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  1. WeltenzyklopÀdie
  2. Polylactide
Polylactide 👆 Click Here!
aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
(Weitergeleitet von Polylactid)
Strukturformel
Struktur von Polylactiden
Polylactide der (S)-MilchsÀure (oben) und der (R)-MilchsÀure (unten)
Allgemeines
Name Polylactide
Andere Namen
  • PLA
  • PolymilchsĂ€ure
CAS-Nummer
  • 26100-51-6 (PolymilchsĂ€ure)
  • 26680-10-4 (Polylactid)
Monomer
  • MilchsĂ€ure
  • Lactid
Summenformel der Wiederholeinheit C3H4O2
Molare Masse der Wiederholeinheit 72,06 g·mol−1
Art des Polymers

Thermoplast

Eigenschaften
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,21–1,43 g/cm3[1]

Schmelzpunkt

150–160 Â°C[1]

Glastemperatur

45–65 Â°C[1]

SchlagzÀhigkeit

0,16–1,35 J/cm[1]

ElastizitÀtsmodul

3500 MPa[2]

Wasseraufnahme

0,5–50 %[1]

Zugfestigkeit

10–60 MPa[1]

Bruchdehnung

1,5–380 %[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfĂŒgbar[3]
Soweit möglich und gebrÀuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Polylactide, umgangssprachlich auch PolymilchsĂ€uren (kurz PLA, vom englischen Wort polylactic acid) genannt, sind synthetische Polymere, die zu den Polyestern zĂ€hlen. Sie sind aus vielen, chemisch aneinander gebundenen MilchsĂ€uremolekĂŒlen aufgebaut. Daher ist die Bezeichnung PolymilchsĂ€ure nach IUPAC-Nomenklatur irrefĂŒhrend, da es sich nicht um ein Polymer mit mehreren sauren Gruppen handelt.[4] Polylactide und PolymilchsĂ€uren werden durch unterschiedliche Verfahren erzeugt.[5]

Erstmals beschrieben wurden Polylactide 1845 von ThĂ©ophile-Jules Pelouze. Bei dem Versuch, MilchsĂ€ure durch Erhitzen und Entfernen von Wasser aufzureinigen, beobachtete er eine Kondensation der MilchsĂ€uremolekĂŒle und die Bildung von Oligomeren und Polymeren.[6] Wallace Hume Carothers, ein Mitarbeiter von DuPont, entwickelte 1932 ein Verfahren zur Herstellung von Polylactiden aus Lactiden, das 1954 fĂŒr DuPont patentiert wurde.[7]

PLA kann durch WĂ€rmezufuhr verformt werden (Thermoplast). Polylactid-Kunststoffe sind biokompatibel und unter den richtigen Umweltbedingungen langfristig biologisch abbaubar.

Eigenschaften

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PLA-Becher

Chemische Eigenschaften

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Polylactide zĂ€hlen zu den Polyestern. Diese aufgrund des asymmetrischen Kohlenstoffatoms optisch aktiven Polymere treten in der Form von D- oder als L-Lactiden auf, je nachdem, ob sich diese von L-(+)-MilchsĂ€ure [Synonym: (S)-(+)-MilchsĂ€ure] oder von D-(−)-MilchsĂ€ure [Synonym: (R)-(−)-MilchsĂ€ure] ableiten. FĂŒr diese beiden Formen werden die AbkĂŒrzungen PLLA bzw. PDLA verwendet.[8] FĂŒr Copolymere aus L-(+)- und D-(−)-MilchsĂ€ure werden als PLDLA abgekĂŒrzt.[9] Diese Nomenklatur kann weiter auf PLDLLA (Poly-(L-co-D/L-Lactid)) erweitert werden.[10]

Die Eigenschaften der Polylactide hĂ€ngen vor allem von der MolekĂŒlmasse, dem KristallinitĂ€tsgrad und gegebenenfalls dem Anteil von Copolymeren ab. Eine höhere MolekĂŒlmasse steigert die GlasĂŒbergangs- sowie die Schmelztemperatur, die Zugfestigkeit sowie den E-Modul und senkt die Bruchdehnung. Aufgrund der Methylgruppe verhĂ€lt sich das Material wasserabweisend (hydrophob), wodurch die Wasseraufnahme und somit auch die Hydrolyserate der Hauptbindung gesenkt wird. Weiterhin sind Polylactide in vielen organischen Lösungsmitteln löslich (z. B. Dichlormethan, Trichlormethan; durch Zugabe eines Lösungsmittels wie Ethanol, in dem das Polylactid schlechter löslich ist, kann es wieder ausgefĂ€llt werden). Zur Verbesserung der Gebrauchseigenschaften der Polylactide können diese bei ihrer Verarbeitung (z. B. Spritzgießen, Extrusion) auch faserverstĂ€rkt werden.

PLA-Folienaustritt aus RingspaltdĂŒse

Physikalische Eigenschaften

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PLA weist zahlreiche Eigenschaften auf, die fĂŒr vielerlei Einsatzgebiete von Vorteil sind:

  • Eine geringe Feuchtigkeitsaufnahme mit hoher Kapillarwirkung, dadurch geeignet fĂŒr Sport- und Funktionsbekleidung.
  • Eine geringe Flammbarkeit, hohe UV-BestĂ€ndigkeit und Farbechtheit, wodurch Anwendungen im Möbelbereich fĂŒr Innen- und Außenbereiche denkbar werden.
  • Zudem ist das Festigkeits-/GewichtsverhĂ€ltnis relativ hoch, wodurch es sich auch fĂŒr Leichtbauanwendungen eignet.
  • Die Biegefestigkeit liegt bei 0,89–1,03 MPa.[1]

Die mechanischen Eigenschaften von reinem PLA Ă€hneln sehr denen von Polyethylenterephthalat (PET). Insbesondere seine Transparenz und niedrige Migrationswerte prĂ€destinieren PLA fĂŒr einen Einsatz im Lebensmittelverpackungsbereich, allerdings weist es im Vergleich zu PET eine wesentlich höhere CO2-, Sauerstoff- und Feuchte-DurchlĂ€ssigkeit auf und absorbiert UV-Strahlung ab deutlich niedrigeren WellenlĂ€ngen.[11] Auch hat PLA eine niedrigere TemperaturbestĂ€ndigkeit. Der Preis fĂŒr PLA von etwa 2 â‚Ź pro Kilogramm ist höher als der fĂŒr PET, jedoch wird davon ausgegangen, dass die Produktionskosten von PLA in den kommenden Jahren mit steigenden Produktionsmengen etwas sinken werden.

Biologische Abbaubarkeit

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Polylactide weisen aufgrund der MolekĂŒlstruktur eine biologische Abbaubarkeit auf, wobei hierfĂŒr bestimmte Umweltbedingungen nötig sind, die in der Regel nur in industriellen Kompostieranlagen zu finden sind. Zudem ist die Abbaubarkeit stark von der chemischen Zusammensetzung sowie dem Einsatz eventueller Copolymere abhĂ€ngig. Unter industriellen Kompostbedingungen vollzieht sich der Abbau jedoch innerhalb weniger Monate. In der Natur, z. B. im Meer, wird sich PLA langsamer zersetzen.[12]

Als Mikroplastik fĂŒhrt PLA bei der Gemeinen Miesmuschel zu einer Proteinstoffwechselstörung â€“ einer VerĂ€nderung des HĂ€molymphenproteoms. Dies zeigt, dass auch biologisch abbaubarer Kunststoff die Gesundheit von Gemeinen Miesmuscheln verĂ€ndern kann.[13]

Synthese

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Polylactide sind vor allem durch die ionische Polymerisation von Lactid, einem ringförmigen Zusammenschluss von zwei MilchsĂ€uremolekĂŒlen, zugĂ€nglich. Neben der Erzeugung von Polylactiden durch diese Ringöffnungspolymerisation können Polylactide ebenfalls durch die direkte Kondensationsreaktionen von MilchsĂ€uremolekĂŒlen ĂŒber PolymilchsĂ€uren erzeugt werden.[5]

Umwandlung von Lactid (links) zum Polylactid (rechts) durch thermische und katalytische Ringöffnungspolymerisation

Bei Temperaturen zwischen 140 und 180 Â°C sowie der Einwirkung katalytischer Zinnverbindungen (z. B. Zinnoxid oder Zinn(II)-2-ethylhexanoat) findet eine Ringöffnungspolymerisation statt. So werden Kunststoffe mit einer hohen MolekĂŒlmasse und Festigkeit erzeugt. Lactid selbst lĂ€sst sich durch VergĂ€rung von Melasse oder durch Fermentation von Glucose mit Hilfe verschiedener Bakterien herstellen.

DarĂŒber hinaus können hochmolekulare und reine Polylactide mit Hilfe der sogenannten Polykondensation direkt aus MilchsĂ€ure erzeugt werden. In der industriellen Produktion ist allerdings die Entsorgung des Lösungsmittels problematisch.

Typische Verarbeitungsverfahren fĂŒr reines PLA sind das Faserspinnen und die Flachfolienextrusion (selten).

PLA-Blends

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PLA ist eigentlich ein bio-basierter Roh-Kunststoff (wie auch StĂ€rke, PHA, PBS u. a.), weil er in der Regel nicht gebrauchsfertig synthetisiert wird. Meist wird PLA erst durch Compoundierung fĂŒr die jeweilige Anwendung maßgeschneidert. Dieses „Aufbereiten“ von Bio-Rohkunststoffen erfordert spezielle Kenntnisse sowohl der Additivierung als auch der schonenden Compoundierung.[14] Gebrauchsfertige PLA-Compounds werden auch „PLA-Blends“ genannt und bestehen in der Regel aus PLA, anderen Roh-Biokunststoffen (s. o.) und Additiven. Beispiele fĂŒr Hersteller solcher gebrauchsfertigen PLA-Blends sind BASF, Danimer, FKuR, Futura Mat, Kingfa Science & Tech[15], Total Corbion PLA[16] und Biotec.

FĂŒr PLA-Blends sind typische Verarbeitungsverfahren Extrusion (auch Schaumextrusion), Thermoformen, Spritzguss und Blasformen.

Siehe auch Hauptartikel: Polylactide-Polyhydroxyalkonate-Blends

Verwendung

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Verpackung

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Das PLA-Wachstum der vergangenen Jahre basiert maßgeblich auf dem Einsatz von PLA-Blends fĂŒr Verpackungen kurzlebiger GĂŒter. Hierbei wird insbesondere die biologische Abbaubarkeit betont. Diese PLA-Blends verfĂŒgen ĂŒber andere mechanische Eigenschaften als das Roh-PLA. Meist können durch die Blends die herkömmlichen Verpackungskunststoffe Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) ersetzt werden, wie etwa Beutel oder Netze. Folien oder Netze fĂŒr Beutelanwendungen mĂŒssen schlagartigen Belastungen beim BefĂŒllvorgang standhalten und eine hohe Schweißnahtfestigkeit aufweisen.[17] Folien aus einem PLA-Blend werden unter anderem auch fĂŒr Babywindeln und andere Hygieneprodukte verwendet. Weitere Beispiele fĂŒr PLA-basierte Verpackungsanwendungen sind Bio-Tragetaschen und Luftpolsterbeutel.

  • Kosmetiktiegel aus PLA-Blend
    Kosmetiktiegel aus PLA-Blend
  • Sparschwein aus PLA-Blend
    Sparschwein aus PLA-Blend
  • Blumenfolie aus PLA-Blend
    Blumenfolie aus PLA-Blend
  • Luftpolsterbeutel aus PLA-Blend
    Luftpolsterbeutel aus PLA-Blend
  • Teebeutel aus PLA-Fasermaterial
    Teebeutel aus PLA-Fasermaterial

Landwirtschaft und Gartenbau

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Mulchfolie aus PLA-Blend

Mulchfolien aus PLA-Blends stehen im Wettbewerb zu herkömmlichen aus Polyethylen (PE). Werden herkömmliche Mulchfolien nach der Nutzung kostenaufwendig eingesammelt, gesĂ€ubert und der geordneten Entsorgung zugefĂŒhrt, so werden die teureren Mulchfolien aus PLA-Blends nach der Nutzung einfach untergepflĂŒgt. Der einzelne Landwirt entscheidet je nach eigener Wirtschaftlichkeit. Wichtig sind jedoch einfache MaschinengĂ€ngigkeit und Verlegbarkeit.

Es ist wichtig, dass Mulchfolien aus PLA-Blends wĂ€hrend ihrer Schutzfunktion an der AckeroberflĂ€che nicht zu schnell biologisch abbauen. Sie sollen jedoch zĂŒgig nach dem Gebrauch biologisch abbauen, wenn sie untergepflĂŒgt wurden. Dazu ist wichtig, dass weder StĂ€rke noch StĂ€rkederivate in dem PLA-Blend eingesetzt werden. Nur so bleibt die Mulchfolie unempfindlich gegen Feuchte, nach z. B. Wetterschwankungen, und ist somit haltbarer.

Auch Halterungen und Klipse werden in der Landwirtschaft benötigt, um z. B. Pflanzentrieben an einer Stange Halt zu geben. Diese fallen beim Wachstum der Pflanzen oder bei der Ernte ab und mĂŒssen aufwendig gesucht und aufgesammelt werden. Entsprechende PLA-Blends mit höherem PLA-Anteil als z. B. in Mulchfolien (s. o.) bieten eine praktische Alternative, die nicht eingesammelt werden muss. Sogar Filmscharniere lassen sich realisieren.

Cateringartikel

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Trinkhalme aus PLA

Es gibt Wegwerfbestecke aus PLA oder PLA-Blends auf dem Markt, die nicht fĂŒr heiße Lebensmittel eingesetzt werden können. PLA und PLA-Blends werden oberhalb von ca. 50 Â°C sehr nachgiebig und weich. (Hier eignet sich der Biokunststoff Cellulose-Acetat besser.) Dennoch lassen sich aus PLA z. B. thermogeformte Trinkbecher und aus PLA-Blends z. B. Trinkhalme auch mit Knickbereich herstellen.

Neuere nationale und EU-Verordnungen und deren Untersagungen unterscheiden die VerkehrsfÀhigkeit nicht nach molekularer Zusammensetzung.

BĂŒroartikel

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Kugelschreiber aus PLA

SchreibgerĂ€te und andere BĂŒroutensilien werden aus spritzgießbaren PLA-Blends hergestellt. Hier sind die mechanischen Eigenschaften, je nach PLA-Anteil, Ă€hnlich dem Polypropylen oder sogar ABS. Das Fließverhalten der Schmelze ist bei derart komplexen Geometrien sehr wichtig.

Medizintechnik

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Einer der wichtigsten Anwendungsbereiche dĂŒrfte derzeit die medizinische Anwendung sein. PLA steht auf Grund seiner Abbaubarkeit und seiner BiokompatibilitĂ€t fĂŒr zahlreiche Anwendungen zur VerfĂŒgung. Die FĂ€higkeit des menschlichen Körpers, PLA abzubauen, wurde bereits 1966 das erste Mal beobachtet.[18] PLA, oft in Verbindung mit einem Co-Polymer, eignet sich zum Beispiel als Nahtmaterial. Auch ist es möglich, Implantate aus PLA herzustellen, die, abhĂ€ngig von der chemischen Zusammensetzung, PorositĂ€t und KristallinitĂ€t, einige Monate bis zu mehreren Jahren im Körper verbleiben, bis sie abgebaut sind. Ein zweiter chirurgischer Eingriff zur Entfernung der Implantate ist also in der Regel nicht erforderlich. Auch die mechanischen Eigenschaften werden von diesen Faktoren beeinflusst, wodurch sich Implantate fĂŒr unterschiedliche Anwendungen realisieren lassen. Dazu gehören zum Beispiel NĂ€gel und Schrauben, aber auch Platten oder Stents.

PLA eignet sich auch als GerĂŒstmaterial fĂŒr das Tissue Engineering. HierfĂŒr werden poröse Strukturen aus PLA-Fasern hergestellt, an die sich unterschiedliche Zelltypen, abhĂ€ngig von der PorengrĂ¶ĂŸe, anlagern können.

Verbundwerkstoffe

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Messergriff aus holzfaserverstÀrktem PLA

Neben Anwendungen im Verpackungsbereich und in der Medizintechnik besitzt PLA auch großes Potential als Matrixmaterial fĂŒr Verbundwerkstoffe. Durch die Verbindung von PLA mit Naturfasern lassen sich biologisch abbaubare Verbundwerkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen herstellen, die eine Alternative zu den konventionellen glasfaserverstĂ€rkten oder gefĂŒllten Kunststoffen darstellen. Durch seinen thermoplastischen Charakter ist PLA fĂŒr den Einsatz im (Naturfaser-)Spritzguss- und Extrusionsbereich geeignet. Bereits realisierte Bauteile sind zum Beispiel Aschekapseln fĂŒr Urnen, Messergriffe, aber auch SitzunterflĂ€chen von BĂŒrostĂŒhlen. Auch wurde bereits ein Prototyp fĂŒr eine Handyoberschale entwickelt. Durch den Zusatz hoch dehnbarer Naturfasern ließ sich ein Werkstoff herstellen, der in der Lage ist, mit den heutzutage gĂ€ngigen rohölbasierten Kunststoffen zu konkurrieren.

Neben den vergleichsweise hohen Kosten ist vor allem die geringe TemperaturbestĂ€ndigkeit von PLA ein Problem bei der Anwendung im industriellen Bereich. Da der Kunststoff bereits bei etwa 50–60 Â°C weich wird, eignet er sich nur fĂŒr Anwendungen im niedrigen Temperaturbereich, was fĂŒr viele dauerhafte Anwendungen nicht akzeptabel ist. Laut Herstellerangaben kann allerdings die TemperaturbestĂ€ndigkeit durch das Kombinieren von Polylactiden, die aus rechtsdrehender MilchsĂ€ure hergestellt wurden, mit solchen aus linksdrehender MilchsĂ€ure verbessert werden. Außerdem lĂ€sst sich durch eine VerstĂ€rkung mit Naturfasern die TemperaturbestĂ€ndigkeit in einem Bereich von etwa 100 Â°C erhöhen und gleichzeitig könnten die Kosten durch die Einbringung der gĂŒnstigeren Naturfaser bezogen auf das Preis-Leistungs-VerhĂ€ltnis verringert werden.

Vliesstoffe

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Die Herstellung von Vliesstoffen aus biologisch abbaubaren Faserstoffen hat z. B. fĂŒr die Herstellung von Einwegmundschutzmasken und Teebeuteln Bedeutung, um der Umweltverschmutzung entgegenzuwirken.[19]

3D-Druck

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PLA ist eines der am hĂ€ufigsten genutzten Materialien von 3D-Druckern, die nach dem FDM-Verfahren arbeiten. FĂŒr den Einsatz im 3D-Drucker werden Filamente aus PLA eingesetzt, die ĂŒblicherweise einen Durchmesser von 1,75 mm oder 2,85 mm aufweisen. Solche Filamente können unter anderem aus PLA hergestellt werden oder fĂŒr Spezialanforderungen mit anderen Materialien vermischt werden, wie beispielsweise mit Holzfasern, Steinstaub, Carbonfasern, Metallfasern.

Markt

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Erst 2002 wurde von NatureWorks LLC die erste kommerzielle Anlage zur Herstellung des Kunststoffes mit einer KapazitÀt von 150.000 Tonnen gebaut. Die in Deutschland erste Pilotanlage zur PLA-Herstellung der deutsch-schweizerischen Firma Uhde Inventa-Fischer ist 2011 mit einer Jahresproduktion von 500 Tonnen in Guben/Brandenburg in Betrieb genommen worden.[20]

Kommerziell erhĂ€ltliches PLA stellen zudem die Unternehmen Supla Bioplastics (Mitglied der weforyou-Gruppe), Biopearls, Guangzhou Bright China, Hisun Biomaterials, Kingfa Science & Tech., Nantong, Natureworks, Synbra und Toray her. Die weforyou-Gruppe ist der weltweit zweitgrĂ¶ĂŸte Hersteller von PLA mit einer jĂ€hrlichen KapazitĂ€t von 50.000 Tonnen an reinem PLA und Compounds.[15]

Recycling

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Recycling-Code fĂŒr Polylactide

Der Recycling-Code fĂŒr Polylactide ist 07 („others“, also „andere“ als 01-06).

WeiterfĂŒhrende Literatur

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  • Caroline Baillie (Hrsg.): Green composites – Polymer composites and the environment. Woodhead Publishing, Cambridge 2004, ISBN 1-85573-739-6.
  • Amar K. Mohanty, Manjusri Misra, Lawrence T. Drzal (Hrsg.): Natural fibers, biopolymers, and biocomposites. Taylor & Francis Group, Boca Ranton, FL 2005, ISBN 0-8493-1741-X.
  • Ray Smith (Hrsg.): Biodegradable polymers for industrial applications. Woodhead Publishing, Cambridge 2005, ISBN 1-85573-934-8.
  • Bhuvanesh Gupta, Nilesh Revagade, Joens Hilborn: Poly(lactic acid) fiber: An overview. In: Progress in Polymer Science. 32, 2007, S. 455–482.
  • L.-T. Lima, R. Aurasb, M. Rubino: Processing technologies for poly(lactic acid). In: Progress in Polymer Science. 33, 2008, S. 820–852.
  • Koichi Goda, Yong Cao: Research and Development of Fully Green Composites Reinforced with Natural Fibres. In: Journal of Solid Mechanics and Solid Engineering. 1, Nummer 9, 2007, S. 1073–1084.
  • A. P. Gupta, Vimal Kumar: New emerging trends in synthetic biodegradable polymers – Polylactide: A critique. In: European Polymer Journal. 43, 2007, S. 4053–4074.
  • K. Van de Velde, P. Kiekens: Material Properties, Biopolymers: overview of several properties and consequences on their applications. In: Polymer Testing. 21, 2002, S. 433–442.
  • Introduction to Polylactic acid (Pla). In: Environmental Briefs of Common Packaging Materials. GreenBlue, Charlottesville VA 2008.
  • Highlights in Bioplastics. Interessengemeinschaft Biologisch Abbaubare Werkstoffe e. V., Berlin 2005.
  • Poly(lactic acid) blends in biomedical applications In: Advanced Drug Delivery Review 107 (2016) 47-59

Weblinks

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Commons: Polylactides â€“ Sammlung von Bildern und Videos
  • EuropĂ€ischer Branchenverband der industriellen Hersteller, Verarbeiter und Anwender von Biokunststoffen und biologisch abbaubaren Werkstoffen
  • RC. Bopp NatureWorks Ingeoℱ Polylactide: Past, Present and Future

Einzelnachweise

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  1. ↑ a b c d e f g h Polylactic Acid (PLA). (Memento vom 10. Februar 2012 im Internet Archive), auf matbase.com.
  2. ↑ Hans Domininghaus (Hrsg.): Die Kunststoffe und ihre Eigenschaften. 6. Auflage, Springer-Verlag Berlin/Heidelberg 2005, ISBN 3-540-21410-0, S. 1450.
  3. ↑ Dieser Stoff wurde in Bezug auf seine GefĂ€hrlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlĂ€ssliche und zitierfĂ€hige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  4. ↑ O. Martin, L. AvĂ©rous: Poly(lactic acid): plasticization and properties of biodegradable multiphase systems. In: Polymer. 42, 2001, S. 6209, doi:10.1016/S0032-3861(01)00086-6.
  5. ↑ a b Lee Tin Sin: Polylactic Acid. William Andrew, 2012, ISBN 978-1-4377-4459-0, S. 72.
  6. ↑ H. Benninga: A History of Lactic Acid Making. Springer, New York 1990, S. 203–204.
  7. ↑ Wallace H. Carothers, G. L. Dorough, F. J. van Natta: STUDIES OF POLYMERIZATION AND RING FORMATION. X. THE REVERSIBLE POLYMERIZATION OF SIX-MEMBERED CYCLIC ESTERS. In: Journal of the American Chemical Society. 54, 1932, S. 761–772, doi:10.1021/ja01341a046.
  8. ↑ Hye-Seon Park, Chang-Kook Hong: Relationship between the Stereocomplex Crystallization Behavior and Mechanical Properties of PLLA/PDLA Blends. In: Polymers. Band 13, Nr. 11, 2. Juni 2021, S. 1851, doi:10.3390/polym13111851, PMID 34199577, PMC 8199684 (freier Volltext). 
  9. ↑ Bruna Antunes MĂĄs, Diego Coutinho de Luna Freire, Silvia Mara de Melo Cattani, Adriana Cristina Motta, Maria Lourdes Peris Barbo, Eliana Aparecida de Rezende Duek: Biological Evaluation of PLDLA Polymer Synthesized as Construct on Bone Tissue Engineering Application. In: Materials Research. Band 19, 2016, S. 300–307, doi:10.1590/1980-5373-MR-2015-0559 (scielo.br). 
  10. ↑ Stoyko Fakirov: Biodegradable Polyesters. Wiley, ISBN 978-3-527-65697-4, S. 10 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche). 
  11. ↑ Rafael Auras, Bruce Harte, Susan Selke: An Overview of Polylactides as Packaging Materials. In: Macromolecular Bioscience. 2004, 4 (9), 835–864. doi:10.1002/mabi.200400043.
  12. ↑ Eeva L. Eronen-Rasimus, Pinja P. NĂ€kki, Hermanni P. Kaartokallio: Degradation Rates and Bacterial Community Compositions Vary among Commonly Used Bioplastic Materials in a Brackish Marine Environment. In: Environmental Science & Technology. 21. Oktober 2022, S. acs.est.2c06280, doi:10.1021/acs.est.2c06280. 
  13. ↑ Dannielle S. Green, Thomas J. Colgan, Richard C. Thompson, James C. Carolan: Exposure to microplastics reduces attachment strength and alters the haemolymph proteome of blue mussels (Mytilus edulis). In: Environmental Pollution. 246, 2019, S. 423, doi:10.1016/j.envpol.2018.12.017.
  14. ↑ Edmund Dolfen, Patrick Zimmermann, Anneliese Kesselring, Carmen Michels: Plastics naturally! Compounding of Plastics From Renewable Ressources. In: Bioplastics Magazine. Mönchengladbach 2008.
  15. ↑ a b Hans-Josef Endres, Andrea Siebert-Raths: Technische Biopolymere. Hanser-Verlag, MĂŒnchen 2009, ISBN 978-3-446-41683-3, S. 293.
  16. ↑ About Total Corbion PLA. In: total-corbion.com. Total Corbion PLA, 27. Mai 2021, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 23. April 2021; abgerufen am 27. Mai 2021 (englisch). 
  17. ↑ Verpackungsfolien aus nachwachsenden Rohstoffen. In: packaging journal. 9, 2006.
  18. ↑ R. K. Kulkarni, K. C. Pani, C. Neuman, F. Leonard: Polylactic acid for surgical implants. In: Archives of Surgery. 93, Nr. 5, 1966, S. 839–843.
  19. ↑ PLA-Vliesstoffe. Abgerufen am 15. Januar 2024.
  20. ↑ Kunststoff-Fabrik Natur-Trends und Entwicklungen in der Biopolymerforschung. Presseinformation des Fraunhofer IAP, 24. Januar 2011.
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