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  1. WeltenzyklopÀdie
  2. Parkett
Parkett 👆 Click Here!
aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Parkett (BegriffsklĂ€rung) aufgefĂŒhrt.
Der Parkettfußboden im Audienzzimmer von Schloss Seehof wurde 1768 vom Bamberger Hofschreiner Nikolaus Bauer im WĂŒrfel-, Waben- und Stern-Muster verlegt
Verzapfungsarten und Fixierung von Parkett- und Dielenböden
Les raboteurs de parquet beim Abziehen eines Dielenbodens mit Ziehklingen, GemÀlde von Gustave Caillebotte, 1875

Parkett ist ein Fußbodenbelag aus Holz oder Bambus fĂŒr InnenrĂ€ume. In der Regel wird Hartholz von LaubbĂ€umen in kleine StĂŒcke gesĂ€gt und in einem bestimmten Muster zusammengefĂŒgt.

Im Gegensatz zum Parkett besteht ein Dielenboden aus langen Brettern, die keine durchlaufende Unterkonstruktion benötigen.

Ein Holzpflaster (Holzstöckelpflaster) besteht demgegenĂŒber aus sehr kurzen Abschnitten, die senkrecht stehend aneinander und mit dem Unterboden verleimt werden, so dass die kleinteilige OberflĂ€che des Fußbodens die Jahresringe zeigt.

Allgemeines

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Ein traditioneller Parkettboden ist deutlich teurer als ein Laminatboden, die OberflĂ€che kann aber durch Abschleifen und eine neue Behandlung mehrfach vollstĂ€ndig erneuert werden, was bei Laminat nicht und bei Mehrschichtparkett nur eingeschrĂ€nkt möglich ist. In historischen GebĂ€uden ĂŒberdauern gepflegte Holz- und Parkettböden ĂŒber Jahrhunderte.

Holzfußböden werden traditionell geölt, mit Wachsen gebohnert oder geseift. Eine Lackierung hat den Vorteil, dass sich der natĂŒrliche Farbton des Holzes wenig verĂ€ndert, das Holz nur wenig nachdunkelt und vor Flecken und Verschmutzung geschĂŒtzt wird. Empfindlich sind lackierte Fußböden in der Regel gegenĂŒber hĂ€ufiger Feuchtebelastung. Geölt werden sollte der Fußboden daher in FeuchtrĂ€umen, Badezimmern und Eingangsbereichen, in die Matsch und Schnee aus dem Außenbereich eingetragen werden. Das Öl imprĂ€gniert das Holz und erlaubt in gewissem Maße die Austrocknung der im Fugenbereich eingedrungenen Feuchtigkeit.

Geschichte und Architekturgeschichte

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Die frĂŒhste nachweisliche Verwendung von Parkettboden findet sich im europĂ€ischen Mittelalter.[1] Große Verbreitung fand kunstvoll gefertigtes Parkett in den HĂ€usern der Wohlhabenden in Frankreich im 16. Jahrhundert.[2][3]

In den Vereinigten Staaten erhielt am 4. September 1883 der Grammophon-Erfinder Emil Berliner ein Patent auf einen nach seiner Idee konzipierten Parkettboden.[4]

Material

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Vom Parkett zu unterscheiden ist ein Laminatbelag. LaminatbelĂ€ge bestehen aus Holzfaserstoffen (MDF oder HDF) als TrĂ€germaterial, das mit Melaminharz beschichtet wird. Im transparenten Harz wird eine Papierlage eingebettet, die zuvor mit einem dekorativen Muster bedruckt wurde. HĂ€ufig werden HolzoberflĂ€chen als Dekorschicht gewĂ€hlt. Die Verlegung der Laminatböden erfolgt in Ă€hnlicher Art wie Mehrschichtparkett, indem die Kanten der Paneele ineinander gehakt werden. Die KunststoffoberflĂ€che ist feuchtigkeitsunempfindlich, jedoch kann Feuchtigkeit in die Fugen eindringen. Wird der Fußboden allzu nass gereinigt, kann der Fugenbereich aufquellen.[5]

Der HÀrtegrad von Parkettböden wird im Allgemeinen in Brinell angegeben und oft nach dem Janka-HÀrte-Test bestimmt.

Holz

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Traditionell werden in Europa vorwiegend Eiche und Buche zu Parkett verarbeitet. Seltener werden Ahorn, Kirsche, Nussbaum, Robinie, Ulme (RĂŒster), Hainbuche, Apfel, Birnbaum oder Edelkastanie verwendet. AußereuropĂ€ische Holzarten fĂŒr Parkett sind etwa Teak, Palisander, Milicia, Afzelia (Doussie), Jatoba, Eukalyptus und Bongossi.

Bei Mehrschichtparkett kommen als TrÀger auch Holzwerkstoffe zum Einsatz.

Bambus

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Seit Mitte der 1990er Jahre werden auch ParkettstĂ€be aus Bambus eingesetzt. Bambus ist kein Holz im engeren Sinne, sondern ein verholztes Gras. Parkett aus dem schnellwachsenden Bambus ist preiswerter als Holzparkett, hat je nach QualitĂ€t der Verleimung bei stĂ€rkerer Belastung aber eine teilweise geringere Lebenserwartung. Die HĂ€rte, Feuchtigkeitstoleranz und Schimmelresistenz sind im Allgemeinen etwas höher als bei Holz. Einige Produkte bleichen in starkem Sonnenlicht aus. Moso-Bambus ist hĂ€rter als viele Holzsorten (z. B. Ahorn, Eiche). NatĂŒrlich gefĂ€rbter Bambus ist hĂ€rter als kĂŒnstlich gedunkelter (carbonized, carmelized).[6][7][8] Genau wie Holzparkett ist Bambus empfindlich gegen Feuchtigkeitseinwirkung, sodass ein allzu nasses Wischen zu vermeiden ist.[9]

Da die WandstĂ€rke von Bambusrohr relativ gering ist, werden dĂŒnne StĂ€bchen aus dem Rohr geschnitten. Diese werden von der grĂŒnen Außenschicht befreit, in BorsĂ€ure gekocht, um StĂ€rke zu entfernen und das Material widerstandsfĂ€higer zu machen und schließlich maschinell getrocknet. Die StĂ€bchen können durch eine Dampfbehandlung nachgedunkelt werden. Bei massiven ParkettstĂ€ben und bei Mehrschichtparkett werden die BambusstĂ€bchen dann nebeneinander gelegt und unter Klebstoffzugabe, Druck und Hitze miteinander verbunden. Oft sind im Klebstoff geringe Mengen Formaldehyd enthalten.[10] Die fertigen ParkettstĂ€be können durch Beizen eingefĂ€rbt werden.

  • Solid Bamboo – die billigste Art von Bambusparkett – ist aus getrockneten Bambusstreifen gemacht, die entweder horizontal oder vertikal neu zusammengelegt, verklebt und dann zu Brettern verpresst werden.[11] Die aufrecht stehend verleimten StĂ€bchen ergeben eine gestreifte und lebhaftere OberflĂ€che, wĂ€hrend bei horizontaler Lage der StĂ€bchen das Erscheinungsbild gleichmĂ€ĂŸiger ist und die eigentliche OberflĂ€chenstruktur des Bambus erkennbar bleibt.[7]
  • Die SichtflĂ€che von Mehrschichtparkett (engl. engineered bamboo) besteht aus einer Furnierschicht aus zusammengeleimten Bambusstreifen von 1 bis 2 Millimetern StĂ€rke, die auf Holz oder Holzwerkstoffplatten aufgeklebt wird.[11] WĂ€hrend massive ParkettstĂ€be ebenso wie das strand woven Material in der Regel mit einfachen Nut-und-Feder-Verbindung versehen werden, sind Nut und Feder bei Mehrschichtparkett so geformt, dass es wie Laminatboden beim Verlegen zusammengeklickt werden kann.[7]
  • Zur Herstellung von Strand Woven Bamboo (Stranded Bamboo, Fossilized Bamboo) wird das Ausgangsmaterial nicht in StĂ€bchen geschnitten, sondern Ă€hnlich wie bei der Papierherstellung zerfasert. Die aufbereiteten Fasern werden zusammen mit Bindemittel in Blöcke gepresst, die anschließend zu ParkettstĂ€ben aufgeschnitten werden.

Das fertige Produkt erinnert meist nicht mehr an Bambus, sondern sieht je nach Verarbeitung wie Holz oder meliertes Fantasieholz aus und ist aufgrund des erhöhten Klebstoffanteils sehr hart und robust. Die OberflÀche braucht nicht versiegelt zu werden. Bei Bedarf kann das Parkett wie Holzparkett abgeschliffen werden.[8] Stranded Woven Bamboo enthÀlt meist Phenolformaldehyd, das als weniger giftig gilt als Formaldehyd.[10]

  • Parkett aus modifiziertem Bambus auf zwei Ebenen im Raum verlegt
    Parkett aus modifiziertem Bambus auf zwei Ebenen im Raum verlegt
  • ParkettstĂ€be aus horizontal verleimten StĂ€bchen
    ParkettstÀbe aus horizontal verleimten StÀbchen
  • Bambusparkett kann Holzparkett sehr Ă€hnlich sehen.
    Bambusparkett kann Holzparkett sehr Àhnlich sehen.
  • Bambusparkett mit deutlicher Maserung
    Bambusparkett mit deutlicher Maserung
  • Drei Sorten von Engineered Bamboo, darunter Strand Woven Bamboo
    Drei Sorten von Engineered Bamboo, darunter Strand Woven Bamboo

Arten von Parkett

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Massivparkett

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Massivparkett besteht aus MassivholzstĂŒcken; mehrere AusfĂŒhrungsarten werden unterschieden:
Massivparkett wird ĂŒblicherweise roh verlegt und dann mit der Parkettschleifmaschine in mehreren SchleifgĂ€ngen abgeschliffen. Anschließend erfolgt die OberflĂ€chenbehandlung mit Parkettlack, Fußbodenöl oder Wachs. Die fortschreitende technische Entwicklung fĂŒhrte zur Herstellung von kalibriertem Massivparkett mit bereits werkseitig aufgebrachten OberflĂ€chenbehandlungen. GegenwĂ€rtig ist Massivparkett auch als Fertigparkett von einigen Herstellern erhĂ€ltlich. Hierbei entfĂ€llt das Schleifen und Endbehandeln auf der Baustelle.

Massivparkett, insbesondere Mosaik-, Hochkantlamellen- und Lamparkett, aber auch Holzpflaster, wurden in den 1930er bis in die spĂ€ten 1970er Jahre mit teer- oder bitumenhaltigen Klebern auf Faserplatten sowie Zement- oder Asphaltestrich verklebt. Im Ausland sowie im gewerblichen Bereich wird dies teilweise heute noch praktiziert. Diese Kleber haben eine schwarze Farbe. Speziell Produkte aus Steinkohlenteer können mit krebserzeugenden PAK (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) belastet sein.[12] Die flĂŒchtigen PAK können ĂŒber die Fugen im Parkett in die Raumluft und in den Hausstaub gelangen. Besonders kleine Kinder sind gefĂ€hrdet, wenn sie auf dem Fußboden spielen und aufgewirbelten Staub einatmen.[13]

Stabparkett (Massivparkett)

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Stabparkett besteht aus einzelnen HolzstĂŒcken (StĂ€ben); traditionell meist in den Abmessungen von 400–500 mm Ă— 60–80 mm Ă— 22 mm. Es gibt aber auch dĂŒnnere ParkettstĂ€be und StĂ€be mit 2- oder mehrschichtigem Aufbau (Stab-Fertigparkett). In die Seiten ist eine umlaufende Nut gefrĂ€st, in die eine Feder genannte Holzleiste gesteckt wird, wodurch der Verbund zwischen den einzelnen Brettchen hergestellt wird. Diese Form des Parketts ist die klassische Form. Sie wird auf den tragenden Unterboden aus Holz genagelt, und zwar von der Seite schrĂ€g durch die Feder, so dass der Nagel durch den benachbarten Parkettstab verdeckt wird. Eine andere Bezeichnung fĂŒr diese Parkettart lautet Nagelparkett (Norm E DIN EN 13226). ParkettstĂ€be mit fester angehobelter Nut beziehungsweise Feder werden auch als Parkettriemen bezeichnet. Inzwischen werden ParkettstĂ€be hĂ€ufig auch auf den Untergrund geklebt, wodurch bei einer Fußbodenheizung ein etwas besserer WĂ€rmeĂŒbergang erreicht wird.

Mosaikparkett (Massivparkett)

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Mosaikparkett besteht aus kleineren und vor allem dĂŒnneren Holzlamellen mit 8 bis 10 mm StĂ€rke, in der Regel auf Netz geklebt. StandardmĂ€ĂŸig werden quadratische Lamellen mit einer KantenlĂ€nge von 12 oder 16 cm verlegt. Das unbehandelt gelieferte Parkett wird nach dem Verkleben mit dem Untergrund geschliffen und die OberflĂ€che lackiert oder geölt/gewachst. Seine geringe Aufbauhöhe ist ein großer Vorteil bei einer Fußbodenheizung, da der WĂ€rmedurchgang wenig behindert wird. Auch wenn ein anderer Bodenbelag durch Parkett ersetzt werden soll, ist die geringe Dicke des Mosaikparketts von Vorteil. Die gĂ€ngigsten Verlegemuster sind WĂŒrfelverband, Parallelverband und englischer Verband.

Mosaikparkett wurde bis in die frĂŒhen 60er Jahre teilweise unter Verwendung von PAK-haltigen Klebern verlegt.[13]

Lamparkett (Massivparkett)

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Lamparkett ist dem Stabparkett in seiner StablĂ€nge von 120 bis 400 mm und Stabbreite von 40 bis 65 mm Ă€hnlich, jedoch ist es nur 10–11 mm stark. Die Verlegung und die Eigenschaften Ă€hneln dem Mosaikparkett (Norm: Vollholzlamparkett nach E DIN 13227). Es trĂ€gt auch die Beinamen DĂŒnnparkett oder DĂŒnnstab.

Hochkantlamellenparkett (Massivparkett)

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Hochkantlamellenparkett

Hochkantlamellenparkett (HKL) besteht wie das Mosaikparkett aus einzelnen Vollholzlamellen mit einem Querschnitt von meist ca. 8 mm Ă— 22 mm. Dieses Parkett ist ein sogenanntes Restprodukt aus der Mosaikparkett-Produktion. Die einzelnen Lamellen werden hochkant angeordnet und durch Papierstreifen, Kunststoffnetze oder KlebebĂ€nder in Verlegeeinheiten zusammengehalten. Durch die grĂ¶ĂŸere StĂ€rke von 22 mm kann das Parkett hĂ€ufiger geschliffen werden und wird deshalb vorwiegend im gewerblichen Bereich verwendet. Es trĂ€gt daher auch den Beinamen Industrieparkett. Hochkantlamellenparkett findet wegen seiner beliebten Optik als Designboden in letzter Zeit vermehrt auch im Wohnbereich und in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Museen oder Ausstellungszentren Verwendung. Heutzutage wird auch immer hĂ€ufiger Hochkantlamellenparkett in der StĂ€rke 10 mm verwendet, seltener auch 16 mm.

Parkettdiele

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Massive ParkettstĂ€be werden zu einer Diele verleimt. Üblich sind zwei oder drei parallele Stabreihen. Die Bretter sind meistens 2–3 Meter lang.

Massivdiele

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Massivholzdielen bestehen aus einem StĂŒck Holz (massiv) und haben ein großflĂ€chiges Format (min. 12 cm breit und 1,20 m lang). Wenn sie zur Fixierung auf Unterkonstruktion vorgesehen sind, betrĂ€gt die StĂ€rke meist 21 mm, ist aber auch schwĂ€cher, wenn zur flĂ€chigen Verklebung vorgesehen.

Tafelparkett

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AufwÀndiges dekoratives Tafelparkett

Tafelparkett heißt auch französisches Parkett und wird als die „Königin unter den Parkettfußböden“ gesehen. Geometrische Muster werden zu quadratischen Tafeln verleimt, etwa Rauten und Sterne derart, dass sich weitere komplexe Muster ergeben. HĂ€ufig werden verschiedenfarbige Hölzer verarbeitet. Bei der Gestaltung des Bodens wird die spĂ€tere Nutzung des Raumes berĂŒcksichtigt. HĂ€ufig wird ein Tafelparkett-Boden mit einem umlaufenden Fries verlegt.

Mehrschichtparkett

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Siehe auch: Fertigparkett

Das Patent fĂŒr das Mehrschichtparkett stammt aus dem Jahr 1939 von Johann KĂ€hr (Lamellenplatte).[14] 1941 fĂŒhrte das Unternehmen KĂ€hrs das weltweit erste „Fertigparkett“ ein. Es hat auf Grund seines 3-schichtigen Aufbaus eine höhere Verwerfungsfestigkeit und kann deshalb auch lose, ohne vollflĂ€chige Verklebung, oft in einem Klick-System auf eine Unterlagsmatte verlegt werden. Es kann aber auch problemlos ohne Unterlagsmatte fest verklebt werden, dadurch werden die Lebensdauer und das Raumschallverhalten (durch Begehen, Fallenlassen von GegenstĂ€nden etc.) deutlich verbessert, hingegen verschlechtert sich das Trittschallverhalten (Schall in untenliegenden und angrenzenden RĂ€umen). Je nach akustischer Anforderung kann das Verkleben daher mehr oder weniger zu empfehlen sein.

Bei den Klicksystemen unterscheidet man „kraftschließende“ und „formschließende“ Systeme. Bei den kraftschließenden Systemen erfolgt die Verbindung der Dielen durch die Überwindung eines Widerstands, der nachher die Dielen zusammenhĂ€lt, z. B. ein kleiner Vorsprung im Holz. HĂ€ufig mĂŒssen bei diesem Verfahren die Dielen vertikal eingeklopft werden. Der Nachteil des Systems ist, dass vielfach noch geleimt werden muss oder die kleinen VorsprĂŒnge sich abnutzen, was zu hĂ€sslichen Fugen fĂŒhrt. Das formschließende System (Woodloc, lock-it, smart-lock usw.) ist ein Winkelsystem. Hier werden die Dielen in eine CNC-gefrĂ€ste Form von oben eingewinkelt.

Die sichtbare OberflĂ€chenschicht aus der jeweils prĂ€genden Holzart ist hier oft nur noch 2 bis 4 mm dick und auf einer oder mehreren TrĂ€gerschichten aus billigerem Nadelholz oder auf eine TrĂ€gerplatte aus Holzwerkstoff geklebt. Bei den Mehrschichtern hĂ€ngt die Belastbarkeit nicht nur von der Holzart, sondern auch vom Gesamtaufbau, von der StĂ€rke der Nutzschicht und von Art und GĂŒte der Mittellage ab. Daher wird empfohlen, auf die QualitĂ€t des Materials zu achten.

Diese Platten erhalten Nut und Feder zur Verlegung, die in das Nadelholz eingearbeitet sind. Das Schleifen nach der Verlegung entfÀllt hier, da die einzelnen Elemente bereits fertig geschliffen und oberflÀchenbehandelt sind. Geringe Höhenunterschiede (< 0,1 mm) zwischen den einzelnen Elementen werden deshalb nicht ausgeglichen. Fertigparkett lÀsst sich von gewöhnlichem Parkett leicht durch Betrachten gegen das Licht unterscheiden, wobei die Einzelelemente ihre makellose GlÀtte und scharfkantige Begrenzung zeigen. Mehrschichtparkett kann auch in rohem Zustand erworben werden und dann bauseitig behandelt werden, dadurch wird die QualitÀt verbessert, und es ist kaum noch von Massivparkett zu unterscheiden.

Die Lebensdauer von schwimmend verlegtem Mehrschichtparkett ist aufgrund seiner laufenden mechanischen Belastung nicht so hoch wie bei verklebtem Parkett, weil die Kippbewegungen bei den Fugen mit der Zeit zum Eindringen von Wasser fĂŒhren können.

Entscheidend fĂŒr die QualitĂ€t von Mehrschichtparkett ist a) die QualitĂ€t des OberflĂ€chenlacks bzw. des Öles oder Wachses (denn hier findet die Belastung statt und nicht auf dem Holz), b) die QualitĂ€t der Dielenverbindung und c) die Verwendung hochwertiger Techniken (z. B. keine „Briefmarken“, stehende Jahresringe, Lamellenseitenverleimung).

Als Variante des Mehrschichtparkettes gibt es, neben dem Dreischichtparkett, auch Zweischichtparkett. Das erste 2-Schicht-Fertigparkett wurde 1975 vom Schweizer Unternehmen Bauwerk Parkett vorgestellt. Das erste 1-Stab-2-Schicht-Fertigparkett wurde in den 1980er-Jahren von diesem Hersteller und vom italienischen Unternehmen Margaritelli entwickelt, beide Unternehmen lieferten einander um die Patentrechte einen jahrelangen Rechtsstreit. Diese Parkettart muss vollflĂ€chig auf dem Untergrund verklebt werden, was die Lebensdauer wieder durchaus erhöhen und den Raumschall entscheidend verbessern kann. Zweischichtparkett gibt es als klassischen Einzelstab (ca. 490 Ă— 70 mm), Schiffsböden und Landhausdielen (LĂ€ngen und Breiten unterschiedlich).

Normen fĂŒr Holzfußböden

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FĂŒr Parkett und andere Holzfußböden gelten in Europa harmonisierte Produktnormen. Die Norm DIN EN 14342:2013 „Holzfußböden und Parkett – Eigenschaften, Bewertung der KonformitĂ€t und Kennzeichnung“ definiert die maßgeblichen Produkteigenschaften, PrĂŒfverfahren und Anforderungen fĂŒr die CE-Kennzeichnung von Holzfußböden.[15]

FĂŒr Mehrschichtparkett sind die spezifischen Merkmale, Anforderungen und PrĂŒfmethoden in der Norm DIN EN 13489:2023 „Holzfußböden und Parkett – Mehrschichtparkettelemente“ festgelegt.[16]

Verlegung

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Traditionell wurde Parkett auf einen Blindboden aus Dielen verlegt und schrĂ€g durch die Feder hindurch vernagelt. Die Kante der Nut wird in der Regel angefast, damit der vorstehende Nagelkopf nicht das AneinanderfĂŒgen der Parkettriemen behindert. Bei ParkettstĂ€ben mit umlaufender Nut und lose eingelegten Federn werden die NĂ€gel schrĂ€g in die Nut geschlagen. Bei hartem und sprödem Holz wie Eiche empfiehlt es sich, die Nagellöcher vorzubohren. Dadurch vermindert sich auch die Neigung zum Knarzen des Parketts, das insbesondere bei nachgiebigen Unterböden auftritt. Durch verbesserte SchraubenqualitĂ€ten kann Parkett heute auch in der Nut verschraubt werden (z. B. mit 3,5 × 35 mm Spanplattenschrauben oder Hartholzschrauben mit kleinem Kopf). Um eine Vertiefung fĂŒr den Schraubenkopf zu schaffen, kann mit einem Bohrer mit angeformtem Senker vorgebohrt werden.

Es ist ĂŒblich, die Fugen zwischen den ParkettstĂ€ben mit einem Fugenkitt zu verspachteln. Dadurch verringert sich die FlĂŒssigkeitsmenge, die das Holz aufnimmt, wenn Feuchtigkeit auf den Boden gelangt. Das beim Abschleifen des Fußbodens entstehende Holzmehl wird mit einem als Holzkittlösung bezeichneten Bindemittel vermischt und anschließend mit einem Spachtel ĂŒber dem Parkett verstrichen. Nach dem Antrocknen wird die auf der OberflĂ€che verbleibende Masse durch ein erneutes Abschleifen des Bodens entfernt.

Verlegemuster

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Das Verlegemuster und dessen Orientierung haben erheblichen Einfluss auf die Raumwirkung. So wirken etwa schmale RĂ€ume, in denen das Parkett parallel zur langen Wand verlegt ist, noch schmaler („kegelbahnartig“), wĂ€hrend der Raum durch eine Verlegung parallel zur kurzen Wand visuell etwas „verbreitert“ wird.[17][18]

Parallel-Verband: StÀbe gleicher Breite werden in parallelen Reihen verlegt.
  • Schiffsboden-Verband, auch Wilder Verband: Ungleich lange StĂ€be werden mit versetzten StĂ¶ĂŸen verlegt, wie die Beplankung auf einem Schiffsdeck.
  • Englischer Verband: Gleich lange StĂ€be werden um die HĂ€lfte versetzt verlegt.
  • Oxford-Verband: Gleich lange StĂ€be werden um ein Drittel versetzt verlegt.
  • Altdeutscher Verband: Jeweils zwei gleich lange StĂ€be liegen auf gleicher Höhe nebeneinander. Zwischen den KopfstĂ¶ĂŸen eines jeden Stabpaars liegt ein kurzer Stab quer. Die so entstehenden Doppelreihen liegen zueinander jeweils um die HĂ€lfte versetzt. Ein Flechtmuster entsteht.
Flechtboden: Mehrere gleich lange StÀbe liegen auf gleicher Höhe nebeneinander. Die umgebenden Stabpakete sind jeweils um 90° verdreht, wodurch eine Flechtoptik entsteht.
  • Flechtboden mit WĂŒrfel: Die Stabpakete sind weniger breit als hoch. Die beim Verlegen verbleibenden Leerstellen werden mit einem quadratischen ParkettstĂŒck aufgefĂŒllt. Siehe Abb.
  • WĂŒrfel-Verband, auch Tafelmuster: Die StĂ€be werden zu Quadraten zusammengefĂŒgt (Schachbrettmuster), die beim Verlegen abwechselnd um 90° verdreht werden (Flechtmuster). Die LĂ€nge eines Stabes muss ein natĂŒrliches Vielfaches seiner Breite sein, z. B. 49 × 7 cm.
Nahaufnahme eines Parkettbodens FischgrĂ€t: Klassisches Verlegemuster mit interessantem Lichtspiel. Gut fĂŒr große RĂ€ume geeignet.
  • Französisches FischgrĂ€t: Die ParkettstĂ€be sind an den Kopfseiten um meist 30° oder 45° abgeschrĂ€gt. Wenn zwischen den Zopfreihen eine Reihe StĂ€be lĂ€ngs verlegt wird, entsteht ein Leiterboden.
Leiterboden: Eine Reihe parallel nebeneinanderliegender StÀbe wechselt sich ab mit einer quer dazu liegenden Einzelreihe.
  • Kombination mit FischgrĂ€tmuster (Abb.): Französisches FischgrĂ€t

Der mathematische Artikel Parkettierung beschĂ€ftigt sich mit dem lĂŒckenlosen AneinanderfĂŒgen von einer oder mehreren gleichen Formen.

Literatur

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  • Joachim Barth, Peter F. Fendt, Norbert Strehle: Kommentar zur DIN 18 356 Parkettarbeiten. Hamburg 2011.
  • Karl Remmert, Josef Heller et al.: Fachbuch fĂŒr Parkettleger. 3. Auflage. Hamburg 2006.

Weblinks

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Commons: Parkett â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Parkett â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  • Literatur von und ĂŒber Parkett im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Einzelnachweise

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  1. ↑ The Oldest Hardwood Floors in the World: A Short History of Hardwood Flooring. Abgerufen am 18. Juni 2022. 
  2. ↑ Where it all began: Parquet de Versailles. Abgerufen am 18. Juni 2022. 
  3. ↑ Hardwood Flooring History. Abgerufen am 18. Juni 2022. 
  4. ↑ Patent US284268A: Carpet. Angemeldet am 28. Juli 1883, veröffentlicht am 4. September 1883, Erfinder: Emile Berliner.‌
  5. ↑ Wissenswertes zu Laminat (Memento vom 23. Juli 2015 im Internet Archive). Abgerufen am 6. Mai 2015 (PDF)
  6. ↑ How is Bamboo Flooring Made. Abgerufen am 28. Februar 2020. 
  7. 1 2 3 Understanding Solid and Engineered Bamboo Flooring. Abgerufen am 28. Februar 2020. 
  8. 1 2 What Is Strand Woven Bamboo Flooring? Abgerufen am 4. MĂ€rz 2020. 
  9. ↑ Bamboo vs. Hardwood Flooring. Abgerufen am 27. Februar 2020. 
  10. 1 2 Does Bamboo Flooring Contain Formaldehyde or Other Harmful Chemicals? Abgerufen am 4. MĂ€rz 2020. 
  11. 1 2 What is the difference between solid and engineered Bamboo flooring? Abgerufen am 4. MĂ€rz 2020. 
  12. ↑ Hinweise fĂŒr die Bewertung und Maßnahmen zur Verminderung der PAK-Belastung durch Parkettböden mit Teerklebstoffen in GebĂ€uden, Fassung April 2000, mtm ingenieurgemeinschaft
  13. 1 2 Janine Wolf: PAK - Gesundheitsgefahren durch Parkettböden?, Bayerisches Landesamt fĂŒr Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
  14. ↑ Patent SE90223C1: Lamellplatta jĂ€mte förfaringssĂ€tt för framstĂ€llning av en saden platta. Angemeldet am 19. Oktober 1935, veröffentlicht am 14. September 1937, Erfinder: G. KĂ€hr.‌
  15. ↑ DIN EN 14342 - 2013-09 - DIN Media. Abgerufen am 19. Dezember 2025. 
  16. ↑ f:data GmbH: 2.000 DIN-Baunormen im Originaltext. Abgerufen am 19. Dezember 2025. 
  17. ↑ At a glance: how parquet patterns affect your room’s ambience. Abgerufen am 16. Juni 2022. 
  18. ↑ Laying of Laminate Flooring in a Long, Narrow Room. Abgerufen am 16. Juni 2022. 
Normdaten (Sachbegriff): GND: 4173361-7 (GND Explorer, lobid, OGND, AKS) | LCCN: sh85098296
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