| Mark Selby | |
|---|---|
| Geburtstag | 19. Juni 1983 (42 Jahre) |
| Geburtsort | Leicester |
| Nationalität | |
| Spitzname(n) | The Jester from Leicester, Mark the Shark |
| Profi | seit 1999 |
| Preisgeld | 9.150.029 £ (Stand: 8. Februar 2026) |
| Höchstes Break | 147[1] (6×) |
| Century Breaks | 947 (Stand: 8. Februar 2026) |
| Profitour-Erfolge | |
| Weltmeisterschaften | 4 (2014, 2016, 2017, 2021) |
| Ranglistenturniersiege | 25 |
| Minor-Turniersiege | 7 |
| Weltranglistenplatzierungen | |
| Höchster WRL-Platz | 1 (Sep. 2011–Nov. 2012, Dez. 2012–Feb. 2013, Apr.–Jun. 2013, Mai–Jul., Aug.–Dez. 2014, Feb. 2015–Mrz. 2019, Aug.–Okt. 2021, Nov. 2021–Apr. 2022)[2] |
| Aktuell | 6 (Stand: 9. Februar 2026) |
Mark Selby MBE (* 19. Juni 1983 in Leicester) ist ein englischer Snooker- und Poolbillardspieler. Er war der erfolgreichste Spieler der 2010er Jahre und führte bis 2022 mit Unterbrechungen 350 Wochen die Weltrangliste an. In diesem Zeitraum gewann er viermal die Weltmeisterschaft und jeweils dreimal die anderen beiden Turniere der Triple Crown.
Karriere
Jugend und erste Profijahre
Mark Selbys Eltern trennten sich, als er acht Jahre alt war, und er wuchs bei seinem Vater auf. Der brachte ihm Snooker bei und nahm ihn mit zu Turnieren. Da er aus Altersgründen nicht im Club seines Vaters spielen durfte, nahm ihn Malcolm Thorne, selbst Clubbetreiber und der Bruder von Profispieler Willie Thorne, unter die Fittiche und ermöglichte ihm das tägliche Training und die Teilnahme an Turnieren.[3] 1998 wurde Selby englischer U15-Meister. Daraufhin durfte er auf der UK Tour spielen, wo seine Ergebnisse für eine Qualifikation für die erstklassige Profitour ausreichten.[4] So wurde er zur Saison 1999/2000 mit 16 Jahren als jüngster Spieler der Tour Profi.[4] Zwei Monate vorher war Selbys Vater an einer Krebserkrankung verstorben. Dessen letzter Wille war es, dass sein Sohn einmal Snookerweltmeister werden sollte.[5]
Im ersten Jahr kam Selby viermal unter die Letzten 64 und hielt sich damit im Profifeld. Im Jahr darauf war die letzte Qualifikationsrunde bei den China Open 2000 sein bestes Ergebnis. In der Saison 2001/02 gelang ihm beim selben Turnier der Durchbruch: Er kam in die Hauptrunde der China Open, schlug mit Joe Swail und Stephen Hendry zwei Top-10-Spieler und anschließend sogar den Weltranglistenersten Ronnie O’Sullivan, bevor er im Halbfinale gegen Anthony Hamilton ausschied. Zwei weitere Male erreichte er immerhin die Hauptrunde, bei der Weltmeisterschaft kam er erstmals in die letzte Qualifikationsrunde. Höhepunkt der nächsten Saison waren die Regal Scottish Open, bei denen er sein erstes Ranglistenfinale erreichte. Mit Paul Hunter, Matthew Stevens und Ken Doherty schlug er drei Spieler aus den Top 10, verpasste aber durch ein knappes 7:9 gegen David Gray seinen ersten Titel. Dreimal kam er zudem in die Runde der Letzten 32 und bei der WM erreichte er mit einem Sieg gegen James Wattana zum zweiten Mal die letzte Qualifikationsrunde, was ihn bis in die Top 32 der Weltrangliste steigen ließ.
Weil im Jahr darauf herausragende Ergebnisse fehlten und er nur zweimal unter die Letzten 32 kam, rutschte er umgehend wieder auf Platz 36 ab. Die Saison 2004/05 begann mit dem Viertelfinaleinzug beim Grand Prix. Außerdem gelang ihm durch einen 10:2-Sieg über Joe Perry bei der WM-Qualifikation zum ersten Mal der Einzug in die Hauptrunde im Crucible Theatre, auch wenn er dort 5:10 gegen John Higgins verlor. Bereits im Jahr darauf bekam er an selber Stelle Gelegenheit zur Revanche und mit einem 10:4 über den Schotten gelang ihm sein erster Hauptrundensieg bei der Weltmeisterschaft. Nach einer auch sonst soliden Saison ging es nach drei Jahren wieder aufwärts in die Top 32.
Aufgrund der geringen Zahl der Turniere für Snookerprofis zu der Zeit und der wenigen Partien wegen der gestaffelten Qualifikation blieb Selby Zeit, daneben auch noch im Blackball, der englischen Variante von 8-Ball-Billard anzutreten. Auch dort erwies er sich als sehr talentierter Spieler und 2006 gelang ihm der Sieg bei der WEPF-Weltmeisterschaft. Danach fasste er allerdings den Entschluss, sich in Zukunft ganz auf Snooker zu konzentrieren.
Aufstieg an die Spitze
In der Snooker-Saison 2006/07 gelang ihm in vier von sechs Ranglistenturnieren der Einzug ins Achtelfinale. Seine erste Masters-Teilnahme verpasste er knapp durch eine Niederlage gegen Stuart Bingham im Entscheidungsspiel des Qualifikationsturniers. Am Saisonende zog er zum dritten Mal in Folge in die Weltmeisterschaftsendrunde ein. Als ungesetztem Spieler gelang ihm der Durchmarsch ins Finale, was vor ihm erst zwei Spieler (1979 Terry Griffiths und 2005 Shaun Murphy) geschafft hatten. Dabei drehte er im Viertel- und im Halbfinale jeweils nur noch einen Frame vom Ausscheiden entfernt das jeweilige Spiel und gewann mit dem letzten und entscheidenden Frame. Auch im Finale machte er eine 1:7-Session und einen Rückstand von 4:12 nach dem ersten Finaltag mit einer 6:0-Serie am zweiten Tag nahezu wett. Dennoch unterlag er John Higgins in einem bis 0:55 Uhr dauernden Match am Ende mit 13:18. Mit seinen Erfolgen bei diesem Turnier schaffte er erstmals den Sprung unter die besten 16 Snookerspieler der Welt, in der offiziellen Weltrangliste für die Saison 2007/08 stand er auf Platz 11.

Ins nächste Jahr ging er mit Halbfinals beim Shanghai Masters und bei der UK Championship, wo er nur knapp 8:9 gegen Ronnie O’Sullivan verlor. Im Viertelfinale des Turniers gegen Marco Fu spielte er mit 77 Minuten den bis dahin längsten Frame, der je bei einer Live-Übertragung eines Weltranglistenturniers gespielt worden war. Für das Masters 2008 war er automatisch qualifiziert und bei seinem ersten Auftritt bei dem Traditionsturnier kam er auf Anhieb ins Finale. Er besiegte Stephen Lee mit 10:3 und gewann seinen ersten Titel auf der Main Tour. Nur einen Monat später stand er bei den Welsh Open wieder im Finale. Das erneute Aufeinandertreffen mit O’Sullivan entschied er diesmal nach 5:8-Zwischenstand mit 9:8 für sich und ließ damit seinen ersten Sieg bei einem Ranglistenturnier folgen. Er erhielt eine Einladung für die erstmals ausgetragene Championship League und erreichte auch dort das Finale, verlor es aber mit 1:3 gegen Joe Perry. Trotz einer Auftaktniederlage bei der WM-Endrunde war er nach der Saison der viertbeste Spieler der Welt.
2008/09 verlief hinsichtlich der Ranglistenturniere nicht so erfolgreich, nur beim Shanghai Masters erreichte er das Halbfinale. Bei den Einladungsturnieren war der Engländer dagegen sehr erfolgreich, jedoch ohne Finalglück: Das Jiangsu Classic verlor er gegen Ding Junhui, die Premier League und das Masters gegen Ronnie O’Sullivan, die Championship League gegen Judd Trump. Auch im nächsten Jahr fehlten die großen Erfolge in den Ranglistenturnieren. Saisonhöhepunkt war das dritte Masters-Finale in Folge, das er nach 6:9-Rückstand noch 10:9 gegen O’Sullivan gewann.[6] Er konnte nicht viele Punkte aus den zwei Jahren davor verteidigen, dank des Halbfinals bei der Weltmeisterschaft 2010 konnte er sich aber unter den Top 10 halten.
Weltranglistenerster und Weltmeister
Die Saison 2010/11 brachte größere Umbrüche im Snookersport mit der Einführung der Players Tour Championship und weiterer neuer Turniere. Mit der enormen Steigerung an Spielen kam er gut zurecht. Schon beim zweiten PTC-Turnier gewann er seinen ersten Minor-Ranking-Titel, ein Sieg mit einer reduzierten Zahl an Weltranglistenpunkten. Anschließend gewann er die Weltmeisterschaft im Sonderformat 6-Red-Snooker. Zweimal erreichte er das Endspiel bei den vollwertigen Ranglistenturnieren, verlor aber das nach 13 Jahren erstmals wieder ausgetragene German Masters gegen Mark Williams und die China Open gegen Judd Trump. Vier weitere Male erreichte er das Halbfinale. Erstmals drang er am Saisonende in die Top 3 vor. Zu Beginn der nächsten Spielzeit holte er beim Einladungsturnier in Wuxi seinen nächsten Titel. Danach gewann er das zur PTC-Serie gehörende Paul Hunter Classic in Fürth. Der Sieg beim hochdotierten Shanghai Masters im September 2011 brachte ihn schließlich in der Saisonzwischenwertung erstmals auf Platz 1. Es war sein achter Turniersieg, aber erst der zweite bei einem vollwertigen Ranglistenturnier. Das Finale gegen Mark Williams ging mit 10:9 an ihn, nachdem er 7:9 zurückgelegen hatte. Im weiteren Saisonverlauf folgte noch das Finale bei den Welsh Open und das Halbfinale beim World Open und trotz einer erneuten Auftaktniederlage in der WM-Endrunde verteidigte er die Spitzenposition bis zum Saisonende.
2012/13 brachte Selby gleich vier weitere Titel. Am wertvollsten war der Sieg bei der UK Championship, dem zweiten Triple-Crown-Turnier. Er brachte ihm auch seine Spitzenposition zurück, nachdem ihn Judd Trump zwischenzeitlich in der Weltrangliste überholt hatte. Das Masters gewann er in dieser Saison bereits zum dritten Mal. Dazu kam die Titelverteidigung beim Paul Hunter Classic und der Gewinn der Munich Open, den beiden deutschen PTC-Turnieren. Zwei weitere Finale erreichte er bei den China Open und beim PTC-Turnier in Antwerpen.
Zu Beginn der nächsten Saison gab es eine überraschende Auftaktniederlage beim Wuxi Classic gegen Andrew Pagett. Dadurch verlor er wieder die Weltranglistenführung, diesmal an den Turniersieger Neil Robertson. Die Saison wurde zu einem Dauerduell dieser beiden Spieler. Sie trafen im Halbfinale der Australian Open und im Finale der UK Championship aufeinander, beide Male gewann der Australier. In der Halbfinalpartie gegen Ricky Walden hatte er zuvor das 100. offizielle Maximum Break im Profisnooker gespielt.[7] In den Gruppenspielen der Championship League gewann Selby zwei Mal die direkte Begegnung, das spielte aber für die Rangliste keine Rolle. So gab es kein Vorbeikommen an Robertson, auch weil Selby viele Punkte liegenließ. Er gewann zwar diesmal die Antwerp Open, die waren aber nur ein Minor-Ranking-Turnier. Darüber hinaus kam er nur noch gegen Saisonende beim World Open ins Endspiel, das er verlor. Bei der abschließenden Weltmeisterschaft hatte er einen schweren Start mit 10:9 gegen Michael White. Dann folgten aber zwei souveräne Siege und im Halbfinale der direkte Kampf um die Weltspitze gegen Robertson. Bis zum 14:14 lagen sie gleichauf, dann spielte sich Selby den entscheidenden Vorteil heraus und gewann mit 17:15. Bei seinem zweiten WM-Finale nach 2007 lief er am ersten Tag gegen Titelverteidiger Ronnie O’Sullivan ständig einem Rückstand hinterher. Doch nachdem er aus einem 5:10 ein 10:10 gemacht hatte, gewann er die Oberhand und mit einem 18:14-Sieg holte er sich seinen ersten Weltmeistertitel. Damit hatte er als neunter Spieler die drei wichtigsten Titel im Snooker – WM, Masters und UK Championship (Triple Crown) – mindestens einmal gewonnen und sich außerdem die Führung in der Weltrangliste zurückgeholt.
Dominanz in den 2010er Jahren

Seine erste Saison als Weltmeister 2014/15 verlief wechselhaft. Es gab schwächere Ergebnisse wie das Erstrundenaus bei der International Championship, aber auch einen PTC-Sieg bei den Riga Open. An der Spitze der Weltrangliste rückten die Spieler zusammen, und als er bei der UK Championship früh ausschied, verlor er viele Punkte und fiel bis auf Rang 4 der Zwischenwertung. Der Sieg beim German Masters Anfang 2015[8] brachte ihn aber schnell wieder auf Platz 1. Und nachdem er als drittes Turnier auch noch die China Open gewonnen hatte, hatte er genug Polster, dass er trotz Achtelfinalaus bei der Weltmeisterschaft an der Spitze blieb.
Nach der Saison wurde Selby zusammen mit John Parrott in die Snooker Hall of Fame aufgenommen.[9]
In der folgenden Saison drehte sich der Verlauf um. Bei den kleineren Turnieren war er nicht so erfolgreich, aber mit den Halbfinals bei der International Championship und der UK Championship festigte er seine Position. In der Players Tour Championship hatte er nur einen größeren Erfolg: Er gewann die Gdynia Open 2016 am Ende der Serie. Es war sein siebter und letzter PTC-Sieg, denn die Serie wurde eingestellt. In die WM am Saisonende ging er als einer der Favoriten und kam relativ souverän durch das ganze Turnier. Weil er gleich mit 6:0 in Führung ging, konnte er auch das Finale gegen Ding Junhui kontrollieren und mit 18:14 gewann er die Partie und seinen zweiten Weltmeistertitel. Selby war damit der sechste Spieler, der die Weltmeisterschaft öfter als einmal gewonnen konnte. Im Rahmen der Siegerehrung zeigte er als bekennender Fan eine Fahne des Fußballvereins Leicester City vor, der am selben Tag – dem 2. Mai 2016 – erstmals englischer Fußballmeister geworden war.[10]
Der erste Höhepunkt in der 2016/17 war das Paul Hunter Classic: Mit seinem dritten Sieg in Fürth wurde er zum Rekordgewinner des Turniers. Beim Shanghai Masters kam er wieder ins Finale, verlor aber gegen Ding Junhui nach 6:3-Führung mit 6:10. Beide bestritten auch das Endspiel der International Championship und Selby revanchierte sich mit 10:1. Schließlich gewann er auch noch die UK Championship gegen Ronnie O’Sullivan im Finale und die China Open gegen Mark Williams. Mit diesen Siegen bei drei der größten Turniere ging er erneut als Favorit in die Weltmeisterschaft. Erst das Halbfinale, erneut gegen Ding, war die erste Herausforderung, die er wieder kontrolliert mit einem 17:15-Sieg meisterte. Im Finale lag er gegen John Higgins am ersten Tag erstmals deutlicher im Rückstand, doch er drehte auch dieses Spiel und mit 18:15 verteidigte er erfolgreich seinen Weltmeistertitel.[11]
Nachlassende Erfolge und mentale Krise
Durch einen Haushaltsunfall im Juli 2017, bei dem er sich die große Zehe brach,[12] verpasste er den Auftakt der Saison 2017/18 und brauchte danach einige Zeit, um in Form zu kommen. Bei der International Championship Anfang November zeigte er wieder Stärke und zog ins Finale ein, in dem er Mark Allen mit 10:7 besiegte. Aber die Saison blieb durchwachsen. Bei der UK Championship schied er als Titelverteidiger in Runde 2 aus. Beim Masters verlor er das Auftaktspiel. Beim World Grand Prix kam er ins Halbfinale und bei den China Open verteidigte er erfolgreich seinen Vorjahrestitel. Rechtzeitig zur WM schien er damit wieder bereit zu sein, er verlor aber überraschend sein Auftaktspiel gegen Joe Perry mit 4:10. Trotzdem blieb er das dritte Jahr in Folge unangefochten auf Platz 1 der Weltrangliste.
Selby begann die Saison 2018/19 bei den World Open, wo er im Achtelfinale Noppon Saengkham unterlag. Sein einziger Turniersieg der Saison gelang ihm bei der China Championship, als er im Finale John Higgins mit 10:9 im Entscheidungsframe schlug. Danach verlief seine Saison sehr unbeständig, einzig bei den Northern Ireland Open konnte er noch das Halbfinale erreichen, das er mit 5:6 gegen Ronnie O’Sullivan verlor. Bei der UK Championship schied er in der ersten Runde gegen den Amateur James Cahill nach einem 3:6 aus. Nachdem Selby bei der Tour Championship im Viertelfinale mit 8:9 an Neil Robertson gescheitert war und Ronnie O’Sullivan das Turnier gewonnen hatte, verlor er nach 215 Wochen in Folge die Spitzenposition der Weltrangliste an O’Sullivan. Nur drei Spieler hatten sich länger gehalten und das auch nur in früheren Jahrzehnten, als die Weltrangliste nur am Saisonende aktualisiert worden war. Bei der WM gelang dem Engländer zum Abschluss zwar noch ein Sieg, da damit aber beide WM-Titel aus der Wertung gefallen waren, rutschte er deutlich ab bis auf Platz 6. Später machte er öffentlich, dass er in jener Zeit unter Depressionen gelitten hatte, die er inzwischen unter Kontrolle habe. Seine mentale Stärke habe er auch durch die Hilfe von Mentalcoach Chris Henry wiedererlangt.[13]
Die vierte Weltmeisterschaft
In der Saison 2019/20 konnte er mit den English Open und den Scottish Open zwei der vier Home-Nations-Turnier für sich entscheiden. Dazu erreichte er bei der International Championship, der China Championship und der Tour Championship 2020 das Halbfinale, was wichtig für die Rangliste war. Auch bei der Weltmeisterschaft stand er in der Vorschlussrunde. Dort unterlag er Ronnie O’Sullivan trotz einer 16:14-Führung noch mit 16:17 im Decider, es war für ihn die erste Niederlage gegen O’Sullivan im Crucible Theatre im dritten Aufeinandertreffen. Die Ergebnisse brachten ihn auf Platz 4 nach vorne.
Im Jahr darauf gewann Selby mit dem European Masters und den Scottish Open zwei weitere Ranglistenturniere. Die letzten elf Finals um Ranglistenpunkte, die er bis dahin erreicht hatte, hatte er gewonnen, und damit den Rekord von Stephen Hendry eingestellt.[14] Im Finale des Shoot-Out besiegte ihn Ryan Day und beendete die Serie. Bei der Snookerweltmeisterschaft 2021 schlug er im Finale Shaun Murphy mit 18:15 und wurde zum vierten Mal Weltmeister.[15] In der Weltrangliste rückte er mit diesem Titel wieder auf Platz 2 vor.
In der Saison 2021/22 gewann Selby erstmals seit 2008/09 keinen Titel, erreichte kein Endspiel und stand beim World Grand Prix nur einmal im Halbfinale. Immerhin punktete er regelmäßig, und weil sich die Konkurrenten ebenfalls nicht entscheidend verbessern konnten, übernahm er nach wenigen Turnieren wieder Platz 1 und konnte ihn sogar den größten Teil der Saison über halten. Durch die fehlenden Topplatzierungen in der laufenden Saison verpasste er allerdings die Qualifikation für die Tour Championship kurz vor Saisonende, und weil er nicht mehr punkten konnte, verlor er die Ranglistenführung. Bei der abschließenden Snookerweltmeisterschaft schied er im Achtelfinale der gegen den Chinesen Yan Bingtao mit 13:10 aus. Im 22. und damit vorletzten Frame der Partie spielten beide den längsten Frame der Geschichte im Crucible Theatre (85 Minuten und 22 Sekunden).[16]
Im Sommer 2022 wurde er im Rahmen der Feierlichkeiten zum 70. Thronjubiläum von Queen Elisabeth II. zum Member of the Order of the British Empire ernannt.[17]
Kampf um den Anschluss an die Weltspitze
2022/23 begann durchwachsen mit einigen Erstrundenniederlagen und mehreren Viertelfinals. Bei den English Open gelang ihm nach einer längeren Durststrecke sein 21. Ranglistensieg. Es folgte wieder eine Serie von vier Auftaktniederlagen bei verschiedenen Turnieren, bevor er beim einmalig ausgetragenen WST Classic den zweiten Sieg folgen ließ. Danach erreichte er auch bei der Weltmeisterschaft souverän das Finale, wo er auf den Außenseiter Luca Brecel aus Belgien traf. Als erstem Spieler gelang Selby ein Maximum Break in einem WM-Endspiel, insgesamt das fünfte in seiner Karriere.[18] Trotzdem geriet er früh in Rückstand, dem er während dem gesamten Match hinterherlief. Zweimal kam er bis auf einen Frame heran, am Ende verlor er aber mit 15:18.[19][20][21][22]
Mit zwei Halbfinals startete Selby gut in die nächste Spielzeit. Bei den British Open 2023 erreichte er das Finale, verlor aber gegen Mark Williams. Danach kam er aber nicht mehr über das Viertelfinale hinaus. Erst im März gab es wieder einen Erfolg: Beim Einladungsturnier Championship League kam er nach 15 Jahren wieder ins Endspiel und diesmal holte er sich gegen Joe O’Connor erstmals den Titel. Außer einem Halbfinale bei der Players Championship blieben die Ergebnisse bei Ranglistenturnieren aber hinter den Erwartungen und nach Auftaktniederlagen bei der Tour Championship und der Weltmeisterschaft gegen O’Connor fiel er in der Rangliste auf Platz 6. 2024/25 begann wieder vielversprechend mit dem Halbfinale beim Shanghai Masters. Bei den British Open 2024 stand er zum zweiten Mal in Folge im Finale und diesmal gewann er den Titel mit 10:5 gegen John Higgins. Es war sein erster Sieg bei dem Traditionsturnier. Doch es ging wechselhaft weiter, drei Auftaktniederlagen bis zum Jahresende stand ein Halbfinale im Shoot-Out gegenüber und nach dem Jahreswechsel verteidigte er als zweiter Spieler nach Higgins erfolgreich seinen Titel in der Championship League. Danach gewann er mit den Welsh Open noch ein drittes Turnier in einer Saison. Dieses Turnier hatte er 2008 als erstes Ranglistenturnier bereits einmal gewonnen. Bei den folgenden wichtigen Turnieren ließ er allerdings wieder Punkte liegen. Bei der Tour Championship erreichte er zum Saisonende hin ein weiteres Finale. Diesmal verlor er aber gegen Higgins trotz 8:5-Führung noch mit 8:10. Da er bei der abschließenden WM ein weiteres Mal sein Auftaktspiel verlor, tat sich für ihn in der Rangliste nicht viel.
Die erste Hälfte der folgenden Saison war mit drei Halbfinals wieder recht erfolgreich, allerdings ließ er durch das Achtelfinalaus beim Saudi Arabia Masters erneut viele Punkte liegen: Das Turnier war inzwischen fast so wichtig für die Rangliste wie die Weltmeisterschaft. In Riad erzielte er das 900. Century-Break seiner Karriere. Er war der fünfte Spieler, der diese Marke erreichte.[23] Bei den folgenden Turnieren blieb er ebenfalls unter den Erwartungen. Dafür gewann er im November das Champion of Champions. Obwohl er bei dem Einladungsturnier seit 2013 jedes Jahr qualifiziert gewesen war, holte er den Titel zum ersten Mal. Bereits Anfang Dezember stand er bei der UK Championship erneut im Finale und gewann gegen den Weltranglistenersten Judd Trump zum dritten Mal dieses Turnier. Es war sein zehnter Erfolg bei einem Triple-Crown-Turnier.
Spielweise
Besonders bekannt ist Selby für seine große Nervenstärke und seinen Kampfgeist. Viele Matches konnte er trotz großen Rückstands noch für sich entscheiden, darunter Finals bei den größten Turnieren, wie bei zwei seiner Weltmeistertitel, und gegen große Gegner wie Ronnie O’Sullivan, John Higgins und Mark Williams. Shaun Murphy nennt als herausragende Eigenschaft seine Geduld.[24] Er vermeidet riskantes Spiel und wartet auf eine seiner Meinung nach ausreichend gute Gelegenheit.[5][25]
Dabei kommt ihm sein taktisches Spiel zugute. Er gilt als Meister des Safety-Spiels. Damit setzt er die Gegner unter Druck und provoziert Fehler. Und dann hat er auch die spielerische Qualität, diese auszunutzen. Aufgrund seines kontrollierten Spiels kann er zwar bei den Century-Breaks nicht mit den Rekorden von O’Sullivan, Judd Trump oder Neil Robertson mithalten, er gehörte aber 2025 zu den fünf Spielern mit den meisten Centurys in der Karriere. Murphy nannte ihn auch den „beste[n] Allrounder“ unter den Profispielern.[26][13]
Wegen seiner überlegten und weniger spektakulären Spielweise ist Selby aber auch umstritten. Nach dem Halbfinale der Snookerweltmeisterschaft 2021 beschwerte sich der Gegner Stuart Bingham über Selbys langsames Spiel und die viel zu langen Pausen, die dieser zum Überlegen brauche. Einmal wurde Selby auch von Schiedsrichter Ben Williams deswegen ermahnt. Bei den Northern Ireland Open 2019 hatte er einmal für einen Stoß sechs Minuten gebraucht.[27] In der seit den 2020ern erhobenen Statistik gehört Selby aber aufs Match gesehen zu den Spielern mit einer durchschnittlichen Spielgeschwindigkeit.[28]
Privates
Mark Selby ist verheiratet mit der Irin Vikki Layton, die selbst Pool-Spielerin war, als sie sich bei seinem 8-Ball-Titelturnier 2006 kennenlernten. Sie heirateten fünf Jahre später und haben eine gemeinsame Tochter. Der dreifache 8-Ball-Weltmeister Gareth Potts ist der Ehemann von Vikki Laytons Schwester.[29]
Erfolge
Ranglistenturniere

- Welsh Open – 2008, 2025
- Shanghai Masters – 2011
- German Masters – 2015
- UK Championship – 2012, 2016, 2025
- Snookerweltmeisterschaft – 2014, 2016, 2017, 2021
- Paul Hunter Classic – 2016
- International Championship – 2016, 2017
- China Open – 2015, 2017, 2018
- China Championship – 2018
- English Open – 2019, 2022
- Scottish Open – 2019, 2020
- European Masters – 2020 (2)
- WST Classic – 2023
- British Open – 2024
Minor-Ranglistenturniere
- Players Tour Championship – Event 2 – 2010
- Paul Hunter Classic – 2011, 2012
- Munich Open – 2013
- Antwerp Open – 2013
- Riga Open – 2014
- Gdynia Open – 2016
Einladungsturniere
- Wuxi Classic – 2011
- Masters – 2008, 2010, 2013
- Championship League – 2024
- Champion of Champions – 2025
Blackball
Finalergebnisse
Ranglistenturnierendspiele: 38 (25 Siege)
|
die Zahlen in Klammern zeigen die Anzahl der Siege an (>1)
Quellen
- ↑ Mark Selby bei CueTracker (Stand: 8. Dezember 2025)
- ↑ Ranking Records: World Number One. Number One Players (updated 30/07/2018):. WPBSA, abgerufen am 4. Januar 2019 (englisch).
- ↑ Mark Selby exclusive: ‘I could never bring myself to ask my mum: why did you leave me as a kid?’, Desmond Kane, TNT Sports, 5. Mai 2015
- ↑ a b Chris Turner: Player Profile: Mark Selby. Chris Turner’s Snooker Archive, 2011, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 18. April 2016; abgerufen am 4. Mai 2021 (englisch).
- ↑ a b Carsten Scheele: 111 Gründe, Snooker zu lieben. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2016, ISBN 978-3-86265-607-3, S. 102 f.
- ↑ Mark Selby shocks Ronnie O'Sullivan at Masters final. In: bbc.co.uk. BBC Sport, 18. Januar 2010, abgerufen am 12. Juli 2012 (englisch).
- ↑ UK Snooker Championship 2013: Selby makes 100th 147 break. BBC, 7. Dezember 2013, abgerufen am 18. November 2025 (englisch).
- ↑ Snooker: Weltmeister Mark Selby gewinnt Masters im Tempodrom
- ↑ Stuart Bingham takes home World Snooker Player of the Year award following Championship title win over Shaun Murphy, Matt Maltby, Daily Mail, 9. Mai 2015
- ↑ Daniel Meuren: Das wunderbare Leicester-Double. In: faz.net. 2. Mai 2016, abgerufen am 3. Mai 2016.
- ↑ Dritter Titel für „Jester from Leicester“ auf orf.at
- ↑ Dave Owen: Mark Selby describes bizarre accident that nearly led to him losing his big toe. The Jester from Leicester missed the start of the snooker season. In: Leicester Mercury. 12. Juli 2017, abgerufen am 5. November 2017 (englisch).
- ↑ a b Carsten Scheele: Der Vampir, der alles aussaugt. Süddeutsche Zeitung, 4. Mai 2021, abgerufen am 4. Mai 2021 (englisch).
- ↑ Selby Storms to Scottish Open Title, WPBSA, 13. Dezember 2020
- ↑ Snooker-WM 2021: Die Finalisten Mark Selby und Shaun Murphy werden vom selben Trainer betreut. 3. Mai 2021, abgerufen am 4. Mai 2021.
- ↑ Snooker-WM: Yan Bingtao schlägt Titelverteidiger Mark Selby bei Klassiker im Crucible Theatre. 23. April 2022, abgerufen am 24. April 2022.
- ↑ Mark Selby And Judd Trump Awarded MBEs. In: wst.tv. World Professional Billiards & Snooker Association, 1. Juni 2022, abgerufen am 2. Juni 2022 (englisch).
- ↑ Snooker-WM 2023: Selby setzt mit Kunststück Ausrufezeichen im Finale - WELT. Abgerufen am 1. Mai 2023.
- ↑ Mark Selby’s 147 in full: Watch ‘wonderful’ maximum break at World Snooker Championship in Crucible final. In: Eurosport. 1. Mai 2023, abgerufen am 19. Juni 2024 (englisch).
- ↑ Augsburger Allgemeine: Selby schafft perfektes Spiel im Finale der Snooker-WM. Abgerufen am 1. Mai 2023.
- ↑ Snooker-Weltmeister: Luca Brecel schafft die Sensation nach Final-Krimi. Abgerufen am 1. Mai 2023 (deutsch).
- ↑ Perform Media Deutschland GmbH: Snooker-WM: Sensation! Belgier Luca Brecel krönt sich zum Weltmeister. 1. Mai 2023, abgerufen am 1. Mai 2023.
- ↑ Selby Makes 900th Career Century, World Snooker Tour, 13. August 2025
- ↑ Rob OHalloran: Shaun Murphy identifies unique quality that sets World Snooker Champion Mark Selby apart. In: Extra.ie. 4. Mai 2021, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
- ↑ Robin Alexander: Mark Selby: The Art of Mastering Pressure in Snooker. In: cueballchronicles.com. 4. Januar 2025, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
- ↑ Bertram Job: Der Triumph des Schurken. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4. Mai 2021, abgerufen am 4. Mai 2021 (englisch).
- ↑ World Snooker Championship: Mark Selby warned for slow play as Stuart Bingham edges ahead at Crucible. In: skysports.com. Sky, 3. Mai 2021, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
- ↑ Rankings: Players AST (durchschnittliche Stoßzeit). In: wst.tv. World Snooker Tour, 29. November 2025, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
- ↑ Who is Mark Selby’s wife Vikki Layton and how long has the former Irish pool player been with the snooker star?, Caroline Peacock, The Sun, 10. April 2025
Weblinks
- Mark Selby bei wst.tv (englisch)
- Mark Selby bei SnookerPro.de
- Mark Selby beim Pro Snooker Blog (bis 2015, englisch)
- Mark Selby bei CueTracker
- Mark Selby in der Snooker Database (englisch) Die Webseite ist derzeit nicht erreichbar. Eine Archivversion könnte sich unter diesem Link im Internet Archive befinden.
- Mark Selby bei Snooker.org (englisch)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Selby, Mark |
| KURZBESCHREIBUNG | englischer Poolbillard- und Snookerspieler |
| GEBURTSDATUM | 19. Juni 1983 |
| GEBURTSORT | Leicester, England |

