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aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Dieser Artikel behandelt allgemein Wolle als Tierprodukt. Zu anderen Bedeutungen siehe Wolle (BegriffsklÀrung).
Wolle
Schafwollvlies
Fasertyp

tierische Naturfaser

Herkunft

von Schaf, Alpaka, Lama, Kamel, Kaschmirziege, Angoraziege, Angorakaninchen, Vikunja, Yak, Guanako, Kaschgoraziege, Biber, Fischotter[1]

Farbe

meist weiß, braun, grau und schwarz

Eigenschaften
FaserlĂ€nge 55–300 mm[2]
Faserdurchmesser 20–50 ”m[3]
Dichte 1,32 g/cmÂł
Zugfestigkeit 130–210 N/mmÂČ[4]
Bruchdehnung 28–48 %[4]
Wasseraufnahme < 33 %
Chemische BestÀndigkeit gute SÀurebestÀndigkeit, schlechte LaugenbestÀndigkeit[5]
Entflammbarkeit schwer entflammbar[6]
Produkte Textilien; DĂ€mmmaterial

Wolle ist das aus zusammenhĂ€ngenden Fasern bestehende Fell des Hausschafes sowie im weiteren Sinne das spinn­fĂ€hige Unterhaar anderer SĂ€ugetiere, unter anderem der Kaschmirziege, des Alpakas und des Angorakaninchens.[7] Letztere werden hĂ€ufig mit einem tierspezifischen Vorsatz versehen (z. B. Alpakawolle) oder als „Haar“ (z. B. Kamelhaar) bezeichnet.[8]

Wolle ist ein nachwachsender Rohstoff, der seit dem vierten vorchristlichen Jahrtausend weltweit verwendet wird und bis heute trotz Kunstfasern und Baumwolle in der internationalen Wirtschaft große Bedeutung besitzt.[9]

Etymologie

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Das Wort fĂŒr Wolle hat in den meisten Untergruppen der indogermanischen Sprachfamilie Entsprechungen, die auf eine gemeinsame Vorform zurĂŒckgehen (rekonstruiert als uridg. *h₂wÄșÌ„h₁-neh₂-), z. B. in den germanischen Sprachen Englisch, NiederlĂ€ndisch, Schwedisch, IslĂ€ndisch, aber auch in baltischen Sprachen (litauisch vĂŹlna) oder im Keltischen (walis. gwlĂąn). Auch lateinisch lāna (in den romanischen Sprachen fortgesetzt z. B. als span. lana, frz. laine, port. lĂŁ oder rum. lĂąnă) gehört hierher (aus Ă€lterem *wlānā). Beispiele fĂŒr Kognaten in Ă€lteren Sprachen sind Altnordisch (ull), Hethitisch (hulana) und Altindisch (Ć«rna).[10] Noch nicht geklĂ€rt ist die mögliche Verwandtschaft mit lat. vellus „(Schaf-)Wolle; Schaffell, Vlies; Fell, Haut“ und vellere „rupfen“, das vermutlich in die Zeit zurĂŒckweist, als Wolle noch nicht geschoren, sondern ausgerauft wurde.[11]

Die Tatsache, dass wir fĂŒr die indogermanische Ursprache das Wort fĂŒr Wolle erschließen können, gibt unter der Voraussetzung einer ausreichenden Datierung fĂŒr das Auftreten des Wollschafes einen entscheidenden Hinweis fĂŒr deren Alter, und indirekt auch fĂŒr die indogermanische Urheimat.[12]

Kulturgeschichte

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Siehe auch: Schafwolle#Geschichte

Wolle im engeren Sinne ist ein besonderer Haartyp bei Hausschafen, der in einem langen Prozess zĂŒchterischer VerĂ€nderungen aus dem Haarkleid der Wildschafe entstanden ist. Von den vorderasiatischen Entstehungsgebieten breitete sich die Technologie rund um die Verwendung von Schafwolle nach Europa, Asien und in den Osten Afrikas aus, insbesondere der Iran und Ägypten wurden schon bald nach dem ersten Auftreten in Vorderasien von der neuen Technologie erreicht. In Europa hat sich die Wollnutzung des Schafes spĂ€testens im Übergang zur Bronzezeit endgĂŒltig durchgesetzt, nachdem zuvor ausschließlich Pflanzenfasern, vor allem die Flachsfaser, zur Textilherstellung verwendet worden waren.[13.1]

In Altamerika wurde Wolle im zentralen Andengebiet und in den angrenzenden Gebieten ab etwa 5000 v. Chr. verwendet; sie stammte von domestizierten und wilden Kamelartigen, vermutlich Alpakas. Sie ist als echte Weberei ab 2500 v. Chr. in Peru nachgewiesen, erreichte zwischen 2000 und 200 v. Chr. im zentralen Andengebiete in der Weberei ihren Höhepunkt und konnte ab etwa 800 v. Chr. an der sĂŒdperuanischen KĂŒste auch gefĂ€rbt werden (sog. Paracas-Textilien).[14]

In Nordamerika finden sich ebenfalls Wollwebereien. Sie wurden vor allem aus Bergziegenwolle hergestellt, etwa die Decken der zu den Tlingit gehörenden Chilkat an der NordwestkĂŒste in Alaska. Die Navajos des SĂŒdwestens verwendeten neben Baumwolle Schafwolle fĂŒr ihre Webereien, mit der sie Kleider und Decken herstellten.[15]

Nach Zentralasien, insbesondere Usbekistan, die Mongolei bis hin nach China ist die Wollweberei erst sehr spĂ€t gelangt. Wolle verwendete man hauptsĂ€chlich zur Filzherstellung und fĂŒr die Herstellung von Teppichen, oder man beschrĂ€nkte sich auf die Nutzung der Felle als Pelze, etwa beim Karakulschaf.[13.2]

Im Gegensatz zum Schaf hat das Haarkleid der Ziegen nur wenige zĂŒchterische VerĂ€nderungen bei der Wollnutzung erfahren. Lediglich die Angoraziege bildet eine Ausnahme: Ihr Vlies Ă€hnelt dem des Wollschafes. Allerdings stellt Kaschmirwolle lediglich Unterwolle dar, die den Ziegen beim Wollwechsel ausgekĂ€mmt wird, und das Haarkleid der Kaschmirziege ist gegenĂŒber der Stammform Bezoarziege nur wenig verĂ€ndert. Über die AnfĂ€nge der Gewinnung und Verarbeitung von Ziegenwolle ist indes wenig bekannt.

Eigenschaften von Wolle

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Biochemie

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  • Wolle ist wie Seide aus faserförmigen Strukturproteinen oder GerĂŒsteiweißen (Skleroproteine) aufgebaut. Im Falle der Wolle ist dies Keratin. Jedoch unterscheiden sich Wolle und andere Tierhaare vom Fibroinfaden etwa der Seide durch ihren hohen Schwefelgehalt (drei bis vier Prozent), der auf dem hohen Gehalt des Keratins an der DoppelaminosĂ€ure Cystin beruht, die mit ihren DisulfidbrĂŒcken das Keratin besonders stabil vernetzt.
  • Thermisch oder chemisch können diese BrĂŒcken aufgespalten werden, so dass das Keratin verformbar wird (z. B. Dauerwelle).
  • Keratine sind in Wasser, SĂ€uren und Basen unlöslich und werden durch die meisten eiweißspaltenden Enzyme nicht angegriffen, sind also auch unverdaulich (außer durch Kleidermotten).[16]

Physikalische und technische Eigenschaften der Faser

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  • Die Faserproteine sind anfĂ€lliger gegen chemische SchĂ€digungen und ungĂŒnstige Umgebungsbedingungen als das Zellulose-Material pflanzlicher Fasern.
  • Die Wollfaser ist gröber als textile Fasern wie Baumwolle, Leinen, Seide und Kunstseide. Die Wollfaser hat einen Durchmesser zwischen 16 Â”m und 40 Â”m. Die gröberen Fasern sind am lĂ€ngsten. Feine Wolle misst ca. 4 cm bis 7,5 cm; extrem grobe Fasern erreichen sogar eine LĂ€nge von bis zu 14 cm.
  • Wollfasern besitzen einen annĂ€hernd runden Querschnitt.
  • Die FaseroberflĂ€che hat eine dachziegelartige Schuppenstruktur. Dadurch können sich unterschiedlich gerichtete Wollfasern aneinander verhaken und verfilzen (was die Pillingneigung von Wolle erklĂ€rt).
  • Charakteristisch fĂŒr Wolle ist ihre wellenförmige Struktur (KrĂ€uselung) mit bis zu zwölf Wellen pro Zentimeter bei feinen Fasern und zwei oder weniger bei groben Fasern.
  • Die Farbe ist gewöhnlich weißlich, kann aber auch braun und schwarz sein, besonders bei den gröberen Typen, die wiederum einen stĂ€rkeren Glanz aufweisen als die feinen Fasern.
  • Die Höchstzugspannung der Einzelfaser im trockenen Zustand liegt zwischen 130 und 210 N/mmÂČ bzw. die feinheitsbezogene Höchstzugkraft zwischen 0,10 und 0,16 N/tex. Im nassen Zustand verlieren die Fasern 5 bis 25 % ihrer Festigkeit gegenĂŒber den Werten im trockenen Zustand, was im Gegensatz zum Verhalten von Pflanzenfasern steht. Die Höchstzugkraftdehnung trocken liegt bei 28 bis 48 %, im nassen Zustand zwischen 29 und 61 %.[4]
  • Die elastische Faser kehrt nach begrenzter Streckung oder Kompression zu ihrer ursprĂŒnglichen LĂ€nge zurĂŒck und verleihen daraus gefertigter Kleidung so die FĂ€higkeit, die Passform zu bewahren, schön zu fallen und nicht so leicht einzugehen. Wolle, die wĂ€hrend der Tuchherstellung gestreckt wurde, kehrt darum allerdings auch beim Waschen zur ursprĂŒnglichen FaserlĂ€nge zurĂŒck.
  • Da die FĂ€higkeit, sich zu krĂ€useln und zu wellen, es den Fasern ermöglicht, aneinander zu haften, ergeben selbst locker gewebte Garne einen starken Stoff. Sowohl KrĂ€uselung wie ElastizitĂ€t erlauben die Herstellung locker strukturierter Garne und Stoffe, die wĂ€rmedĂ€mmende Luft einschließen und zurĂŒckhalten.
  • Die geringe Dichte von Wolle erlaubt die Produktion sehr leichter Stoffe.
  • Wolle nimmt Farbe sehr leicht auf.[17]

Gebrauchseigenschaften und Anwendungen

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  • Als Kleidung:
    • Wolle kann große Mengen an Wasserdampf aufnehmen. FlĂŒssiges Wasser wird aufgrund des enthaltenen Wollfetts von der OberflĂ€che der Faser abgestoßen und bietet somit bis zu einem gewissen Grad Schutz vor NĂ€sse. Die Feuchtigkeitsaufnahme kann bis zu 33 % des Trockengewichts betragen, ohne dass sich die Wolle feucht anfĂŒhlt. Außerdem leitet sie die Feuchtigkeit schneller ab als beispielsweise die viel verwendete Baumwolle. So können StoffwindelĂŒberhosen aus Wolle ĂŒber Nacht am Kind sein, ohne dass die Feuchtigkeit aus der Überhose an die Umgebung abgegeben wird.
    • Wolle nimmt Schmutz schlecht an. Solange das natĂŒrliche Wollwachs nicht herausgewaschen wird, verschmutzen Wollstoffe kaum und mĂŒssen nur selten gereinigt werden.
    • Die elastische Faser knittert kaum.
    • Sie ist sehr farbbestĂ€ndig und schwer entflammbar. Wolle brennt nicht, sondern verkohlt nur.
    • Wolle nimmt im Gegensatz zu Kunstfasern wenig GerĂŒche (z. B. Schweiß) an und hat eine natĂŒrliche Selbstreinigungsfunktion – aufgenommener Geruch wird wieder an die Luft abgegeben, die Wolle riecht nach kurzem LĂŒften wieder neutral. Dies liegt darin begrĂŒndet, dass Wolle antibakterielle Eigenschaften besitzt.
    • Sie kann Schweiß chemisch binden und somit lange neutralisieren.[18]
    • Aufgrund der wasserspeichernden und luftpolsternden Eigenschaften[19] sind Wollsocken (mind. 70 % Anteil reiner Wolle) bestens geeignet um warme FĂŒĂŸe zu behalten. Vor allem ein feuchter Fuß wird schnell kalt. Wollsocken sind deshalb wĂ€rmender als eine Doppelschicht (kĂŒhlender) Baumwollsocken.
    • In AbhĂ€ngigkeit von der Schafrasse und der Spinntechnik kann Wolle zum Fusseln (Pilling) neigen, was man durch Fusselfrei-AusrĂŒstungen oder VerarbeitungsqualitĂ€t mindern kann.
    • Wollkleidung kann als unangenehm kratzig empfunden werden. Wie kratzig eine bestimmte Wollsorte ist, hĂ€ngt von der Schafrasse und der Beschaffenheit der Faser ab. Allgemein lĂ€sst sich sagen, dass eine feinere Faser auch weicher und nicht kratzig ist. Die Feinheit von Wollfasern wird in Micron angegeben und reicht von 16 (sehr fein) bis 35 (grob) Micron.
  • FĂŒr technische Anwendungen eignet sich (Schafs-)Wolle als antistatisches und schwer entflammbares Material, z. B. in den Sitzen von Autos und Flugzeugen.
  • Als DĂ€mmstoff: Da Wolle (bezogen auf ihr Gesamtvolumen) aus bis zu 85 % Luft besteht und Konvektion verhindert, eignen sie sich als WĂ€rmedĂ€mmstoff. Wolle hat zudem eine so genannte natĂŒrliche Thermoregulations-Eigenschaft.
  • Als organischer DĂŒnger in Form von Schafwollpellets. HierfĂŒr verwendet man die schlechten WollqualitĂ€ten aus oben bezeichneten QualitĂ€tsbereichen 5 und 6. Diese sind oft mit Dung behaftet, was die Verwendung als stickstoffreichen organischen BiodĂŒnger begĂŒnstigt. Schafwolle ist als DĂŒngemittel in der Betriebsmittelliste[20] fĂŒr den ökologischen Landbau aufgefĂŒhrt.

Gewinnung und Verarbeitung

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Gewinnung

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Der Wollgewinnung dienen Schafe, Kaschmirziegen und Angoraziegen, Angorakaninchen, Kamele und Kleinkamele wie Alpakas, Lamas und Vikunjas, Moschusochsen und Yaks.

Zur Wollgewinnung werden die Tiere geschoren oder ausgekĂ€mmt, einige Schafrassen (Soay) werden gezupft. Die unbearbeitete Wolle direkt nach der Schur wird als Schweißwolle bezeichnet.

  • Schafschur im Mittelalter
    Schafschur im Mittelalter
  • Schafschur mit handbetriebener Schere (1914)
    Schafschur mit handbetriebener Schere (1914)
  • Schafschur
    Schafschur

Weiterverarbeitung

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Wollgarn
NaturgefÀrbte WollknÀuel

FĂŒr eine textile Nutzung werden direkt nach oder auch wĂ€hrend der Schur minderwertige und verschmutzte Teile aussortiert (Bauch, Bein, Kopf und Hintern). Dazu wird das gesamte Vlies im ersten Verarbeitungsschritt auf einem Sortiertisch ausgebreitet und in Augenschein genommen. Das hochwertige Vlies wird zusammengelegt und fĂŒr die weitere Verarbeitung gesammelt und verpackt.[21]

Kardiermaschine

Danach wird die Wolle gewaschen, kardiert und/oder gekĂ€mmt, eventuell gebleicht und/oder gefĂ€rbt und zu Streichgarn oder Kammgarn versponnen. Dabei wird die zu spinnende Wolle per Hand (meist mit einem Spinnrad) oder maschinell zu einem langen dĂŒnnen Faden (Garn) gesponnen.

Dieses lĂ€sst sich zu Stoffen weben, zum Stricken (Strickwaren) und Wirkwaren verwenden oder es wird von Hand oder maschinell zu Teppichen geknĂŒpft.

ZusĂ€tzliche Eigenschaften erhĂ€lt die Wolle durch das sogenannte AusrĂŒsten, beispielsweise den Schutz vor Mottenfraß (eulanisieren), Filzfreiheit (Hercosett-Verfahren, EXP-Verfahren), Maschinenwaschbarkeit (Superwash) und anderes.

Aus nicht fĂŒr Textilien einsetzbare Wolle werden zudem DĂŒngepellets fĂŒr die Landwirtschaft hergestellt.[22]

Bezeichnungen

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Nach Art der Herstellung

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  • Schurwolle oder Reine Schurwolle ist neue, unmittelbar von einem lebenden Tier stammende Wolle
  • Reißwolle ist ein aus Alttextilien hergestelltes Recyclingprodukt, eine Variante davon ist Extraktwolle
  • Schwöde-, Schwitz- oder Gerberwolle bezeichnet Wolle von den Fellen geschlachteter Tiere
  • Sterblingswolle bezeichnet Wolle von verendeten Tieren
  • Strickwolle bzw. Handstrickgarn kann aus unterschiedlichen Fasermaterialien bestehen. Es sind Garne vom reinen Wollgarn bis zum reinen Kunstfasergarn (meist Acryl) erhĂ€ltlich. Daneben finden sich Mischungen aus Wollen von verschiedenen Schafrassen oder auch mit anderen Tierarten wie Alpaka oder Yak sowie Pflanzenfasern wie Baumwolle oder Leinen.

Nach Herkunft

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  • Alpakawolle ist die Wolle des Alpakas
  • Angorawolle ist die Wolle des Angorakaninchens
  • Kamelhaar ist die Wolle von Kamelen
  • Merino-Possum-Wolle besteht aus den Haaren des in Neuseeland vorkommenden Fuchskusus. Es zeichnet sich durch sehr geringes Gewicht und außergewöhnlich gute IsolationsfĂ€higkeit aus.
  • Qiviuq ist die Unterwolle des Moschusochsen
  • Schafwolle:
    • Cheviotwolle stammt vom Cheviot-Schaf
    • Crossbredwolle stammt von Crossbredschafen, einer Kreuzung aus Merino- und Grobwollschaf
    • Kurkwolle oder Lammwolle stammt von der ersten Schur eines Schafes
    • Merinowolle stammt vom Merinoschaf
    • Zahlreiche weitere Schafrassen-Wollen, z. B. Corridale, Blueface Leister, Jacob, Wensleydale etc. (bei industrieller Kleidung wird die Rasse in der Regel nicht ausgezeichnet; bei Handstrickgarnen ist dies dagegen ĂŒblich)
  • Shahtoosh ist die Wolle des Tschirus
  • Vikunjawolle ist die Wolle des Vikunjas
  • Yakwolle besteht aus der Wolle des Yaks
  • Ziegenwolle:
    • Mohair stammt vom Haar der Angoraziege
    • Kaschgora stammt von der Kaschgoraziege
    • Kaschmirwolle wird aus dem Unterfell der Kaschmirziege gewonnen, siehe auch Pashmina

Spezielle Gewebe und Textilien aus Wolle

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  • Aus grobem Wollgewebe (Loden) wurde jahrhundertelang die Wetterbekleidung der bĂ€uerlichen Bevölkerung Europas hergestellt. Eine genauso lange Tradition hat nachtrĂ€glich gewalkter Lodenstoff.
  • Tweed ist ein besonders grober, warmer und dauerhafter Wollstoff. Original Harris Tweed kommt von den Äußeren Hebriden. Bekannte italienische Webereien von hochwertigen Wollstoffen sind u. a. Cerruti, Zegna, Guabello und Loro Piana.
  • Die Bezeichnungen wie „Super 100“, „Super 120“ etc. findet man auf jedem besseren Anzug aus Schurwolle. Es sollte auf dem Label des jeweiligen Stoffherstellers angebracht sein. Es bezeichnet die Feinheit des versponnenen Wollgarns, z. B. Super 100 bedeutet: 100 Meter des Garns wiegen ein Gramm. Je höher die Zahl, desto feiner ist das Garn, derzeit (2005) werden bis Super 210 fĂŒr sehr feine und sehr teure Stoffe verarbeitet. Die Bezeichnung ist aber nicht geschĂŒtzt, so dass ebenso auf renommierte Stoffhersteller zu achten ist.
  • Der Islandpullover wird traditionell aus der Wolle des Islandschafts gefertigt
  • Anatolische Teppiche und Gabbeh wurden lange Zeit ausschließlich aus Wolle gefertigt

Wirtschaftliche Bedeutung

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Wollepreis seit 1984

Weltweit werden in fast 100 LĂ€ndern rund 2,2 Millionen Tonnen Wolle jĂ€hrlich produziert, das meiste davon in Australien, gefolgt von China, Neuseeland, Argentinien, Indien, Großbritannien und Nordirland mit mehr als 50.000 Tonnen pro Jahr (FAO 2009). In Deutschland betrĂ€gt die Schafwollproduktion rund 8000 Tonnen. Deutsche Wolle hat auf dem Weltmarkt jedoch einen schweren Stand, gegenĂŒber Neuseeland mit seinen hochweißen, feinen QualitĂ€ten können hiesige Erzeuger preislich und qualitativ nur schlecht konkurrieren.[23] Hinzu kommen komplizierte rechtliche Vorgaben, die Rohwolle als problematisches Nebenprodukt der Schafhaltung einstufen.[24] Ein Großteil der Wolle wird in der Bekleidungsindustrie weiterverarbeitet, gröbere Fraktionen werden fĂŒr Bettwaren, Polsterungen, Teppiche und DĂŒngepellets verwendet.

Das Wollsiegel ist ein GĂŒtezeichen fĂŒr Erzeugnisse aus reiner Schurwolle und eine Standardisierung bei der QualitĂ€tskennzeichnung der Textilien.

Siehe auch

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  • Bremer Woll-KĂ€mmerei
  • Hochtemperaturwolle
  • Kleidermotte
  • Kombinat Wolle und Seide
  • Norddeutsche WollkĂ€mmerei & Kammgarnspinnerei (Nordwolle)
  • VEB Gubener Wolle
  • Zeugmacher

Literatur

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  • Norbert Benecke: Der Mensch und seine Haustiere. Die Geschichte einer jahrtausendealten Beziehung. Theiss Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 3-8062-1105-1.
  • Karina Grömer: PrĂ€historische Textilkunst in Mitteleuropa. Geschichte des Handwerkes und Kleidung vor den Römern. Mit BeitrĂ€gen von Regina Hofmann-de Keijzer zum Thema FĂ€rben und Helga Rösel-Mautendorfer zum Thema NĂ€hen. Naturhistorisches Museum Wien, Wien 2010, ISBN 978-3-902421-50-0 (PDF).
  • Hannelore Eberle, Hermann Hermeling, Marianne Hornberger: Fachwissen Bekleidung. 9. Auflage. Europa-Lehrmittel, Haan-Gruiten 2007, ISBN 978-3-8085-6209-3. 
  • Anny Kastner: Faser- und Gewebekunde. 15. Auflage. Handwerk und Technik/BĂŒchner, Hamburg 2008, ISBN 978-3-582-04243-9. 
  • Ursula Völker, Katrin BrĂŒckner (Hrsg.): Von der Faser zum Stoff. Textile Werkstoff- und Warenkunde. 34. Auflage. Handwerk und Technik/BĂŒchner, Hamburg 2009, ISBN 978-3-582-05112-7. 

Weblinks

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Commons: Wolle â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Literatur von und ĂŒber Wolle im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Einzelnachweise

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  1. ↑ Verordnung (EU) Nr. 1007/2011 - ANHANG I. In: lexparency.de. 2011, abgerufen am 26. MĂ€rz 2023. 
  2. ↑ Wolfgang Bobeth (Hrsg.): Textile Faserstoffe. Beschaffenheit und Eigenschaften. Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg/New York 1993, ISBN 3-540-55697-4, S. 90.
  3. ↑ Wolfgang Bobeth (Hrsg.): Textile Faserstoffe. Beschaffenheit und Eigenschaften. Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg / New York 1993, ISBN 3-540-55697-4, S. 90.
  4. ↑ a b c Wolfgang Bobeth (Hrsg.): Textile Faserstoffe. Beschaffenheit und Eigenschaften. Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg / New York 1993, ISBN 3-540-55697-4, S. 166.
  5. ↑ Fabia Denninger, Elke Giese: Textil- und Modelexikon. Band 2: L–Z. 8., vollstĂ€ndig ĂŒberarbeitete und erweiterte Auflage. Deutscher Fachverlag, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-87150-848-9, S. 798.
  6. ↑ Wolfgang Bobeth (Hrsg.): Textile Faserstoffe. Beschaffenheit und Eigenschaften. Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg/New York 1993, ISBN 3-540-55697-4, S. 279.
  7. ↑ Wolle. In: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache. 14. Juli 2021, abgerufen am 8. Dezember 2025. 
  8. ↑ Verordnung (EU) Nr. 1007/2011 - ANHANG I. In: lexparency.de. 2011, abgerufen am 26. MĂ€rz 2023. 
  9. ↑ Almut Bick: Die Steinzeit. Theiss WissenKompakt, Stuttgart 2006, ISBN 3-8062-1996-6.
  10. ↑ Wolfgang Pfeifer, Etymologisches Wörterbuch des Deutschen
  11. ↑ Denkbar ist auch eine etymologische Verwandtschaft zu Wald, das ursprĂŒnglich möglicherweise „BĂŒschel“ bedeutet und ebenfalls mit lateinisch vellere verwandt sein könnte. Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24. Auflage. De Gruyter, Berlin 2002, ISBN 3-11-017473-1, S. 969 und 996.
  12. ↑ David W. Anthony: The Horse, the Wheel, and Language: How Bronze-Age Riders from the Eurasian Steppes Shaped the Modern World. Princeton University Press, Princeton 2007, ISBN 978-0-691-05887-0, S. 59–62 (englisch, google.de). 
  13. ↑ Norbert Benecke: Der Mensch und seine Haustiere: die Geschichte einer jahrtausendealten Beziehung. Theiss, Stuttgart 1994, ISBN 978-3-8062-1105-4. Fehler in Vorlage:Literatur – *** Parameterproblem: Dateiformat/GrĂ¶ĂŸe/Abruf nur bei externem Link
    1. ↑ S. 137.
    2. ↑ S. 237f.
  14. ↑ Brockhaus EnzyklopĂ€die in 24 BĂ€nden. 19. Auflage. F. A. Brockhaus, Mannheim 1994, ISBN 3-7653-1200-2, Band 24, S. 336; Wolfgang Haberland: Amerikanische ArchĂ€ologie. WBG, Darmstadt 1991, ISBN 3-534-07839-X, S. 180, 214.
  15. ↑ Hans LĂ€ng: Kulturgeschichte der Indianer Nordamerikas. Gondrom Verlag, Bindlach 1993, ISBN 3-8112-1056-4, S. 304, 378.
  16. ↑ Brockhaus EnzyklopĂ€die in 24 BĂ€nden. 19. Auflage. F. A. Brockhaus, Mannheim 1994, ISBN 3-7653-1200-2, Band 11, S. 607.
  17. ↑ The New Encyclopédia Britannica. 15. Auflage. Encyclopédia Britannica, Chicago 1993, ISBN 0-85229-571-5, Band 12, S. 746 f.
  18. ↑ Eberle u. a.: Fachwissen Bekleidung. 9. Auflage. Europa, Haan 2007, ISBN 978-3-8085-6209-3, S. 18 f. 
  19. ↑ Welt der Physik: Wie hĂ€lt Wolle uns warm? 17. Februar 2025, abgerufen am 12. MĂ€rz 2025. 
  20. ↑ Betriebsmittelliste
  21. ↑ Schafwolle * WendenGarn. In: WendenGarn. Abgerufen am 6. Januar 2025. 
  22. ↑ han-online.de (Memento vom 29. MĂ€rz 2013 im Internet Archive)
  23. ↑ Deutschlands grĂ¶ĂŸter Verarbeiter stellt WollkĂ€mmerei ein. RĂŒckschlag fĂŒr Verarbeitung – Einblick in den Markt fĂŒr Schafschurwolle. nova-Institut fĂŒr politische und ökologische Innovation GmbH, 14. August 2009, abgerufen am 31. Oktober 2010. 
  24. ↑ "Rohwolle ist laut Verordnung gefĂ€hrlich". Podcast der Uni Kassel. Abgerufen am 28. Mai 2025. 
Normdaten (Sachbegriff): GND: 4066895-2 (GND Explorer, lobid, OGND, AKS) | LCCN: sh85148044 | NDL: 00574306
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