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| Allgemeines | ||||||||||||||||||||||
| Freiname | Dapson | |||||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C12H12N2O2S | |||||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
weiĂes bis gelblich weiĂes kristallines Pulver[1] | |||||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||||||||
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| Arzneistoffangaben | ||||||||||||||||||||||
| ATC-Code | ||||||||||||||||||||||
| Wirkstoffklasse | ||||||||||||||||||||||
| Wirkmechanismus | ||||||||||||||||||||||
| Eigenschaften | ||||||||||||||||||||||
| Molare Masse | 248,31 g·molâ1 | |||||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest[1] | |||||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt | ||||||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
sehr schwer in Wasser (0,38 g·lâ1 bei 37 °C)[2] | |||||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||||||||
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| Toxikologische Daten | ||||||||||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0âŻÂ°C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||||||||
Dapson (4,4âČ-Diaminodiphenylsulfon, kurz auch DADPS) ist ein antibiotisch und entzĂŒndungshemmend wirksamer Arzneistoff. Es wird zur Behandlung und PrĂ€vention von Infektionskrankheiten wie Lepra, Malaria, Actinomyceten-Infektionen und Pneumocystis jirovecii-Pneumonien bei HIV-Patienten eingesetzt. Ebenso wird es zur Behandlung chronisch entzĂŒndlicher Autoimmunerkrankungen eingesetzt, bei denen eine Gewebe-Infiltration durch neutrophile und eosinophile EntzĂŒndungszellen beobachtet wird, wie der Dermatitis herpetiformis Duhring, der Linearen IgA-Dermatose, der Subcornealen pustulösen Dermatose, dem Erythema elevatum diutinum und anderen blasenbildenden Autoimmundermatosen.[5] Verwendet wird auch das D-N,NâČ -Digalactosid.
Dapson wurde erstmals 1908 in Deutschland von E. Fromm synthetisiert und 1934 von der I.G. Farben patentiert. Es wird als Chemotherapeutikum (gegen Dermatosen und Lepra) von der Firma Riemser (Handelsname: Dapson-FatolÂź) vertrieben.[6] Da Dapson in Tabelle 2 der Verordnung (EU) Nr. 37/2010 ĂŒber pharmakologisch wirksame Stoffe und ihre Einstufung hinsichtlich der RĂŒckstandshöchstmengen in Lebensmitteln tierischen Ursprungs aufgefĂŒhrt ist, ist seine Anwendung bei Lebensmittel liefernden Tieren in der EuropĂ€ischen Union generell verboten.
Der antibiotische Wirkungsmechanismus erklÀrt sich durch die antimetabolitische Hemmung der FolsÀuresynthese des Mykobakteriums.[7] Aufgrund starker Resistenzentwicklung wird Dapson bevorzugt in Kombination mit anderen PrÀparaten angewandt, z. B. mit Rifampicin oder Clofazimin.[8]
Zu den Nebenwirkungen von Dapson zÀhlt eine dosisabhÀngige HÀmolyse und MethÀmoglobinÀmie, vor allem bei Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel.
Technisch wird Dapson als HĂ€rter fĂŒr Epoxidharze (fĂŒr heiĂhĂ€rtende temperaturbestĂ€ndige Systeme) und zur Herstellung von Polyimiden[9] verwendet.
Dapson-HypersensibilitÀtssyndrom
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei der Anwendung von Dapson kommt es bei 0,5â3,6 % der Patienten nach 4â6 Wochen nach Therapiebeginn zu einer HypersensitivitĂ€tsreaktion, die erstmals 1949 bei Leprapatienten in Nigeria beschrieben und 1951 erstmals als Dapson-HypersensibilitĂ€tssyndrom benannt wurde. Hierbei handelt es sich um eine schwere idiosynkratische Nebenwirkung mit Fieber, Hautausschlag und Beteiligung weiterer Organsysteme, vorwiegend der Leber und des blutbildenden Systems bis hin zu deren Versagen. Die LetalitĂ€t betrĂ€gt 9,9 %.
In einer chinesischen genomweiten Assoziationsstudie konnte mit dem HLA-B*13:01-Allel des humanen Leukozytenantigen-Systems ein genetischer Risikofaktor fĂŒr das HypersensitivitĂ€tssyndrom beschrieben werden, der mit einer Odds-Ratio von 20,53 verbunden ist. Da sich dieses Allel in 2â20 % in China, in 1,5 % in Japan, in 1â12 % in Indien und in 2â4 % in SĂŒdostasien findet, jedoch kaum in Europa oder Afrika, wird die Entwicklung eines Gentests empfohlen, um die betroffenen Bevölkerungsgruppen vor Behandlungsbeginn mit Dapson auf das HLA-B*13:01-Allel zu testen.[5]
Risikobewertung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Dapson wurde 2014 von der EU gemÀà der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH) im Rahmen der Stoffbewertung in den fortlaufenden Aktionsplan der Gemeinschaft (CoRAP) aufgenommen. Hierbei werden die Auswirkungen des Stoffs auf die menschliche Gesundheit bzw. die Umwelt neu bewertet und ggf. FolgemaĂnahmen eingeleitet. UrsĂ€chlich fĂŒr die Aufnahme von Dapson waren die Besorgnisse als potentieller endokriner Disruptor. Die Neubewertung fand ab 2016 statt und wurde von Deutschland durchgefĂŒhrt. Der Abschlussbericht wurde 2017 veröffentlicht und kam zu dem Ergebnis, dass keine Notwendigkeit fĂŒr regulatorische FolgemaĂnahmen auf EU-Ebene in Bezug auf die Umwelt besteht und keinerlei EinschrĂ€nkungen oder andere MaĂnahmen durchgefĂŒhrt werden mĂŒssen.[10][11]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â a b Eintrag zu Dapson. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 28. Dezember 2014.
- â a b c d Eintrag zu Dapson in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 10. Januar 2025. (JavaScript erforderlich)
- â Eintrag zu Dapsone in der Datenbank ECHA CHEM der EuropĂ€ischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. Februar 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
- â American Review of Tuberculosis., 60(62), 1949.
- â a b F.-R. Zhang, H. Liu u. a.: HLA-B*13:01 and the Dapsone Hypersensitivity Syndrome. In: New England Journal of Medicine. 369, 2013, S. 1620â1628, doi:10.1056/NEJMoa1213096.
- â Rote Liste Online, 08/2009.
- â Mutschler Arzneimittelwirkungen, 8. Auflage, WVG Stuttgart.
- â Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. 2. Auflage, Urban Fischer Verlag.
- â Zvi Rappoport: The Chemistry of Anilines. John Wiley & Sons, 2007, ISBN 978-0-470-87172-0, S. 773 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- â EuropĂ€ische Chemikalienagentur (ECHA): Substance Evaluation Conclusion and Evaluation Report.
- â Community Rolling Action Plan (CoRAP) der EuropĂ€ischen Chemikalienagentur (ECHA): Dapsone, abgerufen am 26. MĂ€rz 2019.
- CoRAP-Stoff
- ATC-J04
- GefÀhrlicher Stoff mit harmonisierter Einstufung (CLP-Verordnung)
- GesundheitsschÀdlicher Stoff bei Verschlucken
- Stoff mit reproduktionstoxischer Wirkung
- GesundheitsschÀdlicher Stoff (OrganschÀden)
- UmweltgefÀhrlicher Stoff (chronisch wassergefÀhrdend)
- Antibiotikum
- Aminobenzol
- Sulfon
- Arzneistoff
- Lepra
