| Salt Mobile SA
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|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| GrĂŒndung | Juni 1999 |
| Sitz | Renens, |
| Leitung | Max Nunziata (seit 1. Juni 2023) CEO[1] |
| Mitarbeiterzahl | 1'100 (31. MĂ€rz 2024)[2] |
| Umsatz | 1,116 Mrd. Franken (2023)[3] |
| Branche | Mobilfunk, Telekommunikation |
| Website | www.salt.ch |
Salt Mobile SA ist der drittgrösste Telekommunikationsanbieter in der Schweiz. EigentĂŒmerin ist seit 2015 die NJJ Capital des französischen Telekom-Unternehmers Xavier Niel.[4]
Salt betreibt in der Schweiz seit 1999 ein eigenes landesweites Mobilfunknetz und bietet seit 2018 Internet, TV und Festnetz fĂŒr Haushalte mit einem Glasfaseranschluss (FTTH) an.[5] Das Unternehmen firmierte von Juni 1999 bis April 2015 unter dem Namen Orange Communications SA und war nach dem RĂŒckzug des Orange-Mutterhauses von 2012 bis 2014 im Besitz der Matterhorn Mobile SA, einer Tochter des britischen Investmentunternehmens Apax Partners.[6][7]
Geschichte
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Orange Communications SA war ein Schweizer Tochterunternehmen des französischen Mobilfunkkonzerns Orange. Es war der dritte Anbieter in der Schweiz, welcher vom BAKOM Ende der 1990er Jahre eine GSM-Konzession fĂŒr den Betrieb eines landesweiten, digitalen, zellularen Mobilfunknetzes erhielt. Im Juni 1999 stiess Orange in den Schweizer Markt und bot von Beginn an eine landesweite Abdeckung durch sogenanntes "National Roaming" mit der Swisscom.[8] Dies ermöglichte es Orange, sich ganz auf den Aufbau seines eigenen neuen Mobilfunknetzes zu konzentrieren. In der Folge beendete Orange die Mitbenutzung des Swisscom-Netzes fĂŒr seine Kunden Ende Juli 2003.[9]
Gescheiterte Fusion mit Sunrise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Ăbernahme des britischen Mutterhauses durch France TĂ©lĂ©com SA (heute Orange SA) im Jahre 2000 hatte fĂŒr Schweizer Kunden an der OberflĂ€che keinerlei Bedeutung. France TĂ©lĂ©com machte spĂ€ter jedoch die Vorgabe, in den jeweiligen nationalen MĂ€rkten die Nr. 1 oder Nr. 2 zu sein. In der Schweiz wĂ€re dies nur durch eine Fusion mit dem Schweizer Mobilfunkanbieter Sunrise Communications möglich gewesen, was aber von der Schweizer Wettbewerbsbehörde Weko im April 2010 untersagt wurde.[10] In der Folge gab France TĂ©lĂ©com die Schweizer Tochter ab und Orange Communications wurde 2012 an die britische Investmentgesellschaft Apax Partners verkauft.[11]
GerĂŒchte um Netzzusammenlegung mit Sunrise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 14. Juli 2014 gab der CTO von Orange Schweiz, Johan Hall, auf Nachfrage bekannt, dass technische AbklĂ€rungen bei ihren Netzlieferanten Nokia (Orange) und Huawei (Sunrise) laufen, die eine ZusammenfĂŒhrung beider Mobilfunknetze zu einem Einheitsnetz auf ihre Realisierbarkeit/UmsetzungsfĂ€higkeit hin ĂŒberprĂŒfen.[12] Am 11. September 2014 wurde eine erneute Fusion (beider Unternehmen oder auch nur des Mobilfunknetzes) vom PrĂ€sidenten von Sunrise, Dominik Koechlin, in einem Interview verworfen.[13]
Im Jahr 2015 kursierten in den Medien erneut GerĂŒchte ĂŒber eine ZusammenfĂŒhrung der Mobilfunknetze von Sunrise und Salt. Dies wurde nach der Ăbernahme von Salt durch Iliad sowie der Ernennung eines neuen CEOs im Januar 2016 abermals verworfen.[14]
Multiple-Operator Radio Access Network (MORAN) mit Sunrise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit Ende 2014 wird in einzelnen Regionen bzw. Gebieten das 3G- und/oder das 4G-Signal des einen Anbieters fĂŒr die Kunden des anderen Anbieters freigegeben. So ist ein Kunde von Sunrise z. B. in Kesswil TG tatsĂ€chlich zu einer Salt-Antenne oder umgekehrt ein Salt-Kunde tatsĂ€chlich zu einer Sunrise-Antenne (Altnau TG) verbunden. Dieses als âMORANâ bezeichnete Network-Sharing ist ein Projekt beider Anbieter, welches punktuell dort eingesetzt wird, wo der eine Anbieter mangels einer eigenen Mobilfunkbasisstation das Signal des anderen Anbieters nutzt. Die gleiche Frequenz dieses einen Operators wird mit zwei Kennungen ausgesendet, um Mobilfunkkunden des anderen Anbieters einbuchen zu lassen. Seit SpĂ€therbst 2015 konnte die Freigabe der 3G-Antennen von Salt fĂŒr Sunrise-Kunden in der Stadt ZĂŒrich beobachtet werden. In der Anzeige auf dem Display der Mobiltelefone ist dies fĂŒr die Kunden anhand der Kennung/Netzbezeichnung jedoch nicht ersichtlich. Lediglich mit Netzwerktools (Apps) ist dies anhand der Frequenz und der Antennen-Kennung nachvollziehbar (UARFCN 10713, 10738, 10762, 10787), was dem Salt zugewiesenen Frequenzspektrum im Bereich um 2'100 MHz (UMTS/3G) entspricht. MORAN ist bis auf weiteres (Stand: Februar 2018) in einzelnen Regionen in Betrieb, jedoch ist unklar, ob dies immer noch in Schweizer GrossstĂ€dten benutzt wird, da dort alle Anbieter ein feinmaschiges Netz (Antennendichte) besitzen.
Ăbernahme
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 18. Dezember 2014 gab das britische Investmentunternehmen Apax Partners den Verkauf von Orange an die Holdinggesellschaft NJJ Capital des französischen MilliardĂ€rs Xavier Niel bekannt, der ĂŒber die Iliad-Gruppe in MobilfunkmĂ€rkten aktiv ist.[4] Niel ist ĂŒber - Die Ăbernahme erfolgte am 23. Februar 2015. Am 23. April 2015 wurde das Unternehmen in «Salt» umbenannt. So können LizenzgebĂŒhren an Orange S.A., die nicht mehr die EigentĂŒmerin der Orange Schweiz ist, vermieden werden.
Am 7. Dezember 2015 gab Salt ĂŒberraschend bekannt, dass der CEO Johan Andsjö das Unternehmen per sofort verlĂ€sst. Pierre-Alain Allemand ĂŒbernahm seine Position ad-interim.[15] Ab MĂ€rz 2016 wurde Andreas Schönenberger neuer CEO von Salt. Schönenberger war der Chef von Google Schweiz.[16] Am 1. September 2018 wurde er durch Pascal Grieder ersetzt.[17] Im Mai 2021 wurde bekannt, dass Salt vorerst in zwei Hotelplan-Filialen (Olten und Stans) ein Teil der VerkaufsflĂ€che untervermietet wird.[18] Im November 2021 lancierte Salt mit GoMo[19] ein Flatrate-Angebot fĂŒr Preisbewusste. Auch die Mitbewerber Sunrise (mit Swype) und Swisscom (mit Wingo) haben solche Billigangebote lanciert.[20] Im Februar 2023 wurde bekannt, dass Pascal Grieder zurĂŒcktritt. Finanzchef Franck Bernard ĂŒbernahm ad-interim, bevor Massimiliano (Max) Nunziata im Juni ĂŒbernehmen wird.[1]
Virtuelle Netzbetreiber MVNO
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Von Herbst 2005 bis Januar 2019 nutzte der Schweizer DetailhĂ€ndler Coop fĂŒr sein eigenes Mobilfunkangebot «CoopMobile» Mobilfunknetz und -infrastruktur von Salt. Zu Beginn war ausschliesslich ein PrePaid-Angebot verfĂŒgbar, spĂ€ter wurden auch PostPaid-VertrĂ€ge (= LaufzeitvertrĂ€ge) mit vergĂŒnstigten Mobiltelefonen oder als Flatrates (SIM-Card only) angeboten. Seit Januar 2019 nutzt CoopMobile das Netz von Swisscom.
Von Anfang 2010 bis Sommer 2014 hatte auch der Schweizer Kioskbetreiber Valora in Zusammenarbeit mit TalkEasy ein eigenes Mobilfunkangebot ok.-mobile (PrePaid) auf dem damaligen Orange-Netz angeboten. Seither erfolgte ein Wechsel auf das Mobilfunknetz von Sunrise.
UPC verwendete von 2013 bis Ende 2018[21] das Mobilfunknetz von Salt. Ab 2015 stand UPC-Kunden auch das 4G-Netz von Salt zur VerfĂŒgung. Streng technisch war UPC der einzige MVNO in der Schweiz, da nur die Mobilfunkstandorte (bzw. -antennen) von Salt genutzt, der Datenverkehr und deren -verarbeitung jedoch durch eigene Infrastruktur von UPC abgewickelt wurden.
Lidl Schweiz bietet unter dem Label "Lidl Connect" seit Juni 2019 ein Mobilfunkangebot (wahlweise Postpaid oder Prepaid) in Zusammenarbeit mit Salt an.[22]
Im Jahr 2024 wurde "Post Mobile" in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Post AG gegrĂŒndet.[23][24]
Abdeckung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die 4G-Abdeckung (LTE/LTE-Advanced) betrÀgt ca. 98 % der Schweizer Wohnbevölkerung (Stand Februar 2018) und ca. 86,5 % der Schweizer FlÀche (FlÀchenabdeckung) mit Stand Mai 2019.[25]
Die 3G-Abdeckung (UMTS/HSPA+) liegt ebenfalls weit ĂŒber 90 %.[26]
Bei der Grundversorgung mit GSM (EDGE), erreicht Salt eine Abdeckung von ĂŒber 99 % des besiedelten Gebiets der Schweiz[27]
Im MĂ€rz 2023 kĂŒndigte Salt an, dass die Abdeckung in der Schweiz ab 2024 durch das Satellitennetzwerk Starlink auf 100 % erweitert werden soll.[28]
Mobilfunknetz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mobilfunknetz der 2. Generation (GSM/EDGE)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Gegensatz zu Swisscom und Sunrise nutzt Salt fĂŒr die Abdeckung des Mobilfunkstandards der 2. Generation (GSM) schweizweit grösstenteils das 1800-MHz-Frequenzband.[29] Dieses wurde im Zuge einer umfassenden AufrĂŒstung bis Mitte 2013[30] flĂ€chendeckend mit EDGE aufgerĂŒstet.[31]
Vorteil des 1800-MHz-Bandes ist eine höhere KapazitĂ€t im Vergleich zum 900-MHz-Spektrum. Nachteil ist die geringere Ausbreitungseigenschaft, was zur Folge hat, dass im GebĂ€udeinneren der Empfang schlechter ist als bei Nutzung des 900-MHz-Frequenzbandes. Der Grund fĂŒr die ĂŒberwiegende Nutzung des 1800-MHz-Spektrums ist teilweise historisch bedingt, da Orange 1999 als dritter und letzter Anbieter in den Schweizer Mobilfunkmarkt einstieg. Zum damaligen Zeitpunkt nutzten Swisscom und Sunrise-VorgĂ€ngerin diAx bereits den Grossteil des damals verfĂŒgbaren 900-MHz-Bereichs, weshalb Orange nur wenig Spektrum in diesem begehrten tiefen Bereich zugewiesen werden konnte. Bei der im FrĂŒhjahr 2012 vom BAKOM durchgefĂŒhrten Mobilfunkauktion ersteigerte Orange zusĂ€tzliches Spektrum im 900-MHz-Bereich (E-GSM),[32] was ihr eine spĂŒrbare Verbesserung der Abdeckung v. a. in lĂ€ndlicheren Gebieten ermöglicht.
Mobilfunknetz der 3. Generation (UMTS/HSPA+)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]FĂŒr die Abdeckung des Mobilfunkstandards der 3. Generation (3G bzw. UMTS; in der aktuellen Version auch als HSPA+ bezeichnet) verwendet Salt ansonsten â Ă€hnlich wie Swisscom â fast ausschliesslich das europaweit ĂŒbliche 2100 MHz-Frequenzband.[33] Die Abdeckung und KapazitĂ€t (Geschwindigkeit) des 3G-Netzes konnte die damalige Orange dank kontinuierlichen Investitionen seit 2012 deutlich erhöhen.[34]
Zahlreiche Basisstationen von Orange beziehungsweise Salt, welche bisher ausschliesslich das GSM-Signal (2G) sendeten, wurden im Zuge der Erweiterung auf den neuen 4G-Standard (2013â2016) auch mit 3G (HSPA+) aufgerĂŒstet. FĂŒr Erhöhungen der Sendeleistung und Nutzung bzw. Aufschaltung von zusĂ€tzlichem (bisher noch nicht bewilligtem) Frequenzspektrum ist in der Schweiz â Ă€hnlich wie beim Neubau einer Mobilfunkantenne â eine einsprachefĂ€hige Baubewilligung von der jeweiligen Gemeinde erforderlich.[35] Dies verursacht vergleichsweise höhere Planungskosten[36] als im Ausland und fĂŒhrt ĂŒberdies nicht selten zu erheblichen zeitlichen Verzögerungen, da gegen Baubewilligungen u. a. kommunal (z. B. durch Einberufung einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung) sowie auf dem Rechtsweg bis vor das Schweizer Bundesgericht rekurriert werden kann.[37] In Bergregionen (u. a. Kanton GraubĂŒnden) und allgemein in weniger dicht besiedeltem Gebiet sendet Salt 3G vermehrt auch auf der weitreichenden Frequenz um 900 MHz (UMTS900), so z. B. in Mon GR, Savognin GR, auf dem Hörnli ZH oder in Kemmental TG. Die Kennung ist dabei seit der Frequenzumstellung im Sommer 2014 ARFCN 2938.
Mobilfunknetz der 4. Generation (LTE/LTE-A)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Orange hat als zweiter Anbieter in der Schweiz am 28. Mai 2013 sein 4G Mobilfunknetz (LTE) in Betrieb genommen. Zu Beginn war das 4G-Netz nur in BallungsrĂ€umen, d. h. Schweizer GrossstĂ€dten verfĂŒgbar. Jedoch wurde das 4G-Netz bereits 2013 ausgebaut, im Gegensatz zum MarktfĂŒhrer Swisscom schon in den ersten Monaten nach Lancierung auch in kleineren StĂ€dten und lĂ€ndlichen Regionen.[38] SĂ€mtliche Salt-Frequenzen aller Mobilfunkstandards (2G/3G/4G) funken ĂŒber das FDD-Verfahren, bei welchem Up- und Download auf verschiedenen Frequenzen abgewickelt werden.
- Frequenzband 1 (2100 MHz FDD)
Salt hat seit 2018 begonnen, zusĂ€tzlich zu den nachfolgend aufgefĂŒhrten FrequenzbĂ€ndern 3, 7 und 20 auch zusĂ€tzlich auf Band 1 LTE auszusenden. Es wird von ca. 700 Standorten (Juni 2019) hauptsĂ€chlich zur KapazitĂ€tserweiterung des vorhandenen LTE 1800 + 800 Netzes verwendet.
- Frequenzband 3 (1800 MHz FDD)
Salt verwendet fĂŒr das 4G-Netz ĂŒberwiegend LTE Band 3 auf 3300 Standorten (Juni 2019), also den Frequenzbereich um 1800 MHz.[39] GrĂŒnde dafĂŒr sind die groĂe UnterstĂŒtzung fast aller 4G-Mobiltelefone sowie die Tatsache, dass das damalige Orange-Netz der 2. Generation (GSM / EDGE) bereits auf diesem Frequenzbereich beruht, weshalb eine UmrĂŒstung auf diesem Frequenzband entsprechend nahe lag, da Antennen nicht getauscht werden mussten. Da Orange im Februar 2012 bei der Auktion sĂ€mtlicher Mobilfunkfrequenzen in der Schweiz durch das BAKOM ein Spektrum von insgesamt 50 MHz FDD (25 Upload, 25 Download) Bandbreite ersteigert hatte, genĂŒgt dies fĂŒr den parallelen Betrieb des 2G- und 4G-Netzes auf demselben Spektrum, ohne bei der LTE-Bandbreite sparen zu mĂŒssen (20 MHz FDD = 150 MBit Download, 50 MBit Upload).[40]
- Frequenzband 7 (2600 MHz FDD)
Bereits in Betrieb bei Salt ist ĂŒberdies LTE-Band 7 (2600 MHz; Kennung UARFCN 3300; u. a. im Hauptbahnhof ZĂŒrich oder in der Shopping Arena in St. Gallen). Dieses LTE-Band bietet aufgrund der hohen Frequenz eine geringere Reichweite und eignet sich daher fĂŒr stark frequentierte Orte (Bahnhöfe, OpenAirs, Ausstellungen, Einkaufszentren, Messen usw.) bei denen viele, kleine Mobilfunzellen optimal sind.[41] LTE 2600 wird derzeit (Juni 2019) von ca. 200 Standorten abgestrahlt, es wird hauptsĂ€chlich, aber nicht exklusiv, fĂŒr Smallcells/Microcells verwendet. Des Weiteren wird es eingesetzt, wenn die KapazitĂ€t aller 3 anderen BĂ€nder zusammen nicht ausreicht.
- Frequenzband 20 (800 MHz FDD)
Seit 2014 steht Salt auch ein Teil des Frequenzbereiches um 800 MHz zur VerfĂŒgung. Dieses tiefe Spektrum fand bis Ende 2013 fĂŒr den digitalen Rundfunk Verwendung (DVB-T) und wird als «Digitale Dividende» bezeichnet.[42] Bei der Versteigerung der Mobilfunkfrequenzen Ende 2011/Anfang 2012 ersteigerten alle drei Schweizer Netzbetreiber Salt (damals Orange), Sunrise und Swisscom jeweils ein duplex-Spektrum von 10 MHz (10 MHz Upload und 10 MHz Download).[43]
Vorteile dieses tiefen Spektrums sind vergleichsweise grössere Reichweiten (FlÀchenabdeckung in lÀndlichem/gebirgigem Raum) sowie bessere GebÀudedurchdringung als bei 4G im Bereich um 1800 MHz oder 2600 MHz. Ein Nachteil bei LTE 800 ist die geringere DatenkapazitÀt: bei Salt ist wie bei beiden Schweizer Mitbewerbern LTE 800 mit einer Bandbreite von 10 MHz (= ca. 75 Mbit/s) nur halb so schnell wie LTE 1800, wo alle Schweizer Netzbetreiber ein Spektrum von bis zu 20 MHz Bandbreite schalten können (= ca. 150 Mbit/s).
Salt begann im FrĂŒhjahr 2014 mit dem Aufbau des 4G-Netzes auf Band 20 (LTE800).[44] Die Kennung ist EARFCN 6400. Die UploadtrĂ€gerfrequenz liegt bei 857 MHz, die DownloadtrĂ€gerfrequenz bei 816 MHz. Seit Mitte 2019 wird LTE auf Band 20 (800 MHz) von ca. 2000 Salt Standorten abgestrahlt.
Mobilfunknetz der 5. Generation (5G NR)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ăhnlich wie der Mutterkonzern Iliad[45] wollte Salt ursprĂŒnglich, beim Aufbau des 5G-Netzes in der Schweiz, mit Nokia kooperieren.[46] Da Nokia allerdings LieferengpĂ€sse von entsprechendem 5G-Equipment bekundete und Salt dadurch den Konkurrenten Swisscom und Sunrise hinterherhinkte, gab die Nummer drei im Schweizer Mobilfunkmarkt im MĂ€rz 2020 bekannt, dass sie, bezĂŒglich des 5G-Netz-Ausbaus, mit dem aufgrund der US-Sanktionen bereits umstrittenen Anbieter Huawei eine Kooperation einzugehen gedenkt.[47] Am 27. August 2020 hat Salt das 5G-Netz fĂŒr Kunden eingeschaltet, gesendet wird im Band n78 (3500 MHz) und im Band n28 (700 MHz).[48]
Entwicklung seit 2017
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Salt erreicht eine 4G-Abdeckung von 97 % des besiedelten Gebietes der Schweiz (Stand: Oktober 2017).[49] Die geografische Abdeckung (FlĂ€chenabdeckung) betrĂ€gt ca. 65 %.[50] 2016 hatte Salt rund 500 Handyantennen aufgerĂŒstet und 100 neue gebaut. 2017 rĂŒstet Salt weitere 700 Antennen auf und baut weitere 100 neue Antennen(-standorte).[51] Bei den AufrĂŒstungen handelt es sich insbesondere um einen Austausch der bestehenden Antennenmodule durch neue Antennen, welche auch fĂŒr tiefe Frequenzen und somit fĂŒr bessere Abdeckung (LTE800 und UMTS900) geeignet sind.[52] 2019 wollte Salt 5G einfĂŒhren,[53] was jedoch erst 2020 stattfand.[54] Per 10. Januar 2023 stellte Salt den MMS-Dienst ein.[55]
Festnetz, Internet & Fernsehen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bereits unter dem Namen Orange gab es in Zusammenarbeit mit VTX Festnetz-Internet. Dieses Angebot war jedoch nicht sehr erfolgreich, weshalb der Anbieter vor einigen Jahren das Angebot wieder einstellte. Seit dem 20. MĂ€rz 2018 bietet Salt nun ein Breitband-Festnetzangebot auf dem Schweizer Glasfasernetz (FTTH) an. Es umfasst einer Festnetzrufnummer inklusive unlimitierten Anrufen in alle Schweizer Netze (Mobilfunk- und Festnetz), ein TV-Angebot (Apple 4K UHD Box) in Zusammenarbeit mit Salt TV mit ĂŒber 250 Sendern, die Möglichkeit 500 Sendungen auf der Cloud zu speichern, eine Replay Funktion mit sieben Tagen und Zugang zum Streamingdienst Hollystar. Zudem bietet Salt mit der Glasfasertechnologie XGS-PON auf dem Glasfasernetz (FTTH) Geschwindigkeiten von bis zu 10 Gbit/s (symmetrisch, d. h. Download und Upload) an.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â a b Wechsel an der Spitze - Salt-Chef tritt ab â sein Nachfolger ist bestimmt srf.ch, abgerufen am 24. Februar 2023.
- â Ergebnisse 1. Quartal 2024 salt.ch, abgerufen am 30. Juni 2024.
- â Salt: Jahresergebnis 2023. In: salt.ch. 26. MĂ€rz 2024, abgerufen am 30. Juni 2024.
- â a b Telekom-Preisbrecher Niel kauft Orange Schweiz. Reuters, 18. Dezember 2014, abgerufen am 24. August 2023.
- â Salt steigt mit revolutionĂ€rer Fiber Box in Schweizer Festnetzmarkt ein (PDF; 742 kB) salt.ch, abgerufen am 30. MĂ€rz 2018
- â Orange von Matterhorn ĂŒbernommen. inside-it.ch, abgerufen am 8. Juni 2014.
- â NJJ Capital to buy Orange. zephyr.bvdinfo.com, abgerufen am 21. Dezember 2014.
- â ZulĂ€ssige Zusammenarbeit von Orange Communications mit Swisscom im Rahmen des «National Roaming». bakom.admin.ch, abgerufen am 8. Juni 2014.
- â Orange setzt ganz auf eigenes Netz. ( vom 15. Juli 2014 im Internet Archive) (PDF) orange.ch, abgerufen am 8. Juni 2014.
- â Orange/Sunrise: Keine Fusion - Weko untersagt Zusammenschluss Handelszeitung, 22. April 2010, abgerufen am 21. Februar 2016.
- â Weko genehmigt Verkauf von Orange Schweiz an Apax. Neue ZĂŒrcher Zeitung, 17. Februar 2012, abgerufen am 6. Juni 2014.
- â Orange und Sunrise arbeiten am Einheitsnetz. 20min.ch, abgerufen am 14. Juli 2014.
- â Sunrise-PrĂ€sident strebt keine Fusion mit Orange mehr an. netzwoche.ch, abgerufen am 5. Oktober 2014.
- â Salt setzt bei der neuen Spitze auf Schweizer. bilanz.ch, abgerufen am 14. Januar 2015.
- â Salt-Chef tritt per sofort zurĂŒck. Tagesanzeiger.ch, abgerufen am 7. Dezember 2015.
- â Ex-Google-Manager wird neuer Salt-Chef. Tagesanzeiger.ch, abgerufen am 31. Januar 2016.
- â Salt ernennt Pascal Grieder zum neuen CEO salt.ch, abgerufen am 8. September 2018.
- â Ulrich Rotzinger: Hotelplan: Reisetochter der Migros geht mit Salt fremd â Doppelfilialen. In: blick.ch. 18. Mai 2021, abgerufen am 18. Mai 2021.
- â https://www.go-mo.ch/
- â Salt lanciert ein neues Billig-Abo, Sunrise und Swisscom greifen ebenfalls an â doch die SchnĂ€ppchen-Angebote haben Haken. In: luzernerzeitung.ch. 15. November 2021, abgerufen am 25. Oktober 2022.
- â UPC nutzt Mobilfunknetz von Swisscom In: handelszeitung.ch, abgerufen am 8. Januar 2018
- â Lidl Schweiz steigt mit Salt ins MobilfunkgeschĂ€ft ein ( des vom 12. Juli 2019 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. salt.ch, abgerufen am 12. Juli 2019
- â teltarif.de: Schweizer Post wechselt zu Salt - Details zum Aktionstarif; abgerufen am 18. Februar 2024
- â Post Mobile: Offizielle Website
- â Sunrise bietet grösste 4G-Abdeckung abgerufen am 5. Juni 2019.
- â Orange startet vierte Mobilfunkgeneration 4G (PDF) abgerufen am 9. Juni 2014.
- â Ihre Orange Netzabdeckung. abgerufen am 8. Juni 2014.
- â Mobilfunk am Berg - Telefonieren soll bald ĂŒberall möglich sein. In: srf.ch. 12. MĂ€rz 2023, abgerufen am 12. MĂ€rz 2023.
- â Kein bis schwacher Empfang in Riehen. community.orange.ch, abgerufen am 14. Juli 2014.
- â Re: Orange Community CEO Talk. community.orange.ch, abgerufen am 14. Juli 2014.
- â Orange zwischen Steinzeit (Edge) und Zukunft (LTE). inside-it.ch, abgerufen am 14. Juli 2014.
- â Frequenzauktion: sehr gutes Ergebnis fĂŒr Orange. (PDF) orange.ch, abgerufen am 14. Juli 2014.
- â Orange Community â Schlechter Empfang wo frĂŒher sehr gut war. community.orange.ch, abgerufen am 8. Juni 2014.
- â Orange baut 280 neue Antennenstandorte. tagblatt.ch, abgerufen am 13. Juli 2014.
- â Neuartige Antennen passen nicht zum bisherigen Rechenverfahren (PDF; 2,3 MB) gigaherz.ch, abgerufen am 27. November 2014.
- â Schweizer Mobilfunkbetreiber gegenĂŒber auslĂ€ndischen Nachbarn benachteiligt. netzwoche.ch, abgerufen am 14. Juli 2014.
- â BGer 1C_8/2008. servat.unibe.ch, abgerufen am 14. Juli 2014.
- â Orange: Vereinfachte Angebote, neue IT und 4G fĂŒr (fast) alle. ( vom 9. Dezember 2014 im Internet Archive) netzwoche.ch, abgerufen am 5. Dezember 2014.
- â Orange startet sein LTE-Netz. it-markt.ch, abgerufen am 14. Juli 2014.
- â Orange baut weitere Antennen und setzt auf LTE-Standard. blick.ch, abgerufen am 5. Dezember 2014.
- â Ausschreibung von Bauprojekten ( vom 2. November 2014 im Internet Archive) (PDF) Amt fĂŒr Baubewilligung der Stadt ZĂŒrich, abgerufen am 1. November 2014.
- â Schweizer Mobilfunkfrequenzen sind versteigert. macprime.ch, abgerufen am 9. Juni 2014.
- â Neue Mobilfunkfrequenzen fĂŒr Orange, Sunrise und swisscom. ( des vom 22. April 2012 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. bakom.admin.ch, abgerufen am 4. April 2014.
- â Mehr 4G/LTE und besserer Empfang fĂŒr Orange-Kunden. itmagazine.ch, abgerufen am 8. Juni 2014.
- â Nokia partners with IIiad Group to roll out 5G in France and Italy www.nokia.com, abgerufen am 29. Februar 2020.
- â Salt setzt beim 5G-Netz auf die Dienste von Nokia www.handelszeitung.ch, abgerufen am 29. Februar 2020.
- â Salt geht fĂŒr den 5G-Ausbau eine Partnerschaft mit Huawei ein www.nzz.ch, abgerufen am 16. Mai 2020.
- â https://www.nperf.com/de/map/CH/-/152726.Salt-Mobile/signal/?ll=46.81911309679875&lg=8.23&zoom=8
- â Netzabdeckung www.salt.ch, abgerufen am 5. November 2017.
- â Sunrise ĂŒbertrifft sein Ziel Netzwoche.ch, abgerufen am 5. November 2017.
- â Auch Salt schaltet 2020 2G ab ( des vom 14. Juni 2018 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. inside-it.ch, abgerufen am 5. November 2017.
- â Der Firmenumbau ist wirklich vorbei Interview mit Salt CEO Andreas Schönenberger, NZZ online, abgerufen am 15. Januar 2017.
- â Andreas Kohli: Kritik am schnellen Mobilfunk - 5G: Schweiz fĂŒhrend â trotz wachsenden WiderstĂ€nden. In: srf.ch. 1. Mai 2019, abgerufen am 1. Mai 2019.
- â Update: Salt steigt in den 5G-Ring. In: it-markt.ch. 2. November 2020, abgerufen am 21. Januar 2023.
- â Auch Salt stellt MMS-Dienst ein. In: inside-it.ch. 9. Januar 2023, abgerufen am 21. Januar 2023.

