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  1. WeltenzyklopÀdie
  2. Dapson
Dapson 👆 Click Here!
aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Strukturformel
Struktur von Dapson
Allgemeines
Freiname Dapson
Andere Namen
  • 4,4â€Č-Diaminodiphenylsulfon (DDS)
  • 4-Aminophenylsulfon
  • 4,4â€Č-Sulfonyldianilin
  • Bis-4-aminophenylsulfon
Summenformel C12H12N2O2S
Kurzbeschreibung

weißes bis gelblich weißes kristallines Pulver[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 80-08-0
EG-Nummer 201-248-4
ECHA-InfoCard 100.001.136
PubChem 2955
ChemSpider 2849
DrugBank DB00250
Wikidata Q422226
Arzneistoffangaben
ATC-Code

J04BA02

Wirkstoffklasse

Antibiotikum

Wirkmechanismus

DihydrofolsÀure-Inhibitor

Eigenschaften
Molare Masse 248,31 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Schmelzpunkt

172–175 °C[2]

Löslichkeit

sehr schwer in Wasser (0,38 g·l−1 bei 37 °C)[2]

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht fĂŒr Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[3] ggf. erweitert[2]

Gefahr

H- und P-SĂ€tze H: 302​‐​360F​‐​371​‐​373​‐​411
P: 202​‐​260​‐​264​‐​273​‐​301+312​‐​308+311[2]
Toxikologische Daten

250 mg·kg−1 (LD50, Maus, oral)[4]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Dapson (4,4â€Č-Diaminodiphenylsulfon, kurz auch DADPS) ist ein antibiotisch und entzĂŒndungshemmend wirksamer Arzneistoff. Es wird zur Behandlung und PrĂ€vention von Infektionskrankheiten wie Lepra, Malaria, Actinomyceten-Infektionen und Pneumocystis jirovecii-Pneumonien bei HIV-Patienten eingesetzt. Ebenso wird es zur Behandlung chronisch entzĂŒndlicher Autoimmunerkrankungen eingesetzt, bei denen eine Gewebe-Infiltration durch neutrophile und eosinophile EntzĂŒndungszellen beobachtet wird, wie der Dermatitis herpetiformis Duhring, der Linearen IgA-Dermatose, der Subcornealen pustulösen Dermatose, dem Erythema elevatum diutinum und anderen blasenbildenden Autoimmundermatosen.[5] Verwendet wird auch das D-N,Nâ€Č -Digalactosid.

Dapson wurde erstmals 1908 in Deutschland von E. Fromm synthetisiert und 1934 von der I.G. Farben patentiert. Es wird als Chemotherapeutikum (gegen Dermatosen und Lepra) von der Firma Riemser (Handelsname: Dapson-FatolÂź) vertrieben.[6] Da Dapson in Tabelle 2 der Verordnung (EU) Nr. 37/2010 ĂŒber pharmakologisch wirksame Stoffe und ihre Einstufung hinsichtlich der RĂŒckstandshöchstmengen in Lebensmitteln tierischen Ursprungs aufgefĂŒhrt ist, ist seine Anwendung bei Lebensmittel liefernden Tieren in der EuropĂ€ischen Union generell verboten.

Der antibiotische Wirkungsmechanismus erklĂ€rt sich durch die antimetabolitische Hemmung der FolsĂ€uresynthese des Mykobakteriums.[7] Aufgrund starker Resistenzentwicklung wird Dapson bevorzugt in Kombination mit anderen PrĂ€paraten angewandt, z. B. mit Rifampicin oder Clofazimin.[8]

Zu den Nebenwirkungen von Dapson zÀhlt eine dosisabhÀngige HÀmolyse und MethÀmoglobinÀmie, vor allem bei Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel.

Technisch wird Dapson als HĂ€rter fĂŒr Epoxidharze (fĂŒr heißhĂ€rtende temperaturbestĂ€ndige Systeme) und zur Herstellung von Polyimiden[9] verwendet.

Dapson-HypersensibilitÀtssyndrom

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Bei der Anwendung von Dapson kommt es bei 0,5–3,6 % der Patienten nach 4–6 Wochen nach Therapiebeginn zu einer HypersensitivitĂ€tsreaktion, die erstmals 1949 bei Leprapatienten in Nigeria beschrieben und 1951 erstmals als Dapson-HypersensibilitĂ€tssyndrom benannt wurde. Hierbei handelt es sich um eine schwere idiosynkratische Nebenwirkung mit Fieber, Hautausschlag und Beteiligung weiterer Organsysteme, vorwiegend der Leber und des blutbildenden Systems bis hin zu deren Versagen. Die LetalitĂ€t betrĂ€gt 9,9 %.

In einer chinesischen genomweiten Assoziationsstudie konnte mit dem HLA-B*13:01-Allel des humanen Leukozytenantigen-Systems ein genetischer Risikofaktor fĂŒr das HypersensitivitĂ€tssyndrom beschrieben werden, der mit einer Odds-Ratio von 20,53 verbunden ist. Da sich dieses Allel in 2–20 % in China, in 1,5 % in Japan, in 1–12 % in Indien und in 2–4 % in SĂŒdostasien findet, jedoch kaum in Europa oder Afrika, wird die Entwicklung eines Gentests empfohlen, um die betroffenen Bevölkerungsgruppen vor Behandlungsbeginn mit Dapson auf das HLA-B*13:01-Allel zu testen.[5]

Risikobewertung

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Dapson wurde 2014 von der EU gemĂ€ĂŸ der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH) im Rahmen der Stoffbewertung in den fortlaufenden Aktionsplan der Gemeinschaft (CoRAP) aufgenommen. Hierbei werden die Auswirkungen des Stoffs auf die menschliche Gesundheit bzw. die Umwelt neu bewertet und ggf. Folgemaßnahmen eingeleitet. UrsĂ€chlich fĂŒr die Aufnahme von Dapson waren die Besorgnisse als potentieller endokriner Disruptor. Die Neubewertung fand ab 2016 statt und wurde von Deutschland durchgefĂŒhrt. Der Abschlussbericht wurde 2017 veröffentlicht und kam zu dem Ergebnis, dass keine Notwendigkeit fĂŒr regulatorische Folgemaßnahmen auf EU-Ebene in Bezug auf die Umwelt besteht und keinerlei EinschrĂ€nkungen oder andere Maßnahmen durchgefĂŒhrt werden mĂŒssen.[10][11]

Einzelnachweise

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  1. ↑ a b Eintrag zu Dapson. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 28. Dezember 2014.
  2. ↑ a b c d Eintrag zu Dapson in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 10. Januar 2025. (JavaScript erforderlich)
  3. ↑ Eintrag zu Dapsone in der Datenbank ECHA CHEM der EuropĂ€ischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. Februar 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  4. ↑ American Review of Tuberculosis., 60(62), 1949.
  5. ↑ a b F.-R. Zhang, H. Liu u. a.: HLA-B*13:01 and the Dapsone Hypersensitivity Syndrome. In: New England Journal of Medicine. 369, 2013, S. 1620–1628, doi:10.1056/NEJMoa1213096.
  6. ↑ Rote Liste Online, 08/2009.
  7. ↑ Mutschler Arzneimittelwirkungen, 8. Auflage, WVG Stuttgart.
  8. ↑ Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. 2. Auflage, Urban Fischer Verlag.
  9. ↑ Zvi Rappoport: The Chemistry of Anilines. John Wiley & Sons, 2007, ISBN 978-0-470-87172-0, S. 773 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  10. ↑ EuropĂ€ische Chemikalienagentur (ECHA): Substance Evaluation Conclusion and Evaluation Report.
  11. ↑ Community Rolling Action Plan (CoRAP) der EuropĂ€ischen Chemikalienagentur (ECHA): Dapsone, abgerufen am 26. MĂ€rz 2019.
Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient weder der Selbstdiagnose noch wird dadurch eine Diagnose durch einen Arzt ersetzt. Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!
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Kategorien:
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