| Dohlen | ||||||||||||
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Elsterdohle (links) und Dohle (rechts) im russischen Altaigebirge | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Coloeus | ||||||||||||
| Kaup, 1829 |
Die Dohlen sind eine Untergattung der Raben und KrĂ€hen (Corvus). Sie umfassen zwei Arten, die Dohle (Corvus monedula) und die Elsterdohle (Corvus dauuricus), die im Westen beziehungsweise im Osten der PalĂ€arktis verbreitet sind. Dohlen sind kleiner als der Rest der Gattung Corvus, besitzen einen kurzen Schnabel und sind sehr sozial veranlagt. Anders als die gröĂeren Raben und KrĂ€hen ernĂ€hren sie sich hauptsĂ€chlich von Insekten und Samen und sind vorwiegend HöhlenbrĂŒter.
Die Dohlen wurden im Jahr 1829 als eigene Gattung von Johann Jakob Kaup erstbeschrieben. Sie sind wahrscheinlich sehr basale Vertreter der Gattung Corvus und die Schwestergruppe der restlichen Gattung. Die beiden Arten trennten sich vermutlich im PleistozĂ€n vor rund drei Millionen Jahren, sind aber nahe genug miteinander verwandt, um noch zu hybridisieren. Von einigen Autoren wurden sie in der Vergangenheit von den Raben und KrĂ€hen abgetrennt und als eigene Gattung behandelt, was jedoch von den meisten DNA-Untersuchungen nicht unterstĂŒtzt wird.
Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Dohlen sind mittelgroĂe Rabenvögel und die kleinsten Vertreter der Raben und KrĂ€hen. Sie haben eine KörperlĂ€nge von 34 bis 39 cm, wobei die Dohle etwas gröĂer als die Elsterdohle wird. Ihr Schnabel ist 26â36 mm lang und damit deutlich kĂŒrzer als bei allen anderen KrĂ€henarten. Der FlĂŒgel hat bei beiden Arten eine LĂ€nge von 215 bis 250 mm, das Gewicht liegt bei 110â275 g[1]. Beide Arten verfĂŒgen ĂŒber einen Ă€hnlichen Körperbau und unterscheiden sich nur in der Struktur der Handschwingen: Die erste und zweite Handschwinge sind proportional bei der Elsterdohle kĂŒrzer, was aber nicht fĂŒr alle Individuen gilt. MĂ€nnchen werden bei beiden Arten geringfĂŒgig gröĂer und schwerer als Weibchen. [2]
Beide Arten zeigen ein Ă€hnliches Grundmuster in der Gefiederzeichnung: Scheitel, Augenregion, Kinn und Wangen sind schwarz, ebenso wie FlĂŒgel und Schwanz. Der Hinterkopf ist schwarz meliert grau. Bei der Elsterdohle sind zusĂ€tzlich der Unterleib, der RĂŒcken und die Brust schwarz, wĂ€hrend der Rest des Gefieders weiĂ ist. Bei der Dohle hingegen ist das restliche Gefieder dunkelgrau bis schwarzgrau, manchmal zeigt sich ein weiĂer Kragen im Nacken. Beine und Schnabel sind bei beiden Arten schiefergrau. Ein deutlicher Unterschied zeigt sich in der Irisfarbe: Bei adulten Dohlen ist sie hellblau, bei Elsterdohlen stets dunkelbraun. Juvenile Elsterdohlen Ă€hneln in ihrem Kleid stark Dohlen, ihnen fehlt aber die helle Iris. [2]
Verbreitung und Wanderungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Beide Arten bewohnen die gemĂ€Ăigten Teile der PalĂ€arktis. WĂ€hrend die Elsterdohle östlich des Altaigebirges, des Himalayas und des Baikalsees bis nach Japan vorkommt, erstreckt sich das Artareal der Dohle von dort aus nach Westen bis in das marokkanische Atlasgebirge und auf die Britischen Inseln. Beide Arten sind Teilzieher, vor allem im Norden des Verbreitungsgebiets ziehen sie im Winter nach SĂŒden. Aber auch innerhalb der ganzjĂ€hrigen Artareale kann es zu Zugbewegungen kommen. [1]
Lebensraum
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Dohlen bewohnen bevorzugt offene Landschaften mit vereinzeltem Baumbestand. VollstĂ€ndig baumlose Steppen und dichte WĂ€lder werden von beiden Arten gemieden. Dohlen sind hĂ€ufig in der NĂ€he von Viehweiden zu finden, wo niedrige Vegetation und ein reiches Angebot an Parasiten im Fell der SĂ€ugetiere herrscht. Die Dohle nutzt hĂ€ufig auch StĂ€dte mit altem GebĂ€udebestand als Bruthabitat, wĂ€hrend die Elsterdohle nur in die Vorstadtbereiche vordringt. Letztere ist stĂ€rker an BĂ€ume als Nistplatz gebunden, weshalb Klippen, Höhlen und alte GebĂ€ude nur fĂŒr die Dohle eine Rolle in der Habitatwahl spielen.[1] Die Brutgebiete reichen in Gebirgen bis auf jeweils 2000 m. [2]
Lebensweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]ErnÀhrung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wie alle Raben und KrĂ€hen sind auch die Dohlen Allesfresser. Der Schwerpunkt ihres Nahrungsspektrums liegt jedoch anders als bei den gröĂeren Arten auf Insekten und pflanzlichem Material.
Sie ernĂ€hren sich im FrĂŒhjahr und Sommer ĂŒberwiegend von Insekten, wĂ€hrend im Herbst und Winter Pflanzensamen und FrĂŒchte dominieren.
Fortpflanzung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Als einzige Rabenvögel sind Dohlen echte HöhlenbrĂŒter. WĂ€hrend die eurasische Dohle ein obligatorischer HöhlenbrĂŒter ist, brĂŒtet die Elsterdohle zwar ĂŒberwiegend in Baumhöhlen, weicht aber gelegentlich auch auf Baumnester aus.
Systematik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Dohlen sind eine monophyletische Gruppe, deren Schwesterklade die Untergattung Corvus ist. Sie spalteten sich wahrscheinlich in der PalÀarktis vom Vorfahren dieser Untergattung ab. Beide Arten teilten sich vor rund drei Millionen Jahren im PleistozÀn, als die Gletscher des aufsteigenden Himalayas ihre Vorfahren voneinander trennten.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- E. Haring, A. Gamauf, A. Kryukov: Phylogeographic Patterns in Widespread Corvid Birds. In: Molecular Phylogenetics and Evolution. 45, 2007, S. 840â862, doi:10.1016/j.ympev.2007.06.016.
- Josep del Hoyo, Andrew Elliott, David Christie (Hrsg.): Handbook of the Birds of the World. Band 14: Bush-shrikes to Old World Sparrows. Lynx Edicions, Barcelona 2009, ISBN 978-84-96553-50-7.
- Steve Madge, Hilary Burn: Crows & Jays. Princeton University Press, Princeton 1994, ISBN 0-691-08883-7.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â a b c del Hoyo et al. 2009, S. 617â618.
- â a b c Madge & Burn 1994, S. 136â138.
