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Schloss Chillon
Schloss Chillon

Schloss Chillon

Staat Schweiz
Ort Veytaux
Entstehungszeit 1150 erstmals erwÀhnt
Burgentyp Wasserburg
Erhaltungszustand Erhalten
Geographische Lage 46° 25â€Č N, 6° 56â€Č O46.4141666666676.9275385Koordinaten: 46° 24â€Č 51″ N, 6° 55â€Č 39″ O; CH1903: 560700 / 140441
Höhenlage 385 m ĂŒ. M.
Schloss Chillon (Kanton Waadt)
Schloss Chillon (Kanton Waadt)

Das Schloss Chillon (französisch ChĂąteau de Chillon [ʃiˈjɔ̃]) ist eine mittelalterliche Wasserburg im schweizerischen Kanton Waadt. Das grosse, vielgliedrige Bauwerk steht am Rand des Genfersees in der Gemeinde Veytaux fĂŒnf Kilometer sĂŒdöstlich von Montreux im Bezirk Riviera-Pays-d’Enhaut. Seine Ă€ltesten Bauteile sind vor etwa eintausend Jahren zur Zeit des burgundischen Königreichs unter dem Bischof von Sitten entstanden, ihre heutige Gestalt erhielt die Burg im 13. und 14. Jahrhundert unter der Herrschaft der Grafen von Savoyen. Von 1536 bis 1798 diente die Festung der bernischen Landvogtei von Vevey als Verwaltungszentrum und zuletzt noch als Magazin, und seit dem Jahr 1803 ist sie im Besitz des Kantons Waadt.

Dank der auffĂ€lligen Position am Genfersee vor der imposanten Gebirgskulisse der WaadtlĂ€nder Alpen und der Chablais-Alpen und mit seiner malerischen und gut erhaltenen GebĂ€udegruppe zĂ€hlt das Baudenkmal seit dem 18. Jahrhundert zu den beliebtesten landschaftlichen Bildvorlagen in der Westschweiz.[1] 2013 verzeichnete das Schloss Chillon 349'000[2] und im Jahr 2019 ĂŒber 430'000 Besucher. Es ist damit das meistfrequentierte historische Bauwerk der Schweiz.[3]

Die Burg Chillon steht seit 1891 unter kantonalem Denkmalschutz, sie gilt als Kulturgut von nationaler Bedeutung im Kanton Waadt und ist im Inventar der schĂŒtzenswerten Ortsbilder der Schweiz ISOS aufgefĂŒhrt. Im Auftrag des Kantons Waadt verwaltet die im Jahr 2002 gegrĂŒndete Schloss-Chillon-Stiftung das Bauwerk; sie erforscht und unterhĂ€lt es und macht es dem Publikum zugĂ€nglich.[4][5][6][7] Die Landschaft bei Chillon liegt bis zum See im Parc naturel rĂ©gional GruyĂšre Pays-d’Enhaut.

Plakat fĂŒr die Tourismuswerbung der Simplonlinie mit Schloss Chillon und den Dents du Midi im Hintergrund, Entwurf: Emil Cardinaux, 1928

Von 1897 bis 1934 liess der Kanton Waadt zusammen mit der 1887 gegrĂŒndeten Association pour la restauration du chĂąteau de Chillon unter der Leitung des Architekten und KantonsarchĂ€ologen Albert Naef und seiner Nachfolger in einem aufwĂ€ndigen Dokumentations- und Restaurierungsprojekt die Baugeschichte der Burg untersuchen und die Anlage wiederherstellen.[8] Die Sanierung der savoyischen Burg erfolgte unter der Aufsicht einer internationalen Expertengruppe und gilt als ein Musterbeispiel der frĂŒhen Denkmalpflege.

Lage

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Die Burg steht auf der Felseninsel Île de Chillon am Ostufer des Genfersees, die nur durch einen wenige Meter breiten Graben vom Seeufer getrennt ist. Die wĂ€hrend der Eiszeiten vom Rhonegletscher am Rand des Seebeckens herausgebildete Insel hat bei einer LĂ€nge von 120 Metern und einer Breite bis zu 48 Metern eine FlĂ€che von etwa 5070 mÂČ. Sie ist damit die grösste der sieben Inseln im Genfersee.[9] Der anstehende Kalkfels bildet vor dem Bergvorsprung einen flachen HĂŒgel, der in der Mitte der Burg ungefĂ€hr acht Meter ĂŒber die SeeoberflĂ€che herausragt. Auf der westlichen Seite fĂ€llt der Felsen vor den Burgmauern sehr steil tief in den See ab.[10]

Bei der Burginsel lĂ€sst der steile Berghang des westlichen AuslĂ€ufers der Rochers de Naye nur eine schmale, im Laufe der Jahrtausende kĂŒnstlich ausgebaute Passage von Montreux nach Villeneuve und in das Rhonetal frei. Die Stelle hat seit dem Mittelalter den Flurnamen Cluse (vgl. dazu: Klause) und wird in Urkunden aus dem 13. Jahrhundert als clusa de Chillon genannt.[11][12] Durch das Engnis bei der Burg fĂŒhrt seit der Antike eine Fernstrasse. Diese Passage benĂŒtzen heute nebeneinander die schweizerische Hauptstrasse 9 und die 1861 eröffnete Simplonstrecke der Eisenbahn und hoch darĂŒber auf dem kĂŒhnen, um 1969 gebauten Chillon-Viadukt die Autobahn A9, auf welcher auch die Routen der Europastrassen E 27 und E 62 verlaufen.

Die römische Strasse von Italien ĂŒber den Pass Summus Poeninus, den heutigen Grossen Sankt Bernhard, nach Lausanne und an den Rhein passierte hier den Genfersee; bei Villeneuve in der NĂ€he von Chillon stand an diesem Weg ein römischer Meilenstein,[13] der sich heute im Museum fĂŒr Geschichte und ArchĂ€ologie in Lausanne befindet. Im Mittelalter fĂŒhrte eine wichtige Handelsstrasse und Pilgerroute vom Norden ĂŒber die Alpen und nach Rom, die auch als Via Francigena bekannt war, dem Seeufer entlang.[14]

Luftbild von SĂŒden, Aufnahme von Werner Friedli, 1948. Sammlung Bildarchiv der ETH-Bibliothek

In der NĂ€he der Burg liegen die Haltestelle Veytaux-Chillon der Eisenbahn und die im Jahr 1939 eingerichtete Anlegestelle ChĂąteau-de-Chillon fĂŒr die Kursschiffe der Compagnie gĂ©nĂ©rale de navigation sur le lac LĂ©man. Die Burg und die Schiffstation sind durch die Uferpromenade verbunden, die von Montreux bis nach Villeneuve fĂŒhrt. An der Kantonsstrasse liegt ein grosser Parkplatz fĂŒr die Besucher der Burganlage. Seit 1957 ist der Ort durch den Trolleybus Vevey–Villeneuve an das öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen. Vorher hatte auch die 1888 eröffnete Strassenbahn Vevey–Chillon, die 1903 nach Villeneuve verlĂ€ngert worden war, die Fahrt direkt zur Burg ermöglicht.

Die Umgebung von Schloss Chillon gehört mit der FlÀche des Obersees von Montreux bis nach Saint-Gingolph im Kanton Wallis als Important Bird Area und Ramsar-Gebiet zur Schutzzone von Les Grangettes, in welcher die Schifffahrt BeschrÀnkungen unterliegt.[15]

Die Fortifikationsgeschichte des Passage obligĂ© von Chillon wurde im 20. Jahrhundert noch um ein Kapitel erweitert, als die Schweizer Armee im Zweiten Weltkrieg das Felsmassiv gegenĂŒber der Burginsel fĂŒr den Bau der starken «Sperrstelle Chillon» auswĂ€hlte. Diese sollte im Falle eines Angriffs auf die Schweiz den Weg vom Mittelland in den westlichen Teil der Armeestellung RĂ©duit sichern. AnfĂ€nglich hĂ€tte auch die mittelalterliche Burg selbst zur modernen Panzerabwehrfestung umgebaut werden sollen, worauf die Armeeleitung nach einem Besuch von General Henri Guisan am 3. September 1940 in Chillon jedoch verzichtete.[16] Die von der Gebirgsbrigade 10 gebaute Anlage östlich der Burg umfasste Panzerhindernisse an der Strasse und der Bahnlinie, Infanteriebunker und das Artilleriewerk Chillon, die noch heute in der Umgebung der Burg vorhanden sind und eine eigene militĂ€rgeschichtliche Besucherattraktion darstellen.[17][18] Das geplante Abwehrdispositiv erstreckte sich ĂŒber die Rhoneebene bis zum zweiten Strassenengnis im Chablais bei der Burg von Porte-du-Scex an der Route auf der andern Seite des Genfersees von Évian-les-Bains nach Monthey.[19]

Name

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Die mittelalterliche Burg ist erstmals in einem Dokument aus dem Jahr 1150 mit dem Namen Chillun erwÀhnt, 1157 als Cilon, in einer andern Urkunde aus dem Jahr 1195 als castrum Quilonis.

Im Mittelalter stand nahe bei der Burg das Dorf Chillon. Diese Siedlung war möglicherweise Ă€lter als die Festung auf dem Felsen im See, sie könnte aber auch zunĂ€chst als Wirtschaftsbetrieb der Burg entstanden sein. Der Ortsname Chillon kommt gemĂ€ss dem Schweizer Ethnologen und Linguisten Albert Samuel Gatschet vom frankoprovenzalischen Dialektwort chillon,[20] das einen flachen Stein oder Felsen bezeichnet und hier also wohl den Namen der Insel im See und davon abgeleitet dann auch den Ortsnamen der ehemaligen Siedlung ergab.[21] Das Wort entspricht dem altfranzösischen chail und französisch caillou.[22] Der dialektale Festungsname “ChĂątĂ©l de chillon” bedeutete demnach ursprĂŒnglich nichts anderes als «Felsenburg».

Geschichte

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Vorgeschichte

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Auf der Felskuppe, wo heute das Schloss Chillon steht, fand man bei den archĂ€ologischen Untersuchungen um 1900 Spuren einer Besiedlung seit der Bronzezeit und Objekte aus der Zeit des Römischen Reiches; wegen der spĂ€teren VerĂ€nderung der FelsoberflĂ€che und der starken BautĂ€tigkeit im Mittelalter sind jedoch allfĂ€llige urgeschichtliche oder antike GebĂ€ude nicht zu rekonstruieren. Bei Unterwasseruntersuchungen in der NĂ€he der Burg hat man 1969 Reste einer prĂ€historischen Seeufersiedlung entdeckt.[23] FrĂŒhere Bauwerke auf der Insel dĂŒrften schon beim sogenannten Tauredunum-Ereignis im Jahr 563, von welchem die Chronisten Gregor von Tours[24] und Marius von Avenches[25] berichten, nach einem grossen Bergsturz an der gegenĂŒberliegenden Talseite ĂŒberflutet und wohl zerstört worden sein.

Die Bischofsburg

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Reliquiar aus dem Altar der hochmittelalterlichen Burgkapelle

Die Ă€ltesten, noch heute sichtbaren Bauteile der Burg sind die Fundamente einer frĂŒh- oder hochmittelalterlichen Kapelle, eine Partie der inneren Umfassungsmauer, die wohl aus dem 10. oder dem 11. Jahrhundert stammt, sowie der untere Bauabschnitt des Hauptturms (Donjon). Die Landschaft im Rhonetal unterstand dem Bischof von Sitten, seit der burgundische König Rudolf III. im Jahr 999 dem Bischof Hugo von Sitten die Grafschaftsrechte im Wallis ĂŒbertragen hatte.[26] Schon seit dem FrĂŒhmittelalter gehörten neben Chillon noch einige andere GĂŒter in der Waadt und an der Riviera am Genfersee, etwa bei Lausanne, Montreux und Vevey, dem Walliser Bischof.[27] Die erste mittelalterliche Burg Chillon mit der kleinen Burgkirche, die dem Patrozinium des heiligen Tryphon unterstand, dĂŒrfte an der strategisch wichtigen Stelle am Ausgang aus dem Wallis im Auftrag des Bischofs gebaut worden sein. Zeitweise verwaltete im 11. Jahrhundert die savoyische Adelsfamilie von Allinges im bischöflichen Dienst die Burg.

Unmittelbar bei der Burg und beim Dorf Chillon war das Strassenengnis durch zwei Tore gesichert, die porta burgi Chillonis a parte Cluse im Norden und die porta burgi Chillonis a parte Villanovae im SĂŒden. Bei der nördlichen Sperre liess Graf Peter II. von Savoyen einen Torturm errichten, der in den Quellen la tornette genannt wird und noch bis 1774 vorhanden war, als er beim Ausbau der Landstrasse abgebrochen wurde.[28] Die Bewohner verliessen das Dorf am Ende des Mittelalters und zogen in das nur einen Kilometer nördlich gelegene Dorf Veytaux oder nach Villeneuve.[29] Um 2020 sind bei Umgebungsarbeiten im VorgelĂ€nde am See Überreste des mittelalterlichen Dorfes zum Vorschein gekommen.[30]

Der bei Chillon seit dem Hochmittelalter erhobene bedeutende Strassenzoll wurde im 13. Jahrhundert in die sĂŒdlich der Burg von den Grafen von Savoyen neu gegrĂŒndete Stadt ville neuve de Chillon («Neue Stadt von Chillon») verlegt, aus welcher die heutige Ortschaft Villeneuve hervorging.[31]

WandgemÀlde in der Burg Chillon mit dem Wappen der Grafen von Savoyen

Savoyische Kastlanei und FĂŒrstenresidenz

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Als die Grafen von Savoyen seit dem 11. Jahrhundert ihren Machtbereich in das untere Rhonetal ausdehnten, brachten sie nach dem Kloster Saint-Maurice auch das Chablais unter ihre Gewalt. WĂ€hrend sie viele Grundrechte des Bischofs von Sitten in der Genferseeregion an sich ziehen konnten, blieb die Burg Chillon noch bis zum SpĂ€tmittelalter in dessen Besitz. Die Kastlane, die im grĂ€flichen Dienst auf der Inselburg amteten, entrichteten dafĂŒr dem Bischof einen jĂ€hrlichen Zins von sechs Pfund Pfeffer.[32] Der erste savoyische Kastlan von Chillon ist 1198 erwĂ€hnt. Im Jahr 1233 hielten Bischof Landri von Sitten und der savoyische Adlige Aymon urkundlich fest, dass der Savoyer die Burg Chillon als Lehen von Sitten innehabe,[33] und dieses VerhĂ€ltnis blieb bis ins 15. Jahrhundert bestehen. Graf Thomas I. von Savoyen dehnte seine Herrschaft auf das Gebiet der Waadt nördlich des Genfersees aus, und als er dabei in den Konflikt mit dem Herzog von ZĂ€hringen geriet, liess er die Burg Chillon verstĂ€rken: Vor der Ă€lteren Umfassungsmauer entstand die zweite landseitige Wehrmauer und zum See hin ein erster Teil der grossen WohngebĂ€ude. Auf der Landseite der Festung liess Graf Peter II. von Savoyen um 1255 drei halbrunde TĂŒrme errichten, die im 14. und 15. Jahrhundert weiter ausgebaut wurden und zur besseren Verteidigung Schiessscharten und vor den WehrgĂ€ngen Maschikuli erhielten. Im Jahr 1265 war die Burg Chillon gemĂ€ss dem savoyischen Chronisten der Schauplatz eines Kampfes zwischen Savoyen und den Habsburgern.[34] Seit dem 13. Jahrhundert sind in den Rechnungen der Burg einzelne Baumeister namentlich erwĂ€hnt, zu den frĂŒhesten gehörten Pierre Mainier, dem Architekten der Burg von Yverdon, und Jacques de Saint-Georges[35], der besonders fĂŒr seine Burgen in Wales bekannt ist.

«Camera domini», Wohnraum fĂŒr den Grafen von Savoyen, 14. Jahrhundert

Im turmartigen Wohntrakt, der Camera domini (Tour d’Alinges), in der neuen Kapelle des hl. Georg und in den grossen Hallen sind Reste von Fresken aus dem 13. und 14. Jahrhundert zu sehen. Die WohnrĂ€ume weisen grosse Kamine auf und sind mit reichen Wandmalereien verziert, die gemĂ€ss dem Architekturhistoriker Heinrich von GeymĂŒller zu den besten Werken der Malerei in Frankreich aus jener Zeit zu rechnen sind.[36] Diese stammen zum Teil vom waadtlĂ€ndischen Maler Johann von Grandson, der im Auftrag von Graf Aymon den Wohntrakt kunstvoll ausschmĂŒckte. Der Maler arbeitete mit vorzĂŒglichen Meistern seiner Zeit zusammen; so konnte er mit dem savoyischen Hofmaler Georges d’Aigle aus Florenz, der ein SchĂŒler Giottos war und im Jahr 1348 in der Grossen Pest starb,[37] GemĂ€lde in der Abteikirche von Hautecombe am Lac du Bourget, wo sich die Grablege der savoyischen FĂŒrsten befand, ausfĂŒhren.[38] Johann von Grandsons monumentale Bilder in Chillon, ausgefĂŒhrt in der Technik der Eitempera, zeigen den Heiligen Georg als Drachentöter, verschiedene Tiere und geometrische Motive. Sie sind die einzigen noch erhaltenen Wandmalereien aus jener Zeit in einer savoyischen Burg, da die andern Residenzen der Grafen in Savoyen und im Piemont spĂ€ter stark verĂ€ndert worden sind.[39]

Das im 19. Jahrhundert ĂŒbertĂŒnchte Hauptwerk des Malers Johann von Grandson in der Camera domini ist dank der Restaurierung durch den Maler Ernest Correvon (1873–1965) wieder gut zu erkennen. Auch die gewölbte Holzdecke des Rittersaals, verschiedene Fenster, Kamine und weitere Bauteile sind Rekonstruktionen des frĂŒhen 20. Jahrhunderts.[40] Die Burg diente gelegentlich den Grafen von Savoyen als Residenz und wurde in ihrem Dienst von einem Burgvogt unterhalten, dem die Kastlanei von Chillon und in der Funktion als Landvogt die Verwaltung der savoyischen Herrschaft (Ballei) Chablais oblag. Im Jahr 1442 weilte der der erste Herzog von Savoyen und Gegenpapst Amadeus VIII. in Chillon.

Wandmalerei mit Wappen bernischer Landvögte

Bernischer Landvogteisitz

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Seit dem 15. Jahrhundert verschĂ€rfte sich der Konflikt zwischen den Herzögen von Savoyen und der eidgenössischen Stadt Bern. Hatten die bernischen und freiburgischen Truppen nach einem Angriff auf das Land der savoyischen Regentin Jolanda und gegen Chillon wĂ€hrend der Burgunderkriege im Jahr 1475 noch unverrichteter Dinge wieder abziehen mĂŒssen,[41] musste Savoyen dennoch im Frieden von Freiburg 1476 die nahe bei Chillon gelegene Herrschaft Aigle an Bern abtreten. Damit kam der Burg Chillon die Bedeutung einer savoyischen Grenzfestung gegen das mĂ€chtige Bern zu.

Rest des Berner Wappens an der Seefassade der Burg

Im Zusammenhang mit der Reformation in der Stadt Genf fand Bern einen neuen Kriegsgrund, und beim Feldzug 1536[42] nahm es die wichtige Burg am Genfersee im Jahr 1536 in Besitz, wĂ€hrend Herzog Karl III. gerade einem französischen Angriff ausgesetzt war und sogar die beiden HauptstĂ€dte Chambery und Turin fĂŒr Jahrzehnte an Frankreich verlor. Als der bernische Auszug unter der FĂŒhrung des Hauptmanns Hans Franz NĂ€geli im FrĂŒhjahr 1536 die Waadt, das Pays de Gex und das Chablais eingenommen hatte und zusammen mit einer Flotte aus Genf am 17. MĂ€rz vor Chillon aufmarschierte, floh die savoyische Burgbesatzung wie vom Herzog angeordnet mit ihrem AnfĂŒhrer Antoine de Beaufort ĂŒber den Genfersee und in das savoyische Faucigny.[43] In der Burg befreiten die Berner den Genfer Prior François Bonivard (1496–1570), der wegen seines Eintretens fĂŒr die Reformation und die UnabhĂ€ngigkeit der Stadt Genf von den Savoyern sechs Jahre zuvor inhaftiert worden war, sowie drei weitere eingekerkerte Genfer. Lord Byrons berĂŒhmtes Gedicht Der Gefangene von Chillon, das entstand, nachdem der Autor 1816 die Burg besucht hatte, befasst sich mit Bonivards Schicksal; diese Verse trugen viel zur Bekanntheit der Burg am Genfersee im 19. Jahrhundert bei. Man kann die SĂ€ule, an die Bonivard jahrelang angekettet gewesen war, im GefĂ€ngnisgewölbe an der Seeseite der Burg noch immer besichtigen.

An die Zeit unter der bernischen Herrschaft erinnert der Überrest eines grossen, an der Seeseite der Burg auf die Umfassungsmauer gemalten Berner Wappens. Von 1536 bis 1733 war die Burg Sitz des bernischen Landvogts von Vevey, der zugleich Hauptmann von Chillon war; im Jahr 1733 wurde der Landvogteisitz nach Vevey verlegt und die Burg auf der Insel diente vorwiegend noch als Strassenfestung, Magazin und GefĂ€ngnis. Eine HolzbrĂŒcke ersetzte die Ă€ltere ZugbrĂŒcke. Im Hafen neben der Burg stationierte Bern die kleine militĂ€rische Genferseeflotte.

DomÀne und Baudenkmal des Kantons Waadt

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In den ersten Jahren der Helvetischen Republik, die von 1798 bis 1799 bestand, verlegten die neuen Behörden politische Gefangene, die der Revolution gefÀhrlich werden konnten, in die Burg am Genfersee, in welcher bis 1802 französisches MilitÀr stationiert war. Die Burg galt als Nationalbesitz der Helvetischen Republik und lag jetzt im kurzlebigen helvetischen Kanton Léman.

Schloss Chillon, Fotografie, Albuminsilberabzug von Sir John Joscelyn Coghill, 1855 (Sammlung Metropolitan Museum of Art)[44]

Seit 1803 gehört das Bauwerk dem Kanton Waadt, der es im 19. Jahrhundert unter anderem als GefĂ€ngnis, Zeughaus, Waffenlager und Invalidenhospital benĂŒtzte und dabei mit verschiedenen Bauarbeiten die alten BurggebĂ€ude den neuen Funktionen anpasste. In den ehemaligen GefĂ€ngnisrĂ€umen sind eine Wachstube und ein Galgen erhalten geblieben. So wie die alte savoyische Burg von Morges im Westen und die Burg von Moudon im Nordosten des Kantonsgebiets bildete Chillon eines der grossen Magazine fĂŒr MilitĂ€rmaterial. Im Hauptturm richtete der Kanton ein Pulverlager ein und liess dafĂŒr das Mauerwerk massiv verstĂ€rken und mit neuen Mauerschlitzen belĂŒften.[45] Im Jahr 1817 wurde das Eingangstor der Burg verbreitert, damit auch schwere GĂŒterwagen in den Schlosshof fahren konnten, und neue, breite ZugĂ€nge erlaubten es, mit den Artilleriekanonen in die zu Depots umfunktionierten BurgsĂ€le zu gelangen.

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts hat man sogar einmal erwogen, die Burg Chillon als Abbruchobjekt abzuschreiben und die Steine beim Bau der Eisenbahn zu benĂŒtzen. Doch schon seit langem hatten die Landschaft mit der grossen Burg und die romantischen Geschichten um die ehemaligen Gefangenen viele in ihren Bann gezogen, und auch das Interesse fĂŒr die herausragende geschichtliche Bedeutung des Monuments erwachte. Und so besuchten immer mehr Reisende das Schloss, das man seit den 1820er Jahren auch von den neuen Dampfschiffen auf dem Genfersee aus betrachten konnte. Hatte schon Rousseau die Burg in seinem Briefroman Julie ou la Nouvelle HĂ©loĂŻse von 1761 als Schauplatz einer SchlĂŒsselszene ausgewĂ€hlt, liessen sich nun neben Lord Byron noch weitere Schriftsteller wie Victor Hugo, Alexandre Dumas, Alphonse de Lamartine, Rodolphe Töpffer, Gustave Flaubert und Charles Ferdinand Ramuz vom Ort inspirieren.[46] Der französische Maler Gustave Courbet bildete Chillon wĂ€hrend seines Aufenthalts am Genfersee mehrmals ab, und auch von EugĂšne Delacroix, der von Lord Byrons Gedichten beeinflusst war, sowie von weiteren KĂŒnstlern sind Veduten der Wasserburg ĂŒberliefert, deren Bild im Zeitalter des frĂŒhen Tourismus nun auch durch die Fotografie weitherum bekannt wurde.

Den vom Kanton eingesetzten Gefangenen- und ZeughauswĂ€rtern oblag es nun auch, die Besucher durch die Anlage zu fĂŒhren. Auf einer Sitzung der Westschweizer Historischen Gesellschaft SociĂ©tĂ© d’histoire de la Suisse romande im Jahr 1842 im Schloss erging die Anregung an die waadtlĂ€ndische Kantonsregierung, wenigstens die herausragende mittelalterliche Burgkapelle von Chillon möge der militĂ€rischen Nutzung entzogen und restauriert werden und ein Saal der Burg sei fĂŒr ein historisches Museum zu verwenden.[47] Dessen ungeachtet beschloss der Grosse Rat des Kantons Waadt im Jahr 1843, die GefĂ€ngnisanlage in der Burg auszubauen, und im folgenden Jahr entstanden im Westtrakt neue HĂ€ftlingszellen und andere Einrichtungen, und die InnenwĂ€nde mit den historischen Wandmalereien wurden neu verputzt. 1847 sassen Gefangene aus dem Sonderbundskrieg im GefĂ€ngnis von Chillon, 1871 hielten sich französische Internierte aus dem Deutsch-Französischen Krieg in der Burg auf. Erst mit einem Beschluss des Staatsrats im November 1894 wurde das GefĂ€ngnis von Chillon aufgehoben, und die HĂ€ftlinge kamen in die kantonale Haftanstalt in Lausanne. Von 1866 bis 1898 befand sich ausserdem im Burgturm ein Depot des WaadtlĂ€ndischen Kantonsarchivs.

Ab 1897 bis 1934 liess der Kanton Waadt zusammen mit der 1887 gegrĂŒndeten Association pour la restauration du chĂąteau de Chillon unter der Leitung des Denkmalpflegers Albert Naef und der Architekten Ernest Burnat und Adolphe Burnat in einem aufwĂ€ndigen Ausgrabungs- und Restaurierungsprojekt einen historischen Zustand des Bauwerks wiederherstellen. Die jĂŒngste Sanierungskampagne der Burg dauerte bis 2020.

Historische Bilder

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  • Kupferstich von Johann Ludwig Nöthiger, 1744
    Kupferstich von Johann Ludwig Nöthiger, 1744
  • Aus Meyers’ Universum 1837
    Aus Meyers’ Universum 1837
  • Chromolithografie, A. Cuvillier, nach 1861
    Chromolithografie, A. Cuvillier, nach 1861
  • Schloss Chillon und Villeneuve, Öl auf Karton, Hubert Sattler (zug.), 19. Jh.
    Schloss Chillon und Villeneuve, Öl auf Karton, Hubert Sattler (zug.), 19. Jh.
  • Schloss Chillon von SĂŒdosten, undatiert
    Schloss Chillon von SĂŒdosten, undatiert
  • Briefmarke der Schweizer Post, 1934
    Briefmarke der Schweizer Post, 1934

Restaurierung

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Um 1823 zeichnete Jean-Jacques de la Rottaz (1787–1882) im Hinblick auf die kantonale Nutzung als Magazin und GefĂ€ngnis den ersten genauen Grundrissplan der Burg Chillon.[48]

Datierung eines neu rekonstruierten Bauteils der Burg

Erst in der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts nahm der Kanton Waadt zusammen mit der 1887 gegrĂŒndeten Association pour la restauration du chĂąteau de Chillon die umfassende Restaurierung der Burg an die Hand.[49] Erstmals begrĂŒndete man im Kanton mit umfassenden archĂ€ologischen und kunsthistorischen Forschungen am Bau die Gesamtrenovation eines so grossen Monuments. Bekannte Schweizer Fachleute der Denkmalpflege wie Johann Rudolf Rahn, ein MitbegrĂŒnder der VaterlĂ€ndischen Gesellschaft fĂŒr Erhaltung historischer DenkmĂ€ler (heute Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte), und Heinrich von GeymĂŒller, der auch an den Arbeiten des MailĂ€nder Doms mitwirkte, prĂ€gten die Arbeiten von Anfang an. Rahn verfasste fĂŒr die Antiquarische Gesellschaft in ZĂŒrich von 1887 bis 1889 drei ausfĂŒhrliche Berichte ĂŒber die Geschichte und den Zustand der Burg Chillon sowie einen Artikel fĂŒr die Schweizerische Bauzeitung und begrĂŒndete mit diesen Schriften die architekturgeschichtliche Bedeutung des Baudenkmals. Kaiser Wilhelm II. erkundigte sich persönlich nach den denkmalpflegerischen Erfahrungen auf Schloss Chillon im Hinblick auf die geplante Wiederherstellung der Hohkönigsburg im Elsass.

Die Gesellschaft fĂŒr die Restaurierung der Burg Chillon, die am 14. November 1889 vom Grossen Rat des Kantons Waadt als Person des öffentlichen Rechts anerkannt wurde, setzte unter dem PrĂ€sidium des Staatsrats EugĂšne Ruffy eine Technische Kommission ein, um die vielfĂ€ltigen Aufgaben rund um die Erforschung und die Instandsetzung des grossen Bauwerkes zu planen und zu leiten. Zu dieser Expertengruppe gehörten neben Johann Rudolf Rahn und Heinrich von GeymĂŒller auch ThĂ©odore Fivel aus Chambery, ein guter Kenner der savoyischen Burgenarchitektur, der Architekt LĂ©o ChĂątelain von Neuenburg und der WaadtlĂ€ndische Kantonsarchitekt Henri Assinare, SchĂŒler von Jean-Daniel Blavignac in Genf und Mitarbeiter und Nachfolger von EugĂšne Viollet-le-Duc bei der Restaurierung der Kathedrale von Lausanne.[50] GeymĂŒller verfasste 1896 im Auftrag der Baukommission ein wissenschaftliches Rahmenprogramm fĂŒr die geplanten Arbeiten. Im Jahr 1898 erliess der Kanton Waadt, als erster in der Schweiz, aufgrund eines Entwurfs aus der Feder von Albert Naef ein modernes Denkmalpflegegesetz.

Tor und Doppelfenster des Gerichtssaals. Fotografie Max van Berchem 1899 (Fotosammlung Schweizerische Nationalbibliothek)

Der Kanton ĂŒbertrug die Verantwortung fĂŒr die Arbeiten an der Burg Chillon der neuen Gesellschaft. 1893 nahm Staatsrat Marc Ruchet als Nachfolger von EugĂšne Ruffy Einsitz in deren Vorstand. Seit ihrer GrĂŒndung verfolgte die Vereinigung auch das Ziel, in der sanierten Burg dereinst ein historisches Museum einzurichten. Deshalb trug sie von Anfang an einen Grundstock von historischen GegenstĂ€nden zusammen, mit denen die RĂ€ume der Burg möbliert werden könnten. Viele GegenstĂ€nde wie Waffen, MĂŒnzen und Gebrauchsobjekte kamen bei den archĂ€ologischen Ausgrabungen in der Burg und im Burggraben zum Vorschein.[51] 1892 setzte eine besondere Museumskommission, bestehend aus dem Bildungsdirektor des Kantons Waadt, dem Architekten Burnat und dem Konservator des kantonalen AltertĂŒmermuseums, die Beschaffung von Museumsgut fort.[52] Einige nicht als Original verfĂŒgbare Möbel liess die Gesellschaft nach Vergleichsbeispielen in andern kulturgeschichtlichen Sammlungen aus dem ehemaligen savoyischen Herrschaftsgebiet nach traditionellen Techniken kunsthandwerklich herstellen. Die heute noch in der Burg ausgestellten historischen Objekte gehören zum «Fonds Chillon» der Sammlung des Museums fĂŒr ArchĂ€ologie und Geschichte des Kantons Waadt.[53]

Nach ersten archĂ€ologischen Sondierungen durch Albert Naef im Jahr 1892 vergingen einige Jahre bis zum Beginn des Restaurierungsprojekts. ZunĂ€chst liess die Baugesellschaft 1896 die GebĂ€udegruppe der Burg genau vermessen. Am Anfang leitete der Architekt Ernest Burnat von Vevey die Arbeiten, der ebenfalls bei der Restaurierung der Kathedrale von Lausanne mitgewirkt hatte. Ihm standen in Chillon die Architekten EugĂšne Jost (1865–1946)[54] aus Vevey, Otto Schmid (1873–1957) aus Veytaux und Paul Rosset (1872–1954) aus Lausanne zur Seite. Wie von Rahn verlangt, untersuchten die Baufachleute und Restauratoren die einzelnen Bestandteile des Bauwerks sehr genau, identifizierten die verschiedenen Bauphasen und dokumentierten die Befunde zeichnerisch und fotografisch. Mit der Aufnahme der zahlreichen Lichtbilder betraute Albert Naef die Ateliers von Fred Boissonnas in Genf und spĂ€ter von Rodolphe Schlemmer[55][56] in Montreux. Man folgte in der Anfangszeit dem denkmalpflegerischen Grundsatz, die Baumassnahmen aus den verschiedenen Epochen zu respektieren und zu erhalten. Die bei der anschliessenden Restaurierung ergĂ€nzten Bauteile sind deutlich gekennzeichnet, so dass der noch vorhandene Altbestand erkennbar ist.

Um die Beobachtungen am Bauwerk zeitlich einordnen zu können, konsultierte Albert Naef die in Lausanne aufbewahrten Landvogtrechnungen aus der Zeit der bernischen Herrschaft ĂŒber die Waadt, und der Archivadjunkt des waadtlĂ€ndischen Staatsarchivs Alfred Millioud[57] durchforschte im königlichen Archiv in Turin die Rechnungsrollen der savoyischen Kastlane und Landvögte aus der Zeit von 1257 bis 1508. Die Informationen aus der grossen Menge historischer Dokumente ergab zusammen mit den Beobachtungen am Bauwerk eine reiche Quellensammlung zur Baugeschichte der Burg Chillon.

Burgkapelle von Chillon

Um 1900 liess die Baukommission das Innere der Burgkapelle untersuchen. Beim Entfernen der jĂŒngeren Verputzschichten kamen die mittelalterlichen Wandmalereien, die unter Graf Amadeus V. von Savoyen entstanden waren, wieder zum Vorschein.[58] Auch in der camera domini waren an den WĂ€nden Reste der kostbaren Fresken aus dem 14. Jahrhundert noch vorhanden. Albert Naef beschrieb die von ihm zwischen 1894 und 1903 entdeckte herausragende Ausstattung in einer besonderen, reich illustrierten Publikation, die 1908 bei FrĂ©dĂ©ric Boissonnas herauskam. Anhand der noch vorhandenen Malereireste und der im Bauschutt gefundenen Mörtelfragmente gelang es Naef, die monumentale AusschmĂŒckung des grĂ€flichen Wohnraums zu rekonstruieren. Er konnte verschiedene Phasen der Wandbilder unterscheiden, von den einfachen Ă€lteren Dekorationen ĂŒber das Hauptwerk des waadtlĂ€ndischen Malers Johann von Grandson bis zu ErgĂ€nzungen in der Bernerzeit. 1905 engagierte Naef den Maler und Restaurator Ernest Correvon (1873–1965), der fĂŒr ihn schon in der Kathedrale von Lausanne WandgemĂ€lde restauriert hatte, fĂŒr die Rettung der Wandbilder von Chillon. Nach sorgfĂ€ltigen Untersuchungen und Malproben beschloss die Technische Kommission, nur die noch im Original vorhandenen Motive zu sichern und die fehlenden Bildteile auf den ĂŒbrigen Wandpartien nicht zu rekonstruieren, sondern mit feinen Linien und Farbtönen anzudeuten.[59] Von 1908 bis 1914 untersuchte und restaurierte Ernest Correvon auch die mittelalterlichen Wandbilder in der Burgkapelle, wo ihm die teilweise neu zusammengesetzte Kommission jetzt viel mehr Freiheiten liess. Der KĂŒnstler hatte inzwischen auch die Ausmalung anderer romanischer und gotischer Monumente im Kanton Waadt studiert und schuf nach solchen Beispielen, etwa den Fresken in der Klosterkirche von RomainmĂŽtier, neue Wandbilder fĂŒr die Burgkapelle von Chillon.[60]

Im Jahr 1903 liess Albert Naef mit einer grossen Baumannschaft den mit viel Schutt verfĂŒllten Burggraben freilegen. Über die Jahrhunderte und wohl auch beim Bau der Eisenbahn und des Fusswegs Quai Alfred Chatelanat hatte der Zwischenraum vor der Burgmauer als Deponie gedient. In den Kulturschichten im Burggraben fand man zahlreiche historische Objekte aus der Burggeschichte. Als man den provisorischen Schutzdamm an der Baustelle am 13. Mai 1903 wieder entfernte, gewann das Bauwerk das Erscheinungsbild einer Wasserburg zurĂŒck.[61]

Im Jahr 1909 starb Henry de GeymĂŒller und im Jahr 1912 auch Johann Jakob Rahn, und daraufhin stiessen der piemontesische Denkmalpfleger Alfredo d’Andrade und der schweizerische Kunsthistoriker Josef Zemp, Professor an der ETH ZĂŒrich, zur Technischen Kommission von Chillon. Bis ĂŒber den Ersten Weltkrieg hinaus fĂŒhrte Albert Naef die Restaurierungsarbeiten weiter. Im Hinblick auf den Besuch des 5. Internationalen Kongresses der Olympischen Spiele in Chillon wurde ein grosser Saal im Schloss restauriert.[62] In die Zwischenkriegszeit fĂ€llt die Restaurierung der ĂŒbrigen HauptgebĂ€ude der Burg, wobei nun im Unterschied zu den frĂŒheren Eingriffen viel mehr Architekturelemente frei rekonstruiert wurden. Als Albert Naef 1935 altershalber aus der Technischen Kommission ausschied, folgte auf ihn der neue KantonsarchĂ€ologe der Waadt Louis Bosset als Bauleiter.[63]

Seit den 1990er Jahren befasste sich die Denkmalpflege des Kantons Waadt mit SchÀden, die am Baudenkmal wegen der zunehmenden Besucherzahl und die veralteten technischen Installationen entstanden waren. Mit einer besseren Beleuchtung gelang es, die QualitÀt der InnenrÀume anschaulicher zu vermitteln.[64]

Blick von SĂŒdosten auf die Burganlage

Architektur

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Die Burg auf der Insel hat ihre heutige Gestalt im Zeitraum von mehreren Jahrhunderten erhalten. Die Form der eiszeitlich gebildeten Felskuppe im Genfersee ist dabei wohl immer wieder verĂ€ndert worden. Die frĂŒheste nachweisbare Burganlage bestand möglicherweise nur aus einer Umfassungsmauer auf dem oberen HĂŒgelplateau und einer einfachen Toranlage. Dieser noch heute auf der Landseite erhaltene innere Mauerzug trennt die oberen Innenhöfe vom östlichen Hof an der neueren Umfassungsmauer. Neben dem Burgeingang stand die Tryphonkapelle mit einer runden Apsis.

Im Hochmittelalter entstand an der höchsten Stelle des HĂŒgels mitten im ummauerten Burgareal der rechteckige Burgturm, dessen ursprĂŒngliche Höhe schon Albert Naef identifiziert hat. Seit der Restaurierung ist die Baufuge ĂŒber dem ursprĂŒnglichen Zinnenkranz sichtbar. Zu einem nĂ€chsten Ausbauschritt gehören die neue Burgkapelle im Norden der Anlage und die GebĂ€udegruppe sĂŒdlich des Burgtors mit der hohen Bastion ĂŒber dem Burghafen.

Bei der grossen Erweiterung der Burg im 13. Jahrhundert diente nun die ganze FlĂ€che der Insel als Baugrund, an den Flanken des HĂŒgels errichteten die Baumeister StĂŒtzkonstruktionen fĂŒr die darĂŒber liegenden GebĂ€ude. Auf der Strassenseite entstand die zweite Umfassungsmauer mit drei halbrunden TĂŒrmen und im dahinter liegenden Zwischenraum wurde ein Gewölbekeller errichtet. Über die Wehrmauern und die Trennmauer zwischen den Innenhöfen verlaufen WehrgĂ€nge. Auf der Westseite der Insel entfernte man die Ă€ltere Burgmauer, um fĂŒr die langgestreckte GebĂ€udegruppe Platz zu schaffen, die heute die Seefassade bildet. Von SĂŒden nach Norden besteht diese HĂ€userreihe aus einem niedrigen Bauwerk, in dem sich frĂŒher die StĂ€lle befanden, einem kleinen Zwischenbau, der 1265 errichteten Aula nova, die in bernischer Zeit als Zeughaus diente und die grosse KĂŒche enthielt, weiteren ZwischengebĂ€uden und dem grossen GebĂ€ude ĂŒber dem hohen Kellergewölbe; in diesem Palas aus der Mitte des 13. Jahrhunderts befinden sich auf der Höhe des nördlichen Innenhofs der Gerichtssaal und im Obergeschoss der Rittersaal und dazu die Chambre de la duchesse; weiter gegen Norden schliesst ein enger Latrinenbau an, und danach folgen das alte GebĂ€ude der Tour du duc mit dem herrschaftlichen Wohnraum der Camera domini, die besonders qualitĂ€tvolle Wandmalereien aufweist, und die Burgkapelle, die ein Maler mit dem Namen Jacob im Auftrag von Graf Amadeus V. im Jahr 1314 ausschmĂŒckte.

Bis zum Ende des Mittelalters und in der Zeit, da die Burg als bernischer Landvogteisitz diente, wurden nur wenige Bereiche des Bauwerks verĂ€ndert. Auf der Landseite hat man neuere Schiessscharten aus den Mauern gebrochen und die WehrgĂ€nge verstĂ€rkt, auf der Seeseite wurden TĂŒren und Fenster zugemauert, in unbekannter Zeit erhielt der Hauptturm ein neues Obergeschoss. Schwerere Eingriffe stammen aus dem 19. Jahrhundert wegen des Zeughausbetriebs. Nach der Restaurierung seit der Wende zum 20. Jahrhundert hat die vielteilige Burganlage mit 25 GebĂ€uden und etwa 40 InnenrĂ€umen auf mehreren Stockwerken einen architektonischen Zustand zurĂŒckgewonnen, dessen Geschichte man auf dem didaktisch gestalteten Rundgang durch das verwinkelte Burgmuseum und ĂŒber die Treppen, Mauern und TĂŒrme gut ablesen kann.

Vor der Burg befinden sich seit dem 20. Jahrhundert zwischen der Bahnlinie und dem Seeufer ein kleiner Savoyischer Park, der im Inventar der historischen GĂ€rten der Schweiz aufgefĂŒhrt ist, sowie eine Promenade, GĂ€rten und einzelne GebĂ€ude. Die BrĂŒcke ĂŒber die Eisenbahnlinie stammt von 1861 und ist eine der Ă€ltesten EisenbrĂŒcken der Schweiz; 1937 erhielt sie ein von Otto Schmid entworfenes Dach.[65] Im Jahr 1901 verkaufte die Bahngesellschaft der DomĂ€ne Chillon die Parzelle vor dem Schloss.

Nach einem 2012 ausgeschriebenen Architekturwettbewerb liessen der Kanton Waadt und die Schloss-Chillon-Stiftung im Jahr 2020 das Gebiet umfassend erneuern; ein moderner Empfangspavillon und das Café Byron bieten dem Publikum die von einem erstrangigen Baudenkmal erwarteten Dienste, der savoyische Garten blieb erhalten, und die freie FlÀche am See ist als Englischer Garten zwischen der Burg und der Schiffsstation neu organisiert.[66]

  • Schloss Chillon bei Einbruch der Dunkelheit
    Schloss Chillon bei Einbruch der Dunkelheit
  • Die Burg von SĂŒdosten
    Die Burg von SĂŒdosten
  • Die Burg von Westen mit dem Chillon-Viadukt
    Die Burg von Westen mit dem Chillon-Viadukt
  • Wehrmauer mit Flankenturm
    Wehrmauer mit Flankenturm
  • Westlicher Innenhof
    Westlicher Innenhof
  • Festsaal «Aula magna»
    Festsaal «Aula magna»
  • Gotisches Kellergewölbe
    Gotisches Kellergewölbe
  • Kapelle im Zustand vor der Restaurierung, Fotografie von Max van Berchem, 1899
    Kapelle im Zustand vor der Restaurierung, Fotografie von Max van Berchem, 1899
  • Video zum Schloss Chillon

Literatur

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  • Evelyne LĂŒthi-Graf / MF: Chillon. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Jean-Pierre Chapuisat, Eileen Walliser: Das Schloss Chillon VD. (Schweizerische KunstfĂŒhrer, Nr. 113). Hrsg. Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte. Bern 1989, ISBN 978-3-85782-113-4.
  • Johann Rudolf Rahn: Geschichte des Schlosses Chillon. In: Mittheilungen der Antiquarischen Gesellschaft in ZĂŒrich, 22, 51. ZĂŒrich 1887.
  • Heinrich von GeymĂŒller: ChĂąteau de Chillon. Commission technique II. Jalons pour le programme de la restauration et principes fondamentaux sur lesquels elle devra se baser. Lausanne 1896.
  • Albert Naef: Chillon (= Les ChĂąteaux suisses.) Ed. Boissonnas, Genf 1922.
  • Ariane DevanthĂ©ry (Hrsg.): Chillon. Tours, dĂ©tours, alentours. Veytaux 2014, ISBN 9782839914956.
  • Patrick Vincent: Chillon. A literary guide. Veytaux 2010.
  • Daniel de Raemy: Chillon. La Chapelle. 1999.
  • Denis Bertholet, Olivier Feihl, Claire Huguenin: Autour de Chillon. ArchĂ©ologie et restauration au dĂ©but du siĂšcle. (Digitalisat). Lausanne 1998.
  • Claire Huguenin: Patrimoines en stock. Les collections de Chillon. Lausanne 2010.
  • Claire Huguenin: Promenade au chĂąteau de Chillon. Chillon, 2008.
  • Jacques-David Chausson: MĂ©moriai de l’Association pour la restauration du ChĂ teau de Chillon 1887–1987. Veytaux 1987.
  • Daniel de Raemy: L’apport de la dendrochronologie pour l’étude des chĂ teaux de l’ancien Pays de Vaud (XIIIĂšme – XIVĂšme siĂšcles). Les cas de Chillon et Grandson. In: Zeitschrift fĂŒr Schweizerische ArchĂ€ologie und Kunstgeschichte, 1988, S. 263–276.
  • Colin Martin: Monnaies mĂ©diĂ©vales trouvĂ©es au chĂ teau de Chillon. In: La Gazette numismatique suisse, 58, 1965, S. 42–47.
  • François Demotz: La Bourgogne dernier des royaumes carolingiens (855–1056). Rois, pouvoirs et Ă©lites autour du LĂ©man. MĂ©moires et documents publiĂ©s par la SociĂ©tĂ© d’histoire de la Suisse romande, 9, 2008.
  • Danielle Chaperon, Jean-Pierre Pastori: ChĂąteau de Chillon. Le fief de la rĂȘverie romantique. Jean-Jacques Rousseau, Alphonse de Lamartine. ZoĂ©. ChĂȘne-Bourg 2008. ISBN 978-2-88182-621-4

Siehe auch

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  • Liste der KulturgĂŒter in Veytaux

Weblinks

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Commons: Schloss Chillon â€“ Sammlung von Bildern und Videos
  • Offizielle Seite des Schlosses (deutsch, französisch, englisch)
  • Bundesamt fĂŒr Kultur: Chillon, ChĂąteau de (Veytaux) im Inventar der schĂŒtzenswerten Ortsbilder der Schweiz (französisch)
  • Burgenwelt: ChĂąteau de Chillon
  • Schloss Chillon auf der Website region-du-leman.ch
  • ExposĂ© des motifs et projet de decret accordant au Conseil d’Etat un crĂ©dit d’ouvrage (
) destinĂ© Ă  financer les travaux de rĂ©amĂ©nagement paysager del la parcelle no 119 (
), vd.ch, 2017.
  • Plan d’affectation cantonal "ChĂąteau de Chillon et ses abords"
  • James Blake Wiener: Schloss Chillon Im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums vom 5. November 2021

Einzelnachweise

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  1. ↑ Aline Bassin: Cinq jalons du tourisme en Suisse: coup de foudre à Chillon. In: Le Temps, 3. August 2020, abgerufen am 3. Dezember 2020.
  2. ↑ Reto E. Wild: Reiseland Schweiz. Migros-Magazin, ZĂŒrich 13. Juli 2015, Seite 8
  3. ↑ Chillon reste le monument historique le plus visitĂ© du pays. In: htr.ch. Abgerufen am 30. MĂ€rz 2022. 
  4. ↑ Direktorin des Schlossbetriebs ist seit 2014 die Kunsthistorikerin und Ökonomin Marta Sofia dos Santos als Nachfolgerin von Jean-Pierre Pastori, Direktor seit 2007.
  5. ↑ «Nous ne ferons pas de Chillon un Disneyland!», swissinfo.ch, abgerufen am 5. Dezember 2020.
  6. ↑ Die Vorzeige-Attraktion der Schweiz. In: Der Bund, 5. Oktober 2019.
  7. ↑ L’interview de la directrice du chñteau Marta Sofia dos Santos! wordpress.com
  8. ↑ Denis Bertholet (u. a.): Autour de Chillon. ArchĂ©ologie et restauration au dĂ©but du siĂšcle (Digitalisat). Lausanne 1998.
  9. ↑ Paul Guichonnet: Nature et histoire du LĂ©man. 1994.
  10. ↑ Die AnfĂ€nge der ArchĂ€ologie im LĂ©man (Genfersee), Kanton Waadt sub-leman.ch, abgerufen am 18. November 2020.
  11. ↑ usque ad clusam de Chillon, in einer Urkunde um 1250. MĂ©moires et documents publiĂ©s par la SociĂ©tĂ© d’histoire de la Suisse romande, hrsg. SociĂ©tĂ© d’histoire de la Suisse romande, 29, S. 436.
  12. ↑ Artikel Cluse, clusaz In: Glossaire des patois de la Suisse romande online
  13. ↑ CIL XII. 5526; vgl. CIL XVII Fasc. 2, 122. Der Meilenstein von Villeneuve steht heute im Kantonsmuseum in Lausanne.
  14. ↑ Reinhard Zweidler: Der Frankenweg – Via Francigena. Der mittelalterliche Pilgerweg von Canterbury nach Rom. Theiss, Stuttgart 2003.
  15. ↑ Important Bird Areas IBA Schweiz Suisse Svizzera Switzerland – Lac LĂ©man: Les Grangettes. (PDF) BirdLife Schweiz; abgerufen am 25. August 2020. 
  16. ↑ Denis Bertholet (u. a.): Autour de Chillon. ArchĂ©ologie et restauration au dĂ©but du siĂšcle. 1998, S. 232.
  17. ↑ Silvio Keller, Maurice Lovisa: MilitĂ€rische DenkmĂ€ler in den Kantonen Waadt und Genf. Bern 2006.
  18. ↑ Fort de Chillon, fortdechillon.ch
  19. ↑ Position de barrage de la porte du Scex. In: Monuments militaires dans le canton du Valais. Inventaire des ouvrages de combat et de commandement. Bern 2002, S. 16–17.
  20. ↑ Albert Samuel Gatschet: BeitrĂ€ge zu einer Toponomastik der Schweiz. Verlag Nabu Press, 1867.
  21. ↑ Zum Flurnamen Chillon siehe auch: Henry Suter: Noms de lieux de Suisse romande, Savoie et environs online.
  22. ↑ Das romanische Wort stammt von lateinisch cachlax ab. Wilhelm Meyer-LĂŒbke: Romanisches Etymologisches Wörterbuch. Heidelberg 1911, S. 110, Nr. 1449.
  23. ↑ Die AnfĂ€nge der ArchĂ€ologie im LĂ©man (Genfersee), Kanton Waadt sub-leman.ch, abgerufen am 18. November 2020.
  24. ↑ Bruno Krusch, Wilhelm Levison (Hrsg.): Scriptores rerum Merovingicarum 1,1: Gregorii Turonensis Opera. Teil 1: Libri historiarum X. Hannover 1951, S. 163–164 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat).
  25. ↑ Theodor Mommsen (Hrsg.): Auctores antiquissimi 11: Chronica minora saec. IV. V. VI. VII. (II). Berlin 1894, S. 237 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat).
  26. ↑ Gilbert Coutaz: La donation des droits comtaux Ă  l'Ă©vĂȘque de Sion, en 999. Un texte dĂ©valuĂ© de l’histoire du Valais. In: Vallesia, 1999, S. 31–67.
  27. ↑ Jean-Daniel Morerod: L’Eglise du Valais et son patrimoine dans le diocĂšse de Lausanne. Contribution Ă  une prĂ©histoire des Ă©vĂȘchĂ©s romands. In: Vallesia, 1999, S. 137–160.
  28. ↑ Johann Rudolf Rahn: Geschichte des Schlosses Chillon. In: Mittheilungen der Antiquarischen Gesellschaft in ZĂŒrich, 22, 51. ZĂŒrich 1887, S. 116.
  29. ↑ Maxime Reymond: Le bourg de Chillon. In: Revue historique vaudoise, Band 14. Hrsg. SociĂ©tĂ© vaudoise d’histoire et d’archĂ©ologie, 1906.
  30. ↑ Pascal Broulis: ChĂąteau de Chillon: CafĂ© Byron et Jardin anglais. Un sas de rĂ©ception pour faire entrer Chillon dans le XXIe siĂšcle., vd.ch, abgerufen am 25. November 2020.
  31. ↑ Evelyne LĂŒthi-Graf / MF: Chillon. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  32. ↑ Jean-Daniel Morerod: L’Eglise du Valais et son patrimoine dans le diocĂšse de Lausanne. Contribution Ă  une prĂ©histoire des Ă©vĂȘchĂ©s romands. In: Vallesia, 1999, S. 137–160, hier S. 147.
  33. ↑ Lateinischer Text der Vereinbarung von 1233: «Aymo verum feodum de Chillon (
) recepit et recognovit ab eodem episcopo.» Siehe bei Jean Gremaud: Chartes sĂ©dunoises. In: MĂ©moires et documents publiĂ©s par la SociĂ©tĂ© d’histoire de la Suisse romande, Lausanne 1863, S. 420–421, Nr. 49.
  34. ↑ Johann Rudolf Rahn: Geschichte des Schlosses Chillon. In: Mittheilungen der Antiquarischen Gesellschaft in ZĂŒrich, 22, 51. ZĂŒrich 1887, S. 114.
  35. ↑ James Blake Wiener: Ein VisionĂ€r der mittelalterlichen Architektur: James of St. George Im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums vom 3. Dezember 2024
  36. ↑ Denis Bertholet (u. a.): Autour de Chillon. ArchĂ©ologie et restauration au dĂ©but du siĂšcle. 1998, S. 143.
  37. ↑ Dell’Aquila, Giorgio in: Elena Rossetti Brezzi : Dizionario Biografico degli Italiani Bd. 37, 1989.
  38. ↑ Claudius Blanchard: Histoire de l’abbaye d’Hautecombe en Savoie. Avec piĂšces justificatives inĂ©dites. ChambĂ©ry 1874.
  39. ↑ V. Furlan (u. a.): Chateau de Chillon: Camera Domini. Etude des peintures murales du quatorzieme siecle. In: Studies in Conservation, 27, 1982, S. 25–30.
  40. ↑ Denis Bertholet (u. a.): Autour de Chillon. ArchĂ©ologie et restauration au dĂ©but du siĂšcle. 1998, S. 225.
  41. ↑ Johann Rudolf Rahn: Geschichte des Schlosses Chillon. In: Mittheilungen der Antiquarischen Gesellschaft in ZĂŒrich, 22, 51. ZĂŒrich 1887, S. 119.
  42. ↑ Benedikt Meyer: Expansion nach Westen Im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums vom 15. April 2019
  43. ↑ Johann Rudolf Rahn: Geschichte des Schlosses Chillon. In: Mittheilungen der Antiquarischen Gesellschaft in ZĂŒrich, 22, 51. ZĂŒrich 1887, S. 121.
  44. ↑ John Joscelyn Coghill: The Castle of Chillon 1855, Metropolitan Museum of Art
  45. ↑ Denis Bertholet (u. a.): Autour de Chillon. ArchĂ©ologie et restauration au dĂ©but du siĂšcle. 1998, S. 124.
  46. ↑ Danielle Chaperon, Jean-Pierre Pastori: ChĂąteau de Chillon. Le fief de la rĂȘverie romantique. Jean-Jacques Rousseau, Alphonse de Lamartine. Poche, 2008.
  47. ↑ Denis Bertholet (u. a.): Autour de Chillon. ArchĂ©ologie et restauration au dĂ©but du siĂšcle. 1998, S. 127.
  48. ↑ Denis Bertholet (u. a.): Autour de Chillon. ArchĂ©ologie et restauration au dĂ©but du siĂšcle. 1998, S. 126.
  49. ↑ Denis Bertholet (u. a.): Autour de Chillon. ArchĂ©ologie et restauration au dĂ©but du siĂšcle. 1998, S. 157.
  50. ↑ Zu: Henri Assinare (1826–1899): Consultation Personnes museris.lausanne.ch, abgerufen am 20. November 2020.
  51. ↑ Claire Huguenin: Patrimoines en stock. Les collections de Chillon. Lausanne 2010.
  52. ↑ Denis Bertholet (u. a.): Autour de Chillon. ArchĂ©ologie et restauration au dĂ©but du siĂšcle. 1998, S. 142.
  53. ↑ Schloss Chillon: Sammlungen auf der Website der Schloss-Chillon-Stiftung, abgerufen am 22. November 2020.
  54. ↑ Dagmar Böcker: EugĂšne Jost. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  55. ↑ Schlemmer, Rodolphe photo-ch.ch
  56. ↑ Daniel Girardin: Rodolphe Schlemmer. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  57. ↑ Gilbert Coutaz: Alfred Millioud. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  58. ↑ Denis Bertholet (u. a.): Autour de Chillon. ArchĂ©ologie et restauration au dĂ©but du siĂšcle. 1998, S. 177.
  59. ↑ Denis Bertholet (u. a.): Autour de Chillon. ArchĂ©ologie et restauration au dĂ©but du siĂšcle. 1998, S. 194–196.
  60. ↑ Denis Bertholet (u. a.): Autour de Chillon. ArchĂ©ologie et restauration au dĂ©but du siĂšcle. 1998, S. 204.
  61. ↑ Denis Bertholet (u. a.): Autour de Chillon. ArchĂ©ologie et restauration au dĂ©but du siĂšcle. 1998, S. 179–180.
  62. ↑ Denis Bertholet (u. a.): Autour de Chillon. ArchĂ©ologie et restauration au dĂ©but du siĂšcle. 1998, S. 202.
  63. ↑ Philippe Bridel: Louis Bosset. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  64. ↑ Bruno Marchand (Hrsg.): Architecture et patrimoinie. Jean-Pierre Dresco, architecte cantonal vaudois de 1972 à 1998. Lausanne 2015, s. 287ff.
  65. ↑ Otto Schmid: Un nouveau pont au chñteau de Chillon. In: Bulletin technique de la Suisse romande, 1939.
  66. ↑ Pascal Broulis: ChĂąteau de Chillon: CafĂ© Byron et Jardin anglais. Un sas de rĂ©ception pour faire entrer Chillon dans le XXIe siĂšcle., vd.ch, abgerufen am 25. November 2020.
Satellitenbild
Inseln im Genfersee

Inseln im Genfersee: Île de Chillon | Île de Peilz | Île de Salagnon (Île aux Mouettes) | Île aux oiseaux | Île de la Harpe | Île de Choisi
Insel im Rhone-Abfluss Île Rousseau
Felsblöcke im Genfersee Pierres du Niton

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