| Waste Isolation Pilot Plant (WIPP) | ||
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| Lage | ||
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| Koordinaten | 32° 22âČ 18âł N, 103° 47âČ 37âł W | |
| Höhe | 650 m unter dem Meeresspiegel | |
| Land: | ||
| Daten | ||
| Lagerart: | Endlager | |
| Lagertyp: | Trockenlager | |
| Website: | Homepage | |
| Stand: | 17. Okt. 2024 | |
| Die Datenquelle der jeweiligen EintrÀge findet sich in der Dokumentation. | ||
Das Waste Isolation Pilot Plant (WIPP) ist ein Endlager fĂŒr radioaktive AbfĂ€lle, das in einer Salzformation in der NĂ€he von Carlsbad im US-amerikanischen Bundesstaat New Mexico errichtet wurde. Die Anlage dient der Entsorgung von AbfĂ€llen aus militĂ€rischer Kernenergienutzung mit hohem Gehalt an Alphastrahlern (sogenannter Transuranabfall).
Seit 1955 wurden in den USA Salzformationen fĂŒr die Einlagerung radioaktiver AbfĂ€lle in Betracht gezogen. Mit dem Bau der WIPP wurde 1980 begonnen. Im MĂ€rz 1999 wurde die Anlage mit der ersten Anlieferung von radioaktiven AbfĂ€llen des Los Alamos National Laboratorys in Betrieb genommen. Seitdem werden dort in rund 650 m Tiefe die TransuranabfĂ€lle aus neun mit militĂ€rischen Aufgaben befassten US-Anlagen (Rocky Flats, Los Alamos National Laboratory, Idaho National Laboratory, Hanford Site u. a.) eingelagert.
Standort
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]WIPP befindet sich in einem sehr dĂŒnn besiedelten Gebiet, der Landkreis des Standorts Eddy County hat eine Bevölkerungsdichte von 5 Personen pro Quadratkilometer.[1]

Der Einlagerungsbereich besteht aus acht Feldern (Panels) mit jeweils sieben Streckenkammern (Rooms) in einer 530 m â 610 m mĂ€chtigen Salzablagerung. Die EinlagerungskapazitĂ€t betrĂ€gt rund 180.000 mÂł. Eingelagert werden sollen insgesamt ca. 300 Mio. GBq, die AktivitĂ€t entfĂ€llt jedoch nicht nur auf Transurane.[2] Kritiker bemĂ€ngeln unter anderem, dass die Salzschicht nicht vollstĂ€ndig trocken ist.[3][2]
Warnmonument
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]FĂŒr WIPP wurden 2004 Planungen aktualisiert, die ursprĂŒnglich fĂŒr den anderen US-AtommĂŒll-Endlager-Standort, Yucca Mountain in Nevada, erstellt wurden. FĂŒr eine Warnung vor den Gefahren des AtommĂŒlls an Menschen ĂŒber viele Generationen hatte bereits 1981 eine Arbeitsgruppe eine Konzeption entworfen, die nach Prinzipien der so genannten Atomsemiotik angelegt wurde.[4] Dazu soll eine groĂflĂ€chige Anlage auf der OberflĂ€che ĂŒber dem Endlager errichtet werden: Der Entwurf sieht 32 Monolithe vor, die ein Quadrat bilden, in dessen Innerem 3 Kilometer lange ErdwĂ€lle 16 weitere Monolithe einschlieĂen. Auf diesen steht in Englisch, Spanisch, Russisch, Französisch, Chinesisch, Arabisch und Navajo: Hier liegt gefĂ€hrlicher radioaktiver Abfall. Auf keinen Fall graben oder bohren. Im Zentrum sind detailliertere Informationen zusammen mit Comic-artigen Illustrationen vorgesehen, einmal ĂŒber der Erde, einmal in einer unterirdischen Kammer. Das Warnsystem soll erst installiert werden, wenn das Endlager voll und eine einhundertjĂ€hrige Abklingzeit unter Kontrolle des US-Energieministeriums vergangen ist, nach der das Lager versiegelt werden soll. Dies ist fĂŒr etwa 2133 vorgesehen. Daher ist völlig unklar, ob diese Planungen umgesetzt werden.
Störfall vom Februar 2014
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Am 14. Februar 2014 wurden in den Kavernen erhöhte RadioaktivitĂ€tswerte gemessen, als keine Personen im Untergrund tĂ€tig waren. Die Einlagerung wurde gestoppt, das Energieministerium (DOE) begann mit einer Untersuchung.[5] Es handelt sich um den ersten Störfall des WIPP. Bei 13 Mitarbeitern der Anlage wurde nachgewiesen, dass sie Americium oder Plutonium in sehr geringen Mengen eingeatmet haben, medizinische MaĂnahmen wurden nicht fĂŒr erforderlich gehalten. An der OberflĂ€che wurden leicht erhöhte Werte deutlich unterhalb der Gefahrenschwelle gefunden.[6] In den darauffolgenden Tagen wurde die Zahl der betroffenen Arbeiter auf 21 korrigiert.
ZunĂ€chst wurde nach Angaben der DOE als Ursache die BeschĂ€digung eines oder mehrerer FĂ€sser aufgrund eines Deckeneinsturzes in einer der Kammern in Betracht gezogen. Auch ein Zusammenhang mit dem Brand eines Lastkraftwagens in der Anlage, der sich neun Tage vor dem Ereignis ereignet hatte, wurde in Betracht gezogen.[7] Weitere Erkenntnisse deuteten jedoch darauf hin, dass eine fehlerhafte BefĂŒllung eines der FĂ€sser mit radioaktivem Abfall verantwortlich war: Zur Stabilisierung von Nitrat-AbfĂ€llen, die nicht austrocknen sollen, werden die FĂ€sser ĂŒblicherweise mit anorganischer Katzenstreu aufgefĂŒllt, um zu verhindern, dass die radioaktiven Inhaltsstoffe zu stark erhitzen. Offenbar wurde in mindestens einem Fall jedoch organische Katzenstreu verwendet, woraufhin es zu einer exothermen chemischen Reaktion in einem der FĂ€sser kam und die Reaktionsgase den Fassdeckel von innen aufdrĂŒckten.[8][9]
Der Vorfall stellte in Frage, ob das WIPP ein sicherer Ersatz fĂŒr das AtommĂŒlllager Yucca Mountain in Nevada sein könne, um langfristig auch alle AbfĂ€lle aufzunehmen, die in kommerziellen US-Kernkraftwerken anfallen, was nach aktueller Gesetzeslage noch nicht gestattet ist.[10] Die Kosten der Schadensbeseitigung, d. h. Dekontamination der unterirdischen Kammern und Reinigung des LĂŒftungssystems sollten bis zu 2 Milliarden Dollar kosten und die Verzögerung störte die Entsorgungsprogramme an diversen Standorten der US-Nuklearwaffenindustrie.[11] Am 9. Januar 2017 wurde die Anlage nach knapp drei Jahren AufrĂ€umarbeiten, die mit 500 Millionen Dollar deutlich weniger kosteten als prognostiziert, offiziell wiedereröffnet.[12]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Marc Strout: Wasteland: the 50-year battle to entomb our toxic nuclear remains. The Verge, 14. Juni 2012
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â National Geographic (D), Juli 2002
- â a b http://www.clarku.edu/mtafund/prodlib/card/Unsafe_Radwaste_Disposal_at_WIPP.pdf
- â http://www.cardnm.org/repository_a.html
- â Soweit nicht anders angegeben, beruht der Abschnitt zu den Planungen von 2004 auf: Reto U. Schneider: Warnschild fĂŒr die Ewigkeit, in: NZZ Folio 7/2009
- â Los Angeles Times: Energy Department probes radioactive leak at New Mexico nuclear dump, 18. Februar 2014
- â The Wire: Workers Test Positive for Radiation After Leak at Nuclear Repository, 28. Februar 2014
- â Ralf Streck: Unfall in US-Atomlager verstĂ€rkt Zweifel an Lagerung von AtommĂŒll in Salz. Telepolis, 5. April 2014, abgerufen am selben Tag.
- â Matt Stroud: Radioactive kitty litter may have ruined our best hope to store nuclear waste. In: The Verge. Vox Media, 23. Mai 2014, abgerufen am 17. April 2021.
- â Practical Engineering: When Kitty Litter Caused a Nuclear Catastrophe auf YouTube, 15. April 2025 (Laufzeit: 17:35).
- â Jeff Tollefson: US seeks waste-research revival. In: Nature. Macmillan Publishers, 4. MĂ€rz 2014, abgerufen am 17. April 2021.
- â Ralph Vartabedian: Nuclear accident in New Mexico ranks among the costliest in U.S. history. In: Los Angeles Times. 22. August 2016, abgerufen am 17. April 2021.
- â James Conca: WIPP Nuclear Waste Repository Reopens For Business. In: Forbes. 10. Januar 2017, abgerufen am 17. April 2021.


