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  1. WeltenzyklopÀdie
  2. Recycling
Recycling 👆 Click Here!
aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Universelles Recycling-Symbol angelehnt an das Möbiusband

Beim Recycling (gelegentlich als RC abgekĂŒrzt) bzw. bei der regenerativen Abfallverwertung werden nicht mehr gebrauchte Produkte und Materialien wiederverwertet, indem sie vollstĂ€ndig oder teilweise zu SekundĂ€rrohstoffen aufbereitet werden. Die so produzierten Stoffe werden als Rezyklate (seltener: Recyclate) oder Regenerate bezeichnet.

Der Begriff „Recycling“ ist ein Lehnwort aus dem Englischen (recycling – ausgesprochen [ÉčÉȘˈsaÉȘklÉȘƋ] – fĂŒr „Wiederverwertung“ oder „Wiederaufbereitung“); etymologisch leitet er sich vom griechischen kĂœklos (Kreis) sowie dem lateinischen PrĂ€fix re- (zurĂŒck, wieder) ab.

Recycling trĂ€gt als wesentlicher Bestandteil der Kreislaufwirtschaft dazu bei, MaterialkreislĂ€ufe zu schließen oder zu verlangsamen und so den Einsatz natĂŒrlicher Ressourcen und die Erzeugung von Emissionen zu vermindern. Gesetzlich wird erst von Recycling gesprochen, wenn der Rohstoff zuvor als Abfall einzustufen war; andernfalls handelt es sich um Wiederverwendung. Der umgangssprachliche Gebrauch des Begriffs „Recycling“ umfasst oft beide Bedeutungen.

Recyclingstelle an der Technischen UniversitÀt Danzig
Video: Recycling – eine uralte Idee

Definition und Einordnung

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Die Abfallrahmenrichtlinie der EU (Richtlinie 2008/98/EG) und das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) definieren Recycling folgendermaßen:

„Recycling [
] ist jedes Verwertungsverfahren, durch das AbfĂ€lle zu Erzeugnissen, Materialien oder Stoffen entweder fĂŒr den ursprĂŒnglichen Zweck oder fĂŒr andere Zwecke aufbereitet werden; es schließt die Aufbereitung organischer Materialien ein, nicht aber die energetische Verwertung und die Aufbereitung zu Materialien, die fĂŒr die Verwendung als Brennstoff oder zur VerfĂŒllung bestimmt sind.“

– § 3 Abs. 25 KrWG

Das Recycling wird dabei in eine Abfallhierarchie eingeordnet, die als grundlegende PrioritĂ€tenfolge fĂŒr alle Rechtsvorschriften und politischen Maßnahmen im Bereich der Abfallvermeidung und -bewirtschaftung festgelegt ist:[1]

  1. Vermeidung – unter anderem durch das Verbot umweltgefĂ€hrdender Stoffe wie PCB und FCKW
  2. Vorbereitung zur Wiederverwendung – zur erneuten Nutzung des Guts fĂŒr denselben Zweck wie bei Mehrweg-Pfandflaschen oder Second-Hand-Nutzung oder fĂŒr neue Produkte wie beim Upcycling gebrauchter Paletten zu MöbelstĂŒcken
  3. Recycling – die Aufbereitung definierter Abfallstoffströme oder Teilen davon zu vermarktungsfĂ€higen SekundĂ€rrohstoffen durch stoffliche Verwertung
  4. sonstige Verwertung zum Beispiel energetische Verwertung – die Verbrennung oder Vergasung zur Energiegewinnung
  5. Beseitigung – zum Beispiel durch Deponieren.

Entgegen dem hĂ€ufig etwas unklaren allgemeinen Sprachgebrauch beinhaltet Recycling demnach nur den Punkt 3 dieser Liste. Die Gesetzgebung legt damit eindeutig fest, dass Maßnahmen zur Vermeidung von AbfĂ€llen dem Recycling vorzuziehen sind.

Die EuropĂ€ische Kommission hat 2022 in einem Evaluierungsbericht[2] mit Sanieren und Reparieren den Punkt 2 hervorgehoben. Die Verordnung (EU) 2024/1781 zum Ökodesign fordert nachhaltige Produkte.

Hat ein Abfallgegenstand das Ende der Abfallhierarchie erreicht und soll beseitigt werden, ist dies gemĂ€ĂŸ § 28 KrWG nur in den dafĂŒr zugelassenen Anlagen (zum Beispiel Deponien) zulĂ€ssig. Die Nichteinhaltung kann ein Bußgeld nach § 69 Abs. 1 Nr. 2 KrWG, in schweren FĂ€llen auch ein Strafverfahren nach § 326ff. Strafgesetzbuch nach sich ziehen.

Downcycling und Upcycling

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Möbel aus alten Felgen (aufgenommen in Osttimor)

Das Ausgangsprodukt, das Erfassungskonzept (Gelber Sack, Recyclinghof, gewerbliche Sammlung etc.) und die zur Aufbereitung nutzbare Infrastruktur entscheiden darĂŒber, welche Recyclingrouten möglich sind und damit ĂŒber die QualitĂ€t des gewonnenen Rezyklats. Viele vermischte oder verschmutzte Stoffe lassen sich nicht ökonomisch aufbereiten, ohne die Stoffeigenschaften oder die Verarbeitbarkeit zu verschlechtern. Um die QualitĂ€tsminderung, die mit vielen Recyclingprozessen einhergeht, zu verdeutlichen, wird der Begriff Downcycling verwendet.

Wird ein Produkt hingegen in ein neues, höherwertiges Produkt umgewandelt, wird dies als Upcycling bezeichnet. Dabei sind viele Formen des Upcyclings wie die Bearbeitung von Produktionsresten fĂŒr Kunstprojekte oder die Sammlung von Fallobst eigentlich eine Vorbereitung zur Wiederverwendung, also kein Recycling im Sinne des KrWG, sondern eine Maßnahme zur Abfallvermeidung.[3] Beispiele fĂŒr Upcycling als Formen des Recyclings im engeren Sinn sind die Verwertung von Kaffeesatz bei der Produktion von Kaffeetassen oder die Herstellung von Designermode aus TextilabfĂ€llen.

Die Verwertung von KunststoffabfĂ€llen ist in der Regel ein Downcycling, da Polymere bei der Wiederverarbeitung und unter UmwelteinflĂŒssen dazu neigen zu degradieren.[4] Der Grad der Degradation hĂ€ngt vom Grundpolymer, von der Beanspruchung wĂ€hrend der Nutzung, vom gewĂ€hlten Aufbereitungs- und dem anschließenden Verarbeitungsverfahren sowie vom Gehalt an Additiven ab. Stabilisierende Additive können den oxidativen Abbau der MolekĂŒlketten bei der Verarbeitung und wĂ€hrend der Gebrauchsphase stark herabsetzen.[5] In einigen FĂ€llen erreicht der verwertete Kunststoff durchaus das Eigenschaftsniveau der PrimĂ€rware, insbesondere bei hoher QualitĂ€t und Sortenreinheit der Ausgangsstoffe.[6]

Bei der Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen ist kein vollstÀndiges Recycling möglich. Nach der Abtrennung und Entsorgung der Spaltprodukte können die restlichen Bestandteile des Kernbrennstoffs jedoch wieder zur Produktion neuer Brennelemente genutzt werden.

Siehe auch: Upcycling

Geschichte

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Antiker Dolch, gefertigt aus einem (wahrscheinlich gebrochenen) Schwert
Verladung von Altpapierballen in New York, 1937
US-Regierungsplakat aus dem Zweiten Weltkrieg, das zur Trennung von Essens- und MetallabfÀllen auffordert
Vorsortierung von TrĂŒmmersteinen an einem Leseband in Frankfurt am Main, 1947

Recycling ist kein PhĂ€nomen der Neuzeit, sondern wird seit etlichen Jahrtausenden systematisch praktiziert. Die frĂŒhesten Beweise sind zwischen 200.000 und 420.000 Jahre alt und stammen aus der Qesem-Höhle in der NĂ€he von Tel Aviv. ArchĂ€ologen fanden dort kleine Feuersteinwerkzeuge, von denen sie annehmen, dass sie bei der Herstellung grĂ¶ĂŸerer Werkzeuge entstanden sind. Etwa 10 % der an der Fundstelle entdeckten Werkzeuge wurde auf irgendeine Weise wiederverwertet. Nach Angaben der Forscher war dies kein gelegentliches Verhalten, sondern Teil der damaligen Lebensweise.[7]

Mindestens seit dem Altertum werden pflanzliche und tierische AbfĂ€lle, insbesondere Erntereste, Mist und GĂŒlle, aber auch menschliche Exkremente als DĂŒngemittel in der Landwirtschaft genutzt. Diese vollstĂ€ndige Wiederverwertung ist Basis der Subsistenzwirtschaft. Im antiken Rom wurden die Exkremente eingesammelt und den Bauern im Umland verkauft; zur Nutzung durch Gerber, FĂ€rber und Walker wurden öffentlich UrinbehĂ€lter aufgestellt.[8] Auch Baustoffe werden seit jeher nicht nur wiederverwendet, sondern wurden nach dem Einsturz von GebĂ€uden, zum Beispiel nach Naturkatastrophen, auch weiterverwertet. Amphorenscherben endeten als Beimischung von Terrazzoböden, als Bodenlage in Kuppelöfen oder wurden als Grundlage fĂŒr Mörtel oder fĂŒr die Herstellung neuer Keramik genutzt.[8] Auch ausrangierte Metalle und Glas wurden gesammelt, eingeschmolzen und umgearbeitet. Bereits damals war bekannt, dass die Beimischung von Glasbruch zum Rohglas einerseits die Schmelztemperatur verringert und damit die Verarbeitung erleichtert, andererseits die GlasqualitĂ€t vermindert.[9]

Auch im Mittelalter wurde systematisch recycelt. Die WegwerfmentalitĂ€t der Industriezeit existierte aufgrund des allgemeinen Mangels an GĂŒtern nicht. Es war selbstverstĂ€ndlich, leeren Flaschen, gebrauchte Holz- oder MetallgegenstĂ€nde und Ähnliches weiter zu verwenden. Lumpensammler kĂŒmmerten sich um das Einsammeln, Sortieren und Weiterleiten von wiederverwertbarem Material. Altglas wurde in die GlashĂŒtten zurĂŒckgebracht, Metallteile wurden eingeschmolzen oder umgeschmiedet und aus Lumpen wurde Papier hergestellt. Holz- und PapierabfĂ€lle verheizte man zumeist, die Asche konnte zum Waschen verwendet oder fĂŒr die Glasherstellung aufbereitet werden.[10] 1774 entwickelte der Jurist Justus Claproth zusammen mit dem Papiermacher Johann Engelhard Schmid das erste Recyclingverfahren fĂŒr bedrucktes Papier, bei dem die DruckerschwĂ€rze wĂ€hrend der Aufbereitung im Stampfwerk mit Terpentinöl und Wascherde ausgewaschen wurde.[11]

Mit der Industrialisierung verĂ€nderte sich nicht nur die Zusammensetzung, sondern vor allem die Menge des Abfalls, so dass 1874 in Nottingham die erste MĂŒllverbrennungsanlage in Betrieb genommen wurde. Andere englische StĂ€dte folgten schnell; 1896 ging in Hamburg die erste MVA auf dem europĂ€ischen Festland in den Regelbetrieb.[12] Etwa zur gleichen Zeit wurde in Deutschland mit der Gesellschaft fĂŒr HausmĂŒllverwertung MĂŒnchen eines der neben vergleichbaren Einrichtungen in Budapest und Chicago weltweit ersten Unternehmen zur industriellen MĂŒlltrennung und Wiederverwertung gegrĂŒndet. In der Verwertungsanlage in Puchheim wurde zunĂ€chst der FeinmĂŒll ĂŒber Siebtrommeln abgetrennt. Der verbleibende GrobmĂŒll gelangte ĂŒber ein Förderband in eine Arbeitshalle, in der Arbeiterinnen von Hand alle wiederverwertbaren Bestandteile aus dem MĂŒll klaubten: Knochen fĂŒr die Leimherstellung, Glas, Papier, Lumpen, Leder, Gummi, Kork, Metalle, Speisereste und Holz. Diese Materialien ließen sich gut vermarkten. Der vorher abgetrennte aschehaltige FeinmĂŒll wurde auf sauren Wiesen und unfruchtbarem Moorgrund im Umland zur Humusbildung ausgebracht. Die angeschlossenen Einrichtungen wie Darre, DĂŒngerfabrik und Waschhaus fĂŒr Textilabfall und Lumpen wurden wenige Jahre nach dem Bau um eine Leimsiederei und eine Superphosphatfabrik ergĂ€nzt. SpĂ€ter kam eine eigene MĂŒllverbrennungsanlage zum Betrieb einer Dampfkesselanlage hinzu, um das Werk mit der benötigten Energie zu versorgen. So wurde eine Verwertungsquote von nahezu 100 % erzielt.[13]

Im Ersten Weltkrieg wurde im Deutschen Kaiserreich mit breit angelegten Propagandaaktionen fĂŒr die Sammlung diverser Roh- und Altstoffe geworben, zunĂ€chst fĂŒr Öle und Fette, spĂ€ter unter anderem fĂŒr AbfĂ€lle von Nahrungsmitteln, Textilien und Haushaltswaren sowie fĂŒr Altpapier. Ähnliche Sammelinitiativen gab es in Österreich-Ungarn.[14] Auch im Zweiten Weltkrieg wurden Eisen und Buntmetalle so knapp, dass zur Waffenproduktion auf MetallgegenstĂ€nde des zivilen Gebrauches zurĂŒckgegriffen wurde, unter anderem wurden Zehntausende Kirchenglocken aus Bronze beschlagnahmt und eingeschmolzen (siehe Metallspende des deutschen Volkes). Rohstoffsammlungen auf freiwilliger Basis starteten auch in anderen LĂ€ndern wie im Vereinigten Königreich und in den USA.[15][16] Der Mangel an frischem Holz fĂŒhrte wiederum vielerorts zu einem Wiederaufleben des Altpapierrecyclings.[17][18]

Nach den Weltkriegen verĂ€nderte sich die Wirtschafts- und Lebensweise der Menschen in den höher entwickelten LĂ€ndern innerhalb weniger Jahre fundamental (1950er-Syndrom). Als mit dem Wohlstand auch der Konsum kurzlebiger Produkte sowie aufwendig verpackter Lebensmittel und LuxusgĂŒter signifikant anstieg, standen die Industriestaaten vor einem akuten MĂŒllnotstand. Ein durchschnittlicher Haushalt, der vor 150 Jahren mit etwa 150 Dingen auskam, verwendete nun mehr als 20.000 GegenstĂ€nde – vom Haarfestiger bis zur Heftzwecke â€“ und produzierte beispielsweise in der Bundesrepublik in den 1970er Jahren im Durchschnitt wöchentlich 4,7 kg HausmĂŒll pro Einwohner, also 244 kg pro Einwohner und Jahr. Im November 1971 berichtete das Nachrichtenmagazin Der Spiegel, aus dem bundesdeutschen HausmĂŒll ließe sich jĂ€hrlich ein 3000 Meter hoher Abfallberg ĂŒber dem Oval des MĂŒnchner Olympiastadions auftĂŒrmen – und jedes Jahr komme ein neuer Dreitausender dazu.[19] Der Abfall wurde großteils nicht mehr wiederverwertet, sondern – oft zusammen mit schadstoffhaltigen IndustrieabfĂ€llen – auf zumeist ungeordneten Deponien entsorgt.[20] Weiterverwendung und Wiederverwertung waren in den IndustrielĂ€ndern nur in Notzeiten, besonders wĂ€hrend und nach Kriegen, ein Thema.

Erst mit Aufkommen der Umweltbewegung in den 1970/1980er Jahren begann ein Umdenken. Der Club of Rome publizierte 1972 Die Grenzen des Wachstums, eine Studie zur Zukunft der Weltwirtschaft, die explizit auf begrenzte Rohstoffreserven und die Zerstörung von Lebensraum Bezug nahm.[21] Einerseits verbreitete sich die Einsicht, dass die praktizierte Art der MĂŒllentsorgung einen der Hauptfaktoren der Umweltverschmutzung darstellt. Andererseits wurde das Deponieren in urbanen BallungsrĂ€umen zunehmend problematisch bzw. undurchfĂŒhrbar. Das Bewusstsein um die Endlichkeit natĂŒrlicher Ressourcen wurde durch die Ölpreiskrisen 1973 und 1979/1980 geschĂ€rft. Erste AnfĂ€nge zurĂŒck zu einer Wiederverwertung war die anfangs freiwillige MĂŒlltrennung, die zum Sinnbild einer ganzen Generation in der westlichen Welt wurde. Ausgehend vom Altglas- und Altpapierrecycling wurden vermehrt Technologien erarbeitet, die die Wiederaufbereitung vieler Altstoffe wirtschaftlich machen, wodurch Abfall zu einem bedeutenden Wirtschaftsgut wurde.

Zunehmende Bedeutung erlangt das Recycling in neuerer Zeit bei Elementen, deren Vorkommen begrenzt sind oder deren Gewinnung aufwendig ist. Das trifft besonders auf die in der Elektro- und Elektronikindustrie hĂ€ufig verwendeten seltenen Rohstoffe wie Gold und Palladium zu, die frĂŒher mit den entsorgten GerĂ€ten auf Deponien endeten. Auch Seltene Erden, die zum Beispiel fĂŒr Brennstoffzellen, NiMH-Akkumulatoren in Elektro- und Hybridfahrzeugen, Katalysatoren und Dauermagnete (in Elektromotoren, Windkraftanlagen etc.) gebraucht werden, rĂŒcken wegen ihrer problematischen Gewinnung verstĂ€rkt in den Fokus.

Gewinnung von SekundÀrrohstoffen

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Kunststoffe

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Vorsortierte und zu Ballen gepresste Polyethylen-Flaschen
→ Hauptartikel: Verwertung von KunststoffabfĂ€llen

Beim Kunststoffrecycling ist zwischen werkstofflichem Recycling und chemischem (rohstofflichem) Recycling zu unterscheiden.[22] Bei Ersterem bleibt die MolekĂŒlstruktur der Polymere erhalten, aus alten GetrĂ€nkeflaschen werden beispielsweise neue Flaschen oder Fasern fĂŒr die Textilindustrie hergestellt. Beim chemischen Recycling werden hingegen die MolekĂŒle in kleinteilige Bausteine (Monomere) aufgespalten, die entweder zu neuen Kunststoffen polymerisiert oder anderweitig, zum Beispiel zur Herstellung von Treibstoffen, verwendet werden können. Werden aus dem so gewonnenen Rohstoff wieder neue Polymere hergestellt, ist der Energiebedarf fĂŒr das chemische Recycling wesentlich höher als fĂŒr das werkstoffliche, da die MolekĂŒle erst zerlegt und anschließend wieder zusammengesetzt werden mĂŒssen und beide Prozesse Energie erfordern.

Die meisten KunststoffabfĂ€lle werden daher werkstofflich recycelt. Von den 5,67 Mio. Tonnen KunststoffabfĂ€llen, die 2021 in Deutschland angefallen sind, wurden nur 0,03 Mio. Tonnen (also weniger als 1 %) der rohstofflichen Verwertung zugefĂŒhrt, 2,32 Mio. Tonnen (also gute 40 %) hingegen dem werkstofflichen Recycling. 1,65 Mio. Tonnen (knapp 30 %) wurden als Rezyklate wieder eingesetzt und haben Neuware substituiert.[23]

Beim Recycling von Kunststoffen besteht ein wesentlicher Unterschied zwischen der Wiederaufbereitung von ProduktionsabfĂ€llen (Post-Industrial-Recycling) und der Verwertung bereits gebrauchter Produkte (Post-Consumer-Recycling). Sortenreine ProduktionsabfĂ€lle lassen sich recht einfach recyceln, indem sie zerkleinert, ggf. entstaubt und bei der Produktion der PrimĂ€rware beigemischt werden. Bei den meisten Produktionsbetrieben ist dies gĂ€ngige Praxis zur Kosteneinsparung. Die Aufbereitung von Post-Consumer-AbfĂ€llen ist hingegen viel aufwendiger. Sie erfordert in den meisten FĂ€llen eine vorgeschaltete Sortierung, die den gemischten Abfallstrom (zum Beispiel die Verpackungen aus dem Gelben Sack) in diverse Fraktionen, darunter die verschiedenen Kunststoffe, trennt. Die eigentliche Verwertung beginnt dann mit dem Schreddern, woraufhin weitere Aufbereitungsschritte zur Abtrennung von Nebenbestandteilen und Kontaminationen folgen. Übliche Verfahren sind hier Magnetscheidung zum Entfernen ferromagnetischer Metalle, Dichtetrennung (zum Beispiel mittels Schwimm-/Sink-Verfahren), Waschen, Trocknen und Windsichten. Anschließend wird das aufbereitete Mahlgut entweder direkt zur Produktion neuer Artikel eingesetzt oder durch Extrusion zu Granulat verarbeitet. Der Gesamtenergieverbrauch beim werkstofflichen Recycling wird vielfach ĂŒberschĂ€tzt. Mit rund 10 bis 15 MJ/kg Polymer ist bei Teilen aus thermoplastischen Kunststoffen mit einer Einzelmasse von mehr als 100 g die komplette Aufbereitung durchfĂŒhrbar.[24][25][26]

Stark vermischte oder verschmutzte KunststoffabfĂ€lle lassen sich hĂ€ufig nicht ökonomisch werkstofflich recyceln. Sie können chemisch (zum Beispiel durch Depolymerisation, Hydrierung, Pyrolyse oder Vergasen) oder thermisch (zum Beispiel als Ersatzbrennstoff in Zementfabriken) verwertet werden. 2021 wurden in Deutschland insgesamt ĂŒber 50 % der KunststoffabfĂ€lle energetisch genutzt, davon etwa ein Drittel als Ersatzbrennstoff, der Rest zur Stromerzeugung in MĂŒllverbrennungsanlagen.[23]

Metalle

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Mischschrott

Metalle werden ĂŒblicherweise in hohem Maße recycelt, da die Gewinnung aus Erzen sehr aufwendig und kostenintensiv ist. Das Umschmelzen bedarf nur eines Bruchteils der Energie und der Rohstoffkosten. Allerdings kommt es beim Recycling von Metallen durch die Vermischung von Schrottsorten unterschiedlicher Legierungen in der Schmelze zu QualitĂ€tsverlusten. Dies Ă€ußert sich in der Kontamination von Legierungen mit Störstoffen oder in Verlusten von hochwertigen Legierungselementen durch eine zu starke „VerdĂŒnnung“. Hochwertige Legierungen werden derzeit meist durch die Zugabe großer Mengen an ressourcen- und treibhausgasintensiverem PrimĂ€rmaterial erzeugt.[27]

Der Recyclingprozess ist in seinen GrundzĂŒgen fĂŒr viele Metalle Ă€hnlich. Wenn sie mit anderen Materialien vermischt sind, mĂŒssen zunĂ€chst Nebenbestandteile und Ă€ußere Verunreinigungen abgetrennt werden. Dies erfolgt in der Regel durch Zerkleinern und einen oder mehrere der folgenden Trennprozesse:

  • Magnetscheidung zur Trennung ferromagnetischer (Eisen-)Metalle von nichtmagnetischen Metallen oder Kunststoffen
  • Wirbelstromscheidung zur Abtrennung von Nichteisenmetallen wie Kupfer oder Aluminium aus gemischten Stoffströmen
  • Dichtetrennung durch Sichten, Schwimm-/Sink-Verfahren oder mithilfe von Fliehkraftabscheidern
  • nachgeschaltete mechanische und sensorgestĂŒtzte Sortierverfahren

Die separierten Metalle werden in einem Schmelzofen, hĂ€ufig einem Lichtbogen- oder Induktionsofen, aufgeschmolzen und anschließend einer Schmelzebehandlung unterzogen. Dabei werden wasserstoffhaltige Komponenten (Hydroxide und organischen Verunreinigungen), Oxide und störende Elemente entfernt. Beim Recycling von Schrott ist es Stand der Technik, Anhaftungen wie Fette, Öle und Lacke in einem vorgeschalteten Prozess abzubrennen, um zu verhindern, dass der darin enthaltene Wasserstoff die Schmelze verunreinigt. Legierungselemente können wĂ€hrend der Schmelzebehandlung entweder hinzugefĂŒgt werden, um Oxidationsverluste auszugleichen oder besondere Eigenschaften einzustellen oder abgetrennt werden. Bestimmte Elemente, die sich aufgrund ihrer Stoffeigenschaften chemisch und physikalisch Ă€hnlich verhalten, lassen sich jedoch nur bedingt oder mit großem Aufwand trennen.

Siehe auch: Recyclingmetallurgie

Stahl

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Recycling-Code fĂŒr Eisenwerkstoffe und Stahl

Stahl ist mit 630 Mio. t/a (Stand 2019) der weltweit meistrecycelte Industriewerkstoff.[28] Er wird mehrfach recycelt, so dass aktuell rund 70 % des bisher erzeugten Stahls im Gebrauch sind. Die Recyclingquote einzelner Stahlanwendungen liegt z. T. bei deutlich ĂŒber 90 %.[29] 2017 wurden 35,5 % des weltweit erzeugten Rohstahls aus SekundĂ€rrohstoffen hergestellt.[30] Laut dem Weltstahlverband Worldsteel wurden seit dem Jahr 1900 mehr als 22 Mrd. t Stahl recycelt.[31]

Der Einsatz von Stahlschrott in der Stahlproduktion spart gegenĂŒber der Produktion mit PrimĂ€rrohstoffen 60–75 % Energie[32] und verringert die CO2-Emission um deutlich ĂŒber 50 %; die genaue CO2-Bilanz hĂ€ngt von der Art der Stromerzeugung ab. Die Wiederverwertung einer Tonne Stahl spart laut dem EuropĂ€ischen Dachverband fĂŒr die Recyclingindustrie EuRIC 1,4 t Eisenerz, 0,8 t Kohle, 0,3 t Kalkstein und Zusatzstoffe sowie 1,67 t CO2. 2018 wurden in der EU durch die Wiederverwertung von 94 Mio. t Stahlschrott 157 Mio. t CO2 eingespart. Dies entspricht dem CO2-Ausstoß der Fahrzeugflotten Frankreichs, Großbritanniens und Belgiens.[30]

FĂŒr den Korrosionsschutz von Eisen und Stahl werden Stoffe eingesetzt, die das Recycling stören, verloren gehen oder als umweltrelevante Stoffe entweichen bzw. zurĂŒckgehalten werden mĂŒssen. Dazu gehören insbesondere die Legierungselemente Chrom und Nickel sowie als Beschichtungen Lacke, Zinn (bei Weißblech) und Zink. Auch Kupfer aus ElektrogerĂ€ten stellt ein Problem beim Stahlrecycling dar.

Siehe auch: Abschnitt „Ökologie und Recycling“ im Artikel Stahl

Kupfer

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Granulat aus elektrolytisch gereinigtem Kupfer
→ Hauptartikel: Kupferrecycling

Kupfer kann aus Altmaterialien ohne QualitĂ€tseinbußen beliebig oft recycelt werden. Nahezu alle kupferhaltigen Materialien können als Rohstoffe zur Kupfergewinnung dienen. Nicht verunreinigte ProduktionsabfĂ€lle aus der Metallverarbeitung (Neu- bzw. Produktionsschrotte) können direkt wieder eingeschmolzen und weiterverarbeitet werden, ebenso sortenrein sortierte Kupfer- und Legierungsschrotte. Alle anderen kupferhaltigen SekundĂ€rrohstoffe wie isolierte Kabel und Leitungen oder in Kraftfahrzeugen und ElektrogerĂ€ten verbaute Komponenten mĂŒssen zunĂ€chst von Nebenbestandteilen und Ă€ußeren Verunreinigungen getrennt werden. Je nach GĂŒte der Trennprozesse lassen sich Reinheiten von bis zu 99,95 % erzielen, so dass das produzierte Kupfergranulat direkt in der Metall-, Automobil- und der chemischen Industrie eingesetzt werden kann. Wenn Verunreinigungen mit Begleitelementen oder sonstige mineralische oder organische Anhaftungen eine direkte Legierungsherstellung aus QualitĂ€tsgrĂŒnden verhindern, mĂŒssen pyrometallurgische Recyclingverfahren angewendet werden. In einem mehrstufigen Prozess, an dessen Ende die elektrolytische Raffination steht, können Verunreinigungen nahezu restlos entfernt werden, so dass eine Reinheit ĂŒber 99,99 % erzielt wird.[33]

2022 wurde weltweit knapp ein Drittel des jĂ€hrlichen Kupferbedarfs von 32 Mio. t aus Recyclingmaterial gedeckt,[34] in der EU sind es rund 45 %,[30] in Deutschland ĂŒber 50 %. Nimmt man eine durchschnittliche Lebensdauer aller Kupferprodukte von ca. 33 Jahren an und bezieht die Altkupfermenge auf die Kupferproduktion im selben Zeitraum, ergibt sich ein Anteil an wiederverwertetem Kupfer von rund 80 %.[33] 2019 wurden von den 2,63 Mio. t in der EU durch gebrauchte Produkte generierten Kupferschrotten 1,60 Mio. t, also 61 % gesammelt und in der EU wiederverwertet.[30]

Aluminium

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Transportfertiger Aluminiumschrott
→ Hauptartikel: Aluminiumrecycling

Wenn Aluminiumlegierungen sortenrein gesammelt und aufbereitet werden, können sie aus dem resultierenden Umschmelzaluminium ohne QualitĂ€tsverlust recycelt werden. Da verschiedene Legierungselemente (zum Beispiel Magnesium) beim Umschmelzen nicht entfernt werden können, kommt es bei nicht sortenreiner Erfassung hĂ€ufig zum Downcycling. Mittlerweile lassen sich verschiedene Aluminiumlegierungen auch großtechnisch mithilfe laserinduzierter Plasmaspektroskopie (LIBS) voneinander trennen.[35][36][37]

Recyceltes Aluminium bietet gegenĂŒber primĂ€r erzeugtem große ökonomische und ökologische Vorteile, da seine Herstellung nur etwa 5 % der Energie erfordert, die zur Gewinnung aus Bauxit benötigt wird, und 85–95 % der CO2-Emissionen eingespart werden können.[38][30][39] Das Wiedereinschmelzen einer Tonne Aluminiumschrott erfordert ca. 2800 kWh an elektrischer Energie und erzeugt etwa 600 kg CO2.[40] Die Absolutwerte fĂŒr Energiebedarf und CO2-Emissionen sind damit immer noch hoch und liegen, trotz des deutlich niedrigeren Schmelzpunktes von Aluminium, in derselben GrĂ¶ĂŸenordnung wie die beim Stahlrecycling.

2019 stammten 33 % des weltweit produzierten Aluminiums aus der Recyclingroute, 19 % aus gebrauchten Produkten (post-consumer, PC) und 14 % aus IndustrieabfĂ€llen (post-industrial, PI). In Europa waren es 59 % (37 % PC, 22 % PI), in China 24 % (11 % PC, 13 % PI) und in Japan 100 % (69 % PC, 31 % PI).[41] 75 % der bisher insgesamt hergestellten 1,5 Mrd. t Aluminium sind noch heute in Gebrauch.[39] Von der Gesamtmenge des in der EU anfallenden Aluminiumschrotts aus gebrauchten Produkten (4,34 Mio. t) wurden rund 3,0 Mio. t gesammelt und aufbereitet, was einer Recyclingquote von 69 % entspricht.[30]

Glas

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Altglas im Schmelzofen
→ Hauptartikel: Glasrecycling

Glas lĂ€sst sich beliebig oft einschmelzen und zu neuen Produkten verarbeiten, entscheidend fĂŒr die QualitĂ€t ist der Reinheitsgrad der Scherben aus dem Altglasrecycling. Da sich Hohlglas und Flachglas auch in der chemischen Zusammensetzung unterscheiden, werden beide getrennt voneinander gesammelt und recycelt. Die Recyclingraten unterscheiden sich dabei erheblich: WĂ€hrend 2018 bei BehĂ€lterglas geschĂ€tzte 32 % der weltweit produzierten Glasmenge aus Altglas bestanden, wurde bei Flachglas eine Recyclingrate von nur 11 % erzielt. Die Gesamtrecyclingrate betrug 21 %.[42]

In Europa werden Einweg-Glasverpackungen seit Jahrzehnten nahezu flĂ€chendeckend fĂŒr das Recycling gesammelt, teils ĂŒber die haushaltsnahe Straßensammlung, teils ĂŒber öffentliche Altglascontainer. In Deutschland wird hierbei zwischen Weiß-, GrĂŒn- und Braunglas unterschieden, in anderen LĂ€ndern wie Österreich und Schweden werden lediglich ungefĂ€rbte Glasverpackungen (Weißglas) und gefĂ€rbte Glasverpackungen (Buntglas) getrennt erfasst. Die Farbtrennung ist wichtig fĂŒr den Recyclingprozess, denn farbige Flaschen verursachen bei farblosem Glas ungewollte Farbstiche. Umgekehrt fĂŒhrt die Zugabe von Weißglas beim Aufbereiten von Buntglas zu Glasfehlern[43] und vermindert die fĂŒr empfindliche FĂŒllgĂŒter (zum Beispiel Milch, Medikamente, Bier) wichtige Lichtschutzfunktion. Da GrĂŒnglas am ehesten Fehlfarben vertrĂ€gt, sollten andersfarbige GlasbehĂ€lter in den GrĂŒnglascontainer entsorgt werden.[44]

In der EU-27 wurden 2021 fast 12 Mio. t Glasverpackungen fĂŒr das Recycling gesammelt. Die durchschnittliche Sammelrate bezogen auf die in Verkehr gebrachte Menge lag bei 80,1 %, wobei die lĂ€nderspezifischen Raten sehr unterschiedlich ausfallen. In Norwegen, Finnland, Belgien, Luxemburg, Slowenien und der Schweiz wurden Werte von ĂŒber 90 % erreicht, wĂ€hrend die Sammelraten in Ungarn und Griechenland unter 50 % lagen.[45] Da wegen der enthaltenen Verunreinigungen zwischen 3 % und 7 % der gesammelten Menge nicht wieder aufbereitet werden können, liegen die tatsĂ€chlichen Recyclingquoten niedriger. Laut einer Studie ĂŒber die „Leistung des Verpackungsglasrecyclings in Europa“ wurden 2019 92 % der gesammelten GlasverpackungsabfĂ€lle recycelt und 91 % der recycelten Menge wieder zur Herstellung von Flaschen und GlĂ€sern eingesetzt.[46] Je nach Farbtrennung können GlashĂŒtten unterschiedliche Altglasanteile zur Herstellung neuer Glasverpackungen einsetzen. Der Rezyklatanteil bei der Produktion von GrĂŒnglas liegt bei 90–95 %, bei der von Braunglas bei 70 %, Weißglas lĂ€sst in der Regel nur einen Anteil von 60 % zu.[42]

In Deutschland werden jĂ€hrlich rund 2 Mio. t Altglas gesammelt, die Recyclingquote lag 2019 bei 84,1 %.[47] In der Schweiz wurden 2022 rund 305.000 t Altglas aus Flaschen und damit 97 % der auf den Markt gebrachten GetrĂ€nkeflaschen verwertet.[48]

Papier

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Geschreddertes Altpapier zur weiteren Aufbereitung
→ Hauptartikel: Papierrecycling

Papierrecycling umfasst die Aufbereitung von Altpapier, Pappe und gebrauchtem Karton zu SekundĂ€rfaserstoff (Altpapierstoff), der wieder zur Herstellung neuer Papiere eingesetzt wird. Papier kann mehrfach, aber nicht beliebig of recycelt werden; nach SchĂ€tzungen der Industrie sind drei bis acht Zyklen realisierbar.[49] Da jeder Recyclingzyklus die Fasern verkĂŒrzt und schwĂ€cht, muss zur Herstellung höherwertiger Papiererzeugnisse neuer Zellstoff in die Produktion eingebracht werden.

Beim Recyclingprozess werden nach einer Sortierung in definierte QualitĂ€ten[50][51][52] die Papierfasern in Wasser gelöst, voneinander getrennt und von Fremdstoffen, Druckfarben und zu kurzen Fasern gereinigt. Zur Herstellung von Recyclingpapier wird nur die HĂ€lfte an Energie und zwischen einem Siebtel bis zu einem Drittel der Wassermenge benötigt, die zur Produktion von Papier aus PrimĂ€rfasern eingesetzt wird. Die Treibhausgasemissionen sind bei Recyclingpapieren auf dem deutschen Markt durchschnittlich 15 % geringer als bei Frischfaserpapieren.[53]

2021 wurden weltweit 244 Mio t Papier und Pappe aus SekundĂ€rfaserstoff hergestellt[54], das entspricht 59 % der insgesamt produzierten Menge.[55] Die Recyclingrate als VerhĂ€ltnis von Altpapierrecycling zu Papierverbrauch betrug weltweit rund 60 %, in der EU (einschließlich Norwegen, Schweiz und UK) 73 %, in Asien 57 %, in Nordamerika 66 %, in Lateinamerika 46 % und in Afrika 38 %.[56] Die angegebenen Raten beziehen Handelsmengen komplett mit ein, so dass sich durch Nettoimporte von Altpapier und/oder durch Nettoexporte von SekundĂ€rfaserstoff oder Recyclingpapier Werte von ĂŒber 100 % ergeben können. Die netto gehandelten Mengen ausgeschlossen, betrug 2022 der Anteil des in Europa zur Papierproduktion eingesetzten Altpapiers am europĂ€ischen Verbrauch 63 % (im Vergleich zu 71 % inklusive Nettohandel).[56] In Deutschland hat sich die Altpapiereinsatzquote, also der Altpapieranteil an der gesamten inlĂ€ndischen Papierproduktion, von knapp 61 % im Jahr 2000 auf rund 79 % im Jahr 2022 erhöht, die Altpapierverwertungsquote (Altpapierverbrauch/Papierverbrauch) hingegen von 58 % auf ĂŒber 95 %. Die AltpapierrĂŒcklaufquote (Altpapieraufkommen/Papierverbrauch) ist im selben Zeitraum nur unwesentlich von 72 % auf 74 % gestiegen.[53]

Ein negativer Aspekt bei der Altpapierverwertung ist, dass sich bei wiederholten Recyclingzyklen wasserlösliche Schadstoffe in den KreislĂ€ufen anreichern. Dazu gehören Mineralölbestandteile aus Druckfarben, per- und polyfluorierte Verbindungen (PFAS), Bisphenol S aus Thermopapier von Kassenbons und Thermoetiketten und Phthalate aus Klebstoffen. Auch Stoffe, die in Deutschland seit Jahren nicht mehr eingesetzt werden, können ĂŒber Altpapier aus anderen LĂ€ndern in das Recyclingpapier eingetragen werden. Diese Verunreinigungen gefĂ€hrden den Einsatz von Altpapier fĂŒr Lebensmittelverpackungen, denn sowohl die BedarfsgegenstĂ€ndeverordnung als auch das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung geben Obergrenzen fĂŒr den Gehalt an gesundheitsbedenklichen Stoffen in Lebensmittelkontaktmaterialien vor.[53]

Recycling gemischter Stoffströme

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Kraftfahrzeuge

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Gepresste Fahrzeugwracks bereit zum Schreddern
→ Hauptartikel: Fahrzeugrecycling

Beim Fahrzeugrecycling liegt das Hauptaugenmerk auf der RĂŒckgewinnung der Metalle (primĂ€r Eisen und Stahl), die bei Kraftfahrzeugen in Summe ca. 75 % der Gesamtmasse ausmachen.[57] Die Wiederverwendung noch funktionsfĂ€higer Gebrauchtteile durch „Ausschlachten“ der Fahrzeuge wird in vielen IndustrielĂ€ndern aufgrund des schnellen Modellwechsels, der stĂ€ndig weiterentwickelten Elektronik und der geringeren Haltbarkeit der Ersatzteile zunehmend unattraktiv. Altfahrzeuge werden in der Regel von einem lokalen Demontagebetrieb angenommen, der zunĂ€chst Batterien, FlĂŒssiggastanks und Airbags demontiert (bzw. gezielt auslöst) und schadstoffbelastete Komponenten wie Ölfilter sowie sĂ€mtliche BetriebsflĂŒssigkeiten entnimmt.[58] Nach der Demontage verkaufsfĂ€higer Ersatzteile und separat zu verwertender Komponenten wie Katalysatoren, Reifen, Teile der Fahrzeugelektronik und teilweise auch der Scheiben werden die Fahrzeuge zumeist mithilfe einer Schrottpresse verdichtet, um sie kostengĂŒnstiger transportieren zu können. Ein Verwertungsbetrieb ĂŒbernimmt dann das Schreddern und die Trennung der Materialien (s. Abschnitt Metalle) in Stahlschrott, verschiedene Nichteisenmetalle (Aluminium, Magnesium, Kupfer, Zink, Blei) und eine Kunststoff- bzw. Schredderleichtfraktion. Letztere wird nur ungefĂ€hr zur HĂ€lfte werkstofflich verwertet, der Rest wird zwecks EnergierĂŒckgewinnung verbrannt oder deponiert.[59]

Im Jahr 2021 fielen in der EU insgesamt rund 5,7 Mio. Altfahrzeuge zur Verwertung an (6,5 Mio t), die meisten davon in Frankreich (1,5 Mio t), gefolgt von Italien (1,4 Mio t) und Spanien (0,86 Mio t). Auch in Polen (0,52 Mio t) wurden mehr Altfahrzeuge verwertet als in Deutschland, das mit rund 0,44 Mio t auf Platz 5 lag.[60] Die Richtlinie 2000/53/EG ĂŒber Altfahrzeuge fordert seit 1. Januar 2015 eine Verwertungsquote (Wiederverwendung + Recycling + EnergierĂŒckgewinnung) von mindestens 95 % der anfallenden Masse sowie eine Recyclingquote (Wiederverwendung + Recycling) von mindestens 85 %.[58] In Deutschland wird die geforderte Recyclingquote seit 2015 kontinuierlich erfĂŒllt, 2021 lag sie bei 90 %. Die Verwertungsquote verfehlte hingegen 2019 mit 93,6 % und 2020 mit 94,0 % zweimal in Folge das Ziel. 2021 wurden die EU-Vorgaben mit 97,5 % wieder eingehalten.[61]

Nur etwa die HĂ€lfte der rund 12 Mio. Automobile, die pro Jahr in der EU aus dem Verkehr genommen werden, wird in zugelassenen Recyclinganlagen behandelt. JĂ€hrlich enden rund 4 Mio. Kraftfahrzeuge mit „unbekanntem Verbleib“, d. h. sie werden abgemeldet, ohne dass Nachweise ĂŒber eine ordnungsgemĂ€ĂŸe Entsorgung oder den legalen Export vorliegen. Der Großteil der verschwundenen Fahrzeuge wird in Europa, hĂ€ufig unter Missachtung von Sicherheits- und Umweltvorschriften, illegal demontiert. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt, da jedes Jahr bis zu 55 Mio. Liter gefĂ€hrlicher FlĂŒssigkeiten verloren gehen.[62] Ein Teil der Altfahrzeuge wird in DrittlĂ€nder exportiert, obwohl sie als gefĂ€hrliche AbfĂ€lle gelten, deren Ausfuhr aus der EU in Nicht-OECD-LĂ€nder verboten ist. In der Praxis ist es jedoch schwierig, zwischen einem legal exportierten Gebrauchtwagen und einem Altauto zu unterscheiden. Im Juli 2023 schlug die EuropĂ€ische Kommission eine neue Verordnung ĂŒber Altfahrzeuge vor, die unter anderem deren „Verschwinden“ Einhalt gebieten soll.[63]

Elektro- und ElektronikgerÀte

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Verarbeitung von Elektronikschrott in einem Recyclingbetrieb

Elektro- und Elektronikschrott ist heute der am schnellsten wachsende Abfallstrom der Welt[64][65] – angetrieben durch höhere Verbrauchsraten (insbesondere im Bereich der IT und der Unterhaltungselektronik), kurze Lebenszyklen und mangelnde Reparaturmöglichkeiten.[66] 2019 fielen weltweit 53,6 Mio. t Elektroschrott (ohne Solarmodule) an, das sind durchschnittlich 7,3 kg pro Kopf. Dieser Schrott hat einen Rohstoffwert von etwa 57 Mrd. USD, wozu Eisen, Kupfer und Gold am meisten beitragen. Die Erzeugung von Elektroschrott ist seit 2014 um 9,2 Mio. t gestiegen und wird den Prognosen zufolge bis 2030 auf 74,7 Mio. t anwachsen – fast eine Verdoppelung in nur 16 Jahren.[67]

Elektroschrott ist ein sehr heterogener Stoffstrom, der neben Metallen aller Art, verschiedenen Kunststoffen und Glas hĂ€ufig gesundheits- und umweltgefĂ€hrdende Stoffe enthĂ€lt, darunter Blei, Arsen, Cadmium, Chrom(VI)-Verbindungen, Quecksilber und diverse Halogenverbindungen. Zumeist sind wertvolle Metalle und seltene Erden in kleinen Mengen enthalten, was das stoffliche Recycling lukrativ, aber auch aufwendig macht. In komplexen ElektronikgerĂ€ten wie Smartphones finden sich bis zu 60 verschiedene Elemente aus dem Periodensystem, wobei viele davon technisch rĂŒckgewinnbar sind.[65] Je nach KomplexitĂ€t und Schadstoffgehalt muss das GerĂ€t oder die Baugruppe manuell demontiert und von Schadstoffen befreit werden, bevor sie zum Beispiel durch Schreddern maschinell verarbeitet werden kann. Aus ElektroaltgerĂ€ten werden neben Edel- und Sondermetallen hauptsĂ€chlich Gusseisen, Stahl, Kupfer, Aluminium und Messing gewonnen.[68]

Die Kunststofffraktion besteht aus einer Vielzahl unterschiedlicher Polymere und kann nur zu etwa 20 % wiederverwertet werden.[69] Zum einen bestehen Leiterplatten aus glasfaserverstĂ€rkten Duromeren, die nicht recycelbar sind; zum anderen sind viele Kunststoffkomponenten hochgradig schadstoffbelastet, da sie aus BrandschutzgrĂŒnden flammhemmend ausgerĂŒstet sein mĂŒssen und dafĂŒr hĂ€ufig bromierte Flammschutzmittel, teilweise in Kombination mit Antimon(III)-oxid, eingesetzt werden.[70][71] Bei deren Verbrennung entstehen hochtoxische Substanzen (polybromierte Dibenzodioxine und Dibenzofurane), die in MĂŒllverbrennungsanlagen aus dem Rauchgas gefiltert werden mĂŒssen.[69]

Weltweites Elektroschrottaufkommen und Sammelquoten 2019[67]
Region Gesamt-
aufkommen
Pro-Kopf-
Menge
Sammel-
quote
Asien 24,9 Mio. t 5,6 kg 11,7 %
Europa 12,0 Mio. t 16,2 kg 42,5 %
Amerika 13,1 Mio. t 13,3 kg 9,4 %
Ozeanien 2,9 Mio. t 16,1 kg 8,8 %
Afrika 0,7 Mio. t 2,5 kg 0,9 %

2019 wurden weltweit nur 17,4 % des angefallenen Elektroschrotts geordnet gesammelt und dem Recycling zugefĂŒhrt. Damit ist der Verbleib von 44,3 Mio. t Elektroschrott ungewiss, und seine Handhabung in LĂ€ndern mit mittlerem und niedrigem Einkommen fĂŒhrt zu hohen Umweltbelastungen und schweren gesundheitlichen SchĂ€den bei Arbeitern und Anwohnern in der Umgebung von Entsorgungsanlagen (vgl. Artikel „Elektronikschrottverarbeitung in Guiyu“, „Elektronikschrottverarbeitung in Agbogbloshie“). Zwar wuchs die formal dokumentierte Sammelrate zwischen 2014 und 2019 um 1,8 Mio. t, doch kann die Zunahme der RecyclingaktivitĂ€ten von rund 0,4 Mio. t/a bei weitem nicht mit dem Anstieg des Elektroschrottaufkommens von fast 2 Mio. t/a Schritt halten.[67]

Die WEEE-Richtlinie verpflichtet die Vertreiber von Elektro- und ElektronikgerĂ€ten in der EU zur kostenlosen RĂŒcknahme der AltgerĂ€te und die Nutzer zur getrennten Sammlung und ordnungsgemĂ€ĂŸen RĂŒckgabe. Die Hersteller mĂŒssen Systeme fĂŒr die Verwertung einrichten, die Mengenströme verschiedener Stoffe dokumentieren und die Sammlung, Behandlung, Verwertung und umweltgerechte Beseitigung der GerĂ€te finanzieren. Ab 2016 galt eine jĂ€hrliche Mindestsammlequote von 45 % des Durchschnittsgewichts der Elektro- und ElektronikgerĂ€te, die in den drei Vorjahren im betreffenden Mitgliedstaat in Verkehr gebracht wurden; seit 2019 liegt die Vorgabe bei 65 %.[72]

In Deutschland wurden die von 2016 bis 2018 geltende Mindestquote jeweils knapp verfehlt oder knapp erreicht (2016: 44,9 %, 2017: 45,1 %, 2018: 43,1 %). Im Jahr 2021 ist die Sammelmenge gegenĂŒber dem Vorjahr von 1,04 Mio t auf 1,01 Mio t Tonnen gesunken. Aufgrund der kontinuierlich steigenden Mengen an in Verkehr gebrachten GerĂ€ten blieb die erreichte Sammelquote von 38,6 % deutlich unter dem Niveau des Vorjahres (2020: 44,1 %) und wiederholt weit unterhalb der neuen EU-Vorgabe von 65 %.[73] Die einzigen EU-LĂ€nder, die 2021 das vorgegebene Sammelziel erreichten, waren Bulgarien und die Slowakei; Irland (63,8 %) und Lettland (60,2 %) kamen diesem Ziel zumindest nahe.[74]

FĂŒr die Verwertung und das Recycling gelten je nach GerĂ€tekategorie seit dem 15. August 2018 folgende Mindestvorgaben, jeweils bezogen auf die gesammelte Menge:[72]

  • WĂ€rmeĂŒbertrĂ€ger und GroßgerĂ€te (eine der Ă€ußeren Abmessungen > 50 cm): 85 % Verwertung, 80 % Wiederverwendung + Recycling
  • Bildschirme, Monitore und GerĂ€te, die Bildschirme mit einer OberflĂ€che von > 100 cmÂČ enthalten: 80 % Verwertung, 70 % Wiederverwendung + Recycling
  • KleingerĂ€te und kleine IT- und TelekommunikationsgerĂ€te (keine Ă€ußere Abmessung > 50 cm): 75 % Verwertung, 55 % Wiederverwendung + Recycling
  • Lampen: 80 % Recycling

Diese Vorgaben haben Deutschland und Österreich in den Jahren 2019 bis 2021 in allen GerĂ€tekategorien eingehalten.[75]

Siehe auch: Elektronikschrott und Altlampen-Recycling

Batterien und Akkumulatoren

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→ Hauptartikel: Batterierecycling

Die Verordnung (EU) 2023/1542 ĂŒber Batterien regelt auch das Recycling von Altbatterien.

Sammlung

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Altbatterien

FĂŒr gebrauchte Batterien besteht in Deutschland und in der Schweiz eine gesetzliche RĂŒckgabepflicht fĂŒr Verbraucher und eine RĂŒcknahmepflicht fĂŒr Handel, öffentlich-rechtliche EntsorgungstrĂ€ger, Hersteller und Importeure.[76][77] In Österreich muss jeder Inverkehrbringer Batterien unentgeltlich zurĂŒcknehmen und Hersteller mĂŒssen deren Behandlung entsprechend dem Stand der Technik sicherstellen; eine gesetzliche RĂŒckgabepflicht besteht nicht. Allerdings verpflichtet § 7 der Batterienverordnung die Hersteller dazu, Verbraucher ĂŒber Sinn und Zweck der getrennten Sammlung von Altbatterien, Nachteile der Beseitigung gemeinsam mit unsortierten SiedlungsabfĂ€llen und die Sinnhaftigkeit der stofflichen Verwertung aufzuklĂ€ren. Ein wichtiges Ziel der getrennten Sammlung von Altbatterien und des Recyclings ist neben der Gewinnung von SekundĂ€rrohstoffen die Entlastung der Umwelt von Giftstoffen, konkret Blei, Nickel, Cadmium, Quecksilber und SchwefelsĂ€ure. Bei Lithium-Ionen-Akkus spielt zudem die Sicherheit eine wichtige Rolle; durch unsachgemĂ€ĂŸe Entsorgung kommt es immer wieder zu BrĂ€nden in Entsorgungsbetrieben und MĂŒllfahrzeugen.[78]

GerÀtebatterien und -akkumulatoren

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Je nach Batterietyp kommen unterschiedliche Recyclingverfahren zum Einsatz. In der Regel werden Batterien zunĂ€chst hĂ€ndisch vorsortiert und anschließend automatisch nach GrĂ¶ĂŸe und, zum Beispiel mittels Röntgenverfahren, nach elektrochemischem System getrennt. Eine klare Kennzeichnung des Materialtyps am GehĂ€use ist bisher (Stand 2024) nicht gesetzlich vorgeschrieben. Aus zinkhaltigen GerĂ€tebatterien wird in Schmelzöfen in erster Linie Zink wiedergewonnen, beim Aufschmelzen von Alkali-Mangan-Batterien in Lichtbogenöfen entsteht zusĂ€tzlich Ferromangan, das als Vorlegierung in Stahlwerken eingesetzt wird. Aus NiCd- und NiMH-Akkus wird mittels Vakuumdestillation ein Nickel-Eisen-Gemisch erzeugt, das entweder bei der Stahlherstellung verwendet oder in seine Bestandteile getrennt werden kann. Dieses Verfahren erlaubt zudem die RĂŒckgewinnung von Cadmium in hoher Reinheit (> 99,9 %). Auch Lithium-Manganoxid-PrimĂ€rzellen können mittels Vakuumdestillation teilweise wiederverwertet werden, Lithium und Graphit aus den Elektroden sowie die Elektrolytlösungen gehen dabei jedoch verloren.

Blei-SĂ€ure-Akkumulatoren

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Stoffliche Wiedergewinnung von Blei aus Bleiakkumulatoren

Bei Bleiakkumulatoren muss, unabhĂ€ngig vom folgenden Recyclingverfahren, zunĂ€chst die SchwefelsĂ€ure abgetrennt und neutralisiert werden. Sie wird mittels Filterpressen gereinigt und entweder fĂŒr den erneuten Einsatz regeneriert oder zu Natriumsulfat oder Ammoniumsulfat zur industriellen Verwendung umgesetzt. Die entleerten Akkus werden anschließend in einem Brecher zerkleinert. Die anfallende Bleipaste und die Gitterelektroden werden in Kurztrommelöfen entschwefelt und zu Rohblei verarbeitet,[79] das durch Seigerung oder Elektrolyse weiter raffiniert und neu legiert wird. Das KunststoffgehĂ€use kann grĂ¶ĂŸtenteils zu Polypropylen-Rezyklat aufbereitet werden, die verbleibende Restfraktion (Hartgummi, PVC, Zellulose) wird verbrannt. Mit effizienten Verfahren lassen sich 92 % der Batteriekomponenten und 98 % des Bleis zurĂŒckgewinnen.[80] Weniger aufwendig als die Trennung in die Einzelbestandteile ist, die sĂ€ureentleerten Altakkus komplett in Schachtöfen zu verhĂŒtten. Dabei werden die organischen Stoffe pyrolisiert und die Bleiverbindungen zu metallischem Blei reduziert. Schlacke, Filterstaub und RaffinationsabfĂ€lle mĂŒssen aufbereitet und können teilweise ebenfalls weiterverwendet werden.

Blei-SĂ€ure-Akkumulatoren sind wegen ihres hohen Bleianteils ein weltweit begehrter Rohstoff. Problematisch ist deren Recycling in vielen afrikanischen LĂ€ndern,[81] besonders in Nigeria als wichtigem Bleiexporteur,[82] in Indien[83] und China.[84] Dort werden Fahrzeugbatterien hĂ€ufig ohne besondere Schutzvorkehrungen von Hand aufgebrochen, wobei SĂ€ure und Blei ungefiltert in die Umgebung gelangen und zu massiven SchĂ€den bei Menschen und Umwelt fĂŒhren. Ein betrĂ€chtlicher Teil der auf diese Weise recycelten Starterbatterien stammt aus Deutschland, ĂŒber Umwege importieren europĂ€ische Batteriehersteller wiederum das daraus gewonnene Blei.[82][85]

Lithium-Ionen-Akkumulatoren

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Eine bisher nicht umfassend gelöste Herausforderung ist das Recycling von Lithium-Ionen-Akkumulatoren. Sie sind einerseits weitaus komplexer aufgebaut als andere Akkus und unterscheiden sich je nach Anwendung stark in ihrer Zusammensetzung. Andererseits ist die RĂŒcklaufquote bei Fahrzeugbatterien noch so gering, dass sich komplexe Recyclingprozesse mit hohen RĂŒckgewinnungsquoten, auch wenn sie technisch machbar sind,[86] meist nicht wirtschaftlich betreiben lassen. Vor der Behandlung mĂŒssen Li-Ionen-Akkus entladen und durch Erhitzen deaktiviert werden. Durch die Kombination von ElektrolytrĂŒckgewinnung,[87] mechanischen, hydrometallurgischen und pyrometallurgischen Verfahren können theoretisch ĂŒber 90 % der Materialien stofflich recycelt werden.[88] Relevant ist dabei die Gewinnung von Kupfer, Aluminium, Mangan, Kobalt, Nickel, Lithium, Graphit und organischen Carbonaten des Elektrolyts. Doch weder hydro- noch pyrometallurgische Verfahren fĂŒhren zu reinen Materialströmen, die sich einfach in ein Kreislaufsystem fĂŒr Batterien einspeisen lassen. Zudem werden deren ökologische Vorteile wegen des hohen Energiebedarf angezweifelt (Stand 2020).[89]

Siehe auch: Abschnitt „Recycling“ im Artikel Lithium-Ionen-Akkumulator

Sammelquoten und Recyclingeffizienzen

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2020 dem Recycling zugefĂŒhrte Mengen an Altbatterien und Recyclingeffizienzen (RE) bezogen auf die jeweilige Inputmenge[90]
Land Pb-Akkus NiCd-Akkus sonst. Batterien
Input RE Input RE Input RE
Belgien Belgien 27.400 t 81 % 359 t 85 % 2.007 t 66 %
Deutschland Deutschland 150.943 t 82 % 969 t 80 % 29.620 t 76 %
Frankreich Frankreich 258.163 t 86 % - 84 % 12.852 t 60 %
Italien Italien 159.724 t 92 % 474 t - 4.384 t -
Niederlande Niederlande 22.152 t 76 % 438 t 77 % 3.901 t 72 %
Polen Polen 100.468 t 78 % 317 t 93 % 19.512 t 73 %
Schweden Schweden 53.005 t 68 % 362 t 76 % 529 t 72 %
Spanien Spanien 193.302 t 73 % 272 t 86 % 8.952 t 91 %

In der Richtlinie 2006/66/EG[91] schreibt die EU ihren Mitgliedstaaten Mindestsammelquoten und Mindesteffizienzen fĂŒr das Recycling von Altbatterien vor. Demnach war bis zum 26. September 2012 eine Sammelquote von mindestens 25 % zu erreichen, bis zum 26. September 2016 eine Quote von 45 %. FĂŒr die Recyclingeffizienz gelten je nach Batterietyp folgende Mindestvorgaben, jeweils bezogen auf das durchschnittliche Gewicht:

  • Blei-SĂ€ure-Batterien und -Akkumulatoren: 65 %
  • Nickel-Cadmium-Batterien und -Akkumulatoren: 75 %
  • sonstige Altbatterien und -akkumulatoren: 50 %

Sammel- und Recyclingziele fĂŒr Lithium-Ionen-Akkus gibt die aktuelle EU-Richtlinie nicht vor (Stand Dezember 2023).

Im Jahr 2012 wurden in der EU 64.000 t GerĂ€tebatterien und -akkumulatoren fĂŒr das Recycling gesammelt, 2020 waren es 99.000 t. Die Sammelquote, die sich jeweils auf die mittleren Verkaufszahlen der letzten drei Jahre bezieht, ist in diesem Zeitraum von 37 % auf 47 % gestiegen. Europaweit die höchsten Sammelquoten erzielten 2020 Island (77 %), Luxemburg (69 %) und Kroatien (68 %). Hingegen lagen Portugal (16 %), Malta (27 %) und Griechenland (34 %) weit unter den geforderten 45 %.[90] In Österreich lag die Sammelquote 2020 mit 48 % etwas höher als in Deutschland mit knapp 46 %, in der Schweiz mit 55 % deutlich darĂŒber.[92]

Nebenstehende Tabelle listet die LĂ€nder, in denen 2020 EU-weit die höchsten Mengen an Altbatterien angefallen sind. Die angegebenen Recyclingeffizienzen beziehen sich nicht auf die produzierten, sondern auf die dem Recycling zugefĂŒhrten Mengen und schließen jede Art des stofflichen Recyclings ein. Dazu zĂ€hlen beispielsweise auch bei der pyrometallurgischen Aufbereitung anfallende SchlackerĂŒckstĂ€nde, die im Straßenbau eingesetzt werden.

Wirtschaftstheorie

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Die neoklassische Wirtschaftstheorie bietet keinen theoretischen Rahmen fĂŒr das Recycling, weil sie vom Individuum ausgeht, das seinen Nutzen maximieren will (Homo oeconomicus). Die Neoklassik modelliert den Wirtschaftsprozess mit einer Produktionsfunktion, wobei das Produkt wesentlich verschieden ist von den eingesetzten Produktionsfaktoren. Um Recycling zu modellieren, braucht es ein zyklisches Wirtschaftsmodell, wie es Piero Sraffa vorgeschlagen hat. In seiner Theorie der Kuppelproduktion können unerwĂŒnschte und schĂ€dliche Nebenprodukte und AbfĂ€lle der Produktion als Kuppelprodukte mit negativen Preisen aufgefasst werden.[93] Erst wenn die AbfĂ€lle als Rohstoffe in den zyklischen Produktionsprozess zurĂŒckgefĂŒhrt werden können, werden ihre Preise positiv.[94]

Nationales

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Recyclingquote [%] fĂŒr SiedlungsabfĂ€lle in Europa[95]
Land 2004 2021
Deutschland Deutschland 56,4 67,8
Osterreich Ă–sterreich 57,4 62,5
Slowenien Slowenien 20,4 60,8
Niederlande Niederlande 46,9 57,8
Danemark DĂ€nemark 41,0 57,6
Belgien Belgien 53,5 55,5
Luxemburg Luxemburg 41,5 55,3
Italien Italien 17,6 51,9
Slowakei Slowakei 6,1 48,9
Europa Europa-27 31,8 48,7
Litauen Litauen 1,9 44,3
Lettland Lettland 4,4 44,1
Frankreich Frankreich 29,0 43,8
Tschechien Tschechien 5,5 43,3
Irland Irland 29,5 40,8
Polen Polen 4,9 40,3
Schweden Schweden 43,9 39,5
Finnland Finnland 33,6 39,0
Spanien Spanien 30,9 36,7
Ungarn Ungarn 11,8 34,9
Kroatien Kroatien 3,2 31,4
Portugal Portugal 13,5 30,4
Estland Estland 24,8 30,3
Bulgarien Bulgarien 17,2 28,2
Griechenland Griechenland 10,1 21,0
Zypern Republik Zypern 3,2 15,3
Malta Malta 6,3 13,6
RumĂ€nien RumĂ€nien 1,1 11,3
Schweiz Schweiz 48,7 53,3
Norwegen Norwegen 36,5 38,2
Island Island 16,4 26,4
Turkei TĂŒrkei k. A. 12,3

Deutschland

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Initiativen vor 1990

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Wöchentliche Altstoff-Sammelaktion des VEB Altstoffhandel, Neustrelitz, 1955

Bereits Mitte der 1950er Jahre begann die DDR, ein Verwertungssystem aufzubauen, um aus AbfĂ€llen Rohstoffe zu gewinnen. Bei Altstoffsammlungen wurden unter anderem Textilien, Papier, Glas, Metalle und Plaste zu festgelegten RĂŒcknahmepreisen gesammelt. Um den Altstoffhandel als einheitlichen Wirtschaftszweig zusammenzufassen und die Erfassung, Aufbereitung und Wiederverwendung von Altstoffen zu verbessern, wurde 1971 die VVB Altrohstoffe gegrĂŒndet. ErklĂ€rte Ziele waren neben „sozialistischer Sparsamkeit“, also Deviseneinsparung, die Verringerung der „Vergeudung von Material“ und der Umweltschutz.[96] Schrittweise wurden industrielle Methoden der Aufbereitung und Wiederverwendung entwickelt, gestĂŒtzt durch systematische Forschung zur Verbesserung der Erfassungsmöglichkeiten und Aufbereitungstechnologien sowie zur Erschließung neuer Einsatzgebiete fĂŒr SekundĂ€rrohstoffe. Aus der VVB Altrohstoffe, der ĂŒber 20 volkseigene Betriebe (VEB) zur Erfassung und Aufbereitung sowie ein Spezialsortierbetrieb unterstellt waren, ging 1981 das VE Kombinat SekundĂ€rrohstofferfassung (SERO) unter dem Ministerium fĂŒr Materialwirtschaft hervor.[96] Ende der 1980er Jahre wurde fast die HĂ€lfte des HausmĂŒlls in 17.000 Annahmestellen erfasst; durch die systematische Wiederverwertung wurden bis zu 14 % der Rohstoffe, die sonst hĂ€tten importiert werden mĂŒssen, gespart.[97]

Auch die Bundesrepublik erklÀrte in den 1970er Jahren Umweltschutz und Abfallvermeidung zum offiziellen Aufgabengebiet: 1972 wurde das erste Abfallbeseitigungsgesetz der BRD beschlossen, das das Einsammeln, Befördern, Behandeln, Lagern und Ablagern von AbfÀllen regelte. Erstmalig wurden explizit Verpackungen erwÀhnt und die Möglichkeit geschaffen, bestimmte Verpackungenen zu verbieten:

„Die Bundesregierung wird ermĂ€chtigt, durch Rechtsverordnung [
] zu bestimmen, daß solche Verpackungen und BehĂ€ltnisse [
] nicht in Verkehr gebracht werden dĂŒrfen, deren Beseitigung als Abfall wegen ihrer Art, Zusammensetzung, ihres Volumens oder ihrer Menge im VerhĂ€ltnis zur Beseitigung anderer entsprechend verwendbarer Verpackungen oder BehĂ€ltnisse einen zu hohen Aufwand erfordert.“

– § 14 AbfG[98]

Die Wiederverwertung beschrĂ€nkte sich in der BRD der 1970er Jahre im Wesentlichen auf Reststoffe, die „konzentriert und in weitgehend homogener Form“ vorlagen, also auf Produktionsreste und -abfĂ€lle. Im Gegensatz zur gĂ€ngigen Praxis in der DDR wurden Wertstoffe aus HausmĂŒll kaum zurĂŒckgewonnen, weil mangelnde oder schwankende Nachfrage und der Aufwand fĂŒr Sammlung und Aufbereitung die wirtschaftliche Verwertung meist verhinderten. Wie im Abfallwirtschaftsprogramm '75 der Bundesregierung festgestellt, fehlten in der Bundesrepublik „noch ausreichende praktische Erfahrungen in technischer, oganisatorischer und wirtschaftlicher Hinsicht“.[99] Um den Rohstoffkreislauf im Wirtschaftsprozess zu fördern, wurde erstmalig eine Rangfolge fĂŒr die Abfallwirtschaft formuliert, die das Recycling implizit an zweiter Stelle nannte:

  1. Reduzierung der AbfÀlle auf Produktions- und Verbraucherebene
  2. Steigerung der Nutzbarmachung von AbfÀllen
  3. schadlose Beseitigung von AbfÀllen

11 Jahre spÀter wurden dann GrundsÀtze und Pflichten zur Vermeidung und Verwertung von AbfÀllen in der Neufassung des Abfallgesetzes von 1986 verankert.[100]

Verpackungsverordnung und Umsetzung von EU-Richtlinien

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Einen entscheidenden Impuls gab die Bundesregierung dem Recycling 1991 mit der Verpackungsverordnung (VerpackV), in der sie einerseits die Verantwortung fĂŒr die Entsorgung von Verpackungen von den Kommunen auf die Hersteller und Vertreiber ĂŒbertrug und andererseits Erfassungs-, Sortierungs- und Verwertungsquoten fĂŒr VerpackungsabfĂ€lle festschrieb.[101] Auf dieser Grundlage wurde in Deutschland eine flĂ€chendeckende Sammlung, Sortierung und Verwertung von VerpackungsabfĂ€llen in der Verantwortung der dualen Systeme etabliert. Die Sammlung erfolgt in deren Auftrag durch Entsorgungsbetriebe in Gelben Tonnen bzw. SĂ€cken, Altglascontainern und – gemeinsam mit der gemeindlichen Altpapiersammlung – in Altpapiercontainern. Im Laufe der Zeit wurde die Verpackungsverordnung mehrere Male novelliert, bis sie 2019 vom Verpackungsgesetz (VerpackG) abgelöst wurde, das die EU-Richtlinie 94/62/EG ĂŒber Verpackungen und VerpackungsabfĂ€lle in nationales Recht umsetzt.

1994 wurde das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz beschlossen, das detaillierte Vorschriften zur Vermeidung, Verwertung und Ablagerung von AbfĂ€llen verzeichnete, die weit ĂŒber die damals noch dĂŒrftigen Vorgaben der EuropĂ€ischen Union hinausgingen. Prinzipiell ging es nicht mehr vorrangig um KapazitĂ€tsfragen von Deponien, sondern in erster Linie darum, MĂŒll zu vermeiden, wenn nicht möglich, ihn zu verwerten, und erst wenn dies nicht möglich ist, ihn zu deponieren (vgl. § 4 KrW-/AbfG). Die Neufassung des Abfallgesetzes bewirkte, dass bereits im Zeitraum zwischen seiner Verabschiedung und dem Inkrafttreten 1996 der Abfallverwertungsgrad im öffentlichen MĂŒlleinzugsbereich in sechs BundeslĂ€ndern um ĂŒber 20 % und in den ĂŒbrigen um 9 bis 19 % anstieg.[102]

1997 fĂŒhrte die EuropĂ€ische Union mit dem Recycling-Code eine Systematik zur Kennzeichnung von Verpackungsmaterialien ein,[103] die 1998 in die Neufassung der Verpackungsverordnung ĂŒbernommen wurde.[104] Die Kennzeichnung ist freiwillig; der Code findet sich hĂ€ufig auf Kunststoffverpackungen, fĂŒr andere Materialien wird er seltener verwendet.

1998 trat die Altautoverordnung (AltautoV) in Kraft. Sie hatte zum Ziel, möglichst viele der in Kraftfahrzeugen verbauten Komponenten wiederzuverwenden und einen Großteil der sonstigen Werkstoffe zu verwerten. 2002 wurde sie durch die Altfahrzeug-Verordnung (AltfahrzeugV) abgelöst, die Mindestquoten fĂŒr Verwertung und Recycling gemĂ€ĂŸ Richtlinie 2000/53/EG ĂŒber Altfahrzeuge festlegt. Die Gemeinsame Stelle Altfahrzeuge der BundeslĂ€nder (GESA) unterstĂŒtzt die Umsetzung, indem sie u. a. Daten zu anerkannten RĂŒcknahmestellen, Demontagebetrieben und Schredderanlagen zentral fĂŒr die Bundesrepublik Deutschland sammelt und den Behörden sowie der Öffentlichkeit zur VerfĂŒgung stellt.

Mit der Batterieverordnung (BattV) wurden 1998 die Richtlinie 91/157/EWG[105] und die Anpassungsrichtlinie 93/86/EWG[106] in deutsches Recht umgesetzt. Sie untersagte das Inverkehrbringen bestimmter schadstoffhaltiger Batterien, formulierte konkrete Regelungen zu RĂŒcknahme, Verwertung und Beseitigung und setzte erstmals eine Pfandpflicht fĂŒr Starterbatterien fest. Zum 1. Dezember 2009 wurden die EU-Batterierichtlinie (Richtlinie 2006/66/EG)[107] und damit verbindliche Sammelziele fĂŒr Altbatterien auf nationaler Ebene implementiert, und das Batteriegesetz (BattG) löste die Batterieverordnung ab. Seit dem 1. Januar 2021 mĂŒssen sich Hersteller von der Stiftung Elektro-AltgerĂ€te Register (EAR) registrieren lassen, bevor sie Batterien in Verkehr bringen. Nachdem das gemeinsame RĂŒcknahmesystem fĂŒr GerĂ€tealtbatterien der Stiftung GRS Batterien als alleiniges System aus WettbewerbsgrĂŒnden eingestellt wurde, erfolgt die unentgeltliche BatterierĂŒcknahme und -entsorgung in Deutschland inzwischen durch fĂŒnf herstellereigene Systeme.[108] Altbatterien können an rund 200.000 Sammelstellen im Handel, in vielen UniversitĂ€ten, Schulen und öffentlichen Einrichtungen sowie an kommunalen Wertstoffhöfen und Schadstoffmobilen entsorgt werden.[109]

Seit 2005 gilt das Elektro- und ElektronikgerĂ€tegesetz (ElektroG). Die Richtlinie 2002/96/EG nahm die EU-Mitgliedstaaten in die Pflicht, bis zum 13. August 2005 ein funktionierendes Recyclingsystem fĂŒr Elektro- und Elektronik-AltgerĂ€te einzurichten und ab Dezember 2006 mindestens vier Kilogramm E-Schrott aus privaten Haushalten pro Person und Jahr getrennt zu sammeln.[110] Bis zum 24. November 2005 mussten Hersteller bei der Stiftung EAR registriert sein, seit dem 1. Juli 2006 sind Grenzwerte fĂŒr bestimmte Schadstoffe in NeugerĂ€ten einzuhalten. Mit der Neufassung vom 13. August 2012 wurde das ElektroG an die WEEE-Richtlinie angepasst; am 1. Januar 2022 trat eine weitere Novelle (ElektroG3) in Kraft, die im Unterschied zu den VorgĂ€ngerversionen nicht auf eine Aktualisierung der WEEE-Richtlinie zurĂŒckgeht, sondern aus einer rein nationalen Gesetzesinitiative resultiert.[111] Neben gĂ€ngigem Elektronikschrott fallen LED- und Energiesparlampen unter diese Richtlinie, denn sie enthalten neben Quecksilber und weiteren problematischen Stoffen auch elektronische Bauteile. Die Sammlung wird vom Retourlogistikunternehmen Lightcycle organisiert und erfolgt unter anderem in mehr als 9000 Sammel- und RĂŒcknahmestellen in den Kommunen, im Handel und im Elektrohandwerk. FĂŒr gewerbliche Mengen stehen mehr als 400 Großmengensammelstellen zur VerfĂŒgung. Mengen ab einer Tonne (etwa 5000 Altlampen) holt das Logistikunternehmen nach vorheriger Registrierung kostenlos ab.[112]

2017 wurde in Deutschland mit der Novelle der KlĂ€rschlammverordnung (AbfKlĂ€rV) eine Recyclingpflicht fĂŒr Phosphor eingefĂŒhrt, wonach die meisten KlĂ€ranlagen und KlĂ€rschlammverbrennungsanlagen bis 2029 bzw. 2032 mit einer PhosphorrĂŒckgewinnung ausgestattet sein mĂŒssen.[113] Phosphor wird vor allem als DĂŒngemittel in der Landwirtschaft eingesetzt, aber auch als Futtermittel und in diversen industriellen Anwendungen.[114] Die nutzbaren Reserven sind jedoch begrenzt, Deutschland und Europa sind nahezu vollstĂ€ndig von Importen abhĂ€ngig.[115] Phosphor wird daher von der EU als kritischer Rohstoff eingestuft. Durch das Phosphor-Recycling aus KlĂ€rschlamm könnten rein rechnerisch etwa 40 % des heute eingesetzten mineralischen PhosphordĂŒngers in Deutschland ersetzt werden.[116] Auch Mist und GĂŒlle enthalten große Mengen an Phosphor, die noch nicht optimal genutzt werden.

Pfandsystem

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Bepfandete Einweg-GetrÀnkeverpackungen mit DPG-Kennung
→ Hauptartikel: Pfand auf EinweggetrĂ€nkebehĂ€lter in Deutschland

Mit der Verpackungsverordnung schuf die Bundesregierung 1991 die gesetzliche Grundlage fĂŒr die EinfĂŒhrung einer Pfanderhebungspflicht. Demnach sollte, wenn der Mehrweganteil von GetrĂ€nkeverpackungen unter den damaligen bundesdeutschen Mittelwert von 72 % sinkt, ein Pfand auf EinweggetrĂ€nkebehĂ€lter erhoben werden. Nachdem die Mindestmehrwegquote mehrere Jahre lang unterschritten wurde, sind seit 2003 die meisten Einwegflaschen und GetrĂ€nkedosen mit 0,25 â‚Ź bepfandet. Seit ihrer EinfĂŒhrung wurde die Pfandpflicht mehrere Male ausgeweitet.[117][118] Seit Anfang 2022 sind alle Einweg-GetrĂ€nkeflaschen aus Kunststoff und alle GetrĂ€nkedosen mit einem FĂŒllvolomen von 0,1 bis 3 Liter pfandpflichtig,[119] seit 1. Januar 2024 gilt dies auch fĂŒr Einwegflaschen fĂŒr Milch und Milch(misch)getrĂ€nke.[120] Ausgenommen sind weiterhin sogenannte „ökologisch vorteilhafte“ Einwegverpackungen wie GetrĂ€nkekartons, PE-Schlauchbeutel und Folien-Standbodenbeutel.

Nachdem zunĂ€chst verschiedenen Pfandsysteme parallel existierten, grĂŒndeten der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) und die Bundesvereinigung der Deutschen ErnĂ€hrungsindustrie (BVE) im Juni 2005 die DPG Deutsche Pfandsystem GmbH, um ein bundesweit einheitliches RĂŒcknahmesystem fĂŒr bepfandete EinweggetrĂ€nkeverpackungen zu organisieren. Die anfangs halbautomatische Pfandflaschen-RĂŒcknahme im Einzelhandel wurde grĂ¶ĂŸtenteils durch RĂŒcknahmeautomaten ersetzt, die Einweggebinde von Mehrwegflaschen separieren oder um separate Einwegverpackungs-Leergutautomaten ergĂ€nzt. Bepfandete Einwegflaschen und Dosen werden automatisch erkannt, indem das DPG-Logo (dessen spezielle Druckfarbe nur von zertifizierten Etikettenherstellern verwendet werden darf) und die in einem Strichcode geschlĂŒsselte GTIN ausgelesen werden. Die durch das DPG-System erzielte RĂŒcklaufquote liegt zwischen 95 und 99 %.[121]

Über die Bepfandung von Einweg und Mehrweg wurden 2021 in Deutschland 96,3 % der bepfandeten PET-GetrĂ€nkeflaschen erfasst, weitere 2,4 % gelangten ĂŒber die dualen Systeme zurĂŒck in den Wertstoffkreislauf, so dass sich fĂŒr PET-Pfandflaschen eine GesamtrĂŒcklaufquote von 98,7 % ergibt. 94,8 % aller PET-GetrĂ€nkeflaschen (bepfandet und unbepfandet) und damit 423.000 t PET wurden dem Recycling zugefĂŒhrt. Da die VerwertungskapazitĂ€ten im Inland die zur VerfĂŒgung stehenden PET-Mengen ĂŒbersteigen, werden zusĂ€tzlich Flaschen importiert, wobei der ImportĂŒberschuss auf 15.000 t beziffert wurde. Der Recycling-Output belief sich 2021 auf 426.100 t, also auf 97,2 % der zugefĂŒhrten PET-Menge. Davon wurden 44,7 % wieder zur Herstellung neuer Flaschen eingesetzt (Bottle-to-Bottle-Recycling), 26,8 % fĂŒr Folien, 11,3 % fĂŒr Fasern und 17,2 % fĂŒr sonstige Anwendungen (Nicht-Lebensmittel-Flaschen, KunststoffbĂ€nder, Spritzgussanwendungen).[122]

Von den knapp 4,5 Mrd. im Jahr 2019 auf den deutschen Markt gebrachten GetrĂ€nkedosen (52.100 t Aluminium, 24.200 t Weißblech) wurden rund 94 % ĂŒber das DPG-System erfasst, weitere 4 % ĂŒber die dualen Systeme und sonstige separate Sammlungen. So wurden dem Recycling insgesamt 51.100 t Aluminium und 23.900 t Weißblech zugefĂŒhrt, woraus sich eine RecyclingzufĂŒhrungsquote von 98 % fĂŒr GetrĂ€nkedosen aus Aluminium und von rund 99 % fĂŒr solche aus Weißblech ergibt.[121] Doch lassen sich aus alten Dosen nicht durch einfaches Umschmelzen neue herstellen. Da Weißblechdosen in Deutschland fĂŒr gewöhnlich nicht entzinnt werden, geht beim Recycling zum einen das als Beschichtung eingesetzte Zinn als separater Rohstoff verloren und mĂŒssen zum anderen eingeschmolzene Dosen mit Stahlschrott auf einen Zinngehalt unter 0,03 % verdĂŒnnt werden, bevor sie fĂŒr SekundĂ€rstahl nutzbar sind.[123] Bei der Herstellung neuer Weißblechdosen muss der Stahl entsprechend neu verzinnt werden.

Weitere Konzepte

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Recyclinghof in Berlin-Charlottenburg

Die Straßensammlung (Holsystem) wird in Deutschland durch ein flĂ€chendeckendes Netz von Recyclinghöfen (Bringsystem) mit ĂŒber 3000 Einrichtungen (Stand 2019)[124] in öffentlich-rechtlicher oder privater TrĂ€gerschaft ergĂ€nzt. Sie sammeln AbfĂ€lle und Wertstoffe aus privaten Haushalten und dem Kleingewerbe in nach Abfallfraktionen getrennten Containern, bereiten sie teilweise zur Weiterverarbeitung auf und leiten sie zu Verwertungs- oder Entsorgungsanlagen weiter. Je nach Menge und Art des Abfalls ist dessen Abgabe kostenfrei oder es werden GebĂŒhren fĂŒr die Entsorgung erhoben. Der Einzugsbereich je Einrichtung liegt in Deutschland in der Regel bei 50.000 Haushalten und einem Anlieferungsradius von 15 km. Allein in Berlin sind ĂŒber 20 Wertstoffhöfe zu finden, wobei die Berliner Stadtreinigung (BSR) in Deutschland als grĂ¶ĂŸter kommunaler Entsorger gilt.

SperrmĂŒll kann in Deutschland entweder ĂŒber die Straßensammlung oder bei Recyclinghöfen entsorgt werden. Im Februar 2018 entschied das Bundesverwaltungsgericht, dass SperrmĂŒll aus Privathaushalten nicht dem öffentlich-rechtlichen EntsorgungstrĂ€ger ĂŒberlassen werden muss, sondern auch von gewerblichen Unternehmen gesammelt werden kann. Die Deutsche Umwelthilfe erhofft sich von der Öffnung des Marktes erhöhte Wiederverwendungs- und Recyclingraten und fordert eine SperrmĂŒllverordnung mit entsprechenden Quotenvorgaben.[125]

Um den BĂŒrgern die sachgerechte Entsorgung schadstoffhaltiger und problematischer AbfĂ€lle zu erleichtern, betreiben die meisten kommunalen Entsorger Schadstoffmobile. Dort können neben haushaltsĂŒblichen Mengen an gefĂ€hrlichen Chemikalien zur Entsorgung meist auch ElektrokleingerĂ€te, elektronische Bauteile und Altbatterien, GasbehĂ€lter und Handfeuerlöscher sowie Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren kostenlos zum Recycling abgegeben werden.

Österreich

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In Österreich ist Recycling als zentrale Zielsetzung im § 1 des Abfallwirtschaftsgesetzes (AWG 2002) verankert. Sammel- und Verwertungssysteme sind genehmigungspflichtig und unterliegen der Aufsicht des Umweltministers (§ 29 AWG). Sie mĂŒssen „fĂŒr zumindest eine Sammel- und Behandlungskategorie errichtet und betrieben werden“ – ob der Betreiber selbst recycelt oder einer Spezialfirma zufĂŒhrt, bleibt dem GeschĂ€ftsgebaren ĂŒberlassen. In der Praxis beruht Recycling auf Organisationen wie der Altstoff Recycling Austria (ARA-System) im Verpackungsrecycling oder dem Baustoff-Recycling Verband (BRV), die eine Schnittstelle zwischen den Verursachern, den Abfallsammlern (Gemeinden, gewerbliche Sammler, Altstoffsammelzentren) und den spezialisierten Recyclingunternehmen darstellen. Dieses System entwickelte sich auf Basis freiwilliger Kooperationen ab den 1960er Jahren.

Gepresster Schrott in Österreich

Recycling ist in Österreich, das ĂŒber wenig eigene MassenbodenschĂ€tze verfĂŒgt und sich schon lange auf Veredelung spezialisiert hat, eine gut entwickelte Branche. Dazu gehören beispielsweise die Spezialstahl- und die Buntmetallindustrie. Im Jahr 2022 fielen im Inland ca. 3,2 Mio. t MetallabfĂ€lle an, weitere 1,4 Mio. t wurden importiert, davon ca. 1 Mio. t Eisen- und StahlabfĂ€lle, 172.000 t Aluminium und 97.000 t Kupfer. Rund 3 Mio. t MetallabfĂ€lle wurden in österreichischen Anlagen und Gießereien stofflich verwertet, 1,36 Mio. t wurden exportiert. An 102 Standorten befinden sich Aufbereitungsanlagen fĂŒr gemischte metallhaltige AbfĂ€lle wie Elektro- und ElektronikaltgerĂ€te, Altfahrzeuge und Altbatterien.[126]

Auch die Verarbeitung von Holzabfall spielt in Österreich eine bedeutende wirtschaftliche Rolle. HolzabfĂ€lle werden meist bereits am Anfallsort, also auf Baustellen oder in den Sammelzentren, als Altholz „zur stofflichen Verwertung“, „zur thermischen Verwertung“ bzw. als Altholz „gefĂ€hrlich“ in getrennten BehĂ€ltnissen gesammelt (Quellensortierung), so dass ein Großteil als hochwertiges Recyclingholz in der Holzwerkstoffindustrie eingesetzt werden kann. SĂ€gemehl, SpĂ€ne und Schwarten werden hauptsĂ€chlich in der Spanplattenindustrie recycelt. Ein großer Teil der anfallenden Rinden wird innerbetrieblich zur WĂ€rmeerzeugung genutzt; der Rest wird in Biomasse- und FernwĂ€rmeversorgungsanlagen thermisch verwertet. ImprĂ€gniertes bzw. gefĂ€hrliches Altholz wird unter Nutzung des Energiegehalts in dafĂŒr genehmigten Anlagen verbrannt. 2022 wurden insgesamt rd. 1,14 Mio. t HolzabfĂ€lle in Österreich generiert und zusĂ€tzlich rd. 707.000 t aus dem Ausland importiert. Von der Gesamtmasse wurden etwa 989.000 t einer stofflichen Verwertung zugefĂŒhrt, etwa 310.000 t thermisch verwertet und rund 155.000 t exportiert.[126] Mit der Recyclingholzverordnung wurden 2012 erstmals QualitĂ€tsstandards fĂŒr das Recycling von Altholz geschaffen. Mit der Novelle 2018 soll durch eine verbesserte Quellensortierung und durch die EinfĂŒhrung eines Recyclinggebots die QualitĂ€t der fĂŒr das Recycling vorgesehenen Altholzfraktionen erhöht werden.[127]

Recyclingquoten im europÀischen Vergleich

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Fast eine Million Tonnen Bioabfall werden in Österreich jĂ€hrlich privat kompostiert.

Bei der Gesamtrecyclingquote findet sich Österreich seit vielen Jahren im europĂ€ischen Spitzenfeld. Dies ist insbesondere dem organischen Recycling, also der Aufbereitung biologisch abbaubarer Materialien, zu verdanken. 2022 fielen etwa 4 % des Gesamtabfalls von rund 74 Mio. t als Bioabfall (biogene AbfĂ€lle ohne Holz und Papier) an. Von diesen 3,1 Mio. t wurden 2,4 Mio. t getrennt erfasst (darunter HaushaltsabfĂ€lle, Garten- und ParkabfĂ€lle, organische SchlĂ€mme, Speiseöle und -fette), 680.000 t fanden sich im gemischten Siedlungsabfall, der zu rund einem Drittel aus biogenen Materialien besteht. Rund 960.000 t der BioabfĂ€lle wurden in Kompostierungsanlagen verwertet, rund 510.000 t in Biogasanlagen; etwa 290.000 t wurden in sonstigen Recyclinganlagen zu Biodiesel verarbeitet bzw. – im Fall von Schlamm aus der mechanischen Abwasserbehandlung – zur Ziegelherstellung eingesetzt. Die stoffliche Verwertungsquote fĂŒr BioabfĂ€lle ist mit 57 % deutlich höher als im EU-Durchschnitt (2021: 40 %). ZusĂ€tzlich wurden 2022 geschĂ€tzte 840.000 t biogener Materialien, die nicht im Gesamtabfallaufkommen berĂŒcksichtigt sind, privat kompostiert.[126][128]

Auch beim Baustoffrecycling erzielt Österreich im europĂ€ischen Vergleich eine hohe Quote. 2022 belief sich das Aufkommen an nicht gefĂ€hrlichen mineralischen Bau- und AbbruchabfĂ€llen – darunter fallen etwa Bauschutt, Beton- und Straßenaufbruch und Gleisschotter – auf 11,5 Mio. t (16 % des Gesamtabfallaufkommens). Etwa 8,9 Mio. t der BauabfĂ€lle wurden in Behandlungsanlagen zu Recycling-Baustoffen gemĂ€ĂŸ Recycling-Baustoffverordnung aufbereitet, weitere 496.000 t wurden in Zementwerken bzw. in Beton- und in Asphaltmischanlagen stofflich verwertet. Insgesamt entspricht das einem Anteil von ĂŒber 80 % des Aufkommens.[126] Im Jahr 2020 betrug die Quote noch 70 %. Von diesem Wert ausgehend waren sowohl der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) als auch das Bundesumweltministerium davon ĂŒberzeugt, dass sich die Baustoffrecyclingquote innerhalb von fĂŒnf Jahren auf 90 % steigern ließe. Dazu beschloss das Ministerium 2023 gezielte Förderungen fĂŒr klimaneutrales Bauen, u. a. durch die Nutzung von SekundĂ€rrohstoffen und recyclinggerechte Konstruktionen.[129]

Beim werkstofflichen Recycling lag Österreich lange im europĂ€ischen Mittelfeld. WĂ€hrend 2011 nur knapp 24 % der SiedlungsabfĂ€lle werkstofflich verwertet wurden (EU-Durchschnitt: 26 %), konnte die Quote in den folgenden zehn Jahren auf ĂŒber 40 % gesteigert werden (EU-Durchschnitt 2021: 30 %).[130] Bei den getrennt erfassten Altstoffen (Gesamtaufkommen ca. 3,4 Mio. t, davon 1,5 Mio. t aus Haushalten und Ă€hnlichen Einrichtungen) liegt die Recyclingquote mit 89 % weit ĂŒber der Gesamtquote, wĂ€hrend der gemischte Siedlungsabfall (Gesamtaufkommen ca. 1,8 Mio. t, davon 1,5 Mio. t aus Haushalten u. Ă„.) zwar fast zur HĂ€lfte in Sortieranlagen vorbehandelt, aber nur zu 2 % stofflich verwertet wird.[126] Das zeigt als wesentliches Entwicklungsfeld eine verbesserte MĂŒlltrennung, sowohl im Haushalt als auch in Gewerbe und Industrie.

Rund 1 Mio. t PlastikabfĂ€lle fallen jĂ€hrlich in Österreich an, davon stammt ein knappes Drittel aus dem Verpackungsbereich.[126] 2021 lag das Land mit einer Recyclingquote von 26 % fĂŒr Kunststoffverpackungen deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 41 %.[131] Zwar wird die national vorgegebene Recyclingquote von 22,5 % erfĂŒllt, doch erfordert es eine Reihe von Maßnahmen, um die Zielvorgaben gemĂ€ĂŸ EU-Richtlinie (50 % bis 31. Dezember 2025, 55 % bis 31. Dezember 2030) zu erreichen.[132] Anfang 2023 wurde in Österreich die Sammlung von Verpackungen fĂŒr Haushalte vereinheitlicht; seitdem werden bundesweit alle Arten von Kunststoffverpackungen gemeinsam ĂŒber die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack gesammelt. Ab 2025 sollen österreichweit Kunststoff- und Metallverpackungen gemeinsam gesammelt werden, wie es bereits jetzt in einigen BundeslĂ€ndern und Bezirken praktiziert wird.[133] Zudem sieht das Abfallwirtschaftsgesetz ab 2025 ein Pfand auf Einwegflaschen und Dosen vor, um die Recyclingquoten zu erhöhen.[134] Die Sammelquoten fĂŒr die jĂ€hrlich anfallenden 1,6 Mrd. Kunststoffflaschen und 0,8 Mrd. Dosen sollen so von 70 % und 37 % im Jahr 2021 auf 90 % gesteigert werden.[135]

Schweiz

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Rechtsgrundlagen

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Das schweizerische Umweltschutzgesetz (USG) stĂŒtzt sich auf Artikel 74 Absatz 1 der Bundesverfassung, wonach der Bund Vorschriften erlĂ€sst, um Mensch und Umwelt vor schĂ€dlichen Einwirkungen zu schĂŒtzen. Nach dem Verursacherprinzip hat der Verursacher von Maßnahmen nach dem USG die Kosten dafĂŒr zu tragen (Art. 2). Der Bundesrat kann fĂŒr verwertbare AbfĂ€lle die getrennte Übergabe zur Entsorgung vorschreiben und deren Inverkehrbringer verpflichten, die Produkte nach Gebrauch zurĂŒckzunehmen und ein Mindestpfand zu erheben (Art. 30b). Zudem kann er einerseits die Verwertung bestimmter AbfĂ€lle vorschreiben, wenn dies wirtschaftlich tragbar und ökologisch sinnvoll ist, und andererseits die Verwendung von Materialien und Produkten fĂŒr bestimmte Zwecke einschrĂ€nken, um den Rezyklateinsatz zu fördern (Art. 30d).

Seit 2016 gilt die Abfallverordnung (VVEA), die 2020 angepasst wurde und unter anderem „eine nachhaltige Nutzung der natĂŒrlichen Rohstoffe durch die umweltvertrĂ€gliche Verwertung von AbfĂ€llen fördern“ soll (Art. 1c). Sie schreibt vor, AbfĂ€lle stofflich oder energetisch „nach dem Stand der Technik“ zu verwerten (Art. 12). Konkrete Maßnahmen zur Vermeidung, Verwertung und Entsorgung von AbfĂ€llen legen die Kantone in ihrer Abfallplanung fest. Sie sind verpflichtet, jĂ€hrlich öffentlich zugĂ€ngliche Verzeichnisse mit Angaben zu Abfallarten, -mengen und -anlagen zu erstellen diese dem Bundesamt fĂŒr Umwelt (BAFU) zu ĂŒbermitteln. Das BAFU wiederum gibt in seiner Vollzugshilfe Rahmenbedingungen fĂŒr spezifische Themen vor.[136]

Nach Art. 13 VVEA haben die Kantone dafĂŒr zu sorgen, dass verwertbare Anteile von SiedlungsabfĂ€llen und UnternehmensabfĂ€llen vergleichbarer Zusammensetzung so weit wie möglich getrennt gesammelt und stofflich verwertet werden und die nötige Infrastruktur dafĂŒr bereitgestellt wird. Beispielhaft aufgefĂŒhrt sind Glas, Papier, Karton, Metalle, GrĂŒnabfĂ€lle und Textilien; Kunststoffe werden hier nicht explizit genannt. Weitere Vorschriften zur (roh-)stofflichen Verwertung gelten fĂŒr biogene AbfĂ€lle (Art. 14), Bau- und AbbruchabfĂ€lle (Art. 17 ff.) und die RĂŒckgewinnung von Metallen (Art. 21, Art. 32g). FĂŒr Phosphor aus der Abwasseraufbereitung und aus Tier- und Knochenmehl tritt 2026 eine Recyclingpflicht in Kraft (Art. 15).

Organisation

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Die Separatsammlung von AbfĂ€llen erfolgt ĂŒber Gemeindesammelstellen und LadengeschĂ€fte. Die Gemeinden sind verpflichtet, Sammelsysteme fĂŒr Verpackungen aus Aluminium, Glas und Stahlblech sowie fĂŒr Textilien, Papiererzeugnisse, GrĂŒngut, Metall und Altöl einzurichten; der Handel muss PET-GetrĂ€nkeflaschen, Elektro- und ElektronikgerĂ€te, Batterien und Leuchtmittel zurĂŒcknehmen. Vierlerorts bieten sowohl Gemeinden als auch HĂ€ndler zusĂ€tzliche Sammelstellen auf freiwilliger Basis an. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick ĂŒber die einzelnen Werkstoffgruppen und die jeweiligen mit der Sammlung und Verwertung beauftragten Organisationen.

Separatsammlung von Wertstoffen in der Schweiz
Wertstoff Betreiberorganisation Anmerkung
Aluminiumverpackungen inkl. GetrÀnkedosen Igora-Genossenschaft Sammlung meist zusammen mit Verpackungen aus Stahlblech; getrennte Sammlung oder auch separate Dosensammlung möglich
GetrÀnkeverpackungen aus PET PET-Recycling Schweiz
Glasverpackungen VetroSwiss
Elektrische und elektronische GerĂ€te aus Informatik, Unterhaltung, BĂŒro und Kommunikation Swico Recycling inkl. Mess-, MedizinalgerĂ€te und Musikinstrumente
Elektrische und elektronische HaushaltsgerĂ€te Stiftung SENS inkl. KĂŒhlgerĂ€te, Bau-, Garten- und HobbygerĂ€te, Spielwaren, Elektrowerkzeuge, Photovoltaik-Module, SchweißgerĂ€te
Batterien und Akkumulatoren Inobat Batterierecycling Schweiz Gebrauchte Batterien sind Sonderabfall/Gefahrengut.
Verpackungen aus Stahlblech Ferro Recycling Sammlung meist zusammen mit Aluminiumverpackungen
Weißblech wird z. T. entzinnt, so dass beim Recycling (im Gegensatz zur Praxis in Deutschland) neben Stahl auch Zinn zurĂŒckgewonnen wird.
Leuchten und Leuchtmittel Stiftung SENS
Textilien und Schuhe Texaid Textilverwertungs-AG; Tell-Tex GmbH
Papier, Pappe und Karton Altpapier Service Schweiz AG; Verein Recycling Papier + Karton (RPK); Verband Stahl-, Metall- und Papier-Recycling (VSMR)
GrĂŒngut Verein Biomasse Suisse; Kompostforum
Kunststoffflaschen Diverse DetailhĂ€ndler Sammlung fĂŒr Gemischtkunststoffe im Aufbau
GetrÀnkekartons Aldi Suisse, Verein GetrÀnkekarton-Recycling Schweiz Sammlung zusammen mit Kunststoffflaschen (in Filialen) oder in speziellen Gemischt-SammelsÀcken
Kapseln aus Aluminium Nestlé Nespresso SA Markenspezifische Sammlung
Metall Verband Stahl-, Metall- und Papier-Recycling (VSMR)
Altöl Kantonale Fachstellen Altöle aus öffentlichen Sammlungen gelten als Sonderabfall.
SonderabfÀlle BAFU, Kantonale Fachstellen, Fachhandel
Die SackgebĂŒhr ist im Kaufpreis fĂŒr den offiziellen Kehrichtsack enthalten.

FĂŒr GetrĂ€nkeflaschen aus Glas und Batterien ist vom Bund die Erhebung einer (staatlich geregelten) vorgezogenen EntsorgungsgebĂŒhr (vEG) vorgeschrieben; fĂŒr Aluminium- und Stahlblechverpackungen, PET-GetrĂ€nkeflaschen, Elektro- und ElektronikgerĂ€te sowie Leuchtmittel wird ein (privat geregelter) vorgezogener Recyclingbeitrag (vRB) fĂ€llig. Die GebĂŒhren werden mit dem Kaufpreis entrichtet und vom Handel an die Gemeinden und die jeweiligen Entsorger weitergeleitet, um die Kosten fĂŒr die Sammlung und Aufbereitung zu decken. Die Kosten fĂŒr die Separatsammlungen ohne vorgezogene Finanzierung werden durch eine GrundgebĂŒhr abgedeckt, die den Liegenschaftenbesitzern auferlegt und via Nebenkosten an die Mieter weitergegeben wird. ErgĂ€nzend wird in den meisten Gemeinden zur verursachergerechten Finanzierung der Entsorgung des Abfalls eine volumen- oder gewichtsabhĂ€ngige GebĂŒhr, die sogenannte SackgebĂŒhr erhoben.

Die GetrĂ€nkekartonsammlung ist nicht weit verbreitet und wurde im Detailhandel erst von Aldi Suisse mit entsprechenden Sammelstellen unterstĂŒtzt.[137] Die Sammelquote ist mit 10 % vergleichsweise niedrig. Nachdem in den vergangenen Jahren mehrere EinzelhandelsgeschĂ€fte separate Sammlungen von Kunststoffflaschen mit Deckel (zum Beispiel Milch- und Shampooflaschen) eingefĂŒhrt haben, gibt es inzwischen verschiedene privatwirtschaftliche Anbieter fĂŒr gemischte Kunststoffsammlungen aus Privathaushalten und Kleingewerbe. Die Wettbewerbskommission hat 2024 eine Branchenlösung der Organisation RecyPac freigegeben, die eine schweizweite, flĂ€chendeckende Sammlung und Verwertung fĂŒr Kunststoffverpackungen und GetrĂ€nkekartons etablieren will und den Gemeinden ab Oktober ihre Dienstleistungen anbieten wird.[138]

Seit dem Jahr 2000 ist Recyclist EFZ ein schweizerischer Lehrberuf im Recyclingwesen. Recyclisten sorgen fĂŒr einen kontinuierlichen Betrieb von Recyclinganlagen, indem sie Altstoffe transportieren, sortieren, von Fremd- und Schadstoffen trennen und maschinell aufbereiten. Neben der fachgerechten Lagerung und dem sicheren Um- und Verladen der Materialien gehören auch die Wartung und Reparatur von Maschinen sowie Warenannahme, Mengenerfassung und QualitĂ€tskontrolle zu den TĂ€tigkeiten.

Recyclingquoten

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Die Schweiz erreicht sowohl im Investitions- wie im KonsumgĂŒterbereich hohe Recyclingquoten. So hat sich der RĂŒcklauf von Aluminium-GetrĂ€nkedosen seit der Jahrtausendwende bei ĂŒber 90 % eingependelt.[139] Beim Papier ist die Sammelmenge trotz rĂŒcklĂ€ufigem Verbrauch konstant hoch, 2023 lag sie bei ĂŒber 85 %; die Altpapier-Einsatzrate betrug knapp 95 %.[140] Altglas wurde 2022 zu 97 % stofflich verwertet, PET-GetrĂ€nkeflaschen zu ĂŒber 83 %.[141] Die in der Verordnung ĂŒber GetrĂ€nkeverpackungen (VGV) gesetzlich vorgegebene Verwertungsquote von mindestens 75 % fĂŒr GetrĂ€nkeverpackungen aus Glas, Aluminium und PET ist damit deutlich ĂŒbererfĂŒllt.

Dennoch lag 2022 die Gesamtrecyclingrate beim Siedlungsabfall laut Bundesamt fĂŒr Umwelt bei nur 52 %;[141] laut Welt-Abfall-Index, der auf Zahlen der Organisation fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung beruht und statt der in die Verwertung gegebenen Menge (Input) die tatsĂ€chlich stofflich aufbereitete Menge (Output) veranschlagt, bei nur rund 30 %.[142] Zwar werden PET-Flaschen grĂ¶ĂŸtenteils recycelt, doch ein Großteil der anderen Kunststoffartikel landet im RestmĂŒll. So werden von den 780.000 t KunststoffabfĂ€llen, die jĂ€hrlich in der Schweiz anfallen, 90 % verbrannt.[143] Von den in Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft (hĂ€ufig sortenrein) anfallenden PE-Folien wird erst knapp ein Viertel recycelt. Das BAFU vermerkt dazu auf seiner Website: „Beim Recycling von Kunststoffen besteht [
] noch Potenzial zur besseren Schliessung von StoffkreislĂ€ufen“.[144]

Siehe auch

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  • Betonrecycling ‱ Bodenrecycling ‱ GetrĂ€nkekartonrecycling ‱ Kabelrecycling ‱ Korkrecycling ‱ Recycling von digitalen DatentrĂ€gern ‱ Textilrecycling
  • Cradle to Cradle ‱ Ressourceneffizienz ‱ Sharing Economy ‱ Urban Mining
  • Green IT ‱ Recycling-Designpreis ‱ Recyclinggerechte Konstruktion ‱ Recyclingkreislauf
  • Abfallbank ‱ Abfallbörse ‱ Refabrikation

Literatur

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  • Johannes Brandrup, Muna Bittner, Walter Michaeli, Georg Menges: Die Wiederverwertung von Kunststoffen. / Herausgegeben v. Johannes Brandrup. Hanser Verl., MĂŒnchen 1995, ISBN 3-446-17412-5.
  • Klaus Grefermann, Karin Halk, Klaus-Dieter Knörndel: Die Recycling-Industrie in Deutschland. (Ifo-Studien zur Industriewirtschaft; 58) Ifo-Institut fĂŒr Wirtschaftsforschung, MĂŒnchen 1998, ISBN 3-88512-349-5.
  • Hans Martens, Daniel Goldmann: Recyclingtechnik: Fachbuch fĂŒr Lehre und Praxis. 2. Auflage, Springer Vieweg, Berlin 2016, ISBN 978-3-658-02785-8.
  • Heike Weber: MĂŒll und Recycling. Der Glaube an das technische Schließen von „StoffkreislĂ€ufen“. In: WerkstattGeschichte 85 (2022), S. 13–34.
  • Jens Lienig, Hans BrĂŒmmer: Recyclinggerechtes Entwickeln und Konstruieren in: Elektronische GerĂ€tetechnik, Springer 2024, ISBN 978-3-662-68707-9.

Weblinks

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  • ask-eu.de – Wissensplattform ASK: Aktuelle Nachrichten und digitale Bibliothek mit FachbeitrĂ€gen von UniversitĂ€ten, VerbĂ€nden und Fachverlagen
  • Eurostat Statistics explained – EnzyklopĂ€die europĂ€ischer Statistiken mit ErlĂ€uterungen (englisch), herausgegeben vom EuropĂ€ischen Amt fĂŒr Statistik (Eurostat). Die Suche nach Stichwort „recycling“ liefert detaillierte Tabellen und Diagramme (herunterladbar) mit Hintergrundinformationen zu ausgewĂ€hlten Themen.
  • Leschs Kosmos: Der Schatz in der MĂŒlltonne – Das Recycling-Versprechen. ZDFmediathek, 6. September 2022
  • Alles fĂŒr die Tonne, Folge 253. Film von Kersten SchĂŒĂŸler, ZDFzoom, 16. Oktober 2018
  • Die Recyclingquote in Deutschland „ist ein einziger Beschiss“. Dlf24, Wissen, 14. Oktober 2018
  • Christiane Hirsch: Mach Neu aus Alt!. Deutschlandfunk, Lange Nacht 15. September 2012

Einzelnachweise

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  2. ↑ Arbeitsdokument der Dienststellen – EVALUIERUNG (ZUSAMMENFASSUNG) des neuen Rechtsrahmens. In: SWD(2022)365. EU-Kommission, 11. November 2022, abgerufen am 22. MĂ€rz 2024. 
  3. ↑ RenĂ© John, Jana RĂŒckert-John: Umweltpolitik fĂŒr die Transformation fit machen: Neue Grundkonfigurationen fĂŒr eine angewandte Umweltpolitik. (PDF) Umweltbundesamt, Juni 2016, abgerufen am 2. November 2023. 
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  5. ↑ Wolfgang Weißbach: Werkstoffkunde: Strukturen, Eigenschaften, PrĂŒfung. 16., ĂŒberarbeitete Auflage. Friedr. Vieweg & Sohn Verlag GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-8348-0295-8, S. 4. 
  6. ↑ J. Brandrup; M. Bittner; W. Michaeli; G. Menges (Hrsg.): Die Wiederverwertung von Kunststoffen./ J. Brandrup (Hrsg.), Hanser Verl., MĂŒnchen 1995, ISBN 3-446-17412-5.
  7. ↑ The History of Recycling: A Timeline Through the Ages to Modern Times. In: texasrecycling.com. Texas Recycling, abgerufen am 5. Dezember 2023 (englisch). 
  8. ↑ a b Eleni Schindler Kaudelka: Deponierung und Recycling. Erste Gedanken zur Abfall- und MĂŒllwirtschaft auf dem Magdalensberg. In: Rudolfinum – Jahrbuch des Landesmuseums fĂŒr KĂ€rnten. Band 2005, 2007, S. 119–129 (zobodat.at [PDF; 4,5 MB; abgerufen am 9. April 2024]). 
  9. ↑ Sylvia FĂŒnfschilling: Glasrecycling bei den Römern. In: NIKE-Bulletin. Nr. 6, 2011, S. 16–19 (nike-kulturerbe.ch [PDF; 1,4 MB; abgerufen am 7. November 2023]). 
  10. ↑ Filip Havlíček, AdĂ©la PokornĂĄ, Jakub ZĂĄleĆĄĂĄk: Waste Management and Attitudes Towards Cleanliness in Medieval Central Europe. In: Journal of Landscape Ecology. Band 10, Nr. 3, 2017, S. 266–287, doi:10.1515/jlecol-2017-0005 (englisch, sciendo.com [PDF; 740 kB; abgerufen am 7. November 2023]). 
  11. ↑ Das Recyclingpapier. In: daidalos.blog. Cohausz & Florack Patent- und RechtsanwĂ€lte, abgerufen am 30. November 2023. 
  12. ↑ J. Vehlow: Die Entwicklung der Abfallverbrennung. In: itad.de. ITAD – Interessengemeinschaft der Thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland e. V., abgerufen am 6. November 2023. 
  13. ↑ Arnulf Grundler: 120 Jahre Abfallwirtschaft in MĂŒnchen. Von der StĂ€dtischen Hausunratanstalt zum Abfallwirtschaftsbetrieb MĂŒnchen. (PDF; 2,6 MB) In: silo.tips. Abfallwirtschaftsbetrieb MĂŒnchen, April 2011, abgerufen am 5. November 2023. 
  14. ↑ Judith Fritz: Im Dienst des Krieges. In: Online-Ausstellung „Erster Weltkrieg und das Ende der Habsburgermonarchie“. Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H., 2023, abgerufen am 6. November 2023. 
  15. ↑ Danielle Walls: Bones Wanted: Home Front Britain’s Use of Propaganda to Promote Civilian Engagement Through the Salvage Campaign During Word War II. In: Liberated Arts: A Journal for Undergraduate Research. Band 10, Nr. 1, 2023 (englisch, uwo.ca). 
  16. ↑ Megan E. Springate: Material Drives on the World War II Home Front. In: NPS.gov Homepage (U.S. National Park Service). U.S. Department of the Interior, 4. August 2023, abgerufen am 6. November 2023 (englisch). 
  17. ↑ Harald Ditges: Der Einsatz von Altpapier bei der Herstellung von Papier und Pappe. In: Holz als Roh-und Werkstoff. Band 3, Dezember 1940, S. 407–409, doi:10.1007/BF02718097. 
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  19. ↑ Mehr Freiheit, mehr Konservendosen 
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  27. ↑ Optimiertes Metallrecycling durch Sensorsortiertechnologien. In: umweltbundesamt.de. Umweltbundesamt, 5. August 2022, abgerufen am 4. November 2023. 
  28. ↑ World Steel Recycling in Figures 2017–2021, 13th Edition. (PDF) In: BIR Global Facts & Figures. Bureau of International Recycling, Ferrous Division, Mai 2022, abgerufen am 4. November 2023. 
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  36. ↑ Einsatz von LIBS-Elementanalysatoren in der Recyclingindustrie. (PDF; 0,4 MB) In: secopta.de. Secopta analytics GmbH, abgerufen am 1. Dezember 2023. 
  37. ↑ Höchste Aluminium-Reinheit fĂŒr die Kreislaufwirtschaft. In: recyclingmagazin.de. Detail Business Information GmbH, 28. MĂ€rz 2023, abgerufen am 1. Dezember 2023. 
  38. ↑ Britta Bookhagen, Corinna Eicke et al.: Deutschland ‒ Rohstoffsituation 2021. (PDF; 4,3 MB) In: bgr.bund.de. BGR – Bundesanstalt fĂŒr Geowissenschaften und Rohstoffe, Dezember 2022, abgerufen am 13. November 2023. 
  39. ↑ a b Aluminium Recycling Factsheet. (PDF; 680 kB) In: world-aluminium.org. The International Aluminium Institute (IAI), Oktober 2020, abgerufen am 13. November 2023 (englisch). 
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  59. ↑ End-of-life vehicles by waste management operations – detailed data. In: ec.europa.eu. Eurostat, 23. November 2023, abgerufen am 1. Dezember 2023 (englisch). 
  60. ↑ End-of-life vehicles by waste management operations – detailed data. In: ec.europa.eu. Eurostat, 23. November 2023, abgerufen am 1. Dezember 2023 (englisch). 
  61. ↑ End-of-life vehicles – reuse, recycling and recovery, totals. In: ec.europa.eu. Eurostat, 16. November 2023, abgerufen am 5. Dezember 2023 (englisch). 
  62. ↑ Lisa Tostado: End-Of-Life Vehicles: Final Destination. In: eu.boell.org. Heinrich-Böll-Stiftung European Union, 2. Februar 2021, abgerufen am 30. November 2023 (englisch). 
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  65. ↑ a b The Platform for Accelerating the Circular Economy (PACE): A New Circular Vision for Electronics – Time for a Global Reboot. (PDF; 9,2 MB) In: weforum.org. World Economic Forum, Januar 2019, abgerufen am 6. Dezember 2023 (englisch). 
  66. ↑ J. Lienig, H. BrĂŒmmer: Elektronische GerĂ€tetechnik – Grundlagen fĂŒr das Entwickeln elektronischer Baugruppen und GerĂ€te. Springer Vieweg, 2024, ISBN 978-3-662-68707-9, S. 195–199 (springer.com). 
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  69. ↑ a b Alexandra Polcher, Alexander Potrykus et al.: Sachstand ĂŒber die Schadstoffe in Kunststoffen und ihre Auswirkungen auf die Entsorgung. (PDF; 2,1 MB) In: bmuv.de. Bundesministerium fĂŒr Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, April 2020, abgerufen am 7. Dezember 2023. 
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  71. ↑ B. MĂŒller: Electrical Engineering. In: JĂŒrgen Troitzsch (Hrsg.): Plastics Flammability Handbook: Principles, Regulations, Testing, and Approval. 3. Auflage. Carl Hanser Verlag, 2004, ISBN 3-446-21308-2, S. 487–579. 
  72. ↑ a b Richtlinie 2012/19/EU des EuropĂ€ischen Parlaments und des Rates vom 4. Juli 2012 ĂŒber Elektro- und Elektronik-AltgerĂ€te (Neufassung) in der konsolidierten Fassung vom 4. Juli 2018, abgerufen am 6. Dezember 2023
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  81. ↑ Ralph H. Ahrens: MissstĂ€nde beim Batterierecycling in Afrika. In: vdi-nachrichten.com. VDI Verlag, 20. Mai 2015, abgerufen am 19. November 2023. 
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  91. ↑ Richtlinie 2006/66/EG des EuropĂ€ischen Parlaments und des Rates vom 6. September 2006 ĂŒber Batterien und Akkumulatoren sowie Altbatterien und Altakkumulatoren und zur Aufhebung der Richtlinie 91/157/EWG in der konsolidierten Fassung vom 4. Juli 2018, abgerufen am 20. November 2023
  92. ↑ The collection of waste portable batteries in Europe in view of the achievability of the collection targets set by Batteries Directive 2006/66/EC. (PDF; 1,9 MB) In: epbaeurope.net. European Portable Battery Association (EPBA), Februar 2022, abgerufen am 20. November 2023 (englisch). 
  93. ↑ Sraffa, Piero: Production of Commodities by Means of Commodities. (deutsch: Warenproduktion mittels Waren, mit Nachworten von Bertram Schefold, Frankfurt a. M. 1976). Cambridge University Press, Cambridge 1960. 
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Normdaten (Sachbegriff): GND: 4076573-8 (GND Explorer, lobid, OGND, AKS)
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