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Hyperthermie ist eine Überwärmung des Körpers gegen die Tendenz des Wärmeregulationszentrums. Im Gegensatz zum Fieber ist sie nicht durch Pyrogene ausgelöst und spricht daher nicht auf fiebersenkende Medikamente an.

Eine Sonderform ist die Maligne Hyperthermie, bei der die erhöhte Körpertemperatur als schwere unerwünschte Arzneimittelwirkung und auch beim Konsum von bestimmten Drogen (z. B. Ecstasy) auftritt.

Sie kann auch im Rahmen seltener Syndrome wie z. B. dem Stüve-Wiedemann-Syndrom oder dem Crisponi-Syndrom auftreten.

Bei akutem Stress kann die Körpertemperatur ebenfalls etwas ansteigen. Dies wird als stressbedingte Hyperthermie bezeichnet. Im Gegensatz zum psychogenen Fieber, das bis auf 41 °C klettern kann, steigen die Temperaturen bei gewöhnlicher stressbedingter Hyperthermie in der Regel nicht über 37,5 °C. Dies wird als eine vorbereitende Reaktion des Körpers auf Bedrohung angesehen. Sozialer Stress, Neuheit, öffentliches Sprechen, Prüfungssituationen, praktisch jeder akute Stressor (Stressfaktor) kann das Symptom auslösen. Auch bei Tieren tritt das Phänomen auf.[1]

Wie genau emotionaler Stress das Wärmeregulationszentrum im Hypothalamus aktiviert, ist noch unklar. Auch hierbei wirken fiebersenkende Medikamente (z. B. Ibuprofen) nicht. Das angstlösende Benzodiazepin Diazepam (soll nicht dauerhaft gegeben werden) jedoch senkt die stressbdingte Überwärmung. Ähnlich wirken andere angstlösende Medikamente (z. B. SSRI). Die Gabe dieser Medikamente kann somit auch diagnostisch verwertet werden (Diagnosis ex juvantibus).[1]

Bei chronischem Stress, der ebenfalls im Sinne einer Hyperthermie wirken kann, sollen Mikrogliazellen im Gehirn aktiviert werden. Diese wiederum schütten entzündungsfördernde Zytokine aus. Hier helfen Antidepressiva besser als angstlösende Medikamente. Beim Menschen wurde die Wirkung dieser Medikamente auf anhaltende leichte Hyperthermie nachgewiesen.[1]

Therapeutische Hyperthermie

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→ Hauptartikel: Therapeutische Hyperthermie

Die künstlich, im Gegensatz zum Heilfieber durch äußere Wärmezufuhr, erzeugte Temperaturerhöhung (Therapeutische Hyperthermie) wird beispielsweise ergänzend zur Behandlung von Krebserkrankungen angewendet. Hyperthermie wird besonders im Bereich der alternativen Krebsbehandlung sowie in der komplementären Onkologie eingesetzt. Ein Wirksamkeitsnachweis liegt nur in wenigen Fällen und in Kombination mit Chemo- oder Strahlentherapie vor.[2][3] Wird die Therapie ergänzend zur Anwendung gebracht, werden Wirkungen von Strahlen- und Chemotherapie verstärkt.[4]

Lokale Hyperthermie wird bei der Behandlung von Insektenstichen durch einen Wärmestift verwendet. Dass die erhöhte Temperatur eine positive Wirkung auf den Schmerz und den Juckreiz habe, war das Ergebnis einer 2011 durchgeführten (vom Hersteller beauftragten) Studie.[5]

Es gibt verschiedene Arten der Hyperthermie. Bei der Ganzkörper-Hyperthermie wird mit Ausnahme des Kopfes der gesamte Körper mittels wassergefilterter Infrarotstrahler überwärmt. Dabei erreicht die Körpertemperatur Werte zwischen 39,5 °C und 40,5 °C. Bei der lokoregionalen Tiefenhyperthermie wird nur das betroffene Gewebe oder Organ bis maximal 44 Grad Celsius überwärmt. Einen besonderen Stellenwert hat die Behandlung der Prostata mittels der Transurethralen Hyperthermie. Dabei wird zusätzlich zur Wärme ein elektrisches Feld aus Radiokurzwellen aufgebaut.

Auch die laserinduzierte Thermotherapie und die Therapie mit hochintensivem fokussiertem Ultraschall (HIFU) arbeiten mit der gezielten Überwärmung von Gewebe. Sie zählen jedoch nicht zur Hyperthermie im engeren Sinn.[6]

Zudem gibt es Hyperthermiegeräte zur Stabilisierung der Patiententemperatur im Bereich der Normo- und Hyperthermie, etwa zur Vermeidung von intra- und postoperativen Wärmeverlusten.[7]

Siehe auch

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  • Deutsche Gesellschaft für Hyperthermie

Literatur

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  • Günter W. Kauffmann, Ernst Moser, Rolf Sauer: Das Gehirn im NMR-Bild. Urban & Fischer, München 2006, ISBN 3-437-44415-8.
  • Roewer, Jochen Schulte am Esch: Herz und Kreislauf bei maligner Hyperthermie. Springer, Berlin / New York 1992, ISBN 3-540-54928-5.
  • Michael Wannemacher, Jürgen Debus, Frederik Wenz: Strahlentherapie. Springer Science & Business Media, Berlin / Heidelberg 2006, ISBN 3-540-22812-8, S. 177 ff.

Einzelnachweise

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  1. ↑ a b c Kathrin Utz: Die Seele als Brandherd. In: Gehirn und Geist. Band 56, Nr. 1. Spectrum der Wissenschaft, Heidelberg 2026. 
  2. ↑ dkg-web Redaktion: Hyperthermie-Behandlung bei Krebs. In: Onko-Internetportal Deutsche Krebsgesellschaft. Deutsche Krebsgesellschaft e. V., 8. Mai 2024, abgerufen am 8. Mai 2024. 
  3. ↑ Krebs durch Überwärmung behandeln. In: krebsinformationsdienst.de. 19. April 2023, abgerufen am 8. Mai 2024. 
  4. ↑ Günter W. Kauffmann, Ernst Moser, Rolf Sauer: Radiologie: mit 115 Tabellen ; Fragen und Antworten Urban & Fischer, 2006, ISBN 3-437-44415-8, S. 60 f.
  5. ↑ Christian Mueller, Grossjohann, Fischer: The use of concentrated heat after insect bites/stings as an alternative to reduce swelling, pain, and pruritus: an open cohort-study at German beaches and bathing-lakes. In: Clinical, Cosmetic and Investigational Dermatology. Dezember 2011, ISSN 1178-7015, S. 191, doi:10.2147/CCID.S27825, PMID 22253544, PMC 3257884 (freier Volltext) – (dovepress.com [abgerufen am 26. Mai 2019]). 
  6. ↑ Hyperthermie. In: krebsinformationsdienst.de/. Abgerufen am 10. April 2019. 
  7. ↑ Hirtz & Co. Hospitalwerk Köln: Hyperthermiegerät (Hico-Aquatherm 640). In: Anästhesie Intensivtherapie Notfallmedizin. Band 20, Nr. 2, April 1985, S. XXII.
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