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Das Wort Untiefe hat zwei gegensätzliche Bedeutungen: einerseits „sehr geringe Tiefe“, andererseits „sehr große Tiefe“.[1] Es ist somit ein Januswort (Antagonym).

Geringe Tiefe

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Die Krausaue bei Rüdesheim, eine felsige Untiefe im Oberrhein, ragt stellenweise über den Wasserspiegel

Eine Untiefe (mit verneinendem Un-)[2] ist ein Bereich eines Gewässers mit geringer Tiefe. Diese Bedeutung ist seit dem 10. Jahrhundert belegt.[3] Die Bezeichnung kann sich auch auf die entsprechende Bodenerhebung im Gewässer beziehen.

In der Schifffahrt ist eine Untiefe ein Bereich, der wegen seiner geringeren Tiefe eine Gefährdung für die Schifffahrt darstellt. Neben den Gefahren der Grundberührung und des Festlaufens kann sich an Untiefen auch ein gefährlich hoher Seegang bis hin zu Grundseen bilden. Untiefen werden häufig durch schwimmende Seezeichen markiert. Gefährliche Untiefen werden auch dann in Seekarten eingezeichnet, wenn ihre Position noch nicht genau bekannt ist (siehe Vigia).

  • Leuchtfeuer zur Markierung der Untiefe Fladen grund im Kattegat
    Leuchtfeuer zur Markierung der Untiefe Fladen grund im Kattegat
  • Der Leuchtturm Pulaski Shoal Light markierte eine Untiefe im Nordosten der Dry Tortugas
    Der Leuchtturm Pulaski Shoal Light markierte eine Untiefe im Nordosten der Dry Tortugas
  • Markierung einer Untiefe mit einer künstlichen Insel (Schalch im Chiemsee)
    Markierung einer Untiefe mit einer künstlichen Insel (Schalch im Chiemsee)

Große Tiefe

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Als Untiefe (mit steigerndem Un-)[4] bezeichnet man auch eine sehr große Tiefe. Diese Bedeutung ist erst seit Ende des 18. Jahrhunderts belegt[3] und war zunächst oberdeutsch.[5] Die Vorsilbe un- wirkt hier betonend und verstärkend, ähnlich wie bei den Wörtern Unmenge oder Unsumme (Augmentativbildung).[4]

Siehe auch

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  • Gefahrenstandlinie
  • Untiefen des Rheins

Weblinks

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Wiktionary: Untiefe – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. ↑ Duden: Untiefe
  2. ↑ Duden online: Präfix Un-, Bedeutung 1.
  3. ↑ a b Untiefe. In: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache.
  4. ↑ a b Duden online: Präfix Un-, Bedeutung 4.
  5. ↑ Johann Christian August Heyse; Karl Wilhelm Ludwig Heyse: Handwörterbuch der deutschen Sprache. 2. Teil, Magdeburg 1849, S. 1473 (books.google.de).
Normdaten (Sachbegriff): GND: 4494344-1 (GND Explorer, lobid, OGND, AKS)
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