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Rackwitz – Wikipedia 👆 Click Here!
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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Rackwitz (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Rackwitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rackwitz hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 51° 26′ N, 12° 22′ O51.43888888888912.372222222222129Koordinaten: 51° 26′ N, 12° 22′ O
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Nordsachsen
Höhe: 129 m ü. NHN
Fläche: 35,85 km²
Einwohner: 5452 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 152 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04519
Vorwahlen: 034294 und 034202 (in einigen Ortsteilen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: TDO, DZ, EB, OZ, TG, TO
Gemeindeschlüssel: 14 7 30 250
LOCODE: DE RKW
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 11
04519 Rackwitz
Website: www.gemeinde-rackwitz.de
Bürgermeister: Steffen Schwalbe (geboren als Steffen Brzoska)
Lage der Gemeinde Rackwitz im Landkreis Nordsachsen
KarteArzbergBad DübenBeilrodeBelgern-SchildauCavertitzDahlenDelitzschDoberschützDommitzschDreiheideEilenburgElsnigGroßtreben-ZwethauJesewitzKrostitzLaußigLiebschützbergLöbnitzMockrehnaMockrehnaMügelnNaundorfWiedemarOschatzRackwitzBelgern-SchildauSchkeuditzSchönwölkauMügelnTauchaTorgauTrossinWermsdorfWiedemarTorgauZschepplinWiedemar
Karte

Rackwitz ist eine Gemeinde im Landkreis Nordsachsen in Sachsen.

Geographie

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Lage

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Rackwitz liegt rund zehn Kilometer nördlich des Stadtzentrums von Leipzig und rund dreizehn Kilometer südlich von Delitzsch.

Die Landschaft gehört zur Leipziger Tieflandsbucht und wird vom Lober durchflossen. In der Nähe des Ortes befinden sich der Schladitzer See und der Werbeliner See, die aus gefluteten Tagebaurestlöchern entstanden.

Die Neue Leipziger Messe sowie der Flughafen Leipzig/Halle liegen unweit des Ortes.

Gemeindegliederung

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Die Gemeinde umfasst folgende Ortsteile (in Klammern: Einwohnerzahlen 2019)[2]:

  • Biesen (339)
  • Brodenaundorf (31)
  • Kreuma (157)
  • Lemsel (289)
  • Podelwitz (521)
  • Rackwitz (2188) mit Güntheritz
  • Zschortau (1.482)

Zu Rackwitz gehören die Fluren der durch den Tagebau Delitzsch-Südwest devastierten Orte Schladitz mit Kömmlitz, Kattersnaundorf und Werbelin.

Geschichte

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Die Gegend von Rackwitz war früher slawisch bewohnt. Der Ortsname Rackwitz stammt vom sorbischen rak für „Krebs“, der sich auch im Wappen wiederfindet. Der Ort Rackwitz entstand aus den Orten Rackwitz und Güntheritz. Der heutige Ortsteil Podelwitz gilt als ältester Teil der heutigen Gemeinde. So wird es um 1250 erstmals erwähnt. Seit 1349/50 finden sich Schriftstücke, in denen Zschortau und Rackwitz erwähnt werden. Seit 1547 wird auch Brodenaundorf genannt.

Anfang des 15. Jahrhunderts wüteten die Pest und eine Hungersnot in Rackwitz. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Gemeindegebiet schwer geplündert.

1815 wurden im Rahmen des Wiener Kongresses Rackwitz mit Güntheritz und weiteren Ortsteilen, die bisher zum kursächsischen Amt Delitzsch gehörten,[3] an Preußen abgetreten und dem Kreis Delitzsch im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeordnet. Podelwitz hingegen, zum kur- bzw. königlich sächsischen Kreisamt Leipzig gehörig, blieb bei Sachsen.

Am 21. Juni 1871 stießen bei Rackwitz ein Personenzug und eine Lokomotive zusammen. 19 Menschen starben, 56 weitere wurden verletzt.[4]

1939 beschlossen die Gemeinderäte von Rackwitz und Güntheritz die Gründung der gemeinsamen Gemeinde Rackwitz. Während des Zweiten Weltkrieges wurden in Rackwitz auf einem Gelände des Leichtmetallwerkes abgestürzte Flugzeuge gelagert und zu Ersatzteilzwecken und zur Aluminiumgewinnung zerlegt.

Im Zuge der Kreisreform in der DDR im Jahr 1952 wurde der Ortsteil Podelwitz dem Kreis Leipzig im Bezirk Leipzig zugeordnet. Rackwitz, Lemsel sowie die Gemeinde Zschortau gliederte man dem Kreis Delitzsch an. Durch die Erschließung der Braunkohletagebaue Delitzsch-Südwest und Breitenfeld wurden zwischen 1981 und 1992 die ehemaligen Ortsteile Schladitz mit Kömmlitz, Kattersnaundorf und Werbelin devastiert.

In der DDR bestand in Rackwitz ein Haftarbeitslager als Außenstelle der Strafvollzugsanstalt Leipzig, in dem Häftlinge untergebracht wurden. Das Lager befand sich in der Nähe des Leichtmetallwerks und die Insassen waren in Baracken mit jeweils acht bis zehn Personen untergebracht. Sie mussten Zwangsarbeit im Leichtmetallwerk leisten, das bereits während der Zeit des Nationalsozialismus Zwangsarbeiter beschäftigte.[5]

Am 1. Januar 1999 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Podelwitz, südlich von Rackwitz gelegen, in die Gemeinde Rackwitz eingemeindet, wodurch der Ort vom Landkreis Leipziger Land in den Landkreis Delitzsch wechselte.[6] Im Rahmen dieser Umstrukturierung musste das steuerlich ertragreiche Gewerbegebiet Podelwitz an Leipzig abgegeben werden. Das Gewerbegebiet stellte damals die Hälfte der Gesamtfläche von Podelwitz dar.

Die ehemalige Gemeinde Zschortau mit den Ortsteilen Biesen, Brodenaundorf, Kreuma und Lemsel sowie die Gemeinde Rackwitz mit Podelwitz schlossen sich am 1. März 2004 aus wirtschaftlichen Gründen zu einer Großgemeinde zusammen.[7]

Eingemeindungen

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Biesen 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Zschortau
Brodenaundorf 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Zschortau
Güntheritz zwischen 1925 und 1939 Eingemeindung nach Rackwitz
Kattersnaundorf 1981 1981 durch Braunkohletagebau Delitzsch-Südwest devastiert, dadurch Eingemeindung nach Zschortau
Kömmlitz 1. April 1936 Eingemeindung nach Schladitz, 1986–89 durch Braunkohletagebau Breitenfeld devastiert, dadurch Eingemeindung nach Rackwitz
Kreuma 1. Mai 1974 Eingemeindung nach Zschortau
Lemsel 1. März 1994 Eingemeindung nach Zschortau
Podelwitz 1999 Eingemeindung nach Rackwitz
Schladitz 1989 1986–89 durch Braunkohletagebau Breitenfeld devastiert, dadurch Eingemeindung nach Rackwitz
Werbelin 1. Januar 1957 Eingemeindung nach Kattersnaundorf, durch Devastierung von Kattersnaundorf 1981 Eingemeindung nach Zschortau, 1992 durch Braunkohletagebau Delitzsch-Südwest devastiert
Zschortau 1. März 2004 Eingemeindung nach Rackwitz

Bevölkerung

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Jahr Einwohner
1818 0076
1880 0096
1910 0124
1925 0192
1939 1.055
Jahr Einwohner
1946 1.375
1950 1.329
1964 1.786
1990 3.228
Jahr Einwohner
2002 3.228
2005 5.382
2010 5.018
2015 4.931
2020 5.317
Jahr Einwohner
2021 5.412
2022 5.416
2023 5.513
2024 5.452

ab 2002: Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen)[8], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Die deutliche Erhöhung der Einwohnerzahl 2005 ist auf den Zusammenschluss von Rackwitz und Zschortau im Jahr 2004 zurückzuführen.

Religion

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In der Ortschaft Rackwitz steht keine Kirche.

Evangelisch-lutherische Einwohner von Rackwitz gehören zur Kirchgemeinde Podelwitz-Wiederitzsch und der Kirche Podelwitz,[9] im Kirchenbezirk Leipzig der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.

Im Zuge der Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa infolge des Zweiten Weltkriegs ließen sich im seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägten Rackwitz und in den umliegenden Ortschaften wieder Katholiken in größerer Zahl nieder, sie wurden von der Kirchengemeinde St. Gabriel in Wiederitzsch seelsorglich betreut. Die katholischen Gottesdienste fanden zunächst in der evangelischen Kirche Podelwitz statt. Die Kirchengemeinde Wiederitzsch kaufte in Rackwitz an der Kletzener Straße ein Gebäude, in dem sich eine Fahrradwerkstatt befunden hat. Im Erdgeschoss wurde eine Kapelle eingerichtet und nach dem Erzengel Raphael benannt. Im Frühjahr 1957 weihte Propst Ernst Pfeiffer aus Leipzig die Kapelle ein.[10] Von 1995 an wurde die Kapelle vom Pfarrer in Löbnitz betreut, nachdem die Kirchengemeinde Wiederitzsch keinen Pfarrer mehr hatte.[11] Die zuletzt zum Gemeindeverbund Delitzsch gehörende Kapelle wurde aufgrund der gesunkenen Zahl der Gottesdienstbesucher am 29. März 2009 nach einer letzten Heiligen Messe profaniert und das Gebäude an einen privaten Eigentümer verkauft.[12]

Politik

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Gemeinderatswahl 2024
Wahlbeteiligung: 66,6 % (2019: 61,6 %)
 %
30
20
10
0
28,7 %
24,8 %
24,1 %
10,7 %
9,0 %
2,6 %
UWRa
AfD
CDU
SPD
Linke
Grüne
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2019
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
+6,3 %p
+0,9 %p
−0,5 %p
+0,2 %p
−3,8 %p
−3,2 %p
UWR
AfD
CDU
SPD
Linke
Grüne
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a Unabhängige Wählervereinigung Rackwitz

Gemeinderat

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Rathaus Rackwitz

Die Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis:[13]

letzte Gemeinderatswahlen
Gemeinderat ab 2024
2
2
5
4
1
2 2 5 4 1 
Insgesamt 14 Sitze
  • Linke: 2
  • SPD: 2
  • UWR: 5
  • CDU: 4
  • AfD: 1

Vier Sitze bleiben unbesetzt.

Liste 2024[14] 2019[15] 2014[16]
Sitze in % Sitze in % Sitze in %
Unabhängige Wählervereinigung Rackwitz 5 28,7 4 22,4 4 18,2
AfD 1 24,8 3 23,9 – –
CDU 4 24,1 5 24,6 5 24,2
SPD 2 10,7 2 10,5 2 12,9
Linke 2 9,0 2 12,8 3 17,3
Grüne – 2,6 1 5,8 – 3,4
ALS – – – – 2 12,2
Bürgerschaft – – – – 2 11,9
Wahlbeteiligung 66,6 % 61,6 % 45,8 %

Bürgermeister

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  • 1990–2001: Wolfgang Ofiara (SPD)[17]
  • 2001–2015: Manfred Freigang (Unabhängige Wählervereinigung Rackwitz)[18]
  • seit 2015: Steffen Schwalbe (geboren als Steffen Brzoska) (SPD, parteilos)[19]

Bei der Bürgermeisterwahl 2015 trat Schwalbe noch unter seinem Geburtsnamen Steffen Brzoska (SPD) an und wurde im ersten Wahlgang zum Bürgermeister von Rackwitz gewählt. Nach der Eheschließung mit seinem Mann nahm er dessen Familiennamen Schwalbe an. Bei der folgenden Bürgermeisterwahl 2022 trat er unter diesem Namen als parteiloser Kandidat erneut an und wurde mit 84,9 % der Stimmen im Amt bestätigt.[20]

Wahl Bürgermeister Vorschlag Wahlergebnis (in %)
2022 Steffen Schwalbe Schwalbe 84,9
2015 Steffen Brzoska (nach Heirat Steffen Schwalbe) SPD 46,0
2008 Manfred Freigang UWR 61,0
2001 44,1
1994 Wolfgang Ofiara SPD 56,8

Wappen

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Blasonierung: „In Grün, geteilt durch einen silbernen Wellenbalken, oben ein goldenes Schwert, unten ein wachsender goldener Krebs.“

Das Schwert symbolisiert Podelwitz mit seinem ehemaligen Rittergut. Der Krebs hat seinen Ursprung im Ortsnamen Rackwitz, welcher früher Rakovica lautete. Dies heißt so viel wie „Ort, wo Krebse leben“. Der Wellenbalken verweist auf den Bach Lober, welcher beide Ortsteile verbindet.

Sehenswürdigkeiten und Kultur

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Kirche in Podelwitz
Kirche in Zschortau
Herrenhaus des Rittergutes Güntheritz
Kirchturm in Kreuma
Siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Rackwitz
Siehe auch: Liste der Naturdenkmale in Rackwitz

Bauwerke

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  • Kirche in Podelwitz, am Heiligabend 1250 vom Wettiner Heinrich dem Erlauchten dem Deutschen Orden geschenkt
  • Kirche in Zschortau mit der einzigen erhaltenen Orgel (1745–1746) des Leipziger „Universitäts-Orgelmachers“ Johann Scheibe, die im Anschluss an ihre Fertigstellung von Johann Sebastian Bach geprüft wurde.
  • Kirchenruine in Kreuma
  • Schloss im Zschortauer Park (so genanntes Obergut), das heute als internationale Bildungsstätte genutzt wird
  • Herrenhaus des Rittergutes Güntheritz

Kirchen

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Die Kirchen in Podelwitz, Zschortau und Kreuma sind evangelisch.

Gedenkstätten

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Auf dem Rackwitzer Friedhof befinden sich die Grabstätten von 16 Kriegsgefangenen sowie Frauen und Männern, die während des Zweiten Weltkriegs nach Deutschland verschleppt und Opfer von Zwangsarbeit wurden.

Regelmäßige Veranstaltungen

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Neben dem jährlichen Straßenfest im Ortsteil Zschortau werden Feuerwehrfeste, Sportfeste, Oster- und Herbstfeuer in den Ortsteilen veranstaltet. Es finden kleine Weihnachtsmärkte statt. In Podelwitz findet im Mai jährlich ein Trabant- und im September ein Barkas-Treffen statt.

Als jährliches Highlight wird das Krebsbachfest Rackwitz veranstaltet (in der Regel am ersten Augustwochenende).[21]

Wirtschaft und Infrastruktur

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Unternehmen

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Im Jahr 1925 siedelte sich in Rackwitz ein Leichtmetallwerk des Unternehmers Bernhard Berghaus an. Im vormaligen VEB Leichtmetallwerk Rackwitz, der einzigen Aluminium-Aufbereitungsanlage der DDR, wurden nach der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion die von den Filialen der Staatsbank der DDR angelieferten Münzen der DDR eingeschmolzen. Seit 1998 gehört das Werk zu Norsk Hydro.[22]

Mit der Agrar-Umwelt-AG, einer Tochter der Südzucker-Mannheim, gibt es einen bedeutenden landwirtschaftlichen Betrieb, der auch eine größere Biogasanlage betreibt.

Verkehr

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Straßenverkehr

Die Bundesstraßen Bundesstraße 2 und die Bundesstraße 184 führen am Ort vorbei. Unweit von Rackwitz liegt die Anschlussstelle Leipzig-Mitte der Bundesautobahn A 14. Mehrere Buslinien verbinden Rackwitz mit umliegenden Gemeinden.

Schienenverkehr

Bahnhof Rackwitz

Seit 1857 hat Rackwitz eine Bahnverbindung. 1859 fuhr der erste Zug durch Zschortau. Im Jahr 1902 eröffnete die zuletzt 37 km lange Delitzscher Kleinbahn. Sie verband im damaligen preußischen Landkreis Delitzsch zahlreiche Orte, die abseits der Stadt lagen. Die Trasse durchzog auch Teile des großen Braunkohlenreviers zwischen Delitzsch und Leipzig. Der Personenverkehr endete 1972. Ein Jahr später wurde schließlich auch der letzte verbliebene Güterverkehr eingestellt, und es folgte die Stilllegung der Strecke. Kurze Zeit später wurden die Gleise vollständig abgebaut.

Die Bahnhöfe Rackwitz (b Leipzig) und Zschortau befinden sich an der zweigleisigen elektrifizierten Hauptstrecke Leipzig – Bitterfeld – Dessau/Wittenberg. Beide Bahnhöfe liegen im Verbundgebiet des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV), der Bahnhof Rackwitz in Tarifzone 164, Zschortau in Zone 165.

Folgende Linien halten an beiden Bahnhöfen:

Linie Strecke Takt
S 2 Leipzig-Connewitz – Leipzig Hauptbahnhof (tief) – Delitzsch – Bitterfeld – Dessau Stundentakt
S 2 Leipzig-Connewitz – Leipzig Hauptbahnhof (tief) – Delitzsch – Bitterfeld – Lutherstadt Wittenberg Zweistundentakt
S 2 Leipzig-Connewitz – Leipzig Hauptbahnhof (tief) – Delitzsch (– Bitterfeld) Verstärkerzüge im Zweistundentakt

Mit der Inbetriebnahme des City-Tunnels Leipzig am 15. Dezember 2013 wurden die Stationen in das Netz der S-Bahn Mitteldeutschland integriert und das Angebot an Verbindungen ausgeweitet.

Seit Dezember 2025 fährt die Linie S 2 stündlich von Leipzig-Connewitz über Bitterfeld weiter nach Dessau. Durch weitere Züge nach Bitterfeld bzw. Lutherstadt Wittenberg ergibt sich zwischen Leipzig-Connewitz und Bitterfeld montags bis freitags von 05:00 Uhr bis 22:00 Uhr ein 30-Minuten-Takt.

Bildung

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Auf dem Gemeindegebiet gibt es Grundschulen in Rackwitz und Zschortau. Der Besuch einer weiterführenden Schule ist in Krostitz oder Delitzsch möglich. Im Ortsteil Zschortau befindet sich das Internationale Bildungsinstitut AIZ der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit.[23]

Sport

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Neben den drei Sportvereinen TSV Rackwitz, SG Podelwitz und SG Zschortau gibt es den Motorsportclub Rackwitz sowie den Hundesportverein Zschortau.

Naherholung

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Rackwitz liegt unweit zweier gefluteter Tagebau-Restlöcher, dem Schladitzer See und dem Werbeliner See. Am Schladitzer See ist das Baden möglich. Zudem werden verschiedene Kurse auf und im Wasser angeboten. Ein Radweg führt um den See.

Der Werbeliner See ist aus dem Tagebau Delitzsch-Südwest hervorgegangen. Ein Rad- und Wanderweg ermöglicht das Erreichen des Sees direkt vom Schladitzer See sowie auch von Delitzsch aus. Er ist heute Vogelschutzgebiet und besitzt eine reichhaltige Natur und Landschaft.[24] Am angrenzenden Grabschützer See befindet sich ein Naturlehrpfad.[25]

Persönlichkeiten

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Söhne und Töchter der Gemeinde

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  • Johann Scheibe (um 1675–1748), Orgelbauer, vermutlich in Zschortau geboren
  • Karl von Könneritz (1794–1871), preußischer Generalleutnant, in Lemsel geboren
  • Alfred Wilhelm Volkmann (1801–1877), Physiologe und Anatom, in Zschortau geboren
  • Clara Fechner (1809–1900), Schriftstellerin, in Zschortau geboren
  • Otto Theodor Meusel (1832–1906), Politiker (Deutschkonservative Partei), in Werbelin geboren
  • Detlev Gröger (1929–2010), pharmazeutischer Biologe, in Zschortau geboren[26]
  • Immo Rittmeyer (1936–2024), Radsportler, in Kreuma geboren

Mit Rackwitz verbundene Persönlichkeiten

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  • Johann Jacob Volkmann (1732–1803), Schriftsteller, Rittergutsbesitzer in Zschortau
  • Friedrich von Busse (1828–1916), Rittergutsbesitzer in Zschortau
  • Klaus-Christian Fischer (* 1938), Politiker (NDPD), Bereichsleiter im Leichtmetallwerk Rackwitz
  • René Bochmann (* 1969), Politiker (AfD), lebt in Rackwitz

Literatur

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  • Dorothea und Timotheus Arndt: Die Kirche zu Podelwitz. Spröda : Pietsch, ed. AKANTHUS, 2000, ISBN 3-00-006314-5.
  • Reinhard Wilke: Podelwitz – Aus der Geschichte eines Kirchortes und Bauerndorfes im Norden von Leipzig. Beucha: Sax-Verlag, 2007, ISBN 978-3-86729-002-9.

Weblinks

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Commons: Rackwitz – Sammlung von Bildern und Audiodateien
  • Website der Gemeinde
  • Rackwitz im Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

Einzelnachweise

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  1. ↑ Bevölkerung der Gemeinden Sachsens am 31. Dezember 2024 – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus vom 15. Mai 2022 (Gebietsstand 01.01.2024). Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, abgerufen am 4. Juli 2025.  (Hilfe dazu).
  2. ↑ Wissenswertes - Rackwitz. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 10. Februar 2023; abgerufen am 11. Februar 2023. 
  3. ↑ Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 56 f.
  4. ↑ Martin Weltner: Bahn-Katastrophen. Folgenschwere Zugunfälle und ihre Ursachen. München 2008. ISBN 978-3-7654-7096-7, S. 14.
  5. ↑ Verwahranstalt oder Resozialisierung. In: taz. 31. März 1990, abgerufen am 11. September 2025. 
  6. ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  7. ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004
  8. ↑ Statistische Berichte / A / I / 2 : Bevölkerungsentwicklung im Freistaat Sachsen nach Gemeinden. In: statistischebibliothek.de. Abgerufen am 12. Juli 2025. 
  9. ↑ Podelwitz. Ev-Luth. Kirchgemeinde Podelwitz-Wiederitzsch, abgerufen am 4. Juni 2025.
  10. ↑ Kleine Enklave im Bistums-Grenzland. In: Tag des Herrn. Ausgabe 25/1997 vom 22. Juni 1997, S. 17.
  11. ↑ Zusätzliche Aufgaben. In: Tag des Herrn. Ausgabe 34/1995 vom 20. August 1995, S. 14.
  12. ↑ Wenn Kirche das Dorf verlässt. In: tag-des-herrn.de, abgerufen am 29. März 2016
  13. ↑ Referat Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit: Wahlergebnisse - Wahlen - sachsen.de. Abgerufen am 17. August 2024. 
  14. ↑ Referat Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit: Wahlergebnisse - Wahlen - sachsen.de. Abgerufen am 30. August 2024. 
  15. ↑ Referat Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit: Wahlergebnisse - Wahlen - sachsen.de. Abgerufen am 30. August 2024. 
  16. ↑ Referat Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit: Wahlergebnisse - Wahlen - sachsen.de. Abgerufen am 30. August 2024. 
  17. ↑ SPD Nordsachsen trauert um Brigitte Ofiara. In: www.nordsachsen-spd.de. Abgerufen am 10. Dezember 2023. 
  18. ↑ Bürgermeisterwahl 2001. In: www.statistik.sachsen.de. Abgerufen am 10. Dezember 2023. 
  19. ↑ Bürgermeisterwahl 2015. In: www.statistik.sachsen.de. Abgerufen am 10. Dezember 2023. 
  20. ↑ https://wahlen.sachsen.de/buergermeisterwahl-wahlergebnisse-2022.php?gemeinde=14730250&landkreis=14730
  21. ↑ www.krebsbachfest-rackwitz.de
  22. ↑ Hydro Aluminium Gießerei Rackwitz GmbH. Archiviert vom Original am 26. Januar 2019; abgerufen am 26. Januar 2019. 
  23. ↑ Leipzig-Zschortau. In: giz.de. 24. August 2013, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 29. Mai 2015; abgerufen am 29. Mai 2015. 
  24. ↑ Seenprofil Werbeliner See (Memento vom 22. Dezember 2015 im Internet Archive)
  25. ↑ Naturlehrpfad am Grabschützer See (Memento vom 25. Mai 2012 im Internet Archive)
  26. ↑ Egon Stahl Award für Professor Detlef Gröger. In: idw-online.de. Abgerufen am 10. Dezember 2023. 
Städte und Gemeinden im Landkreis Nordsachsen
Städte:

Bad Düben | Belgern-Schildau | Dahlen | Delitzsch | Dommitzsch | Eilenburg | Mügeln | Oschatz | Schkeuditz | Taucha | Torgau

Wappen des Landkreises Nordsachsen
Gemeinden:

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Ortsteile von Rackwitz

Biesen | Brodenaundorf | Kreuma | Lemsel | Podelwitz | Rackwitz (Kernort) mit Güntheritz | Zschortau

Normdaten (Geografikum): GND: 4629590-2 (GND Explorer, lobid, OGND, AKS) | VIAF: 249402839
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