichen des 1,5-Grad-Ziels auf etwa 300 Milliarden Dollar beziffert, sodass das Nutzen-Kosten-VerhĂ€ltnis bei der Begrenzung der ErderwĂ€rmung auf 1,5 statt 2 Grad etwa 70 betrĂ€gt. Deutlich gröĂere ökonomische SchĂ€den ergeben sich demnach ohne stringente KlimaschutzmaĂnahmen. So könnte eine ErderwĂ€rmung bis 2100 um 2,5â3 Grad zu zusĂ€tzlichen wirtschaftlichen SchĂ€den fĂŒhren, die 15â25 % des Pro-Kopf-Bruttoweltproduktes betragen, bei 4 Grad mehr als 30 %.[13]
Politische Festsetzung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Zwei-Grad-Ziel ist die politische Definition des in Artikel 2 der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) festgelegten Grundsatzes, nach dem eine âgefĂ€hrliche anthropogene Störung des Klimasystemsâ verhindert werden soll. Die 1992 beschlossene Klimarahmenkonvention enthĂ€lt keine genaueren Angaben darĂŒber, ab wann der Klimawandel als âgefĂ€hrlichâ einzustufen ist. Mit dem Zwei-Grad-Ziel, das auf der UN-Klimakonferenz in CancĂșn im Dezember 2010 erstmals offiziell anerkannt worden ist, hat die Staatengemeinschaft dies nachgeholt. ErwĂ€hnt wurde das Ziel zwar auch schon im Copenhagen Accord, dem Abschlussdokument der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen 2009, doch damals haben es die Diplomaten lediglich âzur Kenntnisâ genommen.
Auch auĂerhalb der UN-Klimadiplomatie und vor der CancĂșn-Konferenz wurde das Zwei-Grad-Ziel bereits erwĂ€hnt. So erkannten es die Staats- und Regierungschefs beim G8-Gipfel im Juli 2009 in LâAquila einheitlich an.
Einzelne Staaten und Regionen hatten sich dem Zwei-Grad-Ziel bereits lĂ€nger verschrieben. In Deutschland empfiehlt der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale UmweltverĂ€nderungen (WBGU) schon seit 1994, die mittlere ErwĂ€rmung auf höchstens 2 K zu begrenzen. Die Mitgliedstaaten der EuropĂ€ischen Union beschlossen 1996 und abermals 2005, das Zwei-Grad-Ziel zu einer Leitlinie ihrer Klimapolitik zu machen.[3] Allerdings ist umstritten, ob die selbstgesteckten Ziele der EU fĂŒr eine KompatibilitĂ€t mit dem Pariser Abkommen ausreichend sind.[14]
Viele EntwicklungslĂ€nder halten das Zwei-Grad-Ziel fĂŒr zu schwach, weil der damit verbundene Klimawandel ihre Existenz gefĂ€hrde. In internationalen Klimaverhandlungen plĂ€dieren vor allem die 44 in der Alliance of Small Island States zusammengeschlossenen Inselstaaten fĂŒr eine VerschĂ€rfung des Ziels auf mindestens 1,5 K.[15] Einige Klimaforscher, darunter James E. Hansen vom Goddard Institute for Space Studies der NASA, plĂ€dieren ebenfalls fĂŒr striktere Ziele und nennen eine Kohlendioxid-Konzentration von höchstens 350 ppm tolerabel.[16] 2013 erreichte der Wert bereits 400 ppm.[17]
Erreichbarkeit des Zwei-Grad-Ziels
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Das Zwei-Grad-Ziel kann nur eingehalten werden, wenn der AusstoĂ von Treibhausgasen langfristig deutlich zurĂŒckgeht. Wie schnell und umfassend die Reduktion sein muss, ist abhĂ€ngig von mehreren Variablen und kann nicht letztgĂŒltig entschieden werden.
Begrenztes Emissionsbudget
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]CO2 hat, im Vergleich zu den meisten anderen klimarelevanten Stoffen, eine lange Verweilzeit in der AtmosphĂ€re: Etwa die HĂ€lfte der CO2-Emissionen wird von BiosphĂ€re und Ozeanen aufgenommen (und fĂŒhrt zur Versauerung der Meere), die andere HĂ€lfte reichert sich ĂŒber viele hundert Jahre in der AtmosphĂ€re an und verschĂ€rft die globale ErwĂ€rmung. Die weitere ErderwĂ€rmung im 21. Jahrhundert und darĂŒber hinaus wird daher wesentlich von den kumulativen CO2-Emissionen bestimmt. Diese dĂŒrfen eine, von verschiedenen Randbedingungen â wie etwa den Emissionen anderer, kurzlebiger Treibhausgase â abhĂ€ngige, Gesamtmenge nicht ĂŒberschreiten, um die ErwĂ€rmung mit einiger Sicherheit auf deutlich unter 2 K zu begrenzen. Die Differenz zwischen einer mit dem Zwei-Grad-Ziel in Einklang stehenden Gesamtmenge und der bereits emittierten Menge wird als verbleibendes CO2-Budget bezeichnet.[18]
Die globale ErwĂ€rmung seit Beginn der Industrialisierung um das Jahr 1850 betrug im Jahr 2018 im langjĂ€hrigen Mittel etwa 1,0 Grad Celsius.[19] Das Jahr 2020 war nach Angaben der WMO vom Dezember 2020 um 1,2 K(± 0,1 K) wĂ€rmer als im Zeitraum 1850â1900.[20] Um einen Anstieg um ein weiteres Grad Celsius zu vermeiden, hĂ€tten, nach einem Budgetansatz des WBGU aus dem Jahr 2009, die weltweiten Treibhausgasemissionen bis 2050 um mindestens 50 % sinken mĂŒssen, in den IndustrielĂ€ndern um 80â95 % (jeweils gegenĂŒber 1990). Die Emissionsreduktion hĂ€tte demnach im Laufe der 2010er Jahre einsetzen mĂŒssen, ansonsten bestĂŒnde keine realistische Aussicht mehr, das Zwei-Grad-Ziel einzuhalten.[18] In der zweiten HĂ€lfte des 21. Jahrhunderts mĂŒssen die weltweiten Treibhausgasemissionen dann zwingend auf Null reduziert werden, da nur so die Gesamtmenge an Treibhausgasen in der AtmosphĂ€re nicht weiter ansteigt und somit eine immer weiter steigende Temperatur vermieden werden kann.[21]
Erreichbarkeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach EinschĂ€tzung der Max-Planck-Gesellschaft aus dem Jahr 2015 war das Zwei-Grad-Ziel mit den vorhandenen Mitteln erreichbar. Je lĂ€nger der Klimaschutz hinausgezögert wird, desto gröĂer werden die Kosten des Klimaschutzes; zudem mĂŒssen auch mehr risikobehaftete Technologien eingesetzt werden als bei schnellen KlimaschutzmaĂnahmen.[22] In Anbetracht der unsicheren weiteren Entwicklung des weltweiten Klimaschutzes, des steigenden Energiebedarfs und der nur schleppenden Umsetzung bisher eingegangener Reduktionsverpflichtungen Ă€uĂern manche Beobachter schon 2011 ernsthafte Zweifel, ob das Ziel auch politisch erreichbar ist.[23][11] So bezeichnete Fatih Birol, Chefökonom der Internationalen Energieagentur (IEA), es in diesem Jahr als âpraktisch ausgeschlossenâ, die mit dem Zwei-Grad-Ziel verbundenen Emissionsreduktionen zu bewĂ€ltigen.[24][25] Nach Angaben des Umweltprogramms der Vereinten Nationen von 2020 ist derzeit eine ErwĂ€rmung der ErdatmosphĂ€re bis Ende des Jahrhunderts um etwa 3,2 Grad am wahrscheinlichsten, wenn alle Staaten ihre Ziele erreichen wĂŒrden, die sie bislang offiziell bei den Vereinten Nationen eingereicht haben.[26][27]
Bei einer konsequenten Klimaschutzpolitik ist hingegen auch die Begrenzung auf 1,5 Grad ErwĂ€rmung noch möglich, so wie 2015 im Ăbereinkommen von Paris durch die internationale Gemeinschaft vereinbart. 2015 wurde erwartet, dass die Welt dafĂŒr ihre Nettotreibhausgasemissionen alsbald zurĂŒckfahren und zwischen 2045 und 2060 den Nullwert erreichen mĂŒsste, wĂ€hrend sich das Fenster zum Erreichen dieses Zieles schnell schlieĂt. Zudem muss in der zweiten HĂ€lfte des 21. Jahrhunderts ein Teil des vorher zu viel ausgestoĂenen Kohlenstoffdioxids wieder kĂŒnstlich aus der ErdatmosphĂ€re entfernt werden.[28] Wissenschaftlich ist umstritten, ob diese Menge an negativen Emissionen erreicht werden kann, daher sollte eine Klimapolitik nicht auf der Annahme basieren, dass diese Technik langfristig in groĂem MaĂstab zur VerfĂŒgung steht.[29] Laut dem Internationalen WĂ€hrungsfonds mĂŒsste der CO2-Preis bis 2030 auf 50 bis 100 USD pro Tonne steigen, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen.[30]
Eine Gruppe von Wissenschaftlern um den schwedischen Resilienzforscher Johan Rockström hatte im Jahr 2017 eine einfache Faustformel entwickelt, wie das Zwei-Grad-Ziel erreicht werden kann. Demnach muss der weltweite CO2-AusstoĂ alle 10 Jahre halbiert werden. Die jĂ€hrliche Reduktion wĂŒrde dadurch bei ca. 7 % liegen. Gleichzeitig sollte der Anteil der Erneuerbaren Energien am Gesamtenergie-Bedarf alle 5 bis 7 Jahre verdoppelt werden. ZusĂ€tzlich mĂŒsse der AtmosphĂ€re CO2 entzogen werden.[31]
Eine im Jahr 2022 veröffentlichte Studie besagt, dass das Zwei-Grad-Ziel mit einer 48- bis 58-prozentigen Wahrscheinlichkeit erreicht werde, insofern der Ausstoà von Treibhausgasen in exakt dem Umfang verringert wird, wie er von Staaten im Rahmen der UN-Klimakonferenz in Glasgow 2021 zugesichert worden war.[32] Eine 2023 erschienene Prognose attestiert dagegen, dass das Zwei-Grad-Ziel auch im Falle bestmöglicher Annahmen (SSP1-2.6) verfehlt werden könnte.[33]
Laut dem Emissions Gap Report 2023 der UNO, werden die Emissionen weltweit vor 2030 ihren Höhepunkt ĂŒberschreiten und dann sinken. Das Zwei-Grad-Ziel wĂŒrde nicht erreicht.[34] Laut einer Umfrage des britischen Guardian erwarteten Anfang 2024 ĂŒber 77 Prozent der befragten mehreren hundert Klimaforscher Erhöhung der globalen Durchschnittstemperaturen um 2,5 Grad oder mehr.[35]
Klimatologische Unsicherheiten und Eintrittswahrscheinlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ein entscheidender Faktor bei der Frage danach, mit welchen MaĂnahmen das Zwei-Grad-Ziel eingehalten werden kann, ist die gewĂ€hlte Eintrittswahrscheinlichkeit bzw. die Risikobereitschaft, das Ziel gegebenenfalls zu ĂŒberschreiten. AbhĂ€ngig davon, ob man das Ziel mit einer Wahrscheinlichkeit von 10 %, 50 % oder 90 % erreichen will, ergeben sich gravierend unterschiedliche Anforderungen an den Klimaschutz.
Hinzu kommen bestehende Unsicherheiten in der Klimaforschung, allen voran die Frage nach der KlimasensitivitĂ€t. Diese beschreibt die mit einer bestimmten Treibhausgas-Konzentration letztlich einhergehende ErwĂ€rmung. GegenwĂ€rtig geht die Klimaforschung davon aus, dass eine Verdoppelung der Konzentration des in diesem Zusammenhang wichtigsten Treibhausgases, Kohlenstoffdioxid, bezogen auf das vorindustrielle Niveau von 280 ppm, eine ErwĂ€rmung um 2 bis 4,5 K bewirken wĂŒrde.
Gemeinsam fĂŒhrt dies zu stark unterschiedlichen Zielwerten fĂŒr die zulĂ€ssige Konzentration von Kohlenstoffdioxid in der ErdatmosphĂ€re, die von 330 ppm bis zu 700 ppm reichen.[36] Unter anderem aufgrund dieser Bandbreite ist das Zwei-Grad-Ziel als normativ vielleicht gerechtfertigte, technisch aber wenig brauchbare Vorgabe kritisiert worden.[23]
Höhe der notwendigen Reduktionen
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Um das Zwei-Grad-Ziel mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 % einzuhalten, hĂ€tte das KohlendioxidĂ€quivalent der Konzentration der wichtigsten Treibhausgase nicht ĂŒber 450 ppm steigen dĂŒrfen. Um es mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 % einzuhalten, hĂ€tte diese Konzentration nicht ĂŒber 400 ppm steigen dĂŒrfen. Sie lag im Jahr 2015 bei 485ppm.[37] Nach Angaben des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) von 2010 hĂ€tte die Wahrscheinlichkeit bei ĂŒber 50 % gelegen, das Zwei-Grad-Ziel einzuhalten, wenn:[38]
- die globalen Emissionen begonnen hÀtten, zwischen 2015 und 2021 zu sinken.
- die globalen Emissionen im Jahr 2020 zwischen 40 und 48,3 Mrd. Tonnen gelegen wÀren.
- bis 2050 die globalen Emissionen um 48 % bis 72 % im Vergleich zum Jahr 2000 sinken bzw. um mindestens 90 % im Vergleich zu 2005 reduziert werden.[39]
Da Kohlenstoff, der aus der Nutzung fossiler Brennstoffe stammt, aus den Reservoirs Luft, Wasser, Boden und Pflanzenwelt nur durch die sehr langsam wirkende Verwitterung von Gestein auf natĂŒrliche Weise wieder verschwindet, hĂ€ngt der menschengemachte Klimawandel letztlich von der Gesamtmenge an zusĂ€tzlich erzeugtem Kohlenstoffdioxid ab. Aktuell werden jĂ€hrlich etwa 36 Milliarden Tonnen CO2 emittiert. Die Verbrennung aller bekannten Reserven an fossilen Rohstoffen (heute technisch und ökonomisch förderbar) wĂŒrde CO2-Emissionen in Höhe von ca. 2.800 Milliarden Tonnen verursachen. Um das Zwei-Grad-Ziel mit einer Wahrscheinlichkeit von 75 % einzuhalten, dĂŒrften die Emissionen im Zeitraum von 2000 bis 2050 nicht ĂŒber 1000 Mrd. Tonnen steigen. Da allein von 2000 bis 2006 bereits 234 Mrd. Tonnen emittiert wurden, liegt das verbleibende Emissionsbudget bereits unter 766 Mrd. Tonnen. Bei gleichbleibend hohen Emissionen wĂ€re das vorhandene Budget im Jahr 2027 ausgeschöpft. Soll das Risiko einer ĂŒber 2 Grad hinausgehenden ErwĂ€rmung bei nur 20 % liegen, trĂ€te dieser Fall bereits drei Jahre frĂŒher ein; ist man bereit, das Risiko auf 50 % anzuheben, wĂŒrde das Budget bis zum Jahr 2039 reichen.[40]
Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale UmweltverĂ€nderungen hat bereits 2009 errechnet, dass eine unverzĂŒgliche Trendwende bei den Treibhausgas-Emissionen herbeigefĂŒhrt werden muss, soll die ErderwĂ€rmung tatsĂ€chlich auf 2 Grad begrenzbar bleiben.
- âSchon eine leicht verzögerte Trendwende im Jahr 2015 wĂŒrde jĂ€hrliche globale Emissionsminderungen von bis zu 5 % (bezogen auf 2008) erfordern [âŠ]. Die Welt mĂŒsste dann pro Jahr Reduktionsleistungen in einer GröĂenordnung erbringen, fĂŒr die im Kyoto-Protokoll fĂŒr die Industriestaaten ĂŒber zwei Jahrzehnte vorgesehen sind. Eine Verzögerung der Trendumkehr bis 2020 könnte kaum mehr realisierbare globale Minderungsraten von bis zu 9 % pro Jahr erfordern. Es ist daher notwendig, die beobachtete weltweite Steigerung der CO2-Emissionen möglichst umgehend zu stoppen und zu global sinkenden Emissionen ĂŒberzugehen.â[18]
In einer Modellrechnung erlĂ€utert IPCC-Autor Thomas Stocker von der UniversitĂ€t Bern die Situation. Hierbei nimmt er an, dass die globalen Treibhausgasemissionen bis zu einem bestimmten Datum weiter ansteigen, um dann um einen konstanten Prozentsatz von etwa 3 % pro Jahr zu sinken. Es zeigt sich Folgendes: Wird der Zeitpunkt, an dem die Emissionen zu sinken beginnen, um ein Jahrzehnt verzögert, so fĂŒhrt diese Verzögerung schlussendlich zu einer ErwĂ€rmung, die beim Drei- bis Achtfachen der in diesem Zeitraum beobachteten globalen ErwĂ€rmung liegt. WĂ€hrend sich die Erde gegenwĂ€rtig also um ca. 0,1 Grad pro Jahrzehnt erwĂ€rmt, fĂŒhrt eine Verzögerung des Beginns tiefgreifender KlimaschutzmaĂnahmen im selben Zeitraum aber zu einer Erhöhung der letztendlich erreichten ErwĂ€rmung um etwa 0,5 Grad.[41]
In einer weiteren Studie von Valentin Crastan wird zur Einhaltung der Zwei-Grad-Grenze eine Stabilisierung und leichte Verminderung der CO2-Emissionen aus fossilen Brenn- und Treibstoffen bis 2030 auf 28 bis 32 Gt/a gefordert und deren Reduktion bis 2050 auf 16 Gt. Die dazu notwendige und angemessene Verteilung auf die Weltregionen und alle G-20-LĂ€nder wird aufgrund ihrer wirtschaftlichen LeistungsfĂ€higkeit versuchsweise festgelegt, bei BerĂŒcksichtigung der BIP-Voraussagen von Weltbank und IMF.[42] Die Studie wurde 2016 aktualisiert.[43]
Das Erreichen des Zwei-Grad-Ziels gilt zunehmend als schwierig oder nur mit sehr groĂen Kraftanstrengungen zu erreichen. Die meisten Modelle gingen schon 2015 davon aus, dass nach 2050 Bioenergie mit CO2-Abscheidung und -Speicherung (BECCS) zum Einsatz kommen muss, mit der ein Teil des bei der Nutzung von Biomasse als Energiequelle freiwerdenden CO2 mit CCS-Technik abgeschieden und anschlieĂend gespeichert wird. Ob solche MaĂnahmen politisch wie technisch umsetzbar sind, ist umstritten.[44][45]
In einer Studie vom Jahr 2025 weisen die Autoren darauf hin, dass zum Erreichen der Klimaziele mittlerweile eine Emissionsreduktion nötig ist, die dreimal so schnell erfolgen mĂŒsste, als die stĂ€rkste, historisch beobachtete Reduktion. Wenn keine substanzielle Emissionsreduktion erreicht werden sollte, erwarten die Autoren eine globale ErwĂ€rmung um 3 °C bis zum Jahr 2050.[46]
1,5-Grad-Ziel
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â Hauptartikel: 1,5-Grad-Ziel
Das Zwei-Grad-Ziel wird von vielen Forschern sowie unter anderem dem IPCC[47] fĂŒr nicht ausreichend angesehen, um schwerwiegende Folgen der globalen ErwĂ€rmung auf Mensch und Umwelt zu verhindern. So bedeutet eine ErwĂ€rmung um zwei Grad fĂŒr viele indigene Völker eine Zerstörung ihrer Kultur und Lebensweise, sei es in arktischen Regionen, in kleinen Inselstaaten oder in Wald- oder Trockengebieten,[48] sowie den fast vollstĂ€ndigen Verlust aller Korallenriffe weltweit.[49] Die Grenze fĂŒr ein Abschmelzen der grönlĂ€ndischen Eismassen liegt nach einer im Jahr 2012 erschienenen Studie zwischen 0,8 und 3,2 Grad. Einige Klimaforscher halten das Zwei-Grad-Ziel daher fĂŒr zu hoch angesetzt und plĂ€dieren fĂŒr ein 1,5-Grad-Ziel.[50] Stefan Rahmstorf bezeichnet den Begriff des Zwei-Grad-âZielesâ als irrefĂŒhrend, da wohl niemand, der âbei Sinnenâ sei, eine ErwĂ€rmung um zwei Grad herbeifĂŒhren wolle. Es gehe vielmehr darum, diese unter allen UmstĂ€nden zu verhindern.[51]
So plĂ€dierte die Deutsche Physikalische Gesellschaft schon im Dezember 1985[52] und erneut im Jahr 1987, gemeinsam mit der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft, fĂŒr die Einhaltung eines Ein-Grad-Ziels.[53]
In einer im Jahr 2013 erschienenen Studie wurde das SpelĂ€othem-Wachstum in sibirischen Höhlen wĂ€hrend der letzten 500.000 Jahre untersucht. Demnach reicht eine globale ErwĂ€rmung von 1,5 Grad im Vergleich zu den vorindustriellen globalen Durchschnittstemperaturen aus, um ein starkes Auftauen sibirischen Permafrostbodens bis hin zum 60. Breitengrad auszulösen. Da im Permafrost der NordhemisphĂ€re eine Kohlenstoffmenge gespeichert ist, die zweimal dem vorindustriellen Gehalt der AtmosphĂ€re entspricht, bedeutet dies, dass bereits bei einer ErwĂ€rmung um 1,5 Grad ein groĂes Risiko fĂŒr eine starke Freisetzung von Methan und Kohlenstoffdioxid aus dieser Quelle besteht, was zu einer weiteren ErwĂ€rmung fĂŒhren wĂŒrde.[54]
Der Klimatologe James E. Hansen nannte im Dezember 2011 das Zwei-Grad-Ziel ein âRezept fĂŒr eine Katastropheâ (original englisch: âa prescription for disasterâ).[55] Zusammen mit 15 anderen Autoren veröffentlichte er im Jahr 2015 eine wissenschaftliche Arbeit, in der er unter anderem auf die Gefahren eines sich exponentiell beschleunigenden Meeresspiegelanstieges und extremer StĂŒrme hinweist, die sich bei einer ErwĂ€rmung um zwei Grad ergĂ€ben.[56] Hans Joachim Schellnhuber nannte die Zwei-Grad-Grenze einen âKompromiss zwischen dem wissenschaftlich Gebotenen und dem ökonomisch GĂŒnstigenâ. Allerdings mĂŒsse auch schon in Hinblick auf zwei Grad klar sein, dass generell jedes Zehntel Grad mehr ErderwĂ€rmung das Risiko erhöht, Kippelemente im Erdklimasystem auszulösen, die zu einer âHeiĂzeitâ fĂŒhren könnten.[57]
2024 war die Einhaltbarkeit des 1,5-Grad-Ziels eine extreme Minderheitenposition unter Klimaforschern.[35]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- AnthropozÀn
- Kohlenstoffdioxid in der ErdatmosphÀre; speziell Keeling-Kurve
- Suffizienz (Politik)
- Anpassung an die globale ErwÀrmung
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ottmar Edenhofer u. a.: The Economics of Low Stabilization: Model Comparison of Mitigation Strategies and Costs. In: Energy Journal. Band 31, 2010, S. 11â48.
- Michel den Elzen, Niklas Höhne: Sharing the reduction effort to limit global warming to 2ÂșC. In: Climate Policy. Band 10, 2010, S. 247â260.
- Yun Gao, Xiang Gao, Xiaohua Zhang: The 2 °C Global Temperature Target and the Evolution of the Long-Term Goal of Addressing Climate ChangeâFrom the United Nations Framework Convention on Climate Change to the Paris Agreement. In: Engineering. Band 3, Nr. 2, April 2017, doi:10.1016/J.ENG.2017.01.022 (open access).
- Oliver Geden, Silke Beck: Renegotiating the global climate stabilization target. In: Nature Climate Change. Band 4, 2014, S. 747â748.
- Oliver Geden: Die Modifikation des Zwei-Grad-Ziels. Klimapolitische Zielmarken im Spannungsfeld von wissenschaftlicher Beratung, politischen PrÀferenzen und ansteigenden Emissionen. SWP-Studie 12/2012, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin (PDF; 454 kB)
- Bill Hare, Malte Meinshausen: How much warming are we committed to and how much can be avoided? In: Climatic Change. Band 75, Nr. 1, 2006, S. 111â149.
- Carlo C. Jaeger, Julia Jaeger: Warum zwei Grad? In: Aus Politik und Zeitgeschichte. 32â33, 2010, S. 7â15 (PDF; 792 kB)
- Samuel Randalls: History of the 2 °C climate target. In: WIREs Climate Change, Vol. 1 Issue 4, 2010, doi:10.1002/wcc.62
- WBGU: Kassensturz fĂŒr den Weltklimavertrag â Der Budgetansatz. Sondergutachten, Berlin 2009 [5] (PDF)
- WBGU: Klimawandel: Warum 2 °C? Factsheet Nr. 2/2009 [6] (PDF)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Global Carbon Project: Global CO2 pathways using Remaining Carbon Budgets. In: Figures from the Global Carbon Budget 2024. University of Exeter, 3. November 2024, abgerufen am 3. April 2025 (englisch).
- â Jaeger & Jaeger (2010): Three views of two degrees [1] (PDF), S. 516, âA first intuitionâ.
- â a b Samuel Randalls: History of the 2 K climate target. In: WIREs Climate Change. Vol. 1 Issue 4, 2010, doi:10.1002/wcc.62
- â F.R. Rijsberman und R.J. Swart (Hrsg.): Targets and Indicators of Climatic Change. 1990, ISBN 91-88116-21-2, S. viiiâix (sei-international.org [PDF; 10,7 MB]).
- â Smith u. a.: Assessing dangerous climate change through an update of the Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) ââreasons for concernââ. In: Proceedings of the National Academy of Sciences. 106(11), (2009), S. 4133â4137, doi:10.1073/pnas.0812355106
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