| Physikalische GröĂe | |||||||||||||
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| Name | Zeit | ||||||||||||
| Formelzeichen | |||||||||||||
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Die Zeit ist eine physikalische GröĂe. Das allgemein ĂŒbliche Formelzeichen der Zeit ist t, ihre SI-Einheit ist die Sekunde s. Im SI-Einheitensystem ist die Zeit eine von mehreren BasisgröĂen.
Die Zeit beschreibt die Abfolge von Ereignissen, hat also eine eindeutige, nicht umkehrbare Richtung. Mit Hilfe der physikalischen Prinzipien der Thermodynamik kann diese Richtung als Zunahme der Entropie, d. h. der Unordnung in einem abgeschlossenen System, bestimmt werden. Aus einer philosophischen Perspektive beschreibt die Zeit das Fortschreiten der Gegenwart von der Vergangenheit kommend und zur Zukunft hinfĂŒhrend. Nach der RelativitĂ€tstheorie bildet die Zeit mit dem Raum eine vierdimensionale Raumzeit, in der die Zeit die Rolle einer der Dimensionen einnimmt. Dabei ist der Begriff der Gegenwart nur in einem einzigen Punkt definierbar, wĂ€hrend andere Punkte der Raumzeit, die weder in der Vergangenheit noch der Zukunft dieses Punkts liegen, als âraumartig getrenntâ von diesem Punkt bezeichnet werden.
FĂŒr die quantitative Angabe einer Zeit wird unterschieden in eine Zeitspanne, deren Nullpunkt durch ein spezielles, jeweils einzeln bekanntes Ereignis festgelegt ist, und einem Zeitpunkt in Bezug zu einem willkĂŒrlich festgelegten, aber durch Konvention bekannten Nullpunkt (z. B. âChristi Geburtâ oder âMitternachtâ). Zur Angabe eines Zeitpunkts werden das Kalenderdatum und die Uhrzeit verwendet. Letztere ist als gesetzliche Zeit durch staatliche Regelungen jeweils innerhalb einer Zeitzone einheitlich.
In der Philosophie fragt man seit jeher nach dem Wesen der Zeit, was auch Themen der Weltanschauung berĂŒhrt. FĂŒr die physikalischen, die Bio- und Humanwissenschaften ist die Zeit ein zentraler, auch messtechnisch erfassbarer Parameter, u. a. bei allen bewegten Körpern (Dynamik, Entwicklung), in der Chronobiologie oder der Zeitsoziologie. Die Psychologie untersucht die Zeitwahrnehmung und das ZeitgefĂŒhl. Die Ăkonomie betrachtet Zeit auch als Wertgegenstand.
EinfĂŒhrung
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Die wohl markanteste Eigenschaft der Zeit ist der Umstand, dass es stets eine in gewissem Sinne aktuelle und ausgezeichnete Stelle zu geben scheint, die wir die Gegenwart nennen, und die sich unaufhaltsam von der Vergangenheit in Richtung Zukunft zu bewegen scheint. Dieses PhĂ€nomen wird auch als das FlieĂen der Zeit bezeichnet. Dieses FlieĂen entzieht sich jedoch einer naturwissenschaftlichen Betrachtung, wie im Folgenden dargelegt wird. Auch die Geisteswissenschaften können die Frage nicht eindeutig klĂ€ren.
Die Zeit dient in der Physik in analoger Weise wie der Raum zur Beschreibung des Geschehens. Die Physik besagt, dass unter allen denkbaren Strukturen im dreidimensionalen Raum in Kombination mit allen dazu denkbaren zeitlichen AblĂ€ufen nur solche beobachtet werden, die den physikalischen Gesetzen gehorchen. Diese kann man ebenso gut in einem vierdimensionalen Raum, der Raumzeit, als unbewegliche Strukturen ansehen, die durch die physikalischen Gesetze bestimmten geometrischen Bedingungen unterworfen sind. Nach Newton ist dabei die Struktur dieser Raumzeit vorgegeben, wobei die Zeit absolute Bedeutung hat; nach Albert Einstein gilt eine spezielle âRelativitĂ€t der Gleichzeitigkeitâ. Etwas, das man als FlieĂen der Zeit interpretieren könnte, kommt in der Physik nur durch wahrscheinlichkeitstheoretische Begriffe vor, die mit dem Begriff der Entropie zusammenhĂ€ngen (siehe unten), obwohl die Begriffe Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in den Einsteinschen Theorien mathematisch-prĂ€zise sind und messbare Bedeutung haben. Bei genauer Betrachtung erweist es sich aber zunĂ€chst als völlig unklar, wie ein FlieĂen der Zeit in der Sprache der Physik oder Mathematik oder irgendeiner anderen Wissenschaft prĂ€zise beschrieben werden könnte.
So ist beispielsweise die Aussage, dass die Zeit flieĂe, nur dann sinnvoll, wenn eine davon unterscheidbare Alternative denkbar ist. Die naheliegende Alternative der Vorstellung einer stehenden Zeit, beispielsweise, fĂŒhrt jedoch zu einem Widerspruch, da sie nur aus der Sicht eines zweiten Beobachters denkbar ist, fĂŒr den die Zeit weiterhin verstreicht, sodass der angenommene Stillstand als solcher ĂŒberhaupt wahrnehmbar ist (siehe auch Kritik der reinen Vernunft von Immanuel Kant: âKönnte man die Zeit anhalten, fĂŒr wie lange âstĂŒndeâ dann die Zeit?â)
Das scheinbare FlieĂen der Zeit wird daher von vielen Physikern und Philosophen als ein subjektives PhĂ€nomen oder gar als Illusion angesehen. Man nimmt an, dass es sehr eng mit dem PhĂ€nomen des Bewusstseins verknĂŒpft ist, das sich ebenso einer physikalischen Beschreibung oder gar ErklĂ€rung entzieht und dadurch zu den groĂen RĂ€tseln der Naturwissenschaft und Philosophie zĂ€hlt. Damit wĂ€re unsere Erfahrung von Zeit vergleichbar mit den Qualia in der Philosophie des Bewusstseins und hĂ€tte folglich mit der RealitĂ€t primĂ€r ebenso wenig zu tun wie der phĂ€nomenale Bewusstseinsinhalt bei der Wahrnehmung der Farbe Blau mit der zugehörigen WellenlĂ€nge des Lichts.
HinfÀllig wÀre damit unsere intuitive Vorstellung, es gÀbe eine von der eigenen Person unabhÀngige Instanz nach Art einer kosmischen Uhr, die bestimmt, welchen Zeitpunkt wir alle im Moment gemeinsam erleben, und die damit die Gegenwart zu einem objektiven uns alle verbindenden Jetzt macht.
Zeit als physikalische GröĂe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Physik ist Zeit (Formelzeichen: oder (tau), von lat. tempus (Zeit)) die fundamentale GröĂe, ĂŒber die sich zusammen mit dem Raum die Dauer von VorgĂ€ngen und die Reihenfolge von Ereignissen bestimmen lassen. Da sie sich bisher nicht auf grundlegendere PhĂ€nomene zurĂŒckfĂŒhren lĂ€sst, wird sie ĂŒber Verfahren zu ihrer Messung definiert, wie es auch bei Raum und Masse der Fall ist. Im SI-Einheitensystem wird Zeit in Sekunden (Einheitenzeichen s) gemessen. Daraus leiten sich unmittelbar die Einheiten Minute und Stunde ab, mittelbar (ĂŒber die Erdbewegung und gesetzlich festgelegte Schaltsekunden) auch Tag und Woche, dazu (abhĂ€ngig vom Kalender) Monat, Jahr, Jahrzehnt, Jahrhundert und Jahrtausend.
Zeitmessung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Zeitmessung ist eine der Ă€ltesten Aufgaben der Astronomie. Nachdem in der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts nachgewiesen wurde, dass die LĂ€nge des mittleren Sonnentages unregelmĂ€Ăigen Schwankungen unterliegt und langfristig zunimmt,[1] wurde die Ephemeridenzeit eingefĂŒhrt, die auf der gleichmĂ€Ăigeren Planetenbewegung beruhte. Deren Zeiteinheit, die Ephemeridensekunde, wurde 1960 als Sekunde des Internationalen Einheitensystems ĂŒbernommen.[2] Seit 1967/68 beruht die Definition der SI-Sekunde auf der Periode einer bestimmten Schwingung im 133Cs-Atom, wobei die ursprĂŒngliche LĂ€nge der Sekunde möglichst genau beibehalten wurde. Die wichtigsten Zeitskalen sind heute
- die Internationale Atomzeit TAI, deren Einheit die SI-Sekunde auf dem Geoid ist.
- die Universal Time UT1, die vom aktuellen Drehwinkel der Erde abhĂ€ngt, also eine Form der mittleren Sonnenzeit ist. Sie verlĂ€uft unregelmĂ€Ăig und kann mit einer Genauigkeit von einigen Mikrosekunden gemessen werden.[3]
- die Koordinierte Weltzeit UTC, die dem Sekundentakt der TAI folgt, durch gelegentliche EinfĂŒgung von Schaltsekunden aber nur um höchstens 0,9âŻs von UT1 abweicht. Sie oder eine von ihr abhĂ€ngende Zonenzeit ist die bĂŒrgerliche Zeit.
- die Terrestrische Zeit TT, die 1984 in der Astronomie die Ephemeridenzeit ablöste, um die relativistische Zeitdilatation durch Bewegung und Gravitation korrekt behandeln zu können. Sie stimmt auf dem Geoid sehr genau mit TAI + 32,184âŻs ĂŒberein. Daneben gibt es die verwandte Baryzentrisch Dynamische Zeit TDB, die auf dem Geoid um maximal 2âŻms von TT differiert, sowie die beiden Koordinatenzeiten TCG und TCB; siehe Dynamische Zeit.
Astronomische Daten und Zeiten werden oft zweckmĂ€Ăig als Julianisches Datum (JD) oder modifiziert als Modifiziertes Julianisches Datum (MJD) angegeben.
Heute ist die Zeit in der Physik, wie andere MessgröĂen auch, operational, das heiĂt ĂŒber ein Messverfahren, definiert. Zur Zeitmessung werden hauptsĂ€chlich Systeme verwendet, die nach allgemeiner Ansicht periodisch (d. h. nach gleichen Zeitintervallen) in denselben Zustand zurĂŒckkehren. Die Zeit wird dann durch das ZĂ€hlen der Perioden bestimmt. Ein solches GerĂ€t nennt man Uhr. Doch auch monotone Bewegungen können Basis der Zeitmessung sein, z. B. bei den frĂŒheren Sand- und Wasseruhren.

Eine Uhr ist umso besser, je genauer der periodische Vorgang reproduzierbar ist und je weniger er sich von Ă€uĂeren Bedingungen beeinflussen lĂ€sst, beispielsweise von mechanischen Störungen aufgrund von Schwankungen der Temperatur oder des Luftdrucks. Daher sind Quarzuhren deutlich genauer als mechanische Uhren. Die genauesten Uhren sind Atomuhren, die auf atomaren SchwingungsÂprozessen beruhen. Damit ist eine relative Gangabweichung von 10â15 erreichbar, was einer Sekunde Abweichung in 30 Millionen Jahren entspricht. Die Frequenz und damit auch als ihr mathematischer Kehrwert die spezielle Zeit der Periodendauer sind die physikalischen GröĂen, die mit der höchsten Genauigkeit ĂŒberhaupt messbar sind. Das hat unter anderem dazu gefĂŒhrt, dass die Definition der LĂ€ngeneinheit Meter mittlerweile auf die Definition der Zeiteinheit Sekunde zurĂŒckgefĂŒhrt wird, indem der Meter so definiert ist, dass das Licht im Vakuum wĂ€hrend exakt einer Sekunde 299âŻ792âŻ458 Meter zurĂŒcklegt.
Newtonsche Physik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Isaac Newton beschreibt das PhÀnomen der Zeit mit den folgenden Worten:
âDie absolute, wahre und mathematische Zeit verflieĂt an sich und vermöge ihrer Natur gleichförmig und ohne Beziehung auf irgendeinen Ă€uĂeren Gegenstand.â
Der grundlegende Begriff der âabsoluten Zeitâ galt in der Physik lange als âselbstverstĂ€ndlich zutreffendâ, von etwa 1700 bis zum Jahr 1905, d. h. bis zur Formulierung der speziellen RelativitĂ€tstheorie durch Albert Einstein. Der newtonsche Zeitbegriff liegt auch heute noch dem AlltagsverstĂ€ndnis des PhĂ€nomens zugrunde, obwohl sich durch viele PrĂ€zisionsmessungen erwiesen hat, dass nicht Newton, sondern eher Einstein ârecht hatteâ.
RelativitÀtstheorie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Durch Entdeckungen im Zusammenhang mit elektromagnetischen Wellen musste der newtonsche Begriff einer absoluten, an jedem Ort im Universum gleichen Zeit aufgegeben werden. Insbesondere ist die UnabhĂ€ngigkeit der Lichtgeschwindigkeit von der Geschwindigkeit der bewegten Lichtquelle oder des bewegten EmpfĂ€ngers nicht anders zu erklĂ€ren, als dass zwei Beobachter zeitliche AblĂ€ufe unterschiedlich beurteilen, wenn sie sich relativ zueinander bewegen (siehe Spezielle RelativitĂ€tstheorie). Das betrifft sowohl die Gleichzeitigkeit von Ereignissen, die an verschiedenen Orten stattfinden, als auch die Zeitdauer zwischen zwei Treffen zweier Beobachter, die sich zwischen diesen Treffen relativ zueinander bewegen (Zeitdilatation). Da es kein absolut ruhendes Koordinatensystem gibt, ist die Frage, welcher Beobachter die Situation korrekt beurteilt, nicht sinnvoll. Man ordnet daher jedem Beobachter seine sogenannte Eigenzeit zu. Ferner beeinflusst die Anwesenheit von Massen den Ablauf der Zeit, sodass diese an verschiedenen Orten im Gravitationsfeld unterschiedlich schnell verstreicht. Damit ist Newtons Annahme, die Zeit verflieĂe ohne Bezug auf Ă€uĂere GegenstĂ€nde, nicht mehr haltbar.
Zeit und Raum erscheinen in den Grundgleichungen der RelativitĂ€tstheorie fast völlig gleichwertig nebeneinander und lassen sich daher zu einer vierdimensionalen Raumzeit vereinigen. Mathematisch hat man es aber nicht mit einem vierdimensionalen Euklidischen Raum zu tun, dem , sondern mit einem Minkowski-Raum . In diesem Raum haben nicht und analoge metrische Struktur, sondern z. B. und , wobei die Lichtgeschwindigkeit und die âimaginĂ€re Einheitâ der komplexen Zahlen ist. Raum und Zeit sind also auch in der speziellen RelativitĂ€tstheorie nicht völlig identisch. Damit bleibt die Möglichkeit des besonderen zeitlichen Verhaltens bei thermodynamischen VorgĂ€ngen (siehe unten).
Im dreidimensionalen Raum ist die Wahl der drei Koordinatenachsen willkĂŒrlich, sodass Begriffe wie links und rechts, oben und unten, vorne und hinten relativ sind. In der speziellen RelativitĂ€tstheorie stellt sich heraus, dass auch die Zeitachse nicht absolut ist. So verĂ€ndern sich mit dem Bewegungszustand eines Beobachters auch die Orientierung seiner Zeit- und Raumachsen in der Raumzeit. Es handelt sich dabei um eine Art Scherbewegung dieser Achsen, die mathematisch mit den Drehungen nahe verwandt ist. Damit lassen sich Raum und Zeit nicht mehr eindeutig trennen, sondern hĂ€ngen in nichttrivialer Weise voneinander ab (sog. Lorentztransformationen). Die Folge sind PhĂ€nomene wie RelativitĂ€t der Gleichzeitigkeit, Zeitdilatation und LĂ€ngenkontraktion. Diese im Zusammenhang mit der RelativitĂ€tstheorie entdeckten Eigenschaften von Zeit und Raum entziehen sich weitgehend der Anschauung. Sie sind jedoch mathematisch prĂ€zise beschreibbar und experimentell auch bestens bestĂ€tigt. Allerdings lĂ€sst sich durch eine Bewegung die Zeitachse nicht umdrehen, das heiĂt, Vergangenheit und Zukunft lassen sich nicht vertauschen; die entstehende Theorie behĂ€lt die grundlegende Eigenschaft der KausalitĂ€t.
Zeit ist in der Allgemeinen RelativitĂ€tstheorie nicht unbedingt unbegrenzt. So gehen viele Physiker davon aus, dass der Urknall nicht nur der Beginn der Existenz von Materie ist, sondern auch den Beginn von Raum und Zeit darstellt. Nach Stephen W. Hawking hat es einen Zeitpunkt âeine Sekunde vor dem Urknallâ ebenso wenig gegeben wie einen Punkt auf der Erde, der 1 km nördlich des Nordpols liegt.
Martin Bojowald entwickelte 2008 jedoch im Rahmen der Schleifenquantengravitation (SQG) ein theoretisches Modell, in dem das Universum auch vor dem Urknall schon existierte. Die ĂŒblichen kosmologischen Modelle der Allgemeinen RelativitĂ€tstheorie haben dabei ihre Grenzen aufgrund einer in dem SQG-Modell enthaltenen SingularitĂ€t.[4]
Quantenmechanik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Obwohl die Energie-Zeit-UnschĂ€rferelation auf den ersten Blick die Form der Heisenbergschen UnschĂ€rferelation besitzt, ist sie anderer Natur. In der Quantenmechanik ist die Zeit keine Observable (wie Ort, Energie etc.), sondern ein Parameter. Einen Operator fĂŒr eine entsprechende MessgröĂe kann es nicht geben, denn bei Versuchen, ihn einzufĂŒhren, stöĂt man auf WidersprĂŒche.[5]
Zeitreisen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die erwĂ€hnten relativistischen Effekte lassen sich im Prinzip als Zeitreisen interpretieren. Inwieweit ĂŒber die KrĂŒmmung der Raumzeit und andere PhĂ€nomene auch Reisen in die Vergangenheit prinzipiell möglich sind, ist nicht abschlieĂend geklĂ€rt. Mögliche Kandidaten sind sogenannte Wurmlöcher, die Bereiche der Raumzeit mit unterschiedlicher Zeit verbinden könnten, ferner spezielle Flugbahnen in der Umgebung eines hinreichend schnell rotierenden Schwarzen Loches und schlieĂlich die Umgebung zweier kosmischer Strings, die hinreichend schnell aneinander vorbeifliegen. Der erforderliche Aufwand fĂŒr eine praktische Nutzung einer dieser potenziellen Möglichkeiten wĂŒrde jedoch die heutigen Mittel der Menschheit bei Weitem ĂŒbersteigen.
Die bei Reisen in die Vergangenheit auftretenden Paradoxe lieĂen sich im Rahmen der Everettschen Vielwelten-Theorie vermeiden. Danach wĂ€re die Vergangenheit, in die man reist, in einer Parallelwelt angesiedelt. Der ursprĂŒngliche Ablauf der Dinge und der durch die Zeitreise modifizierte wĂŒrden sich beide parallel und unabhĂ€ngig voneinander abspielen.
Zeit und KausalitÀt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Zeitbegriff hĂ€ngt eng mit dem KausalitĂ€tsÂbegriff zusammen. So betrachten wir es als selbstverstĂ€ndlich, dass die Ursache vor ihrer Wirkung oder gleichzeitig mit ihr[6] auftritt, genauer gesagt wird jeder Beobachter von korrelierten Ereignissen den Vorgang so beschreiben, dass in seinem Modell des Vorgangs die Wirkung durch die Ursache bedingt ist. Die Vergangenheit ist unverĂ€nderlich, sie kann nicht mehr von gegenwĂ€rtigen Ereignissen beeinflusst werden. Die Zukunft hingegen hĂ€ngt von der Gegenwart kausal ab, kann also durch Ereignisse oder Handlungen in der Gegenwart beeinflusst werden.
In der RelativitĂ€tstheorie wird die zeitliche Reihenfolge von Ereignissen, die an verschiedenen raumartig getrennten Orten stattfinden, von relativ zueinander bewegten Beobachtern unterschiedlich beurteilt. Das ist genau dann der Fall, wenn die beiden Ereignisse nur durch ein Signal mit Ăberlichtgeschwindigkeit in Kontakt treten könnten. Könnte eine solche Wechselwirkung mit Ăberlichtgeschwindigkeit stattfinden, dann könnte man mit folgendem System eine Botschaft in die Vergangenheit schicken:
- Das Signal wird mit Ăberlichtgeschwindigkeit an eine genĂŒgend weit entfernte Relaisstation geschickt.
- Diese beschleunigt konventionell vom ursprĂŒnglichen Sender weg (alternativ: sie ĂŒbertrĂ€gt das Signal konventionell auf eine weitere, sich vom EmpfĂ€nger weg bewegende Relaisstation, z. B. die andere Seite einer rotierenden Plattform). Dadurch wird das Absendeereignis aus der Vergangenheit in die Zukunft âverschobenâ.
- SchlieĂlich wird das Signal wieder mit Ăberlichtgeschwindigkeit zurĂŒckgesendet. Sind die beteiligten Geschwindigkeiten genĂŒgend hoch, so kommt das Signal vor dem Aussenden des Ursprungssignals an.
Daher wĂ€re das KausalitĂ€tsprinzip verletzt. Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Vermutungen angestellt, ob es ĂŒberlichtschnelle Tachyonen geben könnte. Sollten sie mit gewöhnlicher Materie in Wechselwirkung treten können, so wĂ€re die KausalitĂ€t verletzt. Die Vermutung der Existenz von Tachyonen hat daher kaum AnhĂ€nger.
Zur Symmetrie der beiden Richtungen der Zeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gesetze der Physik, die dem Elektromagnetismus und der Gravitation und damit den PhĂ€nomenen unseres Alltags zugrunde liegen, sind invariant bezĂŒglich einer Inversion der Zeit. Das bedeutet, dass zu jedem Vorgang, der diesen Gesetzen gehorcht, auch der zeitumgekehrte im Prinzip möglich ist. Diese Aussage steht im Widerspruch zu unserer Alltagserfahrung. FĂ€llt eine Keramiktasse zu Boden, so zerbricht sie in Scherben. Dass sich umgekehrt diese Scherben von selbst wieder zu einer intakten Tasse zusammenfĂŒgen, ist dagegen noch nie beobachtet worden. Ein solcher Vorgang stĂŒnde jedoch nicht prinzipiell im Widerspruch zu den Naturgesetzen. Er ist lediglich extrem unwahrscheinlich.
Der Hintergrund dieses Umstandes ist eine WahrscheinlichkeitsÂĂŒberlegung, die im zweiten Hauptsatz der Thermodynamik formuliert wird. Danach kann in einem abgeschlossenen System vieler Teilchen die Entropie, welche das MaĂ der Unordnung angibt, praktisch nur zunehmen und damit seine Ordnung abnehmen. Das Gegenteil, eine spontane Zunahme der Ordnung, ist prinzipiell nicht ausgeschlossen, aber umso weniger wahrscheinlich, je gröĂer die Zunahme und je gröĂer die Zahl der beteiligten Teilchen ist. Um z. B. die spontane Wiedervereinigung von Scherben zu einer Tasse erleben zu können, mĂŒsste man eine mehr als astronomische Zahl von Scherbenhaufen anlegen und beobachten.
Der zweite Hauptsatz der Thermodynamik â und auch die damit zusammenhĂ€ngenden ReibungsphĂ€nomene â verletzen also die Symmetrie bezĂŒglich der beiden Richtungen der Zeit. Der Satz lĂ€sst sich daher auch nicht aus den Grundgesetzen der Physik herleiten, sondern hat die Eigenschaft eines Postulats. Die beiden Richtungen der Zeit verlieren damit ihre Gleichwertigkeit und man spricht vom thermodynamischen Zeitpfeil. Er wird als potenzielle Basis fĂŒr das FlieĂen der Zeit von der Vergangenheit in die Zukunft angesehen, so wie wir es in unserer Alltagswelt erfahren.
Oft ist in diesem Zusammenhang von einer Umkehrbarkeit oder Unumkehrbarkeit der Zeit die Rede. Dabei handelt es sich jedoch um eine sprachliche und logische Ungenauigkeit. Könnte jemand die Zeit umkehren, dann sĂ€he er sĂ€mtliche VorgĂ€nge nur dann rĂŒckwĂ€rts ablaufen, wenn sein eigenes, subjektives Zeitempfinden von der Umkehrung ausgenommen wĂŒrde. Der umgekehrte Lauf der Zeit wĂ€re also nur aus der Sicht eines Beobachters erkennbar, der einer Art persönlicher Zeit unterworfen ist, die weiterhin unverĂ€ndert vorwĂ€rts lĂ€uft. Eine solche Spaltung der Zeit in zwei â eine, die im Gedankenexperiment umgekehrt wird, und eine zweite unverĂ€nderte â hat jedoch keinen Sinn.
Die Gesetze der Physik, die die PhĂ€nomene der schwachen und starken Wechselwirkung beschreiben, sind nicht invariant bezĂŒglich einer Zeitumkehr. Zu einem Prozess im Bereich der Kern- und Elementarteilchenphysik ist der zeitumgekehrte daher nicht unbedingt mit den Gesetzen der Physik vertrĂ€glich. Er wĂ€re es, wenn er nicht nur zeitumgekehrt, sondern zusĂ€tzlich spiegelbildlich betrachtet und mit Antimaterie statt Materie abliefe. Dies ist der Inhalt des CPT-Theorems, das zu den am besten bestĂ€tigten Gesetzen der Physik zĂ€hlt. Aus dem CPT-Theorem folgt, dass Prozesse, welche eine Verletzung der CP-Symmetrie zeigen, wie sie bei einigen Elementarteilchen vorkommen, nicht invariant bezĂŒglich einer Zeitumkehr sein können.
Im Formalismus der Beschreibung von Antimaterie sind Antiteilchen gleichwertig zu gewöhnlichen Teilchen, die sich in gewissem Sinne rĂŒckwĂ€rts in der Zeit bewegen. In diesem Sinne hat die Paarvernichtung von einem Teilchen mit seinem Antiteilchen eine formale Ăhnlichkeit mit einem einzigen Teilchen, das sich an dieser Stelle in die Vergangenheit zurĂŒckzubewegen beginnt, sodass es dort doppelt und in der Zukunft gar nicht existiert.
Grenzen des physikalischen Zeitbegriffs
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass das PhĂ€nomen Zeit im Bereich der Planck-Zeit von 10â43 s seine Eigenschaften als Kontinuum verliert. So fĂŒhrt die konsequente Anwendung der bekannten physikalischen Gesetze zu dem Ergebnis, dass jeder Vorgang, der kĂŒrzer ist als die Planck-Zeit, nur einem Objekt zugeordnet werden kann, das sofort zu einem Schwarzen Loch kollabieren muss (siehe Planck-Einheiten). Diese Ăberlegung zeigt, dass die bekannten physikalischen Gesetze jenseits der Planck-Zeit versagen. Eine KlĂ€rung der damit verbundenen Fragen erhofft man sich von einer noch zu entwickelnden Theorie der Quantengravitation, die die beiden fundamentalen Theorien der Physik, die RelativitĂ€tstheorie und die Quantenphysik, vereinigen wĂŒrde. In einer solchen Theorie wĂ€re die Zeit im Bereich der Planck-Zeit möglicherweise quantisiert. So geht man beispielsweise in der Loop-Quantengravitation, einem Kandidaten fĂŒr die Theorie der Quantengravitation, davon aus, dass das GefĂŒge der Raumzeit ein vierdimensionales, schaumartiges Spin-Netzwerk mit âBlasenâ von der GröĂenordnung der Planck-Einheiten darstellt. Allerdings darf man sich diesen âSchaumâ nicht in Raum und Zeit eingebettet vorstellen, sondern der Schaum ist in dieser Theorie Raum und Zeit.
Philosophie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Antike haben sich u. a. die Philosophen Heraklit, Platon, Aristoteles und Augustinus mit dem Begriff der Zeit befasst, in der Neuzeit vor allem Newton, Leibniz, Kant, Heidegger und Bergson.
Heraklits Flussbilder, die vom gleichbleibenden Flussbett symbolisiert werden, in dem aber alles flieĂt (panta rhei), stehen als Metapher fĂŒr die Zeit. Unwandelbare periodische ĂbergĂ€nge von Tag und Nacht, also die BestĂ€ndigkeit des Flusslaufes, und die Dynamik seines FlieĂens stehen als die Einheit der GegensĂ€tze.[7][8]
FĂŒr Platon haben Raum und Zeit keine Wesenheit, sondern sind nur bewegte Abbilder des eigentlich Seienden (Ideenlehre). FĂŒr Aristoteles ist der Zeitbegriff untrennbar an VerĂ€nderungen gebunden, Zeit ist das MaĂ jeder Bewegung und kann nur durch diese gemessen werden. Sie lĂ€sst sich in unendlich viele Zeitintervalle einteilen (Kontinuum).
Augustinus unterscheidet erstmals zwischen einer physikalisch exakten (messbaren) und einer subjektiven, erlebnisbezogenen Zeit. Zeit und Raum entstanden erst durch Gottes Schöpfung, fĂŒr den alles eine Gegenwart ist. Das Geheimnis der Zeit fasst Augustinus in folgendem Ausspruch zusammen:
âWas also ist âZeitâ? Wenn mich niemand danach fragt, weiĂ ich es; will ich es einem Fragenden erklĂ€ren, weiĂ ich es nicht.â (Confessiones XI, 14)[9]
FĂŒr Isaac Newton bilden Zeit und Raum die âBehĂ€lterâ fĂŒr Ereignisse, sie sind fĂŒr ihn ebenso real wie gegenstĂ€ndliche Objekte: âZeit ist, und sie tickt gleichmĂ€Ăig von Moment zu Moment.â In der Naturphilosophie dominiert Newtons Auffassung, weil sie ermöglicht, Zeit und Raum unabhĂ€ngig von einem Bezugspunkt oder Beobachter zu beschreiben.
Im Gegensatz dazu meint Gottfried Wilhelm Leibniz, dass Zeit und Raum nur gedankliche Konstruktionen sind, um die Beziehungen zwischen Ereignissen zu beschreiben. Sie haben kein âWesenâ und es gebe daher auch keinen âFlussâ der Zeit. Er definiert die Zeit so: âDie Zeit ist die Ordnung des nicht zugleich Existierenden. Sie ist somit die allgemeine Ordnung der VerĂ€nderungen, in der nĂ€mlich nicht auf die bestimmte Art der VerĂ€nderungen gesehen wird.â[10]
Nach Immanuel Kant ist die Zeit ebenso wie der Raum eine âreine Anschauungsformâ des inneren Sinnes. Sie seien unser Zugang zur Welt, gehörten also zu den subjektiv-menschlichen Bedingungen der Welterkenntnis, in deren Form das menschliche Bewusstsein die SinneseindrĂŒcke erlebt.
Kant schreibt ihr jedoch eine empirische QualitĂ€t fĂŒr Zeitmessungen und entfernte Ereignisse zu. Wir können die Zeit aus unserer Erfahrung nicht wegdenken und auch nicht erkennen, ob sie einer â wie auch immer gearteten â Welt an sich zukommt. In Ă€hnlicher Weise beschreibt Martin Heideggers Hauptwerk Sein und Zeit letztere als eine Wirklichkeit, die das Menschsein zutiefst prĂ€gt.
Psychologie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zwischen der subjektiv wahrgenommenen Zeit und der objektiv messbaren bestehen oft deutliche Differenzen. Die folgenden Abschnitte sollen diese kurz und ĂŒbersichtlich darstellen.
Die Wahrnehmung der Zeitdauer
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Wahrnehmung der Zeitdauer hĂ€ngt davon ab, was in der Zeit passiert. Ein ereignisreicher Zeitraum erscheint kurz, âvergeht wie im Flugâ. Hingegen dauern ereignisarme ZeitrĂ€ume manchmal quĂ€lend lange.[11] Von dieser Beobachtung leiten sich auch die Begriffe Kurzweil und Langeweile ab.
Paradoxerweise empfindet man im RĂŒckblick die Zeiten gerade umgekehrt: In ereignisreichen Zeiten hat man viele Informationen eingespeichert, sodass dieser Zeitraum lange erscheint. Umgekehrt erscheinen ereignisarme Zeiten im RĂŒckblick kurz, da kaum Informationen ĂŒber sie gespeichert sind.
Warum scheint Zeit mit zunehmendem Alter schneller zu vergehen?
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Neue kognitive Erfahrungen wie Anblicke, Empfindungen, GefĂŒhle, Wissen usw. hinterlassen EindrĂŒcke im Gehirn. Im Kindesalter ist die Zahl solcher neuen Erfahrungen sehr hoch, die das Gehirn verarbeitet und als Erinnerungen speichert. Mit zunehmendem Alter nimmt die Zahl solcher neuen EindrĂŒcke mit Neuartigkeitscharakter zunehmend ab vieles wird zur Routine. Das fĂŒhrt zum Eindruck, das Zeit mit zunehmendem Alter schneller zu vergehen scheint.[12][13][14]
DarĂŒber hinaus wird die Zeitspanne von einem Jahr mit zunehmendem Alter relativ immer kĂŒrzer. So ist fĂŒr einen ZehnjĂ€hrigen ein Jahr ein Zentel seines Lebens. Im Gegensatz dazu ist ein Jahr fĂŒr einen HundertjĂ€hrigen nur ein Hundertstel seines Lebens.
Die Wahrnehmung der Gleichzeitigkeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gleichzeitigkeit in der Wahrnehmung ist komplexer, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Es gibt verschiedene Schwellen:
- Die Schwelle, ab der zwei Ereignisse als getrennt erkannt werden, ist vom jeweiligen Sinnesorgan abhĂ€ngig. So mĂŒssen beim Menschen optische EindrĂŒcke 20 bis 30 Millisekunden auseinanderliegen, um zeitlich getrennt wahrgenommen zu werden, wĂ€hrend fĂŒr akustische Wahrnehmungen bereits drei Millisekunden ausreichen.
- Die Schwelle, ab der die Reihenfolge zweier Reize unterschieden werden kann, ist unabhĂ€ngig von der Art der Wahrnehmung etwa 30 bis 40 Millisekunden, richtet sich aber stets nach der langsamsten ReizĂŒbertragung.
- DarĂŒber hinaus ist die Wahrnehmung der Gegenwart durch einen Drei-Sekunden-Zeitraum angegeben, dieser Zeitraum wird als Gegenwartsdauer bezeichnet.
Biologie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Fast alle Lebewesen, bis hin zum Einzeller, besitzen eine biologische innere Uhr, die sich mit dem Tag-Nacht-Wechsel und anderen natĂŒrlichen Zyklen synchronisiert. Die innere Uhr zum Tagesrhythmus lĂ€uft aber auch ohne Tageslicht, wie an Pflanzen in der Dunkelheit gezeigt werden konnte, aber auch an Menschen in Bunker-Experimenten, in denen die freiwilligen Versuchspersonen ohne jeden Hinweis auf Ă€uĂere Zeitrhythmen lebten. Dabei stellte sich nach einiger Zeit ein konstanter Wach-Schlaf-Rhythmus von im Mittel etwa 25 Stunden ein. Man bezeichnet ihn als circadianen Rhythmus (von lat. circa, ungefĂ€hr, und lat. dies, Tag).
Vergleichende Kulturwissenschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die vergleichende Kulturwissenschaft und die philosophische Reflexion darauf fĂŒhren immer mehr zu der Einsicht, dass es die Zeit als anthropologische Konstante, die allen Menschen gleicherweise zukommt, ĂŒberhaupt nicht gibt. Vielmehr existieren kulturspezifische Zeitauffassungen mit diversen Strukturen, wie:
- die zyklische der Vorsokratiker und der Naturethnien, die sich in der Annahme von der ewigen Wiederkehr des Gleichen dokumentiert,
- die eschatologische, die einen Anfang hat und auf ein Endziel gerichtet ist und auch die vormoderne Geschichtsauffassung bestimmt,
- die gradlinig-kontinuierliche, aus der Vergangenheit kommende und ĂŒber die Gegenwart in die Zukunft gehende, die in der traditionellen Physik zugrunde gelegt wird und die wir heute zumeist als universell unterstellen, die aber ein westliches Kulturprodukt ist.
Soziologie und Gesellschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Aus soziologischer Sicht sind Zeitstrukturen notwendig, um die BĂŒrger vom Entscheidungsstress zu entlasten (A. Gehlen), ihre bĂŒrgerlichen Pflichten festzusetzen, ihre Angelegenheiten zu verwalten und ihre Handlungen zu koordinieren. Hilfreich dafĂŒr sind Kalender mit festgelegten Zeitrhythmen (Jahr, Monate, Wochen, Sonn- und Feiertage usw.) und Funktionen (z. B. kirchlich, national oder international wiederkehrende AnlĂ€sse, deren es zu gedenken gilt). Je nach der KomplexitĂ€t gesellschaftlicher Ordnung werden Zeitfenster zur Einteilung der Lebensalter mit ihren jeweiligen Funktionen bestimmt: SĂ€uglingsalter, Zeit der Kindheit, Jugendlichenalter, Zeit des Erwachsenseins, Greisenalter oder: Kindergartenzeit, Schulzeit, Zeit des Studiums bzw. Lehrzeit, Erwerbsarbeitszeit, Freizeit. Innerhalb dieser gesellschaftlichen Zeitfestlegungen fĂ€deln die BĂŒrger ihre individuellen Biographien auf: z. B. Geburt, Initiationsriten (Taufe o. Ă.), Schuleintritt, schulische Karriere, Studium oder Berufseintritt, Heirat etc.[15]
Zeit und Recht
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Welche gesetzliche Zeit an welchem Ort gilt, ist eine politische Entscheidung des jeweiligen Staates. In Deutschland steht das Recht der Zeitbestimmung nach Art. 73 Abs. 1 Nr. 4 GG allein dem Bund zu. Die Zeit in Deutschland wurde bis 12. Juli 2008 durch das Gesetz ĂŒber die Zeitbestimmung und wird seither durch das Einheiten- und Zeitgesetz geregelt.
Zeit in der Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Walter Biemel untersucht in seinem Buch Zeitigung und Romanstruktur. Philosophische Analysen zur Deutung des modernen Romans[16] am Beispiel der fĂŒnf Romane Der Nachsommer von Adalbert Stifter, Madame Bovary von Gustave Flaubert, Der Zauberberg von Thomas Mann, A Fable von William Faulkner und La Casa Verde (Das grĂŒne Haus) von Mario Vargas Llosa die Mannigfaltigkeit des Zeitigens, wobei in jedem Roman ein anderes Schwergewicht, eine andere Wirklichkeitsdeutung sichtbar wird.
- Im Roman Der Zauberberg von Thomas Mann ist die Zeit ein zentrales Motiv,[17] verwoben mit der Leben/Tod-Thematik. In ihm wird u. a. erörtert, inwieweit âInteressantheit und Neuheit des Gehalts die Zeit vertreibe, das heiĂt: verkĂŒrze, wĂ€hrend Monotonie und Leere ihren Gang beschwere und hemmeâ (kurzfristig). Erörtert wird auch das Problem der âErzĂ€hlbarkeitâ von Zeit, des Zusammenhangs zwischen der Dauer eines Berichts und der LĂ€nge des Zeitraums, auf den er sich bezieht (ErzĂ€hlzeit, erzĂ€hlte Zeit). Die letzten beiden Kapitel raffen sechs fĂŒr den Romanhelden von Routine und Monotonie geprĂ€gte Jahre. Dabei verarbeitet Mann Arthur Schopenhauers âzeitloses Jetztâ, lat. nunc stans. Der Asymmetrie im Romanaufbau entspricht auf der ErzĂ€hlebene eine verzerrte Wahrnehmung der Zeit durch den Protagonisten selbst.
- Im Roman Auf der Suche nach der verlorenen Zeit von Marcel Proust bemerkt der Romanheld, dass die Vergangenheit einzig in seiner Erinnerung bewahrt ist. Er erkennt am Ende seines Lebens, dass ein Roman seiner Erinnerungen die letzte Möglichkeit ist, das Kunstwerk zu schaffen, das er sich vorgenommen hatte. So endet das Buch damit, dass der Autor beginnt, es zu schreiben. Die âverlorene Zeitâ ist mehrdeutig:
- Zeit, die der ErzÀhler vergeudet hat,
- Zeit, die unwiederbringlich verloren ist, wenn sie nicht in der Erinnerung oder in einem Kunstwerk konserviert wurde,
- die Erinnerungen oder Imaginationen, die Namen oder GegenstÀnde hervorrufen.
- Zeit ist das zentrale Kernthema in dem 1973 erschienenen Roman Momo des deutschen Schriftstellers Michael Ende.
- âDie Zeit heilt alles, dachte ich, auĂer die Wahrheit.â (Carlos Ruiz ZafĂłn)[18]
- Martin Amis veröffentlichte 1991 seinen Roman Pfeil der Zeit (engl. Time's Arrow), in dem die Zeit â mit allen interessanten Konsequenzen â rĂŒckwĂ€rts lĂ€uft.
- Weitere Gedankenexperimente unternahm Alan Lightman in seinem 1992 erschienenen Roman Und immer wieder die Zeit (engl. Einsteinâs Dreams); dort verlĂ€uft die Zeit nicht gleichmĂ€Ăig, sondern treibt Kapriolen wie SprĂŒnge, Verzögerungen oder Umkehrungen.
- Ăber die Zeit hinaus weist Andreas Gryphius:
Mein sind die Jahre nicht.
Die mir die Zeit genommen;
Mein sind die Jahre nicht,
Die etwa möchten kommen;
Der Augenblick ist mein,
Und nehm ich den in acht,
So ist der mein,
Der Jahr und Ewigkeit gemacht.
Musik als Medium in der Zeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Als Musik ist Zeit nicht nur durch das Metrum, zum Beispiel Tempus, zu verstehen, sondern durch die Schwingung selbst und jede denkbare praktische Involvierung. Derart tritt Zeit als elementare Voraussetzung der Musik auf. Musik ist von den KĂŒnsten der Zeit am nĂ€chsten, was durch entsprechende Stellungnahmen, Musik sei besonders flĂŒchtig und ein âMedium in der Zeitâ, betont wird. Musik jenseits der Zeit wird indes von Musikern oft angesteuert und bildet damit einen eigenen theoretischen Horizont.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ăberblick
- Arnold Groh (Hrsg.): Was ist Zeit?. Weidler-Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-89693-513-7.
Klassiker
- Isaac Newton: Mathematische Prinzipien der Naturlehre. London 1687 (dt. De Gruyter, Berlin 1999, ISBN 3-11-016105-2).
- Walther Ch. Zimmerli, Mike Sandbothe (Hrsg.): Klassiker der modernen Zeitphilosophie. 2. Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2007
Wissenschaftsgeschichte
- Arno Borst: Computus: Zeit und Zahl in der Geschichte Europas. dtv, MĂŒnchen 1999, ISBN 3-423-30746-3.
- Trude Ehlert (Hrsg.): Zeitkonzeptionen, ZeIterfahrung, Zeitmessung. Paderborn / Wien / ZĂŒrich 1997.
- Hans Jörg Fahr: Zeit und kosmische Ordnung. Carl Hanser Verlag, MĂŒnchen / Wien 1995, ISBN 3-446-18055-9.
- Roland FÀrber, Rita Gautschy (Hrsg.): Zeit in den Kulturen des Altertums. Böhlau Verlag, Köln 2020, ISBN 978-3-412-51816-5.
- Kurt Flasch: Was ist Zeit? Augustinus von Hippo. Das XI. Buch der Confessiones. Text â Ăbersetzung â Kommentar. 2. Auflage. Vittorio Klostermann, Frankfurt am Main 2004.
- David Landes: Revolution in Time. Clocks and the Making of the Modern World. Cambridge Mass./ London 1983. (Neuauflage: Viking, London 2000, ISBN 0-670-88967-9)
- Hans Lenz: Universalgeschichte der Zeit. 3., ĂŒberarbeitete Auflage. Marix Verlag, Wiesbaden 2017, ISBN 978-3-86539-050-9.
- Hans Maier: Die christliche Zeitrechnung. Herder, Freiburg im Breisgau 1991, ISBN 3-451-04018-2.
- Richard Sorabji: Time, Creation and the Continuum. Duckworth, London 1983. Umfassende Darstellung von Zeittheorien von der Antike bis ins Mittelalter, Standardwerk
- Kristen Lippincott: The Story of Time. London 1999.
- Mike Sandbothe: Die Verzeitlichung der Zeit. Grundtendenzen der modernen Zeitdebatte in Philosophie und Wissenschaft. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1998.
- Karen Gloy: Philosophiegeschichte der Zeit. Fink Verlag, MĂŒnchen 2008, ISBN 978-3-7705-4671-8.
- Klaus Mainzer: Zeit â von der Urzeit zur Computerzeit. C. H. Beck, MĂŒnchen 2005, ISBN 3-406-44911-5.
- Thomas de Padova: Leibniz, Newton und die Erfindung der Zeit. Piper, MĂŒnchen 2013, ISBN 978-3-492-05483-6.
- Guido Tonelli: Chronos. Eine physikalische Reise zu den UrsprĂŒngen der Zeit. C.H.Beck, MĂŒnchen 2022, ISBN 978-3-406-79184-0.
Naturphilosophie
- Hans Michael Baumgartner (Hrsg.): Zeitbegriffe und Zeiterfahrung. (= Grenzfragen (Naturwissenschaft, Philosophie, Theologie). Band 21). Alber, Freiburg / MĂŒnchen 1994, ISBN 3-495-47799-3.
- Craig Callender: The Oxford handbook of philosophy of time. Oxford University Press, Oxford 2011, ISBN 978-0-19-929820-4.
- Antje Gimmler, Mike Sandbothe, Walther Ch. Zimmerli (Hrsg.): Die Wiederentdeckung der Zeit. Reflexionen-Analysen-Konzepte. Primus, Darmstadt 1997.
- Adolf GrĂŒnbaum: Philosophical Problems of Space and Time. zweite u. erweiterte Auflage. 1974, ISBN 90-277-0357-4.
- Gottfried Heinemann (Hrsg.): Zeitbegriffe. Ergebnisse des interdisziplinĂ€ren Symposiums âZeitbegriff der Naturwissenschaften, Zeiterfahrung und ZeitbewuĂtseinâ. (Kassel 1983). (Alber, Freiburg / MĂŒnchen 1986, ISBN 3-495-47596-6)
- Kurt HĂŒbner: Zur Vielfalt der Zeitkonzepte. EichstĂ€tter UniversitĂ€tsreden, 2001.
- Olaf Georg Klein: Zeit als Lebenskunst. (= Taschenbuchausgabe. WAT632). Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2010, ISBN 978-3-8031-2632-0.
- Hans Reichenbach: Philosophie der Raum-Zeit-Lehre. de Gruyter, Berlin / Leipzig 1928. (Neuauflage: Braunschweig 1977, ISBN 3-528-08362-X)
- Ewald Richter: UrsprĂŒngliche und physikalische Zeit. Duncker & Humblot, Berlin 1996, ISBN 3-428-08522-1.
- Norman Sieroka: Philosophie der Zeit. Grundlagen und Perspektiven. Beck, MĂŒnchen 2018, ISBN 978-3-406-72787-0.
- Norman Sieroka: Zeit. In: Online-Lexikon Naturphilosophie / Online Encyclopedia Philosophy of Nature (OEPN) (ISSN 2629-8821). UniversitÀtsbibliothek Heidelberg, Heidelberg 2021. doi:10.11588/oepn.2021.0.79593
- Lee Smolin, Roberto Mangabeira Unger: The Singular Universe and the Reality of Time: A Proposal in Natural Philosophy. Cambridge University Press, Cambridge 2015, ISBN 978-1-107-07406-4.
- Horst Völz: Weltbeschreibung. Raum, Zeit, Temperatur und Information â Aspekte, Standpunkte, Debatten. Shaker Verlag, Aachen 2018, ISBN 978-3-8440-6323-3.
Kulturwissenschaften
- Lothar Baier: Keine Zeit â 18 Versuche ĂŒber die Beschleunigung. Antje Kunstmann Verlag, MĂŒnchen 2000, ISBN 3-88897-249-3.
- Johanna J. Danis: Psychosymbolik der Zeit. Edition Psychosymbolik, MĂŒnchen 1993, ISBN 3-925350-49-7.
- Alexander Demandt: Zeit : Eine Kulturgeschichte. PropylÀen, Berlin 2015, ISBN 978-3-549-07429-9.
- Andreas DeuĂer, Marian Nebelin (Hrsg.): Was ist Zeit? Philosophische und geschichtstheoretische AufsĂ€tze. LIT Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-8258-1874-6.
- Karen Gloy: Zeit. Eine Morphologie. Alber Verlag, Freiburg / MĂŒnchen 2005, ISBN 3-495-48200-8.
- Karen Gloy: Zeit in der Kunst. Königshausen & Neumann, WĂŒrzburg 2017, ISBN 978-3-8260-6327-5.
- Gerda Kasakos: Zeitperspektive, Planungsverhalten und Sozialisation. Juventa Verlag, MĂŒnchen 1971, ISBN 3-7799-0602-3.
- Achim Landwehr: Geburt der Gegenwart. Eine Geschichte der Zeit im 17. Jahrhundert. S. Fischer, Frankfurt am Main 2014, ISBN 978-3-10-044818-7.
- Robert Levine: Eine Landkarte der Zeit. Wie Kulturen mit Zeit umgehen. Piper, MĂŒnchen 1998, ISBN 3-492-22978-6.
- Malte Oppermann: Das Wesentliche bezĂŒglich des Jetzt. Karolinger Verlag, Wien 2024, ISBN 978-3-85418-221-4.
- RĂŒdiger Safranski: Zeit : was sie mit uns macht und was wir aus ihr machen. Hanser, MĂŒnchen 2015, ISBN 978-3-446-23653-0.
- Mike Sandbothe, Walther Ch. Zimmerli (Hrsg.): Zeit-Medien-Wahrnehmung. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1994.
- Christian W. Thomsen, Hans HollÀnder (Hrsg.): Augenblick und Zeitpunkt. Studien zur Zeitstruktur und Zeitmetaphorik in Kunst und Wissenschaften. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1984, ISBN 3-534-09669-X.
- Rudolf Wendorff: Zeit und Kultur. Geschichte des ZeitbewuĂtseins in Europa. Westdt. Verlag, Wiesbaden 1980, ISBN 3-531-11515-4.
PopulÀre Literatur zur modernen Physik
- John D. Barrow: Der Ursprung des Universums. Wie Raum, Zeit und Materie entstanden. Goldmann, MĂŒnchen 2000, ISBN 3-442-15061-2.
- John D. Barrow: Die Natur der Natur. Wissen an den Grenzen von Raum und Zeit. Spektrum, Heidelberg 1993, ISBN 3-86025-029-9.
- Martin Bojowald: ZurĂŒck vor den Urknall â Die ganze Geschichte des Universums. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-10-003910-1.
- Brian Greene: Der Stoff, aus dem der Kosmos ist â Raum, Zeit und die Beschaffenheit der Wirklichkeit. Goldmann Verlag, MĂŒnchen 2008, ISBN 978-3-442-15487-6.
- Julius T. Fraser: Die Zeit. Auf den Spuren eines vertrauten und doch fremden PhĂ€nomens. dtv, MĂŒnchen 1993, ISBN 3-423-30023-X.
- Ernst von Glasersfeld: Konzeptuelle Zeitkonstruktion. In: Leon R. Tsvasman (Hrsg.): Das groĂe Lexikon Medien und Kommunikation. Kompendium interdisziplinĂ€rer Konzepte. WĂŒrzburg 2006, ISBN 3-89913-515-6.
- Stephen W. Hawking: Die illustrierte Kurze Geschichte der Zeit. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2002, ISBN 3-499-61487-1.
- Griffiths Jay: Slow Motion â Lob der Langsamkeit. Aufbau Taschenbuchverlag, ISBN 3-7466-8090-5.
- Wolfgang Kaempfer: Die Zeit und die Uhren. Insel, Frankfurt am Main / Leipzig 1991, ISBN 3-458-16207-0.
- Claus Kiefer: Der Quantenkosmos. Von der zeitlosen Welt zum expandierenden Universum. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-10-039506-1.
- Stefan Klein: Zeit. Der Stoff aus dem das Leben ist. S. Fischer, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-10-039610-3.
- Ilya Prigogine: Vom Sein zum Werden. Zeit und KomplexitĂ€t in den Naturwissenschaften. 6. Auflage. Piper, MĂŒnchen 1988, ISBN 3-492-02943-4.
- Carlo Rovelli: What is time? What is space? Di Renzo Editore, 2006, ISBN 88-8323-146-5. (Deutsch: Die Ordnung der Zeit. Rowohlt-Verlag, Reinbek b. Hamburg 2018, ISBN 978-3-498-05399-4)
- F. S. Sawelski: Die Zeit und ihre Messung. Von der billionstel Sekunde bis zu Jahrmilliarden. Verlag MIR, Moskau. Deutsch: VEB Fachbuchverlag, Leipzig 1977.
- Kip S. Thorne: GekrĂŒmmter Raum und verbogene Zeit. Einsteins VermĂ€chtnis. BechtermĂŒnz, Augsburg 1999, ISBN 3-8289-3400-5.
- Klaus Scharff: Faszinosum Zeit. 50 und mehr DenkansĂ€tze zu einem der spannendsten RĂ€tsel der Wissenschaft. Von Plato biw Hawking, von den Zeitkristallen ĂŒber das Antitelefon bis zum Ende der Zeit. zeitgeist Print & Online, Höhr-Grenzhausen, ISBN 978-3-943007-08-4.
- RĂŒdiger Vaas: Hawkings neues Universum â Wie es zum Urknall kam. Banderolen-TitelergĂ€nzung: Raum, Zeit und Ewigkeit: Hawkings neueste Erkenntnisse verstehen. Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-440-11378-3.
- Gerald J. Whitrow: Die Erfindung der Zeit. Junius, Hamburg 1991, ISBN 3-88506-183-X.
- Zeit ist nur eine Illusion. In: bild der wissenschaft. Nr. 1, 2008, S. 46â63. (zusammenfassender Artikel zum gegenwĂ€rtigen Diskussionsstand in der Physik)
- Klaus Scharff: Faszinosum Zeit, 50 und mehr DenkansÀtze zu einem der spannendsten RÀtsel der Wissenschaft. Verlag Zeitgeist, 2017, ISBN 978-3-943007-08-4.[19]
- Horst Völz: Das ist Zeit. Shaker Verlag, DĂŒren 2019, ISBN 978-3-8440-6675-3.
Gesellschaft
- Teresa BĂŒcker Alle_Zeit â Eine Frage von Macht und Freiheit, Ullstein, Berlin, 2022, ISBN 978-3-550-20172-1
Artikel
- Franz Frisch: Die Entdeckung der Zeit. Wie Uhren zum Motor des wissenschaftlichen Fortschritts wurden. In: Geo-Magazin. Band 4, 1979, S. 38â64. PopulĂ€rwissenschaftlicher Bericht ĂŒber die Zeitmessung und Astronomie von Tycho Brahe ĂŒber Johannes Kepler, Jost BĂŒrgi, John Harrison, Albert Einstein bis hin zur Atomuhr heute. ISSN 0342-8311
- Brigitte Falkenburg, Gregor Schiemann: Too Many Conceptions of Time? McTaggart's Views Revisited. In Stamatios Gerogiorgakis (Hrsg.): Time and Tense. Unifying the Old and the New. Philosophia, MĂŒnchen 2016, ISBN 978-3-88405-118-4, S. 353â382.
- Gernot MĂŒnster: Was ist die Zeit? - Gedanken eines Physikers. In: Heribert Blass (Hrsg.): Zeit und Zeiterleben. Psychosozial-Verlag, GieĂen 2023, ISBN 978-3-8379-3265-2, S. 55â67.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur zum Schlagwort Zeit im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- ARD-alpha Was ist Zeit? aus der Fernseh-Sendereihe alpha-Centauri (ca. 15 Minuten). Erstmals ausgestrahlt am 4. MĂ€r. 2001.
- Bradley Dowden: Time. In: James Fieser, Bradley Dowden (Hrsg.): Internet Encyclopedia of Philosophy.
- Milic Capek: Time im Dictionary of the History of Ideas
- Dirk EidemĂŒller Eine exaktere Alternative zu Atomuhren auf Basis von Thorium-Isotopen (in der Entwicklung) April 2018.
- Albert Einstein Zeit. 1929, Einstein Archives Online
- Ned Markosian: Time. In: Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy.
- Hansjörg Pfister Was ist physikalische Zeit? (PDF; 479 kB) AmĂŒsant geschriebenes philosophisches Essay
- Physikalisch-Technische Bundesanstalt Warum gibt es die Zeit? abgerufen am 17. Oktober 2011
- Norman Sieroka: Zeit. In: Online-Lexikon Naturphilosophie / Online Encyclopedia Philosophy of Nature (OEPN) (ISSN 2629-8821). UniversitÀtsbibliothek Heidelberg, Heidelberg 2021. doi:10.11588/oepn.2021.0.79593
- Friedrich Wagner: Auf der Suche nach der Zeit. Eine aktuelle Ăbersicht der Philosophie der Zeit, Mai 2020
- RĂŒdiger Graf: Zeit und Zeitkonzeption in der Zeitgeschichte. Version 2.0, in Docupedia-Zeitgeschichte, 22. Oktober 2012.
Spezielleres
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Was ist Gleichzeitigkeit? aus der Fernseh-Sendereihe alpha-Centauri (ca. 15 Minuten). Erstmals ausgestrahlt am 10. Juni 2001.
- Gibt es Antigravitation? aus der Fernseh-Sendereihe alpha-Centauri (ca. 15 Minuten). Erstmals ausgestrahlt am 4. Feb. 2004.
- Was ist Zeit in der SRT? aus der Fernseh-Sendereihe alpha-Centauri (ca. 15 Minuten). Erstmals ausgestrahlt am 5. Juli 2006.
- A Walk Through Time National Institute of Standards and Technology, nist.gov, abgerufen am 12. MĂ€rz 2012.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Harold Spencer Jones: The rotation of the earth, and the secular accelerations of the sun, moon and planets. In: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society. Band 99, 1939, S. 541â558, bibcode:1939MNRAS..99..541S (englisch, Summary auf der letzten Seite).
- â The International System of Units (SI). (PDF) BIPM, 2019, S. 206â207, abgerufen am 17. Januar 2020 (englisch, 9th edition of âSI Brochureâ).
- â IERS Bulletin B. IERS, 1. Januar 2020, abgerufen am 17. Januar 2020 (englisch, Im November 2019 lag der Messfehler zwischen 5,0 und 7,5 ÎŒs.).
- â Martin Bojowald: ZurĂŒck vor den Urknall. Die ganze Geschichte des Universums. S. Fischer, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-10-003910-1, S. 127 f, 131 f, 260 f.
- â Die Energie-Zeit-Unbestimmtheitsrelation. (PDF) 20. Juli 2018, archiviert vom am 20. Juli 2018; abgerufen am 24. MĂ€rz 2021.
- â Ursachen mit gleichzeitiger Wirkung gibt es in der klassischen Physik, wo beispielsweise die Ănderung der BewegungsgröĂe (ImpulsĂ€nderung) eines Körpers oder eines Massenpunktes durch die gleichzeitig wirkenden KrĂ€fte verursacht wird. Helmut Volz: EinfĂŒhrung in die theoretische Mechanik I. Mechanik der KrĂ€fte. Akademische Verlagsgesellschaft, Frankfurt am Main 1971, S. 23 ff.
- â Hans-Georg Gadamer: Der Anfang des Wissens. Stuttgart 1999.
- â Margot Fleischer: AnfĂ€nge europĂ€ischen Philosophierens. Heraklit â Parmenides â Platons Timaios. WĂŒrzburg 2001.
- â Aurelius Augustinus: Was ist Zeit? (Confessiones XI / Bekenntnisse 11). Eingel., ĂŒbersetzt u. mit Anmerkungen versehen von Norbert Fischer, Lat.-dt., Felix Meiner Verlag, Hamburg 2000.
- â Das Zitat stammt aus Gottfried Wilhelm Leibniz: Die metaphysischen AnfĂ€ngen der Mathematik. In: Handschriften zur Grundlage der Philosophie. II, S. 35 ff. Zitiert aus: Annette Antoine, Annette von Boetticher: Leibniz Zitate. Matrix Media Verlag, Göttingen 2007.
- â Stella Schalamon: Zeitforscherin ĂŒber die innere Uhr: âSie muss im Gehirn liegenâ. In: Die Tageszeitung: taz. 28. MĂ€rz 2020, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 29. MĂ€rz 2020]).
- â Warum vergeht die Zeit schneller, wenn man Ă€lter wird? Abgerufen am 24. November 2025.
- â Warum die Zeit im Alter schneller vergeht â und was Sie dagegen tun können. (focus.de [abgerufen am 24. November 2025]).
- â Marc Wittmann: Einblicke. (PDF) âDie Zeit dehnt sich â und dann rast sie wiederâ. In: www.einblicke.de. Bundesgesellschaft fĂŒr Endlagerung, 2025, abgerufen am 24. November 2025 (Seite 14).
- â Philippe AriĂšs: Zeit und Geschichte. Aus dem Französischen von Perdita Duttke. AthenĂ€um Verlag, Frankfurt am Main 1988. Otto Hansmann: Vom Zeitmanagement im Schulunterricht. Waxmann, MĂŒnster u. a. 2009.
- â Walter Biemel: Zeitigung und Romanstruktur. Philosophische Analysen zur Deutung des modernen Romans. Alber, Freiburg / MĂŒnchen 1985, ISBN 3-495-47548-6.
- â Vgl. Christian Hick: Vom Schwindel ewiger Gegenwart. Zur Pathologie der Zeit in Thomas Manns Zauberberg. In: Dietrich von Engelhardt, Hans WiĂkirchen (Hrsg.): âDer Zauberbergâ, die Welt der Wissenschaften in Thomas Manns Roman. Stuttgart / New York 2003, S. 71â106.
- â Das Spiel des Engels. Reinbek 2009, ISBN 978-3-10-095400-8, S. 408.
- â Klaus Scharff auf TeleSchach
