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François Duvalier (1968)
Schah Mohammad Reza Pahlavi (1973)
Rafael Trujillo mit Frau (1934)
Fulgencio Batista (1952)
Jean-Bédel Bokassa (1970)
Ferdinand Marcos (1982)
Nicolae Ceaușescu (1965)

Sultanismus ist eine politikwissenschaftliche Bezeichnung für eine spezifische Form autoritärer Herrschaft. Der Begriff wurde vom deutschen Soziologen Max Weber geprägt und seit 1975 vom deutsch-spanischen Politikwissenschaftler Juan Linz zur Beschreibung von Regimen wie beispielsweise Haiti unter der Herrschaft Francois Duvaliers oder Iran zu Zeiten der Pahlavi-Schahs angewandt. Der deutsche Politikwissenschaftler Wolfgang Merkel charakterisiert die Regierungsform des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump als Sultanismus.

Definition

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In Webers Typologie der Herrschaft gehört Sultanismus zur Traditionellen Herrschaft und darin zur patriarchalen Struktur der Verwaltung. Im Aufsatz Die drei reinen Typen der legitimen Herrschaft. Eine soziologische Studie (erstmals 1922 in den Preußischen Jahrbüchern erschienen) unterscheidet er zwischen Legaler Herrschaft („kraft Satzung“)[1] und Traditioneller Herrschaft („kraft Glaubens an die Heiligkeit der von jeher vorhandenen Ordnungen und Herrengewalten“)[2] sowie Charismatischer Herrschaft („kraft affektueller Hingabe an die Person des Herrn und ihre Gnadengaben“).[3] Es seien zwei Formen der Traditionellen Herrschaft zu beachten, die rein patriarchalische Struktur der Verwaltung und die ständische Struktur. In der patriarchalischen Struktur sei der reinste Typ die sultanische Herrschaft. „Alle wirklichen »Despotien« hatten diesen Charakter, bei welchem die Herrschaft wie ein gewöhnliches Vermögensrecht des Herrn behandelt wird.“[4] In Wirtschaft und Gesellschaft (§ 7a.2.) heißt es ausführlicher, mit dem Entstehen eines rein persönlichen Verwaltungs- und Militärstabes des Herrn neige jede traditionelle Herrschaft zum Patrimonialismus und im Höchstmaß der Herrengewalt zu Sultanismus.[5]

Unter dem Stichwort Sultanismus wird in der SAGE Encyclopedia of Political Behavior beschrieben: Sultanismus sei eine Form autokratischen Regimes, in dem die politische Macht in den Händen des Herrschers konzentriert ist, ohne an politische und rechtliche Regeln gebunden zu sein. Die politische Autorität umfasse das gesamte soziale und wirtschaftliche Leben und folge keiner ausformulierten Ideologie. Das Regime erzwinge Loyalität durch Begünstigung seiner Anhänger, Repressalien gegen seine Gegner und Unterdrückung der Zivilgesellschaft.[6]

Sultanistische Regime enthielten meist einige formale Elemente demokratischer Herrschaft, die jedoch nur so weit zugelassen bleiben, wie sie das Machtmonopol des Herrschers nicht gefährden, der Herrscher stütze sich auf Gewalt, Patronage und Propaganda, um politische und soziale Aktivitäten zu kontrollieren. Formale demokratische Institutionen und Prozesse wie Wahlen, politische Parteien und ein Parlament dürften nur existieren, um der politischen Autorität des Führers eine demokratische Fassade zu verleihen. Daher sei es sehr unwahrscheinlich, dass ein sultanistisches Regime durch Wahlen gestürzt wird. Die einzige Möglichkeit für einen Regimewechsel sei die Absetzung des Herrschers nach einer gewaltsamen Rebellion. Aber auch eine „Volksrebellion“ sei unwahrscheinlich, da der Herrscher durch Gönnerschaft und Drohungen die Bildung einer tragfähigen Oppositionsbewegung verhindere oder aber das Militär und sogar parastaatliche Gruppen einsetze, um sie zu unterdrücken.[6]

Sultanistische Regime

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Laut Aris Trantidis ist der Raum zwischen Demokratie und Autokratie in der wissenschaftlichen Literatur eine konzeptionelle Grauzone, und es seien verschiedene Begriffe verwendet worden, um unterschiedliche Merkmale von Regimes zu erfassen. Der Begriff Sultanismus werde meist gebraucht, um persönliche Autokratien zu beschreiben, die durch ein extremes Maß an Ermessensspielraum in postkommunistischen und Entwicklungsländern in Afrika, Asien und Lateinamerika gekennzeichnet sind.[6]

Laut Juan Linz gehören Haiti unter der Herrschaft François Duvaliers (1957–1971), die Dominikanische Republik unter Rafael Trujillo (1930–1961), die Zentralafrikanische Republik (später Kaiserreich) unter Jean-Bédel Bokassa (1966–1979), die Philippinen unter Ferdinand Marcos (1965–1986) und der Iran während der Herrschaft der Pahlavi Dynastie (bis 1979) zu den sultanistischen Regime.[7] Auch die Herrschaft des ehemaligen rumänischen Machthabers Nicolae Ceaușescu wird dem Sultanismus zugerechnet[8], die der ehemaligen Diktatoren Fulgencio Batista (Kuba) und Anastasio Somoza García (Nicaragua) ebenfalls.[9]

2025 schlug der deutsche Politikwissenschaftler Wolfgang Merkel in den Frankfurter Heften vor, das Herrschaftssystem Donald Trumps in den Vereinigten Staaten Sultanismus zu nennen.

Auch wenn Trumps Herrschaftsweise und der Inhalt seiner Politik teilweise plutokratische und mit Einschränkungen auch faschistische Züge trage, erfassten die beiden Erklärungsversuche nicht die Eigenheit seines politischen Regimes. Es spreche wenig dafür, die USA unter Trump mit demselben Begriff zu beschreiben wie Mussolinis faschistisches Regime oder die Vernichtungsherrschaft des deutschen Nationalsozialismus. Plutokratisch sei das politische System der USA auch schon vor Trump gewesen. Zeigten sich nicht eher die bizarren Züge einer Herrschaft, die der Herrschaftssoziologe Max Weber schon vor 100 Jahren als patrimonial, genauer noch, als sultanistisch beschrieben hat?[10]

Sultanistische Regime seien personal, nicht legal-rational organisiert, Institutionen spielten keine handlungsleitende Rolle. Wichtige staatliche Positionen würden nicht nach meritokratischen Prinzipien besetzt, sondern nach Loyalitätskriterien handverlesen. Oft fänden sich unter den Ausgelesenen Familie, Freunde und Geschäftspartner. Die Loyalität zum Herrscher werde nicht durch eine kohärente Ideologie, Religion oder ein Charisma hergestellt, sondern durch das Doppelprinzip von »Furcht und Belohnung«. Es sei der Herrscher persönlich, der über deren probate Mischung entscheidet. Er regiere nach Ermessen, ungebunden von Ideologie und Werten; Verwaltungsnormen würden ausgehöhlt, der Herrscher entscheide. Die Unternehmen des Herrschers schlössen Geschäftsverträge mit dem Staat. Patronage, Nepotismus und Korruption würden zu informellen Leitnormen, anfangs im Herrschaftsapparat, danach auch in der Gesellschaft.[10]

Das eigentlich Erstaunliche sei, dass diese Art der traditionalen Herrschaftsweise sich mit den trumpschen Formen des Regierens in der wirtschaftlich höchstentwickelten und historisch scheinbar stabilsten Demokratie in solch ungeheurer Geschwindigkeit durchsetzen konnte.[10]

Literatur

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  • Houchang E. Chehabi and Juan J. Linz (Hrsg.): Sultanistic Regimes. Johns Hopkins University Press, Baltimore 1998, ISBN 978-0-801-85694-5.
  • Max Weber: Typen der Herrschaft, herausgegeben von Andrea Maurer, Reclam, Ditzingen 2019, ISBN 978-3-150-19538-3.

Weblinks

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  • Aris Trantidis: Sultanism, Eintrag in The SAGE Encyclopedia of Political Behavior.
  • Wolfgang Merkel: Das Herrschaftssystem des Donald Trump bedroht die Grundfesten der US-amerikanischen Demokratie. »No Kings«. In: Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, 1. September 2025.
  • Wolfgang Merkel im Interview mit Bascha Mika: Politikwissenschaftler Wolfgang Merkel über Trump – „Donald Trump zeigt ein offen sultanisches Auftreten“. In: Frankfurter Rundschau, 22. August 2025.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Max Weber: Typen der Herrschaft, herausgegeben von Andrea Maurer, Reclam, Ditzingen 2019, ISBN 978-3-15-019538-3, S. 7.
  2. ↑ Max Weber: Typen der Herrschaft, herausgegeben von Andrea Maurer, Reclam, Ditzingen 2019, ISBN 978-3-15-019538-3, S. 10.
  3. ↑ Max Weber: Typen der Herrschaft, herausgegeben von Andrea Maurer, Reclam, Ditzingen 2019, ISBN 978-3-15-019538-3, S. 16.
  4. ↑ Max Weber: Typen der Herrschaft, herausgegeben von Andrea Maurer, Reclam, Ditzingen 2019, ISBN 978-3-15-019538-3, S. 12.
  5. ↑ Max Weber: Typen der Herrschaft, herausgegeben von Andrea Maurer, Reclam, Ditzingen 2019, ISBN 978-3-15-019538-3, S. 54.
  6. ↑ a b c Aris Trantidis: Sultanism, Eintrag in The SAGE Encyclopedia of Political Behavior.
  7. ↑ Stanislav Balik und Michal Kubát: Undemokratische Regime. Theoretische Verortung und Fallbeispiele. Übersetzt aus dem Tschechischen von Iris Riedel, 2. Auflage, Verlag Barbara Budrich, Oplanden/Berlin/Toronto 2015, ISBN 978-3-8474-0728-7, S. 76.
  8. ↑ Richard Snyder: Path of Sultanistic Regimes. In: Houchang E. Chehabi and Juan J. Linz (Hrsg.): Sultanistic Regimes. Johns Hopkins University Press, Baltimore 1998, ISBN 978-0-801-85694-5, S. 49–81, hier S. 77.
  9. ↑ Houchang E. Chehabi and Juan Linz (Hrsg.): Sultanistic Regimes. Johns Hopkins University Press, Baltimore 1998, ISBN 978-0-801-85694-5, S. 85 ff. (Country studies).
  10. ↑ a b c Wolfgang Merkel: Das Herrschaftssystem des Donald Trump bedroht die Grundfesten der US-amerikanischen Demokratie. »No Kings«. In: Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, 1. September 2025.
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