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Enterprise Service Bus 👆 Click Here!
aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Mit Enterprise Service Bus (ESB) bezeichnet man in der Informationstechnik (IT) eine Netzwerkarchitektur, die die Integration verteilter Dienste (englisch service) in der Anwendungslandschaft eines Unternehmens (engl. enterprise) unterstĂŒtzt.

Teilweise bezeichnet man mit Enterprise Service Bus auch

  • die Infrastruktur, die ein bestimmtes Unternehmen fĂŒr die Integration der Dienste in seiner Anwendungslandschaft aufbaut.
  • einen Architekturstil der Integration, der die Kommunikation ĂŒber einen gemeinsam genutzten Kommunikationsbus einer Vielzahl von Punkt-Zu-Punkt-Verbindungen zwischen Anbietern und Nutzern von Softwarediensten vorzieht.
  • Softwareprodukte, die das Konzept des ESB implementieren.

Begriff

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Ein Enterprise Service Bus dient dazu, „Dienste mittels eines Datenbusses in einem Unternehmensnetzwerk zur VerfĂŒgung zu stellen“.[1] Im deutschen Sprachraum hat sich jedoch keine Übersetzung durchgesetzt. Enterprise Service Bus ist heute als Begriff der deutschen Fachsprache allgemein akzeptiert. Auch wenn der Name anderes suggeriert, ist das Prinzip auch außerhalb der Anwendungslandschaft eines Unternehmens (engl. enterprise) gĂŒltig.

Der Begriff Enterprise Service Bus wurde 2002 durch die Firma Gartner geprĂ€gt.[2] Der Analyst Roy W. Schulte fĂŒhrte ihn ein, um eine Kategorie von Softwareprodukten zu beschreiben, die nach seiner Beobachtung ab 2002 auf dem Markt erhĂ€ltlich waren. Andere Quellen heben hervor, dass der Begriff im Jahr 2002 durch die Firma Sonic fĂŒr eines ihrer Softwareprodukte geprĂ€gt und anschließend durch Analysten ĂŒbernommen wurde.[3]

Durch das Buch von David A. Chappell mit dem gleichnamigen Titel (publiziert 2004) wurde er einem breiteren Fachpublikum bekannt.[4]

Bedeutungen

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Der Gartner-Report aus dem Jahr 2002[2] verwendet den Begriff im Sinn einer Kategorie von Softwareprodukten. Sowohl Produzenten von frei verfĂŒgbarer Software[5][6] wie auch kommerzielle Anbieter[7][8] bezeichnen ihre Produkte als Enterprise Service Bus.

Monographien und Kommentare zum Thema Enterprise Service Bus verwenden den Begriff auch im Sinn eines Architekturkonzepts.[9][10][11] Softwarehersteller folgen in einigen FÀllen dieser Interpretation[3], vor allem wenn sie auf die Möglichkeit hinweisen, das Konzept eines Enterprise Service Bus mit einer Palette ihrer Produkte realisieren zu können.

Weitere Quellen verwenden den Begriff im Sinn der konkreten Infrastruktur, die ein Unternehmen fĂŒr Anwendungsintegration aufbaut.[12] So verfĂŒgte das Finanzinstitut Credit Suisse 2005 ĂŒber drei Instanzen eines Enterprise Service Bus: den CS Integration Bus fĂŒr die synchrone Kommunikation, die Event Bus Infrastructure fĂŒr die asynchrone Kommunikation und die Bulk Integration Infrastructure fĂŒr die Übermittlung von Massendaten.[13] Auch David A. Chappell weist in seinem Buch darauf hin, dass die konkrete Infrastruktur als Enterprise Service Bus bezeichnet werden kann.[14]

Aufbau und Konzepte

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Integration in einer Anwendungslandschaft

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Die Anwendungslandschaft einer Organisation unterstĂŒtzt deren GeschĂ€ftsprozesse mit Informationstechnik. Ist sie im Stil einer Serviceorientierten Architektur gestaltet, kann sie in so genannte Dienste (engl. services) gegliedert werden. Ein Dienst umfasst eine fachlich und/oder technisch zusammengehörende Teilmenge der FunktionalitĂ€t, mit der IT die GeschĂ€ftsprozesse unterstĂŒtzt.

Dienstanbieter bieten ihre FunktionalitĂ€t ĂŒber Dienstschnittstellen (engl. service interfaces) so an, dass sie von Dienstnutzern in der Anwendungslandschaft angesprochen werden können. Je nach Unternehmen und konkreter Gestaltung einer Anwendungslandschaft kommen als Dienstnutzer neben anderen Diensten auch weitere Arten von Elementen einer Anwendungslandschaft in Frage, zum Beispiel DomĂ€nen, Anwendungen oder Komponenten.

Nutzt ein Dienstnutzer den Funktionsumfang eines Dienstanbieters, werden die beiden Elemente voneinander abhÀngig. Es entsteht eine logische Kopplung, die physisch zu realisieren ist. Die Gesamtheit der physischen Kopplungen[15] bildet die Integrationsarchitektur[16] einer Anwendungslandschaft.

Schematischer Aufbau eines ESB nach Chappell[17]
Use Case Schaubild eines ESB (Angeli, 2009)

Bus und Endpunkte

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Mit Bus bezeichnet man in der Daten- und Elektrotechnik ein Untersystem, das Daten oder Energie zwischen Teilen des Systems durch ein standardisiertes Format ĂŒbertrĂ€gt. Das Konzept des Enterprise Service Bus ĂŒbertrĂ€gt diesen Ansatz auf das Gebiet der unternehmensweiten IT-Architektur. Er ersetzt das komplizierte Netz der direkten physischen Kopplungen in einer Anwendungslandschaft durch eine Kommunikationsinfrastruktur, die gemeinsam durch alle Dienstanbieter und Dienstnutzer verwendet wird.

Ein Enterprise Service Bus besteht im Kern aus einem Kommunikationsbus, ĂŒber den Nachrichten (engl. messages) ausgetauscht werden können. Dienste verbinden ihre Dienstschnittstellen ĂŒber Endpunkte (engl. endpoints) mit dem Bus. Dienstnutzer kommunizieren nun mit einem Dienstanbieter, indem sie mit dem Dienstanbieter ĂŒber den Bus Nachrichten austauschen.

Adapter

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Die technischen Eigenschaften von Dienstanbietern und Dienstnutzern unterscheiden sich in heterogenen Anwendungslandschaften betrĂ€chtlich. Weder die verwendeten Softwareplattformen, noch die unterstĂŒtzten Kommunikationsprotokolle, Datenformate und Datenstrukturen sind im Allgemeinen unmittelbar kompatibel. Ist die Integrationsarchitektur einer Anwendungslandschaft vor allem durch Punkt-Zu-Punkt-Verbindungen geprĂ€gt, werden die entsprechenden Unterschiede jeweils bilateral ĂŒberbrĂŒckt. Es entstehen komplizierte Netze von physischen Kopplungen, weil tendenziell jede logische Kopplung durch eine eigene physische Kopplung unterstĂŒtzt wird.

Eine Integrationsarchitektur, die eine Integrationsplattform als Middleware nutzt, achtet darauf, dass sowohl Dienstanbieter wie Dienstnutzer mit der Middleware verbunden werden, wenn nötig mit ĂŒberbrĂŒckenden Elementen, die als Adapter bezeichnet werden. Adapter als Teil der physischen Kopplung zwischen Dienstanbietern und Dienstnutzern können dabei fĂŒr mehrere logische Kopplungen wiederverwendet werden. Es sind weniger auf genau eine logische Kopplung ausgerichtete physische Kopplungen nötig.

Das Konzept des Enterprise Service Bus folgt diesem Ansatz. Es unterscheidet sich in dieser Hinsicht nicht von anderen, zum Teil Àlteren Konzepten der Anwendungsintegration.

Integrationsdienste sind in einem Enterprise Service Bus ebenfalls verteilt und mit dem zentralen Message Bus verbunden (angelehnt an Chappell[18])

Integrationsdienste und -fÀhigkeiten

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Funktionen, die die Integration von verteilten Diensten unterstĂŒtzen, sind in einem ESB in so genannten Integrationsdiensten (engl. integration service) gekapselt.[19] Das Konzept des Enterprise Service Bus geht davon aus, dass Integrationsdienste Ă€hnlich wie GeschĂ€ftsdienste in der Anwendungslandschaft verteilt sein können. Es setzt keinen zentralen Knoten voraus, der alle Integrationsdienste anbietet und ĂŒber den Nachrichten laufen mĂŒssen, die diese Dienste nutzen. Dies ist eines der Merkmale, die das Konzept des Enterprise Service Bus von frĂŒheren Konzepten der Anwendungsintegration unterscheiden.[20]

Die beiden wichtigsten Integrationsdienste sind die Transformations- und die Routingdienste:

Transformationsdienste[19][21]
Ein Transformationsdienst transformiert Daten von einem Format und einem Modell in ein anderes Format und ein anderes Modell. Er ĂŒberbrĂŒckt Unterschiede in den Datenformaten und Datenmodellen zwischen Dienstanbietern und Dienstnutzern.
Routingdienste[19][21]
Ein Routingdienst nimmt eine Nachricht ĂŒber den ESB entgegen und leitet sie nach vordefinierten Regeln an die richtigen EmpfĂ€nger weiter. Routingdienste können unterschiedliche RoutingansĂ€tze unterstĂŒtzen. Sie können zum Beispiel Routingentscheidungen basierend auf einer vorgegebenen Sequenz von EmpfĂ€ngern, die eine Nachricht erreichen soll, treffen. Dieses Konzept wird als Routing basierend auf Reisewegen (engl. itinerary-based routing) bezeichnet.[22] Sie können ferner Routingentscheidungen basierend auf dem Inhalt einer Nachricht treffen. Dieses Konzept wird als inhaltsbasiertes Routing (engl. content-based routing, CBR) bezeichnet.[23]

FĂŒr weitere Integrationsdienste ist umstritten, ob sie ebenfalls zu den Standarddiensten eines ESB gehören:

Orchestrierungsdienste[24][21]
Ein Orchestrierungsdienst kann den Fluss von Nachrichten zwischen Dienstnutzern und Dienstanbietern basierend auf vordefinierten Prozessmodellen steuern.

Protokoll- und API-getriebene ESBs

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Ein protokollgetriebener ESB (protocol driven ESB) definiert ein Protokoll, das Anbieter und Nutzer zu erfĂŒllen haben, um Services aufrufen zu können. Der ESB stellt hier keine Tools und Bibliotheken zur VerfĂŒgung, jedoch erzwingen ProtokollĂ€nderungen bei jedem Anbieter und Nutzer entsprechende Anpassungen. Web-Services (bzw. SOAP) verwenden diesen Ansatz.

Ein API-getriebener ESB (API driven ESB) stellt Anbietern und Nutzern plattformspezifische Schnittstellen (z. B. Java-Schnittstellen) zur VerfĂŒgung, um Services zu implementieren und aufzurufen.[25]

Anwendbarkeit und Nutzen

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Das Konzept des Enterprise Service Bus ist anwendbar, wenn es gilt, eine genĂŒgend große Anzahl von eigenstĂ€ndigen Diensten fĂŒr einen ĂŒbergreifenden Zweck zu integrieren. Trotz des Namensbestandteils Enterprise (engl. fĂŒr Unternehmen) kann das Konzept eines Enterprise Service Bus auch in einem enger gefassten Kontext sinnvoll angewendet werden, zum Beispiel innerhalb einer bestimmten fachlichen DomĂ€ne, innerhalb einer Abteilung oder im Kontext eines Projekts, in dem isolierte Dienste integriert werden, um ein bestimmtes Projektziel zu erreichen. Es wird empfohlen, einen Enterprise Service Bus nicht als IT-Infrastruktur zu verstehen, die eine IT-Abteilung in Analogie zur Verkabelung in BĂŒrogebĂ€uden unabhĂ€ngig von konkreten GeschĂ€ftsbedĂŒrfnissen bereitstellt.[26] Vielversprechend sei vielmehr, mit Hilfe eines Enterprise Service Bus konkrete, lokale Probleme zu lösen und aufbauend darauf ĂŒbergreifende Integrationslösungen im Sinne eines Enterprise Service Bus aufzubauen.[27]

Das Konzept des Enterprise Service Bus ist unabhĂ€ngig von der Branche in allen Organisationen anwendbar, die in hohem Maß durch IT unterstĂŒtzt werden. Hervorzuheben sind dabei die Finanz- und Versicherungsbranche, die Telekommunikationsbranche, Detailhandel, Industrie und öffentliche Verwaltung.[28]

Ein Enterprise Service Bus allein generiert insofern keinen GeschÀftsnutzen,[29] als er in fachlich motivierten IT-Lösungen immer nur Mittel und nicht Zweck ist. Indirekt kann der Einsatz eines Enterprise Service Bus GeschÀftsnutzen erzeugen, weil er dazu beitragen kann, die Anwendungslandschaft eines Unternehmens kosteneffizienter und agiler zu gestalten:

  • Ein ESB kann ermöglichen, dass isolierte Dienste schneller und kosteneffizienter integriert werden können.
  • Integrationslösungen, die auf einem ESB basieren, können normalerweise schneller und kosteneffizienter an verĂ€nderte Anforderungen angepasst werden.

Dem IT-Architekten bietet das Konzept eines Enterprise Service Bus zusÀtzlich folgende Vorteile:

  • Integrationsaufgaben lassen sich außerhalb der zu integrierenden Dienste implementieren. Diese Trennung der GeschĂ€ftslogik von der Integrationslogik trĂ€gt zur Reduktion der KomplexitĂ€t und damit zu deren Beherrschung bei.
  • Das Konzept geht von einem modularen, verteilten Aufbau des ESB aus und kann deshalb in unterschiedlichen Konfigurationen in einer breiten Palette von Lösungen sinnvoll eingesetzt werden.
  • Auf dem Markt verfĂŒgbare ESB-Produkte bringen vorgefertigte Bausteine (Routingdienste, Transformationsdienste etc.) mit, die in einer Lösung mit geringem Zusatzaufwand wiederverwendet werden können.

Abgrenzung und Einordnung

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Enterprise Application Integration (EAI)
Ist eine Disziplin der Informationstechnik, die sich mit der Gestaltung von physischen Kopplungen zwischen Elementen einer Anwendungslandschaft beschĂ€ftigt. Das Konzept des Enterprise Service Bus ist kein Ersatz fĂŒr EAI, sondern einerseits ein möglicher Architekturstil fĂŒr die Gestaltung von Integrationsarchitektur und andererseits ein mögliches Mittel, um physische Kopplungen im Rahmen von EAI konkret zu realisieren.[30]
Serviceorientierte Architektur (SOA)
Ist ein Architekturstil fĂŒr die Gestaltung von Anwendungslandschaften. Der Integration von verteilten Diensten kommt dabei besondere Bedeutung zu und die Integrationsarchitektur dieser Anwendungslandschaften profitiert vom Einsatz von Integrations-Middleware. Integrationsaufgaben in einer nach SOA-Prinzipien gestalteten Anwendungslandschaft können grundsĂ€tzlich aber auch ohne Integrations-Middleware bzw. mit den seit den 1990er Jahren bekannten Werkzeugen der Anwendungsintegration gelöst werden. ESB ist in diesem Sinn keine Voraussetzung fĂŒr SOA, sondern allenfalls zeitgemĂ€ĂŸe UnterstĂŒtzung. Es gibt namentlich keinen zwingenden Grund, Integrationsaufgaben in einer SOA mit einem Werkzeug zu unterstĂŒtzen, das auf dem Markt als ESB angeboten wird.
Message Oriented Middleware (MOM)
Bezeichnet eine Klasse von Softwareprodukten, die als Kommunikationsinfrastruktur in Anwendungslandschaften eingesetzt wird. MOM-Produkte dienen der sicheren, robusten und skalierbaren Übertragung von Nachrichten zwischen verteilten Diensten. Eine Instanz eines MOM kann das Fundament eines Enterprise Service Bus bilden.

Kritik

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Bereits Schulte wies darauf hin, dass Enterprise Service Bus kein neues Konzept darstelle. Der Zweck eines Enterprise Service Bus sei dem Zweck der seit den 1990er Jahren verbreiteten Integration Brokern sehr Ă€hnlich.[31] Im gleichen Zusammenhang wird kritisiert, dass es sich beim Begriff Enterprise Service Bus um einen leicht einprĂ€gsamen und durch Modeströmungen in der Informationstechnik beeinflussten Marketingbegriff handle, der zu unscharf geblieben sei, um ihn in der Lösungsbeschreibung fĂŒr konkrete Probleme der IT-Architektur verwenden zu können.[3][32]

Das Konzept des Enterprise Service Bus sei ferner ungeeignet als Produktkategorie in der Softwareindustrie. Er sei zu wenig scharf umrissen, um eine homogene Gruppe von Softwareprodukten zu beschreiben.

Die Art und Weise, wie Unternehmen ESBs in ihre Anwendungslandschaften einfĂŒhren, stĂ¶ĂŸt ebenfalls auf Kritik.[26] Die Namenskomponenten Enterprise und Service wĂŒrden wörtlich genommen, so dass Unternehmen Gefahr liefen, ĂŒberdimensionierte und zu generische Infrastruktur einzufĂŒhren, fĂŒr die es zum Zeitpunkt der Realisierung keine ausreichenden GeschĂ€ftsbedĂŒrfnisse gebe.

IT-Abteilungen gehen teilweise davon aus, dass die Beschaffung und Installation eines Enterprise Service Bus (im Sinne eines Softwareprodukts) eine wesentliche Voraussetzung und der kritische Erfolgsfaktor fĂŒr die Lösung ihrer Integrationsprobleme sei. Kritische Stimmen merken an, dass die Gestaltung und der Betrieb einer kosteneffizienten, korrekten und flexiblen Integrationsarchitektur in erster Linie eine konzeptionelle und steuernde Aufgabe sei. Die Auswahl und der Einsatz eines bestimmten Werkzeugs sei im Vergleich dazu eher nebensĂ€chlich.

Physische Kopplungen zwischen Diensten oder Anwendungen können in drei Gruppen eingeteilt werden: physische Kopplungen der PrĂ€sentationsintegration auf der Ebene von Benutzerschnittstellen, physische Kopplungen der Logikintegration auf der Ebene der GeschĂ€ftsfunktionen einer Anwendung und physische Kopplungen der Datenintegration auf der Ebene des direkten Zugriffs auf persistente Daten.[33] In hinreichend komplexen Anwendungslandschaften gibt es physische Kopplungen auf allen drei Ebenen, wĂ€hrend das Konzept des Enterprise Service Bus hauptsĂ€chlich auf die Ebene der Logikintegration ausgerichtet ist. Weder das Konzept noch darauf aufbauende Softwareprodukte unterstĂŒtzen PrĂ€sentationsintegration, wie sie zum Beispiel in Portalen und in Rich Clients vorkommt. ESBs stellen zudem ein Lösungsmuster dar, um direkte physische Kopplungen auf der Datenebene zu verhindern, nicht zu ermöglichen. FĂŒr im Einzelfall gerechtfertigte physische Kopplungen auf der Ebene Datenintegration bietet ein ESB deshalb keine UnterstĂŒtzung. Zusammenfassend kann man festhalten, dass das Konzept des Enterprise Service Bus und der darauf aufbauenden Produkte nur auf eine Teilmenge der Integrationsaufgaben in hinreichend komplexen Anwendungslandschaften ausgerichtet sind.

Implementierungen

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Die folgende Tabelle listet Software-Produkte auf, die auf dem Markt als Enterprise Service Bus angeboten werden.[34]

Name Anbieter kurze Beschreibung Art
Apache Service Mix Apache Software Foundation Implementierung der Java Business Integration (JBI) Spezifikation der Apache Software Foundation mit vielen JBI-Komponenten. frei
Apache Synapse Apache Software Foundation ESB mit dem Fokus auf Webservice-UnterstĂŒtzung (basiert auf Apache Axis2). frei
Apache Tuscany Apache Software Foundation Implementierung der SCA Spezifikation frei
Biztalk Server Microsoft proprietÀr
ChainBuilder ESB Chain Builder ESB Integration Community JBI basierter ESB mit graphischen Werkzeugen zur Vereinfachung des Entwicklungsaufwands. frei
CrossLoom EESB[35] UMa Soft GmbH Neben den normalen ESB-FunktionalitĂ€ten gibt es einen application designer, eine systemĂŒbergreifende Workflowengine und browserbasierte Offlineformulare proprietĂ€r
DataToolKit WMIT Solutions GmbH Das DataToolKit vereint ESB-FunktionalitĂ€t mit einer Workflow Engine. Das DataToolKit ist fĂŒr verteilte Systeme entwickelt und kann hochverfĂŒgbar installiert werden. frei
Bridge Scheer PAS Deutschland GmbH Modellbasierte Integration (BPMN, UML), Vielzahl von Adaptern proprietÀr
Fiorano ESB Fiorano Software proprietÀr
FUSE ESB FUSE Open Source Community basiert auf Apache ServiceMix [1] frei
JBoss ESB JBoss ESB basierend auf der Messaging-UnterstĂŒtzung von JBoss frei
Mule ESB MuleSoft frei
NServiceBus Particular Software Framework zur Anwendungsentwicklung unter Microsoft .NET, verfĂŒgbar als Open Source sowie unter proprietĂ€rer Lizenz. frei
OpenESB Sun Microsystems / OpenESB Community[36] Implementierung der Java Business Integration (JBI) Spezifikation mit guter UnterstĂŒtzung der NetBeans IDE frei
OpenAdapter OpenAdapter EAI basierter Ansatz, der eine Vielzahl von Adaptern fĂŒr Integrationslösungen bereitstellt. frei
Oracle ESB Oracle proprietÀr
Orchestra soffico Besteht aus Designer, Monitor, Runtime proprietÀr
Petals ESB OW2 Consortium JBI basierter ESB, der von OW2 (frĂŒher ObjectWeb) gehostet wird. frei
Progress Artix ESB Progress Software proprietÀr
Progress Sonic ESB Progress Software proprietÀr
SAP NetWeaver Process Integration SAP proprietÀr
Seeburger Business Integration Server Seeburger proprietÀr
Service Bus Microsoft Enterprise Service Bus fĂŒr Azure[37] und Microsoft Windows Server[38] (ab Windows Server 2008 R2 SP1) proprietĂ€r
SoftProject X4 ESB SoftProject X4 ESB verbindet IT-Systeme und stellt Services fĂŒr eine Service-orientierte Architektur (SOA) bereit proprietĂ€r
Spring Integration Spring Source Integrations-Framework basierend auf Spring frei
StoneOne EIB StoneOne Der EIB ist ein erweiterter Enterprise Service Bus mit einer Reihe zusÀtzlicher Services zur Orchestrierung proprietÀr
Sun Java Composite Application Platform Suite (Java CAPS) Sun Microsystems proprietÀr
Talend ESB Talend Germany frei
Transconnect SQL Projekt AG universeller Integrationsserver, Modellierung statt Programmierung proprietÀr
AMX TIBCO proprietÀr
webMethods ESB-Plattform Software AG proprietÀr
Integration Bus IBM proprietÀr
WebSphere IBM proprietÀr
WSO2 Enterprise Service Bus WSO2 basiert auf Apache Synapse frei
Zato Zato Source[39] In Python frei

Literatur

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  • Oliver Heuser, Andreas Holubek: Java Web Services in der Praxis. Realisierung einer SOA mit Metro und OpenESB. dpunkt.verlag 2009. ISBN 978-3-89864-596-6
  • David Chappell: Enterprise Service Bus. O’Reilly. Juni 2004, ISBN 0-596-00675-6
  • David Chappell: ESB Myth Busters: 10 Enterprise Service Bus Myths Debunked (Memento vom 21. MĂ€rz 2011 im Internet Archive). SOAWorld Magazine. 25. Mai 2005.
  • Gregor Engels, Andreas Hess, Bernhard Humm, Oliver Juwig, Marc Lohman, Jan-Peter Richter, Markus Voß, Johannes Willkomm: Quasar Enterprise – Anwendungslandschaften serviceorientiert gestalten. dpunkt.verlag. 2008. ISBN 978-3-89864-506-5
  • Paul Fremantle: Reclaiming the ESB. Blogbeitrag. 7. Dezember 2007.
  • Steffen Hiekel: Bedeutung und QualitĂ€tseigenschaften des Enterprise Service Bus im Kontext von serviceorientierten Architekturen. Diplomarbeit. Otto-von-Guericke UniversitĂ€t Magdeburg. Januar 2007.
  • Nicolai Josuttis: SOA in der Praxis. dpunkt.verlag 2008. ISBN 978-3-89864-476-1
  • Dirk Krafzig, Karl Banke, Dirk Slama: Enterprise SOA. Pearson Education, Inc. 2005. ISBN 0-13-146575-9
  • David Linthicum: „ESB vs. EAI?“
Give me a Break. Blogbeitrag. 8. August 2005.
  • David Linthicum: Why “ESB” will be Dead in a Year. eBizQ. 8. MĂ€rz 2006.
  • Stefan Lohr: Apache ServiceMix: Ein Enterprise Service Bus in der Praxis. VDM Verlag, SaarbrĂŒcken, Oktober 2008. ISBN 3-639-08536-1
  • Adrien Louis: ESB Topology Alternatives. InfoQ. 23. Mai 2008.
  • Microsoft on the Enterprise Service Bus (ESB). Microsoft. August 2005.
  • Oliver Pehnke: Evaluierung: Enterprise Service Bus. VDM Verlag, SaarbrĂŒcken, September 2008. ISBN 3-639-05327-3
  • Martin Percival: SOA braucht den Enterprise Bus. Computerwoche, 2. August 2006.
  • Tijs Rademakers, Jos Dirksen: Open-Source Esbs in Action. Manning Publications Co. September 2008, ISBN 978-1-933988-21-4. http://manning.com/rademakers/
  • M.-T. Schmidt, B. Hutchison, P. Lambros, R. Phippen: The Enterprise Service Bus: Making service-oriented architecture real. IBM Systems Journal, Volume 44, Number 4, 2005, S. 781–797.
  • Roy W. Schulte: Predicts 2003: Enterprise Service Buses Emerge. Gartner, 9. Dezember 2002. PDF, 52kB
  • Ron Ten-Hove, Peter Walker (Hrsg.): Javaℱ Business Integration (JBI) 1.0. Java Community Process, Java Specification Request (JSR) 208. 17. August 2005.
  • Lawrence Wilkes: COMMENTARY: TO ESB OR NOT TO ESB? . Online-Publikation. 2. September 2005.
  • Bobby Woolf: ESB-oriented architecture: The wrong approach to adopting SOA. IBM developerWorks. September 2007.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Hiekel 2007, S. 11
  2. ↑ a b Schulte2002
  3. ↑ a b c Microsoft 2005
  4. ↑ Chappell 2004
  5. ↑ Apache ServiceMix
  6. ↑ Mule (Memento vom 21. Februar 2009 im Internet Archive)
  7. ↑ Sun Enterprise Service Bus(ESB) Suite
  8. ↑ WebSphere Enterprise Service Bus
  9. ↑ Chappell 2004, S. 101 ff
  10. ↑ Chappell 2005: „Myth #4: Pattern or Product: The term ‚Enterprise Service Bus‘ (ESB) is not really a product category; it is simply an abstract concept that can be applied toward a coupling of an existing application server and integration middleware.“
  11. ↑ Wilkes 2005
  12. ↑ Chappell 2005: „An ESB is an infrastructure for building an enterprise SOA, 
“
  13. ↑ Krafzig et al. 2005
  14. ↑ Chappell 2004, S. 116: „In some sense, the container is the ESB - more so than the underlying middleware that connects the containers together.“
  15. ↑ Engels et al. 2008, S. 202
  16. ↑ Engels et al. 2008, S. 207
  17. ↑ Chappell 2004, S. 105
  18. ↑ Chappell 2004, S. 110
  19. ↑ a b c Chappell 2004, S. 109
  20. ↑ Chappell 2005: „An ESB provides the same base functionality as an EAI broker - connectivity, application adapters, routing of messages based on rules, and data transformation engine - yet, in an ESB, these capabilities are themselves SOA based in that they are spread out across the bus in a highly distributed fashion and hosted in separately deployable service containers.“
  21. ↑ a b c Percival 2006
  22. ↑ Chappell 2004, S. 127
  23. ↑ Chappell 2004, S. 129
  24. ↑ Chappell 2004, S. 140
  25. ↑ Josuttis 2008, S. 71ff
  26. ↑ a b Woolf 2007
  27. ↑ Chappell 2004, S. 18
  28. ↑ Chappell 2004, S. 19–20
  29. ↑ Woolf 2007: „An ESB by itself produces no business value.“
  30. ↑ Linthicum 2005: „
I defined the concept of ESBs in the EAI book, as what it is, an enabling technology for EAI.“
  31. ↑ Schulte2002 S. 4: „Some [vendors] even deny that the ESBs are anything new, since the purpose of an ESB is so similar to that of a traditional integration broker suite.“
  32. ↑ Linthicum 2006
  33. ↑ Engels et al. 2008, S. 201
  34. ↑ WebprĂ€senzen der entsprechenden Hersteller beziehungsweise eine Zusammenstellung von freien ESBs in Rademakers et al. 2008, S. 29–30
  35. ↑ CrossLoom (Extended Enterprise Service Bus)
  36. ↑ OpenESB Community
  37. ↑ Service Bus. In: MSDN. Microsoft, 8. Juli 2014, abgerufen am 13. Juli 2014 (englisch). 
  38. ↑ Service Bus for Windows Server (Service Bus 1.1). In: MSDN. Microsoft, 18. Oktober 2013, abgerufen am 13. Juli 2014 (englisch). 
  39. ↑ Zato
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Enterprise_Service_Bus&oldid=261218964“
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