U 523 war ein deutsches U-Boot der Kriegsmarine vom Typ IX C, das vom 1. Februar 1943 bis zum 25. August 1943 im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurde.
Geschichte
Der Bauauftrag für das Boot wurde am 14. Februar 1940 an die Deutsche Werft in Hamburg vergeben. Am 4. August 1941 wurde es dort auf Kiel gelegt. Der Stapellauf erfolgte am 15. April 1942. Am 2. September 1942 wurde U 523, unter dem Kommando von Kapitänleutnant Werner Pietzsche in Dienst gestellt. Bis zum 31. Januar 1943 war das Boot zur Ausbildung der 4. U-Flottille in Stettin zugeteilt und unternahm zum Training der 54-köpfigen Besatzung Ausbildungsfahrten in der Ostsee. Danach gehörte es bis zu seinem Untergang der 10. U-Flottille in Lorient als Frontboot an.
Kommandant
Werner Pietzsche wurde am 30. April 1917 in Potsdam geboren und trat 1935 in die Kriegsmarine ein. Nach Absolvierung seiner U-Bootausbildung diente er als 1. Wachoffizier auf U-129 und übernahm am 25. Juni 1942 das Kommando auf U 523, das er bis zur Versenkung des Bootes innehatte.
Einsätze
Insgesamt absolvierte U 523 vier Unternehmungen, während derer das Boot im Nordatlantik, nordöstlich von Neufundland operierte.
Erste Unternehmung
Dauer: 9. Februar 1943 (Kiel) bis 16. April 1943 (Lorient)
Am 19. März 1943 um 10.47 wurde die Mathew Luckenbach, ein Nachzügler des Konvoi HX 229 (5.848 BRT) von U 527 torpediert, zwei der drei Torpedos trafen das Schiff, das von der Besatzung aufgegeben wurde, welche von der USCGC Ingham (WPG 35) gerettet wurden. Die Mathew Luckenbach wurde noch am selben Tag von U 523 endgültig versenkt.
Zweite Unternehmung
Am 22. Mai 1943 verließ das Boot Lorient. Das Boot wurde beim Ausmarsch, in der Biskaya, bei einem Flugzeugangriff schwer beschädigt und musste nach Lorient zurückkehren. Nach 4 Tagen und zurückgelegten 558,5 sm lief U 523 am 26. Mai 1943 wieder in Lorient ein.
Dritte Unternehmung
Am 1. August 1943 verließ U 523 Lorient. Das Boot musste in der Biskaya nach Feststellung von Schäden am Grundlager und Zuckerfund in der Ölwanne zurück nach Lorient. Nach 2 Tagen lief U 523 am 3. August 1943 wieder in Lorient ein.
Vierte Unternehmung
Am 16. August 1943 verließ U 523 Lorient. Das Boot befand sich auf dem Ausmarsch, als es nach 9 Tagen von britischen Kriegsschiffen versenkt wurde.
Untergang
In der Nacht vom 24. zum 25. August meldete die Brückenwache gegen 04:20, dass ein Zerstörer sich direkt auf U 523 zu bewegte. Der Kapitän ließ abtauchen, doch dabei wurde das Boot von einer Serie Wasserbomben getroffen. U 523 tauchte auf 100 Meter Tiefe und ging auf Schleichfahrt. Zu dem Zerstörer kam ein zweites U-Jagdfahrzeug, die Korvette HMS Wallflower, die U 523 konstant mit seinem ASDIC ortete. Weitere Wasserbomben-Serien verschlechterten die Situation auf U 523, es kam zum Wassereinbruch.
In der Zwischenzeit tauchte das Boot auf 160 Meter. Die Pumpen an Bord konnten mit dem in der Tiefe steigenden Druck nicht mehr mithalten, sodass mehr Wasser eindrang. Als Reaktion wurde die Lenzpumpe eingesetzt, um mit Pressluft das Wasser nach außen zu pumpen, was den Pressluftvorrat schnell verbrauchte. Der Hecktorpedoraum musste verlassen werden und im Maschinenraum stand das Wasser kniehoch. Das Boot lehnte stark nach achtern und war nicht mehr waagerecht zu halten. Eine der beiden Batterien war durch die Wasserbomben ausgefallen. Das Boot fiel ab 190 Meter Tiefe immer schneller abwärts.
Bei 235 Metern Tiefe gab Kapitänleutnant Pietzsche den Befehl zum Anblasen und Auftauchen. An der Wasseroberfläche geriet U 523 sofort unter Artilleriefeuer von der HMS Wanderer und der HMS Wallflower. 17 Besatzungsmitglieder fielen; die überlebenden 37 Mann der Besatzung, unter ihnen der Kommandant, wurden von den Zerstörern HMS Wanderer, HMS Hurricane, der Korvette Wallflower und dem Bergungsschiff Zamalek aus dem Wasser gerettet, nach Gibraltar gebracht und von dort in ein Kriegsgefangenenlager in Großbritannien eingewiesen.
Quelle
U 523. In: U-Boot-Archiv Wiki. Abgerufen am 23. Januar 2026.
