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Flusspferd (Hippopotamus amphibius) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name der Gattung | ||||||||||||
| Hippopotamus | ||||||||||||
| Linnaeus, 1758 | ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name der Art | ||||||||||||
| Hippopotamus amphibius | ||||||||||||
| Linnaeus, 1758 |
Das Flusspferd (Hippopotamus amphibius), auch GroĂflusspferd genannt, ist eine SĂ€ugetierart aus der Familie der Flusspferde und der Ordnung der Paarhufer. Innerhalb der Gattung Hippopotamus gilt es inzwischen als einziges Mitglied. Nach den Elefanten und neben einigen Vertretern der Nashörner und der Giraffen zĂ€hlt es zu den gröĂten landbewohnenden Tieren. Besondere Kennzeichen stellen der groĂe, fassförmige und weitgehend haarlose Körper, die kurzen GliedmaĂen und der massige Kopf mit einem breiten Maul dar, in dem die SchneidezĂ€hne und vor allem die unteren EckzĂ€hne vergröĂert sind. Als Anpassung an eine teils wasserbewohnende Lebensweise liegen die Ohren, die Augen und die Nasenlöcher sehr weit oben am Kopf. Das Verbreitungsgebiet des Flusspferdes umfasst das Afrika sĂŒdlich der Sahara und ist teils stark fragmentiert. Als hauptsĂ€chliche LebensrĂ€ume fungieren offene Landschaften und Waldgebiete, jedoch fehlt es weitgehend im tropischen Regenwald. UrsprĂŒnglich kam das Flusspferd auch entlang des Nils bis zu seinem MĂŒndungsdelta vor, woher der gebrĂ€uchliche Name Nilpferd rĂŒhrt. Am gesamten Unterlauf des Nils ist es heute ausgestorben, am WeiĂen und am Blauen Nil existieren noch BestĂ€nde.
Die Tiere halten sich am Tag in GewĂ€ssern auf. Ihre hauptsĂ€chlichen AktivitĂ€ten beginnen zur DĂ€mmerungszeit oder nachts, wenn sie die RuheplĂ€tze verlassen und zu ihren WeidegrĂŒnden an Land gehen. Sie sind ĂŒberwiegend Pflanzenfresser und ernĂ€hren sich von unterschiedlichen Grasarten, seltener von Wasserpflanzen und von geplĂŒnderten Kulturpflanzen. Unter UmstĂ€nden fressen sie auch fleischliche Ressourcen. Das Flusspferd zeigt ein komplexes Sozialverhalten. Es kommen verschiedene, jedoch zumeist instabile Gruppenbildungen vor. So formieren sich VerbĂ€nde aus weiblichen Tieren mit ihrem Nachwuchs, Gruppen aus mĂ€nnlichen Individuen sowie gemischte ZusammenschlĂŒsse. EinzelgĂ€ngerische mĂ€nnliche Tiere sind hĂ€ufig territorial gebunden und verteidigen ihr Paarungsvorrecht, solange sie sich in ihrem Revier aufhalten. Die Kommunikation ist vielfĂ€ltig und besteht aus einem Repertoire an Gesten, von denen das weit geöffnete Maul die bekannteste ist, und LautĂ€uĂerungen. Letztere sind bisher nur wenig erforscht. Die Tiere verwenden sie sowohl unter Wasser als auch an Land. Die Paarung und die Geburt des meist einzelnen Jungtieres finden ausschlieĂlich im Wasser statt, ebenso das SĂ€ugen. Zwischen dem Geschlechtsakt und der Niederkunft des weiblichen Tieres vergehen rund acht Monate. Durch sein Gruppenleben und den langen Zeitraum, den es im Wasser verbringt, aber auch sein Nahrungsverhalten hat das Flusspferd einen groĂen ökologischen Einfluss auf seine direkte Umgebung.
Vertreter der Gattung Hippopotamus traten vermutlich im Unteren PliozĂ€n vor rund 5 Millionen Jahren erstmals auf. Der Ursprung liegt in Afrika, wo sie ĂŒber einen reichhaltigen Fossilbericht mit zahlreichen Arten verfĂŒgt. Im Laufe ihrer Stammesgeschichte erreichte sie zudem Vorderasien und Europa. Letzteres besiedelte die Gattung wahrscheinlich mehrfach, da von hier neben einzelnen ursprĂŒnglicheren Formen auch Reste des eigentlichen Flusspferdes vorliegen. Die Anwesenheit der Tiere war aber weitgehend auf die Warmzeiten des PleistozĂ€ns beschrĂ€nkt. Auf einigen Inseln des Mittelmeeres bildeten sich Zwergformen heraus, gleichfalls sind verzwergte Flusspferde von Madagaskar ĂŒberliefert. Insgesamt wird die Systematik der fossilen Formen von Hippopotamus als ĂŒberarbeitungsbedĂŒrftig eingeschĂ€tzt.
Die wissenschaftliche Erstbeschreibung des Flusspferdes als Art und Gattung erfolgte im Jahr 1758. Zuvor wurde es ĂŒberwiegend in Reiseberichten erwĂ€hnt. Eine Haltung in der modernen westlichen Welt ist nicht vor 1850 belegt. Es sind aber zahlreiche Berichte antiker Gelehrter ĂŒberliefert, die wenigstens bis in das 6. Jahrhundert v. Chr. zurĂŒckgehen. In vorgeschichtlicher Zeit dienten die Tiere als Nahrungs- und Rohstoffquelle. Von ihrer Bedeutung zeugen vor allem seit dem ausgehenden PleistozĂ€n und dem HolozĂ€n zahlreiche Felsmalereien im nördlichen und sĂŒdlichen Afrika. Im Alten Ăgypten wurde das Flusspferd in Form der Göttin Taweret verehrt. Dem Tier wohnten nach damaligem Glauben fĂŒrsorgliche und zerstörerische KrĂ€fte inne. Zu dieser Zeit entstanden zahlreiche Statuetten, die zu den Verstorbenen in die GrĂ€ber gelegt wurden.
Der Bestand des Flusspferdes, der schĂ€tzungsweise 115.000 bis 130.000 Tiere umfasst, gilt als gefĂ€hrdet. Hauptbedrohungen sind die Lebensraumzerstörung und die teils intensive Jagd. Es besteht auĂerdem ein intensiver Handel mit den ZĂ€hnen der Tiere. Die AbhĂ€ngigkeit des Flusspferdes vom Wasser fĂŒhrt darĂŒber hinaus zu Konflikten mit der örtlichen Bevölkerung. Nach einer weit verbreiteten Meinung zĂ€hlt das Flusspferd zu den gefĂ€hrlichsten Tieren fĂŒr den Menschen, wofĂŒr es aber keine statistische Grundlage gibt. AuĂerhalb des angestammten Verbreitungsgebietes des Flusspferdes in Afrika besteht seit den 1990er Jahren eine Population am RĂo Magdalena in SĂŒdamerika, die aus einer aufgegebenen Tierhaltung hervorgegangen ist.
Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Habitus
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Das Flusspferd ist ein groĂer und schwerer Vertreter der Paarhufer. Mehrere Untersuchungen wurden an einzelnen Populationen durchgefĂŒhrt. So ergaben sich bei mehr als 190 Tieren aus dem Kruger-Nationalpark in SĂŒdafrika eine Kopf-Rumpf-LĂ€nge von 259 bis 350 cm, eine Schulterhöhe von 110 bis 172 cm und ein Gewicht von 955 bis 1999 kg. MĂ€nnliche Individuen sind in der Regel gröĂer als weibliche. Sie waren im Durchschnitt 312 cm lang, hatten 150 cm Schulterhöhe und ein Gewicht von 1546 kg. Weibliche Tiere erreichten im Schnitt eine LĂ€nge von 299 cm, eine Höhe von 144 cm und ein Gewicht von 1385 kg. In Uganda betrĂ€gt das Gewicht mĂ€nnlicher Tiere nach Messungen in den 1960er Jahren im Mittel 1536 kg mit einem Maximalwert von 2065 kg, das weiblicher 1386 kg beziehungsweise 1716 kg.[1] Ăhnliche Angaben liegen fĂŒr Untersuchungen an rund 440 Tieren im Murchison-Falls-Nationalpark in Uganda aus den 1950er Jahren vor. Hier wiesen mĂ€nnliche Individuen ein Durchschnittsgewicht von 1475 kg und ein Maximalgewicht von 1895 kg auf, weibliche von 1360 kg und 2018 kg.[2] FĂŒr mehrere hundert Tiere aus dem Flussgebiet des Luangwa in Sambia, die in den 1970er Jahren untersucht wurden, betrug die Schulterhöhe bei mĂ€nnlichen Individuen 130 bis 147 cm bei einem Gewicht von 1027 bis 1799 kg, bei weiblichen entsprechend 123 bis 151 cm und 891 bis 1565 kg.[3][4] Das gröĂte bekannte Individuum, ein Bulle, wog 2660 kg.[5][Anm 1] Der Körper besitzt eine charakteristisch fassartige Form mit einem Rumpfumfang von gut 300 cm, die GliedmaĂen sind kurz und krĂ€ftig. Sie enden in jeweils vier nach vorn ragenden Zehen, die mit breiten Hufen ausgestattet und mit teilweise ausgebildeten SchwimmhĂ€uten verbunden sind. Der Schwanz ist kurz und breit, seine LĂ€nge wird mit 40 bis 56 cm angegeben. Der Kopf zeigt sich massig und breit. Als typische Anpassung an ein semi-aquatisches Leben befinden sich die Ohren, Augen und Nasenöffnungen sehr weit oben am Kopf. Im Vergleich zum groĂen Kopf sind die Ohren sehr klein. Die Nasenlöcher können durch muskulöse Klappen verschlossen werden. Die KörperfĂ€rbung variiert zwischen dunkel rötlichbraun am RĂŒcken und fleischfarben auf der Unterseite, sie ist jedoch individuell sehr verschieden. Die scheinbar nackte Haut ist von kurzen Haaren bedeckt, ihre Dichte liegt bei 20 bis 30 je 100 cmÂČ am RĂŒcken, sie dĂŒnnt auf etwa die HĂ€lfte an den Seiten aus, am Bauch ist die Haarbedeckung noch spĂ€rlicher. Ein dĂŒnner Haarflaum ist auch jeweils an den Kopfseiten, den Lippen und am Nacken ausgebildet. Einige borstenartig dickere Haare finden sich am Maul und Schwanz.[6][7][1]
SchÀdel- und Gebissmerkmale
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Der SchĂ€del des Flusspferdes ist groĂ und wuchtig. Er wird bei mĂ€nnlichen Tieren 63,5 bis 77,0 cm lang und an den Jochbögen 36,8 bis 48,3 cm breit. Der HirnschĂ€del ist zwischen 17,4 und 22,2 cm hoch. Bei weiblichen Tieren fallen die MaĂe etwas geringer aus und lauten entsprechend 57,7 bis 69,0 cm, 32,7 bis 41,1 cm sowie 16,7 und 20,2 cm.[8][9] Der gesamte vordere SchĂ€delabschnitt mit dem Rostrum ist umfangreicher ausgebildet als der hintere. Das Rostrum verbreitert sich nach vorn deutlich, was durch die ZahnfĂ€cher der EckzĂ€hne bedingt ist. Auf Höhe der PrĂ€molaren schnĂŒrt es wiederum markant ein. Dahinter setzt sich der kleine, rundliche HirnschĂ€del ab. Das breite Rostrum, die starke Verengung im mittleren Abschnitt und der etwas verbreiterte hintere Teil geben dem SchĂ€del in Aufsicht die Form einer Sanduhr.[10] Auf dem OberschĂ€del treten krĂ€ftige Knochenrippeln auf, dazu zĂ€hlen der Scheitelkamm und die ĂberaugenwĂŒlste. Ersterer ist massiv und steigt, bedingt durch die Form des HirnschĂ€dels, auf. Beim Zwergflusspferd (Choeropsis liberiensis) hingegen ist er abwĂ€rts gerichtet. Letztere werden durch die hohe Lage der Orbitae auf knöchernen Sockeln hervorgerufen. Dadurch befindet sich der obere Rand der Augenhöhle deutlich oberhalb der Stirnlinie, der Abstand kann bis zu 5,5 cm betragen, wĂ€hrend er beim Zwergflusspferd geringer ist. Zudem findet sich am vorderen Rand der Orbitae eine markante Grube, die zu den definierenden Merkmalen der Gattung Hippopotamus zĂ€hlt. Als weiteres wichtiges Merkmal hat das Stirnbein keinen Kontakt mit dem Nasenbein, da sich ein stark vergröĂertes TrĂ€nenbein dazwischen schiebt.[11] Der weit auskragende Jochbogen dient als Ansatzstelle fĂŒr eine massive Masseter- und Temporalis-Muskulatur.[12][7][1]

Auch der Unterkiefer ist Ă€uĂerst robust gestaltet und als eine einzigartige Besonderheit schwerer als der SchĂ€del. Seine LĂ€nge variiert von 39,8 bis 62,0 cm, seine Höhe unterhalb des zweiten Mahlzahns von 10,9 bis 14,3 cm.[8] Auffallend ist die extrem weit nach hinten verlagerte Position des Gelenkfortsatzes, der nahe dem Hinterhaupt mit dem SchĂ€del artikuliert. Dies ermöglicht die weite Maulöffnung der Tiere bis zu 150°. Der Winkelfortsatz am hinteren Ende des Unterkiefers zieht nach unten hakenförmig aus. Das Gebiss besteht aus 36 bis 40 ZĂ€hnen und zeigt folgende Zahnformel: . Das innere Schneidezahnpaar ist gröĂer als das Ă€uĂere. In der oberen Zahnreihe besitzen die SchneidezĂ€hne einen rundlichen, in der unteren einen dreieckigen Querschnitt. Die EckzĂ€hne haben eine hauerartige Gestalt, die unteren sind gröĂer und können eine GesamtlĂ€nge von 70 cm erreichen (von denen 30 cm aus dem Zahnfleisch ragen), der gröĂte Zahn wurde bei einem Tier aus dem Kongogebiet mit fast 164 cm GesamtlĂ€nge registriert. Ihr dreieckiger Umriss weist mit der flachen Seite nach hinten und der spitzen nach vorn. An den oberen EckzĂ€hnen ist hinten eine lĂ€ngsgerichtete, flache Rille ausgebildet. Die Innenseite der unteren EckzĂ€hne wird durch den Kontakt mit den oberen GegenstĂŒcken bei geschlossenem Maul glattgerieben. Der dicke Zahnschmelz der EckzĂ€hne faltet sich zu markanten Rippeln, die an den unteren konvergent verlaufen. Sowohl die Schneide- als auch die EckzĂ€hne haben keine Wurzeln und wachsen lebenslang. Der jĂ€hrliche Zuwachs betrĂ€gt fĂŒr die unteren EckzĂ€hnen etwa 28 bis 30 mm bei jĂŒngeren und 13 bis 14 mm bei Ă€lteren Individuen. Die Wachstumsrate der EckzĂ€hne verlangsamt sich mit einem Alter von 20 bis 25 Jahren, sie ist bei weiblichen Tieren generell geringer als bei mĂ€nnlichen, so dass die EckzĂ€hne bei ersteren nur halb so schwer werden wie bei letzteren. Gleiches gilt fĂŒr die SchneidezĂ€hne.[13][14] Die vorderen ZĂ€hne dienen nicht der Nahrungsaufnahme, sondern erfĂŒllen âreprĂ€sentativeâ Zwecke. Die PrĂ€molaren verfĂŒgen in der Regel ĂŒber einen Höcker, die Molaren weisen zwei Paar Höcker auf, nur der hinterste drei. Die vorderen BackenzĂ€hne stehen parallel zueinander oder konvergieren leicht. Generell sind die BackenzĂ€hne stark hochkronig (hypsodont), so dass die Höhe in der Regel ihre Weite ĂŒbertrifft. Die LĂ€nge der Backenzahnreihe des Unterkiefers reicht von 23,2 bis 29,8 cm, die des Oberkiefers von 21,3 bis 27,8 cm.[8][12][7][1][15]
Verbreitung
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Das Flusspferd kommt derzeit in Afrika sĂŒdlich der Sahara vor (Subsahara-Afrika). Das Verbreitungsgebiet reicht vom Senegal und Gambia im Westen ostwĂ€rts bis in den Sudan sowie Ăthiopien beziehungsweise Somalia und sĂŒdwĂ€rts bis in das nördliche SĂŒdafrika und bis nach Botswana. Die Tiere bewohnen ĂŒberwiegend offene Graslandschaften und Miombo-Waldgebiete, die in jedem Fall mit GewĂ€ssern in Form von Strömen, FlĂŒssen oder Seen verbunden sind. Abseits von groĂen Flussgebieten treten sie nicht in tropischen RegenwĂ€ldern auf. In Westafrika ist das Flusspferd auch an den UnterlĂ€ufen von Strömen anzutreffen und dringt teilweise in kĂŒstennahe MeeresgewĂ€sser vor. Einzelne BestĂ€nde wurden im 19. und 20. Jahrhundert von der Insel Mafia rund 17 km vor der ostafrikanischen KĂŒste berichtet, die eventuell bis in die Gegenwart ĂŒberdauern. Erreicht haben die Tiere die Insel ĂŒber die MĂŒndung des Rufiji.[16] FĂŒr die Nachbarinseln Sansibar und Pemba liegen keine Belege vor.[17] Die Höhenverbreitung reicht dementsprechend vom Meeresspiegel bis auf 2000 m Gebirgslage. FĂŒr die höheren Lagen bemerkenswert ist das Vorkommen des Flusspferdes im Ngorongoro in Tansania, wozu die Tiere lĂ€ngere Strecken ĂŒber trockene Landschaften und die Ersteigung der mehrere hundert Meter hohen Kraterwand absolviert haben mĂŒssen. Vergleichbares gilt fĂŒr die mittlerweile verschwundenen BestĂ€nde in einigen Seen im Hanang-Gebiet von Tansania, das zu den trockensten der Region zĂ€hlt.[7][1]
Insgesamt ist das Flusspferd in 29 LĂ€ndern vertreten. Die gröĂten Populationen finden sich im sĂŒdlichen und im östlichen Afrika mit rund 60.000 beziehungsweise 50.000 Individuen. Den gröĂten Anteil daran haben Sambia mit 40.000 bis 45.000, Tansania mit bis zu 20.000 und Uganda mit bis zu 10.000 Individuen. Im westlichen Afrika ist die Art selten und die Population auf eine Reihe kleinerer Gruppen aufgeteilt, die insgesamt rund 7500 Tiere in 19 LĂ€ndern umfassen. In einigen Regionen wie in der Republik Kongo oder in Gambia werden nur einige Dutzend Tiere vermutet. In historischer Zeit kam das Flusspferd zudem in Nordafrika vor, hauptsĂ€chlich im Niltal, wo es um 1700 noch im Deltagebiet und am Unterlauf nachgewiesen war. Dort verschwand es Anfang des 19. Jahrhunderts durch Bejagung.[18] Ebenso wurde es in der Kapregion im sĂŒdlichen Afrika ausgerottet. Hohe Populationsdichten sind aus dem Queen-Elizabeth-Nationalpark in Uganda und der Luangwa-Region Sambias bekannt mit 28 bis 42 Individuen je Quadratkilometer.[7][1][19]
Lebensweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Territorial- und Sozialverhalten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Anpassungen und Physiologie
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Das Flusspferd lebt semi-aquatisch und ist gut an dieses Milieu angepasst. Zu den begĂŒnstigenden Merkmalen hierfĂŒr gehören die sehr weit oben am Kopf positionierten Nase, Augen und Ohren, so dass die Tiere sie beim Schwimmen ĂŒber der Wasserlinie halten können. Beim Tauchen verschlieĂt ein Reflex die schlitzartigen Nasenlöcher und die Ohren, zum Atmen muss ein Tier in AbstĂ€nden von etwa sechs Minuten auftauchen. Die kurzen GliedmaĂen sind als eine funktionale Modifikation anzusehen, ebenso wie die kompakten und teils verdichteten Knochen, deren Markröhren mit spongiosem Material gefĂŒllt sind. Die massiver ausgebildeten Vorderbeine tragen den gröĂeren Teil des Körpergewichts, was unter anderem der Fortbewegung im Wasser zugutekommt. Allerdings fehlen dem Flusspferd auch einige typische Kennzeichen wie eine Stromlinienform, zudem zeigen Vorder- und HinterlĂ€ufe nur bedingt besondere Schwimmeigenschaften etwa in Form der partiell ausgebildeten SchwimmhĂ€ute.[20][21][7][1]
Die Epidermis der Haut ist sehr dĂŒnn, teilweise nur rund 1 mm wie am RĂŒcken. Durch zahlreiche Nerven weist sie eine hohe SensibilitĂ€t auf. Sie kann durch Ăste und Zweige von BĂŒschen sehr leicht verletzt werden, heilt jedoch recht schnell. AuĂerdem bricht sie durch Trocknung an Land rasch und muss daher feucht gehalten werden. Die Dermis dagegen ist sehr dick. Am RĂŒcken und an den Seiten erreicht sie 60 mm, am Kopf, Nacken und Bauch wird sie dĂŒnner. Insgesamt wiegt die Haut rund 270 kg, was rund 18 % des Körpergewichts eines Individuums ausmacht, und bedeckt eine FlĂ€che von 10 mÂČ.[6][7][1]
Es sind keine SchweiĂdrĂŒsen ausgebildet, allerdings sondern spezielle subdermale HautdrĂŒsen eine alkalische FlĂŒssigkeit mit einem pH-Wert von 8,5 bis 10,5 ab, die die Tiere vor der Austrocknung schĂŒtzt. Diese Ausscheidungsorgane verteilen sich in einem dichten Netz von einer DrĂŒse je Quadratzentimeter ĂŒber die KörperoberflĂ€che, haben einen linsenförmigen Umriss und besitzen jeweils zwei DrĂŒsenkanĂ€le.[22][23] Die zunĂ€chst farblose FlĂŒssigkeit verfĂ€rbt sich innerhalb von ein paar Minuten rötlich und spĂ€ter brĂ€unlich. Bestandteil dieser FlĂŒssigkeit sind zwei nicht-benzoide, aromatische Pigmente, ein rotes, das als HipposudorinsĂ€ure, und ein orangefarbenes, das als NorhipposudorinsĂ€ure bezeichnet wird. Beide wirken sowohl als Sonnenschutz, indem sie UV-Strahlen absorbieren, als auch antibiotisch gegen verschiedene Krankheitserreger. Das rötliche Schimmern hat frĂŒher zu der Vermutung gefĂŒhrt, das Flusspferd wĂŒrde Blut schwitzen.[24][25][7][1]
Eine weitere Funktion des Sekrets betrifft die Thermoregulation, die ĂŒberwiegend ĂŒber die Haut erfolgt. Sie findet ĂŒber die Wasserverdunstung statt, die im Vergleich zu anderen SĂ€ugetieren beim Flusspferd sehr intensiv ausfĂ€llt, insbesondere wenn die Haut nass und mit den DrĂŒsenflĂŒssigkeiten bedeckt ist. Die Körpertemperatur liegt bei rund 36 °C und schwankt nur sehr wenig an Land. In der Regel vermeiden die Tiere Hitzestress und halten sich deshalb tagsĂŒber im Wasser auf. Allerdings schlieĂt dies auch verschiedene SonnenbĂ€der ein,[26][6][27] die je nach Jahreszeit und Umgebungstemperatur unterschiedlich lang ausfallen können.[28][7][1]
AktivitÀtsrhythmus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Flusspferd ist weitgehend dĂ€mmerungs- und nachtaktiv. Es verbringt praktisch den ganzen Tag schlafend bzw. ruhend im Wasser oder in GewĂ€ssernĂ€he, was mehr als zwölf Stunden in Anspruch nehmen kann. Bevorzugte Wassertiefen fĂŒr die RuheplĂ€tze reichen von 1,3 bis 1,5 m. GröĂere AktivitĂ€ten im GewĂ€sser entfalten sich am spĂ€ten Nachmittag und frĂŒhen Abend zwischen 16:00 und 19:00 Uhr. Bei DĂ€mmerung begeben sich die Tiere an Land und wandern zu ihren Weidestellen. Die Nahrungsaufnahme dauert bis zu sechs Stunden. Der Rhythmus ist weitgehend abhĂ€ngig vom Wetter und von der Jahreszeit, da die Tiere unter feuchteren Bedingungen auch lĂ€nger auĂerhalb der GewĂ€sser verweilen und mitunter in ihren WeidegrĂŒnden rasten oder diese mehrfach aufsuchen. FĂŒr Tiere aus den Boye-Feuchtgebieten bei Jimma in Ăthiopien ergab sich eine Verteilung der AktivitĂ€t auf 51,2 % Ruhe, 34,2 % Wanderung, 19,6 % Nahrungsaufnahme und 3,7 % Paarung. Bullen rasten durchschnittlich lĂ€nger als KĂŒhe, die mehr Zeit in Wanderung und ErnĂ€hrung investieren.[29][7][1]
Sozialorganisation und Raumnutzung
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Ausgedehnte Studien zur Sozialstruktur des Flusspferdes fanden unter anderem im Queen-Elizabeth-Nationalpark in Uganda, im Masai Mara in Kenia oder im Okavangodelta in Botswana statt. Das Sozialverhalten des Flusspferdes ist variabel. Nach Untersuchungen im Masai Mara setzte sich eine 2800-köpfige Population zu 8 % aus Bullen, zu 36 % aus KĂŒhen und zu 56 % aus Jungtieren zusammen, hier entfielen fast je eine HĂ€lfte auf nahezu ausgewachsene Individuen und auf Neugeborene. Das Flusspferd tritt einzelgĂ€ngerisch auf oder mehrere Individuen schlieĂen sich zu einer Gruppe zusammen, deren durchschnittliche GröĂe im Masai Mara bei rund einem Dutzend Tiere liegt.[30] Dabei gibt es verschiedene Formen der Gruppenbildung, einerseits solche aus weiblichen Tieren mit ihrem Nachwuchs, andererseits Junggesellengruppen mit mĂ€nnlichen Individuen. Allerdings sind die Grenzen nicht eindeutig festgelegt, da sich hĂ€ufig auch Vertreter des anderen Geschlechts in den jeweiligen Gruppen aufhalten können. Keiner der VerbĂ€nde ist stabil, es handelt sich eher um lose VerbĂ€nde von Tieren an begĂŒnstigten PlĂ€tzen. Sie können je nach AttraktivitĂ€t des Gebietes bis zu 200 Individuen umfassen. In Regenzeiten teilen sich bestehende Gruppen hĂ€ufig auf, so dass sich weniger Tiere in einer Gruppe finden als in Trockenzeiten. Die einzige dauerhafte Beziehung ist die zwischen der Mutter und ihrem Nachwuchs, die mehrere Jahre anhĂ€lt.[31][7][1]
EinzelgĂ€ngerische Bullen etablieren in der Regel ein eigenes Revier, ihre soziale Organisation beruht auf TerritorialitĂ€t. Die Territorien umfassen hĂ€ufig die Uferlinien von FlĂŒssen und Seen. Sie können sich ĂŒber 50 und 100 m wie am Fluss Ishasha oder 250 bis 500 m wie am Eduardsee, beides im Queen-Elizabeth-Nationalpark, ausdehnen. Die Grenzen verschieben sich ĂŒber das Jahr, da eine AbhĂ€ngigkeit von der Populationsdichte einer Region besteht. AuĂerdem spielen natĂŒrliche Faktoren wie die Ănderung der WasserfĂŒhrung eines Flusses oder der Verlauf des Seeufers infolge von DĂŒrren oder RegenfĂ€llen beziehungsweise Ăberflutungen eine Rolle. HĂ€ufig beansprucht ein Individuum sein Territorium ĂŒber eine lange Zeit. Einzelne Beobachtungen erfolgten ĂŒber viereinhalb bis zwölf Jahre, teilweise wird vermutet, dass ein einzelnes Tier sein Revier wĂ€hrend seines gesamten Lebens besetzt. Die Grenzen eines Territoriums schlieĂen einen oder mehrere AktionsrĂ€ume gruppenlebender Individuen ein. Dabei sind Territorien und AktionsrĂ€ume nicht identisch. Im Ruaha-Nationalpark in Tansania nutzen gröĂere, fast ausgewachsene Jungtiere weitaus ausgedehntere AktionsrĂ€ume, die die GröĂe der Territorien dominanter Bullen um das Dreifache ĂŒbertreffen. Die dafĂŒr erforderlichen Wanderungen von teils mehr als 4 km werden wohl daher unternommen, um innerartlichen Konflikten aus dem Weg zu gehen, vor allem zu den Trockenzeiten, wenn die einzelnen Gruppen enger zusammenrĂŒcken.[32][7][1]

Der Anspruch auf ein Revier wird durch die Anwesenheit des mĂ€nnlichen Tieres, sein Dominanzgebaren und durch DefĂ€kation ausgedrĂŒckt. Der Kot, den ein Bulle durch Wackeln mit dem Schwanz verteilt, hĂ€uft sich zu gröĂeren HĂŒgeln mit einer FlĂ€che von mehreren Quadratmetern auf. Diese HĂŒgel markieren aber nicht die eigentlichen Reviergrenzen, sondern dienen vielmehr als Orientierungspunkte. Sie verhindern auch nicht das Eindringen fremder Bullen in ein Territorium, mitunter stimulieren sie ein anderes Individuum, dort ebenfalls seine FĂ€kalien abzulegen. Benachbarte Bullen defĂ€kieren teilweise ritualisiert zur gleichen Zeit im Wasser und schauen sich dabei an oder in die entgegengesetzte Richtung mit hoch gehobenen Kopf und nach vorn orientierten Ohren, was jeweils Dominanz bedeutet.[31][7][1]

Wie andere Flusspferde begibt sich ein Bulle nachts zur Nahrungssuche landeinwĂ€rts und verlĂ€sst damit sein Revier. Ăberschreitet ein Bulle seine eigenen Reviergrenzen, verliert er seine dominante Stellung und erlangt den Status eines untergeordneten Tieres im VerhĂ€ltnis zum EigentĂŒmer des anderen Territoriums. Generell ist das Flusspferd aber friedfertig gegenĂŒber allen Artgenossen, was auch Bullen einschlieĂt, sofern sie das Zeugungsvorrecht des dominanten Tieres anerkennen. Mitunter können sich dadurch auch Junggesellengruppen mit einer IndividuengröĂe von bis zu 100 Tieren im Revier eines territorialen Bullen aufhalten. Eine dichtere DrĂ€ngung der Tiere an einzelnen Wasserstellen, wie hĂ€ufig in der Trockenzeit, kann zu einer erhöhten Aggression fĂŒhren, die sich gegen jedes Geschlecht und jede Altersstufe richtet, meist aber wenig Körpereinsatz mit sich bringt.[30] KĂ€mpfe zwischen benachbarten Tieren sind ritualisiert und werden frontal gefĂŒhrt. Sie sind teilweise verbunden mit dem Aufspritzen von Wasser, was eine Grenze anzeigen soll. Echte KĂ€mpfe hingegen finden in seitlicher Position statt. Jedes Tier versucht dann, mit Hilfe der groĂen EckzĂ€hne die Seite des GegenĂŒbers zu treffen. Trotz der insgesamt dicken Haut kann dies zu schweren Verletzungen bis hin zum Tod fĂŒhren.[7][1]
Die vorwiegend in der Nacht aufgesuchten WeideflĂ€chen liegen teils mehrere Kilometer von den angestammten Wasserstellen entfernt. Im Gegensatz zu den Territorien der Bullen sind die NahrungsgrĂŒnde nicht monopolisiert. Sie werden daher gemeinsam genutzt und unterliegen keiner Verteidigung. Der Gang zu den WeideflĂ€chen und die Nahrungsaufnahme finden einzeln oder in Mutter-Jungtier-Gruppen statt. Mit Ausnahme letzterer kommt es dabei kaum zu sozialen Interaktion, so dass jedes Individuum fĂŒr sich allein frisst. Im Masai Mara entfernen sich die Tiere dafĂŒr bis zu 1350 m von ihrer Wasserstelle, im Kruger-Nationalpark in SĂŒdafrika kann der Abstand bis zu 4,5 km betragen. Die Entfernungen sind meist abhĂ€ngig von der ProduktivitĂ€t einer Landschaft.[31][33][7][1]
Fortbewegung und Kommunikation
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Obwohl das Flusspferd einen GroĂteil seines Lebens im Wasser verbringt, ist es kein guter Schwimmer. Meistens lĂ€uft es auf dem Grund eines GewĂ€ssers entlang oder lĂ€sst sich vom Wasser tragen; die Fortbewegungsart wird manchmal als âSchwimmlaufenâ bezeichnet. Dabei nutzt das Flusspferd eine Art Galopp mit relativ ausgedehnten Sprungphasen, die lĂ€nger dauern als die Kontaktphasen mit dem Grund. Bei jedem Sprung legt ein Tier zwischen 1,0 und 2,4 m zurĂŒck. Die erreichten Geschwindigkeiten liegen bei 0,2 bis 0,6 m je Sekunde. TauchgĂ€nge können eine Dauer von 30 Minuten erreichen. An Land bewegt sich das Flusspferd hingegen bei niedrigen Geschwindigkeiten in einer Art Passgang vorwĂ€rts, bei dem zumeist drei FĂŒĂe gleichzeitig den Boden berĂŒhren und so den massigen Körper stabilisieren. Lediglich in einer kurzen Sequenz kommt es zu einer bipedalen Phase. Höhere Geschwindigkeiten werden durch einen Trab mit diagonaler Beinbewegung erreicht. Dabei konnte nachgewiesen werden, dass bei einem sehr schnellen Trab alle vier Beine gleichzeitig vom Boden abheben und somit eine kurze Sprung- oder Schwebephase besteht.[34] Maximale Geschwindigkeiten bei Flucht oder Angriff betragen rund 30 Kilometer pro Stunde. Das Flusspferd ist trotz seines massiven Körperbaus dadurch relativ agil.[21][7][1]

Die innerartliche Kommunikation des Flusspferds ist vielfĂ€ltig. Hierzu gehören vor allem die Körpersprache und Gestik. Dominante Bullen sind hĂ€ufig an vorgestellten Ohren erkennbar, KĂŒhe und untergeordnete Tiere an zurĂŒckgelegten. Verbunden ist das Dominanzgebaren mit einem erhobenen Kopf und gekrĂŒmmtem RĂŒcken, was eine gröĂere MassivitĂ€t ausdrĂŒckt. Zu den bekanntesten Gesten gehört das aufgerissene Maul. Hierbei wird der Kopf zurĂŒckgeworfen, so dass die Stirnlinie im rechten Winkel zum RĂŒcken steht. Dominante Tiere halten diese GebĂ€rde bis zu acht Sekunden lang. Allerdings wird das aufgerissene Maul von fast allen Mitgliedern einer Gruppe einschlieĂlich der Jungtiere praktiziert und findet in gröĂerem MaĂe abends vor dem Landgang statt. Eventuell ist dieses Verhalten ein Ausdruck der Aufregung. Bei Angriffen öffnen die Tiere ihr Maul nur teilweise. UnterwĂŒrfiges Verhalten zeigt sich durch einen gesenkten Kopf, Schwanzwedeln und Lippenschmatzen. Es beginnt an Land bereits in rund 100 m Entfernung zum Kontrahenten, manchmal kriechen untergeordnete Tiere die letzten Meter und schnĂŒffeln dann an der Genitalregion des territorialen Bullen. Im Wasser spielen Nasenkontakte eine Rolle, mitunter verharrt das untergeordnete Individuum ĂŒber Stunden in der Umgebung des dominanten Tieres. Teilweise kommt es auch zur DefĂ€kation, wobei die Bedeutung hier nicht eindeutig ist.[30][7][1]
Ăber die Lautgebung des Flusspferdes liegen wenige Informationen vor. Am hĂ€ufigsten ist sie zur Zeit der stĂ€rksten AktivitĂ€ten im Wasser wahrnehmbar, die am spĂ€ten Nachmittag stattfindet. An Land ist sie nur selten zu sehen. Als semi-aquatisch lebendes Tier ist das Flusspferd befĂ€higt, sich sowohl an Land als auch unter Wasser mittels Vokalisation mit Artgenossen zu verstĂ€ndigen. Normalerweise stöĂt eine Kommunikation, die ĂŒber beide Medien gleichzeitig erfolgt, auf Schwierigkeiten, da Schallwellen an den Grenzen brechen. Nur rund 4 % aller Lautgebungen erfolgen ausschlieĂlich durch die Luft. Dem gegenĂŒber erzeugt das Flusspferd fast zwei Drittel seiner Vokalisationen unter Wasser. Sie sind an der OberflĂ€che schwer wahrnehmbar und benötigen kaum Luft fĂŒr ihre Modulation. Die Funktion der Töne ist nicht in allen FĂ€llen eindeutig. Weinlaute, die nur kurz dauern und teilweise mit einzelnen Klicklauten kombiniert werden, stehen möglicherweise mit Aggressoren in Verbindung. Dagegen werden KrĂ€chzlaute bei genereller Alarmbereitschaft oder Aufmerksamkeit ausgestoĂen, beziehungsweise dienen als Kontaktrufe, etwa in trĂŒbem Wasser. Sie bestehen aus einer Serie von etwa einem halben Dutzend Pulsen, die jeweils meist 2 Millisekunden anhalten und Frequenzen von 600 bis 1800 Hz, im Maximum auch 9000 Hz erreichen. Dabei kann die Tonlage gleich bleiben oder sich Ă€ndern, was möglicherweise variable Motivationen ausdrĂŒckt. WĂ€hrend sozialer Interaktionen werden Klicklaute ausgestoĂen, die sehr variantenreich sein können und sowohl im Breitband- als auch im Schmalbandbereich stattfinden. Auch diese setzen sich aus mehreren Pulsen zusammen, die kĂŒrzer sind als bei den KrĂ€chzlauten. Breitbandklicks erfolgen in Frequenzen bis 7800 Hz, Schmalbandklicks hingegen ĂŒbersteigen nur selten 2000 Hz.[35] Ein Tier vermag dabei Laute individuell zu unterscheiden. Untersuchungen aus dem Jahr 2022 ergaben, dass Rufe aus der eigenen Gruppe nur wenige Reaktionen auslösen. Dagegen intensiviert sich die AktivitĂ€t bei Rufen gruppenfremder Artgenossen. Verbunden ist dies dann teilweise mit einem gesteigerten Markierungsverhalten.[36]
Nahezu ein Drittel der Laute des Flusspferdes ist amphibischer Natur und breitet sich demnach durch das Wasser und die Luft aus. FĂŒr diese Form der Kommunikation befinden sich die Tiere in halb abgetauchter Position mit den Augen und den Nasenlöchern ĂŒber, dem Maul und der Kehle unter Wasser. Die hierfĂŒr benötigte Luft wird fĂŒr die Ăberwasserkommunikation mittels des Rachens durch die Nase gepresst, fĂŒr die Unterwasserkommunikation aktiviert der Kehlkopf die Haut- und Fettgewebe der Kehle. In völlig abgetauchter Position sind die Lautmodulationen teilweise mit einer aufsteigenden Luftblase verbunden. Die Wahrnehmung erfolgt fĂŒr die luftgestĂŒtzten Laute mittels der Ohren, fĂŒr die wassergestĂŒtzten wohl ĂŒber die Knochenleitung des Unterkiefers. Die Schallwellen breiten sich aufgrund der variierenden Dichte der Medien unterschiedlich schnell aus und haben eine sehr unterschiedliche Reichweite. In der Luft sind sie langsamer mit niedrigeren Maximalfequenzen (um 210 Hz), im Wasser schneller und mit höheren Maximalfrequenzen (ĂŒber 2000 Hz). AuĂerdem ist der Schalldruck im Wasser stĂ€rker, die höhere Dichte des feuchten Mediums fĂŒhrt aber zu einer geringeren IntensitĂ€t der Laute. Amphibische Laute werden von den Tieren meist bei Störungen eingesetzt, etwa bei einem Kampf oder bei Anwesenheit von Löwen, die eine Gefahr fĂŒr Jungtiere sind. Neben dem bereits erwĂ€hnten KrĂ€chzen, Klicken und Weinen können Flusspferde auch Schrei- sowie variable Knurr-, Grunz- und Schnaublaute ausstoĂen, einschlieĂlich eines Nasenflatterns. In der Regel ruft zuerst der dominante Bulle. Die Gruppe beantwortet dieses Signal und stimuliert damit benachbarte Ansammlungen. Durch die Luft können sich die Antworten ĂŒber mehrere Territorien erstrecken bis zu einer Distanz von 3,2 km. Unter Wasser bleiben in der Regel die benachbarten Gruppen involviert, so dass die gröĂte Ausbreitung rund 500 m betrĂ€gt.[37][7][1]
ErnÀhrung
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Das Flusspferd ist ein Pflanzenfresser. Es nimmt hauptsĂ€chlich GrĂ€ser zu sich. Bei Studien in den Boye-Feuchtgebieten in Ăthiopien lieĂen sich 26 Arten bestimmen, unter denen Eriochloa mit einem Anteil von fast 12 %, Rohrkolben und HĂŒhnerhirsen mit jeweils ĂŒber 9 % sowie HundszahngrĂ€ser mit ĂŒber 8 % zu den favorisierten Pflanzen zĂ€hlen.[29] Im Masai Mara sind rund ein Dutzend Grasarten als Nahrung des Flusspferdes belegt. Hierzu gehören Themada, Sporobolus und Andropogon sowie LiebesgrĂ€ser.[31] Im Queen-Elizabeth-Nationalpark konnten ĂŒber 30 verschiedene Grasarten identifiziert werden, die von den Tieren konsumiert werden. Bedeutung haben vor allem HundszahngrĂ€ser, aber auch Gattungen wie Chloris, Heteropogon, Sporobolus und Themada sind mit einem hohen Anteil vertreten. Gelegentlich frisst das Flusspferd einzelne krautige Pflanzen wie Angehörige der Gattung Alternanthera. Dies gilt auch fĂŒr FrĂŒchte wie solche vom Leberwurstbaum. Teilweise fressen die Tiere zusĂ€tzlich verschiedene Wasserpflanzen, darunter Wassersalat.[38] Ăhnliches wurde im sĂŒdlichen Afrika beobachtet, wo unter anderem Seerosen, Salden und LaichkrĂ€uter zum Nahrungsspektrum gehören. Aus dem zentralen und westlichen Afrika liegen bisher nur wenige Untersuchungen zur ErnĂ€hrungsweise des Flusspferds vor. Im Nationalpark Loango in Gabun lieĂen sich bei Feldstudien insgesamt neun Pflanzenarten feststellen, von denen das SĂŒĂgras Paspalmum mit 81 % den höchsten Anteil aufwies, gefolgt von Axonopus und Stenotaphrum. Daneben sind einzelne SchmetterlingsblĂŒtler und Wasserpflanzen wie Wassernabel dokumentiert.[39] Mit rund neun bevorzugten Pflanzen im Nationalpark W im Niger ist die Zahl Ă€hnlich gering. Hier dominieren Tagblumen, HĂŒhnerhirsen und Reis.[40] Tiere suchen regelmĂ€Ăig AckerflĂ€chen mit Reis, Mais oder Teff, teilweise auch Bananenplantagen auf und plĂŒndern dadurch Nutzpflanzen. Isotopenuntersuchungen an Individuen aus den unterschiedlichen Regionen Afrikas stimmen weitgehend mit den Beobachtungen ĂŒberein. Demnach besteht ein GroĂteil der Nahrung aus C4-Pflanzen, in Regionen mit geschlossener Vegetation wie im zentralen Afrika kommen höhere Mengen an C3-Pflanzen hinzu. DarĂŒber hinaus kann die Zusammensetzung den Daten zufolge regional sowie saisonal schwanken mit einem hohen Anteil an C4-Pflanzen in den trockenen Jahresabschnitten und mit einer gemischten Kost aus C3- und C4-Pflanzen in den feuchten Gebieten.[41][42][43] Einzelnen Berichten zufolge frisst das Flusspferd gelegentlich Aas und Fleisch von Tieren, die es selbst getötet hat,[44][45] was auch eigene Artgenossen einschlieĂt.[46] Es wurde zwar selten beobachtet, grundsĂ€tzlich jedoch ist ihm das Verdauen von Fleisch möglich.[7][1]
Generell ist das Flusspferd ein opportunistischer Pflanzenfresser, der zwar einzelne Pflanzen bevorzugt, diese aber ohne Vorauswahl bestimmter vegetativer Teile konsumiert. Das groĂe und dicklippige Maul und die spezielle UnterkieferaufhĂ€ngung verhindern eine feine Selektion der Nahrung. Deshalb suchen die Tiere Bereiche mit hĂ€ufigem Vorkommen ihrer favorisierten Pflanzen und fressen dann umfangreichere FlĂ€chen leer.[41] Die Menge der konsumierten Pflanzen ist umso höher, je weiter die WeideplĂ€tze von den Wasserstellen entfernt liegen. Insgesamt unterscheidet sich die ErnĂ€hrungsstrategie des Flusspferdes mit der BeschrĂ€nkung auf einen bestimmten Tagesabschnitt und Entfernung von den angestammten AktionsrĂ€umen und Territorien von der anderer groĂer Pflanzenfresser wie den Elefanten oder Nashörnern, die ĂŒber lange Zeit auf Nahrungssuche gehen und dabei weit umherschweifen.[47] In der Regel wird das Gras zwischen die Lippen gepresst und mit einer Kopfbewegung abgerissen. Die Schneide- und EckzĂ€hne haben bei der Nahrungsaufnahme keine Funktion, erstere werden aber teilweise zum Graben eingesetzt.[33][13] Die Nahrungsaufnahme findet zumeist nachts statt und kann mehrere Stunden beanspruchen. Bei schlechter PflanzenqualitĂ€t frisst das Flusspferd auch tagsĂŒber. Pro Tag nimmt ein Tier zwischen 20 und 45 kg Nahrung zu sich. Bezogen auf die Trockenmasse entspricht dies 0,9 bis 1,3 % des Körpergewichts. Der Magen fasst durchschnittlich 34,9 kg an Trockenmasse bei mĂ€nnlichen und 37,4 kg bei weiblichen Individuen, in Zeiten schlechter NahrungspflanzenqualitĂ€t kann das Gewicht auch höher ausfallen. Die Feuchtmasse der Nahrung im Magen macht 12,8 % des Körpergewichts mĂ€nnlicher beziehungsweise 15,2 % weiblicher Tiere aus, bezogen auf den gesamten Verdauungstrakt sind dies 21,0 beziehungsweise 22,8 %. Das Flusspferd hat einen konvergent zu den WiederkĂ€uern entwickelten vierkammerigen Magen. Dieser weist zwei BlindsĂ€cke auf, in denen die Nahrung durch Mikroorganismen zersetzt wird. Sie kĂ€uen aber nicht wieder. Die Passagezeit der Nahrung ist relativ lang, was eine effiziente Verwertung der eher nĂ€hrstoffarmen GrĂ€ser ermöglicht.[48][7][1]
Fortpflanzung
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Die Paarung erfolgt das gesamte Jahr ĂŒber. Sie findet im Wasser statt, dabei ist das Weibchen die meiste Zeit untergetaucht und kommt nur zum Luftholen an die OberflĂ€che. Es können bis zu sechs Begattungen pro Nacht stattfinden. Manchmal sucht die Kuh nach erfolgreicher Verpaarung noch zwei oder mehr Territorien fĂŒr weitere PaarungsaktivitĂ€ten auf. Die Tragzeit betrĂ€gt rund 227 bis 240 Tage. Zumindest in manchen Regionen lĂ€sst sich eine SaisonalitĂ€t bei der Fortpflanzung erkennen. So fallen in Uganda die meisten Geburten in die Monate Oktober und April, die Jahresabschnitte mit dem meisten Regen. Auch in SĂŒdafrika kommt die ĂŒberwiegende Zahl der Jungtiere in den feuchten Monaten Oktober bis MĂ€rz zur Welt. Ăhnliches wurde in Sambia beobachtet.[3][7][1]
Kurz vor der Niederkunft trennt sich das werdende Muttertier von der Gruppe. Die Geburt vollzieht sich in seichtem Wasser, bei Störungen sucht die Kuh tieferes Wasser auf. Ăblicherweise kommt ein einzelnes Jungtier zur Welt, Zwillinge sind selten. Neugeborene wiegen zwischen 25 und 55 kg und können sofort nach der Geburt laufen und sich vom Wassergrund zur OberflĂ€che abstoĂen. GesĂ€ugt wird im Wasser, der Nachwuchs aktiviert dabei mit seiner Zunge die MilchdrĂŒsen des Muttertiers. Vermutlich spritzt die Mutter einen Teil der Muttermilch durch Muskelkontraktion in das Maul des Jungen, Ă€hnlich wie es bei Walen bekannt ist. Das Muttertier ist sehr fĂŒrsorglich. Es lĂ€sst den Nachwuchs in tieferem Wasser auf dem RĂŒcken reiten und verteidigt ihn vehement gegen Fressfeinde und Artgenossen. Besonders aggressiv geschieht dies in den ersten zehn Tagen. WĂ€hrend dieser Zeit nimmt die Mutter kaum Nahrung zu sich. Erst danach beginnt sie tagsĂŒber am Flussufer zu fressen, wĂ€hrend das Junge in der NĂ€he ruht. Nach mehreren Wochen wandern Mutter und Junges gemeinsam in der Nacht zu den weiter entfernten WeidegrĂŒnden. Das Junge bleibt im GebĂŒsch versteckt, wĂ€hrend die Mutter weidet. Die erste feste Nahrung konsumieren die Jungtiere mit rund sechs bis acht Wochen. Nach rund sechs bis acht, teilweise auch erst nach zwölf Monaten wird der Nachwuchs entwöhnt. Die Wachstumsphase ist bei beiden Geschlechtern anfangs gleich, ab rund 24 Lebensjahren verlangsamt sie sich bei weiblichen Tieren, wĂ€hrend mĂ€nnliche Individuen ihr gesamtes Leben lang an GröĂe zunehmen können.[33][3][7][1]
Die Geschlechtsreife tritt bei mĂ€nnlichen Individuen mit sieben bis acht Jahren ein, ermittelt an der GröĂe der Hoden, allerdings kann die Spermienbildung bereits mit zwei Jahren einsetzen. Bei weiblichen Tieren liegt der Zeitraum aufgrund der GröĂe der Follikel in der Regel bei etwa sieben Jahren, einzelne Individuen erreichten dies jedoch bereits mit drei Jahren. Die erste Fortpflanzung findet zumeist deutlich spĂ€ter statt. Im Kruger-Nationalpark wurde sie mit rund elf Jahren ermittelt, in Uganda und Sambia teilweise auch erst mit 20 Jahren.[49] Die Unterschiede sind wohl in der Populationsdichte und in der QualitĂ€t des Nahrungsangebots begrĂŒndet. Tiere in menschlicher Gefangenschaft können sich mitunter schon im Alter von etwas mehr als zwei Jahren fortpflanzen. MĂ€nnliche Tiere sind wĂ€hrend ihres gesamten Lebens sexuell aktiv.[50][7][1]
Das Geburtsintervall betrĂ€gt rund zwei bis drei Jahre. Der Sexualzyklus dauert etwa 50 Tage, mit einem zwei bis drei Tage anhaltenden Ăstrus. Das GeschlechtsverhĂ€ltnis bei der Geburt betrĂ€gt 1:1. Es gibt Hinweise darauf, dass KĂŒhe kurz nach der Geburt wieder geschlechtsreif sind (Postpartum-Ăstrus), da rund 25 % der untersuchten weiblichen Tiere sowohl trĂ€chtig als auch milchgebend waren. Die Geburt eines neuen Jungen unterbricht nicht die bestehende Verbindung zum Ă€lteren Nachwuchs. Einige weibliche Tiere wurden mit bis zu drei Jungen unterschiedlichen Alters beobachtet. In der Marschordnung folgt das jĂŒngste Tier direkt der Mutter, das Ă€lteste bildet den Schluss. Teilweise kommt es zum Infantizid an Jungtieren durch Bullen. Unter UmstĂ€nden geschieht dies, wenn ein dominantes Tier ein neues Territorium ĂŒbernimmt und so seinen Fortpflanzungserfolg garantieren will, Ă€hnlich wie es bei Löwen bekannt ist. Andererseits sind Tötungen von Jungtieren hĂ€ufig in der Trockenzeit beobachtet worden, so dass auch Ă€uĂerer Stress einen wichtigen Faktor darstellen könnte. Jungtiere sind dadurch bis zu einem Lebensalter von 50 Tagen gefĂ€hrdet.[51] Nach einzelnen Beobachtungen beschĂ€ftigen sich Muttertiere noch mehrere Stunden mit einem toten Jungen, verteidigen es gegen Beutegreifer und bringen es an Land. Das Flusspferd gehört zu den wenigen Huftieren, die ein solches Verhalten zeigen.[52] Wild lebende Flusspferde werden 30 bis 40 Jahre alt. Tiere in Gefangenschaft können ĂŒber 50 Jahre erreichen, das höchste bekannte Alter eines Tieres betrug 61 Jahre.[13][49][7][1]
Fressfeinde, Kommensalen und Parasiten
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Ein ausgewachsenes Flusspferd hat kaum natĂŒrliche Feinde; gelegentlich erbeuten Löwen ein Alttier, doch haben diese sporadischen Aktionen keinen Einfluss auf die lokale Population. Jungtiere fallen gelegentlich HyĂ€nen oder ebenfalls Löwen zum Opfer. In der Regel verteidigen Muttertiere ihren Nachwuchs Ă€uĂerst aggressiv. Das Nilkrokodil vermag ebenfalls Jungtiere und unter UmstĂ€nden auch ausgewachsene Individuen zu reiĂen. In einem gemeinsam genutzten GewĂ€sser tolerieren Flusspferdgruppen zumeist keine Krokodile in der unmittelbaren Umgebung von 2 m. Andererseits meiden Krokodile wiederum Flusspferde und tauchen in unmittelbarer NĂ€he ab. Nach Beobachtungen am Runde in Simbabwe vertreiben Flusspferde Krokodile auch von ihren SonnenbĂ€dern. Ausnahmen stellen hier die gröĂeren Exemplare ab LĂ€ngen von 3,5 m dar, die wiederum von den Flusspferden gemieden wurden. In der Regel aber dominieren Flusspferdgruppen solche der Krokodile.[53][7][1]
HĂ€ufig tritt das Flusspferd in Vergesellschaftung mit verschiedenen Vogelarten auf. Bekannt dafĂŒr sind die Madenhacker, vor allem der Gelbschnabel-Madenhacker findet sich in nĂ€chster Umgebung zu den Tieren. Nach Untersuchungen aus dem Jahr 2018 konnte er in 11,3 % aller Beobachtungen nachgewiesen werden. Ebenfalls wĂ€ren der Kuhreiher, der Lappenstar, der Piapia und das Blaustirn-BlatthĂŒhnchen zu nennen. WĂ€hrend die Madenhacker ĂŒberwiegend vom parasitischen Befall ihrer Wirtstiere profitieren, ist das hĂ€ufige Vorkommen der Kuhreiher wohl auf die Ăberschneidung der gemeinsam genutzten LebensrĂ€ume in WassernĂ€he zurĂŒckzufĂŒhren.[54][55] Im Wasser ĂŒbernehmen Karpfenfische wie etwa Angehörige der Gattung Labeo die Rolle der Madenhacker und fressen AlgenbestĂ€nde von der Haut des Flusspferdes.[1]
Parasiten sind beim Flusspferd zahlreich belegt. Bedeutende Ă€uĂere Schmarotzer finden sich vor allem in Zecken wie etwa Cosmiomma.[56] Eine Besonderheit bildet der Plattwurm Oculotrema, der sich in den Augen festsetzt. Mitunter können zwei Dutzend Individuen an einem Auge und bis zu drei Dutzend an einem Flusspferd parasitieren, auch treten verschiedene Generationen an einem Wirtstier auf.[57][58] Als innere Parasiten sind beispielsweise PĂ€rchenegel und die Gattung Fasciola belegt, beide gehören zu den SaugwĂŒrmern und befallen das Blut beziehungsweise die Leber. FadenwĂŒrmer sind unter anderem mit Toxocara, Stephanofilaria, Cobboldina und Hippopotamenema aliporensis vertreten.[59][60][61][62] AuĂerdem ist das Flusspferd anfĂ€llig fĂŒr die Rinderpest und fĂŒr Milzbrand. Ein Milzbrandausbruch im Jahr 1987 in Sambia kostete ĂŒber 4000 Tiere das Leben, einem weiteren im Jahr 2004 in Uganda fielen 300 Individuen zum Opfer. Andere krankheitsbildende Mikroorganismen sind Kokzidien wie Eimeria, Bakterien wie Brucellen oder Salmonellen sowie Flagellaten wie Trypanosomen.[63][64][7][1]
Ăkologischer Einfluss
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Als groĂer Pflanzenfresser ĂŒbt das Flusspferd nachhaltigen Einfluss auf seine unmittelbare Umgebung aus. Es steht in Nahrungskonkurrenz mit einigen anderen grasfressenden SĂ€ugetieren, wodurch es zu ökologischen Wechselwirkungen kommen kann. Im Queen-Elizabeth-Nationalpark nimmt die Zahl der Wasserböcke ab, wenn das Flusspferd zahlreich ist, und steigt wieder, wenn die Bestandsdichte des Flusspferds sinkt. Die Tiere weiden hĂ€ufig an kurzhalmigen GrĂ€sern und fördern dadurch Grasarten, die von ihnen bevorzugt gefressen, von Wasserböcken jedoch gemieden werden.[65] Durch die Bevorzugung kĂŒrzerer GrĂ€ser und deren massenweises Abgrasen entsteht ein typischer, rĂ€umlich eng begrenzter âHippo-Rasenâ. In Verbindung mit Ăbergrasung und Ăbertrampelung der FlĂ€che fĂŒhren RegenfĂ€lle teils zu massiver Erosion, besonders an den UferhĂ€ngen der FlĂŒsse. Dies gilt auch fĂŒr die Pfade, die durch die sich tĂ€glich wiederholenden Wanderungen des Flusspferdes entstehen, die sogenannten âHippo Trailsâ. Diese schneiden manchmal bis zu 1 m in den Untergrund der Fluss- und Seeufer ein oder sind an steileren HĂ€ngen auch schluchtartig. HĂ€ufig werden diese von anderen, kleineren Tieren genutzt. Im Okavango-Delta aber ebenso im Ngorongoro entstehen auf diese Weise teils neue Wasseradern.[31][66][67]
Durch die WeidetĂ€tigkeit des Flusspferds und anderer groĂer Pflanzenfresser wie Elefanten und Nashörnern kann es bei entsprechend dichter Population zu einem starken RĂŒckgang der lokalen Vegetation kommen, was Erosion zur Folge hat. Das kĂŒnstliche Offenhalten der Landschaften mindert den Waldbewuchs und befördert die vom Flusspferd bevorzugten GrĂ€ser. Allerdings entsteht unter UmstĂ€nden bei einem Zusammenbruch der Populationen ein RĂŒckkopplungseffekt. Beobachtet wurde dies im Queen-Elizabeth-Nationalpark, wo, ausgelöst durch zivile Unruhen und einer damit verbundenen intensiveren Bejagung, zwischen den Jahren 1960 und 2000 ein GroĂteil der ansĂ€ssigen GroĂsĂ€uger verschwand. Dies verursachte eine stĂ€rkere Ausbreitung von Wald- und Buschgemeinschaften. Den lokal verbliebenen Flusspferden standen damit nicht mehr genug GrĂ€ser zur VerfĂŒgung, weswegen sie vermehrt auf krautige Pflanzen umstiegen. Im Zuge dieses Prozesses nahm ihr Anteil von weniger als 20 % in der Nahrungsmenge in den 1960er auf teils bis zu 45 % in den 1980er und 1990er Jahren zu.[68]
Das hĂ€ufige Absetzen von Kot und Urin in die GewĂ€sser Ă€ndert mitunter auch deren chemische Zusammensetzung. Dies hat Einfluss auf die Fischgemeinschaft, die durch den Eintrag von NĂ€hrstoffen profitiert. So ernĂ€hrt sich die Karpfenfischgattung Labeo nicht nur von Algen auf der Haut des Flusspferdes, sondern auch von dessen herabfallenden Exkrementen. Ebenso wirkt sich dies positiv auf die BestĂ€nde verschiedener Buntbarschgattungen (zum Beispiel Oreochromis, Sarotherodon und Tilapia) aus.[69] Vor allem in der Trockenzeit bei niedrigem Wasserstand und hoher Flusspferddichte treten aber teilweise eine starke ĂbersĂ€ttigung und Sauerstoffmangel ein. Dies hat dann hĂ€ufig einen RĂŒckgang der lokalen Fisch- und Insektenfauna zur Folge, was sowohl die Gesamtzahl als auch die DiversitĂ€t betrifft. Beobachtet wurde dies unter anderem im Ruaha-Nationalpark und im Masai Mara.[70][71] Der hohe Bedarf an Pflanzen und die DefĂ€kation im Wasser bewirken auĂerdem, dass das Flusspferd einen groĂen Beitrag zum Siliziumkreislauf leistet. In den Mara-Fluss bringen die Tiere tĂ€glich rund 400 kg Silizium ein, was wohl rund drei Viertel der Gesamtmenge ausmacht. Silizium ist bedeutend fĂŒr zahlreiche Kieselalgen in den tropischen Seen Afrikas, die einerseits wichtige Kohlenstoffspeicher und Sauerstoffproduzenten darstellen, andererseits auch die Basis der Nahrungskette bilden.[72]
Systematik
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Innere Gliederung der Flusspferde nach Hassanin et al. 2012[73]
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Das Flusspferd ist eine Art aus der Gattung Hippopotamus und der Familie der Flusspferde (Hippopotamidae). Innerhalb der Gattung bildet die Art den gegenwĂ€rtig einzig anerkannten Vertreter, wodurch diese monotypisch ist. Zur Familie wird rezent lediglich noch die Gattung Choeropsis gezĂ€hlt, welche das Zwergflusspferd (Choeropsis liberiensis) enthĂ€lt. Je nach Auffassung ist fĂŒr Choeropsis auch eine Aufteilung in zwei rezente Arten möglich.[7][74] ĂuĂerlich kennzeichnen sich die Flusspferde durch ihren plumpen, walzenförmigen Körper mit kurzen Beinen und durch den groĂen Kopf mit stark entwickelten Schneide- und EckzĂ€hnen. Die beiden Gattungen Hippopotamus und Choeropsis können neben den allgemeinen KörpergröĂenunterschieden unter anderem anhand des Aufbaus des vorderen Gebisses unterschieden werden. Erstere besitzt jeweils vier SchneidezĂ€hne im oberen und unteren Gebiss (tetraprotodont), letztere sechs (hexaprotodont).[75] Die Familie der Flusspferde wird traditionell in die Ordnung der Paarhufer (Artiodactyla) eingeordnet. Molekulargenetische und biochemische Untersuchungen sowie Fossilfunde haben jedoch zu der Erkenntnis gefĂŒhrt, dass die Wale (Cetacea) die nĂ€chsten lebenden Verwandten der Flusspferde darstellen. Aus kladistischer Sicht formen die Paarhufer und Wale somit eine gemeinsame Abstammungslinie, die als Cetartiodactyla zusammengefasst wird. Die engere Verwandtschaftsgruppe aus Walen und Flusspferden trĂ€gt dementsprechend die Bezeichnung Cetancodonta (manchmal auch Whippomorpha).[76][77][78][79] Den genetischen Daten zufolge trennten sich die Flusspferde und Wale vor rund 54 Millionen Jahren, also am Beginn des Unteren EozĂ€ns. Eine stĂ€rkere Diversifizierung der Flusspferde begann aber nicht vor dem Oberen MiozĂ€n vor rund 8 Millionen Jahren.[73][80] Der Ursprung der Flusspferde ist nicht ganz eindeutig, fossil treten sie erstmals im Unteren MiozĂ€n in Erscheinung. Die groĂe zeitliche LĂŒcke zwischen der Abspaltung von den Walen und dem Erscheinen der Flusspferde lĂ€sst mehrere Interpretationen zu. HĂ€ufig favorisiert wird eine Herleitung der Gruppe von den Anthracotheriidae, einer ausgestorbenen Formengemeinschaft flusspferdĂ€hnlicher Paarhufer aus dem EozĂ€n bis PliozĂ€n Afrikas und Eurasiens.[81][82] Andere Autoren bevorzugen dagegen eine Abstammung von den Palaeochoeridae, schweineartigen Tieren, die vom EozĂ€n bis MiozĂ€n in Eurasien vorkamen.[83][84]
Es werden mehrere Unterarten des Flusspferdes unterschieden, ihre genaue Anzahl ist unbekannt. Nach Hans Klingel, veröffentlicht im Jahr 2013 im Sammelwerk Mammals of Africa, sind es insgesamt fĂŒnf:[1]
- H. a. amphibius Linnaeus, 1758; Nominatform, von Gambia ostwĂ€rts bis zum Sudan und nach Ăthiopien sowie sĂŒdwĂ€rts ĂŒber den Norden der Demokratischen Republik Kongo, Tansania bis nach Mosambik; wahrscheinlich auch im Niltal, dort allerdings ausgestorben; am SchĂ€del ist die EinschnĂŒrung vor den Augen relativ moderat, lange Symphyse des Unterkiefers und groĂe BackenzĂ€hne
- H. a. capensis Desmoulins, 1825; Sambia bis SĂŒdafrika; SchĂ€del flacher als in H. a. tschadensis, so dass er an den Orbitae breiter als hoch ist
- H. a. constrictus Miller, 1910; sĂŒdliche Demokratische Republik Kongo, Angola und Namibia; SchĂ€del leichter als in der Nominatform und tiefe EinschnĂŒrung vor den Orbitae; Rostrum weniger breit, Symphyse kurz und BackenzĂ€hne kleiner
- H. a. kiboko Heller, 1914; Kenia und Somalia; SchĂ€del mit breiten Nasenbeinen und geringer EinschnĂŒrung vor den Orbitae, Orbitae runder als in H. a. capensis und prominenter als in H. a. constrictus
- H. a. tschadensis Schwarz, 1914; Tschad und Nigeria; vergleichbar der Nominatform, aber mit prominenteren Orbitae, im Vergleich zu H. a. capensis kĂŒrzeres und breiteres Rostrum und eher vorwĂ€rtsgerichtete Orbitae
Dem gegenĂŒber unterscheidet Rebecca Lewison im Jahr 2011 im zweiten Band des Standardwerkes Handbook of the Mammals of the World insgesamt drei Unterarten:[7]
- H. a. amphibius Linnaeus, 1758
- H. a. capensis Desmoulins, 1825
- H. a. kiboko Heller, 1914
In diesem Fall stellt H. a. tschadensis ein Synonym zu H. a. amphibius und H. a. constrictus zu H. a. capensis dar. Eine Àhnliche Gliederung hatten auch Don E. Wilson und DeeAnn M. Reeder im Jahr 2005 vorgenommen.[85]
Innere Gliederung der Flusspferde nach Pandolfi et al. 2020[86]
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Neben dem rezenten Flusspferd werden noch verschiedene ausgestorbene Arten innerhalb der Gattung Hippopotamus gefĂŒhrt. Diese waren ursprĂŒnglich nicht nur auf Afrika beschrĂ€nkt, sondern kamen auch im westlichen Eurasien und auf Madagaskar vor:
- afrikanische Formen:
- aff. Hippopotamus aethiopicus Coryndon & Coppens, 1975
- aff. Hippopotamus afarensis (GĂšze, 1985)
- aff. Hippopotamus coryndonae GĂšze, 1985
- aff. Hippopotamus dulu (Boisserie, 2004)
- aff. Hippopotamus karumensis Coryndon, 1977
- aff. Hippopotamus protamphibius Arambourg, 1944
- Hippopotamus gorgops Dietrich, 1926 (Hippopotamus behemoth Faure, 1986 ?)
- Hippopotamus kaisensis Hopwood, 1926
- Hippopotamus sirensis Pomel, 1896
- eurasische Formen
- Hippopotamus antiquus Desmarest, 1822 (Hippopotamus georgicus Vekua, 1976 ?) (Festland)
- Hippopotamus creutzburgi Boekschoten & Sondaar, 1966 (Kreta)
- Hippopotamus melitensis Major, 1902 (Malta)
- Hippopotamus minor Desmarest, 1822 (Zypern)
- Hippopotamus pentlandi Meyer, 1832 (Sizilien, Malta)
- Hippopotamus tiberinus Mazza, 1991 (Festland)
- madagassische Formen:
- Hippopotamus guldbergi Fovet, Faure & Guérin, 2011 (Hippopotamus madagascariensis Guldberg, 1883)
- Hippopotamus laloumena Faure & Guérin, 1990
- Hippopotamus lemerlei Grandidier, 1868
Ein GroĂteil der afrikanischen Formen (aff. H. aethiopicus, aff. H. coryndonae, aff. H. karumensis, aff. H. protamphibius) wurde ursprĂŒnglich zur Gattung Hexaprotodon verwiesen, aff. H. afarensis wiederum stand in der eigenstĂ€ndigen Gattung Trilobophorus. Eine phylogenetische Studie aus dem Jahr 2005 durch Jean-Renaud Boisserie beschrĂ€nkte Hexaprotodon jedoch weitgehend auf die asiatischen Flusspferde und sah die afrikanischen Vertreter nĂ€her mit dem eigentlichen Flusspferd verwandt. Allerdings ist fĂŒr mehrere Formen die genaue taxonomische Position noch nicht gesichert.[12][75] Dies gilt auch fĂŒr das zypriotische Flusspferd H. minor, dass zumeist als zur Gattung Phanourios gehörig betrachtet wird. Andere Autoren stufen Phanourios jedoch als direkten Abkömmling von Hippopotamus ein.[87] Genetisch trennte sich das zypriotische Flusspferd von der Linie des heutigen Flusspferdes vor rund 1,58 bis 1,36 Millionen Jahren ab.[88]
Verschiedene aus Eurasien benannte Formen und teils gebrauchte Namen mĂŒssen als Synonyme betrachtet werden. So ist bei den jĂŒngeren Formen H. incognitus (Europa) mit H. amphibius gleichzusetzen. Bei den Ă€lteren Vertretern gilt H. major (Europa) als identisch mit H. antiquus, was wahrscheinlich auch fĂŒr H. georgicus (Kaukasus) anzunehmen ist. Manche Wissenschaftler fassen dies auch fĂŒr H. tiberinus (Europa) auf. FĂŒr die afrikanischen Flusspferde besteht die Möglichkeit, dass H. sirensis (Nordafrika) und H. gorgops (Ostafrika) nur Variationen einer Art sind und letzteres dann gemÀà der PrioritĂ€tsregel in ersteres aufgehen mĂŒsste. Die meisten Wissenschaftler ziehen dies auch fĂŒr H. behemoth aus Vorderasien in Betracht. HĂ€ufig wird zudem vermutet, dass das afrikanische H. gorgops die VorgĂ€ngerform des eurasischen H. antiquus darstellt, beide zeigen deutliche Ăbereinstimmungen. Somit könnten beide auch als konspezifisch aufgefasst werden, womit der gesamte Artname auf H. antiquus fallen wĂŒrde. Allerdings sind bisher nördlich der Taurus-Zagros-Gebirgskette keine afrikanischen Formen angenommen worden. Prinzipiell mahnen Wissenschaftler eine umfassende Revision der eurasischen und afrikanischen Flusspferde an.[89][90]
FĂŒr die mediterranen Flusspferde bildet H. minutus ein Teilsynonym zu H. melitensis.[91][92][93] Das madagassische Flusspferd H. madagascariensis wurde ursprĂŒnglich von Gustav Adolf Guldberg eingefĂŒhrt,[94] entspricht aber in seinem Typusexemplar weitgehend H. lemerlei. Ein im Jahr 1902 von Charles Immanuel Forsyth Major ebenfalls unter H. madagascariensis vorgestelltes Skelett weicht deutlich ab.[95] Als Konsequenz daraus wurde im Jahr 2011 H. madagascariensis mit H. lumerlei synonymisiert und H. guldbergi als Ersatzname fĂŒr Majors Skelett vorgeschlagen.[96] Die Umbenennung ist aber nicht vollstĂ€ndig anerkannt.[97][98]
Stammesgeschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Entwicklung in Afrika
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gattung Hippopotamus trat in Afrika vermutlich schon wĂ€hrend des Unteren PliozĂ€ns auf. Fast alle frĂŒhen Funde kamen im nordöstlichen und östlichen Teil des Kontinents zu Tage. FĂŒr die meisten frĂŒhen Formen ist eine direkte Zuweisung aber momentan noch problematisch. Ihre nahe Verwandtschaft mit Hippopotamus drĂŒckt sich jedoch durch den teils stĂ€rker ausladenden Unterkiefer aus, bei denen die ZahnfĂ€cher der EckzĂ€hne deutlich abstehen, was weniger an andere frĂŒhe Gruppen wie Hexaprotodon und Archaeopotamus erinnert. Dies betrifft unter anderem den SchĂ€del und Unterkiefer von aff. Hippopotamus dulu aus der Sagantole-Formation im Gebiet des Awash im Afar-Dreieck in Ăthiopien, der mit einem Alter von 5,2 bis 4,9 Millionen Jahren zu den frĂŒhesten Resten gehört. Insgesamt zeigt er noch deutliche Reminiszenzen an urtĂŒmlichere Vertreter wie Archaeopotamus, etwa im Bau der Unterkiefersymphyse. Aus der gleichen Region, jedoch aus der mit 3,4 bis 2,3 Millionen Jahren etwas jĂŒngeren Hadar-Formation, wurden aff. Hippopotamus afarensis und aff. Hippopotamus coryndonae beschrieben. FĂŒr beide standen jeweils SchĂ€delreste zur VerfĂŒgung. Hippopotamus afarensis besaĂ ein massives Rostrum, das in etwa dem des heutigen Flusspferdes glich, wĂ€hrend aff. Hippopotamus coryndonae deutlich kleiner war.[99] In diesem Merkmal Ă€hnelte die Form aff. Hippopotamus protamphibius. Im Unterschied aber zu aff. Hippopotamus coryndonae und ebenfalls zu den beiden anderen vorher genannten Arten, die jeweils ĂŒber sechs SchneidezĂ€hne im oberen und unteren Gebiss verfĂŒgten und somit hexaprotodont waren, zeichnete sich aff. Hippopotamus protamphibius wie das heutige Flusspferd durch nur vier SchneidezĂ€hne aus, gehörte also zum tetraprotodonten Typus. Allerdings scheint dieses Merkmal bei aff. Hippopotamus protamphibius eher variabel gewesen zu sein, da einige SchĂ€del auch jeweils sechs Incisiven aufweisen. Die Form ist ĂŒber zahlreiches Fundmaterial aus dem Tal des Omo im sĂŒdwestlichen Ăthiopien ĂŒberliefert. Dort verteilt es sich auf mehrere Gesteinseinheiten, von der Mursi- ĂŒber die Usno- bis zur Shungura-Formation, und besitzt so eine zeitliche Reichweite von etwa 4,0 bis 1,9 Millionen Jahren. Allein die Shungura-Formation erbrachte ĂŒber 8000 Flusspferdreste. Das reichhaltige Fundmaterial ermöglicht Einblicke in die Lebensweise. Hierbei zeigte sich, dass, offensichtlich gesteuert durch klimatische VerĂ€nderungen, vor rund 2,8 Millionen Jahren ein Wechsel von eher blatthaltiger zu stĂ€rker grashaltiger Nahrung erfolgte.[43][100] Weitere Funde sind aus der bedeutenden Koobi-Fora-Formation vom Turkana-See im nördlichen Kenia dokumentiert, die zwischen 2,0 und 1,4 Millionen Jahre alt ist. Von einzelnen Fundstellen am Turkana-See wurden mit aff. Hippopotamus karumensis und aff. Hippopotamus aethiopicus noch zwei weitere Formen eingefĂŒhrt, die beide als tetraprotodont angesehen werden. Allerdings wies erstere Art manchmal nur zwei SchneidezĂ€hne im Unterkiefer auf. Bei ihr handelt es sich um einen insgesamt groĂen Vertreter, Ă€hnlich dem heutigen Flusspferd. Die letztere Form erwies sich mit einer GröĂe vergleichbar zum rezenten Zwergflusspferd als eher klein.[101][11][75]
Im Ăbergang vom PliozĂ€n zum PleistozĂ€n vor rund 2,5 Millionen Jahren traten dann auch erstmals eindeutige Angehörige der Gattung Hippopotamus auf, die sich neben dem massiven Unterkiefer durch ihre gerippten unteren EckzĂ€hne als typisches, mit der Gattung verbundenes Kennzeichen hervorheben. Aus der Kaiso-Formation in Uganda wurde Hippopotamus kaisensis berichtet, von dem unter anderem ein SchĂ€del vorliegt. Insgesamt ist die Form nur wenig untersucht und es bestehen mitunter Abgrenzungsprobleme zum eigentlichen Flusspferd. Dies zeigen unter anderem Funde aus den Lusso Beds am oberen Semliki im Zentralafrikanischen Graben von Uganda. Die zahlreichen Zahnfunde Ă€hneln stark denen des heutigen Flusspferdes und könnten so ein bereits sehr frĂŒhes Auftreten der Art schon vor rund 2,3 Millionen andeuten.[102] Allerdings lassen sich auch Ăberschneidungen mit Hippopotamus gorgops feststellen. Dieses sehr groĂe Tier, das die rezenten Vertreter deutlich ĂŒbertraf, ist von zahlreichen Fundstellen ĂŒberliefert. Die wahrscheinlich frĂŒhesten Reste kamen am Turkana-See zu Tage und sind rund 2,5 Millionen Jahre alt. Den weitaus bedeutendsten Fundort bildet die auch fĂŒr die frĂŒhmenschliche Entwicklung wichtige Olduvai-Schlucht im nördlichen Tansania. Dort ist die Art im Alt- und MittelpleistozĂ€n ĂŒber einen Zeitraum von vor 1,9 bis 0,6 Millionen Jahren belegt. Sie tritt dort relativ hĂ€ufig auf, neben unzĂ€hligen Knochen sind auch teils gut erhaltene Skelette und selten fossilisierte Trittsiegel aufgefunden worden, letzte formen eine Art âHippo trailâ.[103][104] Anhand der Knochenfunde aus der Olduvai-Schlucht kann fĂŒr Hippopotamus gorgops eine auffallende stammesgeschichtliche VerĂ€nderung im SchĂ€delbau nachvollzogen werden. Waren die frĂŒhesten Vertreter noch dem heutigen Flusspferd Ă€hnlich, so entwickelten sich spĂ€tere Formen zu extremen Spezialisten im Bezug auf die amphibische Lebensweise. Die Schnauze verlĂ€ngerte sich deutlich, wodurch sich auch das Diastema zwischen dem zweiten und dritten PrĂ€molaren des Unterkiefers streckte. Der hintere SchĂ€del hingegen wurde kĂŒrzer und der Kamm des Hinterhauptsbeins verlagerte sich nach oben, wie auch allgemein der SchĂ€del abflachte. Des Weiteren kam es zu einer zusĂ€tzlichen Aufschiebung der Augenhöhle, die so extrem periskopartig wirkte und woher auch der wissenschaftliche Artname herstammt (von griechisch γοÏÎłÏÏ (gorgos) fĂŒr âschrecklichâ und áœ€Ï (ops) fĂŒr âGesichtâ oder âAntlitzâ).[105][11] Hippopotamus gorgops erreichte eine weite Verbreitung im östlichen Afrika und ist an Fundstellen wie Olorgesailie in Kenia oder Buia in Eritrea aufgefunden worden. Letztere erbrachte zahlreiche Gebissfragmente aus dem Zeitraum von vor etwa 1 Million Jahren. Gleichzeitig barg die LokalitĂ€t mit einigen Zahnresten und FuĂknochen das nördlichste und eines der jĂŒngsten Vorkommen von aff. Hippopotamus karumensis.[106][107] Hippopotamus gorgops wiederum ist der wahrscheinlich erste Vertreter seiner Gattung, der das sĂŒdliche Afrika erreichte. Funde liegen hier unter anderem mit einem rund 69 cm langen SchĂ€del aus Cornelia in der sĂŒdafrikanischen Provinz Freistaat vor. Er datiert in das MittelpleistozĂ€n.[9][75] Bereits im frĂŒhen AltpleistozĂ€n erscheint Hippopotamus sirensis in Nordafrika. Die groĂe Form ist dort von verschiedenen Fundstellen dokumentiert, so unter anderem von TighĂ©nif (Ternifine) in Algerien oder Thomas Quarry in Marokko, die beide wegen ihrer Funde von Homo erectus von Bedeutung sind. Hippopotamus sirensis kam dort in den damals feuchten Landschaften recht zahlreich vor.[108][109][110]
Abseits von den bereits erwĂ€hnten problematischen Funden vom Semliki gilt ein Teilskelett aus Gafalo in der Gobaad-Ebene von Dschibuti als der derzeit Ă€lteste Nachweis des eigentlichen Flusspferdes, das damit im AltpleistozĂ€n vor rund 1,6 Millionen Jahren eindeutig fassbar ist. Der Kadaver von Hippopotamus amphibius wurde dort gemeinsam mit dem Skelett des Elefantenvertreters Palaeoloxodon recki aufgefunden.[111] Weitere frĂŒhe Funde kamen in den oberen Abschnitten der Shungura-Formation im Omo-Tal zum Vorschein. Ihr Alter betrĂ€gt rund 1,38 Millionen Jahre. Ein vergleichbares Alter weisen die Funde aus Nariokotome am westlichen Turkanasee auf. Bereits in das frĂŒhe MittelpleistozĂ€n gehört ein Oberkiefer aus Asbole im Awash-Tal.[112] Ebenfalls aus der Region wurden in Gombore rund 700.000 Jahre alte Trittsiegel beschrieben, die teils 30 cm in den einst schlammigen Untergrund eingetieft sind und mitunter noch die vier Zehen erkennen lassen.[113] Andere nennenswerte Fossilreste verteilen sich auf die Fundstellen Lainyamok, Isenya und Kapthurin, allesamt Kenia.[112][109] Im sĂŒdlichen Afrika ist Hippopotamus amphibius unter anderem mit mehr als 200 Knochenresten von rund einem Dutzend Individuen in Elandsfontein vertreten. Die Fundstelle liegt im SĂŒdwesten von SĂŒdafrika und hat eine mittelpleistozĂ€ne Zeitstellung.[114][115][116]
Vorderasiatische Funde
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Vertreter der Gattung Hippopotamus wanderten mehrfach aus Afrika aus. Der Migrationsweg erfolgte wahrscheinlich ĂŒber die Levante. Von hier ist umfangreiches Fossilmaterial unter anderem aus Ê»Ubeidiyaa in Israel belegt, das auf etwa 1,4 Millionen Jahre datiert. Die Zuweisung der Funde ist nicht ganz eindeutig, da diese wahlweise als Hippopotamus gorgops, Hippopotamus antiquus oder als Lokalform Hippopotamus behemoth angesprochen werden.[109][89][117] Wenig spĂ€ter treten Flusspferde auch in Latamne in Syrien auf. Hier sind die Altersdaten uneinheitlich, da sowohl eine alt- wie auch ein mittelpleistozĂ€ne Stellung in Frage kommt.[109][118] Im MittelpleistozĂ€n erreichte auch Hippopotamus amphibius die Region, das eventuell schon in Gesher Benot Yaâaqov in Israel anwesend war. Die Fundstelle datiert zwischen 700.000 und 500.000 Jahren. Die Bestimmung des Fundmaterials erweist sich als hĂ€ufig schwierig, da es ĂŒberwiegend stark fragmentiert ist. Die Art verblieb hier aber noch bis in das HolozĂ€n und besiedelte die FlusstĂ€ler, möglicherweise aber mit einer Unterbrechung wĂ€hrend der kĂŒhleren Abschnitte der letzten Kaltzeit.[119] Von der Levante breitete sich das Flusspferd bis auf die Arabische Halbinsel aus, wie dies eine gröĂere Sammlung an Funden aus Khall Amayshan in der Nefud in Saudi-Arabien belegt. Hier bestanden wĂ€hrend der letzten Warmzeit vor gut 110.000 Jahren einzelne Seen, an denen sich eine reichhaltige Fauna aufhielt.[120] Eine weitere Ostexpansion des Flusspferdes erfolgte nicht. Möglicherweise wurde dies dadurch verhindert, dass im sĂŒdlichen und östlichen Asien eine vergleichbare ökologische Nische bereits durch Vertreter der Gattung Hexaprotodon besetzt war.[121][109][118][122]
Europa und die Inseln des Mittelmeers
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In Europa sind Flusspferde wenigstens seit dem AltpleistozĂ€n nachgewiesen, die frĂŒhen Formen werden zumeist Hippopotamus antiquus zugewiesen. Einer der frĂŒhesten Funde stammt mit einem oberen Schneidezahn von der Fundstelle Coste San Giacomo sĂŒdöstlich von Rom im mittleren Italien. Der Fundstelle wird ein Alter von rund 2 Millionen Jahren zugesprochen.[123] Andere alte Hinweise fanden sich in Spanien, Frankreich und Griechenland, in ersteren unter anderem mit einer rund 1,6 Millionen Jahre alten Zahnreihe aus Venta Micena bei Granada.[124][117] Von hoher Bedeutung sind mehrere Teilskelette aus UntermaĂfeld in ThĂŒringen, die möglicherweise bei einer katastrophalen FlussĂŒberschwemmung vor gut 1,07 Millionen Jahren angeschwemmt wurden. Von insgesamt ĂŒber 320 Knochenresten, die zu etwa 20 Individuen gehören, erwiesen sich hier mehr als die HĂ€lfte als zu Jungtieren gehörend.[125][126] Weitere bedeutende Funde sind aus Collecurti auf der halben Strecke zwischen Rom und Florenz, wiederum Italien, belegt. Auch diese kamen in Flussablagerungen zu Tage und setzen sich aus rund 400 Knochenelementen von rund einem Dutzend Individuen zusammen. Ihr geologisches Alter ist nahezu entsprechend zu dem der UntermaĂfelder Flusspferde.[127] Dies gilt auch fĂŒr einzelne ZĂ€hne aus der Westbury Cave in Somerset in England, die zu den Ă€ltesten Nachweisen von Flusspferden auf den Britischen Inseln gehören.[128] Eine Besonderheit stellen die Fossilreste von Het Gat dar, da sie vom Grund der Nordsee etwa in der Mitte zwischen den Niederlanden und England aufgefischt wurden.[129] Nach Osten drang die Form vermutlich bis in die Kaukasusregion vor, da wiederum Reste aus der rund 700.000 Jahre alten georgischen Fundstelle Achalkalaki stammen.[130] Hippopotamus antiquus war ein gewaltiges Tier, wahrscheinlich das gröĂte Flusspferd, das in Europa auftrat. Die LĂ€ngenmaĂe seiner einzelnen Skelettelemente sind zumeist um 106 bis 126 % gröĂer als die Werte der rezenten Tiere.[131] Anhand der Funde aus UntermaĂfeld und Collecurti kann auf ein Gewicht von 2100 bis 3200 kg geschlossen werden, andere Angaben reichen bis 4200 kg, was etwa dem Doppelten des heutigen Flusspferdes entspricht.[89][132] Gegen Ende des AltpleistozĂ€ns ist dann noch Hippopotamus tiberinus nachweisbar. Dessen Reste sind aber weitaus spĂ€rlicher, belegt ist die Form unter anderem aus La Maglianella in Italien und eventuell aus Mosbach in Deutschland. Beide Formen haben möglicherweise eine nĂ€here Verbindung zum afrikanischen Hippopotamus gorgops, was sich unter anderem an einzelnen SchĂ€delmerkmalen zeigt. So erweist sich der SchĂ€del als schlanker und lĂ€nger im Vergleich zum eigentlichen Flusspferd und die Augenhöhlen treten prominenter hervor.[91][132]

Sowohl das letzte Auftreten der frĂŒheren europĂ€ischen Flusspferde und das erste Erscheinen des klassischen Flusspferdes Hippopotamus amphibius in Europa lĂ€sst sich momentan kaum bestimmen. UrsprĂŒnglich wurde die Art bereits aus dem frĂŒhen MittelpleistozĂ€n berichtet. Als einzelne Hinweise galten einige Zahnfunde aus Isernia la Pineta in der Region Molise in Mittelitalien, die aber heute zu Hippopotamus antiquus gestellt werden. Eines der jĂŒngsten Vorkommen von Hippopotamus tiberinus ist aus dem spĂ€tmittelpleistozĂ€nen Castel di Guido, wiederum im Mittelitalien, zu verzeichnen. Möglicherweise stellten aber bereits in dieser Phase die frĂŒhen Flusspferde und die heutige Form Zeitgenossen dar, da die Ă€ltesten Funde von Hippopotamus amphibius mit einem SchĂ€del aus Tor di Quinto bei Rom auf ein Alter von 560.000 bis 460.000 Jahren vor heute datieren.[133] Eine recht hĂ€ufige PrĂ€senz hat Hippopotamus amphibius wĂ€hrend der Eem-Warmzeit vor circa 126.000 bis 115.000 Jahren. Wichtig in diesem Zusammenhang sind einige Fundstellen im Rheinland, an denen die Art gemeinsam mit dem EuropĂ€ischen Waldelefanten und dem WasserbĂŒffel auftrat. Extrem weit nördliche Nachweise wurden bei Barrington in Cambridgeshire zu Tage gefördert, von wo umfangreiches Material von Hippopotamus amphibius bekannt ist. Einzelne ZĂ€hne und Wirbelreste stammen auch vom Ufer des Severn bei Gloucester in Gloucestershire, beide Fundstellen liegen in England.[134] Die in Barrington aufgefundenen Individuen erreichten mit einem geschĂ€tzten Körpergewicht von bis zu 3000 kg fast wieder die AusmaĂe von Hippopotamus antiquus.[132] Die Besiedlung der mittel- und westeuropĂ€ischen Gebiete weit nördlich der Alpen wĂ€hrend der letzten Warmzeit setzt einzelne ökologische Bedingungen voraus. Womöglich war das Klima damals stĂ€rker maritim beeinflusst mit warmen Sommern und vor allem milden, wenig frostigen Wintern. Dadurch fehlt die Art auch in den stĂ€rker kontinental geprĂ€gten Bereichen Mittel- und Osteuropas und zog sich zum Ende der Eem-Warmzeit weitgehend wieder aus diesen nördlichen Refugien zurĂŒck.[135][136][137][138] Jedoch zeigen Radiocarbonmessungen an einzelnen Funden aus dem Oberrheingraben, dass das Flusspferd in den krĂ€ftigen WĂ€rmeschwankungen im mittleren Abschnitt der Weichsel-Kaltzeit vor rund 40.000 Jahren noch einmal temporĂ€r anwesend war.[139] Im sĂŒdlichen Europa, so auf der Balkan-, Apennin- und Iberischen Halbinsel hielt sich Hippopotamus amphibius vermutlich ebenfalls noch bis in die frĂŒhe Weichsel-Kaltzeit. Exemplarisch genannt sei hier die Grotta Romanelli bei Lecce in SĂŒditalien.[140]
Im Verlauf ihrer Fossilgeschichte in Europa erreichten die Flusspferde verschiedene Inseln des Mittelmeers, was fĂŒr Hippopotamus antiquus wie auch fĂŒr Hippopotamus amphibius gilt. Dort bildeten sich jeweils verzwergte Formen heraus. Zu den forschungsgeschichtlich frĂŒhesten Funden gehören jene auf Sizilien und Malta. Hier werden in der Regel mit Hippopotamus pentlandi und Hippopotamus melitensis zwei Arten unterschieden, die sich bezĂŒglich ihrer KörpergröĂe voneinander absetzen. Die gröĂere Form, die rund 1100 kg auf die Waage brachte, wird durch Hippopotamus pentlandi gestellt und war auf beiden Inseln prĂ€sent. Sie gehört dem ausgehenden Mittel- und dem frĂŒhen JungpleistozĂ€n an. Vor allem auf Sizilien finden sich zahlreiche Fundstellen, wie etwa bei Messina im Nordosten oder bei San Vito lo Capo im Nordwesten.[141][93] Hippopotamus melitensis hingegen ist weitgehend nur von Malta belegt und bildet mit einem Durchschnittsgewicht von etwa 900 kg die kleinere Form.[142] An einzelnen Fundstellen wie der Għar Dalam tritt sie gemeinsam mit Hippopotamus pentlandi auf.[143] Ihre genauere geologische Zeitstellung ist vielfach wenig geklĂ€rt. Beide Arten stellen möglicherweise unterschiedliche Stadien der Inselverzwergung dar, die bei letzterer durch die kleinere InselflĂ€che und stĂ€rkeren Endemismus weiter fortgeschritten ist. Sie werden jedoch aufgrund der SchĂ€delmorphologie jeweils auf Hippopotamus amphibius als Ausgangsform zurĂŒckgefĂŒhrt.[144][132] Auf Kreta kamen Funde von Flusspferden ebenfalls bereits Mitte des 19. Jahrhunderts zu Tage. Ein gröĂerer Teil stammt aus dem östlichen Inselbereich, so etwa von der Lasithi-Hochebene oder der Karoumes-Bucht bei Sitia. Weitere Fossilreste konnten auch von Akrotiri an der NordwestkĂŒste geborgen werden. Sie stehen weitgehend in einem alt- bis mittelpleistozĂ€nen Zusammenhang, was unter anderem durch die Beifunde von Kritimys ausgedrĂŒckt wird. Es handelt sich um einen kleinen Vertreter der Flusspferde, der im Jahr 1966 mit Hippopotamus creutzburgi seinen Namen erhielt.[145][146] Der Ursprung dieser Form war lange Zeit in Diskussion, heute gilt zumeist Hippopotamus antiquus als Vorfahr. GegenĂŒber diesen war Hippopotamus creutzburgi mit einem Gewicht von knapp 400 kg deutlich verzwergt.[142][144][132] Der kleinste Angehörige der mediterranen Flusspferde ist von Zypern bekannt und wird unter der wissenschaftlichen Bezeichnung Hippopotamus minor gefĂŒhrt. Rekonstruiert wurden die Tiere nur rund 132 kg schwer.[142][87] Die Form erfuhr die stĂ€rksten ĂberprĂ€gungen im SchĂ€delbau. So ist der Scheitelkamm nicht mehr ausgebildet, ebenso wie die hintersten PrĂ€molaren fehlen. Die deutlichen Abweichungen von den festlĂ€ndischen Vertretern fĂŒhren auch zu einem Verweis in eine eigene Gattung unter der Bezeichnung Phanourios. ZusĂ€tzlich wird dadurch die phylogenetische Ableitung erschwert, so dass der direkte Vorfahr bisher nicht bestimmt werden konnte. Es sind mehrere Dutzend Fundstellen auf der Insel bekannt, die sowohl Höhlen und Abris als auch FreilandplĂ€tze umfassen. Eine der bedeutendsten findet sich im SĂŒden auf der Halbinsel Akrotiri, wo in der eingestĂŒrzten Höhle Aetokremnos mehr als 218.000 Flusspferd-Reste von mehr als 500 Individuen dokumentiert sind. Sie reprĂ€sentieren mehr als 90 % des gesamten faunistischen Fundmaterials. Die immense Ansammlung von Flusspferdresten, das Fehlen gröĂerer Beutegreifer auf der Insel und ursprĂŒngliche Radiokarbonmessungen, die den Funden ein Alter von rund 11.800 Jahren vor heute und damit eine Stellung am Ende des PleistozĂ€ns gaben, fĂŒhrten zu der Ansicht, dass frĂŒhe menschliche Siedler dafĂŒr verantwortlich seien.[147][148][149] Aufgrund fehlender Nachweise menschlicher Manipulation wurde diese Ansicht aber teils kritisch gesehen.[144] Neuere Datierungen verweisen fĂŒr die untersten Schichtabschnitte mit dem höchsten Aufkommen an Flusspferden auf ein Alter von rund 12.500 Jahren vor heute. Sie liegen damit auĂerhalb der Zeit des ersten Auftretens des Menschen auf Zypern, womit die Knochenansammlungen wohl als natĂŒrlich zu werten sind.[150]
Flusspferde Madagaskars
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Neben den verschiedenen Inseln des Mittelmeers erreichte das Flusspferd auch Madagaskar, welches sich wenigstens 400 km östlich von Afrika befindet. Dort bildeten sich ebenfalls mehrere Zwergformen aus. Wann die Art die Insel erstmals betrat ist unklar. Die bisher Ă€ltesten Funde sind aus der Höhle Belobaka im Nordwesten der Insel ĂŒberliefert und weisen ein Alter von rund 20.600 Jahren auf, sie stammen somit aus der Hochphase der Letzten Kaltzeit. Es handelt sich lediglich um einzelne ZĂ€hne und FuĂknochen eines Jungtieres. Diese frĂŒhen Vertreter waren allerdings noch nicht verzwergt, sondern kamen bezĂŒglich ihrer GröĂe der afrikanischen Ausgangsform nahe. Sie werden der Art Hippopotamus laloumena zugewiesen.[151] Beschrieben wurde die Art anhand eines Unterkiefers aus Mananjary an der OstkĂŒste, der allerdings möglicherweise nur 2500 Jahre alt ist.[152][153] Neben dieser Form gehören mit Hippopotamus lemerlei und Hippopotamus guldbergi noch zwei weitere Arten zu den madagassischen Flusspferden, die deutlich kleiner waren und mit jeweils einem Gewicht von etwa 374 beziehungsweise 393 kg dem heutigen Zwergflusspferd entsprachen.[142][87] Beide madagassischen Formen unterscheiden sich etwa in der Position der Augenhöhle relativ zur SchĂ€dellinie, den Verdickungen der HöhlenrĂ€nder und in ihren GliedmaĂenproportionen. So hat erstere Art erhöhte Orbitae mit verdickten RĂ€ndern, bei letzterer zeigt sich ein lĂ€ngeres Schienbein und ein kĂŒrzerer Oberschenkelknochen. Die Variationen sind wohl Ausdruck einer abweichenden Lebensweise.[154][75][96] Der bisher frĂŒheste Nachweis fĂŒr Hippopotamus guldbergi kommt aus der Umgebung von Tsaramody im Sambaina-Becken im zentralen Hochland von Madagaskar. Er datiert mit einem Alter von 17.600 Jahren vor heute in das Ende der letzten Kaltzeit. Gefunden wurden mehrere Teile des Bewegungsapparates.[155] Hippopotamus lemerlei ist mit einem SchĂ€del vom Fluss Ihazofotsy im sĂŒdlich-zentralen Hochland des Isalo-Gebirges aus dem Beginn des HolozĂ€ns vor rund 11.000 Jahren belegt.[156] An mehreren Stellen wurden beide Arten gemeinsam aufgefunden und hatten somit wohl ein teils sympatrisches Auftreten. Zu diesen gemeinsamen Vorkommen gehören Ampoza und Taolambiby im SĂŒdwesten Madagaskars sowie Belo Sur Mer an der WestkĂŒste. Das Alter der Fundstellen reicht von 1220 bis 2713 Jahren vor heute. Einige der aufgefundenen Flusspferdknochen tragen Marken, die teilweise als Schnittspuren verursacht durch den Menschen interpretiert werden. Die Ansicht ist nicht vollstĂ€ndig akzeptiert, da einerseits Ăhnlichkeiten zu Nagespuren von Beutegreifern bestehen, andererseits manche absoluten Altersdaten auĂerhalb der frĂŒhesten Besiedlung der Insel liegen, die in einer traditionellen Sichtweise auf den Zeitraum um 500 v. Chr. angesetzt wird. Zu den jĂŒngsten Funden von Flusspferden, die direkt datiert wurden, zĂ€hlen jene von Itampolo an der SĂŒdwestkĂŒste, die rund 1000 Jahre alt sind. Möglicherweise ĂŒberlebten aber noch einzelne Restpopulationen bis zum Kontakt mit den EuropĂ€ern im 16. und 17. Jahrhundert oder darĂŒber hinaus, was einzelne ErwĂ€hnungen und folkloristische Elemente annehmen lassen.[153][157][158][159]
Ausbreitung der Flusspferde und Konsequenzen der Inselverzwergung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Untersuchungen zur Fortbewegung des Flusspferdes und seine nur begrenzten SchwimmfĂ€higkeiten in tieferem Wasser[21] warfen die Frage auf, wie die Tiere die unter UmstĂ€nden entfernten Inseln erreicht haben könnten. Im Fokus standen vor allem Inseln wie Zypern, Kreta oder Madagaskar, die im Verlauf der jĂŒngeren erdgeschichtlichen Vergangenheit wĂ€hrend der TiefststĂ€nde der Meere im Zuge der verschiedenen Kaltphasen des PleistozĂ€ns nicht mit dem Festland verbunden waren. Nach Paul P. A. Mazza konnte das Flusspferd demnach nur ĂŒber potentielle LandbrĂŒcken oder bei seichtem Wasser wĂ€hrend maximaler Vereisungsphasen entfernte Inseln erreichen.[160][161] Allerdings haben diese UmstĂ€nde im Fall der drei genannten Inseln im PliozĂ€n und PleistozĂ€n nicht bestanden. Alexandra van der Geer und Kollegen fĂŒhren daher an, dass es verschiedene Ausbreitungsszenarien gĂ€be. Hier könnten auch mehr oder weniger zufĂ€llige Ereignisse greifen, etwa katastrophale Begebenheiten wie Tsunamis oder Ăberflutungen, wodurch Flusspferdgruppen ins Meer gelangten. Ebenso könnten, wenn auch untergeordnet, BrandungsrĂŒckströmungen oder driftende Pflanzen eine Rolle spielen. Die spezielle Beschaffenheit der Haut des Flusspferdes und der langsame Metabolismus verhelfen den Tieren solche Extremsituationen zu ĂŒberleben. Hinzu kompensiert der Auftrieb im salzigen Meerwasser den schweren Knochenbau. Dies ist wahrscheinlich auch der Grund, warum heute das Flusspferd auf Central Island im Turkana-See vorkommt. Die Insel liegt rund 9 km vom Festland entfernt und ist von 50 m tiefem, jedoch stark salzhaltigem Wasser umgeben. AuĂerdem sind Jungtiere deutlich bessere Schwimmer als ausgewachsene Individuen und erhöhen dadurch die Chancen auf ein Weiterbestehen der Gruppe als solche. Letztendlich vermochten auch andere groĂe SĂ€ugetiere wie Elefanten entfernte Inseln zu erreichen.[162]
Die Besiedlung verschiedener Inseln fĂŒhrte zur Inselverzwergung der einzelnen Formen. Daraus resultierten allgemein eine Verschlankung des Skelettbaus und KĂŒrzungen im GesichtsschĂ€del, was wiederum VerĂ€nderungen in der Gebissstruktur zur Folge hatte.[163][86] Dieser Prozess hat auf den kleineren Mittelmeerinseln eventuell einen anderen Hintergrund als auf dem wesentlich gröĂeren Madagaskar. Bedingt durch die GröĂe trĂ€gt Madagaskar zahlreiche unterschiedliche Habitate. Möglicherweise unterlagen die Tiere daher diversen evolutiven ZwĂ€ngen und bildeten die vergleichsweise groĂe DiversitĂ€t aus. Hippopotamus guldbergi zeigt deutlich weniger Anpassungen an eine semi-aquatische Lebensweise als Hippopotamus lemerlei und war wohl eher terrestrisch aktiv.[154][75][155] Jedoch auch auf den Mittelmeerinseln entstanden in ihrer Lebensweise abweichende Formen verglichen mit dem eigentlichen Flusspferd. Ein Teil davon ist dem zumeist steinigen Untergrund und wahrscheinlich auch dem merklich trockeneren Klima geschuldet. Einige Zwergformen des Flusspferdes entwickelten kurze Handwurzelknochen und Phalangen. Letzteres wird teilweise mit dem Verlust der breiten Hufe erklĂ€rt, womit sich die Tiere stĂ€rker als ZehenspitzengĂ€nger fortbewegt haben könnten, Ă€hnlich den Ziegen. Durch eine ĂŒberwiegend in LĂ€ngsrichtung orientierte Hand- und FuĂbewegung mit verminderten seitlichen Ausschermöglichkeiten erschlossen sich die Tiere so die felsigen Habitate und waren befĂ€higt, entlang an SteilhĂ€ngen und auf Klippen zu laufen. Auch nutzten sie Höhlen als Unterschlupf oder eventuell als Ressource fĂŒr mineralhaltige WĂ€sser.[164][165][166] ZusĂ€tzliche Modifikationen in der Skelettstruktur beinhalten eine stĂ€rkere Verdichtung der Knochen hin zu den kleinsten Vertretern der Gattung Hippopotamus.[167] Eine weitere auffallende VerĂ€nderung betrifft die GehirngröĂe, die sich nicht im gleichen MaĂe wie die KörpergröĂe reduzierte. Das heutige Flusspferd besitzt ein Gehirnvolumen von 800 bis 955 cmÂł. FĂŒr die madagassischen Zwergflusspferde lag dieses rekonstruiert bei 305 bis 485 cmÂł, was der Variationsbreite beim Zwergflusspferd entspricht. Hippopotamus minor als kleinstes verzwergtes Flusspferd wies ein 218 cmÂł groĂes Gehirn auf. Der Enzephalisationsquotient stieg somit von 0,41 beim heutigen Flusspferd auf 0,58 bei Hippopotamus minor. Generell besitzt das Flusspferd im Vergleich mit anderen Huftieren ein sehr kleines Gehirn. Der Trend zu einer relativen GehirngröĂenzunahme ist aber auch bei Zwergelefanten belegt.[87]
Forschungsgeschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]ErwÀhnungen in antiker Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelne antike Autoren widmeten sich bereits sehr frĂŒh dem Flusspferd. Die Ă€lteste Beschreibung stammt von Hekataios von Milet aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. Er gab an, dass das Tier gespaltene Hufe habe, aber in Schwanz, MĂ€hne und Stimme dem Pferd gleiche. Dies wurde von zahlreichen spĂ€teren Gelehrten ĂŒbernommen,[168] so auch von Herodot, der in seinen Historien im 5. Jahrhundert v. Chr. schrieb:
âDie FluĂpferde gelten im Gau von Papremis als heilig, im ĂŒbrigen Ăgypten nicht. Das FluĂpferd sieht folgendermaĂen aus: es hat vier FĂŒĂe, gespaltene Klauen, eine stumpfe Nase, eine MĂ€hne wie ein Pferd, hervorstehende ZĂ€hne, RoĂschweif und -stimme und ist so groĂ wie ein sehr groĂes Rind. Die Haut ist so dick, daĂ man aus der getrockneten Haut LanzenschĂ€fte macht.â
Ebenso berichtete Aristoteles vom Flusspferd und vermerkte in seiner Historia animalium aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. die Ăhnlichkeit der inneren Organe mit denen der Esel und Pferde, beim Schwanz glich es jedoch eher den Schweinen. Andere Autoren wie Zenobios und Aelian hoben die GefĂ€hrlichkeit und GewalttĂ€tigkeit der Tiere hervor. In der Naturalis historia gibt Plinius der Ăltere im ersten nachchristlichen Jahrhundert ein genaues Abbild der Lebensweise des Flusspferdes wieder, wobei er aber Teile von Herodot ĂŒbernahm. Jedoch erwĂ€hnte er bereits die charakteristisch roten Hautausscheidungen. Des Weiteren ist seinem Werk zu entnehmen, dass um 58 v. Chr. ein Flusspferd in einer römischen Arena eingesetzt wurde. In der Folgezeit lieĂen diverse römische Herrscher Flusspferde nach Rom schaffen, um diese bei Spielen auftreten zu lassen, so etwa Nero und Antoninus Pius. Allein Commodus soll nach Cassius Dio sechs Flusspferde bezwungen haben. Doch bereits im 4. Jahrhundert musste Themistios resĂŒmieren, dass das Flusspferd in UnterĂ€gypten ausgerottet war, da es Pflanzungen zerstörte, das Verschwinden der Tiere aber negative Auswirkungen auf die Spiele in Rom habe. Ăhnlich Ă€uĂerte sich Ammianus Marcellinus im etwa gleichen Zeitraum, der zusĂ€tzlich angab, dass die Tiere weiter im SĂŒden bei den Blemmyern in Nubien zu finden seien.[168][170]
FrĂŒhe Neuzeit und Erstbeschreibung
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Eine der Ă€ltesten Beschreibungen des Flusspferdes in der westlichen Welt erstellte der französische Naturforscher Pierre Belon im Jahr 1553, in der er sich auf mehreren Seiten dem Tier widmete. Darin prĂ€sentierte er auch mehrere Abbildungen, unter anderem eine, auf dem das Flusspferd kĂ€mpfend mit einem Krokodil zu sehen ist. Belons Abhandlung ist Bestandteil seiner Reiseberichte, die basierend auf seinen Expeditionen durch die Inselwelt des Mittelmeers, den Vorderen Orient und Ăgypten in den Jahren 1547 und 1549 entstanden.[171] Im Jahr 1598 begab sich Christoph Harant von Polschitz und Weseritz ebenfalls in die Region und schrieb seine Erlebnisse nieder, die aber erst gut 80 Jahre spĂ€ter auf Deutsch erschienen. Seine AusfĂŒhrungen zum Flusspferd sind stark von den antiken Autoren beeinflusst.[172] In der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert berichtet der italienische Arzt Federico Zerenghi von seinen Unternehmungen nach OberĂ€gypten, auf denen er nach eigenen Aussagen zwei Flusspferde erlegt und deren HĂ€ute mit in seine Heimat gebracht hatte. Seine Publikation wurde im Jahr 1603 veröffentlicht, versehen mit einer Darstellung des Flusspferdes. Die HĂ€ute wurden spĂ€ter in Venedig ausgestopft.[173] Die dadurch entstandenen PrĂ€parate beinhalten jedoch einige anatomisch Abweichungen, etwa im Bereich des Kopfes und der FĂŒĂe, letztere erhielten ein Aussehen, das eher an Hundepfoten erinnert. Eines der beiden PrĂ€parate gelangte vermutlich in das Museum La Specola in Florenz, wo es unter der Bezeichnung Ippopotamo di Boboli ausgestellt ist. Der Name rĂŒhrt daher, dass angeblich in der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert unter Cosimo III. ein Flusspferd im Boboli-Garten frei herumlief,[174] worĂŒber es allerdings keine Aufzeichnungen gibt. Der Verbleib des zweiten PrĂ€parats ist momentan ungeklĂ€rt.[175] Im weiteren Verlauf des 17. und im 18. Jahrhundert erwĂ€hnen auch mehrere Erforscher des sĂŒdlichen Afrikas das Flusspferd, darunter Ătienne de Flacourt, der Gouverneur von Madagaskar, in seinen Reisebeschreibungen aus dem Jahr 1658.[176] Johann Schreyer, der von 1668 bis 1674 das sĂŒdliche Afrika bereiste, schildert im Jahr 1681 eindringlich die amphibische Lebensweise der Tiere und ihre nĂ€chtlichen Wanderungen von den RastplĂ€tzen am Wasser zu den WeidegrĂŒnden, er bezeichnet sie allerdings als âSee-KĂŒheâ.[177] Ăhnlich Ă€uĂerte sich nur wenig spĂ€ter Simon van der Stel, der erste Gouverneur der Kapprovinz, der zwischen 1685 und 1686 das Namaqualand im SĂŒdwesten Afrikas auf der Suche nach KupferlagerstĂ€tten erkundete und am Fluss Verlorevlei, seinem Zeekoejen-valey (âSeekuh-Talâ), Flusspferde sichtete.[178]



Neben diesen Forschungsreisenden beschĂ€ftigten sich auch die Gelehrten Europas schon frĂŒh mit dem Flusspferd, bekamen aber kaum ein lebendes Exemplar zu Gesicht. Im Jahr 1606 veröffentlichte der italienische Naturforscher Fabio Colonna in seiner Ekphrasis einen lĂ€ngeren Abschnitt ĂŒber das Flusspferd, dem er auch eine Abbildung beisteuerte. Diese wirkt im Bezug auf Körper-, Kopf- und FuĂgestaltung wie schon bei Belon zuvor etwas unrealistisch. Seine Angaben zu dem Tier hatte Colonna weitgehend von Plinius dem Ălteren ĂŒbernommen. Er erwĂ€hnte allerdings auch Zerenghi,[179] so dass vermutet wird, dass sein Bild vom Flusspferd durch eine der ausgestopften HĂ€ute des Arztes beeinflusst worden war.[175] Colonnas PortrĂ€t des Flusspferdes sollte in der Nachfolgezeit starken Einfluss auf das Bild des Tieres in Europa haben. Teilweise zu erkennen ist dies auch in dem GemĂ€lde âDie Nilpferdjagdâ von Peter Paul Rubens, das im 1615 entstand und das Flusspferd mit Ă€hnlicher Kopf- und FuĂgestaltung zeigt. DarĂŒber hinaus entstanden auch deutliche Abwandlungen, die dem Tier ein stĂ€rker pferdeartiges- bis rinderartiges Aussehen gaben.[180] Die weitaus genaueste und umfassendste Abhandlung jener Zeit zum Flusspferd verfasste Georges-Louis Leclerc de Buffon im Jahr 1764. Sie erschien im zwölften Band seines zusammen mit Louis Jean-Marie Daubenton herausgegebenen Werkes Histoire naturelle, gĂ©nĂ©rale et particuliĂšre. Buffon hatte zwar auch kein lebendes Tier gesehen, doch standen ihm fĂŒr seine Arbeiten neben den bereits publizierten AufsĂ€tzen von Belon, Zerenghi, Colonna und anderen, die er umfangreich zitiert und kritisch beurteilt, auch ein Fötus, mehrere SchĂ€del und FuĂknochen zur VerfĂŒgung. Diese befanden sich im Cabinet du roi, dem Naturalienkabinett des französischen Königs und spĂ€teren MusĂ©um national dâhistoire naturelle in Paris. Dem Fötus widmet er in seinem Werk einen Kupferstich mit einem ausgewachsenen Tier im Hintergrund, das eine Kopie von Colonnas Tier ist und Buffon trĂšs-dĂ©fectueuse (âungemein fehlerhaftâ) vorkommt. Seine ausfĂŒhrlichen Beschreibungen stellen nicht nur den Fötus genau vor, auch erklĂ€rt er die inneren Organe und die Nabelschnur. Gleiches erfolgt zu den SchĂ€deln und FuĂknochen in Wort und Bild.[181]

Noch bevor Buffon seine umfassenden Ausarbeitungen zum Flusspferd aufsetzte, stellte Linnaeus im Jahr 1758 die wissenschaftliche Erstbeschreibung sowohl von Gattung als auch Art im Rahmen der 10. Ausgabe seines fĂŒr die binominale Nomenklatur bedeutenden Werkes Systema NaturĂŠ vor. Als charakteristisch fĂŒr die Gattung Hippopotamus benannte er die Struktur des Gebisses. Hierin wies er Belons Abhandlung von 1553 als seine Hauptquelle aus. Mit habitat in Nilo et bambolo Africae et ad ostia fluviorum Asiae gab Linnaeus den Nil, den Senegal und die FlussmĂŒndungen Asiens als Typusgebiet an.[182] Oldfield Thomas beschrĂ€nkte dies im Jahr 1911 auf den Nil. Neben dem Flusspferd fĂŒhrte Linnaeus noch den Flachlandtapir (Tapirus terrestris) innerhalb der Gattung Hippopotamus. Beide Formen differenzierte er anhand der Zehenanzahl, sie sind aber nicht nĂ€her miteinander verwandt.[183]
Im 19. Jahrhundert wurden dann erstmals auch ausgestorbene Flusspferde wissenschaftlich eingefĂŒhrt. Georges Cuvier beschrieb im Jahr 1804 mehrere Formen aus Europa, ohne diese dabei wissenschaftlich zu benennen. Er unterschied einzelne GröĂenvarianten, darunter eine groĂe, die ĂŒber Fossilfunde aus der Toskana und der Umgebung von Paris vorlag, sowie eine kleine mit Resten unbekannter Herkunft, fĂŒr die Cuvier aber aufgrund der Gesteinsbrekzie, in der sie eingelagert waren, einen mediterranen Ursprung annahm.[184][185] Basierend auf Cuviers Arbeit vergab dann Anselme GaĂ«tan Desmarest im Jahr 1822 verschiedene wissenschaftliche Namen. Von diesen sind mit Hippopotamus antiquus fĂŒr die groĂe Form und mit Hippopotamus minor fĂŒr die kleine zwei Vertreter bis heute anerkannt.[186] Nur zehn Jahre spĂ€ter folgte Hermann von Meyer mit der Beschreibung von Hippopotamus pentlandi anhand von zahlreichen Knochenresten aus einer Höhle aus der Umgebung von Palermo, Sizilien.[187] Es sollte dann wiederum rund dreieinhalb Jahrzehnte dauern, bis Alfred Grandidier 1868 mit Hippopotamus lemerlei Reste ausgestorbener Flusspferde von Madagaskar vorstellte.[188]
Etymologie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei der Bezeichnung Hippopotamus fĂŒr das Flusspferd handelt es sich um eine LehnĂŒbersetzung und latinisierte Form des griechischen Wortes ጱÏÏÎżÏÏÏÎ±ÎŒÎżÏ (hippopĂłtamos), welche sich aus den Teilen ጔÏÏÎżÏ (hippos) fĂŒr âPferdâ und ÏÎżÏαΌÏÏ (potamos) fĂŒr âFlussâ zusammensetzt. Verwendet wurde sie bereits seit der Antike. So findet sie sich unter anderem bei Herodot im 5. Jahrhundert v. Chr., der damals allerdings noch ጔÏÏÎżÏ ÏÎżÏÎŹÎŒÎčÎżÏ (hippos potamios) angab, was so viel wie âPferd aus dem Flussâ bedeutet. Des Weiteren nutzten sie Nikandros aus Kolophon im 2. Jahrhundert v. Chr. und Strabon um die Zeitenwende. Das Artepitheton amphibius ist ebenfalls griechischen Ursprungs (áŒÎŒÏÎŻÎČÎčÎżÏ) und bezieht sich auf die amphibische Lebensweise im Wasser und an Land. Darauf wiesen gleichfalls bereits einzelne Autoren des Altertums hin, etwa Plinius der Ăltere.[168]
Flusspferd und Mensch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]EinflĂŒsse in der menschlichen Geschichte und Kultur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vorgeschichtliche Nutzung
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Die Beziehungen zwischen dem Menschen und dem Flusspferd begannen bereits im PliozĂ€n. Sie bestehen hauptsĂ€chlich aus der Nutzung der Kadaver der Tiere durch den Menschen. Ob das Flusspferd als ein groĂes und gefĂ€hrliches Lebewesen zu diesem Zeitpunkt auch gejagt wurde, ist ungewiss. Die Ă€ltesten Hinweise auf die Verwendung der Tiere finden sich in Schnittmarken auf Knochen oder in zerschlagenen beziehungsweise aufgebrochenen Skelettelementen. Beobachtet wurden solche anthropogenen Einwirkungen unter anderem an zwei Skelettindividuen des Flusspferdes in Nyayanga auf der Homa-Halbinsel des Victoriasees in Kenia. Die Reste sind zwischen 2,6 und 3,1 Millionen Jahre alt und waren mit Steinartefakten des Oldowan assoziiert, stehen damit also in einem altpalĂ€olithischen Kontext. Die Fundstelle erbrachte zusĂ€tzlich ZĂ€hne von Paranthropus, eine robust gebaute Vorform des Menschen, die einen Seitenzweig in der Entwicklung zur Gattung Homo darstellt. UngeklĂ€rt ist bisher, ob Paranthropus auch fĂŒr die Steinwerkzeuge und die Schnittmarken verantwortlich ist.[189] Ăhnliche Konstellationen ergaben sich in den unteren Schichten der Olduvai-Schlucht (FLK site) in Tansania sowie in Koobi Fora in Kenia, zudem auch in El Kherba, Teil des umfassenden Fundstellenkomplexes Ain Hanech in Algerien.[190] Sie sind jeweils zwischen 1,8 und 1,5 Millionen Jahre alt und gehören damit in das AltpleistozĂ€n. In der Regel handelt es sich um einzelne Funde, die eine gelegentliche Nutzung der Flusspferd-Reste andeuten. Dies bleibt in der darauf folgenden Zeit bestehen, so dass das Flusspferd wohl ein regelmĂ€Ăiges, wenn auch seltenes Element der Nahrungs- und Rohstoffversorgung des Menschen reprĂ€sentiert. Auch hier liegen Beispiele aus Olduvai (BK site und SHK site) vor,[191][192] zusĂ€tzlich etwa von Buia in Eritrea.[193] An keiner dieser im Zusammenhang mit menschlichen Hinterlassenschaften stehenden Fundstellen tritt das Flusspferd in nennenswert hoher Anzahl auf. Teilweise wurden die vom Menschen abgetrennten Körperteile spĂ€ter durch Raubtiere weitergenutzt, wie dies ein Schulterblatt aus Gombore in Ăthiopien dokumentiert.[194] Dennoch finden sich gelegentlich Hinweise darauf, dass der frĂŒhe Mensch Flusspferd-Reste auch als Rohmaterial nutzte. Hierzu gehören Knochenwerkzeuge wie etwa einige schaberartige Exemplare aus Langknochen, die dem Bed II der Olduvai-Schlucht entstammen und auf gut 1,5 Millionen Jahre datieren.[195] Eine Besonderheit in diesem Zusammenhang bildet ein aus einem Oberschenkelknochen gefertigter, etwa 12,8 cm langer Faustkeil von der nur rund 100.000 Jahre jĂŒngeren Fundstelle Konso in Ăthiopien.[196] Auch in Europa lĂ€sst sich das Flusspferd gelegentlich im Zusammenhang mit archĂ€ologischen FundplĂ€tzen nachweisen, so etwa in Marathousa auf der Peloponnes in Griechenland, wobei auch hier in der Regel Einzelfunde vorliegen.[197]
Einen deutlich höheren Anteil weist das Flusspferd an einigen Fundstellen im Affad-Becken am Mittellauf des Nils im Sudan auf, die in das ausgehende JungpleistozĂ€n vor rund 15.000 Jahren gehören und auf Menschen des spĂ€ten MittelpalĂ€olithikums zurĂŒckgehen. Hier wurden unter anderem eine Knochenkonzentration aus ĂŒber 180 Skelettelementen des Flusspferdes gefunden, was gut 19 % des bestimmbaren Faunenmaterials entspricht. Allerdings ist an keinem der Knochen eine direkte Manipulation feststellbar.[198] Mit der nachfolgenden Sesshaftwerdung des Menschen bildeten sich verschiedene neolithische Kulturen heraus. Vor allem im Niltal wurden in dieser Zeit unter anderem die ZĂ€hne des Flusspferdes zur Herstellung verschiedener GegenstĂ€nde verwendet. Zu nennen ist in diesem Zusammenhang das GrĂ€berfeld von Kadruka auf der Höhe des dritten Kataraktes des Nils. Hier wurde in einem Grab ein aus einem Eckzahn gefertigter KosmetikbehĂ€lter, bucrania genannt (eigentlich ein Zierelement aus einem Rinderhorn), gefunden. Zeitlich gehört die Fundstelle dem frĂŒhen bis mittleren Neolithikum des 5. vorchristlichen Jahrtausends an.[199] Ein weiteres Beispiel ist das ebenfalls im neolithischen Kontext stehende und etwa gleichalte GrĂ€berfeld von Kadero nordöstlich von Khartum. In einigen der mehr als 240 GrĂ€ber fanden sich verschiedentlich Objekte aus den EckzĂ€hnen des Flusspferdes gefertigt. Aber auch andere Körperpartien fanden Einzug in die materielle Kultur des Menschen. So barg das Grab 244 von Kadero neben mehreren GefĂ€Ăen, Armreifen und Muschelschalen zusĂ€tzlich einzelne langschmale Objekte mit AusmaĂen von rund 5 Ă 30 cm. Nach Gebrauchspurenuntersuchungen stellen sie wohl Schrapinstrumente dar, gefertigt aus den Rippen eines Flusspferdes. Bemerkenswert an Kadero ist, dass die Flusspferdfunde hĂ€ufig in Verbindung mit MĂ€nner- oder Kinderbestattungen stehen und teilweise sehr reich ausgestattet sind. Einige Forscher vermuten daher, dass zu jener Zeit die Jagd auf die Tiere einer bestimmten Gruppe von Menschen vorbehalten war.[200]
AuĂerhalb Afrikas sind im Neolithikum und im Chalkolithikum die ZĂ€hne des Flusspferdes auch in der Levante vom Menschen verarbeitet worden. Möglicherweise bilden die dichtere Struktur und die deutlichere weiĂe Farbgebung die ausschlaggebenden GrĂŒnde fĂŒr die Verwendung von Flusspferd-Elfenbein gegenĂŒber etwa Elefanten-Elfenbein.[119] Ăhnliches kann zum Ă€gĂ€ischen Raum gesagt werden. Dort diente Elfenbein zur Herstellung von Siegeln, Intarsien oder Plaketten beziehungsweise BelĂ€gen, die, da die Rohstoffe eingefĂŒhrt werden mussten, zumeist LuxusgegenstĂ€nde reprĂ€sentieren. Dies hielt bis wenigstens zur mykenischen Zeit an. Zwar fanden hierbei ĂŒberwiegend die StoĂzĂ€hne der Elefanten Verwendung, doch bestehen einzelne Objekte auch aus Flusspferd-ZĂ€hnen.[201] Als Herkunftsorte fĂŒr die Flusspferd-ZĂ€hne kommen der Vordere Orient und das Niltal in Nordafrika in Betracht, möglicherweise mit einem Transport ĂŒber das Mittelmeer. Dies lĂ€sst unter anderem das Schiff von Uluburun annehmen, das vor rund 3400 Jahren vor dem heutigen KaĆ im SĂŒdosten der TĂŒrkei unterging und in den 1980er Jahren untersucht wurde. Es enthielt neben zahlreichen wertvollen Objekten aus Gold, Bronze und Glas sowie verschiedensten Keramikformen auch Elefanten-StoĂzĂ€hne und ZĂ€hne von Flusspferden.[202]
KĂŒnstlerische Darstellungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Neben der Nutzung des Flusspferdes als Nahrungs- und Rohmaterialressource in vorgeschichtlicher Zeit fand es auch Einzug in die darstellende Kunst. Hiervon zeugen unter anderem mehrere tausend Jahre alte Felsmalereien, wie sie unter anderem im Tassili-nâAjjer-Gebirge in Algerien gefunden wurden. Die Gebirgskette, die durch den rund 80.000 kmÂČ groĂen Tassili-nâAjjer-Nationalpark geschĂŒtzt wird, birgt schĂ€tzungsweise rund 15.000 Einzelbilder, von denen einige auch dem Flusspferd gewidmet sind. So findet sich die Abbildung eines Jungtieres in der Schlucht Oued Djerat im Norden des Gebirges. Von groĂer Bedeutung ist die Big hippo site in der Oued Afar rund 20 km sĂŒdlich der Oued Djerat, wo allein 22 Abbildungen des Flusspferdes entdeckt wurden, die gröĂte darunter 4,62 m lang. Die Darstellungen sind recht einfach gehalten und geben den Umriss der Tiere einschlieĂlich des charakteristischen Kopfes mit Schnauze, Augen und Ohren wieder, ohne weitere Einzelheiten erkennen zu lassen. In der Regel werden einzelne Individuen, in manchen FĂ€llen auch mehrere abgebildet. Eine szenische Darstellung wiederum zeigt ein Flusspferd einem BogenschĂŒtzen gegenĂŒber stehend. Ein Teil der Abbildungen im Tassili-n'Ajjer mit der Wiedergabe von Wildtieren wie dem Flusspferd, aber auch von Giraffen, Elefanten, Nashörnern und anderen entstand wohl in der FrĂŒhphase der Felskunst der Region, als durch die klimatischen Bedingungen noch feuchtere Bedingungen herrschten. Die Phase der Felskunst wird lokal als âPhase der GroĂwildfaunaâ bezeichnet und datiert zwischen 12.000 und 6.000 Jahren vor heute. Mit der zunehmenden Austrocknung der Landschaften verschwanden die groĂen Tiere. Die bildlichen Darstellungen gingen daher verstĂ€rkt zu Nutztieren ĂŒber, weswegen hier auch von der âPastoralen Phaseâ gesprochen wird.[203][204] Weitere Felsbilder von Flusspferden sind unter anderem aus dem Messak Settafet in Libyen dokumentiert, so im Wadi Taleschout mit allein 15 Einzeldarstellungen.[205] Abseits der nordafrikanischen Felskunst können auch verschiedentlich PortrĂ€ts von Flusspferden im sĂŒdlichen Teil des Kontinents genannt werden. Als herausragendes Beispiel etwa gelten jene des Matopo-Gebirges, das durch den Matobo-Nationalpark im Westen von Simbabwe eingeschlossen wird. DarĂŒber hinaus sind Abbildungen aus dem Mashonaland im Norden des Staates bekannt. Im letzteren Gebiet zeigt beispielsweise eine Darstellung zwei Tiere mit sich bewegenden Menschen drumherum, die möglicherweise eine Art Regentanz auffĂŒhren und so der AffinitĂ€t des Flusspferdes zu Wasser Bedeutung verleihen.[206][207]

Durch seine PrĂ€senz am Nil war das Flusspferd auch im Alten Ăgypten bekannt. Bereits aus der Badari- und der Naqada-Kultur der prĂ€dynastischen Zeit sind verschiedenste Objekte mit flusspferdartigem Umriss bekannt. Sie hatten variierende Funktionen und umfassen GefĂ€Ăe, AnhĂ€nger oder Figurinen. Als Materialien wurde Elfenbein, Chrysopras und Ă€hnliches verwendet. Mehrere dieser Objekte kamen in GrĂ€bern zum Vorschein, wie etwa auf dem groĂen Bestattungsareal von Mostagedda. In einigen FĂ€llen sind die Objekte sehr deutlich als Flusspferd erkennbar, manchmal ist auch nur der Kopf dargestellt, in anderen wirken sie eher abstrakt. Die Bedeutung der Objekte ist nicht eindeutig, standen aber eventuell in einem magischen Kontext.[208] Im Alten Reich lieĂ sich Pepi II. auf einem Relief in seinem Totentempel in Sakkara bei der Flusspferdjagd darstellen. Hierbei harpuniert der Pharao in einer Szene das Tier, in einer anderen wird es auf einem Schlitten abtransportiert. Nach gelĂ€ufiger Ansicht war die Jagd im Alten Reich nicht als Sport zu verstehen, sondern symbolisierte den Sieg der Ordnung, verbildlicht durch den Herrscher, ĂŒber das Chaos, reprĂ€sentiert durch das Wildtier. Wesentlich intimer waren Flusspferddarstellungen im Mittleren und Neuen Reich. Nicht nur, dass die Jagd auf die Tiere auf SkarabĂ€en und privaten Siegelamuletten verbildlicht wurde, auch kamen in dieser Zeit zahlreiche kleine Figurinen aus Fayence auf, allein aus dem Mittleren Reich sind rund 50 bis 60 solcher Figurinen belegt. HĂ€ufig gelangten sie als Beigaben in Grablegungen. Eventuell ersetzten sie hier gleichwertig die Tempelreliefs und hatten dann eine vergleichbare Funktion. Darstellungen von Flusspferden standen aber möglicherweise auch mit der Ă€gyptischen Göttin Taweret in Zusammenhang, der als Herrin des Haushalts der Schutz ĂŒber schwangere Frauen oblag und die als Mischwesen den Kopf eines Flusspferdes trug, mitunter ist auch der Körper flusspferdartig gestaltet. Sie erlangte im Neuen Reich eine gröĂere Bedeutung, zuvor wurde ihre Position von anderen, teils auch mit dem Flusspferd verbundenen Göttinnen wie Ipet und Reret eingenommen. Im altĂ€gyptischen Glauben besaĂ das Flusspferd jedoch nicht nur protektive Eigenschaften, da es in Gefolgschaft von Seth, dem Gott des Verderbens und des Chaos sowie Tawarets Gemahl, auch zerstörerische KrĂ€fte entwickelte. Letztere Attribute erhielt es aber weitgehend erst im Neuen Reich mit der Verfemung des Seth.[209][210][168][211]
Weitere kulturelle BezĂŒge
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Göttin Tawaret beziehungsweise ihre Ă€lteren Inkarnationen standen nach Meinung einiger Wissenschaftler Pate fĂŒr den âMinoischen Geniusâ, eine Art dĂ€monischer Kreatur, die wĂ€hrend der mittelminoischen Zeit im zweiten Jahrtausend v. Chr. aufkam und bei religiösen Festen und Zeremonien von Bedeutung war. In der Anfangsphase Ă€hnelte der âMinoische Geniusâ noch stark seinem Ă€gyptischen GegenstĂŒck, trug einen flusspferd- oder löwenartigen Kopf und besaĂ den Körper einer schwangeren Frau. In spĂ€teren Zeiten verĂ€nderten sich aber seine Ă€uĂeren Attribute, sie wurde löwenhafter mit mĂ€nnlichem Körper bis hin zu einem insektoiden Erscheinungsbild. In dieser Abwandlung erreichte er dann auch das griechische Festland. Bisher ungeklĂ€rt ist der Weg der Verbreitung dieser mythischen Figur. WĂ€hrend einige Wissenschaftler eine direkte Herkunft aus Ăgypten sehen, favorisieren andere einen Umweg ĂŒber die Levante, wo in der gleichen Zeit Ă€hnliche Figuren in Erscheinung treten.[212][213][214] Abseits des Transfers mythischer Figuren fanden sich in einigen antiken StĂ€tten des Mittelmeers Knochenreste von Zwergflusspferden. Anders als bei den Zwergelefanten, die teilweise mit den Kyklopen der griechischen Mythologie in Verbindung gebracht wurden, gibt es fĂŒr die Zwergflusspferde kein entsprechendes Ăquivalent. In jĂŒngerer Zeit hielt man die Knochen eher fĂŒr Reste von Drachen oder Heiligen und zermahlte sie zu Pulver fĂŒr medizinische Zwecke.[215]
Das aus dem jĂŒdischen Umfeld bekannte Ungeheuer Behemoth wird teilweise als Flusspferd gedeutet. Im Buch Hiob findet sich eine detailliertere Beschreibung des Behemoth, die ihn als groĂes und krĂ€ftiges Wesen darstellt, das im Wasser oder Schlamm liegt und mit geöffnetem Maul den Fluss verschlingt. AuĂerdem wĂŒrde es Gras wie ein Rind fressen.[216][217] Der Vergleich des Behemoth mit dem Flusspferd wird aber nicht in jedem Fall geteilt.[168] Nichtsdestoweniger hatte dies Einfluss auf die Benennung des Tieres in verschiedenen Sprachen: so wird das Flusspferd auf Russisch, Belarussisch und Ukrainisch als Đ±Đ”ĐłĐ”ĐŒĐŸŃ (transkribiert Begemot beziehungsweise Behemot) bezeichnet, was auch Eingang in die kasachische, aserbaidschanische und die tadschikische Sprache (ĐĐ°ÒłĐŒŃŃ, Bachmut) gefunden hat.
Mittelalterlicher und frĂŒhneuzeitlicher Elfenbeinhandel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Verwendung von Elfenbein als Rohmaterial unabhĂ€ngig seines Ursprungs von Elefanten oder vom Flusspferd, ist in Afrika wie aufgezeigt seit prĂ€historischer Zeit nachweisbar. Die Tradition wurde auch in spĂ€terer Zeit fortgesetzt. Vor allem vom 10. bis 14. Jahrhundert unter muslimischer Herrschaft bestand ein reger Handel von West- nach Nordafrika, der teilweise auch das sĂŒdliche Europa erreichte. Bedeutende HandwerksstĂ€tten fanden sich beispielsweise im Maghreb. Die arabischen Gelehrten der damaligen Zeit unterschieden aber selten in der Herkunft des Rohmaterials, so dass nur selten auf das Flusspferd direkt verwiesen wird. Als Ursache wird teils angenommen, dass ihnen die Elefanten zwar vertraut, das Flusspferd aber weitgehend unbekannt war. Dadurch kam es auch zu Verwechslung der Tiere wie etwa bei der Reise von Ibn BattĆ«ta durch Mali im 14. Jahrhundert. Auf die wohl groĂe Bedeutung des Flusspferd-Elfenbeins verweist allerdings ein im Jahr 1993 entdeckter Hortfund aus Gao in Mali, der in das 11. Jahrhundert datiert und aus wenigstens 53 ZĂ€hnen besteht, die in einer Grube abgelegt worden waren.[218] GröĂere Dimensionen erhielt der Elfenbeinhandel wĂ€hrend der europĂ€ischen Kolonialzeit. So verschifften die Portugiesen beispielsweise StoĂzĂ€hne von Elefanten von der sĂŒdostafrikanischen KĂŒste nach Indien und tauschten sie gegen GewĂŒrz ein. Dass sich darunter auch ZĂ€hne von Flusspferden befanden, zeigt der Fund eines Wracks aus dem 17. Jahrhundert vor der KĂŒste des indischen Bundesstaates Goa, das insgesamt neun Exemplare enthielt.[219]
Ein Neozoon in SĂŒdamerika
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die einzige freilebende Flusspferdpopulation auĂerhalb Afrikas existiert in SĂŒdamerika in Seen im Einzugsgebiet des RĂo Magdalena in Kolumbien. Im Jahr 1981 hatte Pablo Escobar, AnfĂŒhrer des MedellĂn-Kartells, vier aus einem Zoo in den USA stammende Tiere (drei weibliche und ein mĂ€nnliches) eingefĂŒhrt. Anfangs lebten sie gemeinsam mit anderen Arten im Privatzoo des DrogenhĂ€ndlers auf der Hacienda NĂĄpoles bei Puerto Triunfo und rund 13,5 km westlich des RĂo Magdalena. Mit dem Tod Escobars im Jahr 1993 wurden die meisten Tiere in Zoos verteilt, die Flusspferde, die schwer zu transportieren waren, verblieben jedoch auf der Hacienda NĂĄpoles, die nach und nach verfiel. Dreizehn Jahre spĂ€ter, nachdem das GelĂ€nde in einen touristischen Freizeitpark umgestaltet worden war, lebten bereits 16 Flusspferde in der Umgebung, die aus verschiedenen Sumpf- und Feuchtgebieten (ciĂ©nagas), kĂŒnstlichen Seen und kleinen FlusslĂ€ufen besteht. Bereits im Jahr 2009 fanden sich einzelne Individuen in einer Region rund 75 km weiter nördlich. Im Jahr darauf wurde erstmals ein Flusspferd im RĂo Magdalena beobachtet und drei Jahre spĂ€ter im RĂo CocornĂĄ, einem Nebenfluss.[220][221]
SchĂ€tzungen zufolge lebten im Jahr 2020 in der Region zwischen 65 und 80 Individuen, einzelne Sichtungen erfolgten in bis zu 150 km Entfernung vom Ursprungsort. Bei einer konservativen Annahme einer Fortpflanzungsrate von 7 bis 8 %, was etwa der des Flusspferdes in Afrika entspricht, könnte die Population bis zum Jahr 2050 auf 400 bis 800 Individuen anwachsen, unter gĂŒnstigen UmstĂ€nden mit einer Wachstumsrate von 11 % â die Tiere haben in SĂŒdamerika keine natĂŒrlichen Feinde und die Sterberate der Jungtiere ist sehr gering â auch auf bis zu 5000.[221] Wie in Afrika sorgen die Tiere fĂŒr einen erheblichen NĂ€hrstoffeintrag in ihre WohngewĂ€sser, indem sie an Land grasen und im Wasser ihre Ausscheidungen abgeben, was zu einer BlĂŒte des Phytoplanktons und infolgedessen auch zu einer starken Vermehrung des Zooplanktons fĂŒhrt.[222]
Nach Auffassung einiger Forscher sind die Auswirkungen aber wenig dramatisch, da es sich möglicherweise um die Herstellung eines ursprĂŒnglichen Zustands handelt, der bis zum Aussterben der Megafauna am Ende des PleistozĂ€ns im Zuge der QuartĂ€ren Aussterbewelle vorgeherrscht hatte. Demnach nimmt das Flusspferd in SĂŒdamerika die Position ein, die damals ebenfalls semiaquatisch lebende Vertreter der ausgestorbenen SĂŒdamerikanischen Huftiere wie etwa Trigonodops im Ăkosystem sĂŒdamerikanischer FlĂŒsse innehatten.[223] Andererseits leben in der Region mit dem Karibik-Manati und dem Capybara zwei gröĂere aquatisch bis semi-aquatisch angepasste SĂ€ugetiere, so dass durch das Flusspferd fĂŒr diese zusĂ€tzliche Konkurrenz entsteht. Daher plĂ€dieren andere Wissenschaftler fĂŒr eine Ausrottung des Flusspferd-Bestandes, sei es durch Sterilisation oder durch gezielte Tötung.[224]
Im Oktober 2021 begannen die kolumbianischen Behörden mit der Sterilisation der Flusspferde. Zwei Dutzend Tieren wurde das Immunokastrationsmittel GonaCon verabreicht, das die Flusspferde ĂŒber einen begrenzten Zeitraum sterilisiert. Bei elf weiteren Tieren erfolgte eine herkömmliche Sterilisation.[225][226] Da das Vorhaben allerdings scheiterte, wurden die Tiere im Jahr 2022 von kolumbianischen Behörden zur invasiven Art erklĂ€rt und zur Jagd freigegeben.[227]
Bedrohung und Schutz
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Die IUCN stuft das Flusspferd in seinem Gesamtbestand als âgefĂ€hrdetâ (vulnerable) ein. Nach SchĂ€tzungen aus dem Jahr 2016 leben weltweit rund 115.000 bis 130.000 Tiere. FrĂŒhere Angaben fĂŒr den Gesamtbestand von bis zu 148.000 Individuen, die die IUCN im Jahr 2008 veröffentlicht hatte, werden auf eine ĂberschĂ€tzung einzelner regionaler Populationen zurĂŒckgefĂŒhrt. Insgesamt erwies sich dadurch der Bestand des Flusspferdes als relativ stabil. Regional und lokal können dabei aber Schwankungen auftreten. So nahm die Anzahl der Tiere im Masai Mara entlang des Mara-Flusses und angrenzender Gebiete von 2330 Individuen im Jahr 1984 auf 4170 im Jahr 2006 zu, was möglicherweise mit den begĂŒnstigenden LandschaftsverhĂ€ltnissen der Region zusammenhĂ€ngt.[228] In anderen Gebieten wie im Gonarezhou-Nationalpark in Simbabwe kam es in einem vergleichbaren Zeitraum zu einem RĂŒckgang des Bestandes, teilweise ausgelöst durch DĂŒrrephasen.[229] Im Bereich seines Vorkommens ist das Flusspferd in zahlreichen Schutzgebieten prĂ€sent, teilweise kann die Art auch auĂerhalb angetroffen werden. Allerdings ist sie in einigen Teilen auch ausgestorben oder sehr selten geworden.[19]
Als ein groĂer Bedrohungsfaktor wird der Verlust an Lebensraum angesehen, was hĂ€ufig mit der Ausbreitung land- und viehwirtschaftlich genutzter FlĂ€chen oder wasserregulierender MaĂnahmen einhergeht. Die AbhĂ€ngigkeit des Flusspferdes von Wasser fĂŒhrt dabei zu Konflikten mit der lokalen Bevölkerung. In Kenia wurden in dem Zeitraum von 1997 und 2008 fast 4500 Mensch-Flusspferd-Konflikte registriert, die unter anderem in Zeiten gröĂerer DĂŒrre zunahmen. Zudem wurden aber auch hĂ€ufiger PlĂŒnderungen von Feldern durch Flusspferde beobachtet.[230] Im westlichen und zentralen Afrika spielen auch die Zersplitterung der Populationen des Flusspferdes in kleine Einheiten eine Rolle, die dann hĂ€ufig auf einzelne, mitunter schlecht verwaltete Reservate beschrĂ€nkt sind. Einen weiteren bestandsgefĂ€hrdenden Einfluss nimmt die illegale Jagd ein, die unter anderem in den 1990er und Anfang der 2000er Jahre zu starken EinbrĂŒchen im Bestand des Flusspferdes fĂŒhrte. Das Fleisch bildet einerseits eine Nahrungsressource, etwa in Burkina Faso, Burundi, in der ElfenbeinkĂŒste oder im SĂŒdsudan, andererseits wird das Elfenbein der ZĂ€hne intensiv gehandelt. Vor allem in LĂ€ndern mit anhaltenden zivilen Unruhen oder BĂŒrgerkriegen kann letzteres stark ansteigen. So brach die Flusspferdpopulation in der Demokratischen Republik Kongo Anfang des 21. Jahrhunderts infolge von achtjĂ€hrigen Unruhen um 95 % ein, in Mosambik sank zwischen 1980 und 1992 wĂ€hrend des BĂŒrgerkrieges der Bestand um rund 70 %. Der Handel mit Flusspferd-Elfenbein stieg des Weiteren auch mit dem Verbot von Elefanten-Elfenbein im Jahr 1989 massiv an. Allein zwischen 1991 und 1992 wurden in Uganda rund 27 t an EckzĂ€hnen des Flusspferdes gehandelt, in den zwei Jahren zuvor waren es noch 12 t. Ein GroĂteil des Austausches findet ĂŒber Hongkong statt, in 75 % der FĂ€lle sind Uganda und Tansania die HerkunftslĂ€nder. Teilweise werden in Hong Kong aber mehr FlusspferdzĂ€hne ein-, als offiziell aus den UrsprungslĂ€ndern ausgefĂŒhrt. Nach Untersuchungen des CITES betraf dies fĂŒr den Zeitraum von 1995 bis 2013 insgesamt 14,2 t, was umgerechnet ungefĂ€hr 2700 Flusspferd-Individuen oder rund 2 % des Gesamtbestandes betrifft. Dadurch hat neben der Landschaftserhaltung auch die Reduzierung der illegalen Jagd eine groĂe Bedeutung fĂŒr den Schutz des Flusspferdes.[231][19]
Im Gegensatz zu anderen GroĂtieren wie den Elefanten oder den Nashörnern erregte das Flusspferd relativ spĂ€t Aufmerksamkeit in der westlichen Welt. Das erste in jĂŒngerer Zeit in einem Zoo gehaltene Tier war ein Individuum namens âObayschâ, das 1850 in den Londoner Zoo kam und fĂŒr eine regelrechte âHippomaniaâ sorgte.[232] Auch anderenorts avancierten Flusspferde spĂ€ter zu beliebten Zootieren, beispielsweise âKnautschkeâ im Berliner Zoo. Heute ist die Art mit weltweit ĂŒber 280 Haltungen relativ hĂ€ufig in zoologischen Einrichtungen anzutreffen, wobei die Zahl in Deutschland mit rund einem halben Dutzend rĂŒcklĂ€ufig ist.[233]
GefĂ€hrlichkeit fĂŒr den Menschen
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Es besteht die weite Auffassung, das Flusspferd sei eines der gefĂ€hrlichsten GroĂtiere Afrikas und wĂŒrde mehr TodesfĂ€lle als etwa Krokodile oder GroĂkatzen verursachen. Die Tiere können trotz ihres behĂ€bigen Aussehens sehr aggressiv sein, insbesondere MĂŒtter mit Jungtieren und bedrĂ€ngte oder verwundete Individuen. Viele Berichte betreffen Fischer, die mit ihren Booten zu nah an oder in Flusspferdgruppen gelangten und bei etwaigen Angriffen kenterten sowie verletzt oder getötet wurden. Auch nachts an Land kann es zu gefĂ€hrlichen Situationen kommen, wenn Menschen in Flusspferdgruppen geraten, die auf dem Weg zu ihren WeidegrĂŒnden sind. Allerdings gibt es ĂŒber die tatsĂ€chliche Anzahl und den Verlauf derartiger Begegnungen keine Statistiken. HĂ€ufig tolerieren die Tiere Menschengruppen bis hin zu gewissen Entfernungen.[1]
Literatur
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Einzelnachweise
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- â Zootierliste ([31]), zuletzt abgerufen am 29. September 2025
Anmerkungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Teilweise werden fĂŒr die Kopf-Rumpf-LĂ€nge und fĂŒr das Gewicht Extremwerte von 509 cm und 4500 kg angegeben, so etwa bei Ronald M. Nowak in Walkerâs Mammals of the World. Johns Hopkins University Press, Baltimore 1999. Bereits in der ersten Auflage von 1964 wurde das Gewicht mit 3 to 4.5 metric tons beziffert, was weit ĂŒber den Werten liegt, die bei Untersuchungen verschiedener Populationen in der wissenschaftlichen Literatur genannt werden. Vor allem in den 1950er und 1960er wurden Gewichtsangaben verschiedentlich in pound (lb) angegeben, so beispielsweise bei Bere 1959 in Oryx 5 (3), S. 116â124 und Pienaar et al. 1966 in Koedoe 9 (1), S. 1â15. Bei Pienaar et al. 1966 ergeben sich so GewichtsmaĂe von ausgewachsenen Flusspferden zwischen 3,000-over 4,000 lbs. (summiert fĂŒr beide Geschlechter). Die hier angefĂŒhrte Maximalangabe fĂŒr ein Individuum aus dem Kruger-Nationalpark in SĂŒdafrika von 4,412 lbs. fĂŒhrt zu einem Gewicht von 1999 kg. Bei Bere 1959 entspricht die Maximalangabe fĂŒr ein Tier aus dem Murchison-Falls-Nationalpark in Uganda von 4,454 lb. umgerechnet 2018 kg. Ob bei Walkerâs Mammals of the World ein Einheitenfehler vorliegt, ist allerdings ungeklĂ€rt.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur von und ĂŒber Flusspferd im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Hippopotamus amphibius in der Roten Liste gefĂ€hrdeter Arten der IUCN 2017. Eingestellt von: R. L. Lewison & J. PluhĂĄÄek, 2016. Abgerufen am 9. Oktober 2020.
- Flusspferd auf ultimateungulate.com (englisch)
