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  1. WeltenzyklopÀdie
  2. Notitia dignitatum
Notitia dignitatum 👆 Click Here!
aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Solidus des Usurpators Johannes
Insignien des Primicerius notariorum (Westreich)
Solidus mit Abbildung Theodosius II. und Valentinians III. auf dem Revers
Insignien des Comes domesticorum equitum und des Comes domesticorum peditum und Schildzeichen der Hofarmee/Palatini (Westreich)
Insignien des Magister officiorum (Westreich)
Einheitsbezeichnungen und Schildzeichen der Truppen (Comitatenses) unter dem Kommando des Magister equitum (Westreich)
Einheitsbezeichnungen und Schildzeichen der Truppen des Magister militum per Orientem (Ostreich)
Einheitsbezeichnungen und Schildzeichen der Einheiten unter dem Kommando des Magister militum Praesentalis I (Ostreich)
RĂŒckseite des keltischen Desborough-Mirror mit aufgeprĂ€gten Spiralsymbolen
Schildzeichen der Armigeri defensores seniores (Westreich), die Darstellung eines mutmaßlich keltischen Motivs, das dem im 7. Jahrhundert entstandenen Yin-Yang-Symbol sehr Ă€hnlich war
PrÀfekturen, Diözesen und Provinzen zur Zeit der Reichsteilung von 395
Befehlshaber der Comitatenses und Limitanei im 5. Jahrhundert n. Chr.
Kommandostruktur der Ostarmee um ca. 395 n. Chr. laut der Notitia Dignitatum Orientis.[1]
Kommandostruktur der Westarmee um ca. 410–425 n. Chr. laut der Notitia Dignitatum Occidentis.[2]
Kapitelseite des Comes Britanniarum (Westreich)
Kapitelseite des Comes Africae (Westreich)
Kapitelseite des Comes per Isauriam (Ostreich)
Kapitelseite des Dux Foenicis, siehe auch Vadomar (Ostreich)
Insignien des Comes largitionum (Ostreich)
Insignien des Praefectus praetorio per Illyricum (Ostreich)
Kapitelseite des Vicarius Hispaniae (Westreich)

Die Notitia dignitatum ist ein spĂ€trömisches Staatshandbuch, das in seiner heutigen Textgestalt vermutlich zwischen 425 und 433 entstanden ist. Allerdings ist anzunehmen, dass die Aufzeichnungen im Kern auf das Jahr 395 zurĂŒckgehen bzw. auf noch Ă€ltere Quellen zurĂŒckgreifen. Der Text gewĂ€hrt einen Überblick ĂŒber die administrative Gliederung des spĂ€tantiken Römischen Reiches, die militĂ€rischen und zivilen Dienststellen sowie die Verteilung der Einheiten des Heeres in der West- und OsthĂ€lfte des Reiches. Überliefert ist sie durch mittelalterliche Handschriften. Die Notitia enthĂ€lt jedoch sehr viele nachweisbar veraltete bzw. ungenaue Angaben und wird in der Forschung als höchst problematische Quelle eingestuft.[3]

Überlieferungsgeschichte

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Die Notitia dignitatum wurde nur in einer einzigen Handschrift der Bibliothek des Speyerer Domstifts ĂŒberliefert. Dieser sogenannte Codex Spirensis aus dem 9. oder 10. Jahrhundert war ein Sammelband mit Abschriften von rund einem Dutzend antiken und zwei frĂŒhmittelalterlichen Werken zur Geographie, Verkehrs- und Verwaltungsgeschichte. Mehrere davon enthielten Miniaturen, die auf spĂ€tantike Illustrationen zurĂŒckgingen. Die beiden umfangreichsten Werke waren:

  • die Notitia dignitatum, und
  • das Itinerarium Antonini, ein Straßenverzeichnis aus der Zeit Kaiser Caracallas.

Der Codex Spirensis wurde zunĂ€chst wĂ€hrend des Konzils von Basel (1431–1437) von italienischen Humanisten entdeckt, geriet danach aber wieder in Vergessenheit, bis ihn Beatus Rhenanus um 1525 in der Speyerer Dombibliothek wiederfand. Er ging um 1672 endgĂŒltig verloren, allerdings blieben vier Abschriften erhalten, diese befinden sich heute in:

  • Oxford (Bodleian Library, Ms. Canon. Misc. lat. 378), entstanden um 1440;
  • Paris (BibliothĂšque nationale de France, lat. 9661), entstanden etwa zur selben Zeit;
  • Trient (Biblioteca Comunale, W 3103), entstanden um 1484 (ohne Abbildungen) und
  • MĂŒnchen (Bayerische Staatsbibliothek, Clm 10291), um 1542 fĂŒr Pfalzgraf Ottheinrich angefertigt.

Die maßgebliche Ausgabe der Notitia dignitatum wurde 1876 von Otto Seeck publiziert.

Bezeichnung

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Der Name leitet sich aus dem Textanfang des Dokumentes ab: Notitia dignitatum continet omnium tam civilium quam militarium dignitatum utriusque imperii occidentis orientisque („Aufzeichnung der WĂŒrdentrĂ€ger, enthĂ€lt alle WĂŒrdentrĂ€ger, sowohl die zivilen als auch die militĂ€rischen, des westlichen und des östlichen Reiches“).

Die vielgliedrige Struktur des spĂ€trömischen Heeres spiegelte sich auch in den Einheitsbezeichnungen wider. Die klassischen Legionen fĂŒhrten ihre Beinamen teilweise weiter, hinzu kamen noch – meist unter den Tetrarchen Diokletian und Maximian – neu aufgestellte Legionen. Ein Teil von ihnen wurden nach

  • altrömischen Göttern (Herculii, Martii, Solenses, Dianenses, Minervii),
  • Kaiserdynastien (Constantiani, Jovii, Valentiniani, Theodosiani),
  • germanischen oder asiatischen Stammesformationen (Alamanni, Batavi, Franci; Brisigavi, Persae, Transtigrani),
  • Ethnien (Gentiles, Alpini),
  • AusrĂŒstung (Lancearii, Sagittarii, Funditores, Balistari, Clibanari, Cornutti, Cetrati, Scutari, Tubantes, Dromedarii), oder
  • SpezialkrĂ€ften bzw. deren Eigenschaften (Exploratores, Defensores, Victores, Vindices, Tonantes, Feroces, Musculari Leones) benannt.

Entstehung und Zweckbestimmung

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In der Forschung umstritten sind EntstehungsumstĂ€nde und Zweck der Notitia dignitatum. Man ist sich weitgehend nur darin einig, dass ihr Ost-Teil in der heute noch existierenden Fassung wohl zwischen den Jahren 394–396 (etwa die Zeit des Todes von Kaiser Theodosius I.) entstand. Die östliche Notitia hat dann wahrscheinlich als Modell fĂŒr die Abfassung ihres westlichen Teils gedient. Die spĂ€teren ErgĂ€nzungen fĂŒr die WesthĂ€lfte des Reiches datieren bis in die Jahre zwischen 420 und 430, wobei diese nicht einheitlich und vollstĂ€ndig sind. Anscheinend wurde versucht, so die West-Notitia zu aktualisieren, was aber offenbar nur unvollstĂ€ndig gelang. Die Truppenliste West gibt daher unterschiedliche ZustĂ€nde bezĂŒglich der Armee wieder, wie sie zu verschiedenen Zeiten Ende des 4. und Anfang des 5. Jahrhunderts, nach den MilitĂ€rreformen von Diokletian (285–305) und Konstantin I. (306–337). bestanden haben könnten. Dieses Dokument (die frĂŒheste vollstĂ€ndig illustrierte Kopie der verlorenen Originaldaten stammt aus dem Jahr 1542) ist aber unvollstĂ€ndig und stellenweise auch sehr schwer zu interpretieren. Die im Mittelalter kopierte Version stammt ursprĂŒnglich wohl aus Westrom, da die OsthĂ€lfte offensichtlich nicht ĂŒberarbeitet worden ist. Nachweislich sind in der Notitia noch Garnisonseinheiten und Lager aufgelistet, die zur Jahrhundertwende nicht mehr existiert haben. Auf der anderen Seite wurden wiederum Kastelle, die im spĂ€ten 4. Jahrhundert noch mit regulĂ€ren Truppen besetzt waren, nicht angefĂŒhrt. Einige der Ortsnamen konnten auch archĂ€ologisch nicht nachgewiesen werden.[4]

Die Notitia wurde vom primicerius notariorum, dem ersten Notar des Reiches, gefĂŒhrt und aufbewahrt. Zu dessen Aufgabe zĂ€hlte es unter anderem, Ernennungsurkunden fĂŒr die höchsten Beamten und MilitĂ€rs (codicilli) auszustellen. Bei Änderungen der bĂŒrokratischen und militĂ€rischen Strukturen im Reich wurden von ihm die dafĂŒr nötigen Korrekturen vorgenommen.[5] Nach dem Tod des Flavius Honorius im August des Jahres 423 wurde im Herbst desselben Jahres mit Hilfe des Flavius AĂ«tius fĂŒr einige Monate ein gewisser Johannes neuer Kaiser im Westen. Johannes hatte, als einziger der Imperatoren vor und nach ihm, zuvor das Amt des primicerius notariorum innegehabt, also jenes, das unter anderem auch fĂŒr die Truppenlisten und die Ernennungsschreiben der MilitĂ€rbefehlshaber zustĂ€ndig war. Zu diesem Beamten auf dem Kaiserthron wĂŒrde die Notitia dignitatum gut passen. So bleibt die Vermutung, dass sie in ihrer (fĂŒr den Westen) letztmals aktualisierten Fassung als Geschenk fĂŒr Johannes anlĂ€sslich seiner Thronbesteigung am 20. November 423 dienen sollte, doch ist diese vor allem von Ralf Scharf vertretene These in der Forschung umstritten und letztlich auch kaum zu beweisen. Da die Notitia dignitatum in ihrer vorliegenden Form ein Dokument der Einheit von Ostrom und Westrom darstellt, ist auch ein Zusammenhang mit der Einsetzung des Kaisers Valentinian III. (425 bis 455) durch den Ostkaiser Theodosius II. denkbar, da unter diesen beiden blutsverwandten Herrschern die Zusammengehörigkeit beider ReichshĂ€lften wieder stĂ€rker in den Vordergrund trat. So hat Gianfranco Purpura 1992 vorgeschlagen, die Notitia dignitatum als Geschenk des Theodosius II. an seinen jungen Vetter und Kaiserkollegen zu dessen 10. Geburtstag anzusehen; und Peter Brennan meinte 1996 sogar, den PrĂ€torianerprĂ€fekten Macrobius Ambrosius Theodosius als Verfasser identifiziert zu haben.

Zusammensetzung und Inhalt

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Das Werk setzt sich aus den notitiae dignitatum tam civilium quam militarium in partibus orientis bzw. occidentis, also zwei Verzeichnissen aller zivilen und militĂ€rischen WĂŒrden des west- bzw. oströmischen Reichsteils, zusammen. Diese beiden Teildokumente können als eine Art administratives Nachschlagewerk in modernem Sinne angesehen werden, das dem Leser einen Einblick in die Organisation und Hierarchie der zivilen und militĂ€rischen Dienststellen gewĂ€hrt. In den einzelnen Kapiteln werden die Titel des Beamten, sein ZustĂ€ndigkeitsbereich, sein Verwaltungspersonal sowie bei den MilitĂ€rs auch die Einheiten und Standorte genannt. Die AufzĂ€hlung erfolgt gemĂ€ĂŸ dem Rang des jeweiligen Amtes innerhalb der Hofgesellschaft und nach einem geografischen Prinzip.

Die Notitia ist reich illustriert und zeigt unter anderem die Schildmuster der einzelnen militĂ€rischen Einheiten sowie stilisierte Ansichten von StĂ€dten und Kastellen. Die vier bekannten und erhaltenen mittelalterlichen Abschriften geben auch die reichhaltigen farbigen Abbildungen wieder, die wahrscheinlich weitgehend denen des Originals entsprechen, aber aufgrund von MissverstĂ€ndnissen wohl auch einige Fehler und Anachronismen enthalten. Als Quelle fĂŒr die SpĂ€tantike ist vor allem der Text von großem Wert, auch wenn noch viele Details umstritten sind – unter anderem hat man den Umstand, dass auch Britannien noch aufgelistet wird, als Hinweis darauf verstehen wollen, dass die Römer die Insel auch nach Abzug der Feldarmee und der hohen Verwaltungsbeamten, um das Jahr 410, noch als Teil des Imperiums betrachtet haben.

Kapitelaufbau

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Die Notitia dignitatum umfasst 90 Kapitel mit je einer Bildtafel und pro Bildtafel zwischen fĂŒnf und zwanzig in ihnen abgebildeten Objekten. Hinzu kommen etwa 3600 Textzeilen zur AufzĂ€hlung von Ämtern und MilitĂ€reinheiten. Bei den Tafeln der Grenztruppenkommandeure (Dux / Comes) ist die obere linke Ecke u. a. fĂŒr die Angabe ihres Titels comes primi ordinis reserviert. Der nur in KĂŒrzeln angegebene Text lautet:

„[Fl]oreas [int]er [ali]os [com]ites [ord]inis [pr]imi“ – „Mögest Du aufblĂŒhen unter den Gefolgsleuten ersten Ranges.“

Dieser Text steht innerhalb einer weißen Tafel, die in manchen Abbildungen als buchĂ€hnliches Insigne dargestellt wird. Solche Textfelder finden sich ausschließlich in den Kapiteln der viri spectabiles, derjenigen Amtsinhaber, die ab 364 zur mittleren senatorischen Rangklasse zĂ€hlten. Sie sind stets mit einer Schriftrolle kombiniert die als Symbol des kaiserlichen Ernennungsschreibens dient, das anlĂ€sslich seiner Einsetzungszeremonie an den Amtsinhaber ĂŒbergeben wurde. Die Bildtafeln beinhalten in weiterer Folge die Garnisonsorte der Truppen des jeweiligen dux, die durch stark stilisierte StĂ€dte- bzw. Festungsdarstellungen angegeben sind, unter denen der dazugehörige Ortsname steht. Die dreizehn sechseckigen Vignetten in der Abbildung des Dux Foenicis als Symbole fĂŒr seine von ihm kontrollierten Garnisonen geben allerdings nur einen standardisierten Bildtyp eines Kastells oder einer befestigten Stadt wieder. Durch die unterschiedliche Zahl von TĂŒrmen und Toren sowie die wechselnde Farbgebung sollte wohl eine gewisse Abwechslung erzeugt werden. Es war nicht Absicht, hier ein bestimmtes Kastell oder eine Art Rangordnung wiederzugeben.

Der Kapiteltext beginnt immer mit der Formel:

„sub dispositione viri spectabilis“ – „Zur VerfĂŒgung des hoch angesehenen dux / comes von 
“.

Die Truppenlisten entsprechen in ihrem Aufbau dem ĂŒblichen Schema der Notitia: Zuerst wird der Rang des befehlshabenden Offiziers genannt, dann der Name seiner Einheit und abschließend deren Garnisonsstandort. Nach den Truppenabteilungen werden die Beamten des Verwaltungsstabs angefĂŒhrt.

Definition der Abbildungen

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Die verschiedenen Illustratoren des Manuskripts haben versucht, die spĂ€trömischen Insignien möglichst exakt wiederzugeben, wie der Vergleich mit antiken Abbildungen zeigt, doch gestatteten sie sich bei der Darstellung dekorativer Details – wie etwa der Kleidung – offensichtlich einige Freiheiten; zudem interpretierten sie wohl einige der spĂ€trömischen AbkĂŒrzungen falsch. Die Insignien der hohen Beamten werden als ein Ensemble von Kodizillen dargestellt – goldverbrĂ€mte Ernennungsurkunden in Elfenbeinrahmen mit dem kaiserlichen PortrĂ€t – oder als Buch mit heraldischer Bemalung auf dem Buchdeckel zusammen mit Schriftrollen. Die Kodizille – und manchmal auch die BĂŒcher – sind auf einem Tisch mit gemustertem Überwurf angeordnet. In manchen FĂ€llen steht dort auch eine geschnitzte ElfenbeinsĂ€ule auf einem Dreifuß. Sie stellt das zeremonielle Schreibzeug dar und soll die richterliche Gewalt symbolisieren.

Jede spĂ€trömische MilitĂ€reinheit fĂŒhrte ein eigenes Schildzeichen; einige von ihnen wurden in der Notitia ĂŒberliefert, es sind ĂŒberwiegend kreisförmige Farbteilungen, doch begegnet man dort auch runenĂ€hnliche Symbolen und FrĂŒhformen von Wappenemblemen wie Drache, Schlange, Wolf, Löwe, Adler, Stier, Rabe, zweiköpfige (zoomorphe) Motive, Sonne, Sterne, Blume, Kreuz, Rad, KrĂ€nze, Victorien, Menschen, Köpfe und Zwillingsdarstellungen (vermutlich Abbilder von Kaisern). In der Notitia sind auch mehrere Varianten eines Schildmusters dargestellt, die dem fernöstlichen Yin und Yang Symbol verblĂŒffend Ă€hnlich sehen. Vermutlich gehen sie auf ein keltisches Symbol zurĂŒck, zu sehen unter anderem auf dem sogenannten Desborough-Mirror, einem Bronzespiegel aus den Jahren zwischen 50 vor und 50 nach Chr., gefunden 1908 in Northamptonshire, England. Derartige Spiralsymbole sind ein hĂ€ufig vorkommender Bestandteil der frĂŒhkeltischen Kunst, besonders auf den britischen Inseln.[6]

Heereslisten

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Die bedeutendsten und weitreichendsten Impulse fĂŒr die Entwicklung der Armee brachten die Reichsreformen unter Diokletian und Konstantin I. mit sich. In der mittleren Kaiserzeit und der Ära der Soldatenkaiser war noch die klassische Aufteilung in Legionen und Auxiliartruppen Usus, danach entwickelte sich neben VerĂ€nderungen in den Kommandostrukturen, der AusrĂŒstung und der MilitĂ€rstrategie spĂ€testens Anfang des 4. Jahrhunderts die neue Einteilung der Armee in ein Grenzheer (limitanei/ripenses), dem Bewegungsheer (comitatenses) und Gardetruppen (palatini) mit jeweils neuen Einheitsbezeichnungen. Diese Entwicklung erstreckte sich ĂŒber das gesamte 4. Jahrhundert, die Truppenliste der Notitia Dignitatum ist somit als Endpunkt eines langen kontinuierlichen Transformationsprozesses zu verstehen.[7] FĂŒr die mobilen Feldarmeen wurden in der Notitia dignitatum zwei Listen angelegt. Die erste zĂ€hlt die jeweiligen Regimenter (numeri) und ihre obersten Befehlshaber, die Heermeister (magistri militum; genauer magister peditum fĂŒr die Infanterie und magister equitum fĂŒr die Reiterei) auf. In der zweiten (distributio numerorum) sind deren Stationierungsorte und Abschnittskommandeure vermerkt.[8] Ein großes Problem ist auch das fast völlige Fehlen von Angaben zur Truppenanzahl, sodass eine genaue SchĂ€tzung ĂŒber die damalige GrĂ¶ĂŸe der Armee unmöglich ist und daher nur fĂŒr das spĂ€te 4. Jahrhundert halbwegs zutreffende Angaben gemacht werden können. Auch sind die Probleme in puncto Auswertung bzgl. der Verwaltungs- und MilitĂ€rorganisation der Grenzprovinzen im Alpen-Donau-Raum bis dato noch nicht zufriedenstellend gelöst worden. Neuere Forschungen brachten zutage, dass die Angaben ĂŒber die Feldarmeen des Westreiches (palatini und comitatenses) wahrscheinlich dem Sollbestand der Jahre zwischen 420 und 425 nahekommen, jedoch die Aufzeichnungen, die das östliche Heer betreffen, ab dem Jahr 395 wohl nicht mehr der damaligen RealitĂ€t entsprachen. Nur die Liste der ostillyrischen Heeresgruppe wurde zwischen 396 und 410 noch einmal aktualisiert.[9] Auch die Listen der Grenztruppen an der Donau weisen unterschiedliche und oft widersprĂŒchliche Eintragungen auf. Es ist auch fraglich, ob die Listen der norisch-pannonischen GrenzwĂ€chter ĂŒber die Jahre 375–378 hinausreichen. Die in der Notitia aufgefĂŒhrten VerbĂ€nde wĂŒrden eine SollstĂ€rke von 524.000 bis 600.000 Mann ergeben. FĂŒr das 6. Jahrhundert nennt Agathias noch ein Soll von 645.000 Soldaten, doch dĂŒrfte dabei die NominalstĂ€rke des – damals lĂ€ngst aufgelösten – Westheeres mitberĂŒcksichtigt worden sein. Faktisch, so schreibt er, dienten im Osten nur an die 150.000 Mann.

Die Auswertung der oben angefĂŒhrten Listen lĂ€sst vermuten, dass das weströmische Heer nach der Katastrophe des Germaneneinfalls von 406 die meisten Verluste hinnehmen musste.[10] Fast die HĂ€lfte seiner Einheiten dĂŒrfte in den Auseinandersetzungen des frĂŒhen 5. Jahrhunderts aufgerieben oder zersprengt worden sein. Im Jahr 395 umfasste das östliche Feldheer 157 Einheiten, das westliche – bis zum Jahr 420 – sogar 181 Einheiten. Davon waren aber 97 im spĂ€ten 4. Jahrhundert aufgestellt worden und nur 84 von ihnen stammten noch aus den Jahren vor 395.[11] Die neu gebildeten Einheiten des Westheeres wurden jedoch zu 64 Prozent aus den limitanei herausgezogen. Viele ihre Regimenter scheinen (in den nachtrĂ€glich nicht mehr korrigierten Abschnitten der Listen) daher auch noch in ihren alten Stationierungsorten am limes auf. Die Verluste der Westarmee waren also nicht mit neu rekrutierten Soldaten, sondern lediglich durch eine StatusĂ€nderung schon bestehender Einheiten ausgeglichen worden. Von den 35 neuen Einheiten der Feldarmee wurde etwa ein Drittel aus Germanenvölkern (zum Beispiel Attecoti, Marcomanni, Brisigavi) angeworben. Glaubt man den Zahlenangaben in der Endfassung der Notitia dignitatum, war das westliche Feldheer zu diesem Zeitpunkt sogar stĂ€rker als noch 25 Jahre zuvor. WĂ€hrend auch das Feldheer nun scheinbar grĂ¶ĂŸer war, war der Mannschaftsbestand in der westlichen Armee in Wirklichkeit aber stark geschrumpft, da die meisten zu comitatenses aufgewerteten limitanei aus Geldmangel nicht mehr durch neue Einheiten ersetzt werden konnten. Dies traf besonders fĂŒr die Grenztruppen in Gallien zu. Insgesamt dĂŒrfte die Anzahl der Einheiten der „echten comitatenses“ sogar real um 25 Prozent gesunken sein (also von ca. 160 auf 120 Einheiten).

Ein weiteres RĂ€tsel ist die Provinz Germania II, da sie diesbezĂŒglich in der Notitia ĂŒberhaupt nicht erwĂ€hnt wird, weder mit einer eigenen Truppenliste noch durch die Angabe eines dux. Somit bleibt unklar, wie – oder in welchen Einheiten – die dortigen Grenztruppen im 4. und frĂŒheren 5. Jahrhundert organisiert waren. Man hat in der einschlĂ€gigen Forschung darauf unterschiedliche Antworten gefunden: Entweder ist die entsprechende Abschrift der westlichen Notitia im Laufe der Zeit verloren gegangen; oder die Verteidigung der Kastelle am Niederrhein lag seit dem frĂŒhen 5. Jahrhundert bereits weitestgehend in den HĂ€nden von germanischen Söldnern bzw. Foederaten, die – da sie als IrregulĂ€re angesehen wurden – in den Truppenlisten nicht mehr berĂŒcksichtigt wurden. Möglich wĂ€re auch, dass das Rheinufer zu dieser Zeit nur von comitatenses oder pseudocomitatensischen Einheiten ĂŒberwacht wurde. Auch die ArchĂ€ologie lieferte hierzu in den letzten Jahren einige neue Erkenntnisse (Befunde aus Rheinkastellen). Demnach dĂŒrfte der römisch organisierte Grenzschutz in der Germania II, wie auch immer er im Einzelnen aufgestellt gewesen sein mag, noch weit bis in das 5. Jahrhundert hinein existiert haben.[12]

Verwaltungsstab

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Bei ihren FĂŒhrungsaufgaben wurden Comites und Duces von einem umfangreichen Verwaltungsstab unterstĂŒtzt. In der Notitia wurden bei 38 HeerfĂŒhrern ihr Verwaltungspersonal (officiales) angegeben. Auch die Heermeister ĂŒbten ihre Kontrolle der comites und duces vor allem ĂŒber deren Kanzleien (officium) aus. Theodor Mommsen konnte nachweisen, dass die Bestellung der KanzleivorstĂ€nde unterschiedlich gehandhabt wurde. Seit der EinfĂŒhrung einer neuen Kanzleiordnung um 395 wurden sie in der Mehrzahl alljĂ€hrlich von den Heermeistern eingesetzt. Die direkt vom Officium des Heermeisters an die VerwaltungsstĂ€be entsandten Beamten standen rangmĂ€ĂŸig immer höher als die von den Grenzkommandeuren rekrutierten. Indem der Heermeister dort ihm ergebene Beamte einsetzte, die auch fĂŒr die Handlungen ihres Vorgesetzten mithafteten, konnte er seine Offiziere besser ĂŒberwachen und einheitliche Standards in der MilitĂ€rpolitik durchsetzen. In den pannonischen Provinzen wurden sie hingegen noch autonom aus den eigenen Reihen gewĂ€hlt. AuffĂ€llig ist, dass das Amt des cornicularis nur in sechs VerwaltungsstĂ€ben aufscheint. Der Grund hiefĂŒr ist wahrscheinlich, dass dieser FunktionĂ€r vermutlich fĂŒr den Nachschub seiner Einheit verantwortlich war. In der spĂ€trömischen Verwaltung fiel diese Aufgabe jedoch an die Zivilverwaltung der Provinz.[13]

In der Notitia werden fĂŒr das officium folgende Planstellen angefĂŒhrt:

  • princeps officii (Vorstand)
  • numerarius (KassenfĂŒhrer/Zahlmeister)
  • commentariensis (BuchfĂŒhrer und Rechtskundiger)
  • cornicularis (SekretĂ€r und Proviantmeister)
  • adiutorem (Assistent)
  • regrendarium (Verwalter)
  • exceptores (Juristen)
  • singulares et reliquos officiales (LeibwĂ€chter und sonstige Beamte)
  • subadiuuam (Hilfskraft)

Die spÀtantike Verwaltungs- und MilitÀrorganisation

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Die Organisationsstruktur in der Zivil- und MilitĂ€rverwaltung, wie sie in der Notitia dignitatum beschrieben wird, grĂŒndet sich im Wesentlichen auf die Reformen Diokletians und Konstantins und die Aufteilung des Imperiums durch Valentinian I. und Valens in Okzident (Westen) und Orient (Osten) im spĂ€ten 4. Jahrhundert. Unter Diokletian wurde die Anzahl der Provinzen nahezu verdoppelt. Überliefert sind bis zu 114 Provinzen. Diese wurden wiederum gruppenweise in Diözesen zusammengefasst. Gab es zunĂ€chst nur 12 dieser mittleren Verwaltungseinheiten, waren es unter Kaiser Theodosius I. schon 14. Da die Vier-Kaiser-Herrschaft (Tetrarchie) ĂŒber ein dementsprechend untergegliedertes Reich nur eine kurze Episode blieb, ließ sich die Bildung von, den Diözesen ĂŒbergeordneten, administrativen Großeinheiten langfristig nicht umgehen. Die Schaffung der territorialen PrĂ€torianerprĂ€fekturen (unter Konstantin vier, zwischen 337 und 395 nur drei, danach wieder vier), die diese Aufgabe ĂŒbernahmen, wurde von Konstantin I. in Gang gesetzt.

Die diokletianisch-konstantinische ReformtĂ€tigkeiten beschĂ€ftigten sich aber in erster Linie mit dem Heerwesen. Die gesamte Exekutive wurde dabei umorganisiert, wobei auch – entgegen den bisherigen römischen Gepflogenheiten – eine Trennung zwischen ziviler und militĂ€rischer Gewalt eingefĂŒhrt wurde. Der Hauptgrund fĂŒr diese Maßnahme dĂŒrfte in der neuerlichen Aufspaltung der Provinzen zu suchen sein: HĂ€tte man Zivil- und MilitĂ€rĂ€mter weiter in einer Hand belassen, so wĂ€re in weiterer Folge auch eine Teilung der Kommandobereiche unumgĂ€nglich geworden. Das wĂ€re aber wiederum strategisch oft nicht sinnvoll gewesen. Die meisten der neu entstandenen Provinzen waren zu klein, um genĂŒgend große Einheiten aufstellen und weiter unterhalten zu können. Sie verlor an sich auch als militĂ€rische GrĂ¶ĂŸe immer mehr an Bedeutung, da die neuen Feldarmeen ĂŒberregional operieren mussten. Deswegen war es auch in mehreren FĂ€llen notwendig, die StreitkrĂ€fte mehrerer Provinzen unter das Kommando eines HeerfĂŒhrers (zum Beispiel des Dux Pannoniae Primae et Norici Ripensis) zu stellen. Ein weiterer Grund liegt auch in der Zunahme der Verwaltungsaufgaben, deren Administration erst durch die Reformen Diokletians notwendig wurde und hiefĂŒr – auch fachlich versierte – AmtstrĂ€ger erforderte. Die Trennung dĂŒrfte aber zur Zeit Diokletians noch nicht vollstĂ€ndig umgesetzt worden sein, da man in den Quellen auch noch von praesides liest, die weiterhin zivile und militĂ€rische Ämter in Personalunion ausĂŒbten. Diese Reformen erfuhren erst unter Konstantin I. ihren endgĂŒltigen Abschluss.[14] Auch die Grenzen der Ducate fielen fĂŒr gewöhnlich mit denen der Provinzen zusammen, oft umfassten sie aber auch mehrere von ihnen; Im Übrigen scheint im Umfang der MilitĂ€rprovinzen ein hĂ€ufiger Wechsel stattgefunden zu haben.[15]

Galt die ZivilbĂŒrokratie in den folgenden Jahrhunderten als militia Romana, die nun nur mehr BĂŒrgern mit juristischer Ausbildung offenstand, so wurde die Armee, militia armata, in weit stĂ€rkerem Maße als bisher fĂŒr das „niedere Volk“ und „Barbaren“ geöffnet. Diejenigen Einheiten der Armee, die weiterhin an der Grenze, dem limes, dienten, standen in ihren Abschnitten unter dem Befehl eines Dux Limitis, und werden erstmals im Jahre 363 in den Quellen als Limitanei erwĂ€hnt. Das Grenzheer hatte zwar einen niedrigeren Status, unterschied sich dabei aber nicht gravierend von dem als kaiserliche Gefolgschaft bezeichneten comitatus, dem mobilen Marsch- oder Feldheer unter dem Kommando eines Comes rei militaris. Laut Notitia hatten die PrĂ€fekten das Kommando ĂŒber die Legionen, sowie die Milites- und Classis-Einheiten inne, wĂ€hrend die Tribuni an der Spitze der Kohortenformationen standen.

Neben den Angehörigen der Garde (scholaren) zĂ€hlten die Palatini („Palastleute“), die Hofarmee, zum engsten Gefolge des Kaisers. Sie wurden anfangs von den Elite-Legionen oder aus besonders zuverlĂ€ssigen BarbarenstĂ€mmen rekrutierten AuxiliarverbĂ€nden gestellt. Als zweite Gruppe im Bewegungsheer rangierten die eigentlichen Gefolgsleute, die Comitatenses, in der die kampfkrĂ€ftigsten Abordnungen (Vexillationen) der ĂŒbrigen Legionen eingereiht wurden. Den untersten Rang im mobilen Feldheer nahmen schließlich die pseudocomitatenses ein, die bei Bedarf vorĂŒbergehend aus den Grenztruppen herausgezogen wurden.

ADMINISTRATIVE STRUKTUREN IN DEN SPÄTRÖMISCHEN PROVINZEN (um 395)
Verwaltungsebene MilitÀrischer
Befehlshaber
Zivilverwalter
Provinz Comes/Dux limitis Proconsul/Consulares/
Corrector/Praesides
Diözese Magister militum (Ostreich)/
Comes rei militaris (Westreich)
Vicarius
PrÀtorianerprÀfekt Augustus/Caesar Praefectus praetorio

In der Notitia aufgelistete Zivil- und MilitÀrÀmter

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Ostreich

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Zivilverwaltung:

Die höchsten Zivilbeamten im Orient waren:

  • 2 Praefectus Praetorio (Orientis, Illyrici),
  • 1 Praefectus urbis Constantinopolitanae (Stadt und Umland von Konstantinopel),

Dem Praefectus praetorio Orientis unterstehen 5 Vikare:

  • Asiana,
  • Pontica,
  • Thracia,
  • Aegyptus und
  • Oriens.

Die Provinzen dieser 5 Diözesen werden von 1 Proconsul, 12 Consulares, 1 Corrector und 32 Praesides verwaltet.

Dem Praefectus praetorio Illyrici unterstehen zwei Vikare:

  • Dacia und
  • Macedonia.

Die Provinzen dieser 2 Diözesen werden von 1 Proconsul, 3 Consulares, 1 Corrector und 8 Praesides verwaltet.

MilitÀrverwaltung:

Die höchsten MilitÀrÀmter im Osten waren die des

  • Magister militum praesentalis I,
  • Magister militum praesentalis II,
  • Magister militum per Orientem,
  • Magister militum per Thracias und der
  • Magister militum per Illyricum.

Dem Magister militum praesentalis I unterstehen in Ägypten und Nordafrika der:

  • Dux Thebaidos,
  • Comes limitis Aegypti.

Der Magister militum praesentalis II kontrolliert in Pontus (SchwarzmeerkĂŒste, Armenien) den

  • Dux Armeniae,
  • Comes per Isauriam.

Dem Magister militum per Orientem unterstehen im vorderen Orient der:

  • Dux Foenicis,
  • Dux Syriae,
  • Dux Palaestinae,
  • Dux Osrhoenae,
  • Dux Mesopotamiae,
  • Dux Arabiae.

Dem Magister militum per Thracias unterstehen an der unteren Donau der:

  • Dux Moesiae secundae,
  • Dux Scythiae.

Dem Magister militum per Illyricum unterstehen am Balkan der:

  • Dux Daciae ripensis,
  • Dux Moesiae primae.

Westreich

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Zivilverwaltung: Die höchsten Zivilbeamten im Okzident waren:

  • 2 Praefectus Praetorio (Italien, Gallien),
  • 1 Praefectus urbis Romae (Stadt und Umland von Rom).

Dem Praefectus praetorio Italiae unterstehen 3 Vikare:

  • Illyricum,
  • Italiae,
  • Africae.

Dem Praefectus praetorio Galliarum unterstehen 3 Vikare:

  • Septem Provinciarum,
  • Hispaniarum,
  • Britanniarum.

MilitÀrverwaltung: Die höchsten MilitÀrÀmter im Westen waren die des:

  • Magister peditum in praesenti,
  • Magister equitum in praesenti (diese beiden Ämter wurden spĂ€ter im Magister militum praesentalis zusammengefĂŒhrt).

Dem Magister militum unterstehen fĂŒr Italien, Slowenien und die Ostalpen der:

  • Comes Italiae,
  • Dux Raetiae primae et secundae,

fĂŒr das westliche Illyricum (Balkan, obere und mittlere Donaugrenze) der:

  • Comes Illyrici,
  • Dux Pannoniae secundae ripariensis et Saviae,
  • Dux Valeriae ripensis,
  • Dux Pannoniae Primae et Norici Ripensis,

fĂŒr Hispaniarum (Spanien, Portugal): ein

  • Comes Hispaniarum,

fĂŒr Tingitaniam (westliches Algerien, Marokko): ein

  • Comes Tingitaniae,

fĂŒr intra Africam (Tunesien, Algerien, Libyen), ein

  • Comes Africae,
  • Dux et praeses provinciae Mauritaniae et Caesariensis,
  • Dux provinciae Tripolitanae,

fĂŒr Britannien (England, Hadrianswall, Wales und SachsenkĂŒste britischer Teil) ein:

  • Comes Britanniarum,
  • Comes litoris Saxonici per Britanniam,
  • Dux Britanniarum,

fĂŒr Gallien, SachsenkĂŒste (gallischer Teil), Westalpen und die Rheingrenze der:

  • Magister equitum per Galliarum,
  • Comes tractus Argentoratensis,
  • Dux Belgicae secundae,
  • Dux Germaniae primae,
  • Dux Mogontiacensis,
  • Dux provinciae Sequanicae,
  • Dux tractus Armoricani et Nervicani.

Anzahl der in der Notitia Dignitatum aufgelisteten Einheiten

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→ Hauptartikel: Liste der militĂ€rischen Einheiten in der Notitia dignitatum
West- und oströmische Armee
Teilstreitkraft Einheiten Osten (Stand 395) Westen und Osten Westen (Stand 410–420) Gesamt
Garde (Scholae) Scholae palatina 6 1 4 11
Feldarmee (Comitatenses) Vexillatio palatina 10 4 6 20
Vexillatio comitatenses 26 2 30 58
Legio palatina 13 12 25
Auxilium palatinum 35 6 60 101
Legio comitatenses 37 32 69
Legio pseudocomitatenses 19 18 37
Comitatenses (unbestimmt) 2 25 27
Grenztruppen (Limitanei) Cuneus equitum 33 14 47
Ala 72 10 82
Equites 71 50 121
Legio 51 26 77
Auxilium limitaneum (Auxiliares/Auxilia) 14 9* 23
Milites 22 29 51
Numerus 15 15
Cohors 63 52 115
Limitanei/Limitis (unbestimmt) 33 33
Flotte (Classes/Nautae) Classis 6 19 25
Milites (Liburnarii/Liburnarum/Muscularii/Nauclarii) 5 7 12
Numerus (Barcariorum/Barbaricarii) 2 2
Cohors classicae 1
VerbĂŒndete (Gens) Laeti 12 12
Gentiles 26 26
Gens 2 2
Summe 485 13 494 992

Ausgaben

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  • Otto Seeck (Hrsg.): Notitia dignitatum. Accedunt notitia urbis Constantinopolitanae et laterculi provinciarum. Weidmann, Berlin 1876 (Digitalisat: archive.org, Google Books; unverĂ€nderter Nachdruck: Minerva, Frankfurt am Main 1962).
  • ConcepciĂłn Neira Faleira: La Notitia dignitatum. Nueva ediciĂłn crĂ­tica y comentario histĂłrico (= Nueva Roma 25). Consejo Superior de Investigaciones CientĂ­ficas, Madrid 2005, ISBN 84-00-08415-2.

Siehe auch

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  • Notitia Galliarum
  • Notitia Arnonis

Literatur

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Übersichtsdarstellungen

  • Klaus-Peter Johne: Notitia dignitatum. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 8, Metzler, Stuttgart 2000, ISBN 3-476-01478-9, Sp. 1011–1013.
  • DaniĂ«lle Slootjes: Notitia dignitatum. In: Reallexikon fĂŒr Antike und Christentum. Band 25, Hiersemann, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-7772-1318-7, Sp. 1133–1145
  • Matthias Springer: Notitia dignitatum. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 21, Walter de Gruyter, Berlin / New York 2002, ISBN 3-11-017272-0, S. 430–432.
  • Antike Welt, ISSN 0003-570X, Heft 3/2020 (Titelthema: „Rom im Umbruch“; mehrere BeitrĂ€ge zum Forschungsstand zur Notitia dignitatum).

Untersuchungen

  • Pamela C. Berger: The insignia of the Notitia dignitatum. Garland, New York 1981, ISBN 0-8240-3927-0.
  • Peter Brennan: The Notitia Dignitatum. In: Entretiens Fondation Hardt 42, 1996, S. 147–178.
  • Roger Goodburn, P. Bartholomew (Hrsg.): Aspects of the notitia dignitatum. Papers presented to the conference in Oxford, December 13 to 15, 1974 (= British archaeological reports Supplementary series 15). Oxford 1976.
  • Dietrich Hoffmann: Das spĂ€trömische Bewegungsheer und die Notitia Dignitatum (= Epigraphische Studien. Bd. 7). 2 BĂ€nde. Rheinland-Verlag, DĂŒsseldorf 1969–1970, ISSN 0071-0989
  • Michael Kulikowski: The Notitia Dignitatum as a historical source. In: Historia. Bd. 49, 2000, S. 358–377.
  • Gianfranco Purpura: Sulle origini della Notitia Dignitatum. In: Atti del X Convegno Internazionale Accademia Costantiniana di Perugia, 8 ottobre 1991. Perugia 1995, S. 347–357 (= Annali dell’UniversitĂ  di Palermo 42, 1992, S. 471–483; Digitalisat. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 22. August 2006; abgerufen am 10. MĂ€rz 2018. )
  • Ralf Scharf: Der Dux Mogontiacensis und die Notitia Dignitatum. Eine Studie zur spĂ€tantiken Grenzverteidigung (= Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. ErgĂ€nzungsband 48). de Gruyter, Berlin u. a. 2005, ISBN 3-11-018835-X.
  • JĂŒrgen Oldenstein: Kastell Alzey. ArchĂ€ologische Untersuchungen im spĂ€trömischen Lager und Studien zur Grenzverteidigung im Mainzer Dukat. Habilitationsschrift, UniversitĂ€t Mainz, 1992, doi:10.25358/openscience-4527.
  • Konrad Stauner: Der cornicularius in den BĂŒros der comitalen und ducalen Kommandeure in der Notitia dignitatum. In: Tyche. BeitrĂ€ge zur Alten Geschichte, Papyrologie und Epigraphik. Band 25, 2010, S. 131–171 (online).
  • Pat Southern: The Roman army, a social and institutional history. Santa Barbara, California 2006, ISBN 1-85109-730-9.
  • Karl Heinz Dietz, Udo Osterhaus: Regensburg zur Römerzeit. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1979. ISBN 3-7917-0599-7.

Weblinks

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Commons: Notitia dignitatum â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Notitia dignitatum â€“ Quellen und Volltexte (Latein)
  • Bayerische Staatsbibliothek: Notitia Dignitatum Clm 10291 – volle Online-Version (Sammel-Handschrift: Der Link verweist auf die erste Seite der Notitia dignitatum)
  • lat. Volltext
  • Compilation Beschreibung und Literaturangaben
  • Englische Übersetzung
  • Farbabbildungen der Schildzeichen in der Notitia dignitatum
  • Notitia dignitatum in der Bibliotheca Augustana
  • Notitia Index
  • PDF Zuordnung der in der ND angegebenen Einheiten, nach Ingo Maier

Einzelnachweise und Anmerkungen

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  1. ↑ Notitia Dignitatum, Oriens I: Liste der duces.
  2. ↑ A. H. M. Jones 1964, S. 610.
  3. ↑ Dietz 1979, S. 127
  4. ↑ Pat Southern 2006, S. 255.
  5. ↑ Peter Heather: Der Untergang des Römischen Weltreiches. 2. Auflage. Rowohlt, Reinbek 2011, ISBN 978-3-499-62665-4, S. 289.
  6. ↑ Die weströmischen Infanterieeinheiten armigeri defensores seniores („SchildtrĂ€ger“) und Mauri Osismiaci fĂŒhrten ein Wappen im Schild, das der dynamischen, rechtslĂ€ufigen Variante der fernöstlichen Tradition entspricht. Eine weitere Legionseinheit, die Thebaei, fĂŒhrte ein der statischen Variante des ostasiatischen Taijitu vergleichbares Schildmuster. Diese römischen Symbole gehen den spĂ€teren, daoistischen Versionen um beinahe sieben Jahrhunderte voraus. Siehe hierzu auch: Giovanni Monastra: The “Yin-Yang” among the Insignia of the Roman Empire?, Sophia, Bd. 6, Nr. 2 (2000). Isabelle Robinet: Taiji tu. Diagram of the Great Ultimate, in: Fabrizio Pregadio (Hrsg.): The Encyclopedia of Taoism A–Z, Routledge, Abingdon (Oxfordshire) 2008, ISBN 978-0-7007-1200-7, S. 934–936 (934). – Late Roman Shield Patterns. Notitia Dignitatum: Magister Peditum. – Helmut Nickel: The Dragon and the Pearl. In: Metropolitan Museum Journal 26, 1991, S. 146 Fußnote 5.
  7. ↑ Herrschaft und Raum. Transformationsprozesse der nordafrikanischen Provinzen im 3. und 4. Jh. n. Chr. Inaugural-Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades „Dr. phil.“ an der WestfĂ€lischen Wilhelms-UniversitĂ€t, MĂŒnster (Westf.) vorgelegt von Kai Torben Haase aus Trier, 2018, S. 134
  8. ↑ Notitia Dignitatum Occ. V, VI und VII.
  9. ↑ Dietrich Hoffmann: Bewegungsheer; Karlheinz Dietz: Cohortes, ripae, pedaturae. Zur Entwicklung der Grenzlegionen in der SpĂ€tantike. In: Festschrift Adolf Lippold, 1993, S. 279–329 (mit ausf. Literaturangaben) Volltext.
  10. ↑ Peter Heather: Der Untergang des Römischen Weltreiches. 2. Auflage. Rowohlt, Reinbek 2011, ISBN 978-3-499-62665-4, S. 289.
  11. ↑ Peter Heather: Der Untergang des Römischen Weltreiches. 2. Auflage. Rowohlt, Reinbek 2011, ISBN 978-3-499-62665-4, S. 289.
  12. ↑ Peter Heather: Der Untergang des Römischen Weltreiches. 2. Auflage. Rowohlt, Reinbek 2011, ISBN 978-3-499-62665-4, S. 290–291; Michaela Konrad, Christian Witschel (Veranstalter): Tagungsbericht zu dem internationalen Kolloquium „Römische Legionslager in den Rhein- und Donauprovinzen – Nuclei spĂ€tantik-frĂŒhmittelalterlichen Lebens?“ Bayerische Akademie der Wissenschaften, MĂŒnchen vom 28. bis 30. MĂ€rz 2006, S. 11–13 (Digitalisat; PDF (353 kB)).
  13. ↑ Friedrich Anders 2010, S. 123–124, JĂŒrgen Oldenstein, 2009, S. 291–292, Konrad Stauner S. 138 und 141.
  14. ↑ Karen Piepenbrink: Konstantin der Große und seine Zeit, Reihe Geschichte Kompakt 2. Auflage, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2007, ISBN 978-3-534-20905-7, S. 15.
  15. ↑ Paulys RealencyclopĂ€die der classischen Altertumswissenschaft. Band V,2 (1905) S. 1869–1875
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Notitia_dignitatum&oldid=262882009“
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