| Light Tank Mk II (A4) | |
|---|---|
Light Tank Mk II (A4 E13) | |
| Allgemeine Eigenschaften | |
| Besatzung | 2 (Fahrer, Kommandant/RichtschĂźtze) |
| Länge | 4 m |
| Breite | 2 m |
| HĂśhe | 2,25 m |
| Masse | 4,5 t |
| Panzerung und Bewaffnung | |
| Panzerung | 4â10 mm |
| Hauptbewaffnung | .303 Vickers-MG |
| Beweglichkeit | |
| Antrieb | 6-Zylinder Rolls-Royce-Benzinmotor 49 kW (66 PS) |
| Federung | Schraubenfedern |
| Geschwindigkeit | 48 km/h StraĂe 30 km/h Gelände |
| Leistung/Gewicht | PS/t |
| Reichweite | 279 km |
Der Light Tank Mk II (A4) war ein leichter, britischer Kampfpanzer, der in Kleinserie gebaut wurde und aus einer Reihe von Erprobungsmodellen der Mk. I â Serie hervorging.
Entwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Von den leichten Tanketten kommend, wurde Ende der 1920er Jahre in GroĂbritannien seitens der RĂźstungsindustrie mit der Entwicklung leichter Kampfpanzer begonnen. Hierbei war der Light Tank Mk I der erste Versuch, einen gepanzerten, geschlossenen Gefechtsturm mit einer Maschinengewehrbewaffnung auf ein vollgepanzertes Fahrzeug zu setzen.[1][2]
Als Mk I wurden verschiedene Prototypen mit unterschiedlichen technischen LÜsungen gefertigt. Der neue Typ basierte auf den als besten erachteten LÜsungsansätzen, vom Mk IA kommend, berßcksichtigte man aktuelle Forderungen des britischen Militärs. Die Wanne wurde gekßrzt und hÜher gestaltet. Damit schaffte man einen geräumigeren Kampfraum.[2]
Das neue Modell der Typenreihe (A4), welches im Jahr 1929 entwickelt wurde, erhielt die Bezeichnung Light Tank Mk II (A4).[3]
Technische Beschreibung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Vergleich zu den Panzerfahrzeugen des Ersten Weltkrieges wurde bei geringerer Stärke der Panzerplatten ein gleichbleibender Panzerschutz fßr die Besatzung erreicht, indem Panzerplatten mit einem neuen Verfahren von Krupp verwendet wurden. Diese wurden als Krupp Cemented Armour (kurz: KCA) bezeichnet und ßbertrafen den Schutz von einfach homogenisiertem Stahl, der zuvor der hochwertigste Panzerstahl war. Mit diesem Material konnte die Panzerung an der Fahrzeugfront auf 10 mm und an den Seiten auf 4 mm reduziert werden.[2]
Angetrieben wurde der Mk. II durch einen neu entwickelten 6-Zylinder Rolls-Royce-Benzinmotor, welcher 66 PS (49 kW) lieferte. Die KraftĂźbertragung erfolgte mit einem Wilson-Getriebe mit Vorwähler. Mit dieser Antriebskombination erreichte das Fahrzeuge eine Geschwindigkeit von maximal 48 km/h auf der StraĂe und 30 km/h im Gelände. Die Reichweite betrug auf der StraĂe 279 km. Die Fahrwerksfederung bestand aus Schraubenfedern. Drei StĂźtzlaufrollen fĂźhrten die Kette wieder nach vorne.[2]
Die Besatzung, welche aus dem Fahrer und Kommandanten bestand, war auf der linken Seite des Panzers platziert. Auch der Turm (No.1 Mk. I) war leicht nach links versetzt und verfĂźgte Ăźber ein .303 (7,7 mm) Vickers-Maschinengewehr mit WasserkĂźhlung, einem Pistolengriff und einem Trommelmagazin. Dadurch beanspruchte es deutlich weniger Platz. Das MG wurde durch eine 10 mm Frontpanzerung geschĂźtzt. Insgesamt wurden 4.000 Schuss Munition mitgefĂźhrt. Die leeren HĂźlsen wurden in einem Segeltuchsack auĂerhalb des Turmes unter dem MG aufgefangen, um das Blockieren des Turmes zu verhindern. Der Turm selber war rechteckig und groĂ genug, um neben der Bewaffnung noch ein Funkgerät mitfĂźhren zu kĂśnnen. Der Turm verfĂźgte Ăźber keinerlei LĂźftungsschlitze, doch konnte die Abdeckplatte der Dachluke zur Seite geschoben werden.[3]
Produktion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Modelle Mk II (16 Fahrzeuge) und Mk IIB (21 Fahrzeuge) wurden vom Vickers-Armstrong Konzern gefertigt. Die Fahrzeuge des Modells Mk IIA (29 Fahrzeuge) wurden bei Royal Arsenal of Woolwich produziert.
Die ersten drei Fahrzeuge der neuen Mk II Panzer erhielten als Prototypen die Bezeichnungen A4 E13, A4 E14 und A4 E15.
Die ersten drei Fahrzeuge des Mk IIA bekamen die Prototypenbezeichnungen A4 E16, A4 E17 und A4 E18.[1]
Varianten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mk II
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Abgesehen von den Fahrzeugen der Kleinserie wurden entweder ein oder zwei Fahrzeuge mit wasserfest abgedichteten Nieten und Dichtungen gebaut. Diese erhielten zusammenklappbare SchwimmkĂśrper aus Mahagoni-Holz und einen AuĂenbordmotor. In Portsmouth erfolgte eine Erprobung. Das Fahrzeug mit den SchwimmkĂśrpern erreichte eine Geschwindigkeit von 3 Knoten.[1]
Mk IIA
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Vom Mk IIA wurden bei Royal Arsenal of Woolwich 29 Fahrzeuge produziert, die fßr einen Einsatz in Indien vorgesehen waren und deshalb ein verbessertes Kßhlsystem erhielten. Gleichzeitig wurde ein stärkerer 6-Zylinder-Motor von Meadows mit einer Leistung von 85 PS eingebaut. Das Wilson-Getriebe wurde entfernt und durch ein nicht-synchronisiertes Getriebe ersetzt. Um die Reichweite zu erhÜhen, wurde ein zweiter Treibstofftank eingebaut. Einer befand sich auf dem rechten Kettenschutz, der andere war ein gepanzerter Tank auf der hinteren, schrägen Platte.[2]
Um die tropischen Temperaturen im Fahrzeug erträglicher zu machen, wurden am Turm (No.1 Mk. II) und in der Wanne Lßftungsschlitze eingeschnitten. Auch wurde die Schiebedachluke entfernt und durch zwei aufklappbare Luken ersetzt. Beim Fahrwerk wurde auf eine Stßtzlaufrolle verzichtet und die Kette wurde nun wieder ßber zwei Rollen nach vorne gefßhrt.[1]
Mk IIB
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Mk IIB war dem Mk IIA ähnlich, hatte allerdings auf dem Turm noch einen quadratischen, nicht drehbaren Aufbau. Der hintere Tank entfiel zugunsten eines groĂen Kraftstofftanks auf dem rechten Kettenblech. Es gab einen Geschossabweiser, einen Rolls-Royce-Motor und ein Doppelfedersystem.[2]
Einsatz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
In erster Linie war der Mk II fĂźr Polizei- und Sicherungsaufgaben in den Kolonien beschafft worden. Als Fahrzeuge fĂźr einen grĂśĂeren militärischen Konflikt waren sie nicht vorgesehen.[1]
Kolonialtruppen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bis zum Jahr 1941 wurden die meisten Mk II nach Ostafrika verschifft. Dabei nahmen sie an einigen Operationen gegen die italienischen Kolonien in Abessinien und Eritrea teil. Hier wurden diese zur UnterstĂźtzung australischer Infanterieeinheiten eingesetzt und als hilfreiche UnterstĂźtzung bewertet. Die Panzerung der Mk II hielt den italienischen L3/33 in der Regel stand, da diese nur mit Maschinengewehren ausgerĂźstet waren.[2]
Nordafrika
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach den erfolgreichen Einsätzen in den Kolonien, wurden einige Mk II auch nach Ăgypten und Libyen verlegt. Dort wurden sie dann bereits 1942 durch neues Gerät ersetzt. Da die Panzer als schnelle Aufklärungsfahrzeuge genutzt wurden, waren sie immer wieder in jeder Art von Gelände mit hoher Geschwindigkeit unterwegs. Dies fĂźhrte zwangsläufig zum VerschleiĂ der Fahrzeuge, so traten Risse in der Wanne und ausgeschlagene Radlager auf.[1]
Asien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nachdem es zum Krieg mit Japan gekommen war, wurden einige Mk II repariert und an der indischen Ostgrenze zu Birma stationiert. Im Jahr 1943 wurden die Mk II dort bei einigen Kämpfe gegen die Japaner zusammen mit indischen Truppen einsetzt. 1944 wurden die letzten MK II aus dem Frontdienst herauszogen und an Ausbildungsstßtzpunkte abgegeben.[1]
Erhaltene Exemplare
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im britischen Panzermuseum in Bovington steht ein Fahrzeug des Mk IIA, welcher in WĂźstentarnung lackiert wurde.
Ein zweiter Mk II im Panzermuseum Bovington ist in der oliv-grĂźnen Werkstarnung zu lackiert.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Bericht Ăźber "Surviving Allied WW2 Tanks", speziell der MK IIA.
- Der leichte Panzer Mk II (www.matadormodels.co.uk)
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Peter Chamberlain, Chriss Ellis: Panzer der Welt 1915â1945. Cassell, 2002, ISBN 0-304-36141-0 (englisch: Tanks of the World 1915â1945.).
- David Fletcher: Mechanisierte Streitkräfte: Britische Panzer zwischen den Kriegen. TSO, 1991, ISBN 0-11-290487-4 (englisch: Mechanized Force: British Tanks Between the Wars.).
- Janusz Ledwoch, J. Solarz: Britische Panzer 1939â1945. Wydawnictwo Militaria, Warschau 1994, ISBN 83-8620910-0 (polnisch: CzoĹgi brytyjskie 1939â1945.).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â a b c d e f g Peter Chamberlain, Chriss Ellis: Panzer der Welt 1915-1945. Cassell, 2002, ISBN 0-304-36141-0 (englisch: Tanks of the World 1915-1945.).
- â a b c d e f g David Fletcher: Mechanisierte Streitkräfte: Britische Panzer zwischen den Kriegen. TSO, 1991, ISBN 0-11-290487-4 (englisch: Mechanized Force: British Tanks Between the Wars.).
- â a b Janusz Ledwoch, J. Solarz: Britische Panzer 1939-1945. Wydawnictwo Militaria, Warschau 1994, ISBN 83-8620910-0 (polnisch: CzoĹgi brytyjskie 1939-1945.).

