Im sozialwissenschaftlichen und psychologischen Sinne beschreibt Mobbing oder Mobben psychische Gewalt, die durch das wiederholte, regelmĂ€Ăige, vorwiegend kommunikative Schikanieren, QuĂ€len und Verletzen[1] eines einzelnen Menschen durch eine Gruppe von Personen oder durch eine einzelne Person in ĂŒberlegener Position definiert ist. Zu den typischen Mobbinghandlungen gehören u. a. DemĂŒtigungen, Verbreitung falscher Tatsachenbehauptungen, Zuweisung sinnloser Aufgaben und anderweitiger Machtmissbrauch, Gewaltandrohung, soziale Exklusion oder eine fortgesetzte, unangemessene Kritik an einer natĂŒrlichen Person oder ihrem Tun.[2]
Mobbing kann z. B. erfolgen in der Familie, in einer Peergroup, in der Schule, am Arbeitsplatz, in Vereinen, in Wohneinrichtungen (Heimen) oder GefÀngnissen[3], in Wohnumfeldern (Nachbarschaften) oder im Internet (Cyber-Mobbing).
Die gesundheitlichen und ökonomischen SchĂ€den durch Mobbing gelten als enorm und sorgen alleine in der deutschen Wirtschaft fĂŒr jĂ€hrliche AusfĂ€lle in Milliardenhöhe.[4] Im Gegensatz zur physischen Gewalt wird verbale Gewalt und Mobbing weniger ernst genommen und nimmt im öffentlichen Diskurs nur eine kleinere Rolle ein.
Etymologie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das englische Verb to mob, von dem das Wort Mobbing abgeleitet ist, spricht lediglich von der Handlung einer Gruppe und bedeutet zunĂ€chst âsich zusammenrotten und ĂŒber etwas oder jemanden herfallenâ oder auch âgemeinsam anpöbelnâ.
Anders als in den skandinavischen LĂ€ndern und im deutschsprachigen Raum wird in englischsprachigen LĂ€ndern ĂŒblicherweise der Begriff bullying oder harassment (etwa: âschikanierenâ, âdrangsalierenâ) verwendet.[5] Englische Muttersprachler verstehen das Wort Mobbing in der Regel nicht in der deutschen Bedeutung. Der englische Begriff mobbing beschreibt ausschlieĂlich das Umringen einer Person durch eine Gruppe, wohingegen bullying und harassment unabhĂ€ngig von der Anzahl der Beteiligten verwendet werden. In deutscher Ăbersetzung bedeutet bully als Substantiv âbrutaler Kerl, SchlĂ€ger, Tyrann, Maulheldâ und als Verb âtyrannisieren, schikanieren, einschĂŒchtern, piesackenâ.[6] Umgangssprachlich wird beim Mobbing auch von Psychoterror gesprochen.
Begriffsgeschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1963 hat der Verhaltensforscher Konrad Lorenz den Begriff Hassen geprĂ€gt: Lorenz bezeichnete damit Gruppenangriffe von Tieren auf einen Fressfeind oder anderen ĂŒberlegenen Gegner â dort von GĂ€nsen auf einen Fuchs. Der schwedische Arzt Peter-Paul Heinemann verwendete 1969 den Begriff Mobb(n)ing fĂŒr das PhĂ€nomen, dass Gruppen eine sich von der Norm abweichend verhaltende Person attackieren.[7][8] Er nutzte den Begriff in den 1960er Jahren in seinem Buch Mobbing â Gruppengewalt unter Kindern und Erwachsenen, dieses Buch wurde in den skandinavischen LĂ€ndern ein Bestseller und machte gröĂere Bevölkerungsschichten mit dem Begriff vertraut.[9]
Bekannt in der heutigen Bedeutung wurde der Begriff durch den aus Deutschland ausgewanderten schwedischen Arzt und Psychologen Heinz Leymann, der von Mobbing in Bezug auf das Arbeitsleben sprach. Seine Forschungen ĂŒber direkte und indirekte Angriffe in der Arbeitswelt begannen gegen Ende der 1970er Jahre. Anfang der 1990er Jahre veröffentlichte Leymann seine erste Arbeit, welche die bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse zusammenfasste. Die Berichte weckten zunĂ€chst nur Interesse in den nordeuropĂ€ischen Staaten und wurden verzögert im mitteleuropĂ€ischen Raum rezipiert. Veröffentlichungen, eindringliche Fallschilderungen, öffentliche Diskussionen, die Aufnahme der Thematik durch Unternehmensberater, Gewerkschaften, Arbeitgeber und andere VerbĂ€nde sowie in der Medizin machten das Thema Mobbing zunehmend einer breiteren Ăffentlichkeit bekannt.
Definitionen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Umgangssprachlich versteht man unter Mobbing wiederholtes, absichtliches Schikanieren, Beleidigen oder Ausgrenzen einer Person durch eine oder mehrere andere Personen ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum. In der Wissenschaft ist die Definition von Mobbing nicht einheitlich, eine allgemein anerkannte Definition gibt es nicht. Einen wichtigen Bezugspunkt bietet die Definition Leymanns, nach der Mobbing âals negative kommunikative Handlungen, die gegen eine Person gerichtet sindâ, von einer oder mehreren anderen Personen ausgehen âund die sehr oft und ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum hinaus vorkommen und damit die Beziehung zwischen TĂ€ter und Opfer kennzeichnenâ charakterisiert wird.[10] Eine Person gilt nach Leymanns Definition dann als von Mobbing betroffen, âwenn sie in einem Konflikt mit KollegInnen oder Vorgesetzten steht, dabei in eine unterlegene Position gelangt und oft (mindestens einmal pro Woche) sowie ĂŒber einen langen Zeitraum hinweg (mindestens sechs Monate) systematisch und auf direkte oder indirekte Weise einer oder mehreren krĂ€nkenden Handlungen ausgesetzt ist.â[11]
Vielbeachtet ist auch die Definition von Axel Esser und Martin Wolmerath, nach der Mobbing in der Arbeitswelt dadurch gekennzeichnet ist, dass âdestruktive Handlungen unterschiedlicher Art wiederholt und ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum gegen Einzelne vorgenommen werden, welche von den Betroffenen als eine BeeintrĂ€chtigung und Verletzung ihrer Person empfunden werden und dessen ungebremster Verlauf fĂŒr die Betroffenen grundsĂ€tzlich dazu fĂŒhrt, dass ihre psychische Befindlichkeit und Gesundheit zunehmend beeintrĂ€chtigt werden, ihre Isolation und Ausgrenzung am Arbeitsplatz zunehmen, dagegen die Chancen auf eine zufriedenstellende Lösung schwinden und der regelmĂ€Ăig im Verlust ihres bisherigen beruflichen Wirkbereichs endet.â[12]
Die meisten Forscher betonen laut Christoph Seydl folgende Gesichtspunkte:
- Verhaltensmuster: Mobbing bezieht sich auf ein Verhaltensmuster und nicht auf eine einzelne Handlung. Die Handlungsweisen sind systematisch, das heiĂt, sie wiederholen sich stĂ€ndig.
- Negative Handlungen: Mobbingverhalten kann verbal (zum Beispiel Beschimpfung), nonverbal (zum Beispiel Vorenthalten von Informationen) oder physisch (zum Beispiel VerprĂŒgeln) sein. Solche Handlungen gelten ĂŒblicherweise als feindselig, aggressiv, destruktiv und unethisch.
- Ungleiche MachtverhĂ€ltnisse: Die Beteiligten haben unterschiedliche Einflussmöglichkeiten auf die jeweilige Situation. Eine Person ist einer anderen Person unter- beziehungsweise ĂŒberlegen. Dazu ist kein Rangunterschied nötig. Eine Ungleichheit kann durch die bloĂe Anzahl bedingt sein: viele Personen gegen eine Person.
- Opfer: Im Handlungsverlauf bildet sich ein Opfer heraus, das infolge ungleicher MachtverhÀltnisse Schwierigkeiten hat, sich zu verteidigen.[13]
Dan Olweus betrachtet dagegen auch einzelne schikanöse VorfÀlle als Mobbing, wenn diese sehr schwerwiegend sind.[14]
Erscheinungsformen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am Arbeitsplatz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Handlungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In einer qualitativen Interviewuntersuchung (n=300) stellte Heinz Leymann 45 Mobbinghandlungen fest, die er als relevant ansah.[2] Nach seiner Auffassung handelt es sich um Mobbing, wenn eine dieser Handlungen mindestens wöchentlich ĂŒber einen Zeitraum von einem halben Jahr oder lĂ€nger auftritt. Diese 45 Mobbinghandlungen unterteilt er in fĂŒnf Gruppen: 1. Angriffe auf die Möglichkeiten, sich mitzuteilen 2. Angriffe auf die sozialen Beziehungen 3. Angriffe auf das soziale Ansehen 4. Angriffe auf die QualitĂ€t der Berufs- und Lebenssituation 5. Angriffe auf die Gesundheit.[15] Nach Wolmerath und Esser hat sich Leymanns âAuffassung, dass Mobbinghandlungen »mindestens einmal pro Woche« erfolgen mĂŒssenâ zunehmend als lebensfremd erwiesen.[16] Martin Wolmerath und Axel Esser identifizierten ohne Anspruch auf VollstĂ€ndigkeit ĂŒber 100 verschiedene Mobbinghandlungen.[17]
Typische Mobbinghandlungen betreffen etwa organisationale MaĂnahmen (zum Beispiel Kompetenzentzug oder Zuteilung sinnloser Arbeitsaufgaben; auch als Straining bezeichnet), soziale Isolierung (zum Beispiel Meiden und Ausgrenzen der Person), Angriffe auf die Person und ihre PrivatsphĂ€re (etwa LĂ€cherlichmachen der Person), verbale Gewalt (zum Beispiel mĂŒndliche Drohung oder DemĂŒtigung), Androhung oder AusĂŒbung körperlicher Gewalt und GerĂŒchte.[18]
Messung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In empirischen Untersuchungen ist eine Messbarmachung (Operationalisierung) von Mobbing notwendig[19]. Diese Operationalisierungen leiten sich zumeist von den jeweils verwendeten Definitionen ab. Bekannte Instrumente sind der Negative Acts Questionnaire und das Leymann Inventory of Psychological Terror. Daneben gibt es auch weniger bekannte Messinstrumente, wie etwa das nach psychometrischen Prinzipien konstruierte Burnout-Mobbing-Inventar.[20]
Verlaufsformen und Verbreitung
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Zumeist geht es beim Mobbing, wie bei allen Konflikten, zunÀchst um eine Sache und dann zunehmend um eine Person, die stigmatisiert wird.[21]
Am Arbeitsplatz wird zwischen Mobbing seitens Vorgesetzter und solchem, das von Mitarbeitern gleicher oder unterer Rangfolge ausgeht, unterschieden. In der Literatur wird ersteres teilweise als âBossingâ (englisch downward bullying) oder Power Harassment und letzteres als âStaffingâ (englisch upward bullying) bezeichnet.[22] Der Psychoterror, der von in der betrieblichen Hierarchie höher platzierten Personen ausgeĂŒbt wird, kommt in Deutschland in 40 Prozent der FĂ€lle vor, in weiteren zehn Prozent mobben Chef und Mitarbeiter gemeinsam. Gerade junge ErwerbstĂ€tige sind besonders stark von Bossing betroffen.[23] Einige Experten gehen sogar von einer Bossing-Quote von 70 Prozent aus.[24] Dagegen wird nur in zwei Prozent aller FĂ€lle ein Vorgesetzter von seinen Untergebenen gemobbt. Hinzu kommt horizontales Mobbing (englisch horizontal bullying); das heiĂt, der Betroffene wird von hierarchisch gleichgestellten Kollegen gemobbt. Mehr als 20 Prozent aller Mobbingopfer bezeichnen einen Kollegen als TĂ€ter. Etwa gleich viele Betroffene geben an, dass das Mobbing von einer Gruppe von Kollegen ausgeht. Etwas weniger als 15 Prozent aller Mobbingopfer in Deutschland sind davon ĂŒberzeugt, dass sie sowohl von ihrem Vorgesetzten als auch von Kollegen gemobbt werden.[25] Hinsichtlich der Urheber ist seitens der IG Metall folgende HĂ€ufigkeitsverteilung festgestellt worden:[26]
- 44 %: Kollegen
- 37 %: Vorgesetzte
- 10 %: Kollegen und Vorgesetzte gemeinsam
- 9 %: Untergebene
Ein Machtungleichgewicht kann bereits zu Beginn eines Mobbingverlaufs vorhanden sein oder sich im Verlauf einstellen. Sind die Parteien hingegen gleichstark und es besteht oder entwickelt sich kein Machtungleichgewicht, so liegt nach vorherrschender Meinung kein Mobbing, sondern ein Konflikt vor.[27]

In einer reprĂ€sentativen Stichprobe aus 2012 gaben 6,7 % der befragten deutschen ErwerbstĂ€tigen an, auf der Arbeit im Sinne der Leymann Definition systematisch gemobbt zu werden.[23][28] In der Schweiz sind es knapp 100.000 ErwerbstĂ€tige, die sich als Mobbingopfer deklarieren (4,4 %).[29] FĂŒr Ăsterreich gibt es keine reprĂ€sentativen Zahlen. Bei einer Befragung in oberösterreichischen zufĂ€llig ausgewĂ€hlten GroĂ- und Mittelbetrieben mit Betriebsrat (30 Betriebe und 249 Arbeitnehmer) fĂŒhlten sich 5,3 % der Befragten momentan von Mobbing betroffen.[13] Auf Ăsterreich hochgerechnet wĂ€ren das ĂŒber 200.000 ErwerbstĂ€tige. Die Zahl der Betroffenen innerhalb eines Jahres oder auf das ganze Erwerbsleben bezogen ist deutlich höher als die tatsĂ€chliche Mobbingquote. Je nach Erhebung variiert die Definition und Operationalisierung von Mobbing, was zu Unterschieden in den PrĂ€valenzen fĂŒhrt und die Vergleichbarkeit der Ergebnisse erschwert.
Knorz und Zapf zeigten in ihrer GieĂener Stichprobe auf, dass bei den TĂ€tern in der Mehrzahl aller FĂ€lle beide Geschlechter vertreten sind.[30] Andere Studien zeigen, dass die TĂ€ter hauptsĂ€chlich MĂ€nner, die Opfer dagegen mehrheitlich Frauen sind.[31] Dies mag an der höheren ErwerbstĂ€tigkeitsquote der mĂ€nnlichen Bevölkerung und insbesondere am Vorgesetztenstatus liegen, den MĂ€nner hĂ€ufiger innehaben.[25] AuĂerdem sind Frauen grundsĂ€tzlich eher bereit, ĂŒber Mobbing zu sprechen, sich psychische und gesundheitliche Probleme einzugestehen und Hilfsangebote wahrzunehmen.[32]
Auch konnte in einer reprÀsentativen Studie von deutschen ErwerbstÀtigen gezeigt werden, dass ErwerbstÀtige mit einem hohen Bildungsniveau (3,8 %) weniger hÀufig von systematischem Mobbing (d. h. im Sinne der Leymann Definition) betroffen waren als ungelernte ArbeitskrÀfte (10,8 %).[23]
Eine jĂŒngere groĂangelegte deutschlandweite Studie mit rund 2300 Teilnehmenden ergab, dass 29,8 % aller BeschĂ€ftigten im Bereich des öffentlichen Dienstes schon einmal Opfer von Mobbing-Attacken waren. Insbesondere bei Polizei- und Ordnungsbehörden sowie im Gesundheitswesen sind vermehrt MobbingfĂ€lle zu verzeichnen.[33]
Ursachen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Mobbingforschung versucht, die Ursachen dieses PhĂ€nomens zu ergrĂŒnden. Es wird allgemein angenommen, dass einerseits situative Faktoren sowie andererseits Persönlichkeitsmerkmale des Opfers und des TĂ€ters fĂŒr das Auftreten von Mobbing verantwortlich sind. Forscher, die Mobbing als komplexen psychosozialen Prozess betrachten, lassen dem Arbeitsumfeld, der Organisation, allen Beteiligten und dem Wesen zwischenmenschlicher Interaktion in Organisationen eine maĂgebliche Bedeutung zukommen.[34]
Nach manchen Mobbingforschern sind Mobbingopfer im Durchschnitt Ă€ngstlicher, unterwĂŒrfiger und konfliktscheuer.[35][36] Da es sich bei den Studien dazu ausschlieĂlich um Querschnittsuntersuchungen handelt, sind die Befunde stark umstritten. Ohne LĂ€ngsschnittstudien ist nicht auszuschlieĂen, dass diese Unterschiede in der Persönlichkeit von Opfern nicht die Ursache, sondern die Folge des jeweiligen Mobbingvorfalls sind.[28][14] Zudem sind die Mobbingopfer den Mobbern gegenĂŒber unterlegen, sodass die beobachteten Verhaltensweisen auch situationsbedingt sein können.
Als weitere Ursache fĂŒr Mobbing gilt die Persönlichkeit des Mobbers. Einige Autoren gehen davon aus, dass Menschen zu Mobbern werden, um ihr schwaches Selbstvertrauen zu kompensieren.[37] Mobber benutzen demnach die Opfer als PrĂŒgelknaben und als ProjektionsflĂ€che fĂŒr ihre eigenen negativen Emotionen.[38] Untersuchungen von Olweus (unter anderem Untersuchung von Stresshormonen und projektive Tests) stĂŒtzen diese Annahme nicht. Seine Forschungsergebnisse weisen auf das Gegenteil hin; das heiĂt, dass die TĂ€ter im Durchschnitt selbstbewusster und weniger Ă€ngstlich sind.[14] Leymann beruft sich auf eigene Forschungsergebnisse, wonach grundsĂ€tzlich jede Person TĂ€ter werden kann, wenn die situationsbezogenen Voraussetzungen stimmen.[39]
Am weitesten verbreitet ist unter Forschern die Annahme, dass strukturelle Faktoren Mobbing auslösen.[40][39][41][42] So ist Mobbing eine Waffe (soziale Sanktion) im innerbetrieblichen Wettstreit um knappe Ressourcen (Aufstiegspositionen, Arbeitsplatzsicherheit). Bei wachsender volkswirtschaftlicher Konjunktur nimmt das innerbetriebliche Mobbing daher ab, in der Rezession â wenn vor allem die Arbeitslosigkeit bedrohlicher wird â zu.
UngĂŒnstige Arbeitsorganisation und Produktionsmethoden wie etwa unklare ZustĂ€ndigkeiten,[28] Monotonie, Stress, allgemeine MĂ€ngel in der Kommunikations- und Informationsstruktur, ungerechte Arbeitsverteilung, Ăber- und Unterforderung[43], widersprĂŒchliche Anweisungen, mangelhafte FĂŒhrungsqualitĂ€t[43], mangelnder Handlungsspielraum[44] oder KooperationszwĂ€nge[42] gelten als PrĂ€diktoren fĂŒr Mobbing. BegĂŒnstigende Faktoren, wie etwa âWasser predigen und Wein trinkenâ seitens des Managements,[45][46] Konkurrenz unter den Mitarbeitern[47] oder eine Organisationskultur, die keine hemmenden Mechanismen gegen Mobbing hat, kommen hinzu.[48][49] So gilt sowohl ein autoritĂ€rer FĂŒhrungsstil als auch eine Laissez-faire-FĂŒhrungsstil als Mobbing begĂŒnstigend, wĂ€hrend eine demokratische Leitung, die sowohl Aufgabenorientierung als auch Personenorientierung beinhaltet, das Entstehen von Mobbing verhindern kann. Dennoch ist nicht anzunehmen, dass ein demokratischer FĂŒhrungsstil Mobbing tatsĂ€chlich in jedem Fall verhindert. Auch breitet sich Mobbing besonders in Organisationen aus, in denen ethische Normen fehlen.[50]
Tiefgreifende organisatorische VerĂ€nderungen gelten ebenfalls als Auslöser fĂŒr Mobbing. Das Risiko, gemobbt zu werden, ist in Organisationen, in denen tiefgreifender Wandel stattfindet, deutlich gröĂer. Das Mobbingrisiko kann weiter steigen, wenn FĂŒhrungskrĂ€fte autokratische Praktiken anwenden, um VerĂ€nderungen herbeizufĂŒhren. Auch der Wechsel von FĂŒhrungskrĂ€ften ist ein Risikofaktor.[51]

Gewerkschaften und Forscher berichten, dass einige Unternehmen Mobbing als Strategie verwenden, um (bestimmte) Mitarbeiter zur EigenkĂŒndigung zu bewegen, und sie somit KĂŒndigungsschutz-Vorschriften unterlaufen oder Abfindungszahlungen vermeiden.[52][13]
Auf der theoretischen Betrachtungsebene werden unterschiedliche soziale PhĂ€nomene angefĂŒhrt, welche als Ursache fĂŒr Mobbing herangezogen werden. Manche Experten nennen Stigmatisierung[3] und SĂŒndenbockphĂ€nomene[53][48] als Ursachen. Heinemann beschreibt Mobbing als ein Ingroup/Outgroup-PhĂ€nomen, wo ein Individuum von einer sozialen Gruppe ausgeschlossen wird.[7] Andere Forscher nennen Konflikte als Ursache. Oswald Neubergers Ansicht, Mobbing sei ein eskalierter Konflikt, ist in der Forschung umstritten.[54][17] Empirische Befunde zeigen einen Zusammenhang zwischen Mobbing und Rollenkonflikt auf.[55]
Folgen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mobbing hat weitreichende negative Folgen fĂŒr die Gesundheit sowie fĂŒr die berufliche und private Situation des Opfers, wobei insbesondere Neuberger darauf hinweist, dass die TĂ€ter-Opfer-Unterscheidung sehr problematisch ist.
RegelmĂ€Ăige feindselige Angriffe rufen negative GefĂŒhle und starke Verunsicherungen bei den Betroffenen hervor, was in der Regel nicht ohne Folgen auf ihr Arbeits- und Leistungsverhalten bleibe. 98,7 % der deutschen Mobbingopfer geben diesbezĂŒglich negative Auswirkungen an. Am hĂ€ufigsten nennen Opfer laut Mobbing-Report Demotivation (71,9 %), starkes Misstrauen (67,9 %), NervositĂ€t (60,9 %), sozialen RĂŒckzug (58,9 %), OhnmachtsgefĂŒhle (57,7 %), innere KĂŒndigung (57,3 %), Leistungs- und Denkblockaden (57,0 %), Selbstzweifel an den eigenen FĂ€higkeiten (54,3 %), AngstzustĂ€nde (53,2 %) und KonzentrationsschwĂ€chen (51,5 %).[25] Beruflich kann Mobbing zu KĂŒndigung, Versetzung und ErwerbsunfĂ€higkeit des Opfers fĂŒhren.[25]
Die privaten und familiĂ€ren Auswirkungen von Mobbing auf die Betroffenen sind vielschichtig. Zu den hĂ€ufigsten Folgen gehören laut Mobbing-Report Unausgeglichenheit (23,7 %), soziale Isolation (21,6 %), Streit in der Familie beziehungsweise Partnerschaft (19,7 %), allgemeine Belastung (16,6 %), finanzielle Probleme (15,4 %), Antriebslosigkeit (13,9 %), AggressivitĂ€t (9,6 %), Ăberschattung des Privatlebens (9,6 %) und Depressionen (9,3 %).[25]
Die Folgen von Mobbing können erheblich ĂŒber einen bloĂen Verlust von LebensqualitĂ€t des Betroffenen hinausgehen. Laut Mobbing-Report erkranken 43,9 % der Betroffenen, davon sind fast die HĂ€lfte lĂ€nger als sechs Wochen krank.[25] Aggressives Mobbing kann beim Opfer zum âMobbingsyndromâ[56] fĂŒhren, das in die NĂ€he der Posttraumatischen Belastungsstörung gerĂŒckt oder mit dieser sogar gleichgesetzt wird.[28][57][58][59] So wird das âMobbingsyndromâ als AusprĂ€gung einer âkumulativen traumatischen Belastungsstörungâ (KTBS) gesehen, deren Aufnahme als Unterkapitel F43.3 in die deutsche Version der 10. Auflage der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10) bereits fĂŒr 2014 beantragt,[60] bislang jedoch nicht umgesetzt wurde. Eine groĂangelegte dĂ€nische Studie zeigte, dass Mobbing am Arbeitsplatz ein Risikofaktor fĂŒr Suizide als auch fĂŒr Suizidversuche ist.[61]
Im Zusammenhang mit den KrankheitsfĂ€llen ist von hohen volks- und betriebswirtschaftlichen Konfliktkosten auszugehen: SchĂ€tzungen zufolge reichen diese finanziellen SchĂ€den weit in den zweistelligen Milliardenbereich hinein.[62] Sie sind verursacht durch Heilbehandlungen und Rehabilitationskuren oder gar Dauerarbeitslosigkeit, ErwerbsunfĂ€higkeit und FrĂŒhverrentung der Betroffenen.[63] Der Zusammenhang zwischen Mobbing und LangzeitarbeitsunfĂ€higkeit wird ĂŒber die Zeit gröĂer. Daher wird vermutet, dass insbesondere Depressionen und weitere psychische Gesundheitsfaktoren der LangzeitarbeitsunfĂ€higkeit vorausgehen, und diese erst in der Konsequenz der Faktoren erfolgt.[64]
Dem einzelnen Unternehmen (bzw. der Institution) entstehen nennenswerte finanzielle Belastungen. Dazu gehören Minderleistung, Fluktuation und Fehlzeiten des von Mobbing betroffenen Mitarbeiters. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) beziffert die betrieblichen Kosten eines durch Mobbing bedingten Fehltages auf 103 bis 410 Euro. Dazu kommen die wesentlich höheren âindirektenâ Kosten: direkte und indirekte Fehlerkosten, Kosten durch direkten Leistungsverlust der beteiligten Mitarbeiter, Kosten durch Störungen der sozialen Arbeitsgemeinschaft, Motivations- und KreativitĂ€ts- und Imageverlust (Reputation). Gesicherte Berechnungen zu den durchschnittlichen Kosten von MobbingfĂ€llen existieren gegenwĂ€rtig nicht.
MaĂnahmen gegen Mobbing
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Es gibt verschiedene Möglichkeiten, etwas gegen Mobbing zu unternehmen. In vielen FĂ€llen (laut Mobbing-Report 22,5 %) sehen Mobbingopfer als einzigen Ausweg die eigene KĂŒndigung.[25] Sowohl von Seiten der Opfer als auch des Betriebes können MaĂnahmen ergriffen werden.
Praktiker empfehlen Betroffenen, dem TĂ€ter Grenzen zu setzen,[65] soweit es ihnen möglich ist und sie sich in der dazu notwendigen seelischen Verfassung befinden. Es gilt demzufolge als auĂerordentlich wichtig, dass das Opfer dem Mobber frĂŒhestmöglich ein klares âStopp!â signalisiert. Ansonsten kann sich der TĂ€ter bestĂ€tigt darin fĂŒhlen, ruhig weiter mobben zu können. Diese Aktion wirkt nach Esser/Wolmerath zweifach.[66] Zum einen stelle sie eine innere Umkehr beim Betroffenen dar, sich nicht mehr als wehrloses Opfer zu fĂŒhlen.[66] Zum anderen signalisiere die Aktion dem oder den Mobbern das Ende des âleichten Spielsâ. Dabei sollte es dem Betroffenen klar sein, dass das erste Anzeichen einer Gegenwehr voraussichtlich zu einer VerĂ€nderung der Situation fĂŒhren kann, bei der eine Eskalation wahrscheinlich sei. Es empfehle sich die UnterstĂŒtzung eines Mobbingberaters zu suchen.
Betroffene, die den oder die TĂ€ter nicht selbst zur Rede stellen können, können sich Hilfe innerhalb des Betriebes suchen. Erster Ansprechpartner ist immer der Vorgesetzte, oder falls dieser am Mobbing beteiligt ist, dessen Vorgesetzter. Kollegen kommen genauso als UnterstĂŒtzung in Frage. GesprĂ€che mit einem TĂ€ter sollen grundsĂ€tzlich zu dritt gefĂŒhrt werden. Der Dritte dient dabei als Zeuge, Katalysator, Moderator, Coach oder Mediator. Der Betriebsrat beziehungsweise der Personalrat kann als Interessensvertreter des Mitarbeiters als Partner fĂŒr Mobbingopfer geeignet sein, besonders, wenn FĂŒhrungskrĂ€fte am Mobbing beteiligt sind. Es kann aber, insbesondere in kleineren Firmen und im öffentlichen Dienst (Personalrat), passieren, dass sich der Betriebsrat mit den Angreifern solidarisiert. Externe Beratungsstellen stellen eine weitere Anlaufstelle fĂŒr Mobbingopfer dar.[67]
Als ein nĂŒtzliches Hilfsmittel fĂŒr Opfer gilt ein âMobbingtagebuchâ,[67] in dem das Opfer den Verlauf der Mobbingsituation so genau wie möglich festhalten soll. Dabei hĂ€lt der Betroffene jedes Mal die Uhrzeit und die jeweilige Situation fest, in der es zu Ăbergriffen kam, wer welche Handlung begangen hat, wer mit anwesend war und die Situation eventuell mitbekommen hat, und wie er sich dabei gefĂŒhlt hat. Eventuelle körperliche oder gesundheitliche Reaktionen als Folge und der zeitliche Abstand, in dem sie aufgetreten sind, werden vermerkt.

AuĂerdem bietet sich in diesem Tagebuch die Möglichkeit, eventuelle Arztbesuche zu dokumentieren, die aufgrund der VorfĂ€lle nötig sind. Im Falle einer Gerichtsverhandlung dient das Mobbingtagebuch als Hilfe zur Beweissicherung.
Betriebliche Strategien gegen Mobbing lassen sich in PrÀvention und Intervention einteilen.
Als zentrale PrĂ€ventionsmaĂnahme gilt der Aufbau einer Organisations- und FĂŒhrungskultur, die eine konstruktive Zusammenarbeit garantiert, in der jeder Einzelne von allen wertgeschĂ€tzt wird. SekundĂ€re MaĂnahmen sind: AufklĂ€rung (BroschĂŒren, Plakate, Diskussionen âŠ), Installation einer betriebsinternen Infrastruktur gegen Mobbing am Arbeitsplatz (etwa Betriebsvereinbarung fĂŒr Fairness am Arbeitsplatz), die systematische Sammlung von Daten ĂŒber Mobbing im Betrieb oder die Beseitigung von betrieblichen Rollenkonflikten.[69]
Bei der Intervention geht es zuerst darum, den Mobber zu stoppen, z. B. durch Zivilcourage und Mediation.[69] Mediation bietet allerdings ausschlieĂlich Erfolgschancen, wenn der TĂ€ter eine Lösung des Konfliktes möchte. Nachdem dem Mobber Einhalt geboten wurde, kommt der UnterstĂŒtzung des Opfers eine gewichtige Bedeutung zu. Ebenso muss der TĂ€ter so unterstĂŒtzt werden, dass er sein Verhalten nicht nur im aktuellen Fall, sondern grundsĂ€tzlich Ă€ndert. Psychotherapie, Selbsthilfegruppen und medizinische Therapien gelten als geeignete UnterstĂŒtzungsmaĂnahmen fĂŒr das Opfer und den TĂ€ter.[69]
Verantwortlich fĂŒr die Gestaltung der Unternehmens- und FĂŒhrungskultur, fĂŒr den Arbeitsschutz und fĂŒr die Intervention in konkreten Mobbing-FĂ€llen ist der Arbeitgeber. Wenn er diese Aufgabe nicht nachweislich erfĂŒllt, kann er vom Opfer arbeits- und zivilrechtlich belangt werden.
Rechtliche Situation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gesetzgebung in Bezug auf Mobbing am Arbeitsplatz in unterschiedlichen LĂ€ndern ist stark verschieden. In manchen LĂ€ndern (etwa Schweden, Frankreich oder Spanien) gibt es gesetzlich verankerte Bestimmungen zum Schutz gegen Mobbing am Arbeitsplatz. In anderen LĂ€ndern besteht kein oder nur kaum Schutz gegen Mobbing, solange nicht einzelne Handlungen rechtliche TatbestĂ€nde nachweislich erfĂŒllen.
In der Schule
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mobbing in der Schule (im Englischen bei AktivitĂ€ten von Einzelpersonen âBullyingâ genannt[28]) bedeutet ein gegen SchĂŒler gerichtetes âGemeinseinâ, Ărgern, Angreifen, Schikanieren und Sekkieren.[70] Die TĂ€ter sollen vor allem schwĂ€chere und Ă€ngstlichere Opfer bevorzugen.[71] Der Psychologe und Mobbingforscher Olweus unterscheidet zwischen zwei Idealtypen von Mobbingopfern an Schulen, dem passiven Opfer und dem provozierenden Opfer.[14] Laut dem Schulforscher Wolfgang Melzer kann Mobbing in der Schule nicht auf bestimmte TĂ€ter- und Opferpersönlichkeiten zurĂŒckgefĂŒhrt werden, sondern auf das Schulklima.[72]
Im Internet
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Als Cyber-Mobbing werden verschiedene Formen der Diffamierung, BelĂ€stigung, BedrĂ€ngung und Nötigung anderer Menschen oder Firmen mit Hilfe elektronischer Kommunikationsmittel ĂŒber das Internet, in Chatrooms, beim Instant Messaging und/oder auch mittels Mobiltelefonen bezeichnet. Dazu gehört auch der Diebstahl von (virtuellen) IdentitĂ€ten, um in fremden Namen Beleidigungen auszustoĂen oder GeschĂ€fte zu tĂ€tigen. Opfer werden durch BloĂstellung im Internet, permanente BelĂ€stigung oder durch Verbreitung falscher Behauptungen gemobbt.
Im Heim
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mobbing im Heim ist ein PhÀnomen, das vom Sozialepidemiologen Markus Dietl in seinem gleichnamigen Buch beschrieben wurde.[73] Er stellt fest, dass sowohl Klienten als auch Mitarbeiter Mobbinghandlungen ausgesetzt sind, und beschreibt empathische Konzepte als Lösungsweg.
Der Soziologe Erving Goffman untersuchte bereits in den 1970er Jahren Gewaltereignisse in Heimen. Er fĂŒhrte den Begriff der Totalen Institution ein, wozu er neben Heimen auch andere Einrichtungen wie GefĂ€ngnisse und Psychiatrien zĂ€hlt.[74]
Im Raum der Kirchen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mobbing im Raum der Kirche hat oft als zentrales Element das Aufeinandertreffen von hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Mobbing kann in allen Denominationen vorkommen, wobei die Bereitschaft, das Problem als ein ernstes anzuerkennen, nicht ĂŒberall gleich stark ausgeprĂ€gt ist. In der evangelischen Kirche Deutschlands gibt es seit dem Jahr 2001 als Ansprechpartner fĂŒr Mobbingopfer den Verein D.A.V.I.D.[75]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Peter Teuschel: Mobbing. Dynamik â Verlauf â gesundheitliche und soziale Folgen. Klett-Cotta/Schattauer, 2009, ISBN 978-3-608-42682-3.
Wissenschaftliche Literatur zu Mobbing am Arbeitsplatz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Heinz Leymann: Mobbing â Psychoterror am Arbeitsplatz und wie man sich dagegen wehren kann. Rowohlt, Hamburg 1993, ISBN 3-499-13351-2.
- Oswald Neuberger: Mobbing â Ăbel mitspielen in Organisationen. Hampp, MĂŒnchen 1994, ISBN 3-87988-093-X.
- Klaus Niedl: Mobbing/Bullying am Arbeitsplatz â Eine empirische Analyse zum PhĂ€nomen sowie zu personalwirtschaftlich relevanten Effekten von systematischen Feindseligkeiten. Hampp, MĂŒnchen 1995, ISBN 3-87988-114-6.
- Martin Wolmerath: Mobbing. Rechtshandbuch fĂŒr die Praxis, 4. Aufl., Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2013, ISBN 978-3-8329-7763-4
EinfĂŒhrungen zu Mobbing am Arbeitsplatz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Josef Schwickerath (Hrsg.): Mobbing am Arbeitsplatz â Grundlagen, Beratungs- und Behandlungskonzepte. Pabst, Lengerich 2004, ISBN 3-89967-112-0.
- StĂ„le Einarsen, Helge Hoel, Dieter Zapf, Cary Cooper: Bullying and Harassment in the Workplace â Developments in Theory, Research, and Practice. 2. Auflage. CRC Press, Boca Raton 2010, ISBN 978-1-4398-0489-6.
- Paul Maurice Conway, Annie Hogh, Cristian Balducci, Denis Kiyak Ebbesen: Workplace Bullying and Mental Health. In Handbooks of Workplace Bullying, Emotional Abuse and Harassment, Pathways of Job-Related Negative Behaviour; DâCruz, P., Noronha, E., Eds.; Springer, Singapur 2018; Volume 2. doi:10.1007/978-981-10-6173-8_5-1
- Anka Kampka, Nathalie Brede, Ansgar Brede: Keine Angst vor Mobbing. Stuttgart 2008, ISBN 978-3-608-86012-2.
- Carsten Burfeind: Mobbing am Arbeitsplatz erkennen und verstehen: Tipps fĂŒr verantwortliches Handeln im BGM. Wiesbaden 2020, ISBN 978-3-658-31286-2.
ReprÀsentativstudien zu Mobbing am Arbeitsplatz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- BĂ€rbel Meschkutat, Martina Stackelbeck, Georg Langenhoff: Der Mobbing-Report â ReprĂ€sentativstudie fĂŒr die Bundesrepublik Deutschland. Wirtschaftsverlag NW, Dortmund 2002, ISBN 3-89701-822-5 (PDF; 614 kB).
- Alain Kiener, Maggie Graf, JĂŒrg Schiffer, Ernesta von Holzen Beusch, Maya Fahrni: Mobbing und andere psychosoziale Spannungen am Arbeitsplatz in der Schweiz. (PDF; 669 kB ( vom 8. August 2007 im Internet Archive)). Staatssekretariat fĂŒr Wirtschaft (SECO), Bern 2002.
- Sebastian Hartmann: Mobbing und Straining im öffentlichen Dienst: Eine rechtliche WĂŒrdigung juristisch vernachlĂ€ssigter, aber real existenter PhĂ€nomene, WĂŒrzburg 2023, doi:10.25972/OPUS-31672 (Juristische Dissertation, die 2018 von der UniversitĂ€t WĂŒrzburg angenommen wurde und auf einer groĂangelegten Studie basiert mit annĂ€hernd reprĂ€sentativen Ergebnissen im Bereich des öffentlichen Dienstes mit rund 2.300 Teilnehmenden).
- Bundesministerium fĂŒr Arbeit und Soziales: Mobbing in der Arbeitswelt: Bedeutung, Verbreitung und PrĂ€vention (Mobbing-Report 2024) (PDF; 2.068 kB), Berlin, 2025, basierend auf dem Forschungsbericht 655 ReprĂ€sentative Studie zum Thema Mobbing in der Arbeitswelt in der Bundesrepublik Deutschland, (ISSN 0174-4992, PDF; 4.544 kB) der UniversitĂ€t Leipzig vom Juni 2024 (veröffentlicht im Februar 2025); die Studie umfasst 5.015 Teilnehmende.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- GehirnwÀsche Konzept zur systematischen psychologischen Manipulation.
- Gaslighting, Form von Manipulation und psychischer Gewalt.
- Indoktrination, gezielte Manipulation von Menschen, um ideologische Absichten durchzusetzen oder Kritik auszuschalten.
- Manipulation, gezielte und verdeckte Einflussnahme auf das Erleben und Verhalten von Einzelnen und Gruppen.
- Schikane, Ausnutzung von Machtbefugnissen, um Menschen Schwierigkeiten zu bereiten.
- Zersetzung (Ministerium fĂŒr Staatssicherheit), eine in der ehemaligen DDR eingesetzte geheimpolizeiliche Methode zur BekĂ€mpfung politischer Gegner.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Factsheet 23 â Mobbing der EuropĂ€ischen Agentur fĂŒr Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (23. Februar 2002)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Ursula Kraif (Red.): Duden. Das Fremdwörterbuch. 9. Auflage. Dudenverlag, Mannheim 2007, ISBN 978-3-411-04059-9 (Der Duden in zwölf BĂ€nden, Bd. 5), S. 667.
- â a b Heinz Leymann: Handanleitung fĂŒr den LIPT-Fragebogen. Leymann Inventory of Psychological Terror. Dgtv, TĂŒbingen 1996, ISBN 3-87159-333-8. (Deutsche Gesellschaft fĂŒr Verhaltenstherapie, Materialien, Bd. 33), Begleitmaterial Fragebogen, S. 2.
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- â Christian Riedel: MilliardenschĂ€den durch Mobbing am Arbeitsplatz. Abgerufen am 5. Februar 2023 (deutsch).
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- â Christa Kolodej, Elisa Niederkofler und Wolfgang Kallus: Der Fast and Frugal Tree-Fragebogen fĂŒr Mobbing (FFTM). Journal Psychologie des Alltagshandelns, Jg. 11, Nr. 1, innsbruck university press, Innsbruck 2018.
- â Axel Esser, Martin Wolmerath. Mobbing und psychische Gewalt: der Ratgeber fĂŒr Betroffene und ihre Interessenvertretung. 9., völlig ĂŒberarbeitete und aktualisierte Auflage Bund-Verlag, Frankfurt am Main 2015. Vgl. auch Eva Zinke, Margit Höfle-BrĂŒckner, Margrit Kronisch Irmgard Seefried: Mobbing wirkungsvoll begegnen â ein Ratgeber der IG Metall. IG Metall, Frankfurt am Main 2006, S. 4.
- â a b c Christoph Seydl: Mobbing im SpannungsverhĂ€ltnis sozialer Normen â eine dissonanztheoretische Betrachtung mit Untersuchung. Trauner, Linz 2007, ISBN 978-3-85499-312-4.
- â a b c d Dan Olweus: Mobbning â vad vi vet och vad vi kan göra. Liber, Stockholm 1986, ISBN 91-40-71638-4.
- â Heinz Leymann: Mobbing: Psychoterror am Arbeitsplatz und wie man sich dagegen wehren kann. Rowohlt E-Book, Kindle-Version, Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2013, S. 24 ff.
- â Axel Esser und Martin Wolmerath: Mobbing und psychische Gewalt: Der Ratgeber fĂŒr Betroffene und ihre Interessenvertretung. 9., völlig ĂŒberarbeitete und aktualisierte Auflage, Kindle-Version, Bund-Verlag GmbH, Frankfurt am Main 2015.
- â a b Martin Wolmerath, Axel Esser. Mobbing â AnsĂ€tze fĂŒr die Betriebsratsarbeit (PDF; 117 kB). In: Arbeitsrecht im Betrieb. Bd. 2000, Nr. 7, 2000, ISSN 0174-1225, S. 388â391.
- â Dieter Zapf: Mobbing â eine extreme Form sozialer Belastung in Organisationen. In: Psychologie der Arbeitssicherheit. Bd. 10, 2000, ISBN 3-89334-356-3, S. 142â149.
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- â Carsten Burfeind: Mobbing am Arbeitsplatz erkennen und verstehen. Tipps fĂŒr verantwortliches Handeln im BGM. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2020, S. 33.
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- â Paul Maurice Conway, Annette Erlangsen, Matias BrĂždsgaard Grynderup, Thomas Clausen, Reiner Rugulies, Jakob Bue BjĂžrner, Hermann Burr, Laura Francioli, Anne Helene Garde, Ă se Marie Hansen, Linda Magnusson Hanson, Tage SĂžndergĂ„rd Kristensen, Eva GemzĂže Mikkelsen, Elsebeth Stenager, Sannie Vester Thorsen, Ebbe Villadsen, Annie Hogh: Workplace Bullying and Risk of Suicide and Suicide Attempts: A Register-Based Prospective Cohort Study of 98 330 Participants in Denmark. In: SSRN Electronic Journal. 2021, ISSN 1556-5068, doi:10.2139/ssrn.3829717 (ssrn.com [abgerufen am 18. Juni 2024]).
- â âKosten fĂŒr die Volkswirtschaft insgesamt: 40 bis 100 Milliarden Mark schĂ€tzen die Experten.â Claudia Weingartner: Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt. ( vom 20. Juli 2007 im Internet Archive) Focus online
- â Die Kosten, die durch Mobbing entstehen. ( vom 10. Februar 2010 im Internet Archive) WebprĂ€senz des Deutschen Gewerkschaftsbundes
- â Hermann Burr, Cristian Balducci, Paul Maurice Conway, Uwe Rose: Workplace Bullying and Long-Term Sickness AbsenceâA Five-Year Follow-Up Study of 2476 Employees Aged 31 to 60 Years in Germany. In: International Journal of Environmental Research and Public Health. Band 19, Nr. 12, Januar 2022, ISSN 1660-4601, S. 7193, doi:10.3390/ijerph19127193, PMID 35742441 (mdpi.com [abgerufen am 18. Juni 2024]).
- â Zum Umgang mit Mobbing und sexueller BelĂ€stigung am Arbeitsplatz ( vom 12. MĂ€rz 2005 im Internet Archive) Infoblatt des Personalamtes des Kantons Luzern, S. 3
- â a b Axel Esser, Martin Wolmerath: Mobbing â der Ratgeber fĂŒr Betroffene und ihre Interessenvertretung. Bund-Verlag, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-7663-3214-7.
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- â Mitteilung der Kommission - Anpassung an den Wandel von Arbeitswelt und Gesellschaft: eine neue Gemeinschaftsstrategie fĂŒr Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz 2002-2006. 2002 (europa.eu [abgerufen am 3. MĂ€rz 2025]).
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- â Peter K. Smith, Helen Cowie, Ragnar F. Olafsson, Andy P. D. Liefooghe: Definitions of Bullying â A Comparison of Terms Used, and Age and Gender Differences, in a Fourteen-Country International Comparison. In: Child Development. Bd. 73, Nr. 4, 2002, ISSN 0009-3920, S. 1119â1133.
- â Norbert KĂŒhne: Pöbeln, demĂŒtigen und schikanieren. Mobbing im Kindergarten. In: klein&groĂ â Zeitschrift fĂŒr FrĂŒhpĂ€dagogik. Bd. 2007, Nr. 12, 2007, ISSN 0863-4386, S. 45â46.
- â Ulrich Winterfeld: Gewalt in der Gesellschaft â ein Thema fĂŒr Psychologen. In: Report Psychologie. Jg. 32, Nr. 11â12, 2007, ISSN 0344-9602, S. 481.
- â Markus Dietl: Mobbing im Heim: Gewaltfreie Lösungswege. Springer, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-06250-7.
- â Erving Goffman: Ăber die soziale Situation psychiatrischer Patienten und anderer Insassen. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1973, ISBN 978-3-518-10678-5.
- â D.A.V.I.D. gegen Mobbing in der evangelischen Kirche â gegen Mobbing in der evangelischen Kirche. Abgerufen am 3. MĂ€rz 2025.
