
Horst Wessel (* 9. Oktober 1907 in Bielefeld als Horst Ludwig Georg Erich Wessel;[1] â 23. Februar 1930 in Berlin[2]) war ein deutscher ParamilitĂ€r der SA, den die nationalsozialistische Propaganda zum bedeutendsten âMĂ€rtyrer der Bewegungâ stilisierte. Kurz nachdem er 1930 von einem KPD-Mitglied getötet worden war, wurde das von ihm verfasste Kampflied âDie Fahne hoch!â zur Parteihymne der NSDAP erklĂ€rt. Nach der MachtĂŒbernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurde verordnet, dass dieses sodann nach Wessel benannte Lied stets im Anschluss an die erste Strophe der deutschen Nationalhymne zu spielen ist. WĂ€hrend der Zeit des Nationalsozialismus bis 1945 wurde um Wessel ein intensiver propagandistischer Personenkult betrieben, der ihn zum Nationalhelden glorifizierte.
Leben
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Herkunft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Horst Wessel wuchs in einem Pfarrhaus als Sohn des evangelischen Pastors Wilhelm Ludwig Georg Wessel (1879â1922) und dessen Frau Margarete Wessel (1881 oder 1882â1970) auf. Sein Vater wirkte von 1906 bis 1908 an der Bielefelder Pauluskirche und ab 1913 an der historisch wichtigen Berliner Nikolaikirche. Wessels Eltern blieben auch nach der Novemberrevolution 1918 stets kaiserlich gesinnt. Weitere Kinder des Ehepaars waren die Tochter Ingeborg Wessel (1909â1993) und der Sohn Werner Wessel (1910â1929).
Schulzeit und Studium
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wessel besuchte in Berlin vier verschiedene Oberschulen: von 1914 bis 1922 das Köllnische Gymnasium (bis zur Untersekunda), dann jeweils kurzzeitig das KönigstĂ€dtische Gymnasium und das evangelische Gymnasium zum Grauen Kloster. Die letzten zweieinhalb Jahre der Schulzeit verbrachte er auf dem LuisenstĂ€dtischen Gymnasium. Dort bestand er im FrĂŒhjahr 1926 das Abitur.[3]

Von 1922 bis 1925 war er Mitglied der Bismarckjugend, der Jugendorganisation der rechtskonservativen DNVP.[4] Bereits hier gehörte Wessel einem Kreis an, der als âRollkommando Friedrichshainâ Jagd auf kommunistische und sozialdemokratische Jugendliche machte. Im FrĂŒhjahr 1924 nahm er an einem mehrwöchigen Ausbildungskurs der Schwarzen Reichswehr teil und war seither â bis diese im Mai 1926 verboten wurden â Mitglied zweier paramilitĂ€rischer Organisationen: des Wikingbundes und des Sportvereins Olympia.[5]


Ab 1926 studierte er vier Semester Rechtswissenschaft und wurde 1928 Mitglied der Corps Normannia Berlin und Alemannia Wien.[6] Im selben Jahr gab er das Studium auf und arbeitete unter anderem als Taxifahrer und Schipper beim U-Bahn-Bau. Daneben wirkte Wessel 1926 in der zweiten Fassung des Films Der Student von Prag von Hanns Heinz Ewers bei den Dreharbeiten in Berlin als Statist mit. Möglicherweise kannten sich Ewers und Wessel, da beide an der Friedrich-Wilhelm-UniversitÀt Berlin Rechtswissenschaften studiert und der Studentenverbindung Normannia Berlin angehört hatten. Ewers betÀtigte sich spÀter als NS-Propagandist, schrieb 1932 den Roman Horst Wessel : Ein deutsches Schicksal und wird in der Biographie von Wilfried Kugel sogar als möglicher Ghostwriter des Textes des Horst-Wessel-Liedes vermutet.
FĂŒhrungsfigur der Berliner SA
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wessel trat 1926 in die NSDAP (Mitgliedsnummer 48.434)[7] und die SA ein und stieg bis 1928 zu einer FĂŒhrungsfigur der Berliner SA auf. Er agierte einige Zeit im SA-Sturm 2 (Prenzlauer Berg) und ĂŒbernahm im FrĂŒhjahr 1929 als SturmfĂŒhrer den Sturm 5 im Arbeiterbezirk Friedrichshain, einer Hochburg der KPD.
Der Sturm 5 galt als besonders âbrutale SchlĂ€gertruppeâ,[8] wagte sich aber â zu dieser Zeit nur 30 Mann stark â in die meisten StraĂen des Bezirkes nicht hinein.[9] Wessel fiel hier mehrfach dadurch auf, dass er in SA-Uniform â begleitet von SA-Leuten in Zivilkleidung â mit dem Fahrrad die HauptstraĂen abfuhr. Provokatorische âMĂ€rscheâ seines Sturms wurden von Polizisten begleitet.[10] Von seinem Förderer Joseph Goebbels erhielt er die Ausnahmegenehmigung, eine Schalmeienkapelle aufzubauen, obwohl dies bis dahin eine rein kommunistische Tradition war. Mit seiner Schalmeienkapelle sorgte er daraufhin fĂŒr Verwirrung.[11]
1929 hatte Wessel in der nationalsozialistischen Zeitschrift Der Angriff erstmals sein Gedicht âDie Fahne hoch, die Reihen dicht!â (spĂ€ter geĂ€ndert in: fest geschlossen) veröffentlicht, das, spĂ€ter mit der Melodie eines Seefahrerliedes unterlegt, zum Horst-Wessel-Lied wurde.
Tod
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die polizeilichen Ermittlungen und das anschlieĂende Strafverfahren ergaben: Horst Wessel wurde am 14. Januar 1930 von Albrecht Höhler, einem aktiven Mitglied der KPD, und weiteren Mitgliedern einer Ersatzorganisation des damals verbotenen Roten FrontkĂ€mpferbunds in seiner Wohnung in der GroĂen Frankfurter StraĂe 62[12] aufgesucht, wobei Albrecht Höhler Horst Wessel beim Ăffnen der TĂŒr in den Kopf schoss.[13][14][15][16]
Der Prozessbeobachter der Vossischen Zeitung, Moritz Goldstein, berichtete, dass die Angeklagten im Prozess behaupteten, Wessel oder sein spĂ€ter eingetroffener SA-Kamerad Richard Fiedler hĂ€tten eine Erstversorgung durch den âherbeigeeiltenâ jĂŒdischen Arzt Max Selo abgelehnt. So habe es in der Folge ĂŒber eine Stunde gedauert, bis ein anderer Arzt kam und Wessel ins Krankenhaus transportiert werden konnte.[17] Dies wurde im Prozess von seiner damaligen LebensgefĂ€hrtin Erna Jaenichen energisch bestritten. Der Historiker Daniel Siemens hĂ€lt die Darstellung der Angeklagten fĂŒr ânicht sehr wahrscheinlichâ.[18] Um 22:15 Uhr, etwa 15 Minuten nach dem Ăberfall, rief eine der Zeuginnen die Gauzentrale der NSDAP an. Um 22:30 Uhr traf ein von dort alarmierter Rettungswagen ein, der Wessel in das StĂ€dtische Krankenhaus im Friedrichshain brachte, wo ihm eine von 22:50 bis 0:45 Uhr dauernde Notoperation zunĂ€chst das Leben rettete. Wessel starb dort am 23. Februar an einer Blutvergiftung.
Die Beisetzung Wessels auf dem St.-Nikolai-Friedhof am 1. MĂ€rz 1930 sollte auf Wunsch des NSDAP-Gauleiters von Berlin Joseph Goebbels ein propagandistisches GroĂereignis werden. Die Polizei verbot jedoch das Tragen von Fahnen und Uniformen und begrenzte die GröĂe des Leichenzuges, der an der KPD-Zentrale vorbeifĂŒhren sollte, auf zehn Fahrzeuge. Auf der Prenzlauer Allee kam es dabei zu Unmutsbekundungen durch Pfeifkonzerte und Sprechchöre gegen den Trauerzug. Bei der eigentlichen Beisetzung erfolgten SteinwĂŒrfe ĂŒber die Friedhofsmauer. Der Historiker Ronald Friedmann dokumentierte unbestĂ€tigte Versuche, den Leichenwagen Wessels anzugreifen und seine Leiche zu entwenden.[19]
Schuldfrage
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Die KPD wies jede Schuld an der Tötung Wessels von sich und gab an, es handele sich um einen privaten Streit zwischen der Vermieterin Elisabeth Salm und der ehemaligen Prostituierten Erna Jaenichen, mit der Wessel in deren Wohnung zusammenlebte. Ferner streute die Partei das GerĂŒcht, Horst Wessel sei bei einer SchieĂerei zwischen zwei ZuhĂ€lterbanden zwischen die Fronten geraten und dabei getroffen worden.[15][16][20][21][22]
Der verstorbene Gatte der Vermieterin Salm war aktives KPD-Mitglied gewesen, und deshalb wandte sich die Vermieterin mit der Bitte um handfeste UnterstĂŒtzung im Streit mit der Freundin des bekennenden Nationalsozialisten Wessel an Parteifreunde ihres Gatten.[13] Am selben Tag war Camillo RoĂ, ein 17-jĂ€hriger Jungkommunist, von SA-MĂ€nnern angeschossen worden, und Wessel war als SA-FĂŒhrer eine der bekannteren Personen der örtlichen NSDAP. Demnach können sowohl private Streitigkeiten[23] als auch der Gedanke der Vergeltung eine Rolle bei der Tat gespielt haben.
Albrecht Höhler und seine MittĂ€ter wurden bereits kurz nach der Tat verhaftet. Höhler wurde wegen Totschlags zu sechs Jahren und einem Monat Zuchthaus verurteilt. Weitere zwei Beteiligte erhielten Zuchthausstrafen, zehn Angeklagte GefĂ€ngnisstrafen.[24] Die Rote Hilfe unterstĂŒtzte zwar die Angeklagten bei der Verteidigung, Elisabeth Salm wurde beispielsweise von der KPD-AnwĂ€ltin Hilde Benjamin verteidigt,[16] die KPD distanzierte sich jedoch von ihnen. Nach der MachtĂŒbernahme Hitlers ermordeten zum Teil hochgestellte SA-Mitglieder und mindestens ein Gestapo-Beamter Höhler wĂ€hrend eines fingierten GefĂ€ngnistransportes im September 1933.[25] Zwei weitere beteiligte Personen, Sally Epstein und Hans Ziegler, wurden 1934 in einem weiteren Prozess[26] zum Tode verurteilt[27] und 1935 hingerichtet.[28][29]
Stilisierung zum MĂ€rtyrer
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Die NSDAP nutzte Wessels Tod propagandistisch: er wurde zum MĂ€rtyrer der Bewegung stilisiert. Zur Errichtung eines Grabsteins fĂŒr Wessel am 22. Januar 1933 zogen mehr als 10.000 Angehörige der NSDAP und ihrer Teilorganisationen erneut am Karl-Liebknecht-Haus vorbei. Gegendemonstrationen waren polizeilich untersagt und das Haus sowie umliegende HĂ€userdĂ€cher am BĂŒlowplatz von der Polizei besetzt worden. Der Demonstrationszug wurde mit Panzerwagen der Polizei begleitet.[19]
Nach der MachtĂŒbernahme der Nationalsozialisten kurze Zeit spĂ€ter am 30. Januar wurde der Berliner Bezirk Friedrichshain in Horst-Wessel-Stadt umbenannt (ab 1936 Horst-Wessel) und trug diesen NS-Ehrentitel bis 1945. Das Krankenhaus am Rande des Volksparks Friedrichshain, in dem Wessel gestorben war, erhielt den Namen âHorst-Wessel-Krankenhausâ. Am 9. Oktober 1933 wurde im Krankenhaus Horst Wessels Sterbezimmer zu einer âGedĂ€chtnisstĂ€tte geweihtâ, wobei Propagandaminister Goebbels eine Ansprache hielt.[30] Der BĂŒlowplatz (seit 1945 Rosa-Luxemburg-Platz) in Berlin-Mitte wurde in Horst-Wessel-Platz umbenannt, wodurch auch der dortige U-Bahnhof Schönhauser Tor (heute U-Bahnhof Rosa-Luxemburg-Platz) diesen Namen erhielt. Ebenso trugen die VolksbĂŒhne und das heutige Karl-Liebknecht-Haus den Namen Wessels. Am Eingang der ehemaligen KPD-Zentrale wurde eine Relief-Gedenktafel mit dem Konterfei Wessels angebracht und innerhalb des Hauses eine Ehrenhalle fĂŒr ihn eingerichtet.[31] Auf dem Platz erhob sich ab November 1936 das Denkmal fĂŒr die im Freiheitskampf gefallenen Nationalsozialisten des Bezirks in Gestalt eines fast fĂŒnf Tonnen schweren Bronzeadlers mit einer Spannweite von etwa sieben Metern. Unter den sechs Namen am Sockel war auch der Wessels verzeichnet.[32]
Ebenso benannten viele andere Orte in Deutschland PlĂ€tze, StraĂen und Schulen nach Wessel, unter anderem seine Geburtsstadt Bielefeld die heutige August-Bebel-StraĂe, an der die Pauluskirche steht, in der sein Vater frĂŒher tĂ€tig war. Einer Division der Waffen-SS, der 18. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division, wurde der Beiname Horst Wessel verliehen sowie am 24. MĂ€rz 1936 dem Jagdgeschwader 134 der Luftwaffe. Dieses wurde spĂ€ter in Zerstörergeschwader 142 und anschlieĂend in Zerstörergeschwader 26 umbenannt und fĂŒhrte Wessels Namen weiter. Am 17. September 1934 wurde in Dresden mit groĂem propagandistischen Aufwand die Knabenberufsschule Altstadt als âHorst-Wessel-Schuleâ eröffnet.[33][34] Im Rahmen der Blut-und-Boden-Politik der Nationalsozialisten wurde ein neu eingedeichter Koog auf der Halbinsel Eiderstedt mit Horst-Wessel-Koog (heute: Norderheverkoog) benannt. Auch der zweite Segelschulschiffbau der Kriegsmarine erhielt den Namen Horst Wessel (heute: Eagle, United States Coast Guard).
Abgesehen davon, dass das von Goebbels geleitete Ministerium fĂŒr VolksaufklĂ€rung und Propaganda die Tötung Wessels im Rahmen von NSDAP-Propaganda politisierte und aus ihm einen nationalsozialistischen Helden machte, wurde das Schicksal des ehemaligen Studenten von dem bekannten Schriftsteller Hanns Heinz Ewers in dem Roman Horst Wessel (Stuttgart: Cotta, 1932) aufgegriffen. Dieser wurde 1933 verfilmt, wobei aus rechtlichen GrĂŒnden der Name des Protagonisten in Hans Westmar geĂ€ndert wurde. Im Umlauf befindliche Ausschnitte dieses NS-Propagandafilms, die die angebliche Störung des Trauerzugs und die SchĂ€ndung des Sargschmucks durch Kommunisten zeigen, sind nicht authentisch.
Die Versionen des Lieds Der kleine Trompeter wurden um ein auf Horst Wessel umgetextetes Kampflied der nationalsozialistischen Bewegung vermehrt.
Im KZ Dachau hatten HĂ€ftlinge 1933 ein Horst-Wessel-Denkmal zu errichten und fortan beim Vorbeigehen die MĂŒtze zu ziehen. Am 4. August 1933 fand die Einweihung statt: Röhm, Himmler, Heydrich, Hermann Esser, Hans Frank und Robert Wagner mit Gefolge sowie eine Hundertschaft der Polizei nahmen an der Feier teil.[35]
Wessels Geburtsstadt widmete ihm im Oktober 1933 das Bielefelder Horst-Wessel-Denkmal; im Februar 1939 folgten Hameln auf dem SĂŒntel sowie im November 1939 Horst-Wessel-Denkmal Mainz. Zum 9. Todestag Horst Wessels im Jahre 1939 vollendete der Bildhauer Ernst Paul Hinckeldey nach dreijĂ€hriger Arbeit eine 2œ Meter hohe Statue mit dem Titel âHorst Wessel im Schritt seines Liedesâ.[36] Dieses Denkmal wurde in Bielefeld aufgestellt und am 14. Juni 1939 eingeweiht.[37] Reste haben sich einzig beim Horst-Wessel-Denkmal im SĂŒntel erhalten.

Grab
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das gemeinsame Grab Horst und Werner Wessels sowie ihres Vaters befand sich auf dem St.-Marien- und St.-Nikolai-Friedhof I in Berlin-Prenzlauer Berg. Zu Wessels Todestag am 23. Januar 1933 sprachen Adolf Hitler und Hanns Heinz Ewers am Grab.[38]
Soldaten der Roten Armee ebneten es 1945 auf Befehl der sowjetischen Besatzungsmacht ein, lieĂen aber den Teil des Steins mit der Inschrift fĂŒr den Vater stehen.[39]
Die StĂ€tte war Ziel individueller oder, spĂ€testens ab 1997, kollektiver Heldenverehrung durch Rechtsextreme, wie z. B. durch Freie Kameradschaften. Im Jahr 2000 wollten Neonazis zum 70. Todestag Horst Wessels eine Demonstration samt Kranzniederlegung mit 500 Teilnehmern zum Friedhof durchfĂŒhren; die Polizei untersagte dies.[40] Im Jahr 2002 grub eine Gruppe, die sich âAutonome TotengrĂ€berâ nannte, den vermeintlichen SchĂ€del Horst Wessels aus und warf ihn in die Spree.[41] Laut Polizei wurde damals aber nur oberflĂ€chlich gegraben; es erscheint zweifelhaft, dass tatsĂ€chlich ein SchĂ€del ausgegraben wurde. Im September 2003 randalierten Unbekannte an dem Grab und warfen Grabsteine um.[40] Im Juni 2013 lieĂ die Friedhofsleitung die Ăberreste des Grabsteins entfernen.[42]
Archivische Ăberlieferung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Originalakten zum Ermittlungsverfahren wegen der Tötung von Wessel aus dem Jahr 1930 werden heute im Landesarchiv Berlin verwahrt (A Rep. 358-01, Nr. 8303â8310).
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Sabine Behrenbeck: Der Kult um die toten Helden. Nationalsozialistische Mythen, Riten und Symbole 1923 bis 1945. SH-Verlag, Vierow 1996, ISBN 3-89498-006-0 (durchges. Neuauflage. ebd., Köln 2011, ISBN 978-3-89498-257-7).
- Manfred Gailus: Vom Feldgeistlichen des Ersten Weltkriegs zum politischen Prediger des BĂŒrgerkriegs. KontinuitĂ€ten in der Berliner Pfarrerfamilie Wessel. In: Zeitschrift fĂŒr Geschichtswissenschaft, 2002, 50, S. 773â803.
- Manfred Gailus, Daniel Siemens (Hrsg.): âHass und Begeisterung bilden Spalierâ. Horst Wessels politische Autobiographie. bebra, Berlin 2011, ISBN 978-3-89809-092-6.
- Heinz Knobloch: Der arme Epstein: Wie der Tod zu Horst Wessel kam. Aufbau-Taschenbuch-Verlag, Berlin 1996, ISBN 3-7466-8021-2.
- Imre Lazar: Der Fall Horst Wessel. Belser, Stuttgart 1980, ISBN 3-7630-1194-3.
- Thomas Oertel: Horst Wessel â Untersuchung einer Legende. Böhlau, Köln 1988, ISBN 3-412-06487-4.
- Fred K. Prieberg: Handbuch Deutsche Musiker 1933â1945. CD-ROM-Lexikon. 2. Auflage. Kiel 2009, S. 8231â8236; archive.org.
- Daniel Siemens: Horst Wessel. Tod und VerklĂ€rung eines Nationalsozialisten. Siedler, MĂŒnchen 2009, ISBN 978-3-88680-926-4.[43]
- Daniel Siemens: Wessel, Horst. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 27. Duncker & Humblot, Berlin 2020, ISBN 978-3-428-11208-1, S. 884â885 (deutsche-biographie.de).
- Maica Vierkant: MĂ€rtyrer und Mythen. Horst Wessel und Rudolf HeĂ: Nationalsozialistische Symbolfiguren und neonazistische Mobilisierung. Tectum, Marburg 2008, ISBN 978-3-8288-9616-1.
- Speaking of Pictures. These Officially Glorify Nazi Hero. In: Life, 28. MĂ€rz 1938, Jg. 4, Nr. 13, S. 6â8 (englisch); books.google.com
- Horst Wessel â Und sonntags in die Kirche. In: Die Zeit, Nr. 37/2011.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur von und ĂŒber Horst Wessel im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Zeitungsartikel ĂŒber Horst Wessel in den Historischen Pressearchiven der ZBW
- Sebastian Weinert: Horst Wessel. Tabellarischer Lebenslauf im LeMO (DHM und HdG)
- Horst Wessel auf Shoa.de.
- Daniel Siemens: NS-Mythos Horst Wessel. Der SĂ€nger des Herrenvolkes. In: SĂŒddeutsche Zeitung. 8. Oktober 2007.
- Das kurze Leben eines ĂberzeugungstĂ€ters. Interview mit Daniel Siemens. In: Cicero.de, 18. August 2009.
- Vom Pastorensohn zum SA-SchlÀger. In: Focus Online. 14. Januar 2010.
- Nazi-MĂ€rtyrer â Goebbels profitierte von Wessels Tod doppelt. Welt Online, 14. Januar 2010.
- Politika. Eine politische Autobiographie von Horst Wessel. Von der polnischen Jagiellonen Bibliothek digitalisiert und ins Internet gestellt. Die âPolitikaâ des Horst Wessel (1907â1939). Vorgestellt: Horst Wessel: Bekenntnisse einen âchristlichen Nazisâ.Welt Online, 16. MĂ€rz.
- Ernst-Michael Brandt: âVerklĂ€rt, verhaĂt, vergessenâ â Horst Wessel â Demontage eines Mythos. MDR 1997. youtube.com
- So wurde Horst Wessel zum braunen MĂ€rtyrer. Welt Online.
- Daniel Siemens: Höhler, Albrecht et al. in: Kurt Groenewold, Alexander Ignor, Arnd Koch (Hrsg.): Lexikon der Politischen Strafprozesse, Online, Stand Mai 2016.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Daniel Siemens: Horst Wessel: Tod und VerklĂ€rung eines Nationalsozialisten, Siedler Verlag, 2010, S. 11 books.google.de
- â Digitalisiertes Namensverzeichnis des Sterberegister des Standesamtes Berlin VIII fĂŒr das Jahr 1930, S. 141: Sterberegisternummer 1930/414. (PDF; 76 MB) Landesarchiv Berlin.
- â Daniel Siemens: Horst Wessel. Tod und VerklĂ€rung eines Nationalsozialisten. Siedler, MĂŒnchen 2009, S. 46, 51.
- â Daniel Siemens: Horst Wessel. Tod und VerklĂ€rung eines Nationalsozialisten. Siedler, MĂŒnchen 2009, S. 47, 50.
- â Horst Wessel. Tod und VerklĂ€rung eines Nationalsozialisten. Siedler, MĂŒnchen 2009, S. 52, 55.
- â Kösener Corpslisten 1930, 7, 461a; 131, 187
- â Daniel Siemens: Horst Wessel. Tod und VerklĂ€rung eines Nationalsozialisten. Siedler, MĂŒnchen 2009, ISBN 978-3-88680-926-4, S. 143.
- â Daniel Siemens: Horst Wessel. Tod und VerklĂ€rung eines Nationalsozialisten. Siedler, MĂŒnchen 2009, S. 94.
- â Daniel Siemens: Horst Wessel. Tod und VerklĂ€rung eines Nationalsozialisten. Siedler, MĂŒnchen 2009, S. 91.
- â Daniel Siemens: Horst Wessel. Tod und VerklĂ€rung eines Nationalsozialisten. Siedler, MĂŒnchen 2009, S. 88.
- â Heinz Knobloch: Der arme Epstein, sowie Der phĂ€notypische Nazi: Horst Wessel Schalmeien und der Kampf um Kiez-Kneipen von Johannes Willms SĂŒddeutsche Zeitung 17. Mai 2010
- â Manfred Gailus: Nationalsozialistische Kultfigur Horst Wessel âHebt ihn hoch, den Totenâ. Der Tagesspiegel, 26. September 2013.
- â a b Heinz Knobloch: Der arme Epstein: Wie der Tod zu Horst Wessel kam. Berlin 1996, S. 9â48.
- â Bernd Kleinhans: Horst Wessel (1907â1930). shoa.de
Daniel Siemens: Horst Wessel. Tod und VerklĂ€rung eines Nationalsozialisten. MĂŒnchen 2009. - â a b Jay W. Baird: To Die for Germany. Heroes in the Nazi Pantheon. Bloomington (Ind.) 1990, S. 80 ff.
- â a b c Marianne Brentzel: Die Machtfrau. Hilde Benjamin 1902â1989. Berlin 1997, S. 38 ff.
- â Heinz Knobloch: Der arme Epstein: Wie der Tod zu Horst Wessel kam. Berlin 1996, S. 49â51.
- â Daniel Siemens: Horst Wessel. Tod und VerklĂ€rung eines Nationalsozialisten. Siedler, MĂŒnchen 2009, S. 23, dort auch Hinweise auf die Zeitangaben im Tagebuch der Telefonzentrale der NSDAP-Gauleitung und in der Rechnung fĂŒr den Rettungseinsatz.
- â a b Ronald Friedmann: Die Zentrale. Geschichte des Berliner Karl-Liebknecht-Hauses. Karl Dietz Verlag, Berlin, 2011, S. 73f.
- â Heinz Knobloch: Der arme Epstein: Wie der Tod zu Horst Wessel kam. Berlin 1996, S. 63â65.
- â Hans Mommsen: Die verspielte Freiheit. Aufstieg und Untergang der Weimarer Republik. PropylĂ€enverlag, Berlin 2019. S. 469.
- â so noch 1943 in: J.O. Reichenheim: Der Mythos Horst Wessel. In: Die Zeitung, 29. Oktober 1943, Nr. 347, S. 4; deutsche-digitale-bibliothek.de â Faksimile im ZVDD
- â nach Aussagen von Biografen
- â Heinz Knobloch: Der arme Epstein: Wie der Tod zu Horst Wessel kam. Berlin 1996, S. 106.
- â Daniel Siemens: Horst Wessel. Tod und VerklĂ€rung eines Nationalsozialisten. Siedler, MĂŒnchen 2009, ISBN 978-3-88680-926-4, S. 211â225.
- â Neuer ProzeĂ um die Ermordung Horst Wessels. In: Völkischer Beobachter Nr. 857 v. 23. Dezember 1933; Ein neuer ProzeĂ um die Ermordung Horst Wessels.] In: Frankfurter Zeitung Nr. 883 v. 23. Dezember 1933; Drei Mörder Horst Wessels vor dem Schwurgericht. In: Völkischer Beobachter. Nr. 164 v. 13. Juni 1934 (Faksimiles im gemeinsamen Pressearchiv von HWWA und IfW in der Zentralbibliothek fĂŒr Wirtschaftswissenschaften (ZBW), Neuer Jungfernstieg in Hamburg).
- â Der Mord an Horst Wessel gesĂŒhnt! In: Völkischer Beobachter. Nr. 168 v. 17. Juni 1934.
- â Angebliche Horst Wessel-Mörder hingerichtet.] In: Pariser Tageblatt. Jg. 3. 1935, Nr. 485 (11. April 1935), S. 2.).
- â Heinz Knobloch: Der arme Epstein: Wie der Tod zu Horst Wessel kam. Berlin 1996, S. 145â187.
- â Horst Wessel-Feier zu Berlin. In: Kleine Volks-Zeitung, 10. Oktober 1933, S. 3 (online bei ANNO).
- â Ronald Friedmann: Die Zentrale. Geschichte des Berliner Karl-Liebknecht-Hauses, Karl Dietz Verlag, Berlin, 2011, S. 114 ff.
- â Der Adler wurde 1943 ein Opfer der Metallspende des deutschen Volkes, zum Denkmal siehe Kirsten Otto: Berlins verschwundene DenkmĂ€ler. Eine Verlustanalyse von 1918 bis heute. Lukas, Berlin 2020, ISBN 978-3-86732-357-4, S. 86 f.; der von seiner Inschrift befreite Sockel ist erst Ende 1947 entfernt worden. Kirsten Otto: Berlins verschwundene DenkmĂ€ler. Eine Verlustanalyse von 1918 bis heute. S. 120 f.
- â Geschichte des BSZ fĂŒr Agrarwirtschaft âJustus von Liebigâ. bsz-agrar-dd.de
- â Geschichte des Beruflichen Schulzentrums fĂŒr Technik âGustav Anton Zeunerâ Dresden. ( vom 3. Februar 2017 im Internet Archive) bsz-technik-zeuner.de
- â Stanislav ZĂĄmeÄnĂk: Das war Dachau. Hrsg.: ComitĂ© International de Dachau. Luxemburg 2002, ISBN 2-87996-948-4, S. 56.
- â Schritt seines Liedes" Horst Wessel im Schritt seines Liedes. In: Das kleine Volksblatt, 18. Februar 1939, S. 9 (online bei ANNO). (Mit Foto.)
- â Ein Horst-Wessel-Denkmal in Bielefeld. In: Innsbrucker Nachrichten, 15. Mai 1939, S. 16 (online bei ANNO).
- â Der Krieg im deutschen Volke. In: Pilsner Tagblatt / Pilsner Tagblatt. Westböhmische Tageszeitung / Westböhmische Tageszeitung / Westböhmische Tageszeitung. Pilsner Tagblatt, 24. JĂ€nner 1933, S. 1 (online bei ANNO).
- â Daniel Siemens: Horst Wessel. Tod und VerklĂ€rung eines Nationalsozialisten. Siedler, MĂŒnchen 2009, S. 255
- â a b Theo Schneider: Rechter Totenkult. In: Blick nach Rechts. 8. August 2013, abgerufen am 8. August 2013.
- â Claudia Naujoks: Horst Wessel: âMĂ€rtyrer der Bewegungâ kopflos im Grab? In: Zeit Online Blog Störungsmelder. 24. Februar 2009, abgerufen am 6. Januar 2012.
- â Horst-Wessel-Grab eingeebnet. Hauptstadtportal Berlin.de; Bericht des Berliner Kurier, 30. August 2013.
- â Jörn Retterath: Rezension. In: H-Soz-u-Kult, 5. Mai 2010.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wessel, Horst |
| ALTERNATIVNAMEN | Wessel, Horst Ludwig Georg Erich (vollstÀndiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher SA-SturmfĂŒhrer und Student der Rechtswissenschaft |
| GEBURTSDATUM | 9. Oktober 1907 |
| GEBURTSORT | Bielefeld |
| STERBEDATUM | 23. Februar 1930 |
| STERBEORT | Berlin |
