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Maria von Jever 👆 Click Here!
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(Weitergeleitet von Maria (Jever))
GemÀlde von FrÀulein Maria 1572
FrÀulein-Maria-Denkmal in der NÀhe des Schlosses zu Jever

Maria von Jever, im Jeverland als FrĂ€ulein Maria oder Froichen bekannt, (* 5. September 1500 in Jever; † 20. Februar 1575 ebenda) war die letzte Regentin der Herrschaft Jever aus dem HĂ€uptlingsgeschlecht der Wiemkens.

Leben

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Familie und Kindheit

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Maria von Jever wurde als drittes Kind des HĂ€uptlings Edo Wiemken des JĂŒngeren geboren. Ihre Mutter Heilwig, Edos zweite Ehefrau und Schwester des Grafen Johann V. von Oldenburg, starb bereits, als Maria ein Jahr alt war, vermutlich bei der Geburt der jĂŒngsten Schwester. Ihr Vater starb 1511. Sein Schwager, der Graf von Oldenburg, ĂŒbernahm die Vormundschaft fĂŒr die Kinder und setzte fĂŒnf von Edo dazu bestimmte DorfoberhĂ€upter als Regenten ein. Diese verfolgten vor allem ihre eigenen Interessen, veruntreuten den Besitz der Waisen und machten Edos BemĂŒhungen, einen einheitlichen und zentralistischen Territorialstaat zu schaffen, zunichte. So wurde die Behebung der SchĂ€den der Antoniflut, die das Land kurz vor Edos Tod getroffen hatte, jahrelang vernachlĂ€ssigt.[1]

Die Erziehung von Maria und ihren zwei Schwestern richtete sich auf die typische damalige Frauenrolle aus, nach wirtschaftlich und politisch gĂŒnstigen Gesichtspunkten verheiratet zu werden. Der einzige Sohn Christoph genoss wĂ€hrenddessen am Hof von LĂŒneburg eine ritterliche Ausbildung, um seinen zukĂŒnftigen Aufgaben als HĂ€uptling des Jeverlands gerecht werden zu können. Schon als Jugendlicher nahm er an der Seite von Graf Johann und Hero Omken an der SĂ€chsischen Fehde gegen Edzard I. von Ostfriesland teil. WĂ€hrend dieses Krieges wurde Jever 1514 von ostfriesischen Truppen niedergebrannt. Die von Edzard eroberte Burg Roffhausen eroberte Christoph gemeinsam mit den Herzögen Erich und Heinrich von Braunschweig am 26. Mai 1517 zurĂŒck.

Jever unter ostfriesischer Regierung

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Als mit Junker Christoph der einzige mĂ€nnliche Erbe am 21. Juni 1517 bereits im Alter von 18 Jahren plötzlich verstarb, fanden sich die FrĂ€uleins Maria und ihre Schwestern Anna (1499–1536) und Dorothea (1501–vor 1527) von verschiedenen Seiten bedroht: ZunĂ€chst erschien Balthasar von Esens vor Jever. Als Neffe von Edos erster Frau Frouwa, der Tochter von Sibet Attena, sah er sich als deren berechtigter Erbe. Er zog aber unverrichteter Dinge ab, als er nicht in die Burg gelassen wurde.

Heinrich von Braunschweig versuchte sich als Pflegevater des Bruders das Vertrauen der MĂ€dchen zu erschleichen, um sie in ein Kloster abschieben und Jever fĂŒr sich behalten zu können, woran er jedoch von Johann von Oldenburg gehindert wurde.[2]

Graf Edzard I. von Ostfriesland, der bereits mit Edo Wiemken in Dauerfehde gelegen hatte wegen seiner angeblichen AnsprĂŒche auf das Jeverland, demonstrierte seine militĂ€rische StĂ€rke an der jeversch-ostfriesischen Landesgrenze. Er legte einen gefĂ€lschten Lehnsbrief vor, um seinen angeblich von 1454 stammenden Anspruch der Cirksena auf Jever zu dokumentieren. Er erreichte die Zustimmung der Regenten und VormĂŒnder der MĂ€dchen, durch einen Heiratsvertrag die Schutzherrschaft ĂŒber das Jeverland zu erzwingen. Innerhalb von sieben Jahren sollte eins der FrĂ€uleins einen der Grafensöhne heiraten. Die Herrschaft Jever solle die Mitgift darstellen. Bis dahin sollte Jever von Ostfriesland regiert werden.

In den folgenden Jahren beteiligten sich die FrĂ€uleins nur wenig an der Regierung, doch stehen ihre Namen auf den Urkunden und sie kĂŒmmerten sich auch darum, dass die Deiche zehn Jahre nach der großen Sturmflut endlich wiederhergestellt wurden. Zu Graf Edzard und dessen Söhnen bestand anscheinend ein gutes VerhĂ€ltnis. Mehrfach verteidigte er Jever gegen weitere Angriffe von Balthasar von Esens. Doch die Hochzeit wurde immer weiter hinausgezögert. Graf Edzards Ă€ltester Sohn Ulrich, der die Erbtochter Anna hĂ€tte heiraten sollen, wurde wegen Geisteskrankheit entmĂŒndigt. Auch die jĂŒngeren Grafensöhne Enno und Johann von Ostfriesland hielten das Heiratsversprechen nicht, sondern besetzten stattdessen 1527 die Burg in Jever und ließen sich huldigen. Die Schwestern – Dorothea war inzwischen verstorben – waren nun schweren DemĂŒtigungen ausgesetzt. Vermittelt durch den abgesetzten dĂ€nischen König Christian II., einen nahen Verwandten der Oldenburger Grafen, schloss Enno, eigentlich Marias Verlobter, 1529 den Utrechter Vergleich mit Anton von Oldenburg ĂŒber die Aufteilung des Jeverlandes und heiratete zur Besieglung dieses Vertrags Anna von Oldenburg. Die FrĂ€uleins sollten mit einer Mitgift fĂŒr den Verzicht auf Jever entschĂ€digt werden. Allerdings hintertrieb Ennos Rat Fulk von Innhausen und Knyphausen eine standesgemĂ€ĂŸe Heirat mit Ulrich von Regenstein.[3]

Kampf um die EigenstĂ€ndigkeit Jevers 1531–1540

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Hilfe kam in dieser Situation von unerwarteter Seite. Der von den ostfriesischen Grafen eingesetzte Drost Boing von Oldersum stellte sich auf Marias Seite und vertrieb schließlich 1531 die Besatzer aus Jever. Er gilt bis heute als Marias Verlobter und Geliebter. Heiraten wollte er jedoch erst, wenn er vom Ruf des VerrĂ€ters gereinigt wĂŒrde. Die Cirksena betrachteten Jever nach wie vor als ihren Besitz. Enno, der seinen Anspruch auf Jever schwinden sah, versuchte sie nun doch zu einer Hochzeit mit seinem Bruder Johann zu ĂŒberreden, doch Maria erklĂ€rte, sie wĂŒrde nur nach eigener Wahl heiraten.[4]

In dieser Situation trat Maria erstmals eigenverantwortlich auf, als sie 1531 einen Freundschaftsvertrag mit ihrem Vetter und bisherigen Gegner Balthasar von Esens zum gegenseitigen Schutz vor Ostfriesland schloss. Nicht nur durch ihren starken Willen und die wachsende Sehnsucht nach SelbstĂ€ndigkeit, wie es in manchen Quellen heißt, sondern auch durch ungewöhnliche Entscheidungen gelang es Maria – zunĂ€chst noch gemeinsam mit ihrer Ă€lteren Schwester, die 1532 Maria ihre AnsprĂŒche als ErbfrĂ€ulein abtrat, – in den Folgejahren, das vĂ€terliche Erbe zu verteidigen und die RegierungsgeschĂ€fte nach und nach in die eigenen HĂ€nde zu nehmen. So wandte sie sich ebenfalls 1531 an Kaiser Karl V. um Hilfe. Als Herzog von Brabant und Graf von Holland nahm er daraufhin das Jeverland in Besitz und gab es Maria als Lehen. Damit hatte Maria die seit 1417 geltende Reichsunmittelbarkeit der Herrschaft Jever beenden lassen. Allerdings zog sich das Verfahren ĂŒber ihre gleichzeitig vorgebrachte Klage gegen die Grafen von Ostfriesland lange hin, da die beklagten Grafen nicht vor dem Schiedsgericht von der Statthalterin der habsburgischen Niederlande Maria von Ungarn erschienen. Die Verhandlungen in den Niederlanden fĂŒhrte teils Boing, teils Maria selbst. Anna fĂŒhrte unterdessen die Regierung in Jever.

Zudem fiel er mehrmals mit Landsknechten in Jever ein. 1532 brannte dabei der Flecken Jever nieder. Maria begann sofort mit dem Ausbau und der Befestigung von Burg und Ort und bat die Statthalterin um militĂ€rische Hilfe. Obwohl die UnterstĂŒtzung ausblieb, gelang es Boing von Oldersum allein mit angeworbenen Söldnern, die Gegner aus dem Land zu vertreiben.

Am 26. Januar 1534 wurden schließlich die AnsprĂŒche der Ostfriesen abgewiesen und Annas und Marias Herrschaftsrechte bestĂ€tigt.[5] Doch Graf Enno gab nicht auf und legte Berufung beim Reichskammergericht ein. Um die Streitigkeiten beizulegen, versuchte die Statthalterin Maria von Ungarn 1536 Maria von Jever, die nach dem Tod ihrer Schwester nunmehr alleinige Herrscherin war, zu ĂŒberreden, doch noch die Ehe mit Johann von Ostfriesland zu schließen. Maria forderte jedoch hartnĂ€ckig ihr Recht, den Ehepartner selbst zu wĂ€hlen, und verlangte, dass Boings Ehre wiederhergestellt wĂŒrde. Sie verweigerte der Statthalterin den Gehorsam und die RĂŒckzahlung ihrer Schulden und verbĂŒndete sich stattdessen mit weiteren Gegnern Ostfrieslands.

Erst am 26. Juni 1540 wurde der zĂ€he Kleinkrieg durch den Vertrag von Oestringfelde beendet. Maria hatte sich in fast allen Punkten durchgesetzt. Enno erklĂ€rte Boing fĂŒr einen ehrenwerten Mann, so dass einer Hochzeit nichts mehr im Wege stand. Der Vertrag enthielt jedoch die Klausel, dass Marias – bisher noch nicht einmal gezeugtes – Kind mit einem der Kinder des ostfriesischen Grafenpaares vermĂ€hlt werden sollte.

Doch noch vor Unterzeichnung des Vertrags fiel Balthasar von Esens am 15. Juni entgegen allen gegenseitigen Verpflichtungen in das Jeverland ein. Bei der Verteidigung wurde Maria von Enno von Ostfriesland unterstĂŒtzt. Beendet wurde die Fehde durch den Tod aller AnfĂŒhrer: Graf Enno starb am 24. September, Balthasar von Esens am 16. Oktober. Zuletzt fiel auch Boing von Oldersum kurz vor der wohl bereits geplanten Hochzeit am 12. November 1540 wĂ€hrend einer Belagerung bei Wittmund. Wie die Nachfolgerinnen, Ennos Witwe GrĂ€fin Anna und Balthasars Schwester Onna von Rietberg, besaß auch Maria kein Interesse, den Kampf fortzufĂŒhren.

Friedensjahre nach 1540

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In den Jahren nach 1540 widmete Maria sich dem Ausbau der Landesherrschaft. Maria von Jever hat viel fĂŒr ihre Heimat getan. Bereits 1536 hatte sie Jever zur Stadt erhoben – kodifiziert wurde das Stadtrecht allerdings erst 1572. Nun ließ sie die Stadt planmĂ€ĂŸig zur Residenz ausbauen, befestigen und die Burg zum Schloss Jever umbauen. 1556 ließ Maria von Jever den Chor der mehrfach zerstörten Stadtkirche in Jever in eine Grabkapelle umwandeln, in der 1561–1564 das bis heute erhaltene Renaissance-Grabmal Edo Wiemkens d. J. aufgestellt wurde.

Danielstaler des FrÀuleins Maria von 1567, zweite Variante (Durchmesser 41 mm)

Den Deichbau förderte Maria stark. Sie beschrĂ€nkte sich nicht auf die Reparatur der noch immer nicht beseitigten SchĂ€den der Antoniflut, sondern vergrĂ¶ĂŸerte ihr Herrschaftsgebiet durch planmĂ€ĂŸige Neueindeichungen und ließ Siele zur EntwĂ€sserung anlegen. Das neugewonnene Land, insgesamt zwölf Groden, blieb Herrschaftseigentum und wurde an die Bauern der anliegenden Dörfer verpachtet. In Sande, unweit des von ihr spĂ€ter errichteten Mariensiels, ließ sie sich das Sommerhaus Marienhausen errichten.

Sie förderte die Rechtspflege. Unter ihrer Herrschaft blĂŒhte der Handel. Auch ließ Maria als Einnahmequelle ĂŒber Jahre hinweg selbst dann noch MĂŒnzen prĂ€gen, als sie 1566 nach der ReichsmĂŒnzordnung das Recht hierzu bereits verloren hatte.[6] (Siehe obenstehendes Bild.)

Reformation

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Der Reformation, die sich seit den 1520er Jahren auch im Jeverland verbreitete, widersetzten die FrĂ€uleins sich zunĂ€chst. Als Heinrich Kremer (oder Cramer) 1524 das Abendmahl in beiderlei Gestalt austeilte und kurz darauf heiratete, untersagten Maria und ihre Schwestern jede Neuerung.[7] Doch Edzard von Ostfriesland verhinderte die angedrohte Ausweisung, sondern sandte stattdessen weitere lutherische Prediger ins Land, darunter Remmer von Seediek († 1557), der schon 1526 die Auflösung der Vikarien anordnete und zahlreiche kostbare GerĂ€tschaften aus den Kirchen zugunsten der Staatskasse konfiszieren ließ.

Auch als Maria 1531 selbst die Regierung ĂŒbernahm, sah sie den lutherischen Glauben zunĂ€chst kritisch, weil er einerseits von Ostfriesland gefördert wurde, andererseits der Kaiser und seine Statthalterin, auf deren Schutz sie angewiesen war, streng katholisch waren. Sie ordnete jedoch 1532 unter dem Einfluss von Remmer von Seediek, der inzwischen zu ihrem Rentmeister, Kanzler und Chronisten aufgestiegen war, die DurchfĂŒhrung der Reformation an. Auseinandersetzungen gab es dabei kaum. Ende der 1540er Jahre wurde die erste Jeversche Kirchenordnung erlassen. Die Prediger wurden nicht von einem Bischof eingesetzt, sondern traten wie Beamte in den Dienst der Landesherrschaft. Anstelle der vom Bistum Bremen entsandten geistlichen Richter erhielt Martin Michaelis die Aufsicht ĂŒber die Prediger und ĂŒber die christliche LebensfĂŒhrung aller Untertanen. Seit 1547 stand der Rechtsgelehrte und ehemalige Bremer StadtsekretĂ€r als Rat und Amtmann im Dienst von FrĂ€ulein Maria.[8] 1548 waren alle Kirchen lutherisch. Im Zwiespalt zwischen den Interessen der eigenen Untertanen und dem Druck des Lehnsherrn empfahl Maria den Predigern zwar die Annahme des Augsburger Interims, ließ sie sich aber selbst entscheiden. Die Prediger verfassten auf ihre Bitte hin persönliche Stellungnahmen, in denen alle 21 Prediger ausfĂŒhrlich begrĂŒndeten, weshalb sie das Interim ablehnten.[9] Sich selbst legte Maria dabei auf keine Konfession fest. Erst die Kirchenordnung von 1562 verpflichtete Prediger und Untertanen einheitlich auf den lutherischen Glauben. TĂ€ufer wurden zwar nicht verfolgt, fanden aber anders als in Ostfriesland wenig AnhĂ€ngerschaft.

Anders als die Grafen von Ostfriesland und Oldenburg beließ Maria den kirchlichen Landbesitz grĂ¶ĂŸtenteils unangetastet zum Unterhalt von Kirchen und Predigern. Die SĂ€kularisierung des einzigen Klosters im Land, des Dominikanerinnenklosters Oestringfelde, verweigerte Maria ihrem Ratgeber Remmer von Seediek. Erst in ihrem Testament 1573 ließ sie das Kloster fĂŒr die GrĂŒndung des Mariengymnasiums einziehen. Zuvor hatte sie geeignete junge MĂ€nner auf eigene Kosten am Johanneum in LĂŒneburg bei Lukas Lossius ausbilden lassen. Nun erhielt Jever auch eine eigene Lateinschule.[10] Der Grundbestand der Bibliothek des neuen Gymnasiums stammte aus dem Nachlass Remmer von Seedieks.[11]

Recht

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Bereits in der Zeit der ostfriesischen Okkupation wurde mit der Formulierung eines neuen Landrechts begonnen, das sich an das römische Recht anlehnte und das friesische Landrecht, wie es im Asegabuch festgehalten ist, ablöste. ZusĂ€tzlich erließ Maria zwei Kirchenordnungen (1540er Jahre und 1562), ein Stadtrecht fĂŒr Jever und eine Deichverordnung.

Maria setzte den Umbau des Jeverlands von der Herrschaft einzelner DorfhĂ€uptlinge zum frĂŒhmodernen Territorialstaat fort. Gegen die ehemaligen Regenten und die HĂ€uptlinge, die sich den Ostfriesen angenĂ€hert hatten, erhob sie schwere VorwĂŒrfe, die es ihr ermöglichten, die HĂ€uptlinge unter ihre Landesherrschaft zu bringen. Wer nicht willfĂ€hrig seinen vorherigen Besitz als Lehen entgegennahm, wurde enteignet und vertrieben wie 1532 Garlich Duren und sein Sohn von Tengshausen und 1547 Tido von Innhausen und Knyphausen. In ihrer Beamtenschaft ersetzte sie die aussterbenden alten HĂ€uptlingsfamilien durch auswĂ€rtige Adlige.

WĂ€hrend Marias Regierungszeit wurden mehrere Frauen und MĂ€nner als Zauberer verbrannt.[12]

Nachfolgeregelung und Tod

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Weil Boing von Oldersum kurz vor der anscheinend bereits festgesetzten Hochzeit gestorben war, hatte Maria nicht geheiratet. Die GrĂ€fin Anna von Ostfriesland beantragte daher beim Reichstag in Augsburg 1548, dass Maria zur ErfĂŒllung des Vertrags von Östringfelde einen Erben einsetzen sollte, den eines ihrer Kinder heiraten sollte. Maria widerrief daraufhin 1552 den Vertrag.

Ein Überfall der Ostfriesen auf Jeverland 1567 bestĂ€rkte ihre Abneigung erneut. In ihrem bei einer schweren Erkrankung 1572/73 aufgesetzten Testament vermachte sie Jeverland den Grafen von Oldenburg unter der Voraussetzung, dass diese sich nicht mit Ostfriesland einließen. In den folgenden Jahren versuchte sie ihren Erben Johann VII. von Oldenburg mit Walpurgis, der Erbin des Harlingerlandes, zu verheiraten. Nach ihrem Tod schlossen diese jedoch andere Ehen.

Als sie im Jahr 1575 starb, befĂŒrchtete man einen erneuten Handstreich durch die ostfriesischen Grafen. Ihr Tod wurde deshalb zunĂ€chst verschwiegen. Ihr Zimmer wurde verschlossen, die Mahlzeiten vor die TĂŒr gestellt. Ein Diener soll heimlich die Teller leer gegessen haben, damit niemand Verdacht schöpfen konnte, bis der testamentarisch eingesetzte rechtmĂ€ĂŸige Erbe eingetroffen war. Die Ostfriesen fochten das Testament vehement an, hatten jedoch keinen Erfolg.

Wo Maria begraben ist, ist nicht bekannt. Es wurde angenommen, dass sie bei ihren Eltern und Geschwistern unter dem fĂŒr ihren Vater errichteten Edo-Wiemken-Denkmal in der Stadtkirche von Jever beigesetzt worden ist. Bei einer Sanierung des Denkmals wurde 2025 die darunter liegende Gruft mit BruchstĂŒcken von vier kleinen und einem großen Sarg geöffnet.[13] Forscher bargen SchĂ€del und Knochenfragmente, um mittels einer DNA-Analyse zu klĂ€ren, ob im großen Sarg die Leiche von Maria von Jever liegt.[14] Eine Untersuchung der Überreste am Institut fĂŒr Anthropologie an der UniversitĂ€t Göttingen ergab, dass sich keine Spur der Maria von Jever nachweisen lĂ€sst.[15]

Rezeption und Gedenken

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Am 20. Februar 2016 wurde vom Landesfrauenrat Niedersachsen in Jever der frauenORT Maria von Jever eröffnet.[16]

Im Jahr 2025, JubilĂ€umsjahr ihrer Geburt (525 Jahre) und ihres Todes (450 Jahre), wurde ein PortrĂ€tgemĂ€lde der Regentin aus dem 16. Jahrhundert als Leihgabe der Sammlung des Herzogs von Oldenburg im Schloss Jever ausgestellt. Das Bild zeigt Maria nach dem Tod von Boing von Oldersum in schwarzer Witwentracht. Der unbekannte KĂŒnstler des GemĂ€ldes stammte wahrscheinlich aus dem niederlĂ€ndisch-flĂ€mischen Raum. Dauerhaft wird im Schloss lediglich ein 1931 entstandenes Faksimile des GemĂ€ldes ausgestellt.[17][18]

Literatur

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  • Karl Fissen: Unser gnĂ€dig FrĂ€ulein Maria und ihre VorgĂ€nger, Zeitgenossen, Nachfolger in der Erbherrschaft Jever. Verlag C. L. Mettcker & Söhne, Jever 1964.
  • Karl Ernst Hermann Krause: Maria, edle Herrin von Jever. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 20, Duncker & Humblot, Leipzig 1884, S. 367 f.
  • Maximilian Lahr: Das FrĂ€ulein von Jever. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg 1937.
  • August Mahr: Die Hexe (= Friesland BĂŒcherei. Bd. 1, ZDB-ID 1003372-5). Friesen-Verlag Heine, Wilhelmshaven 1921.
  • Wolfgang Petri: Maria von Jever. Herrschaft und Liebe – Tragik und Legende. LĂŒers, Jever 2000, ISBN 3-9806885-2-6.
  • Wolfgang Petri: FrĂ€ulein Maria von Jever. Studien zur Persönlichkeit und Herrschaftspraxis. Abhandlungen und VortrĂ€ge zur Geschichte Ostfrieslands (Hrsg. v. d. Ostfriesischen Landschaft) Band 73; Aurich 1994.
  • Antje Sander (Hrsg.): Das FrĂ€ulein und die Renaissance. Maria von Jever 1500–1575. Herrschaft und Kultur in einer friesischen Residenz des 16. Jahrhunderts (= Kataloge und Schriften des Schlossmuseums Jever. Bd. 23). Isensee Verlag, Oldenburg 2000, ISBN 3-89598-711-5.
  • Antje Sander: Maria von Jever und ihre BautĂ€tigkeit. In: Burgen und Schlösser – Zeitschrift fĂŒr Burgenforschung und Denkmalpflege. Bd. 65 (2024), Heft 2, S. 94–101.
  • Friedrich-Wilhelm Schaer: Maria. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 16. Duncker & Humblot, Berlin 1990, ISBN 3-428-00197-4, S. 186–187 (deutsche-biographie.de). 
  • Heinrich Schmidt: Maria, „Erbtochter und FrĂ€ulein“ zu Jever. In: Hans Friedl u. a. (Hrsg.): Biographisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg. Hrsg. im Auftrag der Oldenburgischen Landschaft. Isensee, Oldenburg 1992, ISBN 3-89442-135-5, S. 438–441. (PDF), abgerufen am 24. Februar 2015.
  • Marie Ulfers: Maria von Jever. Historisches Spiel, 1936
  • Karin JĂŒrgens: Maria von Jever. In: Heide Inhetveen, Mathilde Schmitt (Hg.): Pionierinnen des Landbaus. Heydorn Verlag, Uetersen 2000, ISBN 3-934816-02-9, S. 43–46.
  • Erna Schwemer-Uhlhorn: Maria von Jever. Historischer Roman. Knut Reim Verlag, Hamburg 1990, ISBN 978-3-87950-114-4.

Weblinks

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Commons: Maria of Jever â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Literatur von und ĂŒber Maria im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek, abgerufen am 23. Februar 2015.
  • Maria von Jever (Memento vom 24. Juni 2002 im Internet Archive), abgerufen am 23. Februar 2015.
  • Das FrĂ€ulein Maria von Jever, abgerufen am 22. Februar 2015.
  • Legenden ĂŒber Maria von Jever, abgerufen am 22. Februar 2015.
  • Regentin Maria von Jever, in: WDR 5 Zeitzeichen, abgerufen am 22. Februar 2015.
  • Jever und sein FrĂ€ulein Maria, in: NDR Kultur, abgerufen am 22. Februar 2015.
  • Bekannte Personen von Jever, abgerufen am 9. Oktober 2017.
  • Maria von Jever - frauenORT Niedersachsen, abgerufen am 23. Dezember 2017.
  • Martina Meissner: 20.02.1575 - Todestag der Regentin Maria von Jever WDR ZeitZeichen vom 20. Februar 2015. (Podcast)
  • Maria von Jever. In: frauenORTE Niedersachsen. Landesfrauenrat Niedersachsen e. V., abgerufen am 18. Dezember 2022. 
  • Vor 525 Jahren geboren: Das beliebte FrĂ€ulein Maria aus Jever bei ndr.de vom 5. September 2025

Einzelnachweise

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  1. ↑ Petri: FrĂ€ulein Maria von Jever. Studien zur Persönlichkeit und Herrschaftspraxis. S. 24–28.
  2. ↑ Petri: FrĂ€ulein Maria von Jever. Studien zur Persönlichkeit und Herrschaftspraxis. S. 31.
  3. ↑ Schmidt: Maria, „Erbtochter und FrĂ€ulein“ zu Jever, S. 441.
  4. ↑ Schmidt: Maria, „Erbtochter und FrĂ€ulein“ zu Jever, S. 439.
  5. ↑ Petri: FrĂ€ulein Maria von Jever. Studien zur Persönlichkeit und Herrschaftspraxis. S. 46.
  6. ↑ Maria von Jever: Aufgabe der Reichsunmittelbarkeit und Entzug des MĂŒnzrechts (PDF; 157 kB).
  7. ↑ Friedrich W. Riemann: Geschichte des Jeverlandes, 1896, 2. Band, S. 56.
  8. ↑ Anneliese Sprengler-Ruppenthal: Das Sendrecht in Jever (Memento vom 8. August 2014 im Internet Archive) (pdf abgerufen am 30. Juli 2014) (Ausschnitt aus: Gesammelte AufsĂ€tze: zu den Kirchenordnungen des 16. Jahrhunderts, Mohr Siebeck, 2004).
  9. ↑ Rolf SchĂ€fer (Hrsg.): Die Jeverschen Pastorenbekenntnisse 1548 anlĂ€sslich des Augsburger Interim. Mohr Siebeck Verlag, TĂŒbingen 2012, ISBN 978-3-16-151910-9, S. 15 f. 
  10. ↑ Petri: FrĂ€ulein Maria von Jever. Studien zur Persönlichkeit und Herrschaftspraxis. S. 90–93.
  11. ↑ Handbuch der historischen BuchbestĂ€nde. Niedersachsen A-G, S. 35.
  12. ↑ Petri: FrĂ€ulein Maria von Jever. Studien zur Persönlichkeit und Herrschaftspraxis. S. 130 ff.
  13. ↑ RĂ€umung der vermuteten GrabstĂ€tte von Maria von Jever abgeschlossen beim NiedersĂ€chsischen Landesamt fĂŒr Denkmalpflege
  14. ↑ Einer Legende auf der Spur: Liegt Maria von Jever in Gruft des Vaters? bei ndr.de vom 6. November 2025
  15. ↑ Keine Spur von Maria von Jever im Edo-Wiemken-Grabmal bei ndr.de vom 29. Januar 2026
  16. ↑ frauenORTE Niedersachsen, abgerufen am 18. MĂ€rz 2016.
  17. ↑ Maria von Jever als Modell eines unbekannten Malers, Nordwest-Zeitung, 20. Februar 2025.
  18. ↑ Stadt Jever (Hrsg.): FrĂ€ulein Maria feiert Geburtstag. Ein JubilĂ€umsjahr voller Geschichte, Kultur und Gemeinschaft, Jever 2025.
Normdaten (Person): GND: 11926353X (lobid, GND Explorer, OGND, AKS) | LCCN: nr98012701 | VIAF: 58993395 | Wikipedia-Personensuche
Personendaten
NAME Maria
ALTERNATIVNAMEN Jever, Maria von (vollstÀndiger Name); Maria, FrÀulein
KURZBESCHREIBUNG Regentin der Herrschaft Jever aus dem HĂ€uptlingsgeschlecht der Wiemkens
GEBURTSDATUM 5. September 1500
GEBURTSORT Jever
STERBEDATUM 20. Februar 1575
STERBEORT Jever
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