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Teilansicht des Zentrums von Lyrbe 2012

36.87372531.475552777778Koordinaten: 36° 52′ N, 31° 29′ O

Reliefkarte: Türkei
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Lyrbe​

Lyrbe (altgriechisch Λύρβη) ist eine antike Ruinenstätte in der antiken Landschaft Pamphylien in den südlichen Ausläufern des Taurusgebirges (Süd-Türkei) im Landkreis Manavgat (Provinz Antalya).

Lage und Erreichbarkeit

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Die Ruinenstätte von Lyrbe (altgriechisch „Λύρβη“)[1], heute auch bekannt als „Hisar“[2] (Burg, Zitadelle), erreicht man ungefähr 10 km nördlich der Kreisstadt Manavgat und etwa 3,5 km oberhalb nördlich des Dorfes Bucakşeyhler (früher Şıhlar[3]). Der an drei Seiten von steilen Flanken umgebene Ort liegt in den südlichen Vorbergen des Mittleren Taurus im Manavgat-Teilbecken des östlichen miozänen Antalya-Beckens. Er erstreckt sich an der Südseite einer Erhebung der Karpuzçay-Formation, einer hügeligen und vielfältigen, überwiegend klastischen Abfolge mariner Ablagerungen. Die Sedimente bestehen aus grünem bis grauem, dünn- bis dickbankigem Sandstein und dünn bis massig laminierten Siltstein- und Tonstein-Wechsellagerungen mit linsenförmigen Einlagen von bis zu mehreren Meter mächtigen Konglomeratbänken.[4] Das Alter der Karpuzçay-Sedimente wurde als Serravallium-Tortonium (4.–5. Stufe des Miozäns, etwa 7–13 Mio. Jahre) bestimmt.[5]

Noch im April 2016 lagen die Ruinen der antiken Siedlung weitgehend versteckt in einer Waldung mit hochstehenden Pinien. Ein Blick auf das entsprechende Google-Earth-Satellitenbild vom 4. April 2025 offenbarte allerdings, dass inzwischen weitgehend der Wald im gesamten Ruinenareal einem Brand zum Opfer gefallen war – nach lokalen Zeitungsberichten offenbar im Juli/August 2021. Die damaligen Waldbrände breiteten sich unter anderem im Taurusgebirge mit besonders schweren Auswirkungen in Gebieten bei Manavgat in der Nähe von Lyrbe aus, wo sie Spuren hinterließen – sowohl Schäden als auch neue archäologische Funde im Umfeld der Ruinenstätte.[6][7]

Der im Oktober 2025 schlecht ausgeschilderte Ruinenplatz ist über die Staatsstraße D400 von Antalya kommend am besten von Manavgat aus zu erreichen: Man verlässt die D400 dort beim Abfahrts-Hinweis „Otogar / Sorgun / Titriyengöl“ auf der parallel verlaufenden Ausfahrtstraße für 1300 m, biegt an der 2. Ampelanlage unter der D400 nach links (Norden) auf den Demograsi Bulvarı ab und folgt dessen Straßenverlauf und der anschließenden Hastahanı Caddesi leicht nordostwärts über 4 km bis zum Manavgat-Wasserfall (Manavgat Şelalesi; Şelale ist ausgeschildert). Dieser lokalen Verbindungsstraße zum Manavgat-Stausee weiter entlang erreicht man – vorbei an der historischen Brücke „Naras Köprüsü“ über den Kargıçay bei Dikmen (1,5 km, liegt links) – nach 3,7 km bei „Tomris Garden“ den Abzweig halblinks nach „Bucakşeyhler“, auf dem man vorbei am Rest der antiken Wasserleitung nach Side (Side Sukemeri) ins Dorf Bucakşeyhler kommt. Dort geht es, der Beschilderung (?) nach, durch das Dorf weiter nordwärts für 3,5 km durch hügeliges Buschland auf dem asphaltierten Fahrweg bergauf bis zum Parkplatz bei Lyrbe.

Forschungsgeschichte

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Soweit bislang bekannt ist, besuchte der österreichische Anthropologe und Archäologe Felix von Luschan die Ruinenstätte bei Bucakşeyhler im 19. Jahrhundert als erster neuzeitlicher Forscher.[8][9] Vom Schweizer Numismatiker Friedrich Imhoof-Blumer wurde die damals nur dem Namen nach bekannte Stadt Lyrbe in die Landschaft Pisidien eingereiht[10] und von seinem britischen Kollegen, dem Numismatiker Barclay Vincent Head dagegen unter Kilikien[11] mit der Notiz: „Der genaue Standort dieser Stadt ist noch nicht bestimmt. Wahrscheinlich lag sie an der Grenze zwischen Isaurien und Pisidien oder Pamphylien, in der Nähe der Seen Caralis [Karalis, Beyşehir-See] und Trogitis [Suğla-See] und nicht weit von den Städten Carallia [Karallia, bei Gözübüyük 20 km nordwestlich von Alanya], Casa [Kasai] und Colybrassus [20 km nördlich von Alanya] entfernt.“ Und zu den Münzen der Stadt bemerkt Head: „Es gibt kaiserliche Münzen von Lyrbe, Severus Alexander bis Saloninus mit der Inschrift ΛYΡBEITΩN sowie Typen, die sich auf den Kult von Serapis, Helios, Hermes, Ares, Asklepios und Pallas beziehen.“[12] Der österreichische Archäologe Rudolf Heberdey und sein Landsmann, der Epigraphiker Adolf Wilhelm, besuchten den Ort am 10. April 1892.[13] Sie identifizierten ihn mit Seleukeia in Pamphylien[14] basierend auf den Angaben im Stadiasmus Maris Magni, ein Name, der lange Zeit bestehen blieb.[15] Danach wurde es weitgehend still um die Bergstadt Lyrbe.

Ausgrabungen und Forschungen vor Ort wurden erst zwischen 1972 und 1979 von einem Team unter der Leitung der Klassischen Archäologin Jale İnan, Professorin am Archäologischen Institut der Universität Istanbul, durchgeführt.[14] Allerdings hatte sich bereits seit den späten 1960er Jahren zwischen einzelnen Wissenschaftlern eine Diskussion zum Namen der Siedlung entwickelt: Lyrbe oder Seleukeia in Pamphylien? Da direkte Hinweise vor Ort nicht gefunden wurden, konnte eine endgültige Zuordnung bislang nicht wirklich gefestigt werden. Früher wurden die Stadtruinen von Hisar[2] mit dem Ort Seleukeia gleichgesetzt (s. oben).[16][17] In den 1980er Jahren hatte Johannes Nollé darauf verwiesen, dass die Ruinen bei Bucakşeyhler der Platz des antiken Lyrbe sein müsse. Er schreibt dazu:

„Die Ruinen bei Şıhlar (Bucak Şeyhler), die durch die verdienstvollen Ausgrabungen Jale İnans freigelegt worden sind, sind zweifellos die Reste einer antiken Stadt. Ein größeres städtisches Zentrum mit Marktplatz, Thermen und mehrere Heiligtümer sind vorhanden. Das Stadtgebiet ist noch umfangreicher als das von Kasai und Karallia. Die sichtbaren Ruinen stammen größtenteils aus der römischen und byzantinischen Zeit. Es kann kein Zweifel bestehen, dass die Ruinen von Şıhlar die Überreste der alten Stadt Lyrbe sind. Bisher wurde die Ruinenstatte von Şıhlar mit Seleukeia in Pamphylien identifiziert. Diese Benennung ist jedoch irrig. Seleukeia ist nämlich im Stadiasmos Maris Magni erwähnt, d.h. einem Handbuch für Seeleute, in dem anlaufbare Hafen und Reeden mit Entfernungsangaben beschrieben sind. Şıhlar (Bucak Şeyhler) ist aber nicht auf dem Wasserweg erreichbar; der Melas ist wegen einer Stromschnelle nur bis Manavgat (Manaua) schiffbar. Folglich kann die Stadt im Landesinneren vor den Taurusbergen bei Şihlar nicht im Stadiasmos Maris Magni erwähnt sein und kann nicht Seleukeia sein, Seleukeia ist am Meer zu suchen, auf halber Strecke zwischen Side und der Eurymedon-Mündung.“[18]

Johannes Nollé argumentierte in dieser Richtung weiter, indem er vermerkte, dass auf den kaiserzeitlichen Münzen der Stadt ein Kultbezirk abgebildet ist, dessen Mittelpunkt ein heiliger Stein (Baitylos) und ein Baum bilden. Er interpretiert dies als Zeichen eines uralten Kultes, der weit in die vorgriechische Zeit zurückreicht. Lyrbe wäre damit ein sehr alter Siedlungsplatz gegenüber der seleukidischen Gründung Seleukeia. Zudem habe Lyrbe wegen seiner Lage in engem Kontakt mit Side gestanden. Der Ort Lyrbe war aufgrund seiner Münzprägung weit bedeutender als Seleukeia in Pamphylien und führte seine Waren über den Hafen von Side aus. Side war demnach die Hafenstadt für Lyrbe, während umgekehrt die Bewohner von Lyrbe die Pässe der Straßen kontrollierten, die nach Norden durch das Taurusgebirge führten.[18][19] Auch der Archäologe Jacques Elsner sah das ähnlich und begründete im Ausschlussverfahren, dass die antike Stadt im Hinterland von Manavgat nur mit Lyrbe identisch sein könne, da der Ort Seleukeia in Pamphylien laut römischer Portolane am Mittelmeer lag.[20][21][2] Gegenargumente brachte 1992 der deutsche Althistoriker Hartwin Brandt ins Spiel, wonach eine ins 2. Jahrhundert v. Chr. datierte Inschrift aus Telmessos einen Anhaltspunkt zugunsten von Beans Annahme liefere und die Lokalisierung Lyrbes bei Şihlar bislang auch nur eine Vermutung darstelle, während dieses Zeugnis aus Telmessos für die Identität von Şihlar mit Seleukeia spreche, was sich auch in einer Bilingue (s. u.[22]) widerspiegele.[23] So ist die Lage der durch ihre Münzprägung und die Nennung in einer sidetischen Inschrift als eigene Polis ausgewiesenen Siedlung Lyrbe bislang nicht wirklich gesichert. Aber die Liste von Ptolemaios, der Lyrbe zusammen mit Laertes, Kolybrassos, Kasai und Kibyra nennt, deutet auf den ost-pamphylischen Raum.[24]

Seit 2021 finden in Lyrbe Surveys unter Leitung von Işıl R. Işıklıkaya-Laubscher von der Universität Frankfurt statt.[25] Seit 2023 arbeitet das Labor für Bauforschung und Vermessung der Hochschule RheinMain Wiesbaden dabei im Rahmen des Surveys an einem archäologisch-bauforscherischen Projekt, dass die Erfassung und Rekonstruktion des Kerngebiets der antiken Stadt Lyrbe zum Ziel hat.[26]

Geschichte

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Die schriftliche Überlieferung zu Lyrbe ist spärlich. Von Hekataios von Milet (5./4. Jahrhundert v. Chr.) wird der Ort als Polis „Kyrbē“ erwähnt.[27][28][29][30] Neben zahlreichen Überresten innerhalb der Stadt, deren Funktionen bislang noch nicht zur Gänze geklärt sind, deutet eine Bilingue auf Griechisch und Sidetisch (Sprache im antiken Südanatolien), die auf das Ende des 4./Anfang des 3. Jahrhunderts v. Chr. datiert wird und 1972 bei Ausgrabungen entdeckt wurde[31], auf enge soziale und wirtschaftliche Verbindungen Lyrbes zur südlich gelegenen antiken Stadt Side an der Mittelmeerküste hin.[32] Lyrbe erscheint in der antiken Geographie als Binnenstadt (μεσόγειος πόλις) der zu Pamphylien gehörigen Kilikia Tracheia[33] sowie als Stadt Pisidiens.[34][35][36][37][38] Der Ort wird im 2. Jahrhundert bei Dionysios Periegetes, der die Stadt in Pisidien lokalisiert[39] und von Claudius Ptolemäus erwähnt, der sie als Binnenstadt der zu Pamphylien gehörigen Kilikia Tracheia nennt.[40]

Der deutsche Althistoriker, Epigraphiker und Numismatiker Johannes Nollé hat recherchiert, dass in christlicher Zeit der Bischof von Lyrbe dem Metropoliten von Side unterstand, und dass in einer Inschrift aus Side aus der Zeit vor 241 n. Chr. ein siegreicher Ringer aus Lyrbe gefeiert wurde, der an dem sidetischen Agon Phoibeios teilgenommen hat, einem lokalen historischen Wettkampf-Festival zu Ehren des Apollo Phoebus in Side. Er erwähnt auch die Abschrift eines Papyrus aus Herakleopolis über einen Sklavenkaufvertrag aus der Zeit des Kaisers Decius vom 11. Februar 250, wonach ein gewisser Aurelius Heraklius am 11. Februar 250 in Lyrbe von einem M. Aurelius Nemesianus einen 13-jährigen Sklaven namens Carus aus dem Pontos kaufte.[41][42] 382 n. Chr. nahm Bischof Gaius aus Lyrbe am Konzil von Konstantinopel teil[43][44][45] und 451 Bischof Tarianos von Lyrbe am Konzil in Chalkedon (Kadıköy, asiatische Seite Istanbuls).[46][47] Der byzantinische Autor Hieroklēs vermerkte den Ort im 6. Jahrhundert noch im Verzeichnis der administrativen Gliederung des Byzantinischen Reiches in der spätantiken Provinz Pamphylia.[48] In den Notitiae Episcopatuum Ecclesiae Constantinopolitanae wird Lyrbe noch bis ins 12. Jahrhundert als Bistum der Pamphylia I (Metropolis Side) verzeichnet[49], obwohl die Stadt nach den arabischen Raubzügen im 7. Jahrhundert nicht mehr besiedelt war.[50] Umso erstaunlicher ist der partiell gute Erhaltungszustand mancher Bauten im Ort. Das Bistum Lyrbe existiert nominell als Titularbistum der katholischen Kirche weiter.[51]

Münzprägung

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Münze von Lyrbe

Bekannt sind Münzprägungen aus der Zeit Marc Aurels (121–180) bis zu Salonina (254–268).[52]

Stadtstruktur

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Situationsskizze der Ruinenstätte Lyrbe

Lyrbe liegt aufgrund der topografischen Situation unregelmäßig verstreut in zwischen 220 und 300 m Höhe über der Küste bei Belek und Side und der pamphylischen Ebene auf einer nach Süden abfallenden, breiten Felskuppe, die sich aus den Vorhöhen des Taurus erhebt. Der nach Westen, Norden und Osten steil abbrechende etwa 42 ha große Standort geht nach Süden hin in einen Felshals über, wo die Stadt an dessen Engstelle von einer spätrömischen Wehrmauer aus Spolien- und Konglomeratquadern sowie auskragenden Konsolen eines Wehrganges geschützt war. Hier öffnet sich, flankiert von zwei vorspringenden Bastionen ein rechteckiger Hof mit dem weitgehend zerstörten Stadttor.[53] Insbesondere an der Südseite wurde mit einer gewinkelt geführten Wehrmauer das Areal abgeriegelte, wobei ein Tordurchlass nicht auszuschließen ist, während das nördliche Tor offen blieb und ein weiters vermauert wurde.[54] Nördlich dahinter verstreut sich teilweise auf ausgebauten Terrassen die städtische Siedlung weitgehend in nach Süden hin exponierter Hanglage. Ein regelhafter Stadtgrundriss ist nicht erkennbar.[53][55] Bisweilen stößt man auf Reste antiker Pflasterwege. Eine Treppenanlage im Osten diente als Verbindung zu den höher gelegenen Stadtquartieren und war bis auf eine schmale Tür vergleichsweise eng.

Viele der Siedlungsbereiche sind weitgehend verfallen, die Mauern zeigen häufig Bruchsteinmauerwerk aus wohl spätantiker Zeit. Zwischen zahlreichen kleinen kaiserzeitlichen Häusern findet man auch große, herrschaftliche Hausfassaden und Gebäude mit mehrteiligem Grundriss sowie reichen Tür- und Fensterprofilen, dazwischen zweigeschossige spätantike Häuser.[56]

Für den Bau der historischen Gebäude der Stadt wurden weitgehend Konglomerat- und Sandsteinquader aus einem nahegelegenen Steinbruch-Areal im Nordosten der Siedlung verwendet. In dessen Umfeld sind einige der gewonnenen Rohblöcke bis heute erhalten geblieben. Zu diesen Bauten zählen – außer den Stadtmauern – Thermenanlagen, verschiedene Tempel, diverse Zisternen, Gräber, Kirchen und vor allem die gut erhaltene Agora.[53]

  • Reste eines antiken Pflasterwegs in Lyrbe
    Reste eines antiken Pflasterwegs in Lyrbe
  • Eine Treppenanlage im Osten diente als Verbindung zu den höher gelegenen Stadtquartieren von Lyrbe
    Eine Treppenanlage im Osten diente als Verbindung zu den höher gelegenen Stadtquartieren von Lyrbe
  • Ruinen antiker Wohnhäuser in Lyrbe
    Ruinen antiker Wohnhäuser in Lyrbe
  • Stadtmauer von Lyrbe im Bereich des Stadttors
    Stadtmauer von Lyrbe im Bereich des Stadttors
  • Tempelruine in Lyrbe
    Tempelruine in Lyrbe

Einzelne Ruinenkomplexe

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Agoraanlage

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Hangparallel zu einer kleinen Nord-Süd gerichteten Talung erstreckt sich als Zentrum der Stadt im südlichen Teil der Siedlung die etwa 31 × 27 m gut erhaltene, ehemals von dorischen Stoen eingefasste rechteckige Agora.[57] Sie war als zweigeschossige Anlage mit zwei Galerien an einem von West nach Osten allmählich ansteigenden Hang konzipiert. Um das Gelände zu stabilisieren und die Fläche zu vergrößern, wurde der westliche Teil um ein Stockwerk erhöht; der Bereich, der den Agoraplatz bilden sollte, wurde gerodet und eingeebnet, wodurch eine große Fläche für den Platz entstand. Auch der östliche Teil wurde zweistöckig angelegt, wodurch eine mehrgeschossige Agora mit mehreren Räumen entstand. Der Platz selbst, durch insgesamt sechs Haupttore zugänglich, hat einen weitgehend quadratischen Grundriss.[58]

Die Untersuchungen vor Ort haben bisher keine eindeutigen Anhaltspunkte zum Baudatum der Agora erbracht. Die Forscher gehen vom hellenistischen Einfluss aus. Aufgrund des Wortes „Claudio…“ auf der Inschrift im Ostportikus datiert man diese Partie auf die Zeit nach 43 n. Chr., als Kaiser Claudius die Provinz Pamphylien von der Provinz Galatien abtrennte und die Provinz Lykien-Pamphylien gründete. Die anderen gut erhaltenen Überreste deuten in die zweite Hälfte des 1. und den Beginn des 2. Jahrhunderts n. Chr. Es ist jedoch bislang recht schwierig, die Agora anhand der Ausgrabungsfunde präzise zu datieren.[59] Der gesamte Komplex, in der Antike als Marktplatz genutzt, wurde als 52 × 66 m große multifunktionaler Gebäudetrakt errichtet, dessen Entwurf mit den angrenzenden Gebäuden vermutlich noch in späthellenistische Zeit zurückreicht. Sein Ausbau vollzog sich wahrscheinlich in der frühen und mittleren Kaiserzeit, umfasste neben seiner kommerziellen Funktion auch Räumlichkeiten für kulturelle und politische Bedürfnisse der Stadt und ist entsprechend eingerahmt von verschiedenen Bauten (s. u.).[60]

  • Blick auf die Agora von Lyrbe von Südwesten
    Blick auf die Agora von Lyrbe von Südwesten
  • Blick auf die Lyrbe-Agora von Norden
    Blick auf die Lyrbe-Agora von Norden
  • Substruktionsbauten der Agora in Lyrbe
    Substruktionsbauten der Agora in Lyrbe
  • Blick ins Untergeschoss der Agora von Lyrbe
    Blick ins Untergeschoss der Agora von Lyrbe
  • Nordfront der Agora in Lyrbe
    Nordfront der Agora in Lyrbe

Agoraplatz

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Ladengasse im Osten der Agora von Lyrbe.
Magazinbauten an der Agora von Lyrbe.

Der Platz der Agora ist von 14 × 16 Säulen umgeben. Der größte Teil davon ist umgestürzt. Ihre Bauzeit wird in die Frühzeit des Römischen Reiches datiert, die noch traditionalistische Merkmale der hellenistischen Periode verkörpert und somit in das erste Viertel des 1. Jahrhunderts weist. Während die Südwand der Stoa bis zu ihrer obersten Ebene erhalten ist, wurden die Westwand der Galerie im westlichsten Teil der Agora, die oberen Stockwerke beider Galerien sowie die Nordwand vollständig zerstört.[61] Als weitere kommerzielle Teile dienten im Nordosten sieben aneinandergrenzende quadratische zweigeschossige Zimmer als mögliche Verkaufs- oder Magazinräume. Ihnen gegenüber im Südwesten stehen die Ruinen einer doppelgeschossigen Markthalle.[62]

Kapelle

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Eine kleine wohl schon mittelbyzantinische Kapelle mit nördlichem Seitenschiff und runder hervorspringender Apsis sowie kleiner Priesterbank aus Spolienmaterial in der nordwestlichen Ecke des Agoraplatzes ist nur noch in den Sockellagen erhalten.[63]

Bouleuterion

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Aus der römischen Spätzeit befindet sich in der nördlichen Ecke des Agoraplatzes das Bouleuterion, das in spätrömisch-frühbyzantinischer Zeit zu offenbar zweigeschossigen Wohnbauten mit vier Türen umgebaut wurde.[64]

  • Ruinenteil des Bouleuterions in Lyrbe
    Ruinenteil des Bouleuterions in Lyrbe
  • Blick durch die Reste des Bouleuterions von Lyrbe zur Agora
    Blick durch die Reste des Bouleuterions von Lyrbe zur Agora

Prostylos-Tempel

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Prostylos-Tempel in Lyrbe
Ruine der Vorderseite des Prostylos-Tempels in Lyrbe.

Südlich davon steht eines der gut erhaltenen Bauwerke der Siedlung. In der Art eines Podiumstempels besteht es aus einem schmalen Pronaos sowie einem etwa 5 × 8 m großen Hauptschiff und steht auf einem Podium, einem zweistufigen Unterbau mit einer breiten, neunstufigen Treppe an der Vorderfassade. Aufgrund der architektonischen Merkmale sowie des Grundrisses als auch von Nischen, in denen offenbar Votivgaben platziert wurden, vor allem aber wegen der vier Säulen an der Vorderfassade wird das Gebäude als ein Prostylos (dorischer Tempel); möglicherweise auch als ein Heroon identifiziert.[65][66][67] Es gibt keine epigraphischen oder archäologischen Belege dafür, welchen Göttern der Tempel geweiht war. Münzen der Stadt zeigen Herakles, was darauf hindeutet, dass in der Stadt ein ihm geweihter Tempel existierte.[68] Vergleichbares lässt sich aber auch anhand von Zeus, Athena, Ares, Hekate und Tyche auf den Münzen der Stadt annehmen.[69] Wahrscheinlich wurde der Tempel in der frühen Kaiserzeit, zwischen dem Ende des 1. Jahrhunderts v. Chr. und dem Beginn des 1. Jahrhunderts n. Chr. erbaut.[70]

Nektareion (?)

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Teilfront des Nektareions in Lyrbe
Rückseiten-Innenansicht des Nektareions in Lyrbe

Ein halbkreisförmiger Bau an der Südost-Ecke der Agoraanlage wurde 1985 vom türkischen Archäologen İlhan Akşit als städtischer Palast mit vier Haupteingängen beschrieben.[71] Der Gebäudetrakt mit einem Radius von knapp 15 m in Ost-West-Richtung liegt auf nach Osten hin ansteigendem Felsgrund. Eine Inschrift am großen südlichen Tor des Baus weist darauf hin, dass er als Nektareion (νεκταρειον) bezeichnet wurde. Bislang ist weder durch epigraphische noch durch archäologische Funde ein weiteres Beispiel eines derartigen als Nektareion bezeichneten Gebäudes in der Antike bekannt. Obwohl die Funktion des Baus weiterhin unklar ist, bestärkt eine Gesamtbetrachtung aller vorhandenen archäologischen und epigraphischen Belege die Annahme, dass es sich dabei um einen besonderen Versammlungsort für Zeremonien oder Trinkrituale zu Ehren des Gottes Dionysos gehandelt haben könnte. Die Daten legen zudem nahe, dass hier in Lyrbe das früheste Beispiel dieses Bautyps gefunden worden sein dürfte.[72] Obwohl Forscher anhand der Inschrift verschiedene Vermutungen zur Funktion des Gebäudes angestellt haben, besteht in dieser Frage kein Konsens. Der deutsche Kunsthistoriker Hans Rott beschrieb es Anfang des 20. Jahrhunderts als Bouleuterion[73] und George Ewart Bean und Terence Bruce Mitford als kleines Odeon für Musikdarbietungen und Redner.[66] Das Forschungsteam unter Jale İnan stellte ebenfalls fest, dass es anhand der Inschrift schwierig sei, das Bauwerk als Weinhaus oder Weinhandlung zu identifizieren, und interpretierte es ebenfalls als Versammlungsstätte.[74]

Die fast 24 m lange Monumentalfassade des Baus mit insgesamt vier sich von unten nach oben verjüngenden Türen ist gut erhalten, wobei die beiden mittleren Türen breiter und höher als die zwei Ecktüren sind. Die Überreste zeigen insgesamt sieben Fenster im oberen Bereich der Türen. Die über 1 m dicke halbkreisförmige Rückwand mit insgesamt drei fast quadratischen und ebenfalls 1 m tiefen, sich nach innen zu V-förmigen Nischen verbreiterten Fenstern ist stark beschädigt. Einige Innenmauern unterschiedlicher Höhe und Stärke aus kleinen Steinen entlang verschiedener Achsen innerhalb der Anlage deuten darauf hin, dass der Bau mehrfach umgebaut und möglicherweise irgendwann als Werkstattgebäude genutzt wurde.[75] Sitzreihen innerhalb des Bauwerks konnten zwar nicht identifiziert werden, aber im mittleren Bereich des Bauwerks im geglätteten Felsuntergrund waren V-förmige Rillen angelegt worden, die mit hölzernen Sitzstufen in Verbindung stehen könnten, worauf auch Einkerbungen im Bereich der kleinen Türen hinweisen.[66]

Bibliothek (?)

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Im Nordflügel der Agora befindet sich bei einem gewölbten Haupttor ein Raum, der als Bibliothek angesprochen wird und mit Mosaiken ausgestattet war, darunter das sogenannte „Mosaik der sieben Weisen“ oder „Mosaik der Philosophen“ aus dem 3. Jahrhundert,[76] in dessen Mitte der Name Homers genannt wird. Es enthielt wohl eine Szene aus der Ilias, die von am Rande angeordneten Bildern berühmter griechischer Gesetzgeber, Historiker, Philosophen und Wissenschaftler umgeben war, von denen die Porträts von Demosthenes, Herodot, Hesiod, Lykurg, Pythagoras, Solon und Thukydides erhalten sind.[77] Daneben, in einer rechteckigen Nische (Exedra), befand sich das „Orpheus-Mosaik“ aus dem frühen 3. Jahrhundert mit der Figur des leierspielenden Orpheus umgeben mit Darstellungen von Tieren sowie den vier Jahreszeiten.[78] Beide Mosaiken sind heute im Archäologischen Museum in Antalya ausgestellt. Weitere in Lyrbe gefundene antike Kunstgegenstände, so eine Bronzestatue des Apollon, eine Statue der Leto und ein Asklepios-Kopf, befinden sich ebenfalls in diesem Museum.[71]

  • „Mosaik der Philosophen“ aus Lyrbe (Antalya, Archäologisches Museum)
    „Mosaik der Philosophen“ aus Lyrbe (Antalya, Archäologisches Museum)
  • Tordurchgang im Nordosten der Agora
    Tordurchgang im Nordosten der Agora

Basilika

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Gebäudereste im Süden außerhalb der Stadtmauer

Gebäudereste findet man auch außerhalb der Stadtmauern. Dort stößt man zudem auf kaiserzeitliche. Nekropolen im Süden und im Westen im Bereich einer frühbyzantinischen Basilika.[79] Der dortige Kirchenbau zeigt die Reste eines dreischiffigen etwa 13 × 10 m messenden Gebäudes mit einem etwa 5 m vorgebautem Narthex im Westen sowie dreifenstriger runder Apsis. Innenraum und Seitenschiff wurden in mittelbyzantinischer Zeit zusammen mit der frühbyzantinischen älteren Apsis als einräumiger Bau genutzt.[80] Die erhöhte Plattform (Bema) zierte einst ein ornamentales Mosaik. Vor allem im Mittelschiff stößt man auf zahlreiche tonnengewölbte Grablegen und an der Nordseite der Kirche auf Reste von Nebenbauten[73], darunter auf einen größeren Raum mit einem rechteckigen Wasserbecken, möglicherweise ein Baptisterium mit Piscina.[81]

Thermenanlage

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Zisterne in Lyrbe

Im Westen des Ruinengeländes ca. 200 m von der Agora entfernt stehen die Ruinen einer 29 × 36 m großen kaiserzeitlichen Thermenanlage, deren Reste massiver Marmorauskleidungen für den ursprünglichen Reichtum der Stadt sprechen. Spätere Umbauten erfolgten allerdings nur noch mit dünnen Platten aus gepresstem Marmorstaub.[82] Die Mauern dieses Bades vom Reihentypus aus dem 2./3. Jahrhundert sind noch vollständig erhalten und ragen an einer beherrschenden Stelle aus dem Ruinenfeld heraus.[71] Die Wasserversorgung der Thermen und damit auch der Stadt insgesamt ist bislang noch nicht restlos geklärt, da sich im stark überwachsenen Stadtareal nur einfache Zisternen nachweisen lassen und nur eine Quelle südöstlich unterhalb der Thermen. Es ist äußerst fraglich, ob diese Quelle zur notwendigen Lieferung ausreichte. Andererseits führte die antike Wasserleitung für die Versorgung der antiken Stadt Side entlang des Manavgat Çayı (Melas) durch die Polis von Lyrbe oder zumindest unmittelbar an der Territoriums-Grenze entlang, so dass deren Mitnutzung durch Lyrbe zwar nicht nachweisbar, aber denkbar ist.[83]

Weblinks

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Commons: Lyrbe – Sammlung von Bildern

Literatur (chronologisch)

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  • Walther Ruge: Lyrbe. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band XIII,2, Stuttgart 1927, Sp. 2498 (Digitalisat).
  • Johannes Nollé: Forschungen in Selge und Ostpamphylien. In: Vl. Araştırma Sonuçar Toplantısı. Ankara 26–30 Mayis 1986. Ankara 1987, S. 257–259 (Digitalisat).
  • Jörg Wagner: Südtürkei. Von Kaunos bis Issos (Artemis Kunst- & Reiseführer). Neuausgabe, Artemis, München/Zürich 1991, ISBN 3-7608-0807-7, S. 238–239 s. v. Seleukeia.
  • Jale İnan: Toroslar’da bir antik kent. Eine antike Stadt im Taurusgebirge. Lyrbe? – Seleukeia? (= Arkeoloji ve Sanat Yayınları. Kazi Monografileri Dizisi. Band 5). Arkeoloji ve Sanat Yayınları, Istanbul 1998, ISBN 975-7538-93-0.
  • Haluk Abbasoğlu: Seleukeia (?) – Lyrbe Kenti Kurtarma Kazısı. In: Oktay Belli (Hrsg.): Türkiye Arkeolojisi ve İstanbul Üniversitesi (1932–1999). Istanbul 2000, S. 248–250.
  • Hansgerd Hellenkemper, Friedrich Hild: Lykien und Pamphylien (= Tabula Imperii Byzantini. Band 8). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2004, ISBN 3-7001-3280-8, S. 694–696 (Digitalisat).
  • Nazlı Yıldırım: Lyrbe Agorası. In: Uluslararası Genç Bilimciler Buluşması II: Anadolu Akdenizi Sempozyumu 04–07 Kasım 2015 Antalya Sempozyum Bildirileri. Istanbul 2018, ISBN 978-605-2116-52-4, S. 831–844 (Digitalisat).
  • Işıl Işıklıkaya: Adını Arayan Kent: Lyrbe? = The City in Search of Its Name: Lyrbe? In: Pamphylia. Harmony of the Peoples on the Fertile Plain. Yapı Kredi Yayınları, Istanbul 2024, ISBN 978-975-08-6248-9, S. 442–459.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Ladislav Zgusta: Kleinasiatische Ortsnamen (= Beiträge zur Namenforschung. Neue Folge, Beiheft 21). Heidelberg 1984, S. 347.
  2. ↑ a b c Hansgerd Hellenkemper, Friedrich Hild: Lykien und Pamphylien (= Tabula Imperii Byzantini. Band 8, 2). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2004, S. 694. 
  3. ↑ Harıta Genel Müdürlügü (Hrsg.): Türkiye Harıtası 1:200.000. Blatt H V: Antalya. Ankara 1944. 
  4. ↑ Rahmi Aksoy, Ismail İnce, İlker Mete Mimiroğlu, Ömür Esen: Provenance and geological and geomechanical properties of building stones used in the construction of the Lyrbe ancient city (Manavgat, Antalya, Turkey). In: Environmental Earth Sciences. 80, Ausgabe 24, 2021, S. 793 f. 
  5. ↑ Erhan Akay, Şükrü Uysal, André Poisson, Jacques Cravatte, Carla Müller: Stratigraphy of the Antalya Neogene Basin. In: Bulletin of the Geological Society of Turkey. Band 28, 1985, S. 105–118. 
  6. ↑ Lyrbe in Antalya – Die verborgene Perle der Taurus-Berge begeistert auch in Frankfurt. In: Hürriyet.de. 9. Juli 2025, abgerufen am 17. November 2025. 
  7. ↑ Seleukeia (Lyrbe) Ancient City, mapa de localización. In: MAPTONS. 2025, abgerufen am 3. Dezember 2025. 
  8. ↑ Nazlı Yıldırım: Pamphylia’dan Yeni Bir Yapı Örneği: Nektareion. A new building from Pamphylia: Nektareion. In: Türkiye Bilimler Akademisi Arkeoloji Dergisi (TÜBA-AR). Band 19, 2016, S. 285. 
  9. ↑ Karl Lanckoroński: Städte Pamphyliens und Pisidiens. Band 2, Wien 1892, S. 186–187 (Digitalisat).
  10. ↑ Friedrich Imhoof-Blumer: Monnaies Grecques. Müller, Amsterdam 1883, S. 338, 477. 
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    Rufius Festus Avienus: Rufi Festi Avieni Descriptio Orbis Terrae. In: Geographi Graeci Minores. Band II. Paris 1861, S. 186. 
    Priscianus: Periegesis tes oikumenes. In: Carl Müller (Hrsg.): Geographi Graeci Minores. Band II. Paris 1882, S. 197, 809. 
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