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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Fagus sylvatica | ||||||||||||
| L. |

Die Rotbuche (Fagus sylvatica), oft Gewöhnliche Buche[1] genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Buchen (Fagus) innerhalb der Familie der BuchengewĂ€chse (Fagaceae). Umgangssprachlich wird sie gewöhnlich als Buche bezeichnet. Die botanische Schreibweise Rot-Buche betont die Zugehörigkeit zur Gattung der Buchen. (Die ebenfalls in Europa heimische Hainbuche gehört dagegen zur Gattung der Hainbuchen in der Familie der BirkengewĂ€chse.) Mit einem Anteil von 15 %, der aber stetig zunimmt, ist die Rotbuche 2012 der hĂ€ufigste Laubbaum in den WĂ€ldern Deutschlands.[2] In der Schweiz betrĂ€gt ihr Anteil 19 %, in Ăsterreich 10 %.[3] Der Namensteil âRotâ bezieht sich auf die mitunter leicht rötliche FĂ€rbung des Holzes, die beim Holz der Hainbuche, die auch als WeiĂbuche bezeichnet wird, nicht vorkommt.
Buchen mit auffallend roten LaubblÀttern gehören zur Form Blutbuche. Weil die Rotbuche die einzige in Mitteleuropa heimische Art der Buchen (Fagus) ist, wird der Zusatz zur Artbezeichnung oft weggelassen.
Rotbuchenreiche LaubmischwĂ€lder werden als die potenzielle natĂŒrliche Vegetation groĂer Teile Mitteleuropas angesehen. Die Rotbuche gilt als Zeigerpflanze fĂŒr ein atlantisches Klima.
Beschreibung und Ăkologie
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Gestalt und Wuchs
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Rotbuche wĂ€chst als sommergrĂŒner Baum und kann Wuchshöhen von bis zu 30 Metern, im dichten Wald auch bis zu 50 Metern erreichen.[4] Der Stammdurchmesser kann im Freistand bis ĂŒber 2,5 Meter betragen, wie bei der Kletterbuche von Hoppenrade.[5][6] Sie kann bis zu 300 Jahre alt werden; in EinzelfĂ€llen wurden auch Ă€ltere Exemplare gefunden. Im Nationalpark Kalkalpen in Oberösterreich, dessen Buchenwaldbestand zum seriellen Weltnaturerbe âAlte BuchenwĂ€lder und BuchenurwĂ€lder der Karpaten und anderer Regionen Europasâ gehört, wurde 2019 eine bereits 546 Jahre alte Buche entdeckt, die als nunmehr Ă€lteste datierte Rotbuche Zentraleuropas gilt; ihre ersten datierbaren Jahresringe stammen aus dem Jahr 1474. Damit ist sie 18 Jahre Ă€lter als die bis dahin Ă€lteste datierte Buche der Alpen, die im selben Nationalpark beheimatet ist.[7][8][9] Beide sehr alten Buchen sind verhĂ€ltnismĂ€Ăig schlank (die Ă€ltere misst 73 Zentimeter Durchmesser in Brusthöhe) und nicht besonders groĂ gewachsen, weil sie ihre ersten hundert Lebensjahre im Schatten von AltbĂ€umen zugebracht haben; dieser Umstand wird als Langlebigkeitsfaktor diskutiert.[8]
Die Krone einer ausgewachsenen Buche kann bis zu 600 mÂČ beschatten, sie blĂŒht und fruchtet in einem Alter von etwa 30 bis 200 Jahren. Im Alter von unter 30 bis 50 Jahren ist sie auf idealen Standorten mit einem Jahreshöhenzuwachs von 40 bis 70 Zentimeter schnellwachsend, mit leicht schĂŒtterer und aufrechter Krone sowie zunĂ€chst deutlich seitlich austreibenden Zweigen. Bei einer Konkurrenzsituation mit anderen BĂ€umen zĂ€hlt sie zu den spĂ€tdynamischen Klimax-BĂ€umen, die sich ab einem Alter von etwa 45 Jahren mit ihrem LĂ€ngenwachstum durchsetzen. Der erste Austrieb zwischen April und Mai wird bis zu einer LĂ€nge von 40 cm sehr schnell geschoben und hĂ€ngt zunĂ€chst leicht herab. Dann erst wird, wie bei allen verholzenden GewĂ€chsen, zunehmend Lignin gebildet und die Zweige richten sich auf. Das LĂ€ngenwachstum ist nach drei bis fĂŒnf Wochen abgeschlossen. Manchmal ist gegen Ende Juni auch ein sogenannter Johannistrieb zu beobachten.
Im höheren Alter lĂ€sst die WĂŒchsigkeit nach, und im Alter von etwa 100 bis 150 Jahren kann eine Rotbuche im Freistand bereits ihre maximale Höhe erreichen. Danach wĂ€chst sie langsamer und bekommt mit abnehmender VitalitĂ€t ab etwa 200 Jahren eine zunehmend dichtere Krone. Der Neuaustrieb wird dann kĂŒrzer und es werden schlieĂlich nur noch wenige Zentimeter neu geschoben. Freistehende Exemplare können im Alter ausladende, regelmĂ€Ăig und fein verzweigte ovale Kronen von 20 bis 30 Meter Durchmesser ausbilden, deren untere Zweige fast bis auf den Boden reichen. Ăltere StarkĂ€ste sind fast waagerecht, ausladend und regelmĂ€Ăig wechselstĂ€ndig angeordnet. Der junge Austrieb bildet eine nach oben gerichtete Hauptknospe, den sogenannten Hauptast, und eine Seitenknospe. Der Lichtmangel innerhalb der Krone zwingt den Baum zu dieser symmetrischen und feinen Verzweigung mit deutlich horizontaler Blattstellung, wĂ€hrend die Krone im Inneren durch die Dunkelheit keinen Neuaustrieb mehr zulĂ€sst.
Im Wald stehend wĂ€chst sie hingegen schlank und die unteren Ăste sterben aus Lichtmangel frĂŒh ab. Der Kronenansatz liegt hier hĂ€ufig erst in einer Stammhöhe von 10 bis 20 Meter. Einen maximalen Kronendurchmesser von 20 bis 30 Meter erreicht sie nur in den selten gewordenen sehr alten WĂ€ldern, wenn andere BĂ€ume in der Nachbarschaft absterben. Durch den Konkurrenzdruck um das Licht sind die StarkĂ€ste im Wald zum Teil eher aufwĂ€rts gerichtet als waagerecht. Dank ihrer MĂ€chtigkeit, Symmetrie und hell ockerfarbenen HerbstfĂ€rbung ist die Rotbuche ein beliebter Parkbaum.
Rinde (âBorkeâ)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die dĂŒnne Rinde der jungen Zweige ist anfangs dunkel-grĂŒn bis schwarz und glatt, aber schon nach wenigen Wochen wird sie heller. An Ăsten und Stamm ist sie meist hell-grau mit ĂŒber Jahrzehnte sichtbaren Narben bereits abgefallener Zweige, die am Stamm wie kleine Runzeln aussehen. Beim Dickenwachstum des Stammes und der Ăste dehnt sich die Rinde mit, wobei sie erst feinste LĂ€ngsrisse bildet. Das absterbende Phellem, der sogenannte Kork, schuppt nicht deutlich ab, sondern zerfĂ€llt zu feinem, hellgrauem Staub. Bei alten Rotbuchen wird die Rinde am StammfuĂ gröber und rissig, aber im Gegensatz zu den meisten anderen Baumarten bleibt sie am Hauptstamm bis ins hohe Alter dĂŒnn und glatt. Eine VarietĂ€t der Rotbuche, die Steinbuche (Fagus sylvatica var. quercoides) bildet grundsĂ€tzlich eine dickere, sehr rissige Borke aus.

Blatt
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Die wechselstĂ€ndig an den Zweigen angeordneten LaubblĂ€tter sind Blattstiel und -spreite gegliedert. Der Blattstiel ist 1 bis 1,5 Zentimeter lang und behaart. Die einfache Blattspreite ist bei einer LĂ€nge von 5 bis 10 Zentimetern sowie bei einer Breite von 1 bis 7 Zentimetern eiförmig mit spitzem bis zugespitztem oder bespitztem oberen Ende und sind am Grund keilförmig bis gerundet, teils herzförmig oder schief. Der Blattrand ist wellig bis ausgeschweift, teils leicht gekerbt, gezĂ€hnt oder gezĂ€hnelt und bewimpert. An den Enden der sechs bis sieben Seitennerven sitzen kurze ZĂ€hne. Die Unterseite der Spreite ist locker bis dicht behaart auf den Hauptnerven, den Nervenachseln und auf den Intercostalfeldern. Die jungen LaubblĂ€tter sind frischgrĂŒn, bisweilen auch blass, und am Rand seidig behaart. Im Sommer sind die LaubblĂ€tter oben glĂ€nzend dunkelgrĂŒn, unten hell. Im Herbst verfĂ€rbt sich das Laub zuerst blass-gelb, spĂ€ter orange-rot bis rot-braun. Vielfach bleiben die vertrockneten BlĂ€tter ĂŒber den Winter an den Zweigen.[10]

BlĂŒtenknospen, BlĂŒtenstand und BlĂŒte
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B Zweig mit geschlossenem und offenem Fruchtstand, darin je zwei Bucheckern.
6 Querschnitt und 7 ganze Buchecker.


Die Rotbuche blĂŒht ab einem Alter von 30 bis 50 Jahren. Die Rotbuche ist einhĂ€usig getrenntgeschlechtig (monözisch); die mĂ€nnlichen und weiblichen BlĂŒten sind also an einem Baumexemplar zu finden. Die BlĂŒten-Knospen sind hell-braun, spindelförmig, schmal und spitz. Sie sind eingehĂŒllt in zwei oder drei gegenstĂ€ndig angeordnete, doppelte HĂŒllblĂ€tter, die sich schuppenartig ĂŒberdecken. Die BlĂŒten erscheinen zeitgleich mit dem Blattaustrieb von April bis Mai. Die BlĂŒten jeweils eines Geschlechtes stehen in BlĂŒtenstĂ€nden zusammen. Die BĂŒschel der mĂ€nnlichen BlĂŒten sind 3 bis 5 Zentimeter lang und hĂ€ngen herab, wobei jede mĂ€nnliche BlĂŒte vier bis sieben StaubblĂ€tter enthĂ€lt. Aus den aufrecht stehenden weiblichen BlĂŒten ragen jeweils drei rosafarbene Narben.
Frucht
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die als Bucheckern bekannten FrĂŒchte sitzen zu zweit in einem kurz gestielten, weichspitzigen, vierlappigen, 3 bis 7 Zentimeter langen Fruchtstand zusammen. Rohe Bucheckern enthalten Trimethylamin (auch Fagin genannt) und sind dadurch leicht giftig. Eine leichte Giftwirkung ist auch darauf zurĂŒckzufĂŒhren, dass rohe Bucheckern viel OxalsĂ€ure enthalten.
Nach einem trockenen heiĂen Jahr fĂ€llt die Bucheckernernte hĂ€ufig besonders reichlich aus. Solche Mastjahre gehören zur Ăberlebensstrategie von Buchen. WĂŒrden sie jedes Jahr gleich viele Samen ausbilden, wĂŒrden MĂ€use, Wildschweine und Vögel ihre Population an dieses konstante Nahrungsangebot anpassen. Durch die nur gelegentlich ĂŒberreichlich gebildeten Samen wird sichergestellt, dass mehr Samen ausgebildet werden, als die Tiere zu fressen vermögen. Mastjahre stellen jedoch fĂŒr die BĂ€ume eine starke Belastung dar, da ein Baum etwa zwei Drittel des Jahresgewinns an assimiliertem Zucker zur Bucheckernproduktion verbraucht; daher werden nach einem solchen Jahr in deutlich geringerem Umfang Bucheckern ausgebildet, selbst wenn die klimatischen Voraussetzungen gut sind.
Auch in normalen Bucheckern-Jahren tragen Tiere ĂŒber die Versteckausbreitung zur natĂŒrlichen VerjĂŒngung der BestĂ€nde bei. Eichhörnchen, Rötel-, Wald- und Gelbhalsmaus legen Bucheckerdepots als WintervorrĂ€te an, vergessen jedoch hĂ€ufig ihre versteckten FrĂŒchte, die dann auskeimen können.
Wurzelsystem
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Buche ist ein typischer Herzwurzler.[11] Sie bildet mehrere nach unten und schrĂ€g nach auĂen laufende Hauptwurzeln und eine hohe Feinwurzeldichte. Tonböden oder auf Grund von StaunĂ€sse schlecht durchlĂŒftete Böden fĂŒhren zu einer starken Verflachung des Wurzelsystems und erhöhen die Windwurfgefahr.

Chromosomensatz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Chromosomengrundzahl betrÀgt x = 12; es liegt Diploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 24 vor.[1][12]
Verbreitung und Standort
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WĂ€hrend der letzten Kaltzeit wurde die Rotbuche aus Mitteleuropa verdrĂ€ngt. Sie ĂŒberlebte im Mittelmeerraum und begann ihre RĂŒckeroberung des europĂ€ischen Verbreitungsgebietes vor etwa 10.000 Jahren. In Sedimenten des verlandeten Luttersees im Eichsfeld bei Göttingen traten ihre Pollen erstmals in der spĂ€teren Warmzeit vor etwa 4800 Jahren auf.
Das Verbreitungsgebiet der Rotbuche reicht von SĂŒd-Skandinavien bis Sizilien und von der planaren Tiefebene bis zum montanen Bergwald. Im östlichen Mitteleuropa und im sĂŒdlichen Skandinavien kommt sie bis in Höhenlagen von 500 m vor; in Westeuropa bis 1500 m, wie auf dem Feldberg (Schwarzwald) und in den sĂŒdlichen Alpen mindestens bis 1850 m, am Monte Baldo (Gardasee) bildet die Rotbuche die Waldgrenze, nicht die Fichte[13]. In den AllgĂ€uer Alpen steigt sie bis zu einer Höhenlage von 1500 Metern Meereshöhe auf[14], wobei es hier deutliche Unterschiede in der Höhenverbreitung in AbhĂ€ngigkeit von der Exposition (SĂŒdseite oder Nordseite des Berges) gibt. Diese Differenz kann mehrere 100 m betragen. In west-östlicher Richtung reicht ihr Verbreitungsgebiet von der AtlantikkĂŒste Frankreichs, wo sie sehr hĂ€ufig vorkommt, bis zur WeichselÂniederung im Nordosten Polens und den Karpaten in der Westukraine. Im subkontinentalen Polen kommt sie nur noch in geschĂŒtzten MischwĂ€ldern vor. Ein isoliertes Reliktvorkommen in Gebirgen der Krim am Schwarzen Meer umfasst vermutlich vor allem Hybride mit der Orient-Buche, die Population wurde teilweise als (intermediĂ€re) Art aufgefasst und dann Fagus taurica Poplavska genannt.[15][16]
In Deutschland nimmt die Rotbuche mit 1,68 Millionen Hektar 15,4 Prozent der gesamten WaldflĂ€che ein. Sie ist damit die hĂ€ufigste Laubbaumart in den deutschen WĂ€ldern. Die gröĂten deutschen BuchenwaldflĂ€chen finden sich mit 338.000 Hektar (13,6 Prozent der LandeswaldflĂ€che) in Bayern, mit 284.000 Hektar (21,5 Prozent der LandeswaldflĂ€che) in Baden-WĂŒrttemberg und mit 255.000 Hektar (30,1 Prozent der LandeswaldflĂ€che) in Hessen. Zwischen 2002 und 2012 hat die BuchenflĂ€che in Deutschland um 102.000 Hektar zugenommen. Der durchschnittliche Zuwachs der Rotbuche betrĂ€gt in Deutschland 10,3 Vorratsfestmeter pro Hektar und Jahr.[17] Auch in Ăsterreich ist die Rotbuche die hĂ€ufigste Laubbaumart. Mit 326 Millionen BĂ€umen stellt sie rund 10 % aller BĂ€ume und fast die HĂ€lfte aller LaubbĂ€ume.[18]
Die Rotbuche ist eine ausgesprochene Zeigerart feucht-gemĂ€Ăigten Klimas, der sogenannten nemoralen Zone. Sie ist an euozeanische bis subozeanische Klimate gebunden. Die klimatische Amplitude reicht von 4 bis 12 °C mittlerer Jahrestemperatur, die der mittleren Jahresniederschlagsmenge von 450 bis ĂŒber 2000 l/mÂČ.[19] Die Verbreitung von BuchenreinbestĂ€nden ist nach Osten hin durch den Ăbergang zum subkontinentalen Klima begrenzt.
Die Rotbuche bevorzugt nĂ€hrstoffreiche, schwach saure bis kalkreiche, bindige, mĂ€Ăig podsolierte Sand- bis LehmÂböden. In trockeneren Regionen ist sie an bindige (lehmige) Böden gebunden. StaunĂ€sse und stark schwankende Grundwasserspiegel, wie sie im Auwald vorherrschen, sind ebenso wenig geeignet wie lange DĂŒrreperioden. Ein Wettbewerbsvorteil der Rotbuche besteht in ihrem ĂŒberaus durchsetzungsfĂ€higen Wurzelwerk, das dem von Konkurrenten hĂ€ufig ĂŒberlegen ist.
Die Rotbuche wĂ€chst verhĂ€ltnismĂ€Ăig langsam und ist in der Jugend relativ schattentolerant, womit sie zu den Schattenbaumarten zĂ€hlt. Im Alter benötigt sie jedoch mehr Licht. Aufgrund ihrer hohen Schattentoleranz bei gleichzeitig starker Schattenwirkung ihrer weiten Kronen kann sie andere Baumarten, auch solche, die zunĂ€chst schneller gewachsen sind, auf den fĂŒr sie geeigneten Standorten verdrĂ€ngen. Unter natĂŒrlichen Bedingungen gelten reine BuchenwĂ€lder oder BuchenmischwĂ€lder als die typische potentielle natĂŒrliche Vegetation (Klimaxvegetation) im gröĂten Teil der TieflĂ€nder Westeuropas und auch in Deutschland, jedoch nur wenn man davon ausgeht, dass Pflanzenfresser keinen ausreichenden Einfluss hatten, um die WĂ€lder aufzulichten und OffenlĂ€nder zu gestalten, so wie es die Megaherbivorenhypothese darstellt. Die Tatsache, dass die Rotbuche erst mit der einsetzenden Sesshaftwerdung des Menschen vor etwa 3500 Jahren schlagartig dominant in Pollendiagrammen erscheint, könnte als Argument fĂŒr diese umstrittene Theorie gelten, wonach Buchen in diesen Weidelandschaften nur als einzelne Exemplare oder Baumgruppen existierten.

| Faktor | Wert | Skala | Benennung/ErlÀuterung |
|---|---|---|---|
| Lichtzahl | 3 | 1â9 | Schattenpflanze |
| Temperaturzahl | 5 | 1â9 | MĂ€ĂigwĂ€rmezeiger |
| KontinentalitĂ€tszahl | 2 | 1â9 | ozeanisch |
| Feuchtezahl | 5 | 1â12 | Frischezeiger |
| Reaktionszahl | X | 1â9 | indifferent |
| Stickstoffzahl | X | 1â9 | indifferent |
| Lebensform | P | - | Phanerophyt |
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mĂ€Ăig feucht), Lichtzahl L = 1 (sehr schattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), NĂ€hrstoffzahl N = 3 (mĂ€Ăig nĂ€hrstoffarm bis mĂ€Ăig nĂ€hrstoffreich), KontinentalitĂ€tszahl K = 2 (subozeanisch).[20]
Auf extensiv beweideten FlĂ€chen ist die Rotbuche der Traubeneiche (Quercus petraea) unterlegen. Nach der umstrittenen Megaherbivorenhypothese, die davon ausgeht, dass groĂe Pflanzenfresser (wie Wisente, Auerochsen, Rothirsche und Wildpferde) die Vegetation Mitteleuropas in prĂ€historischen Zeiten entscheidend beeinflussten, ist die Dominanz der Rotbuche nicht als natĂŒrlich anzusehen. Die natĂŒrliche Vegetation Mitteleuropas war dieser Hypothese zufolge auch nicht von dichten, geschlossenen WĂ€ldern, sondern von halboffenen WĂ€ldern geprĂ€gt, wie man sie bis in die frĂŒhe Neuzeit groĂflĂ€chig in HutewĂ€ldern vorfand.[21]

Die BuchenwÀlder in Mitteleuropa lassen sich grob in drei standortbedingte Typen einteilen:
- Die âKalkbuchenwĂ€lderâ sind an das Vorkommen kalkhaltiger Böden gebunden. Dieser Waldtyp ist daher besonders auf der SchwĂ€bischen Alb, der FrĂ€nkischen Alb, dem Weserbergland sowie in den Alpen verbreitet. Auf feuchten Standorten sind der Buche hier Esche und Ahorne beigemischt.
- Die Braunerde-BuchenwĂ€lder wĂ€ren vor allem in Norddeutschland hĂ€ufig, aber zum Beispiel auch am hessischen Vogelsberg. Auf Braunerden können Buchen ihr maximales Potential entfalten. Nur auf besonders nĂ€hrstoffreichen und feuchten Standorten können hier noch Esche und die Ahorne neben der Buche existieren, auf sehr armen und trockenen Standorten sind Traubeneiche und selten Linden beigemischt. Von diesen BuchenwĂ€ldern sind nur noch wenige Reste vorhanden, sie sind gröĂtenteils schon frĂŒh in landwirtschaftliche NutzflĂ€che umgewandelt oder durch Fichtenforste ersetzt worden.
- Die bodensauren BuchenwÀlder wachsen auf sauren, eher nÀhrstoffarmen Böden, wie sie aus Àlteren MorÀnen, entkalkten Lössen, Sandstein und Schiefern entstehen. Sie sind insbesondere im norddeutschen Flachland weit verbreitet. Auf den nÀhrstoffÀrmeren Standorten dieses Waldtyps ist vor allem die Traubeneiche beigemischt. Auch diese WÀlder sind weitgehend gerodet oder durch Fichtenforste ersetzt worden.
In Berglagen, und zwar in der montanen Höhenstufe, tritt die Rotbuche meist gemischt mit WeiĂtanne (Abies alba) und Fichte (Picea abies) auf und bildet mit diesen die âFichten-Tannen-BuchenwĂ€lderâ.
Bemerkenswerte Rotbuchenexemplare
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- SchÀferbuche bei Dobbin-Linstow (dreikerniger Zwiesel)
- Silkebuche in der Schorfheide, am 28. Juli 2021 auseinandergebrochen
- Denkmalsbuche in Holsten-Bexten
- doppelstĂ€mmige Napoleonsbuche in LĂŒnen-Gahmen
- Antoniusbuche â (benannt nach dem Heiligen Antonius) stand bis 1935 am NĂŒrburgring, wurde dann fĂŒr den Bau der B 258 gefĂ€llt; bis heute ist der benachbarte Streckenabschnitt der Nordschleife nach ihr benannt
- BĂŒhlbuche â bei Eibenstock (Erzgebirge), 2006 durch einen Orkan weitgehend entkront; inzwischen abgestorben
- siebenstÀmmige Buche bei Diebach
- dreistÀmmige Buche (Zwiesel) bei Enkenbach-Alsenborn
- âDicke Bucheâ â bei NuĂloch (Odenwald); musste 1999 aus SicherheitsgrĂŒnden gefĂ€llt werden; der Stumpf ist noch erhalten
- Bavariabuche â bei Pondorf
- alte Buchen auf dem Kohlschachten im Nationalpark Bayerischer Wald
- Buche bei Maienfeld (Schweiz); Alter etwa 300 Jahre, Stammumfang 7,20 m
- die beiden Àltesten Buchen Europas, datiert auf 1474 und 1493 im Nationalpark Kalkalpen (Oberösterreich)[22][23]
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SchÀferbuche bei Neu-Dobbin
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Silkebuche (2019)
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Denkmalsbuche in Holsten-Bexten
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Napoleonsbuche bei LĂŒnen-Gahmen
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BĂŒhlbuche bei Eibenstock
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SiebenstÀmmige Buche bei Diebach
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DreistÀmmige Buche bei Enkenbach-Alsenborn
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Stumpf der âDicken Bucheâ bei NuĂloch
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Bavaria-Buche bei Pondorf (2004)
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Alte Buche auf dem Kohlschachten
GefÀhrdung und Schutz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Allgemeine Situation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Rotbuche ist in ganz Deutschland und Europa weit verbreitet. Da die EU ihre Verantwortung zum Schutz der BuchenwÀlder erkannt hat, wurden in der europÀischen FFH-Richtlinie mehrere Lebensraumtypen unter Schutz gestellt, welche den Buchenwald enthalten. Dazu zÀhlen der Hainsimsen-Buchenwald (9110), der atlantische saure Buchenwald mit Unterholz aus Stechpalme und gelegentlich Eibe (9120), der Waldmeister-Buchenwald (9130), der mitteleuropÀische subalpine Buchenwald mit Ahorn und Bergsauerampfer (Rumex arifolius, 9140) und der mitteleuropÀische Orchideen-Kalk-Buchenwald (9150).
GefÀhrdung und Krankheiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Laufe der Jahrtausende hat sich ein recht stabiles Gleichgewicht zwischen der Buche und Schadorganismen herausgebildet, was sie z. B. von Fichte, Kiefer und Eiche deutlich unterscheidet, wo SchÀdlinge wie z. B. BorkenkÀfer, wenn sie sich massenhaft vermehren, ganze BestÀnde vernichten können. Allerdings gilt die Buche aufgrund ihrer geringen Neigung zur Borkenbildung als anfÀllig gegen Wurzel- und Rindenparasiten.[19]
Die GefĂ€hrdungen und Krankheiten der Rotbuche werden teilweise als âBuchenkomplexkrankheitâ[24] oder als Komplexkrankheit betrachtet. Besonders trockene Perioden können zu Verlusten im Feinwurzelbereich und zur SchwĂ€chung der BĂ€ume fĂŒhren. Die geschwĂ€chten BĂ€ume sind in der Folge anfĂ€lliger fĂŒr weitere SchĂ€den und Krankheiten. GefĂ€hrdung von RotbuchenbestĂ€nden ist durch Befall mit Pilzen festgestellt worden. Mehrere Arten der Phytophthora sind dazu bekannt.[25] Zu den Schadinsekten an Rotbuchen sind der BuchenspringrĂŒssler (Rhynchaenus fagi (Linnaeus, 1758)), der Kleine BuchenborkenkĂ€fer (Taphrorychus bicolor (Herbst, 1793)) und der BuchenprachtkĂ€fer (Agrilus viridis (Linnaeus, 1758)) nachgewiesen.[26] Die DĂŒrre und Hitze in Europa 2018 und in den Folgejahren hat, z. B. in der Schweiz, besonders die Buchen in Mitleidenschaft gezogen.[27][28]
Auswirkungen der globalen ErwÀrmung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bedingt durch die globale ErwĂ€rmung zeigt sich fĂŒr die BuchenwĂ€lder Europas eine dramatische Situation. So konnten Baumring-Analysen an 324 Orten zwischen dem Norden Schottlands und dem griechischen Festland anhand von mehr als 780.000 Messungen an 5800 BĂ€umen zeigen, dass das Wachstum der Buchen zuletzt in fast allen Gebieten stark zurĂŒckging.[29] Prognosen deuten darauf hin, dass sich das Wachstum in den nĂ€chsten 70 Jahren erneut zwischen 20 und ĂŒber 50 Prozent verringern wird und besonders in SĂŒdeuropa mit massiven Verlusten durch Trockenheit zu rechnen ist.[29]
Nutzung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nutzung als Zierpflanze
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ziersorten
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Von der Rotbuche existieren zahlreiche Kulturformen, die in Parks und GÀrten als Ziergehölze verwendet werden. Sie unterscheiden sich in der LaubfÀrbung, der Blattform oder im Wuchs. Die bekanntesten Cultivare sind:
- Trauer- oder HĂ€nge-Buche (Fagus sylvatica forma pendula), eine zĂŒchterische Weiterentwicklung der natĂŒrlichen Pendulaform
- Blutbuche (Fagus sylvatica forma purpurea) mit dunkler und rötlich gefÀrbten BlÀttern[30]
- SĂŒntel-Buche (Fagus sylvatica forma tortuosa)
- SĂ€ulen-Buche (Fagus sylvatica Cultivar 'Dawyck'), davon gibt es auch die gelblaubige Sorte SĂ€ulen-Gold-Buche (Fagus sylvatica Cultivar 'Dawyck Gold')
- SchlitzblÀttrige Rotbuche (Fagus sylvatica forma laciniata)
- FarnblÀttrige Buche (Fagus sylvatica forma asplenifolia)[31]
- Zwergform der FarnblÀttrigen Buche (Fagus sylvatica forma asplenifolia Cultivar 'Mercedes')[32]
- Gold-Buche (Fagus sylvatica beispielsweise Cultivar 'Zlatia' und 'Aurea' mit goldgelben BlÀttern)
- Zwergbuche (Fagus sylvatica Cultivar 'Felderbach')[33]
Forstliche Bewirtschaftung von BuchenwÀldern
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Auch in der Forstwirtschaft verjĂŒngt man BuchenwaldbestĂ€nde im Schutz der AltbĂ€ume. FĂŒr den Erfolg einer solchen gezielten VerjĂŒngung ist die richtige Dosierung des Lichteinfalls entscheidend. Bei zu starker Ăffnung droht den Keimlingen Frostgefahr sowie starke Behinderung durch den dann entstehenden Unterwuchs. Zu wenig Licht dagegen lĂ€sst die Keimlinge verkĂŒmmern oder verkrĂŒppeln.
BuchenwĂ€lder brauchen auch danach noch eine regelmĂ€Ăige und sorgfĂ€ltige Durchforstung, um wirtschaftlich wertvolle BĂ€ume zu liefern. In einem engen Verband stehende BĂ€ume liefern lange und astfreie StĂ€mme, wie sie beispielsweise im hochwertigen Möbelbau notwendig sind. Unter dem starken Konkurrenzdruck, der bei einem solch engem Bestand entsteht, entwickeln die BĂ€ume jedoch unregelmĂ€Ăige Kronen. Dieses fĂŒhrt wiederum zu starken Spannungen im Holz, so dass aufgesĂ€gtes Holz stark arbeitet und sich dabei spaltet oder propellerartig verzieht. Zu weit auseinanderstehende BĂ€ume verĂ€steln sich dagegen zu stark, was sie fĂŒr eine hochwertige Verwertung ungeeignet macht.
Aus Buchenlaub entstehender Mull ist auĂerdem ein ideales Keimbett fĂŒr andere Baumarten Mitteleuropas wie beispielsweise die Fichte oder die WeiĂtanne. Buchen wirken generell bodenverbessernd, da sich ihr Laub in ein bis zwei Jahren abbaut. Der waldbauliche Wert der Buchen ist mittlerweile unumstritten, nachdem RotfĂ€ule, Windwurf und BorkenkĂ€fer deutlich gemacht haben, wie anfĂ€llig insbesondere FichtenreinbestĂ€nde sind. Jedoch bleibt auch die Buche nicht von Krankheiten verschont. So gab es allein in Belgien in den Jahren 2000 bis 2002 ĂŒber eine Million Festmeter Schadholz aufgrund eines Buchensterbens.
Merkmale des Holzes
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Die Bezeichnung Rot-Buche ist eigentlich irrefĂŒhrend, denn das Holz ist nur leicht rötlich schimmernd. Ein tieferer Rotton entsteht durch das sogenannte DĂ€mpfen. Dabei wird dem Holz die starke Neigung zum Verwerfen und zur Rissbildung genommen.
Das Holz ist feinporig und meist gleichmĂ€Ăig gemasert, lĂ€sst sich gut hobeln und drechseln. Die Buche zĂ€hlt zu den ReifholzÂbĂ€umen, hat also einen farblich homogenen Aufbau ĂŒber den gesamten Stammquerschnitt. Sie zĂ€hlt allerdings zu den BĂ€umen mit einer fakultativen Bildung eines Farbkerns. Dieser wird als Rotkern bezeichnet. Der Rotkern tritt mit zunehmendem Alter und mit gröĂerem Durchmesser des Baumes hĂ€ufiger auf. Das rotkernige Holz der Buche erzielt geringere Preise als weiĂes Holz. Diese sogenannte Kernbuche wird mittlerweile jedoch in der individuellen Möbelherstellung immer hĂ€ufiger nachgefragt. Aufgrund der groĂen HĂ€rte, nach Brinell 34 N/mmÂČ, wird es auch hĂ€ufig als Parkett verwendet. Die Biegefestigkeit ist hoch, doch im gedĂ€mpften Zustand ist das Holz biegsam und zudem sehr plastisch, was direkt mit der kurzen HolzfaserlĂ€nge zusammenhĂ€ngt. Aus diesem Grund werden gebogene Formteile aus dem Holz gefertigt, zum Beispiel Sitzmöbel mit anatomisch geschwungenen Elementen. Michael Thonet erfand 1830 ein Verfahren zum Biegen von Buchenholz und stellte damit seine mittlerweile weltberĂŒhmten Thonet-StĂŒhle her.
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Holz der Rotbuche
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Rinde der Rotbuche
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Querschnitt durch einen Rotbuchenstamm
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Rotbuche mit ausgeprÀgtem Rotkern (Kernbuche)
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Fagus sylvatica â Holz
Buche als Nutzholzlieferant
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Als Nutzholzlieferant war die Rotbuche in der traditionellen Ăkonomie der Eiche unterlegen. Die Eiche bot ein vielseitiger verwendbares Holz, das sich anders als das wenig fĂ€ulnisresistente Buchenholz auch fĂŒr den Schiffbau und den AuĂenbau eignete. Die Eiche lieferte auĂerdem die Eicheln fĂŒr die Eichelmast, die in der traditionellen Schweinehaltung eine groĂe Rolle spielte. Ăberlegen war das Buchenholz dem Eichenholz lediglich im Heizwert. Ăber lange Zeit wurde daher die Buche zugunsten der Eiche vernachlĂ€ssigt. Der Schweizer Forstingenieur Christian KĂŒchli (geb. 1953), der sich intensiv mit der Historie der europĂ€ischen ForstbĂ€ume beschĂ€ftigt hat, spricht daher von einem jahrhundertelangen Ausmerzen der Buche.
GröĂere forstwirtschaftliche Bedeutung erlangte die Buche erst mit der Entdeckung, dass eine Teeröl-ImprĂ€gnierung Eisenbahnschwellen aus Buchenholz 40 Jahre lang vor Pilzbefall schĂŒtzt, wodurch diese annĂ€hernd die Lebensdauer von Eichenschwellen erreichten. Forstbetriebe konnten nun fĂŒr Buchenholz so attraktive Preise erzielen, dass Aufforstungen mit dieser Baumart wieder lohnend erschienen. Um 1930 wurde nur noch die HĂ€lfte des geschlagenen Buchenholzes verfeuert; die andere HĂ€lfte wurde fĂŒr Eisenbahnschwellen sowie GebrauchsgegenstĂ€nde wie Waschtröge, WĂ€scheklammern, BĂŒrsten oder Kochlöffel verwendet. Dies Ă€nderte sich wiederum, als fossile EnergietrĂ€ger zunehmend die Holzheizung ersetzten und zuvor aus Buchenholz gefertigte GebrauchsgegenstĂ€nde nun aus Kunststoff hergestellt wurden.
Heute liefert die Buche ein wichtiges Nutzholz fĂŒr die Spielzeug- und Möbelindustrie, Parkett- und Treppenbau. Sie ist in Deutschland und Teilen West- und Mitteleuropas die mit Abstand hĂ€ufigste Art der LaubbĂ€ume und hat einen Anteil von durchschnittlich 13,7 % an der deutschen GesamtwaldflĂ€che, der im Westen Deutschlands sogar bis 16 % betragen kann. Die Einschlagsmenge an Buchenstammholz schwankte zwischen den Jahren 2000 und 2020 â bei insgesamt leicht sinkender Tendenz â zwischen zwei und vier Millionen Kubikmetern.
In der Schweiz wurden Mitte der 1980er Jahre ein bis zwei Millionen Kubikmeter Buchenholz geschlagen. Lediglich sechs Prozent davon war hochwertig genug, um als Nutzholz verwendet zu werden.

Buchenholz wird sowohl als Rund- als auch als gedĂ€mpftes und ungedĂ€mpftes Schnittholz und als Furnier vertrieben und verarbeitet; es stellt in Deutschland das wichtigste Laubholzsortiment dar. Neben Fichten- und Kiefernholz ist es auch das am meisten verwendete Industrieholz. ZusĂ€tzlich liefert es auch Spezialhölzer fĂŒr zahlreiche Verwendungen. Insgesamt sind mehr als 250 Anwendungsfelder fĂŒr Buchenholz bekannt.[34] Etwa die HĂ€lfte wird dabei als Industrieholz bei der Herstellung von Span- und Faserplatten sowie zur ZellstoffÂherstellung in der Papierindustrie und insbesondere als Chemiezellstoff fĂŒr die Produktion von Regeneratfasern wie Viskose und Lyocell fĂŒr die Herstellung von Textilien und technischen Garnen verwendet.[34]
Da Buchenholz bei wechselnder Feuchte stark arbeitet (schwindet und quillt) und drauĂen schnell verrottet, wenn es nicht geschĂŒtzt wird, ist es als Konstruktions- und Bauholz nur eingeschrĂ€nkt nutzbar.[35]
Nutzung als Brennholz
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In weiten Teilen Deutschlands ist Buchenholz das mit Abstand am hĂ€ufigsten privat wie kommerziell genutzte Brennholz. Dies hĂ€ngt zum einen mit der sehr groĂen Verbreitung der Rotbuche zusammen, ihrem im Vergleich zu vielen anderen Laubhölzern prinzipiell geringeren Wert im Verkauf und ihrer Neigung, bei genĂŒgend Platz und Licht krumm gewachsene StĂ€mme mit vielen Verzweigungen zu bilden, die zum Verkauf als Stammholz ungeeignet sind. Somit fallen bei Durchforstungen zur BestandsausdĂŒnnung stetig groĂe Mengen Buchenholz an, die sich praktisch nur zur Nutzung als Brennholz eignen. Es hat einen hervorragenden Brennwert von 19,7 MJ/kg,[36] zeichnet sich durch sehr langes, ruhiges Brennen, starke Glutbildung und einen hohen Heizwert aus. Aufgrund der starken Glutbildung eignet es sich auch sehr gut zum Grillen. Hinzu kommt, dass sich Buchenholz im Vergleich zu vielen anderen Holzarten, wie z. B. Eiche, Kiefer, LĂ€rche, Weide etc. sehr gut spalten lĂ€sst, sowohl von Hand mit Spaltaxt und Keil als auch mit maschineller UnterstĂŒtzung durch einen Holzspalter. Buchenholz tendiert dazu, besonders in astfreien Abschnitten, bei bereits kleinster Krafteinwirkung auf einen Keil regelrecht auseinander zu springen, was in EinzelfĂ€llen auch ziemlich gefĂ€hrlich werden kann. Ein unschönes Auseinanderfasern, wie z. B. bei LĂ€rchenholz ist nur sehr selten zu beobachten, was die Spaltarbeit beschleunigt und immens erleichtert. Nachteilig bei der Buche ist, dass es, besonders bei sehr krummen und stark verzweigten StĂ€mmen, Schwierigkeiten bereiten kann, das gespaltene Holz möglichst lĂŒckenlos in einem geraden StoĂ aufzusetzen, was z. B. mit den meisten Nadelhölzern fĂŒr gewöhnlich leicht gelingt. Das aufgesetzte Holz arbeitet (d. h. verformt sich) dann, bedingt durch starke Spannungen im Stamm in Folge asymmetrischer Kronen, verhĂ€ltnismĂ€Ăig stark. Somit verziehen und neigen sich StöĂe aus Buchenholz besonders heftig, was besonders bei freier Lage ohne StĂŒtze durch eine Wand und groĂer Höhe (3 bis 4 Meter) eines HolzstoĂes zum kompletten Umfallen fĂŒhren kann. Weiterhin neigen ungespaltene, dĂŒnne Astteile dazu, im Laufe der Trocknung an Luft zu âverstockenâ, also im Inneren morsch und mĂŒrbe zu werden, was den Heizwert herabsetzt und das Holz somit geringerwertig macht. Um dem entgegenzuwirken, wurde frĂŒher oftmals die Rinde an mehreren Stellen mit einem Beil entfernt oder mit einem Messer eingeritzt, um so eine gleichmĂ€Ăigere Trocknung zu gewĂ€hrleisten.
Die WertschĂ€tzung der Rotbuche als Brennholz fĂŒhrte zu spezifischen, heute kaum mehr praktizierten Formen der Bewirtschaftung, bei denen die BĂ€ume immer wieder zurĂŒckgeschnitten wurden (Niederwaldbetrieb). BĂŒschelbuchen und Kopfbuchen sind die Wuchsformen, die aus dieser Holzgewinnung resultieren. BĂŒschelbuchen entwickeln sich, wenn man entweder einen jungen Baum bis knapp ĂŒber den Boden zurĂŒckschneidet und der Baum erneut austreibt oder man mehrere Setzlinge in ein Pflanzloch setzt. Heute gibt es nur noch wenige alte BĂŒschelbuchen, hĂ€ufig stehen diese als NaturdenkmĂ€ler unter Naturschutz. Von Kopfbuchen spricht man analog zu den Kopfweiden bei in Brusthöhe abgesĂ€gten Buchen, die man zur erneuten Holzgewinnung wieder nachwachsen lĂ€sst. Dies fĂŒhrt zu einem KrĂŒppelwuchs, der den BĂ€umen ein bizarres Aussehen verleiht. Alte Exemplare sind unter anderem noch im Kottenforst der Stadt Bonn sowie im Urwald Sababurg zu sehen.
Rotbuchen bilden gelegentlich sogenannte Trauerformen aus. Diese zeichnen sich durch eine kurze Hauptachse aus, von der viele Seitenzweige mit verstĂ€rktem LĂ€ngen-, aber geringem Dickenwachstum ausgehen. Die langen Seitenzweige hĂ€ngen schleppenartig herab. Solche Trauer- oder Pendulaformen ĂŒberdauern normalerweise im Unterstand der WĂ€lder. Die an den schirmartig ĂŒberhĂ€ngenden Zweigen positionierten BlĂ€tter können die durch den Oberbestand durchtretende Streustrahlung besser nutzen. Ăndert sich der Lichteinfall, weil sich beispielsweise der Oberbestand nach Windbruch verringert, entwickeln solche Trauerformen normalerweise aus ruhenden Knospen einen steil aufrecht wachsenden Trieb, der aber hĂ€ufig nach einem entsprechenden LĂ€ngenwachstum erneut ĂŒberhĂ€ngt. Solche natĂŒrlich auftretenden Formen sind durch zĂŒchterische Eingriffe verstĂ€rkt worden und finden sich gelegentlich als SolitĂ€rbĂ€ume in Parks und GrĂŒnanlagen.[37]
Die Buche und die Glasproduktion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Mittelalter und der frĂŒhen Neuzeit diente Holzasche zur Waschlaugenherstellung und zur GlasÂproduktion. Besonders zur Glasherstellung wurden BuchenbestĂ€nde massiv abgeholzt. Zwei Teile Buchenasche mit einem Teil Sand ergab das grĂŒne Waldglas. Der Holzbedarf fĂŒr die Glasherstellung war enorm. FĂŒr 100 Kilogramm reine Pottasche benötigten die Glaser rund 200 Kubikmeter Holz. Weitere 100 Kubikmeter waren notwendig, um die Pottasche mit Quarzsand zu Glas aufzuschmelzen. Auch dafĂŒr wurde bevorzugt Buchenholzkohle verwendet.
Die abgeholzten BuchholzbestĂ€nde wurden bevorzugt mit Fichten aufgeforstet. Dabei entstand ein Waldtyp, den man als âGlaswaldâ, âGlastobelâ oder âSchmelzwaldâ bezeichnete.
Nutzung als Nahrungsmittel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bucheckern, in der Deutschschweiz BuchnĂŒssli genannt, spielten in der Vergangenheit in der menschlichen ErnĂ€hrung eine Rolle. Trotz der leichten Giftigkeit wurde im 19. Jahrhundert und in den Notzeiten nach dem Zweiten Weltkrieg aus den NĂŒssen Ăl gepresst, das sowohl beim Kochen als auch als Lampenöl Verwendung fand. Eine Handvoll Bucheckern kann wegen ihrer Inhaltsstoffe (Trimethylamin, auch Fagin genannt, und BlausĂ€ure-Glykoside) bereits Unwohlsein hervorrufen. Die essbaren BlĂ€tter der Buchen gelten als entzĂŒndungshemmend. So wurden sie bei Zahnfleischproblemen zerkaut oder bei GeschwĂŒren als Wundauflagen genutzt.
Nutzung des Laubs als Streu und Viehfutter
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die bodenverbessernden Eigenschaften des sich relativ langsam zersetzenden Buchenlaubs machte man sich frĂŒher in den Bergregionen nutzbar. In diesen Regionen konnten hĂ€ufig keine Getreidearten angebaut werden, die ausreichend Stroh fĂŒr die Stallhaltung lieferten. Laubbaumarten waren in diesen Regionen auĂer der Buche nur selten zu finden. In vielen Regionen war es daher ĂŒber Jahrhunderte hinweg Brauch, dass Frauen und Kinder das Buchenlaub sammelten, das anschlieĂend als Stallstreu genutzt wurde. Dabei wurden die WĂ€lder regelmĂ€Ăig âleergefegtâ, und Buchenlaub kam sogar in den Handel. So wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts Hunderte von Schiffsladungen vom schweizerischen Brienzersee aus in den Handel gebracht. Die Entfernung des Laubes verhinderte die natĂŒrliche VerjĂŒngung, da den Buchenkeimlingen der natĂŒrliche Schutz vor den winterlichen Frösten fehlte. FĂŒr die Landwirte war sie jedoch eine Notwendigkeit, um ihre Höfe wirtschaftlich zu betreiben. Die Laubsammlung stand Ă€hnlich wie die Eichelmast unter Forstwissenschaftlern schon im frĂŒhen 19. Jahrhundert in dem Ruf, die WĂ€lder nachhaltig zu schĂ€digen. Christian KĂŒchli fĂŒhrt die umfangreichen Lawinenverbauungen, die heute aufgrund eines fehlenden Schutzwaldes in der Region des Brienzersee notwendig sind, auf diesen jahrhundertelangen Raubbau zurĂŒck.
Zu BĂŒndeln gebundene junge Buchenzweige, die noch BlĂ€tter trugen, wurden als Winterfutter fĂŒr das Vieh getrocknet. Besonders Ziegen fraĂen diese Zweige gerne. Aber auch im FrĂŒhjahr, wenn die Buchen austrieben, wurden Buchenzweige an das Vieh verfĂŒttert, weil damit die Milchleistung gesteigert werden konnte.
Die Rotbuche als Lebensraum
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Rotbuche ist eine Baumart, die vergleichsweise wenige HabitatÂspezialisten und Endemiten aufweist. Ein möglicher Grund dafĂŒr ist die vergleichsweise spĂ€te Wiederausbreitung der Art aus den glazialen RefugialrĂ€umen, die wenig Zeit fĂŒr koevolutionĂ€re Anpassungen lieĂ. Willner, Moser und Grabherr (2004)[38] gehen (fĂŒr die Flora) von einem âgenetischen Flaschenhalsâ aus, weil in dem recht kleinen Refugialraum viele ökologische Bedingungen nicht gegeben waren. Die charakteristische glatte Rinde bietet speziell rindenbewohnenden (corticolen) Arten eine geringere Nischenvielfalt als grobborkige Baumarten (so von Wirth in Walentowski et al. 2010 fĂŒr die FlechtenÂflora belegt). Eine Ăbersicht ĂŒber die BiodiversitĂ€t der Buche und der BuchenwĂ€lder bieten Helge Walentowski et al. sowie Peter Meyer und Marcus Schmidt.[39][40]
Pflanzenfresser
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FĂŒr ca. 170 bis 180 wirbellose Phytophagen (Insekten und Milben) ist die Buche eine ihrer Haupt-Wirtspflanzen (Ăbersicht bei BrĂ€ndle & Brandl).[41] Gut 100 weitere Arten fressen gelegentlich an der Buche, kommen aber hĂ€ufiger auf anderen Arten vor. Der Anteil der Spezialisten, die monophag (d. h. ausschlieĂlich) an Rotbuchen vorkommen, liegt bei ca. 27, d. h. bei einem Anteil von ca. 15 %. Die Buche liegt damit im Mittelfeld der Baumarten, aber vor allem hinter den Eichenarten deutlich zurĂŒck. Einzige monophag an Buchen lebende KĂ€ferart ist der BuchenspringrĂŒssler (Rhynchaenus fagi). 63 GroĂschmetterlingsarten wurden an Buchen gefunden, darunter keine Tagfalterart und keine monophage Art. Auch Arten, die die Buche im Namen fĂŒhren, wie der Buchen-Zahnspinner (Stauropus fagi), erwiesen sich als polyphag. Eine Blattlausart mit der Buche als ausschlieĂlichem Wirt ist die Buchenblattlaus.
Holzbewohner
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Von den holzbewohnenden KĂ€ferarten zeigen 323 eine gewisse Bindung an Buchenholz.[42] Monophag an Buchen lebende Arten kommen aber in Mitteleuropa nicht vor (es gibt solche in den karpatischen BuchenwĂ€ldern). Von den 115 KĂ€ferarten, die als âUrwaldreliktartenâ angesprochen werden, kommen an der Buche 63 vor. Totholzbesiedelnde KĂ€fer haben hĂ€ufig ein breites Wirtspflanzenspektrum und sind eher vom Alter und der Dimension der EinzelbĂ€ume, der HabitatkontinuitĂ€t und dem Mikroklima abhĂ€ngig. Die Bedeutung der Buche ist danach deutlich geringer als diejenige der Eiche, liegt aber nicht auffallend niedrig. In der umfassenden Ăbersicht von Köhler wurden unter Hunderten holzbewohnender Arten nur 147 gefunden, die an irgendeine Laubbaumart eine (in Mitteleuropa) exklusive Bindung zeigten.[43] Davon waren drei an Rotbuche gebunden (zum Vergleich: an Eiche 31).
Spechthöhlen in Rotbuchen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mehrere Arten von Spechten bauen ihre Nisthöhlen in Rotbuchen. In Mitteleuropa sind dies vor allem Buntspecht, Grauspecht und Schwarzspecht.
Bodenflora
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]BuchenwÀlder sind im Vergleich mit WÀldern anderer Baumarten auf vergleichbaren Standorten arm an Krautarten, vermutlich durch das sehr stark schattende Kronendach. In sauren BuchenwÀldern ist mit knapp 20, in mittleren mit gut 25 Krautarten zu rechnen. Artenreicher sind KalkbuchenwÀlder mit ca. 30 Arten. In Europa gelten 110 Arten von WaldbodenkrÀutern als charakteristische Buchenbegleiter. In den deutschen Mittelgebirgen kommen davon 46 bis 52, im Tiefland noch 24 vor. Reich an buchenbegleitenden Arten sind die Gebirge des Nordbalkans, die nahe am vermuteten glazialen Refugialraum der Art liegen.
Genereller Artenreichtum
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Aus den Angaben kann nicht geschlossen werden, dass es sich bei BuchenwĂ€ldern generell um artenarme LebensrĂ€ume handeln wĂŒrde. Speziell aus Untersuchungen in Naturwaldreservaten liegen beeindruckend lange Artenlisten fĂŒr einige genauer untersuchte WĂ€lder vor. Wie hoch die tatsĂ€chliche Artenzahl ist, ist kaum mit Sicherheit anzugeben. In zwei Naturwaldreservaten im hessischen Vogelsberg wurden 2328 bzw. 1873 Tier- und Pflanzenarten gefunden.[44] Es kann aber vermutet werden, dass die Artenzahl eher weniger mit der Baumart Rotbuche zusammenhĂ€ngt und die Bindung der vorkommenden Arten speziell an den Buchenwald eher gering ist. Walentowski et al.[39] kommen zu dem Fazit: âFĂŒr die meisten der betrachteten Artengruppen aus Flora und Fauna gilt, dass BuchenwĂ€lder des westmitteleuropĂ€ischen Tief- und HĂŒgellandes vergleichsweise wenige an Buche gebundene, identifikationsstiftende Arten aufweisen und im Gegensatz zu sĂŒdost- und sĂŒdeuropĂ€ischen BuchenwĂ€ldern fĂŒr sie keine Regional-Endemiten bekannt sind.â
Bei Vergleichen von BuchenwirtschaftswÀldern in der Schweiz mit (ökologisch vergleichbaren) karpatischen Buchen-UrwÀldern in der Ukraine fanden Duelli et al.[45] entgegen den Erwartungen im Urwald keine höheren Artenzahlen in zahlreichen untersuchten Gruppen von wirbellosen Tieren. In der Tendenz waren sogar die WirtschaftswÀlder ein wenig artenreicher. Vergleiche deuten allerdings darauf hin, dass im Urwald die Zahl der spezialisierten Arten (z. B. der holzbewohnenden KÀfer) höher ist.
Etymologische ZusammenhÀnge
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Wörter Buche, Buch und Buchstabe stehen etymologisch miteinander in Zusammenhang.
Die germanischen Begriffe bĆk-s âBuchâ und bĆk-Ć âBucheâ stammen beide aus indogermanisch bhÄg-. Es wird angenommen, dass das leichtspaltbare Buchenholz von den Germanen fĂŒr die Herstellung von Schreibtafeln verwendet wurde, die dann fĂŒr gröĂere âSchriftstĂŒckeâ zusammengebunden wurden. Als dann die Holztafeln durch Pergament und noch spĂ€ter Papier ersetzt wurden, blieb die Bezeichnung Buch erhalten, zumal die fĂŒr den Einband verwendeten Ă€uĂeren Bretter bis ins 16. Jahrhundert fast immer aus Buchenholz bestanden.
Das Wort Buchstabe ist eine Zusammensetzung aus bĆk- âBuchâ und staba- âStab, Runeâ und bedeutet im Althochdeutschen âBuchschriftzeichenâ. Es ist auĂerdem denkbar, dass Buchstaben in germanischer Zeit aus Buchenholz bestehende, mit Runen versehene OrakelstĂ€bchen waren. Eine mögliche, aber nicht verizierbare Deutung der indogermanischen Ausgangsform bhÄg- bedeutet âLos, Schicksalsanteilâ. Dann hĂ€tte die Buche die Bedeutung eines Los- oder Schicksalsbaumes gehabt, dessen Zweige mit den eingeritzten Zeichen (Buchstaben) zur Deutung des Schicksals verwendet wurden.[46]
Taxonomie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Erstveröffentlichung von Fagus sylvatica erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, Seite 998.
Sonstiges
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- FĂŒr 1990 wurde die Rotbuche in Deutschland zum âBaum des Jahresâ erklĂ€rt,[47] 2014 in Ăsterreich[48] und 2022 erneut in Deutschland.[49][50]
- Auf Banknoten zu 20 DM ist rĂŒckseitig eine Buche in Anlehnung an Annette von Droste-HĂŒlshoffs Novelle âDie Judenbucheâ dargestellt.
- Bei zahlreichen Ortschaften oder Landesbestandteilen war die Buche Namensgeber. Beispiele sind: Bucheggberg, Schönbuch, Schönenbuch, Buch am Irchel oder Buochs.
- Neben der Hainbuche werden auch Rotbuchen als Schnitt-Hecken kultiviert,.[51] Beide haben gegenĂŒber anderen Hecken den Vorteil, dass die trockenen BlĂ€tter oft noch bis zum neuen Austrieb im FrĂŒhjahr hĂ€ngenbleiben (Marzeszenz), so dass sie sich besonders als ganzjĂ€hrige Sichtschutz- und als Vogelschutzhecke eignen.
- In der Eifel, insbesondere im Monschauer Heckenland, werden Rotbuchen als Hecken zur FeldumzÀunung und als haushoher Windschutz verwendet. Viele HÀuser sind dort von mÀchtigen Hecken umgeben. Die Meikleour Beech Hedge nördlich der schottischen Stadt Perth gilt als höchste Hecke der Welt (bis zu 36 Meter).
- Die Buche reagiert Ă€uĂerst empfindlich auf ErdanschĂŒttungen im Wurzelbereich. Schon eine Anhebung des Bodenniveaus um zehn Zentimeter um den Stamm kann die Buche mittelfristig zum Absterben bringen.
- Ein baumkundliches Problem sind die sogenannten Rippelbuchen. Dabei handelt es sich um eine zumeist an StĂ€mmen von 80- bis 100-jĂ€hrigen Rotbuchen auftretende Erscheinung, deren Bedeutung und Ursache bislang nicht vollstĂ€ndig geklĂ€rt ist. Die Erscheinung Ă€hnelt in ihrer Struktur Rippelmarken des Wattenmeeres oder einem alten Handwaschbrett (weswegen die betroffenen Buchen mitunter auch als âWaschbrettbuchenâ bezeichnet werden). Das âWaschbrettmusterâ tritt stets nur einseitig auf. Da es sich an den untersuchten Standorten (z. B. in LĂŒbeck oder im Hessischen) um die windabgewandte Seite des Baumes handelt, wird vermutet, dass die Rippelbildung mit Windeinwirkung zu tun hat. Diese kann aber nicht die alleinige ErklĂ€rung fĂŒr die Rippelbildung sein, zumal mitunter in unmittelbarer Nachbarschaft gleichaltrige Exemplare ohne diese markanten Rippeln stehen.[52][53]
- In Anlehnung an den Ortsnamen Buchet ist der Umriss der dortigen Barbarakapelle in der Form eines Buchenblattes ausgefĂŒhrt.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Quellen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Antike â SpĂ€tantike: Plinius 1. Jh.[54]
- Lateinisches Mittelalter: Hildegard von Bingen 12. Jh.[55] --- Konrad von Megenberg 14. Jh.[56] --- Hieronymus Brunschwig 1500[57]
- Neuzeit: Otto Brunfels 1537[58] --- Jean Ruel 1537[59] --- Hieronymus Bock 1546[60] --- Mattioli / Handsch / Camerarius 1586[61] --- Nicolas Lémery 1699/1721[62] --- Onomatologia medica completa 1755[63] --- Philipp Lorenz Geiger 1830[64] --- v. Hasselt/Henkel 1862[65] --- August Husemann/Theodor Husemann 1871[66] --- Wolfgang Schneider 1974[67]
Historische Abbildungen
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Ms 498 f3v. Dijon 1469. Abbildung zur 1. Ecloge der Hirtengedichte des Vergil
-
Sebastian Brant 1502. Abbildung zur 1. Ecloge der Hirtengedichte des Vergil
-
Hieronymus Bock 1546. Abbildung zum Kapitel BĆŻchbaum
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Gerhard Dönig: Rotbuchen â Fagus. Arten, Formen, Sorten, Kultivare mit Sammlungen aus dem Arboretum Altdorf. Hansmann, Hemmingen 2010, ISBN 978-3-9804283-3-0 (224 S.).
- Gerhard Dönig: Die Park- und Gartenformen der Rotbuche â Fagus sylvatica L. Gartenbild, Rinteln 1994, ISBN 3-928521-05-5.
- Horst Bartels: Gehölzkunde. Ulmer, Stuttgart 1993. ISBN 3-8252-1720-5, ISBN 3-8001-2648-6.
- Heinz Ellenberg: Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen in ökologischer, dynamischer und historischer Sicht. 5., stark verÀnderte und verbesserte Auflage. Ulmer, Stuttgart 1996, ISBN 3-8001-2696-6.
- Norbert Kessel: Das Wachstum von Buchenwildlingen und Baumschulpflanzen (untersucht wurde die Wirkung von SproĂschnitt, Wurzelschnitt, Konkurrenzregelung, Pflanzverband). Dissertation, Freiburg 1994. (auf www.forstbuch.de ist der komplette Text: [1]) (PDF; 411 kB) (abstract ( vom 21. April 2001 im Internet Archive)).
- Reinhard Schober: Die Rotbuche 1971. Hrsg.: NiedersÀchsische Forstliche Versuchsanstalt (= Schriftenreihe der Forstlichen FakultÀt der UniversitÀt Göttingen und Mitteilungen der NiedersÀchsischen Forstlichen Versuchsanstalt. Band 43/44). SauerlÀnder, Frankfurt am Main 1972, ISBN 978-3-7939-0200-3 (333 S.).
- Gerhard Veldmann, Helmut Vogt: Die Krankheiten und SchÀdlinge der Rotbuche (Fagus silvatica L.). UniversitÀtsbibliothek, Jena 1985.
- ĂNORM B 3012: Holzarten â Benennungen, Kurzzeichen und Kennwerte.
- Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (Hrsg.): Ergebnisse angewandter Forschung zur Buche (= BeitrÀge aus der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt. Band 3). UniversitÀtsverlag Göttingen, Göttingen 2008, ISBN 978-3-940344-44-1 (358 S., uni-goettingen.de [PDF; 5,9 MB]).
- Mark Bachhofer, Joachim Mayer: Rot-Buche, Gewöhnliche Buche. In: Der Kosmos-BaumfĂŒhrer. 370 BĂ€ume und StrĂ€ucher Mitteleuropas. 4. Auflage. Kosmos, Stuttgart 2021, ISBN 978-3-440-17013-7, S. 34â35.
- Christian Kölling, Helge Walentowski, Herbert Borchert: Die Buche in Mitteleuropa. In: AFZ-Der Wald. Nr. 13. Deutscher Landwirtschaftsverlag, MĂŒnchen 2005, S. 696â701.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur von und ĂŒber Rotbuche im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Fagus sylvatica subsp. orientalis (Lipsky) Greuter & Burdet. auf FloraWeb.de
- Rotbuche. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
- Steckbrief und Verbreitungskarte fĂŒr Bayern. In: Botanischer Informationsknoten Bayerns.
- Thomas Meyer: Datenblatt mit BestimmungsschlĂŒssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).
- Die Rotbuche â Mutter des Waldes ( vom 29. MĂ€rz 2014 im Internet Archive)
- Fagus sylvatica ( vom 13. Januar 2012 im Internet Archive)
- Schutzgemeinschaft Deutscher Wald: Die Buche (PDF; 496 kB)
- Information rund um die Rotbuche, wald.de
- Aktion Buchenrotkern des Bundes Naturschutz.
- Video: Die Rotbuche (Fagus sylvatica) im Ablauf des Jahres. Institut fĂŒr den Wissenschaftlichen Film (IWF) 1986, zur VerfĂŒgung gestellt von der Technischen Informationsbibliothek (TIB), doi:10.3203/IWF/C-1612.Video: Knospenentfaltung bei der Rotbuche Fagus sylvatica. Institut fĂŒr den Wissenschaftlichen Film (IWF) 1983, zur VerfĂŒgung gestellt von der Technischen Informationsbibliothek (TIB), doi:10.3203/IWF/C-1488.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â a b Fagus sylvatica L., Gewöhnliche Buche. auf FloraWeb.de
- â Bundeswaldinventur 3, 2012. Abgerufen am 12. MĂ€rz 2015.
- â W. Russ: Mehr Wald in Ăsterreich. BFW-Praxisinformation 24, 2011, S. 3â5. Quelle: Ăsterreichische Waldinventur 2007/09.
- â T. Houston Durrant, D. de Rigo, G. Caudullo: Fagus sylvatica In: J. San-Miguel-Ayanz et al.: European Atlas of Forest Tree Species. European Union, 2016, ISBN 978-92-79-36740-3, S. 94 f, PDF.
- â Allgemeine Botanische Zeitschrift. Reiff, 1897. S. 64.
- â Hermann JĂ€ger: Deutsche BĂ€ume und WĂ€lder. Scholtze, 1877, S. 45.
- â Ălteste Buche Zentraleuropas entdeckt In: Holz-Zentralblatt vom 30. August 2019, S. 759.
- â a b Uraltbuche im Nationalpark Kalkalpen entdeckt. Nationalpark Kalkalpen, 14. August 2021, abgerufen am 8. Februar 2022 (österreichisches Deutsch).
- â Ălteste Buche Kontinentaleuropas entdeckt â nationalparksaustria.at | DE. Nationalparks Austria, abgerufen am 8. Februar 2022.
- â B. Felbermeier, R. Mosandl: Fagus sylvatica. In: SchĂŒtt, Weisgerber, Schuck, Lang, Stimm, Roloff: EnzyklopĂ€die der LaubbĂ€ume. Nikol, Hamburg 2006, ISBN 978-3-937872-39-1, S. 241â260.
- â wald.de: Die Rotbuche. Abgerufen am 16. November 2021.
- â Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora fĂŒr Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 316.
- â Herbert Reisigl: Von der Pflanzenwelt des Monte Baldo. In: Verein zum Schutz der Bergwelt e. V. (Hrsg.): Jahrbuch des Vereins zum Schutze der Alpenpflanzen und -Tiere. Band 29, 1964, S. 143 (zobodat.at [PDF]).
- â Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des AllgĂ€us und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 425.
- â Igor M. Patlaj, Svitlana A. Los, Roman M. Jatzyk, Ihor M. Shvadchak: Conservation of genetic resources of Social Broadleaves in Ukraine. In: J. Turok, A. Kremer, S. de Vries (Hrsg.): First Euforgen Meeting on social broadleaves. Bordeaux 1997.
- â DuĆĄan Gömöry, Ladislav Paule: Reticulate evolution patterns in western-Eurasian beeches. In: Botanica Helvetica. Bd. 120, Nr. 1: 2010, S. 63â74.
- â Bundeswaldinventur 3, 2012. Abgerufen am 12. MĂ€rz 2015.
- â Baumartenatlas. Abgerufen am 11. Mai 2022.
- â a b Christian Kölling, Helge Walentowski, Herbert Borchert: Die Buche in Mitteleuropa. In: AFZ-Der Wald. Nr. 13. Deutscher Landwirtschaftsverlag, MĂŒnchen 2005, S. 696â701.
- â Fagus sylvatica L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am 23. September 2024.
- â F. W. M. Vera: Grazing Ecology and Forest History. CABI Publishing, 2000, ISBN 0-85199-442-3, S. 88.
- â Uralte Buche im Nationalpark Kalkalpen entdeckt. In: Nationalpark Kalkalpen. Nationalpark Kalkalpen, 15. Januar 2013, abgerufen am 14. November 2022.
- â Uraltbuche im Nationalpark Kalkalpen entdeckt. In: Nationalpark Kalkalpen. Nationalpark Kalkalpen, 14. August 2019, abgerufen am 14. November 2022.
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- â Thomas Jung: LWF aktuell 43, S. 36â37, 2. April 2011 Phytophthora schĂ€digt BuchenbestĂ€nde in ganz Bayern ( vom 7. April 2019 im Internet Archive)
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