Integrated Assessment (kurz IA, dt. Integrierte Bewertung oder auch Integrierte FolgenabschĂ€tzung) bezeichnet Vorgehensweisen vor allem der Umweltwissenschaften, die interdisziplinĂ€r Wissen aus verschiedenen Fachgebieten zusammenfĂŒhren, untersuchen und die Ergebnisse im Hinblick auf Handlungsalternativen bewerten und darstellen. IA zielt darauf, fĂŒr komplexe Probleme möglichst vollstĂ€ndig Ursache-Wirkungs-Ketten zu erfassen. Zum Einsatz kommen dabei meist Integrated Assessment Models (IAM, dt. Integrierte Bewertungsmodelle), die Modelle der verschiedenen Disziplinen in ein konsistentes Gesamtmodell zu integrieren versuchen. Integrated Assessment ist kein klar definierter Begriff, auch viele frĂŒhere ForschungsansĂ€tze lassen sich darunter subsumieren.[1][2]
Bedeutung hat der Ansatz insbesondere in der Analyse der Folgen der globalen ErwÀrmung und Klimapolitik erlangt. Die Anwendung von IA auch auf andere Probleme der Umweltwissenschaften bezeichnet man oft als Integrated Environmental Assessment (IEA), die Modelle dementsprechend als Integrated Environmental Assessment Model (IEAM).[3]
Ziele und Methoden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Integrated Assessment wird oft sehr allgemein als iterativer Prozess beschrieben, an dessen Anfang eine konkrete politische Fragestellung steht und in dessen Verlauf Wissen und Modelle ĂŒber verschiedene, natur- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen hinweg verstĂ€ndlich gemacht, integriert und die Ergebnisse fĂŒr politische Entscheidungen aufbereitet werden. Ziel ist es, gegenĂŒber AnsĂ€tzen aus lediglich einer Disziplin einen Mehrwert zu schaffen und EntscheidungstrĂ€gern zusĂ€tzliche Informationen bereitzustellen. Es steht dagegen nicht im Vordergrund, in einzelnen Disziplinen neues Wissen zu gewinnen oder ĂŒber die konkreten Fragestellungen des Assessment hinausgehende, allgemeingĂŒltige Modelle zu entwickeln.
IA will meist kausale Wirkungsketten inklusive wichtiger RĂŒckkopplungen integrieren, schematisch etwa:[1]
sozioökonomische Antriebe â ökonomische AktivitĂ€ten â Druck auf die Umwelt, zum Beispiel in Form von Emissionen â physikalische Folgen fĂŒr Ăkosysteme und Gesellschaften â sozioökonomische Folgen
Weitere Dimensionen der Integration sind die der Stakeholder, die am Prozess beteiligt sind, und die unterschiedlicher GröĂenordnungen. Mittels IA untersuchte Probleme sind oft langfristige und weitrĂ€umige, gelegentlich auch regionale und mittelfristige.[1]
Integrierte Modelle dienen dabei dazu, die Konsequenzen politischen Handels zu untersuchen bzw. optimales Handeln zu ermitteln und auch wĂ€hrend des Prozesses die VerstĂ€ndigung der Akteure untereinander zu verbessern. Aufgrund ihrer KomplexitĂ€t werden IAM meist als Simulationsmodelle ausgefĂŒhrt. ErgĂ€nzend und in der Modellierung nicht zugĂ€nglichen Bereichen kommen partizipatorische Methoden zum Einsatz, wie etwa Fokusgruppen oder Expertenpanels.[4] IAM sind oft modular aufgebaut und enthalten, oft vereinfachte, Teilmodelle aus verschiedenen Disziplinen.
Unsicherheit ist ein wichtiges Problem in IAM. Ein höherer Detaillierungsgrad kann teilweise Abhilfe schaffen, fĂŒhrt aber zu lĂ€ngeren Laufzeiten von Simulationen und, wegen zusĂ€tzlicher Parameter, zu aufwĂ€ndigerer SensitivitĂ€tsanalyse. Oft wird auch versucht, systematisch das mögliche Ergebnisspektrum zu ermitteln, was aber nur in nicht allzu detaillierten Modellen möglich ist. Daher und auch aufgrund unterschiedlicher HintergrĂŒnde und Sichtweisen der Modellierer unterscheiden sich verschiedene Modelle zu einer Fragestellung oft stark darin, welche Aspekte sie ĂŒberhaupt formal berĂŒcksichtigen und in welcher Detaillierung.[4]
Ein wichtiges Differenzierungsmerkmal von IAM ist die Art der Integration politischer MaĂnahmen. Beispielsweise fĂŒr IAM der globalen ErwĂ€rmung:[5]
- mittels extern vorgegebenen Szenarien, zum Beispiel Emissionsszenarien,
- mittels Spezifikation von Technologiepfaden und ihrer EmissionsintensitÀt,
- oder als Folge der AktivitÀt von Agenten im Modell.
Entwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Entstehung des Begriffs in den 1970er Jahren ist eng mit neuen technischen Möglichkeiten der Zeit verbunden, vor allem der Computersimulation. Der Begriff wurde wahrscheinlich erstmals bei der Untersuchung des Sauren Regens verwendet.[3] Das IA und das dabei entwickelte RAINS-Modell (Regional Acidification Information and Simulation) spielte eine wichtige Rolle beim Zustandekommen des Genfer Luftreinhalteabkommen, viele Staaten orientierten sich beim Zusatzprotokoll zu Schwefelemissionen an den Empfehlungen des IA.[5]
Besondere Bedeutung erlangte IA Mitte der 1980er Jahre zur Untersuchung der Folgen und Handlungsmöglichkeiten zur anthropogenen globalen ErwĂ€rmung.[3] IAM wurden bereits vor GrĂŒndung des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) im Jahr 1988 eingesetzt. WĂ€hrend der Verhandlungen zur Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (verabschiedet 1992) dienten die Ergebnisse der IAM vor allem dazu, âsichere Emissionskorridoreâ zu ermitteln, die sowohl einen gefĂ€hrlichen Temperaturanstieg als auch als inakzeptabel angesehene ökonomische Störungen vermeiden sollten. Auch auf dieser Basis wurden die Emissionsreduktionsziele des Kyoto-Protokolls festgelegt. Mitte der 1990er Jahre gab es bereits mehr als 50 IAM. Seitdem gab es verstĂ€rkt BemĂŒhungen, partizipatorische AnsĂ€tze in das IA von Klimapolitik einflieĂen zu lassen, so zum Beispiel im ULYSSES-Projekt der EU.[1]
Gegen Ende der 1990er und in der ersten HĂ€lfte der 2000er Jahre wurden Initiativen wie das European Forum on Integrated Environmental Assessment (EFIEA) der EU[4] oder die Integrierte Assessment Society (TIAS) und Fachzeitschriften ins Leben gerufen. Allerdings wurden einige mittlerweile wieder eingestellt.
Neben dem Problem der Globalen ErwÀrmung wird IA heute in einer Reihe weiterer Fragestellungen eingesetzt, etwa beim Management von Land- und Wassernutzung oder der Umweltwirkung von Chemikalien.[5]
Integrated Assessment der globalen ErwÀrmung
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IA der globalen ErwÀrmung verfolgt drei Hauptziele:[7]
- mögliche zukĂŒnftige Pfade menschlicher und natĂŒrlicher Systeme koordiniert zu untersuchen,
- Einsichten in Kernfragen politischer Gestaltungsmöglichkeiten zu gewinnen,
- Forschungsfelder zu priorisieren, um besser robuste politische Optionen zu finden.
Die Integration hilft dabei, Annahmen verschiedener Disziplinen zu koordinieren und RĂŒckkopplungen in die Analyse einzufĂŒhren, die in der isolierten Untersuchung einzelner Felder fehlen wĂŒrden.
IAM enthalten meist als Teilmodelle mindestens ein Klimamodell und ein ökonomisches Modell, etwa ein Allgemeines Gleichgewichtsmodell. Sie verbinden den durch menschliche AktivitĂ€t verursachten AusstoĂ von Treibhausgasen, deren Konzentration in der AtmosphĂ€re, damit verbundene TemperaturĂ€nderungen, die Folgen der globalen ErwĂ€rmung fĂŒr Ăkosysteme und Menschen und deren gesellschaftliche und wirtschaftliche RĂŒckwirkungen. Viele IAM sind Optimierungsmodelle, die den Emissionspfad mit maximalem Gesamtnutzen zu ermitteln versuchen.[8]
Der zweite Sachstandsbericht des IPCC unterscheidet optimierende und evaluierende IAM der Klimapolitik.[7]
Zu den optimierende Modelltypen zÀhlen:
- Kosten-Nutzen Modelle
- Kosten-Nutzen Modelle versuchen, Grenzkosten von VermeidungsmaĂnahmen mit denen von AnpassungsmaĂnahmen auszugleichen und so die optimale Kombination von Emissionsreduktion und Anpassung zu ermitteln. Emissionswerte sind hier also nicht vorgegeben, sondern Ergebnis der Modellanalyse. Solche Modelle mĂŒssen monetĂ€re und, soweit sie sie berĂŒcksichtigen, nicht-monetĂ€re SchĂ€den in einheitlichen GröĂen quantifizieren.
- Zielbasierte Modelle
- Zielbasierte Modelle gehen von gegebenen Emissionszielen oder -folgen aus, wie etwa dem 2-Grad-Ziel, und versuchen, optimale Emissionspfade oder Handlungsmöglichkeiten zu finden, die diese Ziele erreichen (vgl. Preis-Standard-Ansatz).
- Unsicherheitsbasierte Modelle
- Unsicherheitsbasierte Modelle befassen sich vor allem mit Entscheidung unter Unsicherheit. Sie beziehen Unsicherheit in vereinfachte Kosten-Nutzen oder zielbasierte Modelle mit ein, zum Beispiel als Spektrum möglicher Parameterwerte, oder ergÀnzen ZustÀnde in vollstÀndigen Kosten-Nutzen Modellen. Viele erlauben es auch, Politik im Simulationsverlauf zu Àndern, wenn Unsicherheiten mit der Zeit abnehmen.
Evaluierende Modelltypen enthalten oft mehr oder detailliertere naturwissenschaftliche Komponenten, wÀhrend sozioökonomische Komponenten weniger ausgeprÀgt sind. Sie beziehen zum Beispiel auch LandnutzungsÀnderungen oder Schwefelemissionen mit ein. Zu ihnen zÀhlen:
- Deterministische Projektionsmodelle
- In deterministischen Projektionsmodellen erhalten Parameter einen einzigen, eindeutigen Wert und es werden deterministisch Ausgabewerte ermittelt, die langfristige zukĂŒnftige Entwicklungen eindeutig beschreiben sollen.
- Stochastische Projektionsmodelle
- In stochastischen Projektionsmodellen werden Ein- oder Ausgabewerte mit Mitteln der Stochastik behandelt.
Mitte der 1990er Jahre gab es bereits mehr als 50 IAM zur Untersuchung der globalen ErwĂ€rmung.[1] Eines der ersten war IMAGE-1 (Integrated Model to Assess the Greenhouse Effect) des NiederlĂ€ndischen Staatlichen Instituts fĂŒr öffentliches Gesundheitswesen und Umwelt (RIVM). Weitere Beispiele sind das RICE und DICE (William D. Nordhaus) oder WIAGEM (Claudia Kemfert).
Viele hĂ€ufig zitierte Kosten-Nutzen Modelle, zum Beispiel DICE, kommen zu dem Ergebnis, dass die optimale Klimapolitik darin besteht, zunĂ€chst relativ wenig zu tun und erst spĂ€t deutlicher zu handeln. Manche Ăkonomen fĂŒhren dies auf fragwĂŒrdiger Annahmen zurĂŒck, zum Beispiel relativ hohe Abzinsung kĂŒnftiger SchĂ€den, eine fragwĂŒrdige Bewertung nicht-monetĂ€rer SchĂ€den (wie dem Wert eines Menschenlebens oder der BiodiversitĂ€t), der VernachlĂ€ssigung von Unsicherheiten oder der ĂberschĂ€tzung von Vermeidungs- und UnterschĂ€tzung von Anpassungskosten.[9] In gĂ€ngigen IAM, wie sie in den USA bei gesetzlichen Regelungen verwendet wĂŒrden, seien die Schadensfunktionen veraltet und wĂŒrden vor allem auf Fachliteratur aus den 1990er Jahren basieren.[10] Die Werte bestimmter Parameter zur Modellierung der komplexen ZusammenhĂ€nge werden oftmals âeigenmĂ€chtigâ gesetzt, was zu âgroĂen Effekten in den resultierenden Ergebnissenâ fĂŒhre.[11]
Ab einer globalen ErwĂ€rmung von mehr als 3 °C können nach EinschĂ€tzung vieler Ăkonomen IAM keine verlĂ€sslichen Extrapolationen mehr liefern.[12] Extremereignissen (tail risks) können schwer berĂŒcksichtigt werden, was oftmals die Hinzuziehung separater Experten erforderlich mache.[11] Kritiker halten es fĂŒr sinnvoller, im IA Klimapolitik als Versicherung gegen den schlimmstmöglichen aber wenig wahrscheinlichen Fall einer Klimakatastrophe zu betrachten und dementsprechend ziel- und unsicherheitsbasierte Modelle vorzuziehen.[9]
Neuere Entwicklungen versuchen, auch Unsicherheiten und Risiken zu modellieren. So aktualisierte William Nordhaus 2017 sein Modell DICE und berĂŒcksichtigte auch Unsicherheit in einigen Parametern. GegenĂŒber dem Jahr 2013 ist in seinem Modell die Steuer, die bei ökonomisch optimaler Klimapolitik auf die Emission einer Tonne CO2 erhoben werden mĂŒsste, um 50 % gestiegen. Unsicherheit fĂŒhrt darin zu einer Erhöhung um etwa 15 %.[13] Ein anderes Modell, das durch Kippelemente im Erdsystem und deren Wechselwirkungen gegebene Risiko einbezieht, deutet darauf hin, dass eine Klimapolitik, die das 1,5-Grad-Ziel einhĂ€lt, optimal wĂ€re.[14] So dient IAM auch zur Herleitung verallgemeinerter VerhĂ€ltnisse von CO2-Emissionen und der Folgen fĂŒr Menschheit und Bevölkerungen wie beispielsweise der Mortality Cost of Carbon (MCC).[15]
Kritik an Integrated Assessment Modellen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Durch die hohe policy Relevanz der integrierten Bewertung, vor allem durch die Verwendung von IAM, in der Working Group III (Mitigation) des IPCC, sind diese auch Untersuchungsgegenstand verschiedener kritischer WissenschaftsansĂ€tze, wie den Science and Technology Studies oder der Politischen Ăkologie geworden. In diesem Sinne wird den Modellen ein Beitrag zur Agenda Setting der Politik nachgewiesen[16]. Diese wird besonders deutlich im Fall von Negativen Emissionen[17].
Diese Kritik fokussiert sich dabei seltener auf technisches Details als vielmehr auf die gesellschaftliche Auswirkungen von vermeintlich neutraler Annahmen und die wissenschaftliche Praxis. Der Forschungsprozess wird als geprĂ€gt von sozialen, politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen, etwa durch epistemische Kulturen, institutionelle MachtverhĂ€ltnisse und politische Erwartungen an ânĂŒtzlicheâ Wissenschaft. Besonders Augenmerk wird auf die ökonomischen Annahmen der Modelle gelegt (siehe Ăbersicht der Kritik an den ökonomischen Annahmen). IAM können dadurch bestehende gesellschaftliche VerhĂ€ltnisse unbeabsichtigt legitimieren. Um dem entgegenzuwirken, wird die Verwendung von Modellen im Kombination mit anderen Methoden oder auch kĂŒnstlerischen AnsĂ€tzen vorgeschlagen. Radikalere Kritik wirbt dahingegen fĂŒr eine partizipative Forschung mit visionĂ€rem Anspruch, etwa ĂŒber das Konzept der Kategorialen Utopie, um auch oder verstĂ€rkt alternative Transformationspfade oder ZukĂŒnfte, die bspw. jenseits einer kapitalistischen Wirtschaftsordnung zu verorten sind[18].
Ăbersicht an der Kritik an den ökonomischen Annahmen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Funktion | Kurzbeschreibung |
|---|---|
| ReprĂ€sentativer Agent | âĂberwiegend utilitaristische, wenn auch unrealistische ErzĂ€hlung menschlichen Verhaltens, basierend auf Annahmen eines idealisierten Lebensstils von Konsum, Akkumulation und hohem Energieverbrauchâ ([20], S. 4). Vorstellungen vom Menschsein, Weltbildern und dem Sozialen werden auf den westlich geprĂ€gten Homo Economicus reduziert[21][22][23]. |
| Schadensfunktionen | Schadensfunktionen weisen monetÀre Verluste in AbhÀngigkeit der globalen Durchschnittstemperatur zu. Andere Bewertungsformen bleiben ausgeschlossen[24][25][26]. Selbst irreversible SchÀden gelten als finanziell kompensierbar[24]. |
| Negishi-Gewichtungen | Unter der Annahme, dass geografische Umverteilung unpraktikabel oder unmöglich ist[21] wird die bestehende Einkommensverteilung eingefroren[27][28]. Dies bevorteilt wohlhabende LÀnder mit hohen historischen Emissionen. |
| Diskontierungsraten | Unter der Annahme wirtschaftlichen Wachstums und einer gesellschaftlichen PrĂ€ferenz fĂŒr kurzfristigen Konsum wird derselbe Konsum in der Zukunft geringer bewertet[21][25][27]. Die Kosten intergenerationeller Gerechtigkeit werden damit auf zukĂŒnftige Generationen verlagert[21]. |
| Perfekte Voraussicht | Annahme, dass Investitionen stets im ökonomisch sinnvollsten Moment und mit perfektem Wissen getĂ€tigt werden[25]. Dies fĂŒhrt zur vermeintlich effizienten Lösung durch COâ-Bepreisung. |
| BIP-Wachstum | Wirtschaftswachstum wird in allen Staaten als normatives Ziel gesetzt â unabhĂ€ngig von Entwicklungsstand oder Reichtum. Absolute Entkopplung von Emissionen und Wachstum ist fraglich[29]. Wachstum bedeutet höheren Energiebedarf, was in den Modellen zu mehr negativen Emissionen fĂŒhrt[25][30]. Kritik, dass IAMs âeine SchlĂŒsselrolle dabei spielen, von der Machbarkeit wachstumsunabhĂ€ngiger Gesellschaften abzulenkenâ ([25], S. 8). |
| Gleichgewichtstheorien | In der Wirtschaftswissenschaft umstritten. Heterodoxe AnsĂ€tze betonen âdynamischen Wandel, groĂe Unsicherheiten, MachtverhĂ€ltnisse sowie soziale und ökonomische Strukturen jenseits aggregierter individueller Entscheidungenâ ([24], S. 665). Diese Theorien erfassen gesellschaftliche KomplexitĂ€t unzureichend und fĂŒhren zu verzerrten Ergebnissen[31]. |
| Nachfrageorientierter Wandel | Energieeinsparung ist ein offensichtlicher Hebel, wird jedoch in IAMs nur eingeschrĂ€nkt berĂŒcksichtigt oder fĂŒhrt zu paradoxen Effekten[31][32]. So fĂŒhren Pfade mit geringerer Nachfrage z.âŻB. zu weniger Erneuerbaren statt geringerer COâ-Entnahme[32]. |
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]BĂŒcher:
- Mark E. Jensen, Patrick S. Bourgeron (Hrsg.): A Guidebook for Integrated Ecological Assessments. 2001, ISBN 0-387-98583-2.
Fachzeitschriften:
- The Integrated Assessment Society (TIAS) (Hrsg.), Integrated Assessment, 2000â2010. ISSN 1389-5176, journals.sfu.ca (Open Access)
- Integrated Assessment, Springer Verlag, 2000â2001. ISSN 1389-5176 springerlink.com
- Society of Environmental Toxicology and Chemistry (Hrsg.), Integrated Environmental Assessment and Management, seit 2005. ISSN 1551-3793, onlinelibrary.wiley.com
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- United Nations Environmental Program Integrated Environmental Assessment - Training Manual zum GEO IEA Framework
- Webseiten der Integrated Assessment Society (TIAS)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â a b c d e J. P. van der Sluijs: Integrated Assessment, Definition of. In: Encyclopedia of Global Environmental Change. 2002, ISBN 0-471-97796-9, S. 249â253.
- â Parker et al.: Progress in integrated assessment and modelling. In: Environmental Modelling & Software. Band 17, 2002, S. 209â217.
- â a b c Ferenc L. Toth and Eva Hizsnyik: Integrated environmental assessment methods: Evolution and applications. In: Environmental Modeling and Assessment. Band 3, 1998, S. 193â207.
- â a b c R. S. J. Tol und P. Vellinga: The European Forum on Integrated Environmental Assessment. In: Environmental Modeling and Assessment. Band 3, 1998, S. 181â191.
- â a b c Edward A. Parson und Karen Fisher-Vanden: Thematic Guide to Integrated Assessment Modeling of Climate Change. Hrsg.: Center for International Earth Science Information Network [CIESIN]. 1995 (sedac.ciesin.columbia.edu).
- â NGFS (Hrsg.): NGFS Climate Scenarios for central banks and supervisors. September 2022 (PDF, 2,6 MB).
- â a b Weyant et al.: Integrated Assessment of Climate Change: An Overview and Comparison of Approaches and Results. In: Climate Change 1995, Economic and Social Dimensions of Climate Change, Contribution to Working Group III to the Second Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change.
- â L. H. Goulder und W. A. Pizer: Climate Change, Economics of. In: S. N. Durlauf und L. E. Blume (Hrsg.): The New Palgrave Dictionary of Economics. 2008, doi:10.1057/9780230226203.0247.
- â a b Frank Ackerman et al.: Limitations of integrated assessment models of climate change. In: Climatic Change. 2009, S. 297â315, doi:10.1007/s10584-009-9570-x.
- â Maximilian Auffhammer: Quantifying Economic Damages from Climate Change. In: Journal of Economic Perspectives. Nr. 4, 2018, doi:10.1257/jep.32.4.33.
- â a b Robert S. Pindyck: The Use and Misuse of Models for Climate Policy. In: Review of Environmental Economics and Policy. Band 11, Nr. 1. Oxford University Press, 2017, S. 100â114, doi:10.1093/reep/rew012.
- â Nicholas Stern: The Structure of Economic Modeling of the Potential Impacts of Climate Change: Grafting Gross Underestimation of Risk onto Already Narrow Science Models. In: Journal of Economic Literature. Band 51, Nr. 3, 2013, S. 847â849, doi:10.1257/jel.51.3.838.
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- â Yongyang Cai, Timothy M. Lenton und Thomas S. Lontzek: Risk of multiple interacting tipping points should encourage rapid CO2 emission reduction. In: Nature. MĂ€rz 2016, doi:10.1038/nclimate2964.
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- â Wei Peng, Gokul Iyer, Valentina Bosetti, Vaibhav Chaturvedi, James Edmonds, Allen A. Fawcett, StĂ©phane Hallegatte, David G. Victor, Detlef van Vuuren, John Weyant: Climate policy models need to get real about people â hereâs how. In: Nature. Band 594, Nr. 7862, 10. Juni 2021, ISSN 0028-0836, S. 174â176, doi:10.1038/d41586-021-01500-2, PMID 34103720, PMC 9531597 (freier Volltext) â (nature.com [abgerufen am 16. April 2025]).
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- â Jason Hickel, Paul Brockway, Giorgos Kallis, Lorenz KeyĂer, Manfred Lenzen, AljoĆĄa SlamerĆĄak, Julia Steinberger, Diana Ărge-Vorsatz: Urgent need for post-growth climate mitigation scenarios. In: Nature Energy. Band 6, Nr. 8, 4. August 2021, ISSN 2058-7546, S. 766â768, doi:10.1038/s41560-021-00884-9 (nature.com [abgerufen am 16. April 2025]).
- â a b Alice Larkin, Jaise Kuriakose, Maria Sharmina, Kevin Anderson: What if negative emission technologies fail at scale? Implications of the Paris Agreement for big emitting nations. In: Climate Policy. Band 18, Nr. 6, 3. Juli 2018, ISSN 1469-3062, S. 690â714, doi:10.1080/14693062.2017.1346498 (tandfonline.com [abgerufen am 16. April 2025]).
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