Julius Rauscher (* 15. Januar 1882 in Schwäbisch Gmünd; † 5. Juli 1947 in Schwäbisch Hall) war ein württembergischer evangelischer Theologe und Kirchenhistoriker.[1]
Leben und Wirken
Julius Rauscher trat nach seinem Schulbesuch in das Evangelische Stift Tübingen ein und studierte Evangelische Theologie an der Eberhard Karls Universität Tübingen. 1905 legte er dort seine erste kirchliche Dienstprüfung ab. Seine Promotion erfolgte 1909. Nach seinem Vikariat von 1905 bis 1907 in Ellwangen und Dornstetten und Tätigkeit als Pfarrverweser in Niedernhall und Steinbach hatte er von 1911 bis 1917 das Pfarramt der Evangelischen Landeskirche in Württemberg in Plattenhardt inne. Von 1917 bis 1926 war er 2. Stadtpfarrer in Tuttlingen. Im Jahre 1926 wurde er Stadtpfarrer in Stuttgart-Berg und zugleich Archivar des Oberkirchenrats in Stuttgart. 1934 verlieh ihm die Universität Tübingen den theologischen Ehrendoktortitel. Seine letzten Dienstjahre verbrachte er von 1935 bis 1947 als Dekan in Heilbronn.
Rauscher beschäftigte sich außerhalb seines Pfarramts mit der württembergischen Kirchengeschichte, insbesondere mit der Reformationszeit und publizierte hierüber. Von 1917 bis 1945 war er Herausgeber der „Blätter für württembergische Kirchengeschichte“ und von 1937 bis 1947 Vorsitzender des Württembergischen Vereins für Kirchengeschichte.
Schriften (Auswahl)
- Die Prädikaturen in Württemberg vor der Reformation. Ein Beitrag zur Predigt- und Pfründengeschichte am Ausgang des Mittelalters. In: Württembergische Jahrbücher für Statistik und Landeskunde, Jg. 1909, H. 2, S. 153–211 (= Dissertation Universität Tübingen).
- Der Halleysche Komet im Jahre 1531 und die Reformatoren. In: Zeitschrift für Kirchengeschichte, Bd. 32 (1911), S. 259–276.
- Die ersten württembergischen Visitationen und der Zustand der württembergischen Kirche am Ende des Mittelalters. In: Blätter für württembergische Kirchengeschichte, N.F., Bd. 29 (1925), S. 1–22.
- Das altwürttembergische Kirchengut und die in fremder Besoldung stehenden Pfarreien. In: Ebd., S. 200–236.
- (mit Jakob Schoell): Aus dem Leben der Kirche. Einzelbilder für den evangelischen Religionsunterricht in Württemberg. Quell-Verlag, Stuttgart 1927 (7. Aufl. neubearbeitet von Heinz Dauber 1971).
- Zur Geschichte des Stuttgarter Dominikanerklosters. In: Württembergische Vierteljahrshefte für Landesgeschichte, N.F., Bd. 35 (1929), H. 3/4, S. 249–272.
- (Hrsg.): Württemberg und das Augsburgische Glaubensbekenntnis (= Blätter für württembergische Kirchengeschichte, Sonderhefte, Bd. 4). Scheufele, Stuttgart 1930.
- Johannes Brenz in Stuttgart. In: Württembergische Vierteljahrshefte für Landesgeschichte, N.F., Bd. 38 (1932), S. 263–275.
- Mittelalter und Reformation im Archiv des Ev. Oberkirchenrats Stuttgart. Ein Bericht. In: Blätter für württembergische Kirchengeschichte, N.F., Bd. 36 (1932), S. 188–208.
- (Bearb.): Württembergische Visitationsakten. Bd. 1 (1534) 1536–1540. Enthaltend die Ämter Stuttgart, Nürtingen, Tübingen, Herrenberg, Wildberg, Urach, Blaubeuren, Göppingen, Schorndorf, Kirchheim, Heidenheim (= Württembergische Geschichtsquellen, Bd. 22). Kohlhammer, Stuttgart 1932.
- Herzog Ulrichs Rückkehr und die Reformation Württembergs vor 400 Jahren. Calwer Vereinsbuchhandlung, Stuttgart 1934.
- Württembergische Reformationsgeschichte (= Württembergische Kirchengeschichte, Bd. 3). Calwer Vereinsbuchhandlung, Stuttgart 1934.
- (Hrsg.): Aus dem Lande von Brenz und Bengel. 50 Jahre württembergischer Kirchengeschichtsforschung. Quell-Verlag, Stuttgart 1946.
Einzelnachweise
- ↑ Rauscher, Julius. In: Württembergische Kirchengeschichte Online (mit allen biografischen Daten, abgerufen am 25. September 2025).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rauscher, Julius |
| KURZBESCHREIBUNG | württembergischer evangelischer Theologe und Kirchenhistoriker |
| GEBURTSDATUM | 15. Januar 1882 |
| GEBURTSORT | Schwäbisch Gmünd |
| STERBEDATUM | 5. Juli 1947 |
| STERBEORT | Schwäbisch Hall |
