
Timothy John âTimâ Ryan[1] (* 16. Juli 1973 in Niles, Ohio[2]) ist ein amerikanischer Politiker der Demokratischen Partei. Von Januar 2003 bis Januar 2023 vertrat er den 13. Distrikt des Bundesstaats Ohio im US-Repräsentantenhaus.[3] Er bewarb sich 2016 um das Amt des Fraktionsvorsitzenden seiner Partei im Repräsentantenhaus (minority leader) und 2019 um die Nominierung der Demokraten fĂźr die Präsidentschaftswahl 2020. 2022 bewarb er sich um den Senatssitz von Ohio.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Familie, Ausbildung und Beruf
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Tim Ryan wurde in Niles im Trumbull County geboren. Nach dem Abschluss der John F. Kennedy High School in Warren studierte er Politikwissenschaft an der Bowling Green State University und graduierte mit einem Bachelor of Arts. Er absolvierte auch ein Auslandssemester in Florenz.[4] An der University of New Hampshire schloss er 2000 mit einem Juris Doctor (J.D.) ab. Während seiner Studienzeit war er Mitte der 1990er-Jahre Mitarbeiter im Stab des Kongressabgeordneten James Traficant.[2]
Ryan ist verheiratet und lebt mit seiner Frau Andrea und den gemeinsamen drei Kindern in Howland (Ohio).[4]
Politische Laufbahn
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Senat von Ohio
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Von 2001 bis 2002 saà Ryan im Senat von Ohio. Er hatte im Jahr 2000 zunächst die Vorwahl der Demokraten und dann die Hauptwahl im 32. Senatswahlkreis Ohios gewonnen, der sich ßber die nÜrdlichen Stadtteile von Youngstown erstreckte.[5]
US-Repräsentantenhaus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei der Wahl 2002 wurde Ryan als Vertreter des 17. Kongresswahlbezirks Ohios ins US-Repräsentantenhaus gewählt. Dort trat er am 3. Januar 2003 die Nachfolge James Traficants an und wurde seitdem stets wiedergewählt. Nach einem Neuzuschnitt der Wahlkreise (âRedistrictingâ) wurde der bisherige 17. Wahlbezirk mit der Wahl 2012 geographisch weitgehend in den neuen 13. Distrikt ĂźberfĂźhrt, der weiterhin einen Teil des Nordostens des Bundesstaates von Youngstown bis Akron umfasst. Seit Januar 2013 vertritt Ryan daher den 13. Kongresswahlbezirk, der vom Strukturwandel des Rust Belts stark betroffen ist; zwischen 2001 und 2013 gingen dort fast 19.000 Industriearbeitsplätze verloren.[6] (Siehe zur räumlichen Einordnung die Karten des frĂźheren 17. und heutigen 13. Bezirks)
Nach den verlorenen Wahlen 2016 forderte Ryan Nancy Pelosi in einer Kampfkandidatur um den Fraktionsvorsitz im Repräsentantenhaus (House Minority Leader) heraus und unterlag ihr bei der Abstimmung am 30. November 2016 mit 63 zu 134 Stimmen.[7] Er gilt als aufstrebendes Talent seiner Partei und wurde als mÜglicher Kandidat fßr die Gouverneurswahl 2018 genannt.[8]
Kandidatur Präsidentschaftswahl 2020 und Wiederwahl 2020
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Sommer 2018 traf Ryan laut der Website The Intercept konkrete Vorbereitungen fßr eine Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2020. Er wolle fßr die Demokraten Wähler des Mittleren Westens zurßckgewinnen.[6] Im April 2019 gab Ryan seine Kandidatur in der Vorwahl seiner Partei fßr die Präsidentschaftswahl 2020 bekannt. Er setzt sich im ßber zwanzig Personen umfassenden Bewerberfeld fßr einen zentristischen, wirtschaftsfreundlichen Kurs ein, mit dem er die an Donald Trump verlorenen, enttäuschten Bewohner des Rust Belt fßr die Demokraten zu gewinnen hofft.[9] In aggregierten Umfragen kam Ryan bis Mitte Oktober 2019 nie ßber ein Prozent der Stimmen im Vorwahlfeld, und nach der Teilnahme an den ersten beiden Kandidatendebatten im Sommer erreichte er die qualifizierenden Umfrage- und Fundraising-Ergebnisse fßr die weiteren Debatten nicht. Am 24. Oktober 2019 gab er seinen Rßckzug von der Präsidentschaftskandidatur bekannt. Er bewarb sich wieder fßr sein Kongressmandat bei der Wahl 2020.[10] Er konnte die Wahl 2020 mit 52,5 % gegen Christina Hagan von der Republikanischen Partei, sowie Michael Fricke von der Libertarian Party gewinnen.[11] Seine letzte, insgesamt fßnfte Legislaturperiode im Repräsentantenhaus des 117. Kongresses lief bis zum 3. Januar 2023.[3] Aufgrund seiner Kandidatur fßr den Senat kandidierte er 2022 nicht fßr eine Wiederwahl im Repräsentantenhaus.
AusschĂźsse
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Er war zuletzt Mitglied in folgenden Ausschßssen des Repräsentantenhauses[12]:
- Committee on Appropriations
- Defense (Vorsitz)
- Energy and Water Development, and Related Agencies
- Legislative Branch
- Joint Committee on the Library
US-Senat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ryan war der demokratische Kandidat fßr die Senatswahl 2022, bei der Rob Portman, der republikanische Amtsinhaber, nicht mehr antrat.[13] Er trat am 8. November 2022 gegen J.D. Vance von der Republikanischen Partei sowie fßnf weitere unabhängige Kandidaten antreten. Er unterlag bei der Wahl letztlich gegen Vance.[14]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Tim Ryan im Biographical Directory of the United States Congress (englisch)
- Webpräsenz beim Kongress (englisch) (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Juli 2024. Suche im Internet Archive )
- Ryan bei Ballotpedia (englisch)
- Ryan, Tim. In: Our Campaigns (englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Rep. Tim Ryan. In: Biography from LegiStorm. Abgerufen am 14. Oktober 2022 (englisch).
- â a b RYAN, Timothy J. In: Biographical Directory of the United States Congress. Abgerufen am 14. Oktober 2022 (englisch).
- â a b Representative Tim Ryan. In: Library of Congress. Abgerufen am 14. Oktober 2022 (englisch).
- â a b Biography. In: U.S. House of Representatives. Abgerufen am 14. Oktober 2022 (englisch).
- â Ryan, Tim. In: Our Campaigns. Abgerufen am 14. Oktober 2022 (englisch).
- â a b Ryan Grim, Zaid Jilani: Ohio Democratic Rep. Tim Ryan Is Telling People He Will Run for President in 2020, Hoping to Win âYoga Voteâ. In: The Intercept. Abgerufen am 23. Juli 2018 (englisch).
- â Paul Kane, Ed OâKeefe: Nancy Pelosi chosen again as House Democratic leader â but tally suggests deep division. In: The Washington Post. Abgerufen am 30. November 2020 (englisch).
- â Kyle Swenson: Tim Ryanâs Rust Belt Reboot. In: The New Republic. Abgerufen am 28. November 2016 (englisch).
- â Ali Vitali: Ohio Rep. Tim Ryan throws his name into growing 2020 field. In: NBC News. Abgerufen am 4. April 2019 (englisch).
- â Kate Ackley: Tim Ryan misses next presidential debate, but has a backup plan. In: Roll Call. Abgerufen am 29. August 2019 (englisch).
- â Tim Ryan (Ohio). In: Ballotpedia. Abgerufen am 14. Oktober 2022 (englisch).
- â Tim Ryan. In: Office of the Clerk, U.S. House of Representatives. Abgerufen am 14. Oktober 2022 (englisch).
- â Deepa Shivaram: Rep. Tim Ryan wins Democratic Senate primary in Ohio, the AP says. In: NPR. 3. Mai 2022, abgerufen am 4. Mai 2022 (englisch).
- â Emma Kinery: Republican J.D. Vance defeats Democrat Tim Ryan in Ohio Senate race, NBC News projects. In: CNBC. 9. November 2022, abgerufen am 15. Juli 2024 (englisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ryan, Tim |
| ALTERNATIVNAMEN | Ryan, Timothy John (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | amerikanischer Politiker der Demokratischen Partei |
| GEBURTSDATUM | 16. Juli 1973 |
| GEBURTSORT | Niles, Ohio |
