| Dobermann | ||
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| FCI-Standard Nr. 143 | ||
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| Ursprung: | ||
| Widerristhöhe: |
RĂŒden: 68â72 cm | |
| Gewicht: |
RĂŒden: 40â45 kg | |
| VarietÀten: |
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| Liste der Haushunde | ||
Der Dobermann ist eine deutsche Hunderasse. Sie ist vom gröĂten Dachverband fĂŒr Haushunde, der FCI, als Rasse anerkannt (FCI-Gruppe 2, Sektion 1.1, Standard Nr. 143).
Herkunft und Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Dobermann erhielt seinen Namen durch seinen ersten bekannten ZĂŒchter, den aus Apolda stammenden Friedrich Louis Dobermann (1834â1894). Zur Zucht paarte er einige besonders angstfreie, mutige Hunde, darunter seine LieblingshĂŒndin, die mausgraue âSchnuppeâ, die weder SchĂ€ferhund noch Pinscher war und demnach nichts weiter als ein Kreuzungsprodukt aus dem damals rund um Apolda vorhandenen Hundebestand. Diese HĂŒndin paarte er mit einem Fleischerhund, einer Art VorlĂ€ufer des Rottweilers, vermischt mit einer Art SchĂ€ferhund, der sich in ThĂŒringen vorwiegend in schwarz mit rostroten Abzeichen vorfand, weiterhin sollen noch Bastarde aus Pinscher- und Jagdhundrassen verwendet worden sein sowie ein Greyhound, um dem Hund eine schlankere Linie zu verleihen. So entstand eine Gebrauchs-, Arbeits- und Wachhunderasse, die nicht nur wachsam, sondern auch âmannfeste Hof- und Haushundeâ waren. Sie wurden schon frĂŒh als Polizeihunde eingesetzt, was damals zu dem Beinamen âGendarmenhundeâ fĂŒhrte. Bei der Jagd wurden sie ĂŒberwiegend zur BekĂ€mpfung des Raubwildes eingesetzt. In den beiden Weltkriegen wurde der Dobermann vor allem im deutschen Heer auch als Melde-, Minensuch- und SanitĂ€tshund eingesetzt. Im November 2015[1] genehmigte die FCI einen neuen Rassestandard, der (in Umsetzung einer FCI-Vorgabe von 2010[2]) das Kupieren von Ohren und Rute nicht mehr enthĂ€lt â Ohren und Rute bleiben naturbelassen â und schwarze und braune DobermĂ€nner jeweils als eigene VarietĂ€t beschreibt. Der Standard ist seit dem 1. August 2016 gĂŒltig.[3] Bereits seit 1986 ist das Kupieren der Ohren sowie seit Ende der 1990er der Rute bei in Deutschland geborenen Hunden verboten.[4]
Beschreibung
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Das offizielle Dobermannzuchtbuch (DZB) wird vom Dobermann Verein e. V. gefĂŒhrt.[5] Nach dem FCI-Standard ist der Dobermann ein 63 bis 72 cm groĂer und bis 45 kg schwerer Hund vom Pinschertyp, der glatthaarig mit glĂ€nzendem Fell ist. Nach FCI-Standard gibt es zwei FarbvarietĂ€ten: schwarz oder braun, jeweils mit rostrotem, scharf abgegrenztem und sauberem Brand. Weitere Farben, die allerdings in Deutschland von der Zucht ausgeschlossen sind: isabell, blau und weiĂ. Die Ohren sind pinschertypisch mittelgroĂ, abgerundet und hĂ€ngend. Rute und Ohren wurden in der Vergangenheit oft kupiert (mittlerweile in den meisten LĂ€ndern Europas verboten). Die Dobermannzucht erstrebt einen mittelgroĂen, krĂ€ftigen und muskulös gebauten Hund.
Verwendung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Dobermann gehört zu den Gebrauchshunderassen. Dank seiner Intelligenz und seines Temperaments ist er fĂŒr viele Hundesportarten geeignet, wie z. B. Agility, Obedience, VPG-Sport oder als FĂ€hrtenhund. Er wird aber auch als Diensthund bei der Polizei, beim Zoll und bei der Bundeswehr eingesetzt sowie als Rettungshund. Auch als Therapie- und BlindenfĂŒhrhund ist der Dobermann geeignet.[6]
Charakter
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]âDie Grundstimmung des Dobermanns ist freundlich friedlich, in der Familie sehr anhĂ€nglich. Gefordert werden ein mittleres Temperament und eine mittlere SchĂ€rfe. Weiterhin wird eine mittlere Reizschwelle gefordert. Bei einer guten FĂŒhrigkeit und Arbeitsfreude des Dobermanns ist auf LeistungsfĂ€higkeit, Mut und HĂ€rte zu achten. Bei angepasster Aufmerksamkeit gegenĂŒber der Umwelt ist auf Selbstsicherheit und Unerschrockenheit besonders Wert zu legen.â
Rassetypische Erkrankungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Beim Dobermann sehr weit verbreitet ist die dilatative Kardiomyopathie, auch bezeichnet als Dobermann-Kardiomyopathie, eine sehr aggressive Form der Herzerkrankung, bei der es zum plötzlichen Herztod kommen kann. Sie wird beim Dobermann autosomal dominant vererbt und ist bei mĂ€nnlichen und weiblichen Tieren gleich hĂ€ufig. Die kumulative PrĂ€valenz ĂŒber alle Altersgruppen betrĂ€gt 58,2 %.[7]
AuĂerdem tritt das Kongenitale Vestibularsyndrom, eine Erbkrankheit des Innenohrs mit Gleichgewichtsstörungen und Taubheit, gehĂ€uft auf. Die Hunderasse hat auch eine PrĂ€disposition fĂŒr das Wobbler-Syndrom. Die HĂŒftgelenksdysplasie ist ebenfalls anzutreffen. Eine seltene neurologische Erkrankung ist die Dancing Dobermann Disease.
Die Von-Willebrand-Krankheit (eine Blutgerinnungsstörung) kommt ebenfalls vor. Der Dobermann-Verein fĂŒhrt bei seinen Zuchttieren und Welpen seit dem 1. Januar 2016 flĂ€chendeckend Gentests auf die Von-Willebrand-Erkrankung durch, um diese Erkrankung aus der Rasse zurĂŒckzudrĂ€ngen.[8]
Trivia
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Apolda befindet sich das Dobermann-Denkmal.[9]
Im 1972 in den USA erschienenen Film The Doberman Gang[10] wird mit sechs abgerichteten DobermÀnnern erfolgreich eine Bank ausgeraubt.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Rassestandard Nr. 143 der FCI: Dobermann (PDF)
- Der Dobermann auf der Website des Dobermann Verein e. V.
Zum Gesundheitszustand der Rasse:
- Reinhard Haberzettl: Increasing Hereditary Health Problems in the Breeding of Purebred Dogs: A Comparative Overview Using Dobermans in Germany, Europe and in the USA as Examples. In: uniteddobermanclub.com (PDF; 547 kB; englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â FCI: Dobermann (143): abgeĂ€nderter Standard ab dem 01/08/2016. 17. Dezember 2015.
- â FCI-Modellstandard. Dort heiĂt es: ââFormulierungen, die chirurgische Eingriffe verlangen, werden in allen FCI-Standards abgelehnt.â (FCI-Vorstand, Dortmund 2010)â
- â Rassestandard Nr. 143 der FCI: Dobermann, gĂŒltig ab 1. August 2016 (PDF-Dokument)
- â § 6 Abs. 1 TierSchG
- â Dobermann-Verein e. V.
- â Dobermann Rassebeschreibung
- â G. Wess, A. Schulze, V. Butz, J. Simak, M. Killich: Prevalence of Dilated Cardiomyopathy in Doberman Pinschers in Various Age Groups. In: Journal of Veterinary Internal Medicine. Band 24, Nr. 3, 2010, S. 533â538, doi:10.1111/j.1939-1676.2010.0479.x.
- â Zuchtordnung Dobermann-Verein (DV). (PDF) Abgerufen am 31. Oktober 2024.
- â Dobermann-Denkmal ( des vom 5. Dezember 2021 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf apolda.de, abgerufen am 5. Dezember 2021
- â Filmtrailer auf youtube

