Technopedia Center
PMB University Brochure
Faculty of Engineering and Computer Science
S1 Informatics S1 Information Systems S1 Information Technology S1 Computer Engineering S1 Electrical Engineering S1 Civil Engineering

faculty of Economics and Business
S1 Management S1 Accountancy

Faculty of Letters and Educational Sciences
S1 English literature S1 English language education S1 Mathematics education S1 Sports Education
  • Registerasi
  • Brosur UTI
  • Kip Scholarship Information
  • Performance
  1. WeltenzyklopÀdie
  2. Erika Cremer
Erika Cremer 👆 Click Here!
aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Erika Cremer (von Letizia M. Cremer)

Erika Cremer (* 20. Mai 1900 in MĂŒnchen; † 21. September 1996 in Innsbruck) war eine deutsche Physikochemikerin.

Leben

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tochter des Physiologieprofessors Max Cremer, Schwester des Mathematikers Hubert Cremer und des Akustikers Lothar Cremer, studierte Chemie, Physik und Mathematik in Berlin. Vorerst durfte sie als MĂ€dchen nur eine Studienanstalt fĂŒr junge Frauen, die sich auf naturwissenschaftlich-technischem Gebiet weiterbilden, statt des Gymnasiums besuchen.[1]

Wissenschaftliche Laufbahn

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie promovierte 1927 bei Max Bodenstein in Berlin mit einer Dissertation ĂŒber die Chlorknallgas-Reaktion (Über die Reaktion zwischen Chlor, Wasserstoff und Sauerstoff im Licht).[2] Unbezahlte TĂ€tigkeiten bei Karl Friedrich Bonhoeffer in Berlin, am Institut fĂŒr Physikalische Chemie der UniversitĂ€t Freiburg, am Kaiser-Wilhelm-Institut fĂŒr Physikalische Chemie und Elektrochemie in Berlin bei Michael Polanyi sowie an der UniversitĂ€t MĂŒnchen unter Kasimir Fajans folgten.

Historisch interessant ist ihre Zeit 1936/1937 in Berlin in der Arbeitsgruppe Otto Hahns wĂ€hrend der Entdeckung der Kernspaltung. Ihre Erinnerungen als Zeitzeugin auch wĂ€hrend des Krieges hat Erika Cremer in einem Aufsatz Zur Geschichte der Entfesselung der Kernenergie in der Österreichischen Chemiker-Zeitung 1989 zusammengefasst. Mit einem Forschungsstipendium war sie am Physikalisch-Chemischen Institut in Berlin tĂ€tig. 1938 wurde sie habilitiert.[3]

Ihre Berufung 1940 als Frau an das Institut fĂŒr Physikalische Chemie der UniversitĂ€t Innsbruck war fĂŒr diese Zeit außergewöhnlich. 1944 entwickelte sie die Grundlagen der Adsorptionsgaschromatographie. Die vorgesehene Veröffentlichung ging in den Wirren des Kriegsendes auf dem Weg zum Verlag verloren. Zusammen mit ihrem Dissertanten Fritz Prior entwickelte sie nach dem Krieg die Methode weiter.

Fast ihr ganzes Berufsleben lang hatte sie im Wissenschaftsbetrieb darunter zu leiden, dass sie eine Frau war.[4] Trotz hervorragender Leistungen (ĂŒber 200 Veröffentlichungen) dauerte es im Vergleich zur Karriere von mĂ€nnlichen Kollegen sehr lange, bis sie von der UniversitĂ€tsdozentin 1951 zur außerordentlichen Professorin ernannt wurde. Seitdem fungierte sie VorstĂ€ndin des Instituts fĂŒr Physikalische Chemie. 1951 erlangte sie auch die österreichische StaatsbĂŒrgerschaft. Acht Jahre spĂ€ter 1959 wurde sie schließlich zur ordentlichen Professorin und Lehrstuhlinhaberin fĂŒr Physikalische Chemie berufen.[5] Damit war sie die erste Frau an der UniversitĂ€t Innsbruck mit einem Ordinariat.[6] 1970 erfolgte die Emeritierung.[7]

Ein großes Anliegen war ihr die internationale Vernetzung mit Forscherinnen und Forschern. 1951 nahm sie an einer Fachtagung in New York teil, 1952 folgte ein einjĂ€hriger Aufenthalt als Gastwissenschaftlerin am Massachusetts Institute of Technology (MIT).[6]

Auszeichnungen (Auswahl)

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Quelle:[8])

  • 1958: Wilhelm-Exner-Medaille des Österreichischen Gewerbevereins
  • 1964: korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
  • 1965: EhrendoktorwĂŒrde der TU Berlin
  • 1965: Johann Josef Ritter von Prechtl Medaille der TU Wien
  • 1970: Erwin-Schrödinger-Preis der ÖAW
  • 1977: US-amerikanische Tswett-Medaille
  • 1978: Tswett-Medaille der UdSSR
  • 1979: Bunsen-GedenkmĂŒnze der Bunsen-Gesellschaft
  • 1980: Tiroler Ehrenkreuz
  • 1980: Ehrenmitglied der österreichischen Mikrochemischen Gesellschaft
  • 1989: Tiroler Landespreis fĂŒr Wissenschaft[9]

Ehrungen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1999 wurde in der Messestadt Riem in MĂŒnchen die Erika-Cremer-Straße nach ihr benannt.[10]

2009 startete die UniversitĂ€t Innsbruck das Erika-Cremer-Habilitationsprogramm. Im Andenken an die große Forscherin will die UniversitĂ€t wissenschaftliche Frauenkarrieren und die Habilitation von Frauen in allen universitĂ€ren Fachrichtungen fördern, indem befristete Anstellungen im Ausmaß von bis zu 48 Monaten angeboten werden.[11]

Rezeption (Auswahl)

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2021 wurde das TheaterstĂŒck „Erika und die zweite Welle“ vom promovierten Chemiker Wolfgang Viertl-Strasser (Regie, Technik) sowie den Kulturwissenschaftlerinnen Martina Strasser (Tanz) und Eva Maria Kirschner (Schauspiel, Tanz), alle aus Tirol und Absolventen der UniversitĂ€t Innsbruck, an verschiedenen Theaterorten in Tirol uraufgefĂŒhrt. Das StĂŒck wurde selbst verfasst und vom Theater Szenario Hall i. T. in Kooperation mit dem BogenTheater Innsbruck ausgearbeitet und ausgefĂŒhrt[12]. Chemische Live-Experimente sowie Ausschnitte aus Cremers Aufzeichnungen waren Teil der VorfĂŒhrungen.

Literatur

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Gerhard Oberkofler: Erika Cremer (1900–1996). Ein Leben fĂŒr die Chemie. Herausgegeben von der Zentralbibliothek fĂŒr Physik in Wien. StudienVerlag, Innsbruck / Wien / Bozen 1998.
  • Brigitte Bischof: Cremer, Erika. In: Brigitta Keintzel, Ilse Korotin (Hrsg.): Wissenschafterinnen in und aus Österreich. Leben – Werk – Wirken. Böhlau, Wien / Köln / Weimar 2002, ISBN 3-205-99467-1, S. 121–124.
  • Gerhard Oberkofler: Eine weltweit anerkannte Arbeit. In: Berlinische Monatsschrift (LuisenstĂ€dtischer Bildungsverein). Heft 11, 2000, ISSN 0944-5560, S. 63–67 (luise-berlin.de). 
  • Jens Soentgen: Hebamme der Umweltbewegung – die Chemikerin Erika Cremer. In: Quart Heft fĂŒr Kultur Tirol, 2020, (35/20), S. 11–19; bibliothek.uni-augsburg.de (PDF; 0,4 MB).
  • Chemikerinnen – es gab sie und es gibt sie. (PDF; 1,1 MB) Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), BroschĂŒre, 2003, S. 17.

Weblinks

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Commons: Erika Cremer â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Informationen zu und akademischer Stammbaum von Erika Cremer bei academictree.org
  • Literatur von und ĂŒber Erika Cremer im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • Schreiben (PDF; 19 MB) von Klaus Clusius ĂŒber die wissenschaftliche Eignung von Erika Cremer (02. 11. 1945). In: UniversitĂ€tsarchiv der UniversitĂ€t Innsbruck.
  • Klaus Beneke: Erika Cremer. (PDF; 1,7 MB) In: Mitteilungen der Kolloid-Gesellschaft, 1999, S. 311–334 (Biografie).
  • Gerhard Oberkofler: In memoriam em. Univ.-Prof. Dr. phil. Dr. rer.nat. H.c. Erika Cremer (1900–1996). 96 Jahre eines Forscherlebens. In: Berichte des naturwissenschaftlich-medizinischen Vereins Innsbruck. Band 84. Innsbruck 1997, S. 397–406 (zobodat.at [PDF; 1,6 MB]). 
  • Eintrag ĂŒber Erika Cremer in der Datenbank der Wilhelm-Exner-Medaillen-Stiftung.
  • Kopf der Woche: Erika Cremer. UniversitĂ€t Innsbruck.
  • Verena Abenthung: Die Chemie ist weiblich: Erika Cremer. innsbruck.info, 29. November 2021.
  • Apostolos Gerontas: Cremer, Erika. In: NDB-online, 1. Januar 2025.

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. ↑ Eintrag zu Erika Cremer im Austria-Forum (Biographie) abgerufen am 15. Dezember 2011.
  2. ↑ Dissertation im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  3. ↑ Gerhard Oberkofler: In memoriam em. Univ.-Prof. Dr. phil. Dr. rer.nat. H.c. Erika Cremer (1900–1996). 96 Jahre eines Forscherlebens. In: Berichte des naturwissenschaftlich-medizinischen Vereins Innsbruck. Band 84. Innsbruck 1997, S. 397–406 (zobodat.at [PDF; 1,6 MB]). 
  4. ↑ J. A. Johnson: German women in chemistry, 1925–1945 (part II). In: NTM N.S. Band 6, 1998, S. 65–90, doi:10.1007/BF02914207. 
  5. ↑ Im Dienste der Wissenschaft (Teil I) – Innsbruck erinnert sich. 8. Dezember 2022, abgerufen am 6. August 2024 (deutsch). 
  6. ↑ a b Brigitte Mazohl: Frauen in der Gelehrtengesellschaft. Österreichische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 8. August 2024. 
  7. ↑ Eberhard Ehlers, Heribert Offermanns: Erika Cremer (1900–1996): Erfinderin der Gaschromatographie. Gesellschaft Deutscher Chemiker e. V., abgerufen am 6. August 2024. 
  8. ↑ Klaus Beneke: Erika Cremer. Biographien und wissenschaftliche LebenslĂ€ufe von Kolloidwissenschaftlern, deren Lebensdaten mit 1996 in Verbindung stehen. In: Mitteilungen der Kolloid-Gesellschaft (= BeitrĂ€ge zur Geschichte der Kolloidwissenschaften. Band VIII). Verlag Reinhard Knof, Nehmten 1999, ISBN 3-934413-01-3, S. 311–334. 
  9. ↑ Tiroler Landespreis fĂŒr Wissenschaft – PreistrĂ€ger 1984 bis 2014. (Memento vom 13. Oktober 2015 im Internet Archive; PDF) tirol.gv.at; abgerufen am 14. Oktober 2015.
  10. ↑ MĂŒnchner Stadtgeschichte – Das Stadtportal zur Geschichte MĂŒnchens. Abgerufen am 3. MĂ€rz 2025. 
  11. ↑ Erika-Cremer-Habilitationsprogramm. UniversitĂ€t Innsbruck.
  12. ↑ Verena Abenthung: Die Chemie ist weiblich: Erika Cremer. Innsbruck.info, 29. November 2021, abgerufen am 6. August 2024 (deutsch). 
Normdaten (Person): GND: 119552574 (lobid, GND Explorer, OGND, AKS) | LCCN: n83828961 | VIAF: 45114619 | Wikipedia-Personensuche
Personendaten
NAME Cremer, Erika
KURZBESCHREIBUNG deutsche Physikerin, Professorin der Physikalischen Chemie
GEBURTSDATUM 20. Mai 1900
GEBURTSORT MĂŒnchen
STERBEDATUM 21. September 1996
STERBEORT Innsbruck
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Erika_Cremer&oldid=259266856“
Kategorien:
  • Chemiker (20. Jahrhundert)
  • Physiker (20. Jahrhundert)
  • Hochschullehrer (UniversitĂ€t Innsbruck)
  • Erwin-Schrödinger-PreistrĂ€ger
  • TrĂ€ger der Wilhelm-Exner-Medaille
  • Deutscher
  • Geboren 1900
  • Gestorben 1996
  • Frau
  • Physikochemiker

  • indonesia
  • Polski
  • Ű§Ù„ŰčŰ±ŰšÙŠŰ©
  • Deutsch
  • English
  • Español
  • Français
  • Italiano
  • Ù…Ű”Ű±Ù‰
  • Nederlands
  • æ—„æœŹèȘž
  • PortuguĂȘs
  • Sinugboanong Binisaya
  • Svenska
  • ĐŁĐșŃ€Đ°Ń—ĐœŃŃŒĐșа
  • Tiáșżng Việt
  • Winaray
  • äž­æ–‡
  • РуссĐșĐžĐč
Sunting pranala
Pusat Layanan

UNIVERSITAS TEKNOKRAT INDONESIA | ASEAN's Best Private University
Jl. ZA. Pagar Alam No.9 -11, Labuhan Ratu, Kec. Kedaton, Kota Bandar Lampung, Lampung 35132
Phone: (0721) 702022
Email: pmb@teknokrat.ac.id