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aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von MP 34)
Maschinenpistole 34
Maschinenpistole 34
Allgemeine Information
Zivile Bezeichnung Steyr-Solothurn S1-100
Militärische Bezeichnung Maschinenpistole 34(ö)
Einsatzland Österreich, Deutsches Reich
Entwickler/Hersteller Steyr-Werke
Entwicklungsjahr 1928
Produktionszeit 1928 bis 1942
Waffenkategorie Maschinenpistole
Ausstattung
Gesamtlänge 850 mm
Gewicht (ungeladen) 4,25 kg
Lauflänge 200 mm
Technische Daten
Kaliber 7,65 mm Luger
9 mm Parabellum
9 mm Steyr
9 mm Mauser Export
.45 ACP
Mögliche Magazinfüllungen 20/32 Patronen
Munitionszufuhr Stangenmagazin
Kadenz 450 Schuss/min
Feuerarten Einzel- oder Dauerfeuer
Anzahl Züge 6
Drall rechts
Visier offene Visierung
Verschluss unverriegelter Masseverschluss
Ladeprinzip Rückstoßlader
Listen zum Thema

Die MP 34 ist eine Maschinenpistole, die in den österreichischen Steyr-Werken hergestellt und vorwiegend von der österreichischen Polizei und Armee sowie während des Zweiten Weltkriegs von verschiedenen Einheiten der Wehrmacht und der Waffen-SS verwendet wurde.

Geschichte

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Die MP 34 basiert auf einer von Louis Stange bei Rheinmetall vorgenommenen Weiterentwicklung der Bergmann MP 18 und ähnelt ihr im Aufbau. Da nach dem Versailler Vertrag das Verbot der Herstellung automatischer Waffen im Deutschen Reich galt, erwarb Rheinmetall 1929 die Schweizer Waffenfabrik Solothurn und entwickelte dort den Prototyp der MP 34 unter der Bezeichnung S1-100. Wegen der ungenügenden Kapazitäten der Waffenfabrik Solothurn für die Massenproduktion erwarb Rheinmetall einen Mehrheitsanteil an den österreichischen Steyr-Werken und brachte die MP 34 über die Steyr-Solothurn Waffen AG auf den Markt.

Konstruktion

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MP 34 mit geöffnetem Gehäusedeckel

Die MP 34 ist ein Rückstoßlader, der für Einzel- und Dauerfeuer eingerichtet ist. Die Feder wird über eine Schubstange im hölzernen Schaft gelagert. Zugang zur Abzugseinheit, dem Verschluss und dem Schlagbolzen erlangt man über einen nach vorn aufklappbaren Gehäusedeckel. Der Feuerwahlhebel und die Sicherung befinden sich links am Gehäuse. Die Sicherung erfolgt über eine Bolzenverriegelung, ähnlich der in der später entwickelten MP 38. Diese Verriegelung wirkt sowohl bei gespannter als auch bei entspannter Waffe. Die Magazine mit einer Kapazität von 20 oder 32 Schuss wurden, leicht nach vorn angewinkelt, auf der linken Gehäuseseite horizontal eingeschoben. Eine Besonderheit ist die Möglichkeit, ein volles Magazin horizontal oder ein leeres Magazin vertikal von unten einzuschieben. Das leere Magazin kann dann mit Ladestreifen zu jeweils 8 Schuss geladen werden.[1]

Alle MP 34 haben einen Holzschaft und ein gelochtes Kühlgitter um den Lauf. Optional war ein abnehmbares Zweibein verfügbar. Als Zielhilfe dient ein fest installiertes Visier mit Kimme und Korn für Entfernungen von 50 bis 500 Metern. Als Zubehör gab es zwei Magazintaschen mit jeweils drei Magazinen, ein Bajonett, eine Ladehilfe sowie ein Reinigungsset.

Rechts vorne an der Laufummantelung ist die Bajonetthalterung zu sehen

Einsatzbereiche

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1930 wurde die Waffe als Steyr MP30 im Kaliber 9 × 23 mm Steyr bei der österreichischen Polizei eingeführt. Die österreichische Armee verwendete die Waffe als Steyr MP34 im stärkeren Kaliber 9 × 25 mm. Im Kaliber .45 ACP wurde sie nach Chile, Bolivien, El Salvador, Uruguay und Venezuela exportiert. Mit dem Anschluss Österreichs 1938 führte das Deutsche Reich die Waffe als MP 34 (ö) im Kaliber 9 × 19 mm in der Wehrmacht und Waffen-SS ein. 1938 kaufte Portugal die Waffe im Kaliber 7,65 mm Luger und führte sie in diversen Einheiten als m/938 ein. 1941 und 1942 wurden weitere Waffen, diesmal im Kaliber 9 × 19 mm, nach Portugal exportiert, die dort unter der Bezeichnung m/942 verwendet wurden. In Portugal fanden die Waffen noch bis in die 1970er-Jahre im portugiesischen Kolonialkrieg Verwendung.[2]

Sonstiges

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Bergmann MP 35

Eine weitere Maschinenpistole mit der Bezeichnung MP 34 ist die von Theodor Bergmann in Suhl entwickelte Bergmann-MP 34 (auch MP34/1 und MP 35 bzw. 35/1). Sie basiert auf dem Bergmann-Maschinen-Karabiner (BMK) 32. Trotz gewisser äußerer Ähnlichkeiten wie dem perforierten Laufmantel und dem Holzschaft lässt sie sich von der Steyr-MPi durch das rechts angesetzte Magazin unterscheiden.

Literatur

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  • Michael Heidler: Maschinenpistolen 1939-1945: Entwicklung – Typen – Technik. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2019, ISBN 978-3-613-04186-8.
  • Günter Wollert, Reiner Lidschun: Infanteriewaffen gestern. (1918–1945). In: Illustrierte Enzyklopädie der Infanteriewaffen aus aller Welt. 3. Auflage. Band 1. Brandenburgisches Verlagshaus, Berlin 1998, ISBN 3-89488-036-8, Waffen, S. 135–136. 
  • Hans-Dieter Götz: Die deutschen Militärgewehre und Maschinenpistolen 1871–1945. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 3-87943-350-X.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Maxim Popenker: Steyr-Solothurn MP.34. In: Modern Firearms. world.guns.ru, abgerufen am 7. November 2016. '
  2. ↑ Peter Abbott, Manuel Rodrigues: Modern African Wars (2): Angola and Mozambique 1961–74 (Men-at-Arms). 1998, ISBN 0-85045-843-9.
Handwaffen der Wehrmacht* im Zweiten Weltkrieg
Seitenwaffen

Seitengewehr 84/98 • Seitengewehr Modell 42 • Mauser C96 • Luger • Walther P38 • Walther PPKe • Walther PP • Sauer 38H • Mauser HSc • Astra 600 • Dreyse Modell 1907 • Volkspistole

Gewehre und
Karabiner

Karabiner 98k • Gewehr 24(t) • G29/40 • G33/40 • G98/40 • Gewehr 41 • Gewehr 43/Karabiner 43 • Sturmgewehr 44 • Fallschirmjägergewehr 42 • Luftwaffendrilling M30 • Sturmgewehr 45 • Volkssturmgewehr

Maschinenpistolen

MP18 • MP 34(ö) • MP35 • MP40 • MP 41 • MP 3008 • Erma EMP • Erma EMP 44

Maschinengewehre

MG 08 • Maschinengewehr Schwarzlose • MG 13 • MG 15 • MG 17 • MG 26(t) • MG 30 • MG 34 • MG 42 • MG 45 • MG 131 • lMG28(p) • MG 35/36

Granatwerfer

Granatwerfer 34 • Granatwerfer 36 • Granatbüchse 39 • Kurzer 8-cm-Granatwerfer 42 • Granatwerfer 42

Handgranaten

Stielhandgranate 24 • Eihandgranate 39 • Stielhandgranate 43 • Splitterring

Panzerabwehr

Faustpatrone • Panzerfaust • Raketenpanzerbüchse 54 (Panzerschreck) • Panzerbüchse 38 • Panzerbüchse 39 • Panzerbüchse M.SS41 • 2-cm-Panzerabwehrbüchse 785 • Panzerwurfmine • Hafthohlladung • Geballte Ladung • Schießbecher

Flammenwerfer

Flammenwerfer 35 • Flammenwerfer 41 • Einstossflammenwerfer 46

Flugabwehr

Fliegerfaust

Beutewaffen

Pistole 625(f) • Pistole 640(b) • Pistole 35(p) • Maschinenpistole MP 715(r) • Maschinenpistole MP 717(r) • Gewehr 24(t) • Panzerbüchse 35(p)

(*) Sowie anderer deutscher militärischer Formationen
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