Eine Entwicklungstheorie will â ausgehend von der neoevolutionistischen Grundannahme einer zwangslĂ€ufigen âHöherentwicklungâ â erklĂ€ren, warum bestimmte Regionen oder ganze Staaten (Entwicklungs- oder SchwellenlĂ€nder) im erwarteten Fortschritt von Wirtschaft und Gesellschaft hinter Industriestaaten zurĂŒckbleiben. Daneben will man dadurch bestimmen, welches die entscheidenden Angriffspunkte fĂŒr eine mögliche Strategie von Entwicklungspolitik sind, um die angestrebte Entwicklung anzustoĂen oder zu beschleunigen.
Allgemeines
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Je nachdem, ob die wesentlichen Ursachen auĂerhalb oder innerhalb des Landes gesehen werden, lassen sich exogene und endogene Theorien unterscheiden. âEndogenâ wird sozialer Wandel genannt, sofern eine soziale Struktur aus sich selbst heraus die Elemente zu ihrer Ăberwindung zu erzeugen vermag.[1] Die klassischen und modernen, von liberalen und konservativen Theoretikern vertretenen endogenen Theorien sehen die Ursachen in den EntwicklungslĂ€ndern selbst, z. B. die Modernisierungstheorie in archaischen Strukturen oder in der Korruption. Die klassischen und modernen exogenen Theorien gehen davon aus, dass die Ursachen des niedrigeren Entwicklungsstandes auĂerhalb der EntwicklungslĂ€nder, genauer gesagt: in ihrer Ausbeutung durch die IndustrielĂ€nder, zu suchen sind. Sie heben die AbhĂ€ngigkeit der EntwicklungslĂ€nder von den IndustrielĂ€ndern hervor; die scheinbar in den EntwicklungslĂ€ndern liegenden Ursachen (wie z. B. Korruption) sehen sie dagegen als Folgen dieser AbhĂ€ngigkeit.
FĂŒr postkoloniale Autoren ist Entwicklung ein ideologisches und autoritĂ€res Konzept. Sie fordern alternative Konzepte, die etwa den Wachstumszwang vermeiden, die auf traditionellem Wissen aus den betroffenen LĂ€ndern beruhen oder die die traditionelle Subsistenzwirtschaft gegenĂŒber marktwirtschaftlich-kapitalistischen Strukturen erhalten und aufwerten.[2]
Die partnerschaftliche Nord-SĂŒd-Forschungszusammenarbeit zwischen Forschenden aus dem Globalen SĂŒden und dem Globalen Norden ist ebenfalls bestrebt, solche alternative Konzepte zur klassischen Entwicklungstheorie zu entwickeln.[3]
Wandel entwicklungstheoretischer Begriffe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Laufe der Zeit kam es zu einem Wandel der entwicklungstheoretischen Begriffe:[4]
| Zeitalter | heutige entwickelte Staaten | heutige EntwicklungslÀnder |
|---|---|---|
| 15. Jahrhundert bis 18. Jahrhundert | Okzident Alte Welt |
Orient Neue Welt + Indien |
| 19. Jahrhundert bis 1945 | KolonialmÀchte MutterlÀnder Imperien |
Kolonien LĂ€nder der âheiĂen Zoneâ |
| 1940er bis 1960er | Industriestaaten moderne Gesellschaften |
EntwicklungslĂ€nder, rĂŒckstĂ€ndige LĂ€nder traditionelle Gesellschaften |
| 1970er | Erste Welt Norden Zentrum Metropolen |
Dritte Welt SĂŒden Peripherie Satellitenstaaten unterentwickelte oder abhĂ€ngige LĂ€nder |
| 1980er | alte IndustrielÀnder | junge IndustrielÀnder SchwellenlÀnder ErdöllÀnder wenig entwickelte LÀnder |
| 1990er | postindustrielle Gesellschaften | Vierte Welt Fragile Staaten (englisch fragile states) gescheiterte Staaten (englisch failed states) |
HĂ€ufig bewirkte eine negative Konnotation einen Begriffswechsel.
Mögliche endogene Ursachen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Laut den BefĂŒrwortern der endogenen Theorien ist die Ursache der Unterentwicklung in den betroffenen LĂ€ndern selbst zu suchen. Die LĂ€nder befinden sich in einem Stadium des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ăbergangs, das die IndustrielĂ€nder schon durchlaufen haben. Die Wirtschaftsstruktur beschrĂ€nkt sich fast ausschlieĂlich auf den primĂ€ren Sektor (Agrarwirtschaft, Viehzucht, Fischerei und Bergbau). GroĂfamilien, Sippen oder StĂ€mme sind noch immer Fundamente der Gesellschaft. Auf der gedanklichen Grundlage, dass der Prozess der Entwicklung dieser LĂ€nder eine Wiederholung der Entwicklung der IndustrielĂ€nder ist, kann das geschichtliche Wissen gezielt eingesetzt werden, um entwicklungshemmende Faktoren zu erkennen und den Prozess zu verkĂŒrzen.
Niedrige Spar- und InvestitionstÀtigkeit sowie institutioneller Rahmen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Entscheidendes Wachstumshindernis ist fĂŒr diese Theorien das Fehlen von Kapital. FrĂŒher wurde nur das Fehlen von Sachkapital berĂŒcksichtigt, mittlerweile bedenkt man auch den Mangel an Humankapital (z. B.: LeistungsfĂ€higkeit, Ausbildung, Know-how). FĂŒr EntwicklungslĂ€nder typisch ist eine niedrige Spar- und InvestitionstĂ€tigkeit. Die niedrige Sparrate hĂ€ngt auch mit den extrem geringen Einkommen zusammen. Die InvestitionstĂ€tigkeit wird nicht nur durch einen Mangel an gespartem Kapital, sondern auch durch Kapitalflucht weiter geschwĂ€cht. Politische und soziale InstabilitĂ€t in EntwicklungslĂ€ndern fĂŒhrt dazu, dass Kapital lieber in dem als sicherer eingeschĂ€tzten Ausland investiert wird.[5] Der Entwicklungsökonom Albert O. Hirschman beobachtete, dass in EntwicklungslĂ€ndern eine âStagnationsmentalitĂ€tâ herrsche und nur dann investiert werde, wenn die Gewinnaussichten sehr groĂ seien.[6] In LĂ€ndervergleichen zeigte sich ein sehr groĂer Einfluss des politischen, institutionellen und sozialen Rahmens auf das lĂ€ngerfristige Wirtschaftswachstum.[7] Bei der Betrachtung der Kolonialgeschichte deutet eine groĂe empirische Evidenz auf die ĂŒberragende Bedeutung robuster Eigentumsrechte hin. Die BeschrĂ€nkung des Zugriffs von Politikern und gesellschaftlichen Eliten auf das Eigentum und ein glaubwĂŒrdiger Schutz vor Enteignung korrelieren mit einer deutlich höheren Spar- und Investitionsquote sowie einem deutlich höheren Wirtschaftswachstum.[8] GrundsĂ€tzlich ist es zwar irrational, dass LĂ€nder an politischen und gesellschaftlichen Institutionen festhalten, die Wirtschaftswachstum verlangsamen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass effizienzsteigernde Reformen immer auch einen Verteilungseffekt haben und damit kurz- und mittelfristigen Interessen eines einflussreichen Teilsegments der Gesellschaft widersprechen können.[9]
Bevölkerungsexplosion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das hohe Bevölkerungswachstum stellt fĂŒr viele EntwicklungslĂ€nder eher eine Belastung dar, weil es unter anderem auch die Wohlstandsgewinne aufzehrt. So hatten die EntwicklungslĂ€nder im Schnitt in den letzten Jahrzehnten zwar ein hohes Wachstum des Bruttoinlandsprodukts, durch den hohen Bevölkerungszuwachs stieg das Pro-Kopf-Einkommen aber nur halb so stark. Der Bevölkerungsanstieg verhindert Entwicklung nicht per se, ist aber eher ein belastender Faktor. Allerdings entwickelten sich die westeuropĂ€ischen Industriestaaten gerade wĂ€hrend ihrer Bevölkerungsexplosion im 18. und 19. Jahrhundert am stĂŒrmischsten. Nach den bisherigen Erfahrungen fĂŒhren Fortschritte bei der wirtschaftlichen Entwicklung dazu, dass sich die Geburtenrate verringert.[10]
Es entspricht der Analyse des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen sowie des Bundesministeriums fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, dass RĂŒckschritte beim wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt sowie Verschlechterungen der sozialen und politischen StabilitĂ€t von EntwicklungslĂ€ndern typische Folgen einer hohen Bevölkerungsdynamik in EntwicklungslĂ€ndern sind.[11]
Modernisierungstheorien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Modernisierungstheorien sind seit den 1950er Jahren als neue Variante der endogenen Theorien entstanden. Anlass war das zunehmende Interesse der IndustrielĂ€nder an der sog. âEntwicklungshilfeâ. FĂŒr Vertreter der Modernisierungstheorie entwickeln sich die EntwicklungslĂ€nder in die gleiche Richtung wie die IndustrielĂ€nder, nur wesentlich langsamer. Der Vorteil der IndustrielĂ€nder liege darin, dass sie kulturell innovativer seien und sich daher schneller entwickelten.
Das Haupthindernis fĂŒr eine positive wirtschaftliche Entwicklung liege darin, dass die Bewohner der EntwicklungslĂ€nder noch nicht mobil und rational genug seien, um die soziokulturellen, organisatorischen und politischen Innovationen der IndustrielĂ€nder zu ĂŒbernehmen, so die Vertreter eines sozialpsychologischen Ansatzes wie David Lerner.
Die Handlungsempfehlungen der Modernisierungstheorien sehen vor, dass durch eine Modernisierung der gesellschaftlichen Institutionen wie des Rechts, des politischen Systems, des Bildungswesens, u. a. die Grundlage fĂŒr Wirtschaftswachstum und damit einhergehender Wohlfahrt geschaffen werden muss. Unter Modernisierung wird dabei der Prozess der Transformation von traditionellen Institutionen und Verhaltensgewohnheiten zu den modernen AusprĂ€gungen, wie sie in der westlichen Gesellschaft vorzufinden sind, verstanden. Da die Ursachen der Unterentwicklung in den EntwicklungslĂ€ndern selber zu suchen sei (in deren RĂŒckstĂ€ndigkeit), könne die Lösung nur in Hilfe von auĂen liegen, also in Entwicklungshilfe und Investitionen seitens der IndustrielĂ€nder.
Stufentheorien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Theorien ĂŒber die Existenz von Stufen wirtschaftlicher oder gesellschaftlicher Entwicklung gibt es schon lange. Schon Karl Marx war der Meinung, dass sich soziale Entwicklung in Stufen vollzieht.
Walt Whitman Rostow, ein amerikanischer Ăkonom und Wirtschaftshistoriker, unterteilt in dem nach ihm benannten Rostow-Modell den Entwicklungsprozess in fĂŒnf Wachstumsstadien:[12]
- die traditionale Gesellschaft
- die Gesellschaft im Ăbergang
- das Stadium des wirtschaftlichen Aufstiegs (take off)
- die Entwicklung zur Reife
- das Zeitalter des Massenkonsums
Auf die landwirtschaftlich geprĂ€gte, vormoderne Gesellschaft folgt die Ăbergangsperiode, in der die wichtigen Voraussetzungen fĂŒr den Aufschwung geschaffen werden. WĂ€hrend dieser Zeit schreitet die ökonomische und technische Forschung fort, wodurch ein Strukturwandel eintritt. Die Infrastruktur und der Handel werden erweitert, trotzdem herrschen weiterhin die traditionellen Strukturen vor. Erst in der Phase des wirtschaftlichen Aufstiegs findet der Durchbruch zur industriellen Gesellschaft statt: Neue Industrien entstehen, die ein kontinuierliches Wirtschaftswachstum sichern. Die Entwicklung zur Reife bereitet die Gesellschaft â etwa durch FlieĂbandproduktion â auf das nach Rostow finale Zeitalter des Massenkonsums vor.
Strukturalistischer Ansatz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Strukturalisten sind der Meinung, dass man die Armut jedes Landes einzeln analysieren mĂŒsse, da sich die Strukturen der Unterentwicklung regional unterschieden. Sie sind der Meinung, dass Unterentwicklung die Folge eines historischen Prozesses sei, der umkehrbar ist. Durch den Kolonialismus sei ein moderner exportorientierter Wirtschaftssektor entstanden, der allerdings eine AbhĂ€ngigkeit vom Ausland begrĂŒndet, wĂ€hrend ein GroĂteil der Binnenwirtschaft von Subsistenzwirtschaft geprĂ€gt sei (Dualismus). Der Zustand der AbhĂ€ngigkeit findet sich nur in einer Ăbergangsphase. Nach der Meinung der Strukturalisten sind Problemlösungen möglich, wenn gewisse Rahmenbedingungen geĂ€ndert werden.
Kritik an den Modernisierungstheorien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kritik an den Modernisierungstheorien setzt an verschiedenen Punkten an.
Manche Kritiker setzen an der Beschreibung an, die als unzureichend angesehen wird: die westeuropÀische Modernisierung sei nur eine singulÀre historische Entwicklung, der keine universale Bedeutung zugemessen werden könne. Die EntwicklungslÀnder befÀnden sich also nicht auf dem gleichen, sondern einem anderen Entwicklungspfad. Andere kritische Positionen gehen von einer Mischung aus: es gebe sowohl eine gemeinsame Entwicklungsrichtung aller Gesellschaften hin zu technischem und wirtschaftlichem Fortschritt als auch eine relative Einzigartigkeit der Geschichte jeder Gesellschaft.
Andere sehen LĂŒcken in der ErklĂ€rung: die Modernisierungstheorien böten keinen ErklĂ€rungsversuch fĂŒr die gröĂere Entwicklungsgeschwindigkeit der IndustrielĂ€nder, deren kulturelle Innovationen wĂŒrden einfach vorausgesetzt. Aufgrund der unzureichenden ErklĂ€rungsangebote seien auch die darauf basierenden Handlungsempfehlungen erfolglos.
An den Stufentheorien wird kritisiert, dass die Kriterien der einzelnen Stufen nicht genau definiert sind. Es wurde auch seitens Vertretern der Dependenztheorie daran gezweifelt, dass die Entwicklung in der Peripherie und im Zentrum wirklich parallel lĂ€uft (Zentrum-Peripherie-Modell), denn die beiden Bereiche unterscheiden sich in ihrer landwirtschaftlichen ProduktivitĂ€t, dem Bevölkerungswachstum und in den externen EinflĂŒssen.
Theorien sozialen Wandels als Kreislaufprozess
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Zur ErklĂ€rung der regionalen Unterentwicklung wird hĂ€ufig bildlich von einem âTeufelskreis der Armutâ gesprochen. Das Grundmuster dieses wissenschaftlichen ErklĂ€rungsansatzes entspricht indes Boudons âreproduktivem Prozessâ; er ist ein sich selbst aufhebender Wechselwirkungsprozess, der ein stationĂ€res Gleichgewicht reproduziert bzw. im Zustand der Stagnation erhĂ€lt. Die Kausalprozesse lassen sich auch im Sinne der Kybernetik als eine negative RĂŒckkopplung beschreiben, wodurch der betreffende soziale Strukturzusammenhang auf Dauer stabil gehalten wird. Dennoch ist eine so strukturierte Theorie logisch nicht als Tautologie zu bezeichnen. FĂŒr AndrĂ© Gunder Frank befindet sich eine Entwicklungstheorie wie etwa die von Gunnar Myrdal und Seth S. King[13] in einem Zirkelschluss: Diese argumentierten, dass die Armen arm sind, weil sie arm sind, und die Reichen reich, weil sie reich sind.[14]
Boudons Typ der âkumulativen Prozesseâ â deren quantitative Steigerungen zudem in Prozesse der qualitativen âTransformationâ umschlagen können â sind Prozesse der kumulativen Verursachung, wie sie den biographischen Prozessen von Verarmung,[15] der Polarisationstheorie oder in der Neuen Ăkonomischen Geographie den Prozessen der Agglomeration oder Segregation zugrunde liegen.
Die RĂŒckstĂ€ndigkeit einer Region, die auf einem Niveau der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Unterentwicklung relativ zurĂŒckbleibt oder insgesamt gesehen stagniert, kann durch Prozesse der KreiskausalitĂ€t erklĂ€rt werden. Zum Beispiel zwischen den ĂŒberlieferten kulturellen Orientierungen und den dadurch bestimmten sozial dominanten Reaktionsmustern auf die reduzierten Chancen, so wie diese in der wirtschaftsgeografischen Situation strukturgeschichtlich ĂŒberliefert sind. Stagnation als eine Blockade von sozialem Wandel kann nach dem Schema der Muster abweichenden Verhaltens des US-Soziologen Robert K. Merton[16] als Fatalismus oder Apathie erklĂ€rt werden, womit auf die Diskrepanz von kulturell definierten Zielen und von verfĂŒgbaren sozialen Mitteln reagiert wird. Solche Prozesse schlieĂen hĂ€ufig Momente einer sich selbst bewahrheitenden sozialen Voraussage ein.
Geodeterminismustheorie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei der Geodeterminismustheorie geht man davon aus, dass die ungĂŒnstige geografische Lage eines Landes Ursache fĂŒr seine Situation ist. Dies Ă€uĂert sich zum Beispiel in einer Binnenlage, welche hohe Transportkosten und Sondersteuern, wie TransitgebĂŒhren nach sich zieht, geringe flĂ€chenmĂ€Ăige GröĂe (Inselstaat), ein Klima, welches in Form von langen, periodischen DĂŒrren (Sahelzone), groĂer KĂ€lte, stark schwankenden Niederschlagsmengen oder groĂer Jahrestemperaturamplitude insbesondere die Landwirtschaft behindert. Weitere Faktoren sind minderwertige Böden, ungĂŒnstige OberflĂ€chenstrukturen wie Höhenlagen oder Hanglagen. Der Mangel an Rohstoffen und fossilen EnergietrĂ€gern kann auch dazu fĂŒhren, dass sich LĂ€nder langsamer entwickeln, da sie Rohstoffe importieren mĂŒssen. Entscheidend ist eine RohstoffunabhĂ€ngigkeit zu Beginn der Industrialisierungsphase.
Zu beachten sind in diesem Zusammenhang Thesen Jared Diamonds, nach denen der Mittelmeerraum durch seine Lage an einer globalen Querachse (von Gibraltar bis China) wie auch dem erleichterten Zugriff auf hier vorkommende wie importierte Nutztier- und Nutzpflanzenarten erheblich bevorteilt ist.
Ressourcenfluchtheorie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit dem Begriff Ressourcenfluch werden die negativen Konsequenzen bezeichnet, die Reichtum an Rohstoffen fĂŒr ein Land haben kann. Das Wirtschaftswachstum ist in LĂ€ndern, die stark vom Export mineralischer und fossiler Rohstoffe abhĂ€ngig sind, in der Regel geringer als in rohstoffarmen LĂ€ndern. Mögliche GrĂŒnde dafĂŒr sind unter anderem eine Verringerung der WettbewerbsfĂ€higkeit der restlichen Wirtschaftsbereiche, der staatliche Missbrauch von EinkĂŒnften aus dem Rohstoffsektor oder mangelnde Investitionen in die Bildung. Mit dem Erlös von Ressourcen wie etwa Coltan oder Diamanten werden afrikanische Konflikte finanziert.[17][18] Ăber die politischen und ökonomischen ZusammenhĂ€nge von Kriegen in Afrika und der Ausbeutung von Ressourcen informiert auch die Kampagne Fatal Transactions.
Im Hinblick etwa auf ein Land wie Ecuador wird als Ressourcenfluch diskutiert, dass die regelmĂ€Ăigen Boom- und Zusammenbruchsphasen des Ălpreises den Aufbau stabiler, vom Ăl unabhĂ€ngiger Wirtschaftsstrukturen erschweren. In den Boomphasen kann die Erdölindustrie höhere Löhne und höhere Preise bezahlen als die meisten inlĂ€ndischen Konkurrenzindustrien. Letztere werden dadurch in ihrer nationalen wie ihrer internationalen WettbewerbsfĂ€higkeit geschwĂ€cht. Bricht nun der Ălpreis ein (wie 1983 oder Mitte der 2000er Jahre), sind nicht nur die direkt petroleum-anhĂ€ngigen Industrien getroffen, sondern die Nicht-Ressourcen-Industrien sind zusĂ€tzlich geschwĂ€cht. Dieses PhĂ€nomen wird auch als âHollĂ€ndische Krankheitâ (Dutch disease) bezeichnet.
Mögliche exogene Ursachen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Gegensatz zu den endogenen Theorien liegen die Ursachen, die laut der BefĂŒrworter zur Unterentwicklung fĂŒhren bzw. die eine solche herbeigefĂŒhrt haben, auĂerhalb der jeweiligen Region.
Theorie der langfristigen Verschlechterung der Terms of Trade
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Als Terms of Trade werden die Austauschbedingungen (Handelsbedingungen) zwischen Rohstoff- und Fertigwarenlieferant bezeichnet. Prebisch geht bei seiner BegrĂŒndung davon aus, dass die EntwicklungslĂ€nder ĂŒberwiegend Nahrungsmittel und Rohstoffe anbieten und industrielle Erzeugnisse nachfragen, fĂŒr die IndustrielĂ€nder gilt die umgekehrte Spezialisierungsrichtung. Aus den nachfolgend aufgefĂŒhrten GrĂŒnden kĂ€me es zu einer stetigen Verschlechterung der Terms of Trade fĂŒr die EntwicklungslĂ€nder, da diese im VerhĂ€ltnis immer mehr PrimĂ€rgĂŒter exportieren mĂŒssen, um ihren Bedarf an industriell gefertigten Erzeugnissen zu decken:
- Die niedrige EinkommenselastizitĂ€t der Nachfrage bei PrimĂ€rgĂŒtern: PrimĂ€rgĂŒter sind in der Regel relativ inferiore GĂŒter. Dies bedeutet, dass bei steigenden Einkommen die Nachfrage nach PrimĂ€rgĂŒtern unterproportional zunimmt.
- Die hohe EinkommenselastizitĂ€t der Nachfrage bei industriell gefertigten GĂŒtern: Industriell gefertigte GĂŒter hingegen sind superiore GĂŒter. Bei steigenden Einkommen werden diese GĂŒter ĂŒberproportional nachgefragt. D.h., dass bei wachsenden Einkommen der Konsum industrieller Fertigwaren zunimmt, wĂ€hrend der Konsum von PrimĂ€rgĂŒtern nahezu konstant bleibt. Lohnsteigerungen in den EntwicklungslĂ€ndern fĂŒhren also dazu, dass nur die Nachfrage nach industriell gefertigten Produkten signifikant steigt.
- Die unterschiedliche Wettbewerbssituation auf den PrimĂ€rgĂŒter- und IndustriegĂŒtermĂ€rkten: Die PrimĂ€rgĂŒtermĂ€rkte sind geprĂ€gt von einem intensiven Wettbewerb zwischen den exportierenden LĂ€ndern. Das liegt zum einen an der HomogenitĂ€t und der damit verbundenen Substituierbarkeit dieser GĂŒter und zum anderen an der Spezialisierung bzw. BeschrĂ€nkung der EntwicklungslĂ€nder auf einige wenige exportierbare PrimĂ€rgĂŒter. Auf den IndustriegĂŒtermĂ€rkten herrsche hingegen ein geringerer Wettbewerb, da diese Produkte diversifiziert und somit schwerer zu substituieren seien.
- Die hohe PreiselastizitĂ€t der Nachfrage bei PrimĂ€rgĂŒtern: Aufgrund der Austauschbarkeit und einer Vielzahl von Anbietern können Preiserhöhungen fĂŒr exportierbare PrimĂ€rgĂŒter auf den Weltmarkt schwer durchgesetzt werden. Angenommen in einem Entwicklungsland steigt durch eine DĂŒrre der Preis fĂŒr ein Exportgut. Folglich wird die Nachfrage aus dem Ausland nach diesem Gut einbrechen, weil andere Exporteure das Gut zum niedrigeren Marktpreis anbieten und absetzen können.
- Die niedrige PreiselastizitĂ€t der Nachfrage bei industriell gefertigten GĂŒtern: Die Nachfrage nach industriell gefertigten GĂŒtern sinke bei Preiserhöhungen kaum, da die Konsumenten nur auf wenige gleichwertige Alternativen zurĂŒckgreifen könnten.
- Die unterschiedlichen Auswirkungen von ProduktivitĂ€tsfortschritten: Bei PrimĂ€rgĂŒtern handelt es sich oftmals um quantitative ProduktivitĂ€tsfortschritte (z. B. neue Anbauverfahren oder Abbautechniken). Die Folge ist eine Erhöhung des Angebots bei stagnierender Nachfrage und das fĂŒhrt somit zu sinkenden Preisen. Weiterhin werden Fortschritte in der ArbeitsproduktivitĂ€t direkt, in Form von Preissenkungen, an die IndustrielĂ€nder weitergegeben, um sich im starken Wettbewerb behaupten zu können. Im IndustriegĂŒterbereich gehen ProduktivitĂ€tsfortschritte mit einer Verbesserung der Produkte einher (qualitative ProduktivitĂ€tsfortschritte), was zu steigenden Marktpreisen und Löhnen fĂŒhrt.
Manche HĂ€ndler und Konsumenten versuchen durch Fair Trade entgegenzuwirken.
AbhÀngigkeitstheorien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Marxistischer Ansatz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die VorlĂ€ufer des marxistischen FlĂŒgels sind die klassischen Imperialismustheoretiker der Zweiten und Dritten Welt. Die Marxisten meinen, ihre Auffassung der Dependenztheorie sei global ĂŒberall gĂŒltig. Wenn Unterentwicklung durch das kapitalistische Wirtschaftssystem bedingt ist, dann ist auch die Unterentwicklung, die daraus folgt, strukturell ĂŒberall gleich. Sie denken, dass Unterentwicklung fĂŒr das Bestehen des Kapitalismus lebensnotwendig ist, daher ist sie auch in diesem System unĂŒberwindbar. FĂŒr sie ist der Zustand der AbhĂ€ngigkeit keine Ăbergangsphase, sondern ein historischer Endpunkt in der kapitalistischen Entwicklung der Peripherie. Lösungsmöglichkeiten sind aus Sicht des marxistischen Ansatzes nicht innerhalb des Kapitalismus möglich. Die AnhĂ€nger vertrauen darauf, dass der Kapitalismus zusammenbrechen wird, was nur im Zuge einer Revolution stattfinden könne. Die Marxisten meinen, Ausbeutung sei ursĂ€chlich, was zum Beispiel die ungleichen Handelsbedingungen zeigen.
Imperialismustheorie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Imperialismustheorien wurden zwischen 1900 und 1920 von John Atkinson Hobson (englischer Publizist und Ăkonom; Imperialism â A Study, 1902), Rudolf Hilferding (deutscher Politiker, Publizist und Ăkonom; Das Finanzkapital, 1910), Lenin (russischer RevolutionsfĂŒhrer; Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917) und Rosa Luxemburg (polnisch-deutsche Internationalistin; Die Akkumulation des Kapitals, 1913) begrĂŒndet. Im Zuge des Aufkommens der Dependenztheorien erlebten sie Mitte der 60er Jahre eine Wiederbelebung und Modifizierung.
FĂŒr Marxisten ist der Imperialismus (nach Lenin) das momentane Stadium des Kapitalismus.
Die Imperialismustheorien behandeln die folgenden Themenbereiche: Die neue internationale Arbeitsteilung wird von den internationalen Konzernen maĂgeblich bestimmt. Das bedeutet, dass multinationale Konzerne FabrikationsstĂ€tten in der Dritten Welt errichten, was Weiterentwicklung der Peripherie schier unmöglich macht, da einerseits die Einkommensunterschiede nicht abgebaut werden können. Andererseits haben EntwicklungslĂ€nder keinen Zugang zu modernen Technologien, da Weiterbildung nicht nötig ist: ungelernte ArbeitskrĂ€fte haben keine Möglichkeit zur Fortbildung. Weiter hat die Peripherie nur geringen Handlungsspielraum: Die wichtigen Entscheidungen werden noch immer von den Industriestaaten gefĂ€llt.
Der ungleiche Tausch ist noch immer ein groĂes Problem: Durch ungleiche Handelsbedingungen (terms of trade) verschiebt sich der Markt zugunsten der IndustrielĂ€nder. Das passiert immer, wenn Waren nicht ihrem Wert entsprechend entlohnt werden. Das bedeutet, dass sich das Einkommen zwischen Zentrum und Peripherie durch internationale Kapitalbewegungen oder Direktinvestitionen umverteilt.
Durch auslĂ€ndische Direktinvestitionen kommt es zu einem stetigen Gewinnabfluss; Konzerne weisen Gewinne in andere LĂ€nder aus â da einheimische Arbeit zu niedrigsten Löhnen erfolgt, kommt es zu einem stĂ€ndigen Kapitalexport.
Kritiker dieser Theorie sind der Meinung, dass Dinge wie ArbeitskrÀftewanderungen, Technologietransfer oder WÀhrungsbeziehungen geleugnet oder nicht beachtet werden. Sie meinen, dass die Theorien nicht empirisch abgesichert sind, das bedeutet, dass ihre AnsÀtze nicht auf Erfahrungen beruhen. Die Entwicklungsstrategien beschrÀnken sich weitgehend auf eine Revolution oder eine vollkommene Abkoppelung vom Weltmarkt, doch die Konsequenzen oder Folgeschritte werden nicht diskutiert.
Dependenztheorien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die AbhĂ€ngigkeitstheorien (auch Dependenztheorien genannt) traten erstmals Mitte der 1960er Jahre in Lateinamerika auf, da die klassische Entwicklungspolitik damals scheiterte. Eine neue Basis fĂŒr die Theorien wurde gesucht, man wandte sich damals gegen die klassischen Theorien und insbesondere die Modernisierungstheorien. Die damals gĂ€ngige Bezeichnung âDependenztheorienâ stammt von dem spanischen und portugiesischen Wort fĂŒr AbhĂ€ngigkeit âdependenciaâ. AnhĂ€nger dieser Theorien sind der Meinung, Unterentwicklung folge aus der AbhĂ€ngigkeit der Dritte-Welt-LĂ€nder (Peripherie) von den IndustrielĂ€ndern (Zentrum). Im Gegensatz zu den klassischen Theorien ist bei den Dependenztheorien Unterentwicklung nicht auf innere (âendogeneâ) UmstĂ€nde zurĂŒckzufĂŒhren; sie ist eine logische Folge der Geschichte, die die verschiedenen LĂ€nder in durchaus unterschiedlicher Weise durchlaufen haben. Unterentwicklung ist ein Resultat der Eingliederung der Dritten Welt in die kapitalistische Wirtschaftsordnung von heute, wobei die kolonialistischen Strukturen immer noch erkennbar sind.

Durch die Macht des Kapitals, das die IndustrielĂ€nder heute haben, gelingt es ihnen, die Ă€rmeren LĂ€nder auch weiterhin arm zu halten. Die AbhĂ€ngigkeit der unterentwickelten LĂ€nder von den IndustrielĂ€ndern ist nur ökonomisch begrĂŒndet, kulturelle und politische AbhĂ€ngigkeit sind lediglich Folgen der wirtschaftlichen AbhĂ€ngigkeit. Deshalb halten Vertreter der Dependenztheorien das heutige Welthandelssystem fĂŒr neokolonialistisch. Wegen des Mangels an Devisen sind die EntwicklungslĂ€nder dazu gezwungen, eigene Rohstoffvorkommen auszubeuten und Plantagenprodukte möglichst billig herzustellen, um sie in die IndustrielĂ€nder zu exportieren. Auf der anderen Seite werden von einer reichen Minderheit, die einen Lebensstandard und ein Konsumniveau nach gĂ€ngigen westlichen Standards erreicht oder sogar ĂŒbertroffen hat, Industrieprodukte aus dem Westen importiert. Diese Importe fĂŒhren hĂ€ufig zu einem AuĂenhandelsdefizit. In der heimischen Industrie können diese KonsumgĂŒter allerdings nicht produziert werden, da diesen meist die Technologie und das Kapital fĂŒr teure Fertigungsanlagen und InvestitionsgĂŒter fehlt. Dieser Umstand verstĂ€rkt die AbhĂ€ngigkeit der EntwicklungslĂ€nder von den kapitalistischen Metropolen. Die reiche Minderheit, die meist in den GroĂstĂ€dten in abgesicherten Stadtvierteln lebt, bildet die politische Elite dieser LĂ€nder. Durch Vertreterrollen in der Politik, die diese âReichenâ oftmals innehaben, sind sie mitverantwortlich fĂŒr die Aufrechterhaltung des Zustands, der in EntwicklungslĂ€ndern herrscht. Oftmals sind sie die gröĂten Gewinner dieser Situation. Sie drĂ€ngen den GroĂteil der Bevölkerung an die Grenze des Existenzminimums und vergröĂern dadurch die Kluft zwischen der armen und der reichen Bevölkerung. In den oben genannten Punkten sind sich alle AnhĂ€nger der AbhĂ€ngigkeitstheorien einig, doch gibt es innerhalb der AnhĂ€ngergruppe zwei verschiedene AnsĂ€tze, den strukturalistischen und den marxistischen, die sich in einigen Punkten unterscheiden.
Kritik an den AbhÀngigkeitstheorien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Durch das Aufkommen der Dependenztheorien wurden die vorherrschenden klassischen Theorien kritisiert, die ErklĂ€rung der Unterentwicklung wurde um wichtige Aspekte erweitert. Dennoch wurden auch sie selbst kritisch diskutiert, insbesondere der TotalitĂ€tsanspruch des marxistischen Ansatzes. Kritik richtet sich u. a. auf ein unzureichendes ErklĂ€rungsangebot: Die AbhĂ€ngigkeitstheorien böten keine (ausreichende) ErklĂ€rung dafĂŒr an, warum die IndustrielĂ€nder ĂŒberhaupt die weniger entwickelten LĂ€nder unterwerfen konnten. So, wie die Modernisierungstheoretiker das MachtgefĂ€lle und die AbhĂ€ngigkeiten zwischen Zentren und Peripherien verharmlosten, wĂŒrden umgekehrt die AbhĂ€ngigkeitstheoretiker den Entwicklungsvorsprung der IndustrielĂ€nder nicht zureichend beschreiben und erklĂ€ren. Ein weiterer Kritikpunkt an den Dependenztheorien besteht im Ausklammern endogener Entwicklungshindernisse, da die Ursachen der Unterentwicklung exogen verortet werden, werden interne MissstĂ€nde in den EntwicklungslĂ€ndern selbst auĂer Acht gelassen wie z. B. sich selbst bereichernde Diktatoren oder Korruption.
Kritik an den Entwicklungstheorien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Konflikte zwischen den verschiedenen Strömungen haben sich gemildert, da weithin Unzufriedenheit mit allen Entwicklungstheorien um sich greift. Vielfach wird kritisiert, dass keine der Theorien die RealitĂ€t plausibel beschreibe und widerspruchsfrei erklĂ€re. Sie seien mehr oder weniger monokausal und blenden mit ihrem globalen GĂŒltigkeitsanspruch lokal relevante Gegebenheiten aus. Die Probleme der EntwicklungslĂ€nder werden zunehmend als Komplex von Symptomen gesehen, zu dessen ErklĂ€rung naturrĂ€umliche, demografische, soziale, politische und religiöse, also gleichermaĂen endogene und exogene Faktoren herangezogen werden mĂŒssen. FĂŒr eine zureichende ErklĂ€rung mĂŒsse auch historisch weiter als nur wenige Jahrhunderte zurĂŒckgegangen werden. Zudem gilt das ganze Konzept Entwicklungstheorie grundsĂ€tzlich als eurozentrisch.[2]
Eine kritische Auseinandersetzung mit Entwicklungstheorien findet auch in der Nord-SĂŒd Forschungszusammenarbeit, der Zusammenarbeit zwischen Forschenden aus LĂ€ndern aus dem Globalen Norden und dem Globalen SĂŒden, statt.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Michael Bohnet: 40 Jahre BrĂŒcken zwischen Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik. / mit einem Vorwort von Dirk Messner und einer EinfĂŒhrung von Franz Nuscheler. Verlag Scientia Bonnensis, Bonn 2011, ISBN 978-3-940766-43-4.
- Hartmut Ihne, JĂŒrgen Wilhelm (Hrsg.): EinfĂŒhrung in die Entwicklungspolitik. 2. Aufl., MĂŒnster-Hamburg 2006, ISBN 3-8258-8152-0.
- Franz Nuscheler: Lern- und Arbeitsbuch Entwicklungspolitik. 5. Auflage. Dietz, Bonn 2004, ISBN 3-8012-0350-6.
- Hartmut Elsenhans: Nord-SĂŒd-Beziehungen. Geschichte â Politik â Wirtschaft. Kohlhammer, Stuttgart/Berlin/Köln/Mainz [1984], 2. Aufl. 1987, ISBN 3-17-009714-8.
- Hartmut Elsenhans: AbhĂ€ngiger Kapitalismus oder bĂŒrokratische Entwicklungsgesellschaft. Versuch ĂŒber den Staat in der Dritten Welt. Campus, Frankfurt/Main/New York, [1981], 2. Aufl. 1984, ISBN 3-593-32792-9.
- Fred Scholz: Geographische Entwicklungsforschung. Borntraeger, Berlin 2004, ISBN 3-443-07138-4.
- Wolfgang Sohst: Reale Möglichkeit. Eine allgemeine Theorie des Werdens. xenomoi, Berlin 2016, ISBN 978-3-942106-41-2.
- Karin Fischer, Irmi Maral-Hanak, Gerald Hödl und Christof Parnreiter: Entwicklung und Unterentwicklung. Eine EinfĂŒhrung in Probleme, Theorien und Strategien. Mandelbaum, Wien, 2004, ISBN 3-85476-140-6.
- Uwe Holtz (Hrsg.): Probleme der Entwicklungspolitik. Bonn, 1997, ISBN 3-416-02727-2.
- Gilbert Rist (mit Fabrizio Sabelli): Il Ă©tait une fois le dĂ©veloppement., dt. Das MĂ€rchen von der Entwicklung. Ein Mythos der westlichen Industriegesellschaft und seine Folgen fĂŒr die âDritte Weltâ. Rotpunktverlag, ZĂŒrich 1989, ISBN 3-85869-053-8.
- Gilbert Rist: The History of Development: From Western Origins to Global Faith. Expanded Edition, Zed Books, London 2003, ISBN 1-84277-181-7.
- Aram Ziai: Zwischen Global Governance und Post-Development. Entwicklungspolitik aus diskursanalytischer Perspektive. MĂŒnster 2006, ISBN 978-3-89691-592-4.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Deutsches Institut fĂŒr Entwicklungspolitik (DIE)
- Themendienst: Neue AnsÀtze zur Entwicklungstheorie
- Sektion Entwicklungssoziologie und Sozialanthropologie der DGS
- DVPW Sektion Entwicklungstheorie und Entwicklungspolitik
- Winter, Johannes, Die Entwicklungspolitik im Wandel der Zeit
- Historical Dynamics and Development of Complex Societies
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Ralf Dahrendorf: Soziale Klassen und Klassenkonflikt in der industriellen Gesellschaft. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart 1957, S. VIII.
- â a b Franziska MĂŒller, Aram Ziai: Eurozentrismus in der Entwicklungszusammenarbeit, auf bpb.de, Artikel vom 6. Februar 2015, abgerufen am 10. Juni 2019.
- â Daniel Maselli, Jon-Andri Lys, Jacqueline Schmid: Improving Impacts of Research Partnerships. Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT), 2004, abgerufen am 3. August 2022 (englisch).
- â Reinhard Stockmann/Ulrich Menzel/Franz Nuscheler, Entwicklungspolitik, 2020, S. 28
- â Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung, Entwicklungsdefizite und mögliche Ursachen
- â Willi Albers, Handwörterbuch der Wirtschaftswissenschaft, Band 8, UTB fĂŒr Wissenschaft, ISBN 978-3-525-10257-2, S. 397.
- â Rick Szostak, The Causes of Economic Growth: Interdisciplinary Perspectives, Springer Science & Business Media, 2009, ISBN 978-3-540-92282-7, S. 21â22.
- â Daron Acemoglu, Introduction to Modern Economic Growth, Princeton University Press, 2008, ISBN 978-1-4008-3577-5, S. 121, 136â137.
- â Daron Acemoglu: Introduction to Modern Economic Growth, Princeton University Press, 2008, ISBN 978-1-4008-3577-5, S. 121.
- â Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung, Entwicklungsdefizite und mögliche Ursachen
- â Christian Herbert Jahn, Bevölkerungswachstum und Armutsminderung in EntwicklungslĂ€ndern, Dissertation Freie UniversitĂ€t, Berlin 2001, S. 27â28.
- â Walt Whitman Rostow: The stages of economic growth: a non-communist manifesto. 3. Auflage. Cambridge University Press, Cambridge 1990, S. 10â16.
- â Gunnar Myrdal, Seth S. King: Asiatisches Drama: eine Untersuchung ĂŒber die Armut der Nationen. Suhrkamp: Frankfurt/Main 1980. ISBN 3-518-37134-7
- â Andre Gunder Frank: AbhĂ€ngige Akkumulation und Unterentwicklung. Suhrkamp: Frankfurt 1. Aufl. 1980 (es 706). S. 18
- â Tommy M. Phillips: A Triarchic Model of Poverty Theory & Science (2007). ISSN 1527-5558.
- â Social Theory and Social Structure, Glencoe 1957, Kap. IV und V
- â Richard M. Auty: Sustaining Development in Mineral Economies: The Resource Curse Thesis. Routledge, London 1993.
- â Greg Campbell: Tödliche Steine. Der globale Diamantenhandel und seine Folgen, EVA, Hamburg 2003, ISBN 978-3-434-50554-9.
- â Reinhard Stockmann, Ulrich Menzel, Franz Nuscheler: Entwicklungspolitik: Theorien â Probleme â Strategien. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2010, ISBN 978-3-486-58998-6, S. 102.
