
BDSM ist die Sammelbezeichnung fĂŒr eine Gruppe von SexualprĂ€ferenzen, die oft unschĂ€rfer auch als Sadomasochismus (kurz SM oder Sado-Maso) bezeichnet werden. Das mehrschichtige Akronym wird aus den Anfangsbuchstaben der englischen Bezeichnungen Bondage & Discipline, Dominance & Submission und Sadism & Masochism gebildet. Der Begriff BDSM umfasst eine Gruppe von sexuellen oder sexualisierten Verhaltensweisen, die unter anderem mit Dominanz und Unterwerfung, spielerischer Bestrafung sowie Lustschmerz oder Fesselspielen in Zusammenhang stehen. Es ist unklar, wie viele Menschen tatsĂ€chlich BDSM praktizieren oder von solchen Praktiken fantasieren; die empirischen Untersuchungen reichen von 2 bis 62 % der Bevölkerung.[1]

Historische BezĂŒge zu sadomasochistischen Praktiken reichen weit zurĂŒck; ab der Mitte des 20. Jahrhunderts entstand langsam die Subkultur aus der Lederszene und begann in den 1970er Jahren, sich selbst auch als solche zu definieren. Der Begriff BDSM entstand in den 1990er Jahren zunĂ€chst in der Alltagskultur und wird inzwischen auch in der wissenschaftlichen Literatur verwendet.
Einvernehmlicher Sadismus und Masochismus werden heute nur noch unter bestimmten UmstĂ€nden in medizinische Klassifikationssysteme eingeordnet. Seit der Veröffentlichung des DSM-5 im Jahr 2013 schreibt die Fachwelt Paraphilien nicht mehr grundsĂ€tzlich Krankheitswert zu. Inzwischen hĂ€lt eine interdisziplinĂ€re Betrachtung (z. B. unter dem Einbezug moderner neurowissenschaftlicher Verfahren) Einzug in die Erforschung, und frĂŒhere psychopathologische Ătiologiemodelle weichen einem biopsychosozialen Modell ohne Pathologisierung.[1] Die moderne Psychologie untersucht vor allem, ob es bei den Praktizierenden gemeinsame Charakter- oder Persönlichkeitsmerkmale gibt, die möglicherweise eine ErklĂ€rung fĂŒr die Vorlieben liefern. Soziologische Untersuchungen beschĂ€ftigen sich unter anderem auch mit der Verteilung der einzelnen PrĂ€ferenzen und deren Ausgestaltung in verschiedenen Gruppen der Subkultur.
In Literatur und Kunst gibt es zahlreiche Beispiele fĂŒr sadomasochistische Praktiken. Zu den bekanntesten Autoren gehören Marquis de Sade und Sacher-Masoch, von denen auch die Begriffe Sadismus und Masochismus abgeleitet wurden. BDSM-BezĂŒge finden sich in der zeitgenössischen Musik, in Film, Fernsehen, im Theater und Marketing. BDSM als Thema in der Kunst ist hĂ€ufig mit Fetischismus verbunden; es gibt viele Comics, Fotografien und Zeichnungen, die beide Themen portrĂ€tieren.
In der subkulturellen Szene der Praktizierenden haben sich bestimmte Verhaltensregeln, eine eigene âSpracheâ, Sicherheitskonventionen und Symbole etabliert. Die Szene trifft sich beispielsweise bei Stammtischen und SM-Partys, inzwischen spielt auch das Internet fĂŒr die Kommunikation innerhalb der Subkultur eine wichtige Rolle.
Grundlagen
BDSM ist ein Sammelbegriff fĂŒr bestimmte Arten sexuellen Verhaltens und Erlebens. Unter dem Begriff vereinigen sich verschiedene Subkulturen, die zum Teil sehr unterschiedliche Begriffe und eine eigene âSpracheâ verwenden. Alle Varianten des BDSM haben gemeinsam, dass sich die Beteiligten freiwillig aus ihrer Gleichberechtigung in ein verĂ€ndertes MachtgefĂŒge begeben. Der devote Partner gibt dabei einen bestimmten Teil seiner Autonomie ab und ĂŒberlĂ€sst sie dem dominanten Partner (Power Exchange).[2]
Verhaltenskodex
Die Freiwilligkeit als entscheidendes Kriterium gilt grundsÀtzlich bei allen sexuellen Handlungen. Um bei potenziell risikobehafteten AktivitÀten Einvernehmlichkeit zwischen den Beteiligten sicherzustellen und damit die verwendeten Praktiken von strafbarer sexueller Gewalt klar abzugrenzen, gibt es in der BDSM-Szene weitgehend akzeptierte Verhaltensregeln. Die Einvernehmlichkeit zwischen den Beteiligten grenzt BDSM sowohl rechtlich als auch ethisch von Vergehen oder Verbrechen gegen die sexuelle Selbstbestimmung und von Gewalt und Missbrauch ab. Die Einwilligung zu einem sadomasochistischen Geschehen kann demnach nur geben, wer die Folgen seiner Zustimmung hinreichend abschÀtzen kann. Generell muss es möglich sein, die Einwilligung jederzeit zu widerrufen, beispielsweise mit einem vorher vereinbarten Signalwort, einem sogenannten Safeword.[3]
Diese Grundprinzipien werden seit den 1990er Jahren unter der englischen Bezeichnung safe, sane and consensual (SSC) zusammengefasst. Dies bedeutet so viel wie âsicher, mit klarem Verstand und in gegenseitigem EinverstĂ€ndnisâ. Einige AnhĂ€nger des BDSM bevorzugen einen etwas anderen Verhaltenskodex mit der englischen Bezeichnung RACK (risk-aware consensual kink), was etwa so viel bedeutet wie ârisikobewusstes, einvernehmliches sexuelles Handelnâ; sie wollen damit stĂ€rker die das Risikopotenzial betreffende Eigenverantwortung der beteiligten Partner betonen.[4]
Trotz der umfangreichen Konventionen im Bereich Sicherheit kommt es auch im BDSM-Bereich zu Ăbergriffen. Eine 2015 veröffentlichte Studie der National Coalition for Sexual Freedom mit 4598 Personen aus den USA ergab, dass 29 % der Befragten im Zusammenhang mit BDSM eine Verletzung der vereinbarten Rahmenbedingungen erlebt hatten. 8,9 % der Befragten wurden ohne ihre Einwilligung oral, anal oder vaginal penetriert (12,5 % Frauen, 3 % MĂ€nner, 10,6 % Queer und 8,7 % Transgender). Nur 29 Personen brachten diese VorfĂ€lle zur Anzeige, obwohl 96 von ihnen eine Verletzung erlitten hatten, die medizinische Hilfe erforderte.[5]
Weitverbreitete Rollenmodelle
Beim BDSM nehmen die Beteiligten hÀufig klar eine von zwei BDSM-Rollen ein. Die Sexualpraktiken sowie die jeweiligen SexualprÀferenzen je nach Geschlecht werden als Maledom bzw. Femdom bezeichnet.
Top und Bottom
Im BDSM nennt man den Partner Top (engl. oben) oder Dom, der die aktive Rolle in einer meist durch die AusĂŒbung von Schmerz, Erniedrigung oder Unterwerfung geprĂ€gten BDSM-Handlung hat. Der als Bottom (engl. unten) oder Sub bezeichnete Partner setzt sich fĂŒr eine bestimmte Zeit freiwillig solchen Handlungen aus und ist der sogenannte passive Teil. HĂ€ufig ist der Bottom derjenige, der zum Beispiel durch seine Festlegung von Grenzen und Tabus die Handlung im Wesentlichen bestimmt. Dieser Rahmen wird im Allgemeinen durch ausgiebige Kommunikation im Vorfeld der eigentlichen Handlung bestimmt, bei der auch sicherheitsrelevante Aspekte wie Safeword, gesundheitliche EinschrĂ€nkungen etc. besprochen werden.[6][7]
Switch
Einige BDSM-AnhĂ€nger switchen, das bedeutet, sie ĂŒbernehmen sowohl die dominante als auch die devote Rolle. Sie praktizieren dies entweder innerhalb einer einzigen Handlung oder nehmen diese unterschiedlichen Rollen in unterschiedlichen Sessions mit demselben oder mit unterschiedlichen Partnern ein.[8]
Session
BDSM-Handlungen finden wĂ€hrend einer festen Zeitspanne meist in Form eines erotischen Rollenspiels statt; ein einzelnes BDSM-Spiel wird Session genannt. Viele der innerhalb von BDSM ausgeĂŒbten Praktiken wie SchmerzzufĂŒgung, Erniedrigung oder Unterwerfung wĂŒrden ohne den Zusammenhang zur speziellen sexuellen Vorliebe als unangenehm empfunden. Geschlechtsverkehr wie etwa Oral-, Vaginal- oder auch Analverkehr kann innerhalb einer Session vorkommen, ist jedoch nicht essenziell.[9]
Sicherheit

Neben den allgemeinen Empfehlungen fĂŒr Safer Sex erfordern BDSM-Sessions im Regelfall weitergehende SicherheitsmaĂnahmen als sogenannter âVanillasexâ, d. h. als ein Sexualleben ohne BDSM-Elemente.[10] Damit die Handlungen stets in dem von den Teilnehmern gewĂŒnschten Rahmen bleiben, haben sich in der BDSM-Szene eine Reihe von Sicherheitskonventionen etabliert.[11] Dieses Dogma der Sicherheit wird damit erklĂ€rt, dass BDSMler versuchen, sich damit von der inhĂ€renten Konnotation von Sex und Gewalt zu lösen. Sie wenden sich damit gegen die Unterstellung, dass BDSM grundsĂ€tzlich gefĂ€hrlich, krankhaft und missbrĂ€uchlich sei.[12]
Um die Einvernehmlichkeit der Praktiken sicherzustellen, wird â besonders zwischen unbekannten Partnern â generell zu einem intensiven VorgesprĂ€ch ĂŒber die WĂŒnsche der Beteiligten und den Verlauf sowie die Grenzen der geplanten AktivitĂ€ten geraten.[13] Entsprechende detaillierte GesprĂ€che sind allgemein ĂŒblich,[14] meist werden diese im Laufe einer Beziehung zunehmend informeller.[15] ZusĂ€tzlich wird in der Regel auch ein Safeword vereinbart, bei dessen Nennung die Handlung zu jeder Zeit unmittelbar abgebrochen werden muss. Bei realen Treffen virtuell angebahnter Kontakte stellen einige BDSM-Organisationen und -Websites Cover-Möglichkeiten zur VerfĂŒgung, die als Schutz bei Blinddates dienen.[16]
Das breite Spektrum unterschiedlichster BDSM-âSpielzeugeâ sowie angewandter physischer und psychischer Manipulations- und Kontrolltechniken macht hĂ€ufig Detailwissen aus unterschiedlichen Gebieten wie Anatomie, Physik oder Psychologie notwendig. Praktische Sicherheitsaspekte sind generell von entscheidender Bedeutung.[17][18] Etliche verwendete Techniken lassen sich nicht intuitiv anwenden und erfordern neben Wissen auch Ăbung und Anleitung. Dies kann z. B. in speziellen Workshops oder durch die Anleitung erfahrener BDSMler erreicht werden. In einer Studie von 2009 gaben 85 % der befragten 1405 praktizierenden BDSMler (ĂŒberwiegend US-Amerikaner) an, einen Mentor zu haben und mit ihm sowohl praktisches wie auch theoretisches Wissen ausgetauscht zu haben.[19]
Ebenfalls im Bereich Sicherheit verortet wird die Nachsorge des Bottoms. Nach einer Session ist es aufgrund der AusschĂŒttung von Opioidpeptiden, insbesondere Endorphinen bei intensivem Erleben, durchaus möglich, dass der Bottom einige Minuten oder auch Stunden braucht, um seine körperlichen BedĂŒrfnisse wieder voll wahrnehmen zu können.[20] In dieser Phase der Erholung wird es als Pflicht des Tops betrachtet, sich um den Bottom zu kĂŒmmern und entsprechend zu reagieren. Dies gilt ebenso fĂŒr Sessions, die abgebrochen werden, weil sich der Bottom mental oder körperlich ĂŒberfordert fĂŒhlt (sog. Absturz).[21][22]
Teilaspekte

Das mehrschichtige Akronym BDSM steht fĂŒr mehrere unter diesem Oberbegriff zusammengefasste physische und psychische Teilaspekte.
- B & D Bondage and Discipline (Fesselung und Disziplinierung)
- D & S Dominance and Submission (Beherrschung und Unterwerfung)
- S & M Sadism and Masochism (Sadismus und Masochismus)
Dieses Modell zur Differenzierung dreier Aspekte des BDSM ist heute in der Literatur zunehmend gebrĂ€uchlich, stellt aber lediglich den Versuch einer phĂ€nomenologischen Trennung dar. In der individuellen AusprĂ€gung sexueller Vorlieben ĂŒberschneiden sich die hier getrennten Aspekte hĂ€ufig.
Bondage/Discipline
Bondage
Der englische Begriff Bondage (Fesselung) bezeichnet Praktiken der Fesselung zur Erregung und Steigerung sexueller Lust.[23] Bondage spielt in allen Bereichen des BDSM eine mehr oder weniger wichtige Rolle, kann aber auch losgelöst von den anderen Spielarten des BDSM als eine eigenstĂ€ndige Praktik ausgeĂŒbt werden. SexualitĂ€t und Erotik sind wichtige Aspekte innerhalb des Bondage, allerdings sind sie hĂ€ufig nicht Selbstzweck. Weitere Schwerpunkte können wie z. B. beim japanisch inspirierten Shibari in der Ăsthetik, der Empfindung und der Konzentration liegen.
1985 durchgefĂŒhrte Studien in den USA kamen zum Ergebnis, dass etwa die HĂ€lfte aller MĂ€nner und viele Frauen Bondagespiele fĂŒr erotisch halten.[24] 1996 gaben bei der Befragung von US-amerikanischen Studenten 24 % der Befragten an, sexuelle Phantasien zu haben, die von Bondage handelten, angefĂŒhrt von homo- und bisexuellen MĂ€nnern mit 40 %, lesbische und bisexuelle Frauen folgten mit 32 %, wĂ€hrend die Zahl bei heterosexuellen Frauen auf 24 % und bei heterosexuellen MĂ€nnern auf 21 % abfiel. Praktische Erfahrungen mit Bondage hatten 48 % der lesbischen und bisexuellen Frauen, 34 % der homo- und bisexuellen MĂ€nner und 25 % aller Heterosexuellen.[25]
Discipline

Unter Discipline versteht man im Bereich des BDSM die Disziplinierung des Bottoms, um sein Verhalten mit Regeln und Ritualen an die WĂŒnsche des Tops anzupassen. Dabei kann ein System aus Körperstrafen und Belohnungen durch den Top eingesetzt werden.[26] Eine Verschmelzung mit Praktiken aus dem Bereich des Bondage ist hĂ€ufig, die Abgrenzung zu rein schmerzbetontem Sadomasochismus manchmal schwierig. Der Begriff Discipline wird oft auch fĂ€lschlich verwendet, um Erziehungsspiele aus dem Bereich Dominance and Submission zu beschreiben.
Dominance and Submission

Das Begriffspaar Dominance und Submission (D/s) kommt ebenfalls aus dem Englischen. Dominance bedeutet Herrschaft/Dominanz â Submission bedeutet Unterwerfung/Unterordnung. Man bezeichnet damit ein angestrebtes ungleiches MachtverhĂ€ltnis oder eine spielerische Ănderung des sozialen Status zwischen Partnern, die hĂ€ufig klar eine der beiden BDSM-Rollen Herr/Sklave bzw. Dom/Sub einnehmen.
Zu den Dominanz-Spielen gehören u. a.:
- Keuschhaltung, bspw. mit einem PeniskĂ€fig oder KeuschheitsgĂŒrtel
- Tease and Denial (âErregen und Verweigernâ)
- Rollenspiele wie Status- oder Erziehungsspiele,[27] bspw. Ageplay, bei dem ein gespielter Altersunterschied das MachtgefĂ€lle betont, oder Petplay,[28] bei dem der Statusunterschied zwischen Halter und Tier nachgestellt wird. Ausgleichende Elemente fĂŒr Beherrschung und Unterwerfung sind dabei FĂŒrsorge und Hingabe, die sich jeweils ergĂ€nzen und so stabile Beziehungen ermöglichen.
Die Variationsbreite der individuellen AusprĂ€gungen ist groĂ. D/s kann ohne weitere BDSM-Elemente ausgelebt werden oder andere als wesentliches Element einschlieĂen; die Dauer der Machtverschiebung reicht von einzelnen Sessions bis hin zu einer permanenten Unterwerfung eines Partners auch im Alltagsleben im Sinne des Total Power Exchange (engl. âtotaler Machtaustauschâ, auch 24/7).[29] Das VerhĂ€ltnis zwischen Top und Bottom wird gelegentlich mit sogenannten âSklavenvertrĂ€genâ besiegelt, die zwar keinerlei rechtliche Bedeutung besitzen, aber fĂŒr die Beteiligten eine groĂe emotionale und symbolische Bedeutung haben können.[30][31]
Sadomasochismus
Im Teilbereich Sadomasochismus werden Praktiken angewendet, die dazu dienen, Schmerzen zu empfangen (Lustschmerz) oder zuzufĂŒgen. Sadomasochismus kann eigenstĂ€ndig ausgeĂŒbt werden, aber wie bei den anderen Teilbereichen sind Vermischungen hĂ€ufig.
Betrachtet man Sadomasochismus auf einer körperlichen Ebene, lĂ€sst sich feststellen, dass es mit der gezielten ZufĂŒgung von physischen Schmerzen und anderen intensiven SinneseindrĂŒcken verbunden ist. Die hierdurch ausgeschĂŒtteten Endocannabinoide werden in ihren Auswirkungen von BDSM-AnhĂ€ngern hĂ€ufig mit dem sogenannten Runnerâs High oder den Nachwirkungen eines Orgasmus verglichen.[32]
In einer qualitativen, explorativen Studie mit neun masochistischen Personen beschrieben diese unter anderem eine Verbindung von körperlichem Schmerz mit HochgefĂŒhl und den Wunsch, die masochistische Erfahrung zu wiederholen. Die Autoren sahen darin ein suchtartiges Verhalten und zogen Parallelen zu Drogen- und GlĂŒcksspielsucht.[33]
Beziehungsarten

Wie in der Gesamtbevölkerung gibt es innerhalb der BDSM-Szene alle denkbaren Arten von Beziehungen, die von Gelegenheitssex ĂŒber Ehe bis hin zu polyamor ausgelebten Beziehungsgeflechten reichen. Unterschieden werden diese Beziehungen hĂ€ufig aufgrund des Anteils oder der QualitĂ€t des BDSM innerhalb der Gesamtgestaltung der Beziehung.
Spielbeziehungen
Es gibt keine feststehende Definition dieses Begriffs. Analog zum erotischen Rollenspiel spricht man von Spielbeziehungen und meint zum einen gleichberechtigte Partnerschaften, in denen BDSM Teil oder Vorspiel der SexualitĂ€t ist, zum anderen können mit dem Begriff Spielbeziehungen aber auch Sexbeziehungen gemeint sein, die ausschlieĂlich das gemeinsame Ausleben bestimmter sexueller Fantasien zum Ziel haben.
Langfristige Beziehungen
FrĂŒhe Schriften aus dem wissenschaftlichen Bereich und der BDSM-Szene erwĂ€hnen kaum langfristige Beziehungen. Die schwule Lederszene sah kurzfristige Spielbeziehungen als den einzig möglichen Weg an, um BDSM auszuleben, und empfahl, zu heiraten und die Neigung auĂerhalb der Ehe in Spielbeziehungen zu befriedigen. Die erste Studie, die zeigte, dass langfristig funktionierende Beziehungen mit BDSM-Elementen unter BDSM praktizierenden Personen existieren, erschien 2003. Dabei wurden 17 heterosexuelle Paare untersucht. Sie beschrieben ihr Interesse an ihren Neigungen als einen andauernden Prozess und zeigten FlexibilitĂ€t und Adaption an die Interessen des Partners.
Eine perfekte Ăbereinstimmung bei den sexuellen Vorlieben war dabei selten, die meisten Probanden mussten einige eigene Vorlieben zurĂŒckstellen oder einige ihres Partners annehmen. Dabei gaben die meisten Paare an, nicht genug Zeit zu haben, um ihre dominante oder submissive Rolle auch im Alltag innerhalb eines sogenannten Total Power Exchange (auch 24/7) auszuleben.[34] Im Falle dieser Beziehungen geht BDSM ĂŒber einen rein sexuellen Aspekt hinaus und reicht in das nicht erotisch konnotierte Alltagsleben eines Paares hinein.
Professionelle Dienstleistungen
Als Domina wird eine Frau bezeichnet, die gegen Entgelt dominante und/oder sadistische BDSM-Praktiken anbietet. Laut Prostitutionsgesetz gilt die TĂ€tigkeit von Dominas als Prostitution, weil sie zwar in der Regel keinen Geschlechtsverkehr mit ihren Kunden praktizieren, aber eine sexuelle Dienstleistung anbieten.[35] Die mĂ€nnliche Entsprechung der Domina wird als âSadoâ bezeichnet. Im selben Umfeld arbeiten professionelle Bottoms, die als âSklaviaâ oder âZofeâ bezeichnet werden. Australische Wissenschaftler stellten fest, dass mit der Legalisierung der Prostitution in ihrem Land der Anteil BDSM-bezogener Dienstleistungen gestiegen ist.[36]
Szene, Subkultur und Gesellschaft
Es existiert eine BDSM-Szene, in der sich gleichgesinnte Menschen ĂŒber BDSM-relevante Themen und Probleme austauschen können. Diese Szene hat den Charakter einer Subkultur, weil BDSM von der Ăffentlichkeit und den Medien noch immer meist als âbizarrâ, âperversâ oder âkrankâ betrachtet wird.[37] Da sie UnverstĂ€ndnis und Ausgrenzung fĂŒrchten, verbergen viele Menschen ihre Neigung vor der Gesellschaft.
Diese Szene zeigt sich vor allem im Internet in Communitys wie FetLife oder der Sklavenzentrale, in Szenemedien wie Zeitschriften und auf Veranstaltungen wie SM-Partys, Stammtischen und der Messeveranstaltung BoundCon sowie auf einigen Erotikmessen. Mit der jĂ€hrlich in Berlin stattfindenden Folsom-Europe-Parade gibt es in Deutschland eine aus der Leder-Subkultur hervorgegangene Veranstaltung, die BDSM im Rahmen öffentlicher StraĂenveranstaltungen thematisiert. Auch bei den zahlreichen CSD-Paraden ist die Szene mit Gruppen vertreten.
Symbole

Zu den am weitesten verbreiteten Symbole der BDSM-Szene gehören Halsband und eine Abwandlung der Triskele innerhalb eines Kreises.[38] Die Triskele hatte im Laufe der Zeit viele verschiedene Bedeutungen in vielen Kulturen; ihre Verwendung leitet sich im BDSM von der Beschreibung des Ringes der O in dem Buch Geschichte der O ab.[39] Insbesondere in Europa ist der Ring der O als Schmuck getragenes Symbol der Zugehörigkeit zur BDSM-Szene verbreitet,[40] findet sich aber auch in der Gothic-Szene und als Modeschmuck wieder.
Die Leather-Pride-Flagge ist ein Symbol, das ursprĂŒnglich aus der Lederbewegung stammt, aber auch in der ganzen Szene Verwendung findet. Auf Grundlage dieser Fahne entstand die BDSM-Rights-Flagge, die in der Mitte eine Triskele trĂ€gt. Sie soll die Ăberzeugung ausdrĂŒcken, dass Menschen, die in ihrer SexualitĂ€t oder Beziehung Elemente des BDSM ausleben, die gleichen Grundrechte haben und nicht fĂŒr den einvernehmlich praktizierten BDSM diskriminiert werden sollen.[41]
BDSM- und Fetisch-Motive haben sich im Alltagsleben der westlichen Gesellschaften durch so unterschiedliche Faktoren wie avantgardistische Mode, Rap, Hip-Hop, Heavy Metal, Science-Fiction-Fernsehserien und Spielfilme immer weiter ausgebreitet und werden von vielen Menschen bereits nicht mehr bewusst mit ihren BDSM-Wurzeln in Verbindung gebracht.[42][43]
Soziologische Aspekte
Vorkommen

BDSM wird von allen Schichten der Gesellschaft und allen sexuell aktiven Altersgruppen praktiziert und kommt bei jeder sexuellen Orientierung bei allen binĂ€ren und nichtbinĂ€ren GeschlechtsidentitĂ€ten in unterschiedlichsten AusprĂ€gungen und IntensitĂ€ten vor.[44] Diese reichen von âFesselspielchenâ szenefremder Paare im heimischen Schlafzimmer, die sich selbst mit dem Begriff BDSM nicht bewusst in Verbindung bringen, bis hin zu inszenierten VorfĂŒhrungen bei öffentlichen GroĂveranstaltungen, wie beispielsweise auf den international in mehreren GroĂstĂ€dten stattfindenden Folsom-Paraden.
Neuere Untersuchungen zum Thema Verbreitung von BDSM-Fantasien und -Praktiken schwanken erheblich in der Bandbreite ihrer Ergebnisse. Zusammenfassend lĂ€sst sich jedoch feststellen, dass die Autoren davon ausgehen, dass zwischen 2 % und 62 % der Bevölkerung regelmĂ€Ăig Sexualpraktiken ausĂŒben, die mit der Lust an Schmerzen bzw. mit Macht und Ohnmacht oder entsprechenden Fantasien zusammenhĂ€ngen. Die niedrigste Zahl stammt aus einer australischen Studie mit 19.307 an BDSM interessierten Teilnehmern, von denen 2,2 % der MĂ€nner und 1,3 % der Frauen angaben, im letzten Jahr an BDSM-bezogen AktivitĂ€ten beteiligt gewesen zu sein.[45] Der Bevölkerungsanteil mit entsprechenden Phantasien lag in einer kanadischen Studie von 2015 bei 62 %; 64,6 % der Frauen und 53,3 % der MĂ€nner hatten Fantasien, in denen sie sexuell dominiert wurden, 46,7 % der Frauen und 59,6 % der MĂ€nner gaben an, davon zu fantasieren, jemanden sexuell zu dominieren.[46][47]
Laut einer Konsumentenbefragung 2005 von 317.000 Personen in 41 LĂ€ndern verwendeten rund 20 % der weltweit Befragten bereits einmal Masken, Augenbinden oder sonstige Bondage-Utensilien, 5 % bekannten sich ausdrĂŒcklich zu Sadomasochismus; im Jahr zuvor bekannten sich weltweit 19 % der Befragten zu praktiziertem Spanking und 22 % zum Gebrauch von Augenbinden und/oder Handschellen.[48][49] Insbesondere das Erscheinen des Buches 50 Shades of Grey 2011 fĂŒhrte zu einem gesteigerten Interesse an BDSM-Praktiken. Vor der Premiere der Verfilmung im Jahre 2015 warnte die Londoner Feuerwehr vor dem Shades-of-Grey-Effekt und rechnete mit einem Anstieg der EinsĂ€tze, um Menschen aus Handschellen oder Ă€hnlichen Notlagen zu befreien. Die SexunfĂ€lle dokumentierte die Feuerwehr unter dem Hashtag Shades of Red.[50] Englische BaumĂ€rkte bereiteten sich ebenfalls auf eine verstĂ€rkte Nachfrage vor und stockten ihre VorrĂ€te an Kabelbindern, Seilen und Klebeband auf. ZusĂ€tzlich gaben sie ihren Mitarbeitern eine Handreichung, um auf Anfragen dieser speziellen Kundengruppe antworten zu können.[51]
Teilgruppen nach Orientierung
Entgegen dem von vielen BDSMlern gepflegten Ideal einer toleranten, inkludierenden und pansexuellen Szene, die es in einigen virtuellen und lokalen Communities tatsĂ€chlich gibt, trennt sich die Subkultur in verschiedene Teilgruppen.[52] So ist eine deutliche Trennlinie zwischen hetero- und homosexuell ausgelebten Orientierungen sichtbar, die bei Veranstaltungen ersichtlich wird, an denen ĂŒberwiegend Heterosexuelle oder aber Schwule und Lesben teilnehmen, gemischte Gruppen jedoch viel seltener vorkommen.
Dies zeigt eine deutlich wahrnehmbare Unterscheidung der Szene in heteronormative Lebensstile und eine Marginalisierung der alternativen LGBTI*-Community innerhalb der BDSM-Szene. In ihrer historischen Entwicklung haben schwul-lesbische und queere BDSMler eigene, auf ihre BedĂŒrfnisse ausgerichtete Subkulturen entwickelt und möchten diese nicht zugunsten einer anderen, heterosexuell zentrierten Teilgruppe aufgeben. Einige BDSMler bewegen sich zwischen diesen Teilgruppen, aber in der Praxis erscheint die als neutral definierte BDSM-Szene als ĂŒberwiegend auf Heterosexuelle ausgerichtet.[53][54]
Geschlechterverteilung und -unterschiede
Die Geschlechterunterschiede und persönlichen Merkmale von BDSMlern wurden in jĂŒngerer Zeit untersucht. Wismeijer und van Assens Studie von 2013 zeigten, dass die Identifizierung mit der Rolle und dem Geschlecht stark und bedeutsam sind. Dabei waren nur 8 % der Frauen, die sich als dominant verstanden, im Gegensatz zu 75 %, die sich als submissiv definierten.[55] In der Studie von HĂ©bert und Weaver von 2014 zeigten sich Ă€hnliche Anteile, hier waren 9 % der Frauen dominant und 88 % der Frauen submissiv,[56] wĂ€hrend 2017 bei Weierstall und Giebel 19 % der Frauen dominant und 74 % der Frauen submissiv waren. Sie schlossen daraus, dass MĂ€nner hĂ€ufiger zu dominanten Praktiken neigen, wĂ€hrend Frauen die submissive Rolle bevorzugen.[57] Diese Folgerung deckt sich mit einer Studie von 2015, die zeigte, dass Frauen insgesamt dominante MĂ€nner bevorzugen; und fĂŒr kurzfristige Beziehungen und Sex nicht nur dominante, sondern darĂŒber hinaus sogar aggressive Partner wĂ€hlen. Ebenso zeigten Untersuchungen der Unterschiede der sexuellen Fantasien, dass Frauen submissive und passive gegenĂŒber dominanten und aktiven Fantasien vorziehen; die Fantasien haben dabei hĂ€ufig Zwang und Vergewaltigung zum Inhalt.[58]
Frauen und Masochismus
WĂ€hrend die meisten AuĂenstehenden annehmen, dass Frauen sich selbst ĂŒberproportional hĂ€ufig als submissiv oder masochistisch definieren, kam Roy Baumeister in einer Studie von 2010 zu anderen Ergebnissen; seiner Ansicht nach sollten keine Vermutungen bezĂŒglich Gender und der masochistischen Rolle im BDSM gemacht werden. Eine ErklĂ€rung dafĂŒr, dass die Gesellschaft solche Vorstellungen annimmt, sind kulturelle und soziale Vorstellungen der Weiblichkeit. Masochismus kann sogar einige dieser typischerweise weiblichen Stereotype durch die Feminisierung von MĂ€nnern oder durch betont weibliche Kleidung annehmen. Solche Vorstellungen der submissiven, masochistischen Rolle sollten jedoch nicht als Verbindung zwischen derselben und einer stereotypischen weiblichen Rolle interpretiert werden; masochistische Rollen beinhalten keine dieser Vorstellungen.[59]
Die Psychologin und Anthropologin Prior argumentiert, dass, auch wenn Frauen sich anscheinend in traditionellen und submissiven Rollen bewegen, BDSM es ihnen und den dominanten Frauen erlaubt, ihre eigene StĂ€rke durch ihre sexuelle IdentitĂ€t auszudrĂŒcken und zu erleben. In einer Studie von 2013 definierte sich die Mehrzahl der Frauen als Bottom, Sub, Gefangene oder (Sex-)Sklavin, ohne dass dies einen Bruch mit ihrer feministischen Haltung darstellte. TatsĂ€chlich hĂ€tten die Frauen die Wahrnehmung, dass ihre feministische IdentitĂ€t durch ihre gewĂ€hlte Rolle noch bestĂ€rkt wurde. FĂŒr sie sind diese Rollen sexuell und emotional befriedigend. Prior stellte fest, dass die dritte Welle des Feminismus es ermöglichte, dass BDSMlerinnen ihre SexualitĂ€t ausdrĂŒcken können, ohne den Idealen des Feminismus zu widersprechen; sie empfinden sich selbst als integrierte, ausgeglichene und starke Frauen.[60]
Vorurteile und Kritik

Wie bei allen anderen sexuellen Minderheiten existieren zahlreiche Vorurteile, Klischees und Stereotype bezĂŒglich BDSM in der Gesellschaft. Diese Vorurteile werden insbesondere durch eine wertkonservative Haltung begĂŒnstigt, die BDSM mit KriminalitĂ€t, Krankheit und nicht heteronormativen Verhaltensweisen verbinden. Ebenfalls kann die Ablehnung nicht-reproduktiver SexualitĂ€t zu solchen Vorstellungen fĂŒhren.[61] Ein typisches Problem ist zum Beispiel, dass es fĂŒr AuĂenstehende hĂ€ufig nicht erkennbar ist, ob es sich um einvernehmlich ausgeĂŒbte Sexualpraktik oder Gewalt handelt.[62] Es ist auch durch bloĂes Ansehen einer Handlung, beispielsweise einer VorfĂŒhrung oder einer Filmszene, nicht möglich zu erkennen, ob es sich fĂŒr die Beteiligten um eine Inszenierung mit abgesprochenen Regeln handelt oder nicht.[63]
Viele Menschen kennen aus den Medien und Pornofilmen das Erkaufen sadomasochistischer Dienstleistungen von Dominas durch mĂ€nnliche Kunden; hieraus entspringen ebenfalls viele Klischees, beispielsweise das des erfolgreichen Mannes, der sich nachts von einer Domina quĂ€len lĂ€sst.[64] Neben dem Klischee der peitschenschwingenden Domina stellt der in Leder gekleidete Sadomasochist ein ebenfalls weitverbreitetes Rollenklischee dar, das vor allem aus Filmszenen und Bildern der Lederszene herrĂŒhrt.
TatsĂ€chlich wurde in einer 2008 durchgefĂŒhrten Studie mit 3058 Mitgliedern der BDSM-Szene aus verschiedenen LĂ€ndern ermittelt, dass 37,5 % der Teilnehmenden schon ein- oder mehrmals Opfer von Diskriminierung, BelĂ€stigung oder Vorurteilen wurden.[65]
Feministische Kritik
In den 1970er Jahren entstand in den USA die radikalfeministische, anti-pornografische Aktivistinnengruppe Women Against Violence in Pornography and Media (dt. Frauen gegen Gewalt in Pornografie und Medien), die BDSM als ritualisierte Gewalt gegen Frauen zutiefst ablehnte und bekĂ€mpfte.[66] Diese standen Samois gegenĂŒber, einer Organisation, die sich fĂŒr die Rechte lesbischer BDSMlerinnen einsetzte.[67] Die heftig gefĂŒhrten Auseinandersetzungen zwischen den Radikalfeministinnen und den sex-positiven Feministinnen mĂŒndeten in den Feminist Sex Wars (dt. Sex-Krieg der Feministinnen),[68] die bis heute andauern (vgl. hierzu auch Feminismus und Femdom). Im deutschsprachigen Raum wurde die radikalfeministische Position gegen Pornografie und Gewalt u. a. von Alice Schwarzer aufgegriffen, die 1987 die PorNO-Kampagne initiierte. Sie kritisiert die Vermischung von SexualitĂ€t und Gewalt und lehnt jede Form des BDSM strikt ab.[69] Diese Position, die auch von anderen Feministinnen geteilt wird, wird kritisiert, weil sie zum einen die Existenz weiblicher Dominanz negiert und zum anderen sadomasochistische Frauen von der Frauenbewegung entfremdet hat.[70] Die Kampagne wird immer wieder neu aufgelegt, zuletzt 2007.
BDSM und Faschismus
Verschiedene Historiker, darunter William L. Shirer, sahen eine Verbindung zwischen dem Nationalsozialismus und sexueller Devianz; so beschreibt er in Aufstieg und Fall des Dritten Reiches den Verleger des StĂŒrmer Julius Streicher als einen notorischen Perversen und verdorbenen Sadisten, der stĂ€ndig eine Peitsche bei sich trug. Am anderen Ende des sadomasochistischen Spektrums verortet er Adolf Hitler mit einer masochistischen Neigung, von einer liebenden Frau beherrscht zu werden.[71] Insbesondere in der feministischen lesbischen Betrachtung des BDSM wird eine Verbindung zwischen Sadomasochismus und Faschismus diskutiert. Ausgelöst wurde diese Diskussion durch den 1975 erschienenen Beitrag Fascinating Fascism von Susan Sontag,[72] in dem sie sich unter anderem mit der sexualisierten Erotik in Leni Riefenstahls Werk beschĂ€ftigt. Sontag sieht eine natĂŒrliche Verbindung zwischen BDSM und Faschismus. Irene Reti argumentiert spĂ€ter, dass BDSM-Techniken wie Bestrafung, Disziplinierung und Erniedrigung direkt von angewandten Nazi-Praktiken importiert wurden.[73]
Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand in Israel der von dem Auschwitz-Ăberlebenden Yehiel Feiner geschriebene Roman House of Dolls (dt. Haus der Puppen), in dem weibliche LagerhĂ€ftlinge zu sexuellen Diensten gezwungen werden. Der Erfolg des Buches gilt als literarischer TĂŒröffner fĂŒr die semipornografischen Stalagim, ein Naziploitation-Genre, in dem insbesondere erotisch sexualisierte BrutalitĂ€ten durch weibliche SS-Lagerwachen betont werden. 1969 wurde mit Love Camp 7 der erste Naziploitation-Film in den USA gedreht, es folgten Filme wie Ilsa, She Wolf of the SS (1975). Die Kritikerin Lynn Rapport bezeichnet dieses Genre als Holocaust Pornography und weist darauf hin, dass in solchen Filmen die Verbindung zwischen Nazi-Ikonographie, politischer Ideologie und Gewalt mit SexualitĂ€t hergestellt wird.[74][75] In dem 1975 von Pier Paolo Pasolini inszenierten Film 120 Tage von Sodom, einer Verfilmung des gleichnamigen Buchs von de Sade, wird durch die Ansiedlung der Handlung in einem fiktiven faschistischen Staat eine direkte Verbindung von Folter, Vergewaltigung und Mord mit sadomasochistischen Motiven hergestellt.[76] Innerhalb der Szene werden diese Assoziationen weitgehend negiert, dennoch gibt es, insbesondere in Verbindung mit Uniformfetischen, erotische Nazi-Rollenspiele und Pornografie, in der diese Fantasien thematisiert werden.[77][78]
Kontroversen innerhalb der Subkultur
Innerhalb der BDSM-Szene gibt es einige kontrovers gefĂŒhrte Diskussionen, insbesondere geht es dabei um Begrifflichkeiten, Abgrenzungen und Rollenbilder. Beispielsweise wird die Frage, ob es sich bei sadomasochistischen Praktiken um Gewalt handelt oder nicht, unterschiedlich beantwortet. Manche BDSMler sehen dies, analog zu medizinischen Eingriffen, die auch bei Einwilligung eine Körperverletzung darstellen, immer als sexualisierte Gewalt an. Andere BDSMler sehen die Praktiken hingegen als eine theaterĂ€hnliche Darstellung an, in der die Gewalt nicht real ist.[79] FĂŒr einen Teil der Szene stellt bereits die Fragestellung eine unzulĂ€ssige Vermischung von Sexualstraftat und einvernehmlichem BDSM dar, sie sehen BDSM als die sozialvertrĂ€gliche Variante der sexuellen Gewalt an. Die Diskussion wurde unter anderem auch von der feministischen Kritik am BDSM geprĂ€gt. Trotz Einvernehmlichkeit, SSC und Gesetzeslage bleibt die Grenzziehung zwischen legitimer und illegitimer Gewalt letztlich nicht einfach.[80]
Ebenfalls diskutiert wird die Verwendung des Begriffs Sklaverei. Einige BDSMler finden die Bezugnahme auf die historische reale Grausamkeit der Sklaverei befremdlich, die sich vor allem durch die Verwendung des Begriffspaares Herr/Sklave zeigt. People of Color, die in der Szene deutlich unterreprĂ€sentiert sind, beschreiben neben Ablehnung unter anderen auch SchuldgefĂŒhle bei ihrer Anwendung im BDSM.[81]
Coming-out

Bei einigen Personen, die sich von durch den Begriff BDSM umschriebenen Situationen angezogen fĂŒhlen, kommt es im Laufe ihres Lebens zum so genannten Coming-out. WĂ€hrend sich Homosexuelle auch in der Ăffentlichkeit zunehmend zu ihrer sexuellen Ausrichtung bekennen, halten sich Sadomasochisten noch immer vergleichsweise bedeckt. Obwohl je nach Erhebungsbasis etwa 5 bis 25 % der US-amerikanischen Bevölkerung entsprechende Neigungen aufweisen,[82][83] sind abgesehen von einigen KĂŒnstlern so gut wie keine Prominenten als Sadomasochisten bekannt. Ein entsprechendes Bekanntwerden der eigenen Neigungen kann fĂŒr Sadomasochisten noch immer verheerende berufliche und gesellschaftliche Auswirkungen haben. Dennoch gaben in einer 2008 veröffentlichten Studie 57 % der befragten 3098 BDSMler an, offen zu ihren Neigungen zu stehen.[84] Dass das Bekanntwerden privaten Engagements in diesem Bereich noch immer zu erheblichen beruflichen Problemen und einer Stigmatisierung der Betroffenen fĂŒhren kann, zeigen exemplarisch die FĂ€lle des UN-Waffeninspekteurs Jack McGeorge aus dem Jahr 2003 und der Spanner Case in GroĂbritannien. Hier ist ein wichtiger Unterschied zu der nur ansatzweise vergleichbaren Situation Homosexueller zu sehen. Der im Einzelfall entstehende Leidensdruck wird in der Regel öffentlich weder thematisiert noch zur Kenntnis genommen, fĂŒhrt jedoch oft zu einer schwierigen psychologischen Situation, in der die Betroffenen einem hohen emotionalen Stress ausgesetzt sind.[85] UnabhĂ€ngig vom Alter kann das Coming-out manchmal in eine Lebenskrise fĂŒhren, die sich bis hin zu Selbsttötungsabsichten oder realisierter Selbsttötung steigern kann.
Ăffentlichkeitsarbeit
Nachdem sich in den USA 1997 und in GroĂbritannien 1996 mit der National Coalition for Sexual Freedom (NCSF)[86] bzw. der Sexual Freedom Coalition (SFC)[87] erste Interessenvertretungen gebildet haben, die es sich zur Aufgabe machen, proaktive Ăffentlichkeitsarbeit zum Thema BDSM zu betreiben, zeichnete sich eine Ă€hnliche Entwicklung auch im deutschsprachigen Raum ab. Hierbei treten nach auĂen hin hĂ€ufig die gröĂeren regionalen Vereine wie der 1999 gegrĂŒndete BDSM Berlin und 1992 gegrĂŒndete SMart Rhein-Ruhr, aber auch die 2003 gegrĂŒndete Bundesvereinigung Sadomasochismus mit der Entwicklung von Informationsmaterial und Pressearbeit in Erscheinung. Mit der seit 1996 betriebenen Website und Mailingliste Datenschlag entstand im Internet eine der gröĂten Bibliografien sowie eine der ausfĂŒhrlichsten historischen Quellensammlungen zum Thema BDSM.[88]
SM-Partys und -Clubs
SM-Partys sind Veranstaltungen, auf denen sich BDSM-AnhĂ€nger und Interessierte treffen, um zu kommunizieren, Erfahrungen und Erlebnisse auszutauschen und zu âspielenâ. Die Partys Ă€hneln oft denen der Schwarzen Szene mit mehr oder minder striktem Dress-Code; in der Regel ist das frivole Kleidung bzw. Teilbekleidung aus Lack (Vinyl, PVC), Leder, Latex, Lycra o. Ă., die deutlich körperbetonend wirkt bzw. die primĂ€ren oder sekundĂ€ren Geschlechtsmerkmale besonders hervorhebt. Ziel solcher Dresscodes ist es, eine erotisierende Stimmung zu erzeugen und Spanner fernzuhalten.[89]
BDSM wird auf diesen Partys öffentlich, beispielsweise auf einer BĂŒhne, oder mehr oder weniger privat in Separees ausgelebt.[90] Geschlechtsverkehr steht hierbei nicht im Mittelpunkt der AktivitĂ€ten. Ein Grund fĂŒr die verhĂ€ltnisweise groĂe Verbreitung dieser Art von Veranstaltungen ist das dortige Angebot von âSpielgerĂ€tenâ, wie beispielsweise Andreaskreuze, Strafböcke oder KĂ€fige. Solche Partys bieten sowohl exhibitionistisch als auch voyeuristisch Veranlagten ein Forum, ihre Neigung ohne soziale Ablehnung auszuleben. BDSM-Partys gibt es in jeder gröĂeren Stadt.
BDSM-Clubs (wie der Hamburger Club de Sade) bieten mit einem mehr oder weniger regelmĂ€Ăigen Programm Themen-Partys und themenfreie âSpielabendeâ, analog zum GeschĂ€ftsbetrieb herkömmlicher Diskotheken. Die soziale Kontrolle auf diesen Partys bzw. in den Clubs ist jedoch in der Regel weitaus höher als in Diskotheken. Auf KonsensualitĂ€t bei öffentlichen SM-Spielen wird strikt geachtet. Auch gibt es privat organisierte bzw. nicht oder nur mĂ€Ăig gewinnorientierte Partys, die von BDSM-Gruppen und Einzelpersonen organisiert werden. MinderjĂ€hrige haben weder zu Partys noch in Clubs Zutritt.
Medizin und Psychologie
Medizinische Einordnung
FrĂŒher wurden viele der innerhalb von BDSM gelebten Praktiken generell dem Sadismus oder dem Masochismus zugerechnet und im Sinne einer Triebstörung seitens der Psychiatrie als krankhaft eingeschĂ€tzt und als Störung der SexualprĂ€ferenz (Paraphilie) katalogisiert. Aufgrund einer verĂ€nderten Wahrnehmung und einer Verschiebung sozialer Normen wird BDSM in der Medizin nur noch dann als Problem gesehen, wenn der Betroffene anders als durch die AusĂŒbung sadistischer oder masochistischer Praktiken keine sexuelle Befriedigung erlangen kann, oder seine eigene sadistisch oder masochistisch geprĂ€gte SexualprĂ€ferenz selbst ablehnt und sich in seinen LebensumstĂ€nden eingeschrĂ€nkt fĂŒhlt oder anderweitig darunter leidet.
ICD
Mit der seit 2022 gĂŒltigen ICD-11 wird einvernehmliche AusĂŒbung sadomasochistischer Praktiken nicht als krankhaft eingestuft. Als Variante der individuellen sexuellen Erregung ist eine Behandlung weder indiziert noch wird sie nachgesucht. Neigungen zu BDSM werden nur noch als pathologisch eingestuft, wenn sie zwanghaft ausgeĂŒbt werden, mit bedeutenden gesundheitlichen SchĂ€den oder dem Tod einhergehen oder der AusĂŒbende selbst darunter leidet.[91][92]
Vor 2022 handelte es sich nach ICD-10 es sich um eine âStörung der SexualprĂ€ferenzâ (SchlĂŒssel F65.5), die dort wie folgt beschrieben wurde: âEs werden sexuelle AktivitĂ€ten mit ZufĂŒgung von Schmerzen, Erniedrigung oder Fesseln bevorzugt. Wenn die betroffene Person diese Art der Stimulation erleidet, handelt es sich um Masochismus; wenn sie sie jemand anderem zufĂŒgt, um Sadismus. Oft empfindet die betroffene Person sowohl bei masochistischen als auch sadistischen AktivitĂ€ten sexuelle Erregung.â[93] Die Organisation ReviseF65 arbeitete seit Mitte der 1990er Jahre daran, die UnterschlĂŒssel F65.0, F65.1 und F65.5 (Fetischismus, Transvestitismus und Sadomasochismus) aus dem ICD und den verschiedenen Klassifikationssystemen zu entfernen. Am 24. April 1995 entfernte DĂ€nemark als erster Mitgliedsstaat der EuropĂ€ischen Union Sadomasochismus vollkommen aus seinem nationalen Klassifikationssystem fĂŒr Krankheitsbilder, im Januar 2009 folgte Schweden.[94][95] Norwegen und Finnland entschieden sich in den Jahren 2009 und 2010 ebenfalls zur Streichung.[96][97]
Die Arbeitsgruppe der WHO zur Revision der ICD stellte 2017 fest, dass die Stigmatisierung und Diskriminierung von Fetischisten und BDSMlern nicht mit den Menschenrechten vereinbar sei, wie sie die Vereinten Nationen und die World Health Organisation fĂŒr grundlegend erachten, und strebte die Entfernung aus dem Register an.[98]
DSM
In der Vergangenheit wurde BDSM vom Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM), das der American Psychiatric Association ihre diagnostischen Leitlinien vorgibt, als Störung der SexualprĂ€ferenz betrachtet.[99] Nach Kampagnen verschiedener Organisationen, darunter der National Coalition for Sexual Freedom, die sich fĂŒr die Entpathologisierung des BDSM einsetzt, kam es ab 1994 zur Ănderung dieser Kriterien. Mit Erscheinen des DSM IV im Jahr 1994 wurden neue Diagnosekriterien veröffentlicht, nach denen BDSM eindeutig nicht mehr als krankhaft kategorisiert wurde.
Im aktuellen DSM-5 (2013) wird abweichendem sexuellen Verhalten wie sadomasochistischen PrĂ€ferenzen nicht mehr grundsĂ€tzlich Krankheitswert zugeschrieben, sondern nur noch dann, wenn sie bei der betroffenen Person mit Leidensdruck einhergehen oder nicht sozialvertrĂ€glich sind, also die Gesellschaft schĂ€digen.[100] Eine Ăberlagerung von sexuellen PrĂ€ferenzstörungen und der AusĂŒbung von BDSM-Praktiken kann jedoch vorkommen.
Psychologische Einordnung
Psychoanalytische Entstehungstheorien

Es gab und gibt zahlreiche psychoanalytische Theorien zur ErklĂ€rung, wieso Menschen einen Lustgewinn aus Schmerz, SchmerzzufĂŒgung, Erniedrigung, DemĂŒtigung und anderen Aspekten des BDSM ziehen. Dabei wurde von den meisten frĂŒhen Sexualwissenschaftlern, Psychiatern und Psychoanalytikern davon ausgegangen, dass derartiges Verhalten ĂŒberwiegend bei MĂ€nnern vorkomme. Inzwischen ist bekannt, dass der Frauenanteil merklich höher liegt als bei den anderen als Paraphilie eingeordneten Verhaltensweisen.
Eine der frĂŒhesten Entstehungstheorien ist das von BĂ©nĂ©dict Augustin Morel im Jahre 1857 formulierte Degenerationsmodell.[101] Er gab psychischen Störungen eine religiöse Deutung. Seiner Ansicht nach handelte es sich um Abweichungen vom gottgewollten Menschenbild infolge des SĂŒndenfalls.[102]
Richard von Krafft-Ebing erlĂ€utert in seinem 1886 erschienenen Werk Psychopathia sexualis alle damals bekannten Perversionen und Anomalien des Sexuallebens. Er kategorisierte die Störungen in neue Begriffe wie Masochismus und Sadismus.[103] FĂŒr ihn war fĂŒr die Beurteilung der Pathologie eines Verhaltens das bĂŒrgerliche VerstĂ€ndnis ânaturgegebener Geschlechtscharaktereâ entscheidend; ein sadistischer Mann und eine masochistische Frau waren im Sinne einer reproduktiven SexualitĂ€t als nahe der Norm einzustufen und entsprachen dem RollenverstĂ€ndnis der damaligen Zeit, wohingegen eine sadistische Frau und ein masochistischer Mann als âVerkehrung der seelisch-sexuellen Naturâ am weitesten von der Norm entfernt sind.[104]
In seinen ab 1897 erschienenen Werk Studies of the Psychology of Sex differenziert Havelock Ellis erstmals zwischen einvernehmlichen sadomasochistischen Praktiken, die er als Algolagnie bezeichnete, und allgemeiner Grausamkeit und betonte die emotionale Verbindung zwischen den Beteiligten.[105][106] Seine Ansichten wurden nicht allgemein geteilt und gingen im wissenschaftlichen Diskurs unter.
Sigmund Freud veröffentlichte 1905 seine Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie, in denen er die Entstehung von Sadismus und Masochismus als eine Störung der Entwicklung in der frĂŒhkindlichen SexualitĂ€t begriff (vergleiche Infantile SexualitĂ€t).[107] Seiner Ansicht nach beginnt die sexuelle Entwicklung eines Menschen bei der Geburt, und sofern sich dieser Mensch gesund entwickle, wĂŒrde er am Ende seiner Sexualentwicklung eine gesunde und reife SexualitĂ€t erreicht haben. Störungen dieser Entwicklung zeigen sich nach Freud in Fehlentwicklungen wie Paraphilien oder Sadismus und Masochismus. 1915 ergĂ€nzte er diese ErklĂ€rungen mit der Triebtheorie,[108] nach der der Sadismus ein Teil der natĂŒrlichen Ausstattung des Mannes sei. Er orientiert sich hier an Krafft-Ebing, der MĂ€nnern einen natĂŒrliche aggressive Geschlechterrolle zuschrieb.[109][110] Freuds Zeitgenosse und SchĂŒler Isidor Sadger prĂ€gte 1913 schlieĂlich die Bezeichnung âSado-Masochismusâ.[111] Freuds Theorien dominierten den wissenschaftlichen Diskurs ĂŒber Jahrzehnte.
Einen weiteren psychoanalytisch geprĂ€gten Ansatz verfolgten Schorsch und Becker in den 1970er Jahren.[112] Sie sahen im Sadismus eine Störung in der frĂŒhkindlichen Entwicklung, die im Verlauf eine brĂŒchige mĂ€nnliche IdentitĂ€t und ein angst- und konfliktbeladenes VerhĂ€ltnis zu Frauen auslösen könne. Laut Schorsch und Becker ĂŒberwindet der sadistische Mann damit die Angst vor Unterwerfung, wĂ€hrend der masochistische Mann KastrationsĂ€ngste bewĂ€ltigt.[113][114] Frauen fehlen in der Betrachtung. Ebenfalls von Freud beeinflusst war die Theorie von Robert Stoller (Perversion â Die erotische Form von Hass, 1975), die Entwicklung des Sadomasochismus einer kindlichen Frustration zuschrieb.[115] Er beschrieb SM zunĂ€chst als sexualisierten Hass, revidierte jedoch seine Meinung 1991 nach einer Neubetrachtung seiner Studien und warb fĂŒr VerstĂ€ndnis und eine alternative Betrachtungsweise des Sadomasochismus.[116] Fritz Morgenthaler beschrieb ab 1974[117] abweichendes sexuelles Verhalten, zu dem er neben SM auch HomosexualitĂ€t zĂ€hlte, als âPlombeâ, mit der der Riss durch in der narzisstischen Entwicklung erlittene Traumata repariert werden solle. Im Gegensatz zu anderen Forschern war Morgenthaler mit therapeutischen Empfehlungen wegen der damit verbundenen Risiken zurĂŒckhaltend.[118]
ErklÀrungsmodelle anderer Denkschulen
Neben den psychoanalytischen ErklĂ€rungstheorien gibt es weitere Modelle, die versuchen, die Entstehung von sadomasochistischen PrĂ€ferenzen zu erklĂ€ren. Dazu gehört das lerntheoretische ErklĂ€rungsmodell, bei dem davon ausgegangen wird, dass durch klassische und operante Konditionierung ursprĂŒnglich nicht sexuelle Reize zu sexuell erregenden Reizen werden; genauso wie bei der traditionellen SexualitĂ€t wird ihrer Ansicht nach die abweichende SexualitĂ€t erlernt.[119] Andere Modelle sind zum Beispiel der biologisch-kulturelle ErklĂ€rungsansatz von Ford und Beach (1951),[120] die Lovemaps â innerpsychische Schemata fĂŒr SexualitĂ€t von John Money (1986)[121] â und Masochismus als Kompensation der Alltagsbelastung von Roy Baumeister (1988).[122]
Psychologische Aspekte
Es existieren nur wenige Studien, die psychologische Aspekte des Themas BDSM unter BerĂŒcksichtigung moderner wissenschaftlicher Standards betrachten. Eine zentrale Untersuchung zu dem Thema stammt von dem US-amerikanischen Sexualwissenschaftler Charles Moser und wurde 1988 im Journal of Social Work and Human Sexuality veröffentlicht.[85] Er kommt zu dem Schluss, dass es generell an Daten ĂŒber die psychischen Probleme von BDSM-AnhĂ€ngern fehlt, sich aber dennoch einige grundsĂ€tzliche Tatsachen herauskristallisieren. Er betont, dass es keinerlei Anzeichen dafĂŒr gibt, dass BDSM-AnhĂ€nger gemeinsame Symptome oder irgendeine gemeinsame Psychopathologie haben, und auch aus der klinischen Literatur kein konsistentes Bild von BDSM-AnhĂ€ngern hervorgegangen ist. Moser weist darauf hin, dass nicht nachgewiesen werden kann, dass BDSM-AnhĂ€nger ĂŒberhaupt irgendwelche besonderen psychiatrischen oder gar auf ihren Vorlieben beruhenden, spezifisch nur bei ihnen auftretende Probleme haben, die im direkten Zusammenhang mit ihrer Orientierung stehen. Moser kommt in seiner Arbeit zusammenfassend zu dem Schluss, dass keinerlei wissenschaftliche Grundlage existiert, die es begrĂŒnden könnte, Personen dieser Gruppe Arbeits- oder Sicherheitsbescheinigungen, Adoptionsmöglichkeiten, Sorgerechte oder andere gesellschaftliche Rechte oder Privilegien zu verwehren.[85]
Eine australische Umfragestudie mit ĂŒber 19.000 Antwortfragebögen kam 2008 zu dem Schluss, dass eine BDSM-Neigung und die Auslebung derer als regulĂ€re sexuelle Spielart einer Minderheit anzusehen sei. Ein Zusammenhang mit psychologischen Traumata und Problemen mit SexualitĂ€t bestehe nicht.[123] Eine Untersuchung aus demselben Jahr bestĂ€tigte einen Zusammenhang zwischen dem Persönlichkeitsmerkmal Experience Seeking (BedĂŒrfnis nach neuen und starken Reizen) und tatsĂ€chlich praktiziertem BDSM.[124]
2013 fĂŒhrten Wismeijer und van Assen eine Vergleichsstudie zu den psychologischen Charakteristika praktizierender BDSMler durch. Die Ergebnisse zeigten, dass BDSMler weniger neurotisch, extrovertierter, offener gegenĂŒber neuen Erfahrungen, weniger anfĂ€llig fĂŒr ZurĂŒckweisung, weniger unsicher innerhalb ihrer Beziehung sind und ein subjektiv höheres Wohlbefinden empfinden als die Vergleichsgruppe ohne BDSM-PrĂ€ferenzen. Innerhalb der einzelnen Gruppen sind diese positiven Aspekte innerhalb der dominanten Personengruppe stĂ€rker ausgeprĂ€gt als bei den submissiven. Die ĂŒbernommene Rolle lĂ€sst laut Wismeijer auch RĂŒckschlĂŒsse auf die Persönlichkeit zu; Menschen, die oft den dominanten Part ĂŒbernehmen, erscheinen mental stĂ€rker. Sie sind innerhalb der Gruppe am ausgeglichensten, Switcher bewegen sich in der Mitte. Submissive bilden zwar innerhalb der Gruppe das Schlusslicht, schneiden aber laut der Studie immer noch besser ab als die Personen, die keine BDSM-Sexualpraktiken praktizieren. Wismeijer gab an, dass eine Studie allein nicht darĂŒber bestimmen sollte, ob BDSM als Krankheit im DSM kategorisiert werden sollte, aber zusammen mit anderen Studien wĂŒrden diese neueren Ergebnisse nahelegen, dass BDSM eher eine Wahl des Lebensstils sei, wenn auch möglicherweise eine seltsame.[125]
Da je nach Operationalisierung (z. B. Identifikation als âBDSM-practicionerâ VS der Frage nach einzelnen konkreten Praktiken wie Fesseln oder körperliche ĂberwĂ€ltigung im sexuellen Kontext) 2 bis 62 Prozent der Bevölkerung in der einen oder anderen Form BDSM zuzurechnenden Sexualpraktiken nachgehen, ist die Einordnung als âseltsamâ oder ungewöhnlich jedoch in Frage zu stellen[126][1]. In der Psychoanalyse entstanden verschiedene Theorien zur Entstehung der als Paraphilien bezeichneten PrĂ€ferenzen. Die moderne Psychologie untersucht in diesem Zusammenhang vor allem, ob es bei den Praktizierenden gemeinsame Charakter- oder Persönlichkeitsmerkmale gibt, die möglicherweise eine ErklĂ€rung fĂŒr die Vorlieben liefern. Inzwischen hĂ€lt eine interdisziplinĂ€re Betrachtung (z. B. unter dem Einbezug moderner neurowissenschaftlicher Verfahren) Einzug in die Erforschung und frĂŒhere psychopathologische Ătiologiemodelle weichen einem biopsychosozialen Modell ohne Pathologisierung.[1]
Geschichte
Begriffsentwicklung

Die Entwicklung des Begriffs BDSM ist vielschichtig. UrsprĂŒnglich waren Sadismus und Masochismus reine FachausdrĂŒcke fĂŒr psychologische Erscheinungen, die als psychische Erkrankung eingestuft wurden. Die Begriffe leiten sich von den Autoren Marquis de Sade und Leopold von Sacher-Masoch ab. 1843 veröffentlichte der ungarische Arzt Heinrich Kaan unter der Bezeichnung Psychopathia sexualis eine Schrift, in der er die SĂŒndenvorstellungen des Christentums in medizinische Diagnosen umwandelt. Die ursprĂŒnglich theologischen Begriffe âPerversionâ, âAberrationâ und âDeviationâ wurden so erstmals Teil der Wissenschaftssprache. Der deutsche Psychiater Richard von Krafft-Ebing fĂŒhrte in seiner Schrift Neue Forschungen auf dem Gebiet der Psychopathia sexualis 1890 die Begriffe âSadismusâ und âMasochismusâ erstmals in die Medizin ein.[127] Nachdem Sigmund Freud 1905 in seinen Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie Sadismus und Masochismus als aus einer fehlerhaften Entwicklung der kindlichen Psyche entstehende Krankheiten dargestellt hatte und so die weitere Beurteilung des Themas auf Jahrzehnte hinaus grundlegend beeinflusste, prĂ€gte schlieĂlich 1913 der Wiener Psychoanalytiker Isidor Sadger in seinem Artikel Ăber den sado-masochistischen Komplex erstmals den zusammengesetzten Begriff âSado-Masochismusâ.[128]
Erwin J. Haeberle, PrĂ€sident der DGSS, problematisierte diese ursprĂŒnglich von singulĂ€ren historischen Figuren abgeleiteten Begrifflichkeiten, die zugleich einen pathologischen Bezug beinhalteten. Masoch protestierte vergeblich dagegen, dass sein Name fĂŒr eine simplifizierende Schublade herhalten musste. Nach Haeberle hĂ€tten Benennungen fĂŒr HomosexualitĂ€t als âLeonardismusâ, âMichelangelismusâ oder âTschaikowskyismusâ nicht den Diskurs versachlicht, sondern nur die jeweilige historische Persönlichkeit herabgewĂŒrdigt.[129]
Die BDSM-Szene distanziert sich heute stark von de Sade, da dessen amoralische Philosophie nicht mit den moralischen Prinzipien RACK oder SSC vereinbar ist. Die BDSM-Szene versuchte sich mit dem Ausdruck âB&Dâ fĂŒr Bondage und Discipline von dem pejorativ konnotierten Begriff âS&Mâ abzugrenzen. Die AbkĂŒrzung BDSM wurde wahrscheinlich in den frĂŒhen 1990er Jahren in der Subkultur um die Newsgroup alt.sex.bondage geprĂ€gt. Sie ist dort im Juli 1991 zum ersten Mal nachweisbar. SpĂ€ter wurde auch der Bereich Dominance and Submission in den Bedeutungsumfang von BDSM integriert, wodurch das heute gebrĂ€uchliche[130] mehrschichtige Akronym entstand.
Historische BezĂŒge

Sadomasochistische Praktiken werden bereits auf einigen der Ă€ltesten Keilschrifttafeln der Welt beschrieben, verbunden mit Ritualen zu Ehren der Göttin Inanna. Diese belegen, dass die frĂŒhen sumerischen Stadt-Könige Rituale durchfĂŒhrten, in welchen sie sich der Göttin (bzw. deren Priesterin als Manifestation der Göttin) unterzuordnen hatten. Es wird auch auf alte Schriften wie Inanna und Ebih verwiesen, in welchen Rituale erwĂ€hnt werden, welche âvon Schmerz und Ekstase durchdrungenâ, was zur Initiation des Ensis (StadtfĂŒrsten) und zu Reisen mit verĂ€nderten BewusstseinszustĂ€nden fĂŒhrte.[131][132] Seit dem 9. Jahrhundert v. Chr. wurde in Artemis Orthia â einer der bedeutendsten religiösen StĂ€tten der antiken griechischen Stadt Sparta â mit dem Kult der Orthia eine prĂ€olympische Religion praktiziert. Hierbei kam es zu regelmĂ€Ăigen rituellen Flagellationen. Diese diamastigosis genannten Auspeitschungen wurden von den Priesterinnen an jungen heranwachsenden MĂ€nnern durchgefĂŒhrt. Diese Rituale werden von einer Reihe antiker Autoren erwĂ€hnt, darunter auch Pausanias.[133]
Eines der Ă€ltesten grafischen Zeugnisse sadomasochistischer Praktiken stammt aus einem etruskischen Grab in Tarquinia. In der Tomba della Fustigazione (Grab der ZĂŒchtigung, Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr.) sind zwei MĂ€nner dargestellt, wie sie eine Frau beim Liebesspiel mit einer Rute und mit der Hand schlagen.[134][135] Ein anderes Zeugnis ĂŒber Flagellation findet sich im 6. Buch der Satiren des antiken römischen Dichters Juvenal (1. bzw. 2. Jahrhundert n. Chr.) sowie im Satyricon von Petronius, in dem zur sexuellen Erregung eines Delinquenten gepeitscht wird.[136][137][138]
Im Kamasutra werden vier Schlagarten beim Liebesspiel, die fĂŒr SchlĂ€ge zulĂ€ssigen Trefferzonen des menschlichen Körpers und die Arten der lusterfĂŒllten Schmerzenslaute des Bottoms dargestellt. Die Textsammlung weist ausdrĂŒcklich darauf hin, dass Schlagspiele genauso wie Kneifen und BeiĂen beim Geschlechtsverkehr nur in gegenseitiger Ăbereinstimmung stattfinden dĂŒrfen, da sie nicht von allen Frauen als lustvoll empfunden werden. Aus dieser Sicht dĂŒrfte das Kamasutra den ersten schriftlich ĂŒberlieferten Text ĂŒber SM-Praktiken und -Sicherheitsregeln darstellen.[139] Andere Quellen verwenden eine wesentlich weiter gehende Definition und schildern BDSM-Ă€hnliches Verhalten in noch frĂŒheren Epochen und aus ganz anderen KulturrĂ€umen, beispielsweise die mittelalterlichen Flagellanten oder die Gottesgerichte einiger amerikanischer Indianervölker.[140]
Einige Autoren sehen das mittelalterliche PhĂ€nomen der höfischen Liebe in all seiner sklavischen Unterwerfung und Hingabe als einen zumindest teilweisen VorlĂ€ufer von D/s.[141] Das erste gedruckte Werk zum Flagellantismus ist der 1639 erschienene Tractus de usu flagrorum in re Medica et Veneria (lat. fĂŒr Eine Abhandlung zum Gebrauch der Peitsche in Medizin und SexualitĂ€t) des deutschen Arztes Ioannes Henricus Meibomius.[142] 1749 erschien John Clelands Roman Fanny Hill, in dem ebenfalls Flagellationsszenen beschrieben werden. Mit Erscheinen des Buches wurde die Flagellation auch europaweit als sexuelle Spielart bekannt; die Franzosen bezeichneten die erotische Flagellation als le vice anglais, die englische SĂŒnde.[143] Berichte ĂŒber auf Flagellation spezialisierte Bordelle reichen bis zum Jahr 1769 zurĂŒck. Das erste bekannte SM-MöbelstĂŒck ist das Berkley-Horse,[144] das 1828 von der Londoner Domina Theresa Berkley entworfen wurde[145] und ihr ein Vermögen einbrachte.[146]
Entwicklung des modernen BDSM
Die Wurzeln der modernen BDSM-Kultur liegen im Dunkeln. BDSM-Motive und Bilder haben wĂ€hrend des gesamten 20. Jahrhunderts an den RĂ€ndern der westlichen Kultur existiert. Robert Bienvenu sieht die Wurzeln des modernen BDSM in drei wesentlichen Quellen, die er als âeuropĂ€ischen Fetischâ (seit 1928), âamerikanischen Fetischâ (seit 1934) und âschwule Lederbewegungâ (seit den 1950er Jahren) bezeichnet.[147] Eine andere Quelle sind die in Bordellen ausgeĂŒbten Sexualpraktiken, die bis ins 18. Jahrhundert zurĂŒckreichen.
Lederbewegung

Weite Teile des heutigen BDSM-Gedankenguts lassen sich auf die Subkultur der mĂ€nnlichen homosexuellen Lederszene zurĂŒckfĂŒhren, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg aus der US-amerikanischen Motorradfahrer-Subkultur entwickelte.[148][149]
In seinem 1972 veröffentlichten Buch Leathermanâs Handbook fasste Larry Townsend diese Ideen zusammen, die man spĂ€ter als âOld Guardâ-Lederbewegung bezeichnen sollte.[150] Der in diesem Werk beschriebene Verhaltenskodex basierte auf strengen Formvorschriften und festgeschriebenen Rollen in Bezug auf das Verhalten der Beteiligten. Die Lederbewegung wird heute meistens eher als Teilmenge der BDSM-Kultur betrachtet, anstatt als eine aus der Schwulenkultur stammende Entwicklung, obwohl in der Vergangenheit ein groĂer Teil der organisierten BDSM-Subkultur tatsĂ€chlich homosexuell war. Die sogenannte New-Guard-Lederbewegung entstand in den 1990er Jahren als Reaktion auf die der Old-Guard-Lederbewegung zugrunde liegenden BeschrĂ€nkungen.[151] Diese Bewegung war dem Switchen gegenĂŒber positiv eingestellt, akzeptierte ein viel breiteres Spektrum erotischer Spielarten und beförderte die Anzahl der pansexuellen Clubs.
Internet
Ab Mitte der 1990er Jahre bot erstmals das Internet die Gelegenheit, in weiten Teilen der Welt, aber gerade auch in den jeweiligen lokalen Regionen, andere Menschen mit speziellen sexuellen Vorlieben zu finden und sich anonym mit ihnen auszutauschen. Dies fĂŒhrte geradezu zu einem massiven Anstieg in der Verbreitung von Informationen und dem Interesse am Thema BDSM.[152] In dieser frĂŒhen Phase spielte insbesondere die Usenet-Gruppe alt.sex.bondage eine Pionierrolle.[153] In der Folgezeit begannen, neben herkömmlichen Sexshops, immer mehr Anbieter in Online-Sexshops, auch BDSM-Spielzeug in ihr Sortiment aufzunehmen oder sich gleich ausschlieĂlich auf diese Zielgruppe zu spezialisieren. Das ehemalige Nischensegment entwickelte sich so zu einem festen Bestandteil des GeschĂ€fts mit Erotikzubehör.
Das Internet schuf auĂerdem neue Möglichkeiten der Interaktion zwischen Top und Bottom, insbesondere ĂŒber Chat, E-Mail und Videokonferenz.[154] Mit der finanziellen Dominanz entstand eine neue Spielart des BDSM, welche ĂŒberwiegend online praktiziert wird.[155]
Rechtlicher Status
Es hÀngt von der Rechtslage einzelner Staaten ab, ob Praktiken aus dem BDSM eine rechtliche Relevanz haben oder eine Straftat darstellen können. In Deutschland bleiben BDSM-Praktiken grundsÀtzlich straffrei, solange eine Einwilligung vorliegt. Nur wenn schwere Verletzungen oder Lebensgefahr drohen, ist eine Einwilligung nicht möglich.[156]
In den Niederlanden, in Japan, in Kanada[157][158] und in den skandinavischen LĂ€ndern stellen diese Praktiken in der Regel keine Straftat dar, solange in die Handlung eingewilligt wurde und die Beteiligten bei Bewusstsein sind, um diese Einwilligung auch weiterhin zu signalisieren. In Ăsterreich und Italien[159] gibt es keine gefestigte Rechtslage, wĂ€hrend in der Schweiz BDSM-Praktiken teilweise strafbar sein können.[160] In den USA ist die Rechtslage uneinheitlich,[161] im Vereinigten Königreich sind auch einvernehmliche Praktiken verboten.[162] Auch in LĂ€ndern, in denen einvernehmliche BDSM-Praktiken gesetzlich erlaubt sind, können pornografische Darstellungen aus dem Bereich BDSM (wie pornografische Literatur, Comics, Zeichnungen, Fotografien oder Videos) unter den Begriff âGewaltpornografieâ fallen und damit strafbar sein, in Deutschland beispielsweise unter § 184a StGB.
BDSM in Kultur, Kunst und Medien
Literatur

In der Belletristik ist vor allem Sadomasochismus ein wiederkehrendes Motiv und hat einige Klassiker hervorgebracht, z. B. Die Geschichte der O von Dominique Aury (unter dem Pseudonym Pauline RĂ©age), Justine von Marquis de Sade, Venus im Pelz von Leopold von Sacher-Masoch oder die Kultcomics von Eric Stanton. Als literarisches Kuriosum zu erwĂ€hnen ist Marthas Brief an Leopold Bloom in Ulysses von James Joyce. Der 1978 erschienene Roman 9œ Wochen. Erinnerungen an eine LiebesaffĂ€re von Elizabeth McNeill bildete die inhaltliche Grundlage fĂŒr die sehr erfolgreiche Hollywoodverfilmung 9œ Wochen; zusammen mit der von der bekannten US-amerikanischen Autorin Anne Rice unter dem Pseudonym A. N. Roquelaure veröffentlichten drei BĂ€nde umfassenden Dornröschen-Trilogie (1983â1985) zeigte sich auch internationales Interesse an der Thematik. Eine moderne deutschsprachige sadomasochistische Autobiografie ist Dezemberkind von Leander Sukov aus dem Jahr 2005. Im Jahr 2011 erschien mit dem ersten Band der Trilogie Shades of Grey der britischen Autorin E. L. James einer der kommerziell erfolgreichsten Titel des Genres, der zum Weltbestseller und in 52 Sprachen ĂŒbersetzt wurde.[163] Diese Trilogie und die dazu erschienenen Filme werden von vielen BDSMlern abgelehnt, weil sie keinen einvernehmlichen BDSM darstellen, sondern die Unterwerfung der Protagonistin deutliche ZĂŒge von hĂ€uslicher und sexueller Gewalt trĂ€gt.[164]
In der Sachliteratur gilt das im November 1981 von der US-amerikanischen feministischen Lesben-Gruppe Samois veröffentlichte Buch Coming to Power: Writing and graphics on Lesbian S/M, in dem sich Kurzgeschichten mit konkreten Hinweisen und Handlungsanleitungen abwechselten, als weltweit erstes BDSM-Handbuch. Sein Konzept wurde weltweit von vielen spĂ€teren Publikationen ĂŒbernommen. Seit spĂ€testens Ende der neunziger Jahre gibt es auch in Deutschland entsprechende Literatur, die sich sowohl an hetero- als auch an homosexuelle Lesergruppen richtet. Die bekannteste dieser Veröffentlichungen im deutschsprachigen Raum ist wahrscheinlich Das SM-Handbuch von Matthias T. J. Grimme. Mit dem Sachbuch Die Wahl der Qual von Kathrin Passig und Ira StrĂŒbel ist seit 2000 erstmals auch eine Veröffentlichung auf dem Markt, die sich nicht an Personen aus der BDSM-Subkultur wendet, sondern weiten Bevölkerungskreisen eine breite Wissensbasis zum Themenbereich BDSM vermitteln und so Vorurteile abbauen will. Neben den SachbĂŒchern mit konkretem Praxisbezug gibt es eine umfangreiche Literatur zu mit dem Thema verbundenen wissenschaftlichen Publikationen (siehe Literatur).
Musik

Bereits im Jahr 1967 veröffentlichte die experimentelle Rockband The Velvet Underground das Lied Venus in Furs, das, inspiriert durch die Novelle Venus im Pelz von Leopold von Sacher-Masoch, zahlreiche Anspielungen auf BDSM-Praktiken enthĂ€lt. Die britische Synthie-Pop-Gruppe Depeche Mode veröffentlichen 1984 auf ihrem Album Some Great Reward den Song Master and Servant. Es folgten weitere StĂŒcke mit BDSM-Bezug wie Strangelove (1987) und In Your Room (1993).
Mit dem Lied Sweet Sweet Gwendoline schrieben Die Ărzte 1986 eine Hommage an die Kunstfigur Sweet Gwendoline des BondagekĂŒnstlers John Willie. Zwei Jahre spĂ€ter folgt das Lied Bitte bitte, das WĂŒnsche eines mĂ€nnlichen Sub beschreibt. In dem ĂŒber siebenminĂŒtigen âDomina-Mixâ, der im Jahr 1994 auf dem Best of Das Beste von kurz nach frĂŒher bis jetze erschien, erlĂ€utert eine befreundete Domina BDSM-Begriffe.
Das 1988 erschienene Album God in Three Persons der Band The Residents greift inhaltlich sowohl BDSM-Themen als auch nichtkonsensuelle Praktiken auf.[165]
Das 1992 von den Nine Inch Nails veröffentlichte Lied Happiness in Slavery leiht sich Titel und Refrain von dem von Jean Paulhan verfassten Vorwort zur Geschichte der O. Die NDH-Band Rammstein kokettiert in ihren Liedern mehrfach mit einem BDSM-Bezug, so z. B. in FeuerrĂ€der, Bestrafe mich, BĂŒck dich (alle 1997) sowie Ich tu dir weh (2009). Auch KĂŒnstler wie Madonna (Erotica, 1992), die Rockband Aerosmith (Falling in Love (Is hard on the knees), 1997), Janet Jackson (Discipline, 2008), Rihanna (S&M 2010) setzten sich in ihrer Musik mit BDSM auseinander.
Mit Umbra et Imago, Ordo Rosarius Equilibrio, Die Form, Genitorturers und Grausame Töchter gibt es aus dem Umfeld der Schwarzen Szene auch BDSM-Konzeptbands, die in BĂŒhnenshows BDSM-Elemente bis hin zu ganzen BDSM-Performances verwendeten. Der Schweizer Musiker Carlos PerĂłn, der mit der Band Yello bekannt wurde, hat mit den sog. âFetishsoundtracksâ Terminatrix (1993), La salle blanche (1994), La salle noire (1996) und La salle violette (2002) mehrere BDSM-Konzeptalben komponiert.
Theater und Kabarett
Es gibt zwar einige Inszenierungen, in denen sadomasochistische Praktiken auch im klassischen Theater als Stilmittel verwendet wurden, aber nur sehr wenige TheaterstĂŒcke beschĂ€ftigen sich mit BDSM selbst. Beispiele hierfĂŒr sind das österreichische âWorauf sich Körper kaprizierenâ, eine von Peter Kern geschriebene und inszenierte Adaption von Jean Genets Film Un chant dâamour[166] und das deutsche âAch, Hildeâ von Anne Schwemmer, in dem mit dem Bild der Domina gespielt wird.[167] Axel TĂŒting ist ein deutscher Kabarettist und BDSM-Pantomime, der mit erotischem SM-Kabarett auftritt.
Zeichnung, Comic und Fotografie

Zeichnungen und seltener Malerei zu sadomasochistischen Themen gibt es seit mehreren Jahrhunderten, auch wenn diese nicht zwingend mit dem heutigen VerstĂ€ndnis von BDSM konform gehen. Viele Zeichnungen zeigen deutlich die Ăra, in der sie entstanden, beispielsweise Rudolf Schlichter, ein Vertreter der Neuen Sachlichkeit, der ĂŒberwiegend weiblich dominierte Sujets malte, Raphael Kirchner, der dem Jugendstil zugerechnet wird, sowie Pierre Mac Orlan, der eine Reihe von KĂŒnstlernamen verwendete und das Buch âLes Grandes FlagellĂ©esâ illustrierte, oder Georges Töpfer, der eine Leidenschaft fĂŒr Flagellation und ZĂŒchtigung hatte. Neben diesen KĂŒnstlern gibt es analog zu Film und Fernsehen auch viele ausgesprochen explizite und pornographische Darstellungen aus dem Bereich, z. B. von Joseph Farrell, DeMentia (Tom Sutton) oder Namio Harukawa.[168]
Nach heute eher unbeholfen wirkenden pornographischen Darstellungen der frĂŒhen Fotografie, produzierte wĂ€hrend der 1950er und 1960er Jahre Irving Klaw die ersten Reklamefilme und Fotografien mit BDSM-Motiven und veröffentlichte erstmals Comics der heute berĂŒhmten Bondage-KĂŒnstler John Willie und Eric Stanton. Sein Modell Bettie Page wurde zugleich eines der ersten erfolgreichen Modelle im Bereich Fetischfotografie und eines der berĂŒhmtesten Pinup-Girls des US-amerikanischen Mainstreams. Der von Willie inspirierte italienische Graphiker und Autor Guido Crepax prĂ€gte in der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts entscheidend den Stil europĂ€ischer Erwachsenencomics. Die KĂŒnstler Helmut Newton[169] und Robert Mapplethorpe sind die prominentesten Beispiele fĂŒr die zunehmende Verwendung von BDSM-Motiven in der modernen Fotografie und die sich hieraus noch immer ergebende öffentliche Diskussion.[170]
Ausstellungen zu den eng miteinander verwandten Genres BDSM- und Fetischkunst finden weltweit in Erotik- und Sexmuseen wie dem Erotic Art Museum Hamburg oder dem Erotic Museum in Amsterdam, als Wanderausstellungen oder als Beiprogramm entsprechender Messen statt. Ein ausdrĂŒcklich dem BDSM und der Lederbewegung gewidmetes Museum ist das Leather Archives and Museum in Chicago mit einer Niederlassung in Amsterdam.[171]
Film und Fernsehen
Nach der sexuellen Revolution wurden ab den 1960er Jahren literarische Werke wie beispielsweise die Die Geschichte der O (1975) und Venus im Pelz (1969) sehr explizit verfilmt. Darunter waren auch der KostĂŒmfilm Marquis de Sade: Justine (1969), das SittengemĂ€lde de Sade (1969) oder die direkte Sade-Adaption Justine â Schreie hinter Klostermauern (1972).[172] Aber auch sadomasochistische Bildwelten und Rituale fanden Eingang in Ă€sthetisch anspruchsvollere Filme oder Autorenfilme wie Der letzte Tango in Paris (1972), MaĂźtresse (1975), Der KĂ€fig (1985), Lulu (1990) oder Tokio Dekadenz (1992). Neosurrealistisch-absurd aufgearbeitet wurden Fando und Lis (1968) nach Arrabals TheaterstĂŒck oder das vom Roland Topor geschriebene Drehbuch zu dem bizarren Puppenfilm Marquis (1989); zu diesem Genre gehören auch Dorotheas Rache (1974) oder Die grausame Frau (1985), eine Adaption von Sacher-Masochs Venus im Pelz.
UnerfĂŒllte erotische Machtfantasien aus der Literatur dienten als Vorlage fĂŒr das Inquisitionsdrama Der HexenjĂ€ger (1968) oder Die Teufel (1971) auf Grundlage des Romans von Aldous Huxley, bei denen nicht einvernehmliche Grausamkeiten dargestellt werden. MissverstĂ€ndlich adaptierte sadomasochistische Szenen kennzeichnet die Gruppe der Sadiconazista-Filme der 1970er Jahre, sie implizieren eine direkte Verbindung zwischen politischer Barbarei und sexueller Perversion; zu diesen Filmen gehören beispielsweise der Film noir Der Nachtportier (1974) und das SS-Bordell in Salon Kitty (1976). Wesentlich tiefer in das dominant-devote Seelenleben der Protagonisten tauchen Filme wie The Image (1975), Im Reich der Sinne (1976) oder Die Klavierspielerin nach der Buchvorlage von Elfriede Jelinek ein.[173]
Dokumentarisch oder biographisch geprĂ€gte Filme waren zunĂ€chst eine Seltenheit, wie der Film Exhibition No. 2 (1978), der das VerhĂ€ltnis einer Domina und ihrem Sklaven untersucht. Ab den spĂ€ten 1990er Jahren gelang es Filmen wie Preaching to the Perverted (1997), kommerziellen Anspruch und AuthentizitĂ€t miteinander zu verbinden. Mit SICK: The Life and Death of Bob Flanagan, Supermasochist (1997), der Doku-Serie KinK (2001) und Wir leben ⊠SM! (2004) entwickelte sich ein weiterer filmischer Zugang zur Thematik, der sich gezielt auch an breite Zuschauergruppen wendet. Rosa von Praunheim drehte ein klassisches Dokudrama ĂŒber das Leben der Berliner Domina Lady MacLaine mit dem Titel DreiĂig Jahre an der Peitsche (2024)[174]
Publikumserfolge wie 9œ Wochen (1986), Secretary (2002) und die Trilogie Fifty Shades of Grey (ab 2015) haben neben einer Ă€sthetischen glatten Aufarbeitung gemein, dass sie insbesondere idealisierte heteronormative Beziehungen darstellen und erotische bĂŒrgerliche Macht-/Ohnmachtsfantasien im Sinne eines âsauberen Sado-Maso-MĂ€rchensâ[175] befriedigen.[176]
Neben diesen eher Ă€sthetisch orientierten Filmen existiert ein breiter Markt fĂŒr sadomasochistische Pornografie in Form von Pornofilmen. Der spanische Regisseur Jess Franco schuf als typischer Vertreter des Exploitation-Genres eine groĂe Anzahl Filme, die unter anderem auf Werken des Marquis de Sade basieren und in Deutschland teilweise indiziert sind.
Marketing
Seit Anfang der 1990er Jahre werden Motive des BDSM immer wieder im Rahmen gröĂerer Marketingkampagnen gezielt eingesetzt. Bekannte Beispiele im deutschsprachigen Raum sind Plakatmotive der Zigarettenmarken Camel und West, die ein in âtypischeâ Lederkleidung drapiertes Kamel beziehungsweise eine Domina mit Peitsche zum Inhalt haben. WĂ€hrend West das damalige Motiv wegen âVerstoĂes gegen die guten Sittenâ noch zurĂŒckziehen musste, fanden BDSM-Motive in den folgenden Jahren immer wieder Verwendung.[177] So bewarb beispielsweise im MĂ€rz 2007 die Modekette H&M den Verkauf einer von Madonna zusammengestellten Modekollektion mit einem Werbevideo im deutschen Fernsehen. Dieses zeigte die KĂŒnstlerin, die fĂŒr die Verwendung sadomasochistischer Sujets wiederholt kritisiert wurde, als dominante Lifestyle-Ikone,[178] die einer unpassend gekleideten SchĂŒlerin unter dem Knallen ihrer Gerte Modeweisheiten wie âDonât think it â you need to know itâ verpasst, um sie anschlieĂend modisch komplett umrĂŒsten zu lassen.
In Kanada prĂ€sentiert Mini 2005 die Winterausstattung des Mini Cooper in Form einer interaktiven BDSM-Session, in der der User mit UnterstĂŒtzung einer virtuellen Domina unterschiedlichste Schlagwerkzeuge auf dem Fahrzeug austesten kann und dabei die optionalen Sonderausstattungen erlĂ€utert bekommt. Der deutsche DĂŒbelhersteller Fischer nutzt in einem persiflierenden Videoclip ebenfalls sadomasochistische Sujets zur Darstellung der QualitĂ€t seiner Produkte. In den USA tritt Anheuser-Busch als Sponsor der Folsom Street Fair auf,[179] und die Jeansmarke Diesel schaltete in den letzten Jahren wiederholt sadomasochistische Anzeigenmotive in Modemagazinen. Die Markenanbieter persiflieren hierbei teilweise weitverbreitete Klischees.
Literatur
Deutschsprachig
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Englischsprachig
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- Dossie Easton, Janet W. Hardy: The New Topping Book. Greenery Press, Oakland 2002, ISBN 1-890159-36-0.
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Siehe auch
Weblinks
AufklÀrungsseiten zum Thema
- daten-schlag.org â Datenschlag, Ă€ltestes deutschsprachiges AufklĂ€rungsprojekt
- SM-Outing.de â Ratgeber in Sachen Outing und eventuell damit verbundener Probleme
Vereinigungen
- bdsm.at â BDSM in Ăsterreich
- ig-bdsm.ch â BDSM in der Schweiz
- maydaySM.de â Krisenintervention und Adressenvermittlung in NotfĂ€llen
- smjg.org â SMJG e. V. (BDSM Jugendvereinigung bis 27 Jahre)
- SMart Rhein-Ruhr e.V. â BDSM in NRW
Englischsprachige Websites
- wipipedia.org â Ein Wiki-Projekt. Freie EnzyklopĂ€die des BDSM und Fetischismus
Einzelnachweise
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