
Der Ausdruck Idee (von altgriechisch ጰΎÎα idĂ©a âGestalt, Erscheinung, Aussehen, Urbild, Konzept, Vorhaben, Modellâ) hat allgemeinsprachlich und im philosophischen Sprachgebrauch unterschiedliche Bedeutungen. Allgemeinsprachlich versteht man darunter einen Gedanken, nach dem man handeln kann, oder ein Leitbild, an dem man sich orientiert. Die philosophische Bedeutung wurde zunĂ€chst in der Antike von Platon und dem Platonismus geprĂ€gt. In der platonischen Ideenlehre sind Ideen unwandelbare, nur geistig erfassbare Urbilder, die den sinnlich wahrnehmbaren PhĂ€nomenen zugrunde liegen. Dieses IdeenverstĂ€ndnis wirkte bis in die Neuzeit stark nach, doch erhielt der Begriff âIdeeâ in unterschiedlichen philosophischen Richtungen verschiedene Inhalte.
Begriffsgeschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Antike und Mittelalter
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das altgriechische Substantiv idea bezeichnet ursprĂŒnglich das Erscheinungsbild von etwas, was gesehen wird und dabei einen bestimmten Eindruck macht. Es ist als Verbalabstraktum von idein âerblickenâ, âerkennenâ (Aorist zu horan âsehenâ) abgeleitet.[1] WĂ€hrend im literarischen Schrifttum die Verwendung dieses Worts erst relativ spĂ€t â bei Pindar und im Corpus Theognideum â einsetzt, kommt das Ă€ltere Substantiv eidos zur Bezeichnung visueller EindrĂŒcke schon in der Ilias hĂ€ufig vor. Die beiden Wörter werden gewöhnlich synonym gebraucht. Allgemeinsprachlich bezeichnen beide das Aussehen, die Form oder Gestalt, eine Ă€uĂere Erscheinung, die beispielsweise als schön oder hĂ€sslich beschrieben wird. Es ist eine Erscheinung, die auch als bloĂer Schein tĂ€uschen kann; das Aussehen weckt Erwartungen, die manchmal enttĂ€uscht werden.[2] Nicht nur einzelne Individuen, sondern auch Gruppen und Mengen haben ein bestimmtes eidos, nach dem man sie unterscheiden kann: Es gibt ein königliches und ein sklavenhaftes eidos und ein eidos ethnischer Gruppen.
Die Wörter eidos und idea bezeichnen nicht nur ein Erscheinungsbild, sondern in einem abgeleiteten Sinn auch dessen TrĂ€ger. Gemeint ist dann eine Art oder ein Typus von etwas: eine Klasse von Personen, Dingen oder PhĂ€nomenen, die durch bestimmte â nicht nur optische â Merkmale charakterisiert ist. Beispielsweise ist in der Medizin ein bestimmter Patiententyp ein eidos. Wenn der Begriff zur Bezeichnung eines Typus oder einer Art von etwas dient, kann es sich auch um unanschauliche Gegebenheiten handeln, etwa wenn von verschiedenen Vorgehensweisen, Lebensweisen, Staatsformen oder von Arten der Boshaftigkeit oder des Krieges die Rede ist. Hier geht es um Klassifizierung anhand der Beschaffenheit oder einer QualitĂ€t, die allen Elementen einer Gruppe oder Art gemeinsam ist und sich beispielsweise in der Gestalt eines Dings oder in der Vollzugsweise einer Handlung zeigt.[3]
Platon prĂ€gte den philosophischen Ideenbegriff. Er fĂŒhrte keine starre Terminologie ein, sondern verwendete fĂŒr die spĂ€ter so genannten âplatonischen Ideenâ (siehe Ideenlehre) neben idea auch andere AusdrĂŒcke, insbesondere eidos, und Umschreibungen. WĂ€hrend sich idea dem ursprĂŒnglichen Wortsinn nach auf das sichtbare Erscheinungsbild von etwas bezieht, ist im Gegensatz dazu die platonische Idee das nicht sinnlich Wahrnehmbare, das den sichtbaren Erscheinungen zugrunde liegt. Sie ist aber geistig erfassbar und fĂŒr Platon in einem ĂŒbertragenen Sinn âsichtbarâ; dies erklĂ€rt die Ăbertragung des Begriffs idea aus dem Bereich der Sinneswahrnehmung in den einer rein geistigen Wahrnehmung. Das geistige âSehenâ, die dem Philosophen mögliche âSchauâ der Ideen, spielt im Platonismus eine zentrale Rolle.[4]
Auch der materialistische Denker Demokrit verwendete den Begriff idea, allerdings in ganz anderem Sinn als Platon. Er bezeichnete die Atome von unterschiedlicher Gestalt, aus denen nach seiner Lehre alles besteht, als ideai (Formen).[5]
Cicero, der platonisches Gedankengut in der lateinischsprachigen Welt verbreitete, trug dazu bei, dass idea auch in der lateinischen Literatur ein philosophischer Fachbegriff wurde. Er schrieb das Wort noch als Fremdwort in griechischer Schrift, bei spĂ€teren Autoren erscheint es meist in lateinischer Schrift. Im Lateinischen wurde das, was griechische Denker unter eidos oder idea verstanden, auch mit AusdrĂŒcken wie forma (âFormâ), figura (âGestaltâ), exemplar (âMusterâ), exemplum (âMusterâ, âVorbildâ) und species (âGestaltâ, âMusterâ, âArtâ) wiedergegeben.[6] Seneca sprach von âplatonischen Ideenâ (ideae Platonicae).[7] Der spĂ€tantike Ăbersetzer und Kommentator von Platons Dialog Timaios, Calcidius, verwendete auch AusdrĂŒcke wie archetypus, archetypum exemplar oder species archetypa (âurbildliches Musterâ).[8]
Der Kirchenvater Augustinus meinte, die Bezeichnung âIdeenâ habe zwar erst Platon eingefĂŒhrt, der Inhalt dieses Begriffs mĂŒsse aber schon lange vor ihm bekannt gewesen sein. Ins Lateinische sei âIdeeâ mit forma oder species zu ĂŒbersetzen; auch die Ăbersetzung ratio sei akzeptabel, wenn auch nicht genau, da ratio eigentlich dem griechischen Wort logos entspreche.[9]
Mittelalterliche Philosophen und Theologen ĂŒbernahmen die antike lateinische Terminologie der Ideenlehre, die ihnen vor allem Augustinus, Calcidius und Boethius vermittelten. Zur Bezeichnung der platonischen Ideen verwendeten sie neben dem latinisierten griechischen Wort idea auch die schon in der Antike gebrĂ€uchlichen rein lateinischen AusdrĂŒcke, vor allem forma.[10]
Neuzeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der christlichen Schulphilosophie der FrĂŒhen Neuzeit, auch bei den Jesuiten, verstand man unter Ideen in erster Linie die Urbilder im Geist Gottes, nach denen er die Welt geschaffen habe, aber auch â in Analogie dazu â EntwĂŒrfe im menschlichen Geist, die der Verwirklichung von Werken vorausgehen. In einem weiteren Sinne bezeichnete man im 17. Jahrhundert als Ideen die Prinzipien im menschlichen Bewusstsein, nach denen es Erkenntnisobjekte identifiziert und ordnet, und allgemein von der Vorstellungskraft hervorgebrachte mentale Inhalte (phantasmata), darunter GedĂ€chtnisinhalte. RenĂ© Descartes definierte âIdeeâ im weitesten Sinne als Bewusstseinsinhalt jeglicher Art.[11] An diesem weiten BegriffsverstĂ€ndnis orientierte sich der allgemeine Sprachgebrauch. Das von idea abgeleitete französische Wort idĂ©e diente generell zur Bezeichnung von Vorstellungen und Gedanken. Im Deutschen wurde im 17. Jahrhundert noch oft das lateinische idea als Fremdwort fĂŒr âVorstellungâ und âGedankeâ verwendet, daneben aber auch das französische idĂ©e, das dann als âIdeeâ eingedeutscht wurde und sich in dieser Form schlieĂlich durchsetzte.[12]
Im heutigen allgemeinen, nichtphilosophischen Sprachgebrauch bezeichnet âIdeeâ einen Gedanken, nach dem man handeln kann, eine Vorstellung oder Meinung. Oft handelt es sich um einen Einfall, einen neuen, originellen, manchmal geistreichen oder witzigen Gedanken, den man in die Tat umsetzen kann. In diesem Sinne kann das Wort die Bedeutung von âPlanâ und âAbsichtâ erhalten. Als Idee bezeichnet man auch den gedanklichen Entwurf zu einer Erfindung, einem Kunstwerk oder einer literarischen Schöpfung; in diesem Sinne sprach schon Goethe von seinen Ideen. Manchmal ist ein Prinzip gemeint, ein Leitbild oder ein Grundgedanke, der das Denken und Handeln einer Person bestimmt, beispielsweise âdie Idee der Freiheitâ oder âdie europĂ€ische Ideeâ. In der Musik kommt fĂŒr ein Kernthema oder Leitmotiv eines mehrteiligen Werks die Bezeichnung âIdeeâ vor.[13]
Umgangssprachlich ist eine Idee auch eine kleine Menge (zum Beispiel: Man fĂŒge nach UmrĂŒhren des Teigs noch eine Idee Zucker hinzu) oder etwas, was nur einen geringfĂŒgigen Unterschied ausmacht (zum Beispiel: eine Idee lauter).
Philosophie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Antike
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Platon
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die philosophische Ideenkonzeption geht auf Platon zurĂŒck. Daher spricht man von âplatonischen Ideenâ und von Platons Ideenlehre. Die EinfĂŒhrung der Ideenlehre, die in Platons frĂŒhen Werken noch nicht vorkommt, wird hĂ€ufig als die Trennlinie zwischen dem von Platons Lehrer Sokrates mitgeprĂ€gten Gedankengut der Anfangszeit und einer völlig eigenstĂ€ndigen platonischen Philosophie gesehen. Allerdings bereitet Platon seine ĂuĂerungen zu den Ideen nicht systematisch auf, er prĂ€sentiert nirgends ein kohĂ€rentes LehrgebĂ€ude. Daher ist der gĂ€ngige Begriff âIdeenlehreâ, der nicht von Platon stammt, etwas problematisch. AuĂerdem weist Platon selbst auf SchwĂ€chen der Ideenkonzeption hin.[14]
Platon geht davon aus, dass der Bereich des sinnlich Wahrnehmbaren einem realen und eigenstĂ€ndig existierenden Reich der Ideen, das nur auf geistigem Weg erkannt werden kann, nachgeordnet ist. Ideen sind beispielsweise âdas Schöne an sichâ, âdas Gerechte an sichâ, âder Kreis an sichâ oder âder Mensch an sichâ. Die Ideen, nicht die Objekte der Sinneserfahrung, stellen die eigentliche Wirklichkeit dar. Nur ihnen kommt das wahre Sein zu. Im Gegensatz zu den Sinnesobjekten sind die Ideen vollkommen und unverĂ€nderlich; sie unterliegen nicht dem Entstehen, dem Wandel und dem Vergehen. Die Existenzweise der sinnlich wahrnehmbaren GegenstĂ€nde hingegen ist durch Mangelhaftigkeit charakterisiert. Beispielsweise weist ein Einzelding immer nur eine begrenzte, relative Schönheit auf; es kann von etwas Schönerem ĂŒbertroffen werden. AuĂerdem kann ein schönes Sinnesobjekt seine Schönheit im Lauf der Zeit einbĂŒĂen. Die Idee des Schönen hingegen ist solchem Mehr oder Weniger entzogen, denn das Schöne als Idee ist absolut (ohne Abstufung oder EinschrĂ€nkung) schön.[15]
Da Ideen in höherem MaĂe wirklich sind als die sinnlich wahrnehmbaren EinzelgegenstĂ€nde, kommt ihnen ontologisch (in der Lehre von der Hierarchie der seienden Dinge) ein höherer Rang zu als den Sinnesobjekten. Die Ideen sind den Sinnesobjekten aber nicht nur aufgrund ihrer Vollkommenheit ĂŒberlegen und in der Seinshierarchie ĂŒbergeordnet, sondern sie sind auch die Ursache von deren Existenz. Sie sind die Urbilder, die Sinnesobjekte sind ihre Abbilder. Jedes Sinnesobjekt verdankt sein Dasein dem objektiven Sein der ihm zugrunde liegenden Idee, beispielsweise ein Pferd der Idee des Pferdes. Seine jeweilige besondere Beschaffenheit erhĂ€lt es von den verschiedenen Ideen, die an seiner Gestaltung beteiligt sind und ihm die Gesamtheit seiner Merkmale (GröĂe, Farbe usw.) verleihen.[16] Jedes PhĂ€nomen der physischen Welt hat âAnteilâ an denjenigen Ideen, deren Einwirkung es unterliegt. Die jeweilige Art dieser âTeilhabeâ (Methexis) bestimmt, in welchem MaĂe etwas ĂŒber die besondere Eigenschaft verfĂŒgt, die es von einer bestimmten Idee empfĂ€ngt: Wie gerecht ein Mensch ist, ergibt sich aus der Art seiner Teilhabe an der Idee des Gerechten. Somit bewirken die Ideen, dass die einzelnen Sinnesobjekte so sind wie sie sind. Jede Idee, an der ein Objekt Anteil hat, ist in diesem anwesend.
Das Denken des Philosophen soll sich auf die Ideen richten. Wegen der Allgemeinheit und UnverĂ€nderlichkeit ihrer Natur sind sie diejenigen Objekte, von denen man echte Erkenntnis erlangen kann, denn alles Wissen beruht auf Einsicht in etwas AllgemeingĂŒltiges und zeitunabhĂ€ngig Wahres, nicht auf Beobachtung von ZufĂ€lligem und Vereinzeltem. Das Besondere, Individuelle kann nur vom Allgemeinen her verstanden und richtig eingeordnet werden. Somit entspricht der seinsmĂ€Ăigen (ontologischen) Höherrangigkeit der Ideen eine erkenntnismĂ€Ăige (epistemische). Erkenntnis von Ideen kann man erlangen, indem man von den unwesentlichen Besonderheiten des einzelnen PhĂ€nomens abstrahiert und seine Aufmerksamkeit auf das Allgemeine richtet, das einer Anzahl von Einzeldingen zugrunde liegt und gemeinsam ist.
Die Ideenkonzeption Platons ist somit der Auffassung entgegengesetzt, dass die Einzeldinge die gesamte Wirklichkeit ausmachen und hinter den Allgemeinbegriffen nichts steht als ein menschliches BedĂŒrfnis, zur Klassifizierung der PhĂ€nomene Ordnungskategorien zu konstruieren.
Aristoteles
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]WĂ€hrend die Platoniker an der Ideenkonzeption Platons festhielten, fand sie in den anderen antiken Philosophenschulen keinen Anklang. Aristoteles setzte sich intensiv mit ihr auseinander und versuchte sie zu widerlegen. Insbesondere machte er geltend, dass die Annahme einer ontologischen Kluft zwischen Ideenwelt und Sinneswelt mit der Behauptung, die Sinneswelt sei ein Erzeugnis der Ideenwelt, unvereinbar sei, denn es gebe nichts, was eine solche Kluft ĂŒberbrĂŒcken und damit eine Einwirkung der Ideen auf die Sinneswelt ermöglichen könnte (âChorismosâ-Argument). AuĂerdem seien die scheinbar âallgemeinenâ Ideen, wenn sie separat existierten, nichts Allgemeines, sondern nur eine besondere Art von abgesonderten, einzelnen Dingen. Daher könne die Ideenlehre das Besondere nicht auf Allgemeines zurĂŒckfĂŒhren. Da sie keine ErklĂ€rung fĂŒr die Existenz der Sinnesobjekte biete, erfĂŒlle sie nicht den Zweck, zu dem sie eingefĂŒhrt worden sei. Die Vorstellung von separaten Ideen neben den Sinnesobjekten fĂŒhre nur zu einer hypothetischen Verdoppelung der Welt, die zum VerstĂ€ndnis der Wirklichkeit nichts beitrage und daher unnötig sei.[17] AuĂerdem seien Ideen, wenn sie wie Einzeldinge separat existierten und daher einzeln und nicht allgemein seien, undefinierbar, denn nur das Allgemeine könne definiert werden. Folglich seien solche Ideen auch unerkennbar.[18] Auch wenn Ideen und Einzeldinge Ă€hnlich seien, folge daraus nicht, dass die Ideen die Urbilder der Einzeldinge sein mĂŒssen und diese ihnen nachgebildet sind.[19] Die Vorstellung der Teilhabe sei nicht durchdacht; es handle sich nicht um eine philosophische ErklĂ€rung, sondern nur um ein leeres Wort, eine poetische Metapher.[20]
Mittel- und Neuplatonismus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Mittelplatoniker verbanden die Ideenkonzeption mit ihren Vorstellungen vom göttlichen Walten im Kosmos. Sie unterschieden zwischen der höchsten, absolut transzendenten Gottheit, die in keiner direkten Beziehung zur sinnlich wahrnehmbaren Welt steht, und dem ihr untergeordneten Schöpfergott, dem Demiurgen. Der Schöpfergott galt als Wirkursache der Sinnesobjekte, in den Ideen sah man die paradigmatische (urbildliche) Ursache, in der Materie die Stoffursache. Dies wird in der Forschung als die mittelplatonische âDrei-Prinzipien-Lehreâ bezeichnet.[21] Meist betrachteten die Mittelplatoniker die Ideen als Gedanken des transzendenten Gottes oder des Schöpfergottes. Dabei standen sie unter dem Einfluss der Theologie des Aristoteles, der zufolge Gott sich selbst denkt und dies seine einzige TĂ€tigkeit ist. Es gab aber auch die Ansicht, dass den Ideen eine eigenstĂ€ndige Existenz unabhĂ€ngig vom göttlichen Intellekt zukomme.[22] Dem mittelplatonischen Modell schloss sich der stark vom Platonismus beeinflusste jĂŒdische Denker Philon von Alexandria an. Er identifizierte den âIdeenkosmosâ, der das erste Abbild Gottes sei, mit Gottes Vernunft, dem göttlichen Logos. Der Logos sei die gedachte Welt, nach deren âhöchst gottĂ€hnlichemâ Vorbild Gott die sichtbare Welt geschaffen habe. So erhalten die Ideen bei Philon die Rolle der vermittelnden Instanz zwischen dem transzendenten Gott und der geschaffenen Welt.[23]
Die Neuplatoniker nahmen eine dreiteilige Grundstruktur der geistigen Welt mit drei hierarchisch geordneten Prinzipien an: Zuoberst steht das absolut transzendente âEineâ, darunter der ĂŒberindividuelle Geist oder Intellekt (Nous), gefolgt vom seelischen Bereich. In der Nouslehre gingen die Neuplatoniker von Ăberlegungen des Aristoteles aus, der allerdings nicht zwischen dem Einen und dem Nous unterschieden hatte. Nach der neuplatonischen Lehre ist der vollkommene Nous die Welt des reinen Denkens. Sein Denken kann sich nur auf etwas richten, was ihm an Vollkommenheit nicht nachsteht, denn wenn er etwas ihm Untergeordnetes dĂ€chte, was nicht so vollkommen ist wie er selbst, wĂŒrde dies seine Vollkommenheit beeintrĂ€chtigen. Das Eine kann er nicht denken, da es wegen seiner Transzendenz dem Denken prinzipiell entzogen ist. Somit kann er nichts anderes denken als sich selbst, das heiĂt: das, was in ihm ist. Daher sind die Objekte des reinen Denkens ausschlieĂlich die eigenen Inhalte des Nous in ihrer Gesamtheit. Daraus ergibt sich aus neuplatonischer Sicht, dass der Nous aus nichts anderem als der Gesamtheit der platonischen Ideen besteht und dass er der einzige ontologische Ort der Ideen ist. Diese Position formuliert Plotin, der BegrĂŒnder des Neuplatonismus, in seinem berĂŒhmten Lehrsatz: Die Ideen existieren nur innerhalb des Nous. Damit markiert er einen wesentlichen Unterschied zwischen Mittel- und Neuplatonismus. Die im Mittelplatonismus vorherrschende Auffassung war, die Ideen seien etwas vom Nous Produziertes und ihm somit Untergeordnetes. Daher verortete man die Ideen in einem separaten Bereich auĂerhalb des Nous. Zwar gab es schon vor Plotin AnsĂ€tze zu einer Theorie von der Immanenz der Ideen im Geist, doch hat er als erster das Konzept der IdentitĂ€t der Ideen mit dem Nous konsequent durchgefĂŒhrt und begrĂŒndet, was bei seinen Zeitgenossen als Neuerung galt.[24]
Augustinus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Kirchenvater Augustinus ĂŒbernahm die GrundzĂŒge der platonischen Ideenlehre einschlieĂlich des Teilhabe-Konzepts. Er stellte fest, die Ideen seien ungeschaffen und unvergĂ€nglich. Sie seien die GrĂŒnde (rationes) der Dinge; alles Entstehende und Vergehende sei nach ihrem Muster gestaltet und erhalte von ihnen die Gesamtheit seiner Merkmale. Ihr Ort sei die göttliche Vernunft (divina intelligentia).[25] Mit dieser Verortung der Ideen ĂŒbernahm Augustinus ein mittelplatonisches Modell, das er christlich umdeutete, indem er es mit der TrinitĂ€tslehre verband. Die göttliche Vernunft, in der die Ideen enthalten seien, identifizierte er als das fleischgewordene Wort Gottes, Jesus Christus. Das Wort Gottes sei die nicht geformte Form aller geformten Einzeldinge. Zugleich sei es auch eine Aussage Gottes ĂŒber sich selbst. In seinem Wort â und damit auch in den Ideen â erkenne Gott sich selbst.[26] Auch die menschliche Erkenntnis fasste Augustinus als Erkenntnis der Ideen auf. Auf der Ideenerkenntnis beruhe das Wissen, ohne sie könne man keine Weisheit erlangen.[27] Möglich sei die menschliche Ideenerkenntnis durch Teilhabe (participatio) am Wort Gottes. Die unwandelbaren Wahrheiten, zu denen der Mensch dadurch Zugang erhalte, seien in ihm selbst angelegt und nicht aus Sinneswahrnehmung abgeleitet. Die Sinneswahrnehmung weise ihn nur auf das in ihm bereits latent vorhandene Wissen hin, so dass er sich dessen bewusst werde.[28]
Mittelalter
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bis um die Mitte des 12. Jahrhunderts war in der lateinischsprachigen Gelehrtenwelt West- und Mitteleuropas von den Werken Platons ausschlieĂlich der Dialog Timaios bekannt, der ĂŒberdies nur in den unvollstĂ€ndigen lateinischen Ăbersetzungen von Calcidius und Cicero zugĂ€nglich war. Die Rezeption der Ideenlehre erfolgte vorwiegend ĂŒber spĂ€tantike Schriftsteller, die das Konzept dem Mittelalter in mittel- und neuplatonisch geprĂ€gter Gestalt vermittelten. Sehr einflussreiche Ăbermittler des platonischen Gedankenguts waren neben Augustinus und Calcidius, der auch einen viel beachteten Kommentar zum Timaios verfasst hatte, der neuplatonisch orientierte Theologe Pseudo-Dionysius Areopagita sowie Boethius, Macrobius und Martianus Capella. Eine nachhaltige Wirkung erzielte vor allem die Bestimmung der Ideen als ĂŒberzeitliche Urbilder (âFormenâ), die im Geist Gottes vorhanden sind und nach deren Muster er die Sinnesobjekte erschafft. Die Abbilder der Ideen in den geschaffenen Dingen nannte man âEntstehungsideenâ (formae nativae). Von den Ideen als Urbildern unterschied man die Ideen, die Einzeldingen gemeinsam sind und mit den Begriffen von Gattung und Art erfasst werden (formae communes, ideae communes).
Die Kritik des Aristoteles an der platonischen Ideenlehre war schon im 12. Jahrhundert den Gelehrten der Schule von Chartres bekannt. Seine Auffassung wurde von den hoch- und spĂ€tmittelalterlichen Theologen und Philosophen insofern geteilt, als sie den Ideen keine eigenstĂ€ndige RealitĂ€t zuerkannten, sondern sie im göttlichen Intellekt verorteten. Thomas von Aquin (â 1274) nahm zwar Ideen als Schöpfungsprinzipien im Geist des Schöpfergottes an, zog aber eine eigene UrsĂ€chlichkeit der Ideen im Schöpfungsprozess nicht in Betracht. Er meinte, sie seien nur Formursachen, Wirkursache sei der Wille Gottes. Thomas kritisierte Platons Lehre von den âabgetrennten, durch sich selbst seienden Ideenâ,[29] wobei er sich auf Aristoteles berief.[30]
Eine noch stĂ€rkere Distanzierung von der platonischen Ideenlehre brachte der spĂ€tmittelalterliche zeichentheoretische Nominalismus oder Konzeptualismus. Die Vertreter dieser Richtung bekĂ€mpften im âUniversalienstreitâ den traditionell vorherrschenden Begriffsrealismus (Universalienrealismus, auch kurz âRealismusâ genannt). Dabei ging es um die Frage nach dem Wirklichkeitsbezug von Universalien (Allgemeinbegriffen) und damit um die Existenz von platonischen Ideen. Begriffsrealisten waren die Vertreter der herkömmlichen platonisch-augustinischen oder aristotelischen Lehren. Sie meinten, dass die Allgemeinbegriffe etwas objektiv real Existierendes bezeichnen. Diese Annahme ist die Ausgangsbasis aller mittelalterlichen Ideenkonzeptionen, die auf der traditionellen platonisch-augustinischen Lehre fuĂen. Sie ist auch die Voraussetzung der aristotelischen Vorstellung von Formen, die zwar nicht wie die platonischen Ideen eigenstĂ€ndig existieren, aber immerhin in den Sinnesobjekten als objektive Gegebenheiten real vorhanden sind. Nach der Auffassung der Nominalisten hingegen sind die Allgemeinbegriffe nur âNamenâ (nomina), das heiĂt Zeichen, die der menschliche Verstand fĂŒr seine TĂ€tigkeit benötigt. Demnach hat das Allgemeine eine subjektive, rein mentale RealitĂ€t im Denken und nur dort. Eine ontologische Relevanz kommt ihm nicht zu. Wilhelm von Ockham, der WortfĂŒhrer des zeichentheoretischen Nominalismus im 14. Jahrhundert, spricht den Ideen auch im Geist Gottes eine eigene RealitĂ€t ab. FĂŒr ihn bezeichnet der Ausdruck âIdeeâ nur ein Erkenntnisobjekt, insoweit es erkannt ist; er besagt nur, dass etwas erkannt ist, bezieht sich also nicht auf den Gegenstand als solchen, sondern auf die Tatsache seines Erkanntseins.[31]
FrĂŒhe Neuzeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einen scharfen Bruch mit der platonischen Tradition vollzog RenĂ© Descartes. Er verwarf die Vorstellung, es gebe im göttlichen Geist ein Reich von Ideen, die als Muster der erschaffenen Sinnesobjekte dienen. Ein Denken Gottes, das dem Erschaffen vorangeht, hielt Descartes fĂŒr unmöglich, da Gott absolut einfach und sein Erkennen mit seinem Wollen identisch sei. Daher verwendete er den Begriff âIdeenâ nicht im platonischen Sinne, sondern nur zur Bezeichnung menschlicher Bewusstseinsinhalte. Dazu zĂ€hlte er neben den Wahrnehmungsinhalten und den vom Bewusstsein erzeugten Phantasieprodukten auch die âeingeborenen Ideenâ (ideae innatae), die potentiell im Bewusstsein vorhanden seien und fĂŒr philosophische Erkenntnis benötigt wĂŒrden. Descartes meinte, die eingeborenen Ideen könnten aus der Potenz in den Akt ĂŒberfĂŒhrt werden und ermöglichten dann ein apriorisches Wissen. Gegen die Vorstellung von eingeborenen Ideen wandten sich Thomas Hobbes und John Locke. Die von Locke begrĂŒndete sensualistische Bewusstseinslehre, die George Berkeley und David Hume auf unterschiedliche Weise weiterentwickelten, verneint die Existenz von Bewusstseinsinhalten, die nicht auf Wahrnehmung zurĂŒckfĂŒhrbar sind.
Immanuel Kant zĂ€hlt die Ideen zur Klasse der reinen Begriffe und grenzt sie als notwendige Vernunftbegriffe (âtranszendentale Ideenâ) von den bloĂen Verstandesbegriffen ab. Eine Idee kann nach seinem VerstĂ€ndnis nur in der Vernunft entstehen, welche ihrer Natur gemÀà die Existenz von Ideen fordert. Ideen sind Begriffe a priori. Ihr charakteristisches Merkmal ist, dass sie sich auf das Unbedingte beziehen, das den Bereich aller möglichen Erfahrung notwendig ĂŒbersteigt. Daher kann eine Idee in theoretischer Hinsicht, als Idee der spekulativen Vernunft, niemals eine nachweisbare objektive RealitĂ€t auĂerhalb von sich selbst erlangen; als SchlĂŒssel zu möglichen Erfahrungen kommt sie nicht in Betracht, im Bereich der Sinneswahrnehmung entspricht ihr nichts. Eine ontologische Bedeutung haben die Ideen fĂŒr Kant nicht, wohl aber eine regulative Funktion fĂŒr das Erkennen und Handeln. Objektive RealitĂ€t weist er ihnen nur im Bereich des Praktischen zu, wobei er ausdrĂŒcklich an Platon anknĂŒpft. Er bezeichnet die moralischen Ideen als Urbilder der praktischen Vernunft, die als Richtschnur des sittlichen Verhaltens dienen. AuĂerdem nimmt er âĂ€sthetische Ideenâ als besondere Ideenart an.[32]
Moderne
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Hegel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Hegel setzt sich mit der Ideenlehre Platons auseinander und wĂŒrdigt die Pionierrolle des antiken Philosophen.[33] In Hegels philosophischem System, vor allem in seiner Logik, spielt der Begriff Idee eine zentrale Rolle. Er erhĂ€lt hier einen Inhalt, der von jedem frĂŒheren philosophischen Sprachgebrauch abweicht.[34] Hegel definiert die Idee als Wahrheit von SubjektivitĂ€t und ObjektivitĂ€t und als das Wahre an und fĂŒr sich, womit er sich von den Lehren abgrenzt, in denen sie als etwas Subjektives, als bloĂe Vorstellung und als unwirklich erscheint. Mit Wahrheit meint er die Ăbereinstimmung der Wirklichkeit mit ihrem Begriff, der sie erzeugt. In der Idee sieht Hegel den Begriff, der die Wirklichkeit, die er hervorbringt, mit sich in Ăbereinstimmung bringt. Er bezeichnet sie als âdie Einheit des Begriffs und der ObjektivitĂ€tâ.[35] Die Idee ist fĂŒr ihn wie fĂŒr Kant als Vernunftbegriff transzendent, sie ist das Unbedingte, von dem âkein ihm adĂ€quater empirischer Gebrauch gemacht werdenâ kann.[36] Im Gegensatz zu Kant folgert Hegel daraus aber nicht, dass die Idee ontologisch bedeutungslos ist. Vielmehr fĂŒhrt er den Umstand, dass der Idee âkein kongruierender Gegenstand in der Sinnenwelt gegeben werdenâ kann,[37] auf einen Mangel der Sinnesobjekte, nicht der Idee zurĂŒck. Jedes einzelne Ding entsteht aus der Idee, und sein Existenzgrund ist es, sie so gut wie möglich auszudrĂŒcken.[38]
Im Gegensatz zur platonischen Tradition schreibt Hegel der Idee nicht absolute Ruhe im Sinne von Bewegungslosigkeit zu, sondern eine Bewegung, mit der sie eine Welt endlicher Dinge setzt, die etwas Anderes als sie ist, etwas fĂŒr sie ĂuĂerliches und insofern ihr Gegenteil. Um ihr Gegenteil setzen zu können, muss sie es in sich selbst enthalten, muss sie in sich auch Unterschied und Teilung aufweisen. Somit umfasst sie das, was sie verneint, ihren eigenen Gegensatz.[39]
Die philosophische BemĂŒhung zielt auf die âabsolute Ideeâ. Diese ist fĂŒr Hegel âder vernĂŒnftige Begriff, der in seiner RealitĂ€t nur mit sich selbst zusammengehtâ und âin seinem Anderen seine eigene ObjektivitĂ€t zum Gegenstande hatâ. âAlles Ăbrige ist Irrtum, TrĂŒbheit, Meinung, Streben, WillkĂŒr und VergĂ€nglichkeit; die absolute Idee allein ist Sein, unvergĂ€ngliches Leben, sich wissende Wahrheit, und ist alle Wahrheit. Sie ist der einzige Gegenstand und Inhalt der Philosophie.â Die Aufgabe der Philosophie ist es, die absolute Idee in ihren verschiedenen Gestaltungen zu erkennen.[40]
Neuere Entwicklungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit dem Ende der Epoche des Deutschen Idealismus haben eine Reihe von Philosophen â insbesondere Vertreter des Neuidealismus, Neuhegelianismus, Neukantianismus und Neuthomismus â den Ideen eine wesentliche Funktion im Rahmen ihrer ontologischen, erkenntnistheoretischen oder ethischen Konzepte zugewiesen, wobei sie von unterschiedlichen Bestimmungen des Begriffs Idee ausgingen. Solche Strömungen bestehen bis in die Gegenwart. Gegen die Ideenkonzeptionen metaphysischer Theorien erhoben jedoch schon im 19. Jahrhundert Positivisten, Linkshegelianer und Marxisten heftigen Widerspruch. Ein entschiedener Gegner der platonischen Ideenlehre war auch Nietzsche, der im Rahmen seiner Polemik gegen den Platonismus auch diese Lehre bekĂ€mpfte. Er schrieb in seiner Götzen-DĂ€mmerung, die Geschichte der Ideenlehre sei die Geschichte eines Irrtums, die angebliche âwahre Weltâ der Ideen habe sich als Fabel entpuppt; sie sei âeine unnĂŒtz, eine ĂŒberflĂŒssig gewordene Idee, folglich eine widerlegte Ideeâ.[41]
In der Philosophie des 20. und 21. Jahrhunderts dominiert die EinschĂ€tzung derjenigen Denker, welche dem Begriff Idee jede philosophische Relevanz absprechen. Diese Kritiker machen geltend, man könne mit âIdeenâ nichts erklĂ€ren, sondern nur eine Illusion von ErklĂ€rung erzeugen. Schon die Frage nach einer festen, kontextunabhĂ€ngigen Bedeutung von âIdeeâ sei verfehlt. Es handle sich bei Ideen um rein subjektive Konstrukte, ĂŒber die keine ĂŒberprĂŒfbaren Aussagen möglich seien. Daher sei jede BeschĂ€ftigung mit ihnen unnĂŒtz. In diesem Sinne Ă€uĂerten sich u. a. Wittgenstein und Quine. UngeklĂ€rt bleiben allerdings die Probleme, die dazu gefĂŒhrt haben, dass der Begriff Idee in die philosophische Terminologie eingefĂŒhrt und von der Antike bis in die Moderne beibehalten wurde. Dazu zĂ€hlen die weiterhin offenen Fragen, wie die AllgemeingĂŒltigkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse zu verstehen ist und wie die Einheit von Begriff und Gegenstand erklĂ€rt werden kann.[42]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Helmut Meinhardt u. a.: Idee. In: Historisches Wörterbuch der Philosophie, Band 4, Schwabe, Basel 1976, Sp. 55â134
- Angelica Nuzzo: Idee. In: Hans Jörg SandkĂŒhler (Hrsg.): EnzyklopĂ€die Philosophie, Band 2, Felix Meiner, Hamburg 2010, ISBN 978-3-7873-1999-2, S. 1046â1057
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Rudolf Eisler: Idee. In: Wörterbuch der philosophischen Begriffe (1904)
- George Boas: Idea im Dictionary of the History of Ideas
Anmerkungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Zur Etymologie siehe Pierre Chantraine: Dictionnaire Ă©tymologique de la langue grecque. Histoire des mots, Paris 2009, S. 438; Hjalmar Frisk: Griechisches etymologisches Wörterbuch, Band 1, Heidelberg 1960, S. 708.
- â Zum tĂ€uschenden Eindruck siehe Hans Diller: Zum Gebrauch von Î”áŒ¶ÎŽÎżÏ und ጰΎÎα in vorplatonischer Zeit. In: Hans-Heinz Eulner u. a. (Hrsg.): Medizingeschichte in unserer Zeit, Stuttgart 1971, S. 23â30, hier: 24.
- â Siehe dazu Hans Diller: Zum Gebrauch von Î”áŒ¶ÎŽÎżÏ und ጰΎÎα in vorplatonischer Zeit. In: Hans-Heinz Eulner u. a. (Hrsg.): Medizingeschichte in unserer Zeit, Stuttgart 1971, S. 23â30. Zahlreiche Belege zum antiken Gebrauch von idea bieten Wilhelm Pape: Griechisch-deutsches Handwörterbuch, 3. Auflage, Band 1, Nachdruck Graz 1954, S. 1235 und Henry George Liddell, Robert Scott: A Greek-English Lexicon, 9. Auflage, Oxford 1996, S. 817.
- â Zu Platons Begriffsverwendung siehe Michael Erler: Platon (= Hellmut Flashar (Hrsg.): Grundriss der Geschichte der Philosophie. Die Philosophie der Antike, Band 2/2), Basel 2007, S. 391f.; Christian SchĂ€fer: Idee/Form/Gestalt/Wesen. In: Christian SchĂ€fer (Hrsg.): Platon-Lexikon, Darmstadt 2007, S. 157â165, hier: 157.
- â Demokrit, Fragment DK 68 A 57.
- â Belege im Thesaurus linguae Latinae, Band 7/1, Leipzig 1964, Sp. 178f.
- â Seneca, Epistulae morales 58,26.
- â Zur Terminologie des Calcidius siehe Gangolf Schrimpf u. a.: Idee. II. Mittelalter. In: Historisches Wörterbuch der Philosophie, Band 4, Basel 1976, Sp. 65â102, hier: 65f.
- â Augustinus, De diversis quaestionibus 46.
- â Zahlreiche Beispiele zur mittelalterlichen Begriffsgeschichte bieten Gangolf Schrimpf u. a.: Idee. II. Mittelalter. In: Historisches Wörterbuch der Philosophie, Band 4, Basel 1976, Sp. 65â102.
- â Zur Begriffsverwendung im 17. Jahrhundert siehe Wilhelm Halbfass: Idee. III. In: Historisches Wörterbuch der Philosophie, Band 4, Basel 1976, Sp. 102â113, hier: 102â105.
- â Hans Schulz: Deutsches Fremdwörterbuch, Band 1, StraĂburg 1913, S. 279f.; Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch, Bd. 4/2, Leipzig 1877, Sp. 2039â2041, hier: 2040.
- â Beispiele fĂŒr die moderne Begriffsverwendung bieten Ruth Klappenbach, Wolfgang Steinitz: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache, Bd. 3, Berlin 1969, S. 1928f. und das Duden-Wörterbuch: Duden. Das groĂe Wörterbuch der deutschen Sprache in zehn BĂ€nden, 3. Auflage, Bd. 4, Mannheim 1999, S. 1903f.
- â Siehe dazu die ForschungsĂŒbersicht bei Michael Erler: Platon (= Hellmut Flashar (Hrsg.): Grundriss der Geschichte der Philosophie. Die Philosophie der Antike, Band 2/2), Basel 2007, S. 390â395 sowie Dorothea Frede: Platon: Philebos. Ăbersetzung und Kommentar, Göttingen 1997, S. 333â340; Christian SchĂ€fer: Idee/Form/Gestalt/Wesen. In: Christian SchĂ€fer (Hrsg.): Platon-Lexikon, Darmstadt 2007, S. 157â165, hier: 158; Thomas Alexander SzlezĂĄk: Die Idee des Guten in Platons Politeia, Sankt Augustin 2003, S. 54â57.
- â Eine zusammenfassende EinfĂŒhrung gibt Michael Erler: Platon, MĂŒnchen 2006, S. 142â146. AusfĂŒhrlicher ist die Darstellung der Ideenlehre bei Giovanni Reale: Zu einer neuen Interpretation Platons, Paderborn 1993, S. 135â198.
- â Siehe dazu Volker Langholf: Medical Theories in Hippocrates, Berlin 1990, S. 195â204 (Beispiele aus der Medizin).
- â Johannes HĂŒbner: Aristoteles ĂŒber Getrenntheit und UrsĂ€chlichkeit, Hamburg 2000, S. 92â94.
- â Chung-Hwan Chen: Das Chorismos-Problem bei Aristoteles, Berlin 1940, S. 93f.
- â Chung-Hwan Chen: Das Chorismos-Problem bei Aristoteles, Berlin 1940, S. 104f.
- â Aristoteles, Metaphysik 987b7â14, 991a20â22, 1079b24â26. Vgl. Francesco Fronterotta: ÎÎÎÎΧÎÎŁ, Pisa 2001, S. 397â412; Rolf Schönberger: Teilhabe. In: Historisches Wörterbuch der Philosophie, Band 10, Basel 1998, Sp. 961â969, hier: 961.
- â Quellen dazu bei Heinrich Dörrie, Matthias Baltes: Der Platonismus in der Antike, Bd. 4, Stuttgart-Bad Cannstatt 1996, S. 118â123 (Kommentar S. 387â399).
- â Wolfgang L. Gombocz: Die Philosophie der ausgehenden Antike und des frĂŒhen Mittelalters, MĂŒnchen 1997, S. 21f.; Roger Miller Jones: Die Ideen als die Gedanken Gottes. In: Clemens Zintzen (Hrsg.): Der Mittelplatonismus, Darmstadt 1981, S. 187â199; Audrey N. M. Rich: Die platonischen Ideen als die Gedanken Gottes. In: Clemens Zintzen (Hrsg.): Der Mittelplatonismus, Darmstadt 1981, S. 200â211 (stellenweise fehlerhafte Ăbersetzung von Richs Aufsatz The Platonic Ideas as the Thoughts of God. In: Mnemosyne Series 4 Bd. 7, 1954, S. 123â133).
- â Helmut Meinhardt: Idee. I. Antike. In: Historisches Wörterbuch der Philosophie, Band 4, Basel 1976, Sp. 55â65, hier: 61f.
- â Jens Halfwassen: Plotin und der Neuplatonismus, MĂŒnchen 2004, S. 64f., 74â77.
- â Augustinus, De diversis quaestionibus 46.
- â Helmut Meinhardt: Idee. I. Antike. In: Historisches Wörterbuch der Philosophie, Band 4, Basel 1976, Sp. 55â65, hier: 63f.
- â Augustinus, De diversis quaestionibus 46.
- â Helmut Meinhardt: Idee. I. Antike. In: Historisches Wörterbuch der Philosophie, Band 4, Basel 1976, Sp. 55â65, hier: 64.
- â Lateinisch ideae separatae, auch formae separatae oder species separatae per se subsistentes.
- â Thomas von Aquin, Summa theologiae I quaestio 6 articulus 4.
- â Die Position Ockhams beschreibt Jan Peter Beckmann: Wilhelm von Ockham, MĂŒnchen 1995, S. 98â134. Eine knappe Zusammenfassung bietet Beckmann im Artikel Idee. II. Mittelalter. In: Historisches Wörterbuch der Philosophie, Band 4, Basel 1976, Sp. 65â102, hier: 99â101.
- â Ăbersichtsdarstellungen bieten Angelica Nuzzo: Idee. In: Hans Jörg SandkĂŒhler (Hrsg.): EnzyklopĂ€die Philosophie, Band 2, Hamburg 2010, S. 1046â1057, hier: 1053f. und Karl Neumann: Idee. IV. 1. Kant. In: Historisches Wörterbuch der Philosophie, Band 4, Basel 1976, Sp. 113â119.
- â Zu Hegels Platon-Rezeption siehe Werner Beierwaltes: Distanz und NĂ€he der Geschichte: Hegel und Platon. In: Werner Beierwaltes: FuĂnoten zu Plato, Frankfurt am Main 2011, S. 303â324.
- â Zu Hegels Bestimmung des Status der Idee siehe Charles Taylor: Hegel, Frankfurt am Main 1978, S. 428â456 sowie die zusammenfassenden Darstellungen von Lu De Vos: Idee. In: Paul Cobben u. a.: Hegel-Lexikon, Darmstadt 2006, S. 264â269 und Klaus-Dieter Eichler: Idee. In: Petra Kolmer, Armin G. Wildfeuer (Hrsg.): Neues Handbuch philosophischer Grundbegriffe, Band 2, Freiburg 2011, S. 1186â1199, hier: 1195â1197.
- â Hegel: Wissenschaft der Logik II (= Hegel: Werke, Bd. 6, hrsg. von Eva Moldenhauer und Karl Markus Michel), Frankfurt am Main 1986, S. 464.
- â Hegel: Wissenschaft der Logik II (= Hegel: Werke, Bd. 6, hrsg. von Eva Moldenhauer und Karl Markus Michel), Frankfurt am Main 1986, S. 462.
- â Hegel: Wissenschaft der Logik II (= Hegel: Werke, Bd. 6, hrsg. von Eva Moldenhauer und Karl Markus Michel), Frankfurt am Main 1986, S. 463.
- â Charles Taylor: Hegel, Frankfurt am Main 1978, S. 428.
- â Charles Taylor: Hegel, Frankfurt am Main 1978, S. 428.
- â Hegel: Wissenschaft der Logik II (= Hegel: Werke, Bd. 6, hrsg. von Eva Moldenhauer und Karl Markus Michel), Frankfurt am Main 1986, S. 549.
- â Friedrich Nietzsche: Götzen-DĂ€mmerung. In: Friedrich Nietzsche: Werke in drei BĂ€nden, hrsg. von Karl Schlechta, Bd. 2, MĂŒnchen 1966, S. 939â1033, hier: 963.
- â Klaus-Dieter Eichler: Idee. In: Petra Kolmer, Armin G. Wildfeuer (Hrsg.): Neues Handbuch philosophischer Grundbegriffe, Band 2, Freiburg 2011, S. 1186â1199, hier: 1186f., 1189.
