| Grussenheim | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Grand Est | |
| Département (Nr.) | Haut-Rhin (68) | |
| Arrondissement | Colmar-Ribeauvillé | |
| Kanton | Colmar-2 | |
| Gemeindeverband | Ried de Marckolsheim | |
| Koordinaten | 48° 9′ N, 7° 29′ O | |
| Höhe | 176–185 m | |
| Fläche | 7,53 km² | |
| Einwohner | 805 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 107 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 68320 | |
| INSEE-Code | 68110 | |
| Website | www.grussenheim.fr | |
Grussenheim (deutsch Grüssenheim; elsässisch Grüesa) ist eine französische Gemeinde mit 805 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie gehört zum Arrondissement Colmar-Ribeauvillé und zum Kanton Colmar-2.
Geografie
Die Gemeinde Grussenheim liegt ungefähr zwölf Kilometer nordnordöstlich von Colmar in der Oberrheinischen Tiefebene.
Geschichte
Während der Römerzeit war die Gemarkung von Grussenheim besiedelt. Östlich des Ortes verlief entlang der sog. Heidenstraessle eine römische Straße. Eine punktuelle archäologische Ausgrabung wurde dort im Jahr 1896 durchgeführt (Flur Schloessle). Zwischen 1990 und 2016 fanden systematische Prospektionen statt, die u. a. 727 römische Münzen aus hauptsächlich spätrömischer Zeit hervorbrachten. Vermutlich handelt es sich bei dieser Fundstelle um einen Straßenvicus. Eine andere Fundstelle nordwestlich von Grussenheim im Bereich Nachtweide-Seirath lässt auf eine Villa rustica schließen.[1]
Eine erste urkundliche Erwähnung Grussenheims (als Grosinhaim) datiert aus dem Jahr 736. Das Dorf wurde um 770 der Abtei von Ebersmünster untergeordnet. Von 1361 bis zur Französischen Revolution im Jahr 1789 war es unter der Obhut der Familie von Rathsamhausen.
Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Grussenheim als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich und war dem Kreis Colmar im Bezirk Oberelsaß zugeordnet.[2]
Bis zum Einmarsch der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg hatten die meisten Juden Grussenheim verlassen. Die etwa zwanzig verbliebenen Juden wurden nach Südfrankreich deportiert. Bis auf einen wurden alle später ermordet. Die Synagoge von Grussenheim wurde 1940 auf deutsche Anweisung zerstört.[3] Erst im Mai 1940 wurden die Einwohner in den Südwesten Frankreichs, in das Département Lot-et-Garonne evakuiert. Die Rückkehr erfolgte auf deutsche Anordnung bereits im Juli 1940. Die Befreiung des Dorfes von der Naziherrschaft erfolgte nach heftigen Kämpfen vom 27. bis 29. Januar 1945 hauptsächlich durch die zweite Panzerdivision unter General Leclerc. Dies geschah im Zuge der Endoffensive der Alliierten gegen den von den Deutschen hartnäckig verteidigten Kessel von Colmar.
Der Hafalamarik – das heißt auf elsässisch so viel wie Häfelchenmarkt – wird seit 1850 jedes Jahr am 1. Mai durchgeführt – heute unter der französischen Bezeichnung Le Marché aux pots.
| Jahr | 1910 | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2007 | 2014 |
| Einwohner | 856[2] | 591 | 618 | 638 | 628 | 714 | 768 | 847 | 801 |
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Kreuzerhöhungskirche
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Mairie Grussenheim
Bauwerke
Die spätbarocke Kreuzerhöhungskirche (Église de l'Exaltation-de-la-Sainte-Croix) wurde 1748 bis 1753 nach Plänen des Tiroler Baumeisters Joseph Michael Schnoeller (1707–1767) errichtet. 1854 wurde das Schiff vergrößert. 1945 erlitt die Kirche schwere Kriegsschäden, die erst 1963 ganz behoben waren. Der im 19. Jahrhundert überarbeitete Hauptaltar enthält noch Bestandteile eines Barockaltars.
Zahlreiche gut erhaltene Fachwerkbauten des 18. und 19. Jahrhunderts. Schöne Beispiele: das Haus Nr. 4 an der Rue de l' École von 1746 oder das Haus Nr. 15 an der Rue des Vosges. Dieses aus dem 18. Jahrhundert mit Bauveränderungen des 19. Jahrhunderts. Rundbogige Hofeinfahrt kombiniert mit Fußgängereingang wie in der Vorbergzone üblich.
Gemeindepartnerschaften
Partnergemeinde von Grussenheim ist Seyches in der französischen Region Nouvelle-Aquitaine in Südwestfrankreich.
Literatur
- Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 102–103.
Weblinks
Nachweise
- ↑ Patrick Biellmann und Jean-Philippe Strauel: Le site de Grussenheim. In: Am anderen Flussufer. Die Spätantike beiderseits des südlichen Oberrhein, Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart (Hrsg.), Esslingen 2019, ISBN 978-3-942227-44-5, S. 274ff.
- ↑ a b Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Kreis Colmar
- ↑ Grussenheim (Elsass). Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum, aufgerufen am 20. Dezember 2024.

