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Zeitraffer – Wikipedia 👆 Click Here!
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dieser Artikel behandelt die Filmmethode zur beschleunigten Darstellung von Bildabläufen, die Novelle Zeitraffer von Stephen King wird in Nachts beschrieben.

Der Zeitraffer ist eine filmische Methode zur Beschleunigung der Langzeitaufzeichnung von Bewegungsabläufen, bei der die Bildfrequenz (Bildrate) der Aufnahmekamera im Verhältnis zur Abspielfrequenz herabgesetzt wird. Werden die Aufnahmen dann mit normaler Geschwindigkeit abgespielt, scheint der aufgenommene Vorgang schneller abzulaufen. Dadurch werden auch Änderungen sichtbar, die in Echtzeit aufgrund ihrer langsamen Natur vom Menschen nicht oder nur schwer wahrnehmbar sind.

Die dem Zeitraffer entgegengesetzte Methode ist die Zeitlupe.

Technische Voraussetzungen

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Zeitrafferfilm vorbeiziehender Wolken
Zeitrafferfilm einer sich öffnenden Seerosenblüte. Dargestellt sind 117 Bilder (entsprechend 117 Minuten) in 5,8 Sekunden
Zeitraffervideo als GIF-Animation
Provo City Center Tempel Zeitraffervideo des Bauvorhabens

Die Aufnahme der einzelnen Filmbilder kann bei kurzen Sequenzen von Hand erfolgen, für Langzeitaufnahmen werden spezielle separate Schaltgeräte (Impulsgeber) und Auslösemagnete oder Einzelbildmotoren verwendet. Bessere Super-8-Kameras besitzen oft diese Technik, die meist auch Langzeitbelichtungen der Einzelbilder erlauben. Im digitalen Amateursegment findet man oftmals Digitalkameras und Camcorder, die über Serienbildfunktionen verfügen. Auch ohne Serienbildfunktionen sind Zeitrafferaufnahmen möglich, indem aus den Filmaufnahmen mittels Videobearbeitungssoftware Einzelbilder in gleichmäßigen Intervallen ausgeschnitten werden.

Im semiprofessionellen Bereich kann man auf Spiegelreflexkameras zurückgreifen, deren Aufnahmeintervall z. B. mit einem Computer gesteuert wird. Im professionellen Bereich gibt es Spezialkameras, insbesondere für die Filmindustrie. Bei professionellen Aufnahmen ist auf immer gleiche Beleuchtungsverhältnisse zu achten. Das ist in einem kontrollierten Umfeld wie einem Fotostudio noch leicht möglich, unter freiem Himmel abhängig vom Aufnahmeintervall wird es deutlich schwieriger. Sind Aufnahmen mit einem Intervall von wenigen Sekunden noch unproblematisch, da sich die Beleuchtungsverhältnisse nicht so schnell ändern, so kann es bei Aufnahmeintervallen von mehreren Stunden bis Tagen zu starken Helligkeitsschwankungen infolge veränderter Wettersituationen kommen. Dies wird zum Beispiel insbesondere auf Aufnahmen sichtbar, die Baufortschritte an Gebäuden dokumentieren. Das störende Flackern kann in der Nachbearbeitung reduziert werden.

Software und digitale Nachbearbeitung

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In der modernen Digitalfotografie entscheidet oft die Nachbearbeitung über die Qualität des Endprodukts. Da Zeitrafferaufnahmen über lange Zeiträume oft mit schwankenden Lichtverhältnissen zu kämpfen haben, ist spezialisierte Software essenziell.

De-Flicker und Belichtungsglättung

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Das Hauptproblem bei Zeitraffern ist das sogenannte „Flackern“ (Flicker), das durch minimale Abweichungen der Blendenmechanik oder wechselnde Lichtstimmungen (z. B. vorbeiziehende Wolken) entsteht.

  • LRTimelapse: Dieses von Gunther Wegner entwickelte Tool gilt als Industriestandard für die Bearbeitung von Keyframes in Verbindung mit Adobe Lightroom. Es ermöglicht eine schrittweise Anpassung der Belichtung über tausende Bilder hinweg (sog. „Holy Grail“-Methode), um den Übergang vom Tag zur Nacht (und umgekehrt) völlig flüssig darzustellen.
  • Plugins: Für Videoschnittprogramme wie Adobe Premiere Pro oder DaVinci Resolve existieren spezialisierte Plugins (z. B. GB-Deflicker oder Digital Anarchy Flicker Free), die Helligkeitsunterschiede zwischen aufeinanderfolgenden Einzelbildern analysieren und angleichen.

Workflow und Hyperlapse

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Ein professioneller Workflow nutzt zumeist das RAW-Format, um den maximalen Dynamikumfang für das spätere Color Grading zu erhalten. Erst nach der Belichtungsglättung und Farbkorrektur wird die Einzelbildsequenz in einen Videocontainer (z. B. H.264 oder Apple ProRes) gerendert.

Eine Weiterentwicklung ist die sogenannte Hyperlapse. Hierbei wird die Kamera zwischen den einzelnen Aufnahmen bewegt (z. B. auf einem Slider oder durch Umstellen des Stativs). In der Nachbearbeitung muss hierbei besonderes Augenmerk auf die Bildstabilisierung gelegt werden, um eine flüssige Kamerafahrt zu simulieren. Dabei ist eine konstante Belichtungszeit wichtig, um unschöne Sprünge in der Bewegungsunschärfe zu vermeiden.

Berechnung

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Um alle Einstellungen, die man zum Erstellen einer Zeitrafferaufnahme braucht, herauszufinden, ist folgende Formel geeignet:

z = f ⋅ r = a i {\displaystyle z=f\cdot r={\dfrac {a}{i}}} {\displaystyle z=f\cdot r={\dfrac {a}{i}}}

mit

  • z {\displaystyle z} {\displaystyle z} = Bildanzahl
  • f {\displaystyle f} {\displaystyle f} = Filmlänge (in s)
  • r {\displaystyle r} {\displaystyle r} = Bildrate
  • a {\displaystyle a} {\displaystyle a} = Aufnahmedauer (in s)
  • i {\displaystyle i} {\displaystyle i} = Intervall (z. B: mache alle 2 Sekunden ein Bild)

Beispiel: Eine Kamera läuft mit 12 Bildern pro Sekunde. Bei der Projektion des Films mit der normalen Bildfrequenz (für Kino) von 24 Bildern pro Sekunde ergibt sich ein zweifacher Zeitraffer.

Verwendungsbeispiele

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  • Film 80000 Shots

Literatur

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  • Gunther Wegner: Zeitraffer-Fotografie: Aufnahme, Bearbeitung und Produktion von Time-Lapse-Videos. mitp; 2., überarbeitete Auflage 2014, ISBN 3-82669-724-3.
  • Andreas Becker: Perspektiven einer anderen Natur. Zur Geschichte und Theorie der filmischen Zeitraffung und Zeitdehnung. Transcript, Bielefeld 2004, ISBN 3-89942-239-2.

Weblinks

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Commons: Time-lapse videos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Zeitraffer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
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